[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Drucken mit einer Inkjetdruckmaschine, die
Verwendung einer UV-LED-Lampe in einer Inkjetdruckmaschine zum Härten von UV-Tinte
und eine Inkjetdruckmaschine, die für das erfindungsgemäße Verfahren eingerichtet
ist.
[0002] In der Druckindustrie sind unterschiedliche Druckverfahren bekannt. Ein wichtiges
Druckverfahren ist der Inkjetdruck, bei dem man Inkjettinte über Druckdüsen auf einen
Bedruckstoff aufbringt. Üblicherweise unterscheidet man bei den hierfür verwendeten
Inkjettinten zwischen wasserbasierten Tinten und UV-Tinten. Nach dem Aufdrucken von
wasserbasierter Tinte trocknet man diese in der Regel thermisch durch Heißluft und
Bestrahlen mit Infrarotlicht. UV-Tinte trocknet oder härtet man üblicherweise durch
Bestrahlen mit UV-Licht oder Elektronenstrahlung.
[0003] In Inkjetdruckmaschinen werden normalerweise mehrere Farben wie Cyan, Magenta, Yellow
und Black (CMYK) nacheinander auf den Bedruckstoff aufgedruckt, um mehrfarbige Druckbilder
erzeugen zu können. Diese unterschiedlichen Farben werden hintereinander an mehreren
Druckstationen aufgebracht, wobei jede Druckstation aus einem oder mehreren Druckköpfen
bestehen kann. Beim Inkjetdrucken mit UV-Tinte hat es sich als vorteilhaft erwiesen,
die jeweils verwendete UV-Tinte nach jeder Druckstation mit UV-Licht anzuhärten, was
im Stand der Technik auch als Pinning bezeichnet wird, und am Ende, nachdem alle gewünschten
Farben aufgebracht sind, die UV-Tinte mit UV-Strahlung hoher Intensität endzuhärten.
Dadurch erhält man das fertige Druckerzeugnis, das nicht mehr abfärbt und bestimmungsgemäß
verwendet werden kann.
[0004] Durch das Pinning wird erreicht, dass die UV-Tinte auf dem Bedruckstoff beim Weg
durch die Inkjetdruckmaschine nicht verläuft. Die UV-Tinte wird durch das Pinning
nur teilweise gehärtet oder angehärtet. Hierfür ist keine UV-Strahlung hoher Intensität
erforderlich, sondern es können beispielsweise UV-Lampen auf Grundlage von LEDs verwendet
werden. Beim Endhärten dagegen werden üblicherweise UV-Lichtquellen hoher Intensität
wie hochenergetische Quecksilberdampflampen oder andere UV-Strahler eingesetzt.
[0005] Der Aufbau von Inkjetdruckmaschinen mit Einrichtungen zur Zwischenhärtung (Pinning)
und Endhärtung hat sich teilweise als nachteilig erwiesen. So müssen unterschiedliche
Lichtquellen in der Druckmaschine vorgehalten werden, was problematisch hinsichtlich
der Wartung sein kann. Auch erfordert der apparative Aufbau zur Endhärtung viel Platz
in der Druckmaschine. Die Verwendung von Quecksilberdampflampen ist aus Umweltgesichtspunkten
zudem zunehmend unerwünscht. Auch der Energiebedarf für die Endhärtung erweist sich
als nachteilig.
[0006] Es besteht daher Bedarf an alternativen Inkjetdruckverfahren, welche insbesondere
die Notwendigkeit einer Endhärtung der UV-Tinte in der Inkjetdruckmaschine vermeiden.
