[0001] Die Erfindung betrifft ein Sicherheitselement für Wertpapiere, Sicherheitspapiere
oder Sicherheitsgegenstände, mit einer ersten Seite und einer zweiten Seite, wobei
das Sicherheitselement eine Trägerschicht aufweist. Die Erfindung betrifft weiters
ein Wertpapier, Sicherheitspapier oder einen Sicherheitsgegenstand, insbesondere eine
Banknote.
[0002] Sicherheitselemente der oben genannten Art werden üblicherweise verwendet, um die
Fälschungssicherheit von Wertpapieren, Sicherheitspapieren oder Sicherheitsgegenständen,
wie beispielsweise Banknoten, Ausweise, Kreditkarten, Bankomatkarten, Tickets etc.
zu erhöhen.
[0003] Zur Erhöhung der Fälschungssicherheit der im Stand der Technik bekannten Sicherheitselemente
werden verschiedene Sicherheitsmerkmale durch ein nebeneinander oder übereinander
Anordnen kombiniert, sodass daraus neuartige bzw. spezielle Effekte erzielt werden.
Aus der Literatur sind beispielsweise Sicherheitsmerkmale bekannt, welche Reliefstrukturen
in Form von diffraktiven, reflektiven oder refraktiven Strukturen enthalten, die Effekte
wie Bewegung, Simulation eines 3D Eindruckes, Holgrammeffekt oder dergleichen hervorrufen.
Reliefstrukturen werden beispielsweise mit farbkippenden Beschichtungen kombiniert,
sodass die Effekte hervorgerufen durch Prägestrukturen zusätzlich mit einem kippwinkelabhängigen
Farbkippeffekt ausgestattet sind.
[0004] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Sicherheitselement mit erhöhter Fälschungssicherheit
zu schaffen, welches ein im Hinblick auf bekannte Ausführungen neues Erscheinungsbild
bzw. einen neuen optischen Effekt aufweist.
[0005] Diese Aufgabe wird durch eine Sicherheitselement eingangs genannter Art dadurch gelöst,
dass es einen Bereich mit Strukturen, einer optischen Effektschicht und einer Schicht
aus einem lumineszierende Stoffe, insbesondere lumineszierende Stoffe und/oder lumineszierende
Farbstoffe, und zumindest ein Bindemittel enthaltenden Lack aufweist, wobei sich die
Strukturen, die optische Effektschicht und die Schicht aus einem lumineszierende Stoffe
und zumindest ein Bindemittel enthaltenden Lack zumindest partiell überlagern. Bevorzugt
handelt es sich bei den lumineszierenden Stoffen um fluoreszierende Stoffe, insbesondere
fluoreszierende Pigmente und/oder fluoreszierende Farbstoffe. An dieser Stelle sei
erwähnt, dass es sich bei den Strukturen um Mikro- oder Nanostrukturen handeln kann.
[0006] Durch die Kombination von Strukturen bzw. Reliefstrukturen mit einer optischen Effektschicht,
insbesondere mit einer zumindest einen optisch variablen Effekt erzeugenden Schicht,
beispielsweise einer farbkippenden Schicht, und einer zusätzlichen lumineszierenden
Beschichtung, kann die Fälschungssicherheit von Sicherheitselementen und von mit einem
solchen Sicherheitselement ausgestatteten Wert- oder Sicherheitspapier erheblich erhöht
werden. Dies, indem diese Anordnung unter Standardbeleuchtung sichtbare, also im sichtbaren
Wellenlängenbereich des Lichts sichtbare, Merkmale mit nur unter UV-Licht, bzw. unter
Mischlicht aus sichtbarem Licht und UV-Licht, sichtbaren Merkmalen kombiniert werden.
[0007] Die lumineszierenden Stoffe, insbesondere die lumineszierenden Pigmente sind bzw.
die lumineszierende Farbe ist im sichtbaren Wellenlängenbereiches des Lichtes nicht
sichtbar, bzw. können oder kann bei Einstrahlung von elektromagnetischen Wellen außerhalb
des sichtbaren Spektrums (Ultraviolett (UV) (λ < 380 nm) und/oder Infrarot (IR) (λ
> 780 nm) -Strahlung) zur Emission von sichtbarem Licht angeregt werden, und dadurch
von einem Betrachter erkennbar gemacht werden. Des Weiteren ist es möglich, dass die
optische Effektschicht photolumineszente Pigmente und/oder photolumineszente Stoffe
enthält, welche unter Anregung mit elektromagnetischer Strahlung eine Emission im
IR-Bereich aufweisen.
[0008] Insbesondere können durch die erfindungsgemäße Ausbildung und Anordnung neuartige
Effekt generiert werden, die bisher nicht bekannt waren, wodurch die Fälschungssicherheit
deutlich erhöht wird. Da alle drei Effekte, also Strukturen bzw. Prägung, optische
Effektschicht, insbesondere Farbkippeffektschicht, und lumineszierende Schicht, einander
vollständig oder partiell überlagernd angeordnet sind, können die Effekte in idealer
Weise kombiniert, und aufeinander abgestimmt werden, sowie kombinatorische Effekt
ausgenutzt werden. Die drei Effekte können somit im gleichen Bereich auf dem Sicherheitselement
auftreten und die Abstimmung der Merkmale untereinander werden für den Betrachter
sofort erkennbar, unabhängig davon, ob es sich bei dem Betrachter um einen Laien,
oder um einen Experten handelt.