[0007] Überraschenderweise wurde nun gefunden, dass UV-Tinten mit UV-Strahlung aus den Lichtquellen
für das Pinning so vollständig gehärtet werden können, dass keine separate Endhärtung
erforderlich ist, wenn man die Bestrahlung in einer mit Inertgas angereicherten Gasatmosphäre
durchführt. Die mit Inertgas angereicherte Gasatmosphäre lässt sich auch in dem Sinne
verstehen, dass die vorherrschende Gasatmosphäre, in der Regel Luft, von Sauerstoff
abgereichert wurde, weil man den Sauerstoffanteil der Luft durch das Inertgas verdrängt
hat. Es wird vermutet, dass das erfindungsgemäße Verfahren deshalb erfolgreich funktioniert,
weil der Sauerstoff einen störenden Einfluss auf die Härtungsreaktion nimmt und dessen
Präsenz unter den Bedingungen der mit Inertgas angereicherten Gasatmosphäre während
des Härtungsschritts deutlich reduziert wird. Somit kann die Strahlung von UV-LED-Lichtquellen,
die üblicherweise zum Pinnen verwendet werden, idealerweise zum vollständigen Härten
verwendet werden, wenn die Strahlung dieser Lichtquellen unter inerter Gasatmosphäre
angewendet wird.
[0008] Die Härtung von UV-Tinten unter Inertgasatmosphäre ist im Stand der Technik prinzipiell
beschrieben worden. Die
EP 1 473 341 A1 offenbart ein Inkjetdruckverfahren, in dem UV-Tinte unter Stickstoffatmosphäre gehärtet
wird. Die Härtung mit UV-LED-Lampen im Pinningmodus wird darin nicht beschrieben.
Die
EP 3 795 934 A1 offenbart die UV-Härtung von UV-Tinte unter Inertgasatmosphäre zur Verringerung der
Migration von niedermolekularen Tintenbestandteilen. Eine einstufige UV-Härtung unter
Inertgasatmosphäre wird darin nicht beschrieben.
[0009] Dementsprechend betrifft die vorliegende Erfindung ein Verfahren zum Drucken mit
einer Inkj etdruckmaschine mit wenigstens zwei Druckstationen, wobei nacheinander
in jeder der wenigstens zwei Druckstationen ein Bedruckstoff mit UV-Tinte bedruckt
wird und nach jeder der wenigstens zwei Druckstationen jeweils ein Härtungsschritt
durch Bestrahlen der von der jeweiligen Druckstation auf den Bedruckstoff gedruckten
UV-Tinte mit UV-Strahlung von wenigstens einer UV-Lichtquelle vorgenommen wird, wobei
bei wenigstens einem Härtungsschritt das Bestrahlen der auf den Bedruckstoff gedruckten
UV-Tinte mit UV-Strahlung von der wenigstens einen UV-Lichtquelle in einer mit Inertgas
angereicherten Gasatmosphäre stattfindet.
[0010] Das erfindungsgemäße Verfahren ist mit mehreren Vorteilen verbunden. Auf den Einsatz
eines Endtrockners kann verzichtet werden, was Platz und Wartungsaufwand spart. Auf
den Einsatz von aus Umweltgesichtspunkten zunehmend unerwünschten Quecksilberdampflampen
kann verzichtet werden. Der Energiebedarf der Inkjetdruckmaschine kann durch Weglassen
des Endtrockners verringert werden. Es entsteht weniger Wärme in der Inkjetdruckmaschine,
die nicht aufwendig abgeführt werden muss. Man erhält dennoch Druckerzeugnisse hoher
optischer Qualität, die bei bestimmungsgemäßer Verwendung nicht abfärben.
[0011] In einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens findet das
Bestrahlen der auf den Bedruckstoff gedruckten UV-Tinte mit UV-Strahlung von der wenigstens
einen UV-Lichtquelle in der mit Inertgas angereicherten Gasatmosphäre bei jedem Härtungsschritt
statt. Dementsprechend betrifft das erfindungsgemäße Verfahren in dieser bevorzugten
Ausführungsform ein Verfahren zum Drucken mit einer Inkjetdruckmaschine mit wenigstens
zwei Druckstationen, wobei nacheinander in jeder der wenigstens zwei Druckstationen
ein Bedruckstoff mit UV-Tinte bedruckt wird und nach jeder der wenigstens zwei Druckstationen
jeweils ein Härtungsschritt durch Bestrahlen der von der jeweiligen Druckstation auf
den Bedruckstoff gedruckten UV-Tinte mit UV-Strahlung von wenigstens einer UV-Lichtquelle
vorgenommen wird, wobei bei jedem Härtungsschritt das Bestrahlen der auf den Bedruckstoff
gedruckten UV-Tinte mit UV-Strahlung von der wenigstens einen UV-Lichtquelle in einer
mit Inertgas angereicherten Gasatmosphäre stattfindet.
[0012] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform führt jeder Härtungsschritt in der
mit Inertgas angereicherten Gasatmosphäre zu einer im Wesentlichen vollständigen Durchhärtung
der von der jeweiligen Druckstation auf den Bedruckstoff gedruckten UV-Tinte. Nach
der im Wesentlichen vollständigen Durchhärtung färbt die UV-Tinte nicht mehr ab und
verschmiert nicht mehr.
[0013] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform handelt es sich bei der UV-Tinte, deren
Härtungsschritt in der mit Inertgas angereicherten Gasatmosphäre stattfindet, um UV-Tinte,
die eine starke Neigung zum Auseinanderfließen (Spreiten) aufweist. Das Phänomen des
Spreitens ist dem Fachmann prinzipiell bekannt. Durch das Spreiten verlaufen die Tintentropfen
unerwünschterweise auf dem Bedruckstoff, so dass das gewünschte Druckbild, das sich
aus den einzelnen Tintentropfen zusammensetzt, optische Mängel aufweisen kann. So
kann das Druckbild vom Betrachter dann beispielsweise verschwommen oder unscharf wahrgenommen
werden. Im Stand der Technik wird die UV-Tinte daher in der Regel zunächst angehärtet,
also teilweise gehärtet, um ein Spreiten zu verhindern. Am Ende des Druckvorgangs,
wenn die UV-Tinten aller Farben nacheinander aufgetragen worden sind, erfolgt in der
Inkjetdruckmaschine dann die UV-Endhärtung mit energiereichen UV-Endtrocknern, um
eine im Wesentlichen vollständige Durchhärtung der UV-Tinten zu erreichen.
[0014] Die für das erfindungsgemäße Verfahren geeigneten UV-Tinten sind nicht besonders
eingeschränkt. Als UV-Tinten sind für das erfindungsgemäße Verfahren grundsätzlich
alle im Stand der Technik beschriebenen UV-Tinten geeignet, die durch Bestrahlung
mit UV-Strahlung gehärtet werden können. In dem erfindungsgemäßen Verfahren werden
bevorzugt solche verwendet, die einen oder mehrere Photoinitiatoren enthalten. Solche
UV-Tinten sind dem Fachmann grundsätzlich bekannt. Es handelt sich um flüssige, reaktionsfähige
UV-härtbare Zusammensetzungen mit einem oder mehreren Farbmitteln, die in Inkjetdruckmaschinen
durch Druckdüsen der Inkjetdruckköpfe auf Bedruckstoffe wie Papier, Karton oder Folie
ausgestoßen werden können. Durch Bestrahlen mit UV-Licht oder Elektronenstrahlung
kann eine Härtungsreaktion in der UV-Tinte gestartet werden, welche eine Reaktion
der enthaltenen ungesättigten Monomere umfasst. Solche UV-Tinten enthalten in der
Regel einen oder mehrere Photoinitiatoren, welche die Härtungsreaktionen auslösen.
Als Alternative zu UV-Tinten sind dem Fachmann thermisch trocknende Tinten bekannt,
welche größere Anteile an Wasser oder anderen Lösungsmitteln enthalten und im Wesentlichen
durch Verdampfen des Lösungsmitteln beim Behandeln mit Infrarotstrahlung und/oder
Heißluft trocknen.
[0015] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist die wenigstens eine UV-Lichtquelle
ausgewählt unter UV-LED-Lampen. UV-LED-Lampen sind dem Fachmann prinzipiell bekannt.
Es handelt sich um Strahlungsquellen auf der Grundlage von Leuchtdioden (LEDs), die
in ihrem emittierten Strahlungsspektrum einen vergleichsweise hohen Anteil an Strahlung
im Wellenlängenbereich des Ultraviolett (UV), also weniger als 400 nm, aufweisen.