[0009] Eine optische Effektschicht kann eine oder mehrere Farben aufweisen, wobei es sein
kann, dass die Farbe(n) der optischen Effektschicht und der in UV-Licht sichtbaren
lumineszierenden Farbe aufeinander abgestimmt sind. So können die Farben gleich sein,
oder es kann durch die Farben unter Mischbeleuchtung aus sichtbarem Licht und UV-Licht
eine Mischfarbe erzeugt werden und wahrnehmbar sein.
[0010] Gemäß einer Weiterbildung kann vorgesehen sein, dass die Schicht aus einem lumineszierende
Stoffe und zumindest ein Bindemittel enthaltenden Lack in einem getrockneten Zustand,
insbesondere im sichtbaren Wellenlängenbereich bzw. im sichtbaren Bereich des elektromagnetischen
Spektrums, einen Transmissionsgrad von zumindest 75%, bevorzugt 80%, besonders bevorzugt
85%, aufweist.
[0011] Im sichtbaren Wellenlängenbereich des Lichts ist die lumineszierende Schicht somit
unsichtbar, und wird erst bei Beleuchtung mit UV-Licht sichtbar. Mittels einer derart
transparenten lumineszierenden Schicht kann beispielsweise die darunterliegende optische
Effektschicht und/oder die darunterliegenden Strukturen überdeckt werden, ohne dass
deren wahrnehmbarer optische Effekt durch die lumineszierende Schicht verändert oder
beeinflusst wird.
[0012] Die Transparenz oder Transmission beschreibt die Durchlässigkeit eines Mediums, im
gegenständlichen Fall einer Schicht bzw. Lackschicht, gegenüber elektromagnetischen
Wellen bzw. Licht. Der Begriff Transmissionsgrad ist eine Materialeigenschaft, welche
als Quotient zwischen der Wellenintensität vor und hinter dem Medium, respektive der
Schicht, definiert ist. Der Transmissionsgrad ist somit ein Maß für durchgelassene
Menge bzw. Intensität von elektromagnetischen Wellen bzw. Licht und nimmt Werte zwischen
0 und 1 bzw. zwischen 0% und 100% an.
[0013] Eine im sichtbaren Wellenlängenbereich unsichtbare, transparente bzw. im Wesentlichen
transparente lumineszierende Schicht ist vorteilhafterweise nur unter UV-Licht oder
unter Mischbeleuchtung aus sichtbarem Licht und UV-Licht erkennbar. Dadurch wird die
Fälschungssicherheit weiter erhöht. Außerdem hat eine bei sichtbarem Licht quasi nicht
sichtbare lumineszierende Schicht den Vorteil, dass diese die optischen Effekte der
optischen Effektschicht, beispielsweise einer farbkippenden Beschichtung, und den
bevorzugt darunterliegenden versehenen Strukturen bzw. Reliefstrukturen unter Tageslichtbedingungen
nicht verändern, insbesondere nicht negativ beeinflusst.
[0014] Gemäß einer Weiterbildung kann vorgesehen sein, dass die Strukturen achromatische
und/oder reflektierende und/oder refraktive und/oder diffraktive und/oder Mikrospiegel
und/oder zumindest ein Hologramm, insbesondere Prägehologramm, bildende und/oder Mikrolinsen
bildende Strukturen umfassen.
[0015] Das hat den Vorteil, dass damit verschiedene Effekte, beispielsweise Bewegungseffekte,
3D-Effekte, Hologramme, insbesondere Prägehologramme, oder dergleichen kombiniert
werden, sodass die Fälschungssicherheit weiter erhöht wird.
[0016] Die Strukturen können direkt in eine Trägerschicht oder in eine weitere Schicht,
insbesondere in eine Prägelackschicht, eingebracht sein, insbesondere mittels einer
Abformvorrichtung eingeprägt sind.
[0017] Gemäß einer Weiterbildung kann vorgesehen sein, dass die optische Effektschicht als
Dünnschichtelement ausgebildet ist und zumindest eine Absorberschicht und zumindest
eine Distanzschicht aufweist. Dadurch wird die Fälschungssicherheit weiter erhöht.
[0018] Alternativ oder zusätzlich kann es auch sein, dass die optische Effektschicht farbkippende
Stoffe, insbesondere InterferenzStoffe, oder FlüssigkristallStoffe, enthält.
[0019] Gemäß einer Weiterbildung kann vorgesehen sein, dass bei Betrachtung einer Seite,
insbesondere einer Sichtseite, des Sicherheitselements die Schicht aus einem lumineszierende
Stoffe und zumindest ein Bindemittel enthaltenden Lack über der optischen Effektschicht
angeordnet ist, und dass die optische Effektschicht über oder unter den Strukturen
angeordnet ist.
[0020] Dies zumindest bei den Bereichen, in denen sich die drei Schichten bzw. Effekte zumindest
partiell überlagern. Das hat den Vorteil, dass hier die drei verschiedenen Effekte
besonders vorteilhaft und optisch einprägsam kombiniert werden können, sodass dies
zur Erhöhung der Fälschungssicherheit weiter beiträgt.
[0021] Gemäß einer Weiterbildung kann vorgesehen sein, dass die Schicht aus einem lumineszierende
Stoffe und zumindest ein Bindemittel enthaltenden Lack und die optische Effektschicht
und/oder die Strukturen auf einer selben Seite oder auf unterschiedlichen Seiten der
Trägerschicht angeordnet sind.
[0022] Damit können, je nach Art und Beschaffenheit der Trägerschicht verschiedene optische
Effekte in Kombination erzielt werden.
[0023] Gemäß einer Weiterbildung kann vorgesehen sein, dass die Schicht aus einem lumineszierende
Stoffe und zumindest ein Bindemittel enthaltenden Lack partiell oder vollflächig über
der optischen Effektschicht und/oder über den Strukturen angeordnet ist. Dies bevorzugt
bei Betrachtung des Sicherheitselements von einer Sichtseite her.