[0016] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform wird die wenigstens eine UV-Lichtquelle
im Pinningmodus betrieben. Das bedeutet, dass die wenigstens eine UV-Lichtquelle in
einem Modus betrieben wird, wie er im Stand der Technik üblicherweise zum Pinnen von
UV-Tinte in Inkjetdruckmaschinen verwendet wird. Davon zu unterscheiden ist das Betreiben
einer UV-Lichtquelle in UV-Endtrocknern von Inkjetdruckmaschinen, wobei sehr hohe
Strahlungsdichten erzeugt werden.
[0017] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist die wenigstens eine UV-Lichtquelle
ausgewählt unter UV-LED-Pinningmodulen. UV-LED-Pinningmodule sind dem Fachmann prinzipiell
bekannt und kommerziell erhältlich. UV-LED-Pinningmodule umfassen mehrere UV-Leuchtdioden
(LEDs), die beim Anlegen einer elektrischen Spannung einen vergleichsweise hohen Anteil
an Strahlung im Wellenlängenbereich des Ultraviolett (UV) aussenden. Im Stand der
Technik werden UV-LED-Pinningmodule in Inkjetdruckmaschinen verwendet, um die aufgedruckte
UV-Tinten anzuhärten (zu pinnen). Weil das Anhärten oder Pinnen nur vergleichsweise
geringe Strahlungsdichten erfordert, sind UV-LED-Pinningmodule nicht dafür ausgelegt,
besonders hohe Strahlungsdichten wie etwa von UV-Endtrocknern zu erreichen.
[0018] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform liegt die Dauer jedes Härtungsschritts
in der mit Inertgas angereicherten Gasatmosphäre im Bereich von 1 bis 1000 ms, bevorzugt
im Bereich von 5 bis 500 ms.
[0019] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform liegt die Bestrahlungsenergie der wenigstens
einen UV-Lichtquelle während des Härtungsschritts in der mit Inertgas angereicherten
Gasatmosphäre im Bereich von 10 bis 400 mJ/cm
2, bevorzugt im Bereich von 20 bis 300 mJ/cm
2.
[0020] Als Inertgase in dem erfindungsgemäßen Verfahren sind grundsätzlich alle Gase und
Gasmischungen geeignet, welche unter den Bedingungen des jeweiligen Härtungsschritts
inert sind. In einer bevorzugten Ausführungsform handelt es sich bei dem Inertgas
um Stickstoff, Argon oder Mischungen davon. In einer besonders bevorzugten Ausführungsform
handelt es sich bei dem Inertgas um Stickstoff.
[0021] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform umfasst die mit Inertgas angereicherte
Gasatmosphäre einen Anteil des Inertgases, bevorzugt von Stickstoff, von wenigstens
80 Vol.-% oder besonders bevorzugt von wenigstens 90 Vol.-%, bezogen auf die gesamte
mit Inertgas angereicherte Gasatmosphäre.
[0022] In einer bevorzugten Ausführungsform wird nur in den Bereichen hinter den Druckstationen,
wo die Härtungsschritte stattfinden, jeweils eine mit Inertgas angereicherte Gasatmosphäre
aufgebaut. Dadurch kann die Einsatzmenge des Inertgases, bevorzugt Stickstoff, reduziert
werden. In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform wird in größeren zusammenhängenden
Bereichen im Inneren der Inkjetdruckmaschine die mit Inertgas angereicherte Gasatmosphäre
erzeugt. Dabei können insbesondere auch die Schritte des Aufdruckens und des Härtens
in der gleichen mit Inertgas angereicherten Gasatmosphäre stattfinden. Die mit Inertgas
angereicherte Gasatmosphäre wird bevorzugt durch Verdrängen der vorherrschenden Gasatmosphäre,
in der Regel Luft, erzeugt. Dabei strömt das Inertgas in einer bevorzugten Ausführungsform
permanent aus einem Reservoir, bevorzugt einer Gasflasche, in einen teilweise abgeschlossenen
Hohlraum und verdrängt die darin vorherrschende Gasatmosphäre, in der Regel Luft.