[0024] Besonders bevorzugt ist hier die Weiterbildung einer lumineszierenden Schicht, welche
die darunterliegende optische Effektschicht und/oder die darunterliegenden Strukturen
partiell überdeckt, und zusätzlich auch über die Bereiche mit der optischen Effektschicht
und den Strukturen hinausragt, sodass die lumineszierenden Schicht im UV-Licht quasi
als Erweiterung oder als bildliche Ergänzung der darunterliegenden Motive wahrnehmbar
ist.
[0025] Gemäß einer Weiterbildung kann vorgesehen sein, dass durch die Schicht aus einem
lumineszierende Stoffe und zumindest ein Bindemittel enthaltenden Lack ein erstes
Motiv gebildet ist, und dass durch die optische Effektschicht ein zweites Motiv gebildet
ist, und/oder dass durch die Strukturen ein drittes Motiv gebildet ist, wobei die
Motive zumindest bereichsweise ident sind und/oder wobei die Motive einander zumindest
bereichsweise ergänzen, sodass dadurch ein Gesamtmotiv gebildet ist, und/oder wobei
die Motive zumindest bereichsweise kongruent übereinander angeordnet sind.
[0026] Dadurch können im sichtbaren Wellenlängenbereich des Lichts und bei UV-Licht verschiedene
kombinatorische und besonders einprägsame, und dadurch hoch fälschungssichere Anordnungen
realisiert werden.
[0027] Gemäß einer Weiterbildung kann vorgesehen sein, dass die optische Effektschicht im
sichtbaren Wellenlängenbereich des Lichts zumindest eine Farbe, bevorzugt zumindest
zwei Farben, wiedergibt, und dass die Schicht aus einem lumineszierende Stoffe und
zumindest ein Bindemittel enthaltenden Lack bei Einstrahlung von elektromagnetischen
Wellen außerhalb des sichtbaren Spektrums (Ultraviolett (UV) (λ < 380 nm) und/oder
Infrarot (IR) (λ > 780 nm) - Strahlung) zur Emission von sichtbarem Licht angeregt
wird und eine Farbe wiedergibt, wobei insbesondere in einer Mischbeleuchtung umfassend
sichtbares Licht und elektromagnetische Wellen außerhalb des sichtbaren Spektrums
die Farben aufeinander abgestimmt wahrnehmbar sind.
[0028] Mit aufeinander abgestimmt ist gemeint, dass zumindest eine Farbe der optischen Effektschicht
und die zumindest eine Farbe der lumineszierenden Schicht dieselbe oder zumindest
eine sehr ähnliche farbliche Erscheinung aufweisen, und idealerweise insbesondere
in Mischbeleuchtung als farbgleich wahrnehmbar sind.
[0029] Gemäß einer Weiterbildung kann vorgesehen sein, dass die optische Effektschicht im
sichtbaren Wellenlängenbereich zumindest eine Farbe, bevorzugt zumindest zwei Farben,
wiedergibt, und dass die Schicht aus einem lumineszierende Stoffe und zumindest ein
Bindemittel enthaltenden Lack bei Einstrahlung von elektromagnetischen Wellen außerhalb
des sichtbaren Spektrums (Ultraviolett (UV) (λ < 380 nm) und/oder Infrarot (IR) (λ
> 780 nm) -Strahlung) zur Emission von sichtbarem Licht angeregt wird und eine Farbe
wiedergibt, wobei in einer Mischbeleuchtung umfassend sichtbares Licht und elektromagnetische
Wellen außerhalb des sichtbaren Spektrums eine weitere Farbe wahrnehmbar ist.
[0030] Gemäß einer Weiterbildung kann vorgesehen sein, dass die Schicht aus einem lumineszierende
Stoffe und zumindest ein Bindemittel enthaltenden Lack die Wahrnehmbarkeit der Strukturen
und/oder die Wahrnehmbarkeit der optischen Effektschicht im sichtbaren Wellenlängenbereich
nicht beeinflusst, insbesondere verändert.
[0031] Gemäß einer Weiterbildung kann vorgesehen sein, dass eines oder mehrere der Motive,
insbesondere das erste Motiv der Schicht aus einem lumineszierende und zumindest ein
Bindemittel enthaltenden Lack, in färbige Rasterflächen unterteilt ist, wobei sich
benachbarte Rasterflächen des Motives teilweise überlappen und ein Überlappungsbereich
benachbarter Rasterflächen kleiner ist als eine der Rasterflächen für sich, wobei
Rasterflächen der Motive je zumindest eine Farbe zugeordnet ist und zumindest die
den jeweiligen Rasterflächen abzüglich der entsprechenden Überlappungsbereiche entsprechenden
Bereiche der Trägerschicht mit zumindest einem Farbmittel der jeweils zugeordneten
Farbe bedeckt sind, wobei die Überlappungsbereiche zwischen benachbarten Rasterflächen
mit dem Farbmittel, welches die Farbe aufweist, die einer der sich in den jeweiligen
Überlappungsbereichen überlappenden Rasterflächen zugeordnet ist, bedeckt sind.
[0032] Bevorzugt ist ein Sicherheitselement gemäß dieser Weitbildung nach einem Verfahren
hergestellt, welches durch die
EP3877193B1 derselben Anmelderin bekannt geworden ist.
[0033] Damit können mittels der lumineszierenden Schicht aus einem lumineszierende Stoffe
und zumindest ein Bindemittel enthaltenden Lack nicht nur reine Blockstreifen, sondern
auch mehrfärbige Darstellungen realisiert werden.
[0034] Gemäß einer Weiterbildung kann vorgesehen sein, dass das Bindemittel ausgewählt ist
aus der Gruppe von Bindemitteln auf Basis von Polyurethan (PU), Polyvinylchlorid (PVC),
Polyethylenterephthalat (PET), Polycarbonat (PC), Nitrocellulose, Polyester (PE),
Epoxid, Polyvinylacetat und Polystyrol (PS), und/oder Acrylat, insbesondere PE-Acrylat,
PET-Acrylat, Urethan-Acrylat, Polymethylmethacrylat (PMMA), Ethylenacrylatcopolymeren,
Styrolacrylaten und/oder Epoxyacrylat, und/oder deren Co- und Terpolymere, und/oder
Mischungen daraus.
[0035] Gemäß einer Weiterbildung kann vorgesehen sein, dass die lumineszierenden Stoffe
anorganische lumineszierende Stoffe enthalten, oder aus solchen bestehen.
[0036] Durch den Einsatz von anorganischen lumineszierenden Stoffen kann besonders gute
Haltbarkeit der Schicht, und insbesondere eine hohe Farbechtheit und Farbbeständigkeit,
erreicht werden. Dies vor allem unter Einfluss von elektromagnetischer Strahlung im
UV-Wellenlängenbereich.
[0037] Die zumindest eine optische Effektschicht kann durch erste Strukturen gebildet sein
oder erste Strukturen umfassen, wobei die ersten Strukturen ein Motiv in unterschiedliche
Raumbereiche reflektieren, sodass für den Betrachter bei entsprechender Bewegung einer
Lichtquelle, bei Verkippen des Sicherheitselements und/oder bei Veränderung eines
Beobachtungswinkels, ein Bewegungsbild entsteht.
[0038] Vorteilhaft ist auch eine Ausprägung, gemäß welcher vorgesehen sein kann, dass das
Bewegungsbild für den Betrachter bei entsprechender Bewegung einer Lichtquelle, bei
Verkippen des Sicherheitselements und/oder bei Veränderung eines Beobachtungswinkels
als zusammenhängende Bewegung mehrerer Motivausschnitte wahrnehmbar ist.
[0039] Gemäß einer Weiterbildung ist es möglich, dass die ersten Strukturen achromatische
und/oder reflektierende Strukturen, wie beispielsweise Mikrospiegel, und/oder refraktive
Strukturen, wie beispielsweise Mikrolinsen, und/oder diffraktive Strukturen, wie beispielsweise
Hologramme, insbesondere Prägehologramme, umfassen.
[0040] Des Weiteren kann vorgesehen sein, dass die optische Effektschicht, in welcher ein
Motiv ausgebildet ist, als Dünnschichtelement ausgebildet ist und zumindest eine Absorberschicht
und zumindest eine Distanzschicht aufweist, oder wobei die optische Effektschicht
farbkippende Pigmente, insbesondere Interferenzpigmente, oder Flüssigkristallpigmente,
enthält, oder wobei die optische Effektschicht metallische Pigmente und/oder magnetische
Pigmente und/oder Farbpigmente und/oder Farbstoffe aufweist.
[0041] Gemäß einer besonderen Ausprägung ist es möglich, dass die optische Effektschicht
auf die ersten Strukturen aufgedruckt und/oder aufgedampft ist.
[0042] Das Motiv und/oder der Unterbrechungsbereich, insbesondere die optische Effektschicht
in welcher das Motiv und/oder der Unterbrechungsbereich ausgebildet ist, kann dabei
eine Metalleffektfarbe und/oder einen Metalleffektlack und/oder eine Metalleffekttinte
und/oder ein metallisches Material, insbesondere ausgewählt aus der Gruppe Silber,
Kupfer, Aluminium, Gold, Platin, Niob, Zinn, oder aus Nickel, Titan, Vanadium, Chrom,
Kobalt und Palladium oder Legierungen dieser Materialien, insbesondere Kobalt-Nickel-Legierungen,
aufweisen.
[0043] Entsprechend einer vorteilhaften Weiterbildung kann vorgesehen sein, dass die optische
Effektschicht in welcher ein Motiv ausgebildet ist einen Farbkippeffekt aufweist,
und ein farbkippendes Dünnschichtelement oder farbkippende Pigmente, insbesondere
Interferenzpigmente, oder Flüssigkristallpigmente, enthält.
[0044] Die optische Effektschicht kann an einer der Sichtseite des Sicherheitselements abgewandten
Seite zumindest eine den Farbkippeffekt verstärkende Schicht aufweisen, wobei die
den Farbkippeffekt verstärkende Schicht insbesondere eine Schicht aus dunkler Farbe
und/oder eine Schicht aus Metalloxiden, wie beispielsweise unterstöchiometrischem
Aluminiumoxid, ist. So kann die den Farbkippeffekt verstärkende Schicht beispielsweise
auf einer Flüssigkristallschicht oder einer Schicht aus farbkippenden Stoffen aufgebracht
sein, sodass die Schicht aus farbkippenden Stoffen oder die Flüssigkristallschicht
zwischen der den Farbkippeffekt verstärkenden Schicht und der Trägerschicht angeordnet
ist. Die den Farbkippeffekt verstärkende Schicht kann aber auch zwischen der Trägerschicht
und der Schicht aus farbkippenden Stoffen oder der zumindest einen Flüssigkristallschicht
angeordnet sein. Zudem ist es auch möglich, dass eine Trägerschicht zwischen der den
Farbkippeffekt verstärkenden Schicht und der Schicht aus farbkippenden Stoffen oder
der Flüssigkristallschicht und angeordnet ist.