Das überschüssige Inertgas verlässt dabei permanent den teilweise abgeschlossenen
Hohlraum nach außen. Durch den verwendeten Überdruck des Inertgases kann keine Luft
in den teilweise abgeschlossenen Hohlraum nachströmen. In einer weiteren bevorzugten
Ausführungsform wird die mit Inertgas angereicherte Gasatmosphäre in Form eines sogenannten
Gasschleiers in dem erfindungsgemäßen Verfahren bereitgestellt. Dabei findet im Wesentlichen
keine räumliche Abschirmung des einströmenden Inertgases durch konstruktive Maßnahmen
statt, sondern das Inertgas strömt im Wesentlichen unbeschränkt auf den Bedruckstoff
im Härtungsschritt. In dieser bevorzugten Ausführungsform lässt man das Inertgas bevorzugt
kontinuierlich unter erhöhtem Druck in der Umgebungsatmosphäre, in der Regel Luft,
auf den Zielort auf dem Bedruckstoff strömen. Auch durch diese Vorgehensweise kann
am gewünschten Zielort auf dem Bedruckstoff der Sauerstoff der Umgebungsluft verdrängt
und die erfindungsgemäß erforderliche mit Inertgas angereicherte Gasatmosphäre erzeugt
werden.
[0023] Demzufolge kann die mit Inertgas angereicherte Gasatmosphäre einerseits nur lokal
auf dem Bedruckstoff in denjenigen Bereich geschaffen werden, in denen die Bestrahlungen
in den Härtungsschritten stattfinden. Andererseits kann auch im vollständigen Innenbereich
der Inkjetdruckmaschine eine mit Inertgas angereicherte Gasatmosphäre erzeugt werden,
wobei dann die Bereiche, in denen die Härtungsschritte stattfinden, mit umfasst sind.
[0024] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform wird in jeder der wenigstens zwei Druckstationen
UV-Tinte einer anderen Farbe verwendet. In einer besonders bevorzugten Ausführungsform
handelt es sich um UV-Tinten, deren Farben ausgewählt sind unter Cyan, Magenta, Yellow
und Black (CMYK).
[0025] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform umfasst die in dem erfindungsgemäßen
Verfahren verwendete UV-Tinte einen oder mehrere Photoinitiatoren. Photoinitiatoren
für UV-Tinten sind dem Fachmann prinzipiell bekannt und kommerziell erhältlich. Diese
zerfallen beim Bestrahlen mit UV-Licht in reaktive Verbindungen, welche die Härtungsreaktion
der UV-Tinte einleiten.
[0026] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist der Bedruckstoff ausgewählt unter
Papier, Karton und Folie. In einer bevorzugten Ausführungsform ist der Bedruckstoff
ausgewählt unter bogenförmigen und bahnförmigen Bedruckstoffen. Es ist auch möglich,
Bedruckstoffe in Form von Körpern wie Helmen, Fußbällen oder dergleichen mit dem erfindungsgemäßen
Verfahren zu bedrucken, sofern die verwendete Inkjetdruckmaschine zum Bedrucken solcher
Objekte konstruktiv ausgelegt ist.
[0027] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist nach der letzten der wenigstens
zwei Druckstationen keine zusätzliche Endhärtung durch wenigstens einen Endtrockner
vorgesehen. In einer besonders bevorzugten Ausführungsform ist kein Endtrockner vorgesehen,
der ausgewählt ist unter Endtrocknern auf Grundlage von Quecksilberdampflampen und
UV-LED-Endtrocknern.
[0028] Die vorliegende Erfindung betrifft auch die Verwendung wenigstens einer UV-LED-Lampe
in einer Inkjetdruckmaschine zum Härten wenigstens einer UV-Tinte auf einem Bedruckstoff
in Gegenwart einer mit Inertgas angereicherten Gasatmosphäre, wobei die wenigstens
eine UV-LED-Lampe im Pinningmodus betrieben wird.