[0045] Die optische Effektschicht kann zumindest eine Flüssigkristallschicht, insbesondere
eine cholesterische Flüssigkristallschicht aufweisen.
[0046] Die optische Effektschicht kann als optisch nicht lineare Schicht oder als optisch
nicht lineare Lage und/oder als eine Schicht enthaltend lumineszierende Stoffe und/oder
lumineszierende Stoffe ausgebildet sein. Optisch nicht lineare Schichten oder Lagen
oder solche diese Schicht bildenden Materialien werden auch als IR-Upconverter oder
UV-Downconverter bezeichnet. Dabei kann es sich um Materialien handeln, welche unter
dem Einfluss von elektromagnetischer Strahlung außerhalb des sichtbaren Wellenlängenbereiches
des Lichtes eine sichtbare Farbe aufweisen. Solche Materialien können unter diesen
Bedingungen, beispielsweise bei Einstrahlung von Infrarot (IR)- (λ > 780 nm) und/oder
Ultraviolett (UV)-Licht (λ < 380 nm), zur Emission von sichtbarem Licht angeregt werden.
[0047] Die beschriebenen Strukturen können direkt in die Trägerschicht oder in eine weitere
Schicht, insbesondere eine Prägelackschicht, eingebracht sein, insbesondere mittels
einer Abformvorrichtung eingeprägt sein. Die Strukturen können direkt in eine Trägerschicht
eingeprägt werden. Beispielsweise durch Erwärmen der Trägerschicht und Einprägen der
Strukturen mittels eines Prägewerkzeuges, wie einer Prägewalze. Eine weitere alternative
Möglichkeit bestünde darin, zur Aufnahme der Strukturen eine eigene weitere Schicht
vorzusehen. Die weitere Schicht kann direkt auf eine Trägerschicht aufgebracht sein.
So kann z.B. die weitere Schicht von einem Prägelack gebildet sein, welcher entsprechend
zur Anordnung der Strukturen umgeformt ist. Dies kann wiederum mittels einer Abformvorrichtung
oder eines Abformelements in einem Prägeverfahren erfolgen.
[0048] Das Anordnen oder Aufbringen der optischen Effektschicht auf die Strukturen bzw.
der Metallschichten und/oder Metalleffektschichten kann z.B. durch einen Druckvorgang
und/oder einen Bedampfungsvorgang oder von mehreren derselben erfolgen. Es könnten
aber auch die nachfolgend beschriebenen Werkstoffe oder Zusatzstoffe der Reflexionsschicht
einen Bestandteil oder eine Lage der optischen Effektschicht bilden. Diese können
insbesondere aufgedruckt oder aufgedampft sein und so eine eigene Lage der optischen
Effektschicht bilden.
[0049] Insbesondere kann es vorteilhaft sein, wenn die optische Effektschicht als Dünnschichtelement
ausgebildet ist und zumindest eine Absorberschicht und zumindest eine Distanzschicht
aufweist.
[0050] Die zumindest eine Absorberschicht kann zumindest ein metallisches Material, insbesondere
ausgewählt aus der Gruppe von Nickel, Titan, Vanadium, Chrom, Kobalt, Palladium, Eisen,
Wolfram, Molybdän, Niob, Aluminium, Silber, Kupfer und/oder Legierungen dieser Materialien
umfasst, oder aus zumindest einem dieser Materialien hergestellt sein.
[0051] Ferner kann vorgesehen sein, dass die als Dünnschichtelement ausgebildete optische
Effektschicht weiters noch zumindest eine Reflexionsschicht und/oder eine zweite Absorberschicht
umfasst, wobei die zumindest eine Distanzschicht zwischen der zumindest einen ersten
Absorberschicht und der zumindest einen Reflexionsschicht und/oder der zumindest einen
zweiten Absorberschicht angeordnet ist.
[0052] Die Reflexionsschicht kann hier auf Strukturen aufgebracht oder angeordnet, und kann
insbesondere auf diese aufgedruckt und/oder aufgedampft werden. Ebenfalls ist es möglich,
diese Reihenfolge in der optischen Effektschicht auch umzukehren, sodass die Absorberschicht
auf den Strukturen angeordnet ist und weiters die Distanzschicht und die Reflexionsschicht.
Somit wäre die Anordnung entsprechend der Reihenfolge Strukturen - Absorberschicht
- Distanzschicht - Reflexionsschicht. Anstelle der oben genannten Reflexionsschicht
kann aber auch eine weitere Absorberschicht vorgesehen sein.
[0053] Die zumindest eine Reflexionsschicht kann zumindest ein metallisches Material, insbesondere
ausgewählt aus der Gruppe Silber, Kupfer, Aluminium, Gold, Platin, Niob, Zinn, oder
aus Nickel, Titan, Vanadium, Chrom, Kobalt und Palladium oder Legierungen dieser Materialien,
insbesondere Kobalt-Nickel-Legierungen oder zumindest ein hochbrechendes dielektrisches
Material mit einem Brechungsindex von größer als 1,65, insbesondere ausgewählt aus
der Gruppe Zinksulfid (ZnS), Zinkoxid (ZnO), Titandioxid (TiO
2), Kohlenstoff (C), Indiumoxid (In
2O
3), Indium-Zinn-Oxid (ITO), Tantalpentoxid (Ta
2O
5), Ceroxid (CeO
2), Yttriumoxid (Y
2O
3), Europiumoxid (Eu
2O
3), Eisenoxide wie zum Beispiel Eisen(II,III)oxid (Fe
3O
4) und Eisen(III)oxid (Fe
2O
3), Hafniumnitrid (HfN), Hafniumcarbid (HfC), Hafniumoxid (HfO
2), Lanthanoxid (La
2O
3), Magnesiumoxid (MgO), Neodymoxid (Nd
2O
3), Praseodymoxid (Pr
6O
11), Samariumoxid (Sm
2O
3), Antimontrioxid (Sb
2O
3), Siliziumcarbid (SiC), Siliziumnitrid (Si
3N
4), Siliziummonoxid (SiO), Selentrioxid (Se
2O
3), Zinnoxid (SnO
2), Wolframtrioxid (WO
3), hochbrechende organische Monomere und/oder hochbrechende organische Polymere umfassen
oder aus zumindest einem dieser Materialien hergestellt sein.