[0029] Die vorliegende Erfindung betrifft auch eine Inkjetdruckmaschine, eingerichtet für
das erfindungsgemäße Verfahren. In einer bevorzugten Ausführungsform weist die erfindungsgemäße
Inkjetdruckmaschine mehrere Druckstationen auf, wobei hinter jeder Druckstation eine
Härtungsstation vorgesehen ist, in der ein Bedruckstoff in Gegenwart einer mit Inertgas
angereicherten Gasatmosphäre durch Bestrahlen mit UV-Licht einer UV-Lichtquelle, bevorzugt
von UV-Licht von einem oder mehreren UV-LED-Pinningmodulen, gehärtet werden kann.
In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist in der erfindungsgemäßen Inkjetdruckmaschine
nach der letzten Druckstation kein Endtrockner vorgesehen.
[0030] Figur 1 zeigt schematisch eine bevorzugte Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens.
Ein Bedruckstoff (3) wird bereitgestellt und in die Inkjetdruckmaschine (1) eingebracht.
An der ersten Druckstation (2), bei der es sich um mehrere benachbarte Inkjetdruckköpfe
mit jeweils zahlreichen Druckdüsen handelt, wird durch Ausstoßen von UV-Tinte (4)
der Farbe Cyan aus den Druckdüsen auf den Bedruckstoff (3) gedruckt. Nach dem Bedrucken
mit der UV-Tinte (4) findet der erste Härtungsschritt statt, in dem man die gerade
aufgedruckte UV-Tinte (4) in einer mit Inertgas angereicherten Gasatmosphäre (6),
hier in einer Stickstoffatmosphäre, die durch Zufuhr von gasförmigem Stickstoff aus
einer Gasflasche erzeugt wird, mit UV-Licht einer UV-Lichtquelle (5), hier mehrerer
UV-LED-Pinningmodule, bestrahlt. Die UV-LED-Pinningmodule werden dabei im Pinningmodus
betrieben, senden also vergleichsweise geringe Strahlungsenergie aus. Nach dem ersten
Härtungsschritt wird der bedruckte Bedruckstoff (3) zu den nächsten Druckstation (2)
überführt, die wiederum aus mehreren Inkjetdruckköpfen mit jeweils zahlreichen Druckdüsen
besteht. Dort wird der Bedruckstoff (3) mit UV-Tinte (4) der Farbe Magenta bedruckt.
Es folgt der zweite Härtungsschritt, bei dem man erneut in Gegenwart einer mit Inertgas
angereicherten Gasatmosphäre (6) durch Bestrahlen mit einer UV-Lichtquelle (5) in
Form mehrerer UV-LED-Pinningmodule die UV-Tinte (4), hier nun der Farbe Magenta, härtet.
Nach dem zweiten Härtungsschritt ist die UV-Tinte (4) auf dem Bedruckstoff (3) bereits
vollständig gehärtet. Eine zusätzliche Endtrocknung oder Endhärtung unter Einsatz
hochenergetischer UV-Strahlung ist nicht erforderlich, da die verwendete UV-Tinte
(4) durch die Härtungsschritte in den mit Inertgas angereicherten Gasatmosphären (6)
bereits so vollständig durchgehärtet ist, dass die UV-Tinte (4) nun nicht mehr verläuft
oder verschmiert. Der fertig bedruckte Bedruckstoff (3) kann dementsprechend aus der
Inkjetdruckmaschine (1) ausgeschleust und direkt, ohne abzufärben, gestapelt, bestimmungsgemäß
kommerziell verwendet oder in eine Weiterverarbeitungsmaschine wie etwa eine Falzmaschine
überführt werden.