[0054] Die zumindest eine Distanzschicht kann ein niederbrechendes dielektrisches Material
mit einem Brechungsindex kleiner oder gleich 1,65, insbesondere ausgewählt aus der
Gruppe Aluminiumoxid (Al
2O
3), Metallfluoride, beispielsweise Magnesiumfluorid (MgF
2), Aluminiumfluorid (AlF
3), Cerfluorid (CeF
3), Natrium-Aluminium-Fluoride (z.B. Na
3AlF
6 oder Na
5Al
3F
14), Siliziumoxid (SIO
x), Siliziumdioxid (SiO
2), Neodymfluorid (NdF
3), Lanthanfluorid (LaF
3), Samariumfluorid (SmF
3), Bariumfluorid (BaF
2), Calciumfluorid (CaF
2), Lithiumfluorid (LiF), niederbrechende organische Monomere und/oder niederbrechende
organische Polymere oder zumindest ein hochbrechendes dielektrisches Material mit
einem Brechungsindex größer als 1,65, insbesondere ausgewählt aus der Gruppe Zinksulfid
(ZnS), Zinkoxid (ZnO), Titandioxid (TiO
2), Kohlenstoff (C), Indiumoxid (In
2O
3), Indium-Zinn-Oxid (ITO), Tantalpentoxid (Ta
2O
5), Ceroxid (CeO
2), Yttriumoxid (Y
2O
3), Europiumoxid (Eu
2O
3), Eisenoxide wie zum Beispiel Eisen(II,III)oxid (Fe
3O
4) und Eisen(III)oxid (Fe
2O
3), Hafniumnitrid (HfN), Hafniumcarbid (HfC), Hafniumoxid (HfO
2), Lanthanoxid (La
2O
3), Magnesiumoxid (MgO), Neodymoxid (Nd
2O
3), Praseodymoxid (Pr
6O
11), Samariumoxid (Sm
2O
3), Antimontrioxid (Sb
2O
3), Siliziumcarbid (SiC), Siliziumnitrid (Si
3N
4), Siliziummonoxid (SiO), Selentrioxid (Se
2O
3), Zinnoxid (SnO
2), Wolframtrioxid (WO
3), hochbrechende organische Monomere und/oder hochbrechende organische Polymere umfassen
oder aus zumindest einem dieser Materialien hergestellt sein.
[0055] Darüber hinaus kann vorgesehen sein, dass die optische Effektschicht eine partielle
Schicht ist oder eine partielle Schicht umfasst, wobei durch die partielle Schicht
ein Motiv dargestellt ist.
[0056] Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung kann vorgesehen sein, dass bei Betrachtung
zumindest einer Seite des Sicherheitselements die lumineszierende Schicht einem Betrachter
näher ist als die optische Effektschicht.
[0057] Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung kann vorgesehen sein, dass das Trägerschicht
aus einem lichtdurchlässigen, insbesondere transparenten, Kunststoff gebildet ist.
[0058] Das Sicherheitselement umfasst eine Trägerschicht, insbesondere eine Trägerfolie,
aus einem Kunststoff, wobei insbesondere der Kunststoff aus einem lichtdurchlässigen
und/oder thermoplastischen Kunststoff gebildet sein kann. Die Trägerschicht kann bevorzugt
zumindest eines der Materialien aus der Gruppe Polyimid (PI), Polypropylen (PP), monoaxial
orientiertem Polypropylen (MOPP), biaxial orientierten Polypropylen (BOPP), Polyethylen
(PE), Polyphenylensulfid (PPS), Polyetheretherketon (PEEK), Polyetherketon (PEK),
Polyethylenimid (PEI), Polysulfon (PSU), Polyaryletherketon (PAEK), Polyethylennaphthalat
(PEN), flüssigkristalline Polymere (LCP), Polyester, Polybutylenterephthalat (PBT),
Polyethylenterephthalat (PET), Polyamid (PA), Polycarbonat (PC), Cycloolefincopolymere
(COC), Polyoximethylen (POM), Acrylnitrilbutadienstyrol (ABS), Polyvinylchlorid (PVC),
Ethylentetrafluorethylen (ETFE), Polytetrafluorethylen (PTFE), Polyvinylfluorid (PVF),
Polyvinylidenfluorid (PVDF), EthylenTetrafluorethylen-Hexafluorpropylen-Fluorterpolymer
(EFEP), Cellulose- oder Lignin-basierte Kunststoffe, Polyhydroxyalkanoate (PHA), thermoplastische
Stärke (TPS), Polymilchsäure (PLA), Polycaprolacton (PCL), Polybutylensuccinat (PBS),
und Polybutylenadipatterephthalat (PBAT) und/oder zumindest einen recycelten und/oder
biologisch und/oder marin abbaubare Kunststoff und/oder Mischungen und/oder Co-Polymere
dieser Materialien umfassen oder aus zumindest einem dieser Materialien hergestellt
sein.