Bezugszeichenliste
[0031]
- 1
- Inkj etdruckmaschine
- 2
- Druckstation
- 3
- Bedruckstoff
- 4
- UV-Tinte
- 5
- UV-Lichtquelle
- 6
- mit Inertgas angereicherte Gasatmosphäre
1. Verfahren zum Drucken mit einer Inkjetdruckmaschine (1) mit wenigstens zwei Druckstationen
(2), wobei nacheinander in jeder der wenigstens zwei Druckstationen (2) ein Bedruckstoff
(3) mit UV-Tinte (4) bedruckt wird und nach jeder der wenigstens zwei Druckstationen
(2) jeweils ein Härtungsschritt durch Bestrahlen der von der jeweiligen Druckstation
(2) auf den Bedruckstoff (3) gedruckten UV-Tinte (4) mit UV-Strahlung von wenigstens
einer UV-Lichtquelle (5) vorgenommen wird,
dadurch gekennzeichnet,
dass bei wenigstens einem Härtungsschritt das Bestrahlen der auf den Bedruckstoff (3)
gedruckten UV-Tinte (4) mit UV-Strahlung von der wenigstens einen UV-Lichtquelle (5)
in einer mit Inertgas angereicherten Gasatmosphäre (6) stattfindet.
2. Verfahren nach Anspruch 1, wobei das Bestrahlen der auf den Bedruckstoff (3) gedruckten
UV-Tinte (4) mit UV-Strahlung von der wenigstens einen UV-Lichtquelle (5) in der mit
Inertgas angereicherten Gasatmosphäre (6) bei jedem Härtungsschritt stattfindet.
3. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei jeder Härtungsschritt in
der mit Inertgas angereicherten Gasatmosphäre (6) zu einer im Wesentlichen vollständigen
Durchhärtung der von der jeweiligen Druckstation (2) auf den Bedruckstoff (3) gedruckten
UV-Tinte (4) führt.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei es sich bei der UV-Tinte
(4), deren Härtungsschritt in der mit Inertgas angereicherten Gasatmosphäre (6) stattfindet,
um UV-Tinte (4) handelt, die eine starke Neigung zum Auseinanderfließen aufweist.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die wenigstens eine UV-Lichtquelle
(5) ausgewählt ist unter UV-LED-Lampen.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die wenigstens eine UV-Lichtquelle
(5) im Pinningmodus betrieben wird.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die wenigstens eine UV-Lichtquelle
(5) ausgewählt ist unter UV-LED-Pinningmodulen.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Dauer jedes Härtungsschritts
in der mit Inertgas angereicherten Gasatmosphäre (6) im Bereich von 1 bis 1000 ms
liegt.
9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Bestrahlungsenergie der
wenigstens einen UV-Lichtquelle (5) während des Härtungsschritts in der mit Inertgas
angereicherten Gasatmosphäre (6) im Bereich von 10 bis 400 mJ/cm2 liegt.
10. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei es sich bei dem Inertgas
der mit Inertgas angereicherten Gasatmosphäre (6) um Stickstoff, Argon oder Mischungen
davon handelt.
11. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die mit Inertgas angereicherte
Gasatmosphäre (6) einen Anteil des Inertgases von wenigstens 80 Vol.-%, bezogen auf
die gesamte mit Inertgas angereicherte Gasatmosphäre (6), umfasst.
12. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei in jeder der wenigstens zwei
Druckstationen (2) UV-Tinte (4) einer anderen Farbe verwendet wird.
13. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die UV-Tinte (4) einen oder
mehrere Photoinitiatoren umfasst.
14. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Bedruckstoff (3) ausgewählt
ist unter Papier, Karton und Folie.
15. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei nach der letzten der wenigstens
zwei Druckstationen (2) keine zusätzliche Endhärtung durch wenigstens einen Endtrockner
vorgesehen ist.
16. Verwendung wenigstens einer UV-LED-Lampe in einer Inkjetdruckmaschine (1) zum Härten
wenigstens einer UV-Tinte (4) auf einem Bedruckstoff (3) in Gegenwart einer mit Inertgas
angereicherten Gasatmosphäre (6), wobei die wenigstens eine UV-LED-Lampe im Pinningmodus
betrieben wird.
17. Inkjetdruckmaschine (1), eingerichtet für das Verfahren nach einem der Ansprüche 1
bis 15.