[0059] Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung kann vorgesehen sein, dass die Schicht aus
einem lumineszierende Stoffe und zumindest ein Bindemittel enthaltenden Lack im getrockneten
Zustand eine Schichtdicke von maximal 8 µm, bevorzugt von maximal 4 µm, besonders
bevorzugt von maximal 2 µm aufweist. Bei sehr stark verdünnten Lacken kann es auch
sein, dass die Schicht aus einem lumineszierende Pigmente und zumindest ein Bindemittel
enthaltenden Lack im getrockneten Zustand eine Schichtdicke von maximal 1 µm aufweist.
[0060] Mittels einer derart dünnen Schichtdicke kann ein hoher Transmissionsgrad der lumineszierenden
Schicht gut und einfach erreicht werden.
[0061] Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung kann vorgesehen sein, dass eine Menge an
Bindemittel zumindest 30 Gew %, bevorzugt zumindest 40 Gew. %, besonders bevorzugt
zumindest 50 Gew. % beträgt. Dies jeweils im getrockneten Zustand der lumineszierenden
Schicht.
[0062] Mit einer Menge an Bindemittel in den angegeben Anteilen kann ein hoher Transmissionsgrad
der Schicht besonders gut erreicht werden. Grundsätzlich steigt der Transmissionsgrad,
je mehr Bindemittel enthalten ist.
[0063] Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung kann vorgesehen sein, dass eine Menge an
lumineszierenden Stoffen zumindest 0,5 Gew %, bevorzugt zumindest 1,0 Gew. %, besonders
bevorzugt zumindest 3,0 Gew. % beträgt. Dies jeweils im getrockneten Zustand der lumineszierenden
Schicht.
[0064] Mit einer Menge an lumineszierenden Stoffen in den angegeben Anteilen kann ein hoher
Transmissionsgrad der Schicht besonders gut erreicht werden. Grundsätzlich steigt
der Transmissionsgrad, also wird die Schicht transparenter, je weniger Stoffe enthalten
sind.
[0065] Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung kann vorgesehen sein, dass ein Brechungsindexunterschied
zwischen den lumineszierenden Stoffen und dem Bindemittel zwischen 0,3 und 0,01, bevorzugt
zwischen 0,1 und 0,01, besonders bevorzugt zwischen 0,05 und 0,01 beträgt.
[0066] Hierbei können bei der Formulierung des Lackes das Bindemittel und die lumineszierenden
Stoffe so aufeinander abgestimmt sein, dass ein hoher Transmissionsgrad erreicht wird,
wobei zugleich vorteilhafterweise eine starke Fluoreszenzintensität erreicht werden
kann.
[0067] Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung kann vorgesehen sein, dass eine maximale
Stoffgröße der lumineszierenden Stoffe 50 µm, bevorzugt 10 µm, besonders bevorzugt
5 µm, beträgt.
[0068] Lumineszierende Stoffe mit einer Stoffgröße gemäß den angegebenen Werten weisen vorteilhafterweise
eine besonders gute Fluoreszenzintensität auf, und ermöglichen zugleich einen hohen
Transmissionsgrad der getrockneten Schicht.
[0069] Zur Herstellung der lumineszierenden Schicht können transparente lumineszierende
Pigmente bzw. Farbstoffe in einem geeigneten Lösungsmittel, beispielsweise Diacetonalkohol,
i-Propylalkohol, Ethanol, Ethoxypropanol, Monoethylenglykol, Methoxypropanol, Methoxydipropanol,
n-Propanol, Methoxybutanol, n-Butanol, Ethoxypropanol, Butylglykol, Hexan, Cyclopentanon,
Aceton, Ethylacetat, Butylacetat, Cyclohexanon, I-Propylacetat, Metyhlethylketon,
Methoxypropylacetat, n- Propylacetat, Spezialbenzin, Toluol, Wasser, Xylol, Methylisobutylketon
bei erhöhter Temperatur, vorzugsweise bis zur Siedetemperatur des Lösungsmittels gelöst
werden. Sobald die Pigmente bzw. der Farbstoff vollständig gelöst sind bzw. ist, wird
das Gemisch in einen transparenten Standardlack eingerührt. Als transparente Standardlackzusammensetzungen
kommen beispielsweise Lacke entsprechend der obenstehenden Liste in Frage.
[0070] Branchenüblich werden zur Beschreibung der Transparenz oder Transmission anstelle
oder zusätzlich zum Transmissionsgrad auch die Materialparameter "Haze" (Trübung,
Weitwinkelstreuung) und "Clarity" (Bildschärfe, Nahwinkelstreuung) verwendet bzw.
berücksichtigt. Gängige Normen zur Bestimmung dieser Materialeigenschaften sind die
ISO 13468 (Bestimmung des totalen Lichttransmissionsgrades von transparenten Materialien),
die ISO 14782 (Bestimmung des Trübungswertes durchsichtiger Materialien) und die ASTM
D1003 (Prüfung der Trübung und Lichtdurchlässigkeit von transparenten Kunststoffen).
Weitwinkelstreuung (Haze, Trübung) führt zu einem Kontrastverlust und einer milchigen
Erscheinung. Dieser Effekt wird auch als Haze oder Trübung bezeichnet. Betrachtet
man einen schwarzen Buchstaben mit scharfen Kanten auf weißem Grund durch eine Probe
mit Weitwinkelstreuung führt das zu einem milchigen Erscheinungsbild. Der Kontrast
zwischen dem weißen Hintergrund und dem schwarzen Buchstaben ist reduziert.
[0071] Nahwinkelstreuung (Clarity, Bildschärfe) bewirkt kleine Abweichungen des Lichts in
hoher Intensität. Ein schwarzer Buchstabe mit scharfen Katen auf weißem Grund erscheint
durch eine Probe mit Nahwinkelstreuung betrachtet unscharf. Die Konturen des Buchstaben
werden verzerrt. Dieser als Bildschärfe oder Clarity bezeichnete Effekt bestimmt,
wie gut feine Details erkennbar sind. Hervorzuheben ist der Effekt, dass die Bildschärfe
mit zunehmendem Abstand zwischen Probe und Objekt weiter abnimmt, der Effekt der Trübung
im Gegensatz gleichbleibt.
[0072] Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung kann vorgesehen sein, dass die Schicht im
getrockneten Zustand einen Clarity-Wert von 80, bevorzugt zumindest 90, besonders
bevorzugt zumindest 95 aufweist.
[0073] Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung kann vorgesehen sein, dass die Schicht im
getrockneten Zustand einen Haze-Wert von maximal 20 , bevorzugt maximal 15, besonders
bevorzugt maximal 10, aufweist.
[0074] Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung kann vorgesehen sein, dass die Schicht vollflächig
oder partiell ausgebildet ist.
[0075] Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung kann vorgesehen sein, dass das Sicherheitselement
zumindest eine optische Effektschicht aufweist, insbesondere zumindest eine zumindest
einen optisch variablen Effekt erzeugende Schicht aufweist, wobei die Schicht und
die optisch Effektschicht auf einer selben Seite oder auf unterschiedlichen Seiten
der Trägerschicht angeordnet sind.
[0076] Eine optische Effektschicht kann eine oder mehrere Farben aufweisen, wobei es sein
kann, dass die Farbe(n) der optischen Effektschicht und der in UV-Licht sichtbaren
lumineszierenden Farbe aufeinander abgestimmt sind. So können die Farben gleich sein,
oder es kann durch die Farben unter Mischbeleuchtung aus sichtbarem Licht und UV-Licht
eine Mischfarbe erzeugt werden und wahrnehmbar sein. Die optische Effektschicht kann
auch dichroitisch (dichroitischer Filter, dichroitischer Spiegel) ausgebildet sein.
Dies wäre beispielsweise über Aufbringung von Metalloxiden in mehreren Schichten bzw.
Kombination von Metalloxiden möglich. Darüber hinaus kann die optische Effektschicht
irisierend ausgebildet sein. Die irisierende Schicht kann in Kombination mit anderen
Schichten unterschiedliche Farbeindrücke erzeugen. Weiters kann die optische Effektschicht
elektrochrom oder thermochrom sein.
[0077] Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung kann vorgesehen sein, dass Schicht aus einem
lumineszierende Stoffe und zumindest ein Bindemittel enthaltenden Lack ein Motiv darstellt.
[0078] Das Motiv der Schicht kann zumindest ein Porträt, eine Landschaft, ein Gebäude und/oder
ein Tier und/oder ein Muster und/oder ein abstraktes geometrisches Zeichen, Logo oder
ein alphanumerisches Zeichen und/oder ein Ikon und/oder ein Symbol und/oder eine Codierung
und/oder eine Abfolge von Zeichen darstellen.
[0079] Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung kann vorgesehen sein, dass die optische Effektschicht
ein erstes Motiv darstellt und dass das Motiv der lumineszierenden Schicht und das
erste Motiv einander ergänzende Motive oder das gleiche Motiv darstellen.
[0080] Ebenso kann das erste Motiv der optischen Effektschicht zumindest ein Porträt, eine
Landschaft, ein Gebäude und/oder ein Tier und/oder ein Muster und/oder ein abstraktes
geometrisches Zeichen, Logo oder ein alphanumerisches Zeichen und/oder ein Ikon und/oder
ein Symbol und/oder eine Codierung und/oder eine Abfolge von Zeichen darstellen.
[0081] Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung kann vorgesehen sein, dass es ein Fenstersicherheitselement
ist.
[0082] Hierbei kann die hohe Transmission bzw. hohe Transparenz besonders gut zur Geltung
kommen.
[0083] Wie an sich bekannt, kann das Sicherheitselement zusätzliche Schichten aufweisen,
welche zusätzlichen Schichten insbesondere Schutzlacke, Heißsiegellacke, Kleber, Primer
und/oder Folien umfassen. Schutzlacke können den gesamten Schicht- und/oder Lagenaufbau
vor mechanischen Beschädigungen wie z.B. Kratzern, Riefen oder dergleichen schützt.
Eine Schutzschicht kann sowohl einseitig, als auch beidseitige vorgesehen sein. Bevorzugt
kann mittels einer Schutzschicht auch eine ebenflächige Ausbildung des Sicherheitselements
erzielt werden.
[0084] Die Aufgabe der Erfindung wird unabhängig davon auch durch ein Wertpapier, Sicherheitspapier
oder einen Sicherheitsgegenstand dadurch gelöst, dass es zumindest ein Sicherheitselement
nach einem der Ansprüche, respektive gemäß der Beschreibung, aufweist.
[0085] Um unnötige Wiederholungen zu vermeiden, sei hier auf die voranstehenden Beschreibungsteile
und die erläuterten Vorteile verweisen.
[0086] Zum besseren Verständnis der Erfindung wird diese anhand der nachfolgenden Figuren
näher erläutert.
[0087] Es zeigen jeweils in stark vereinfachter, schematischer Darstellung:
- Fig. 1
- Ein Ausführungsbeispiel eines Sicherheitselements in Draufsicht bei Beleuchtung mit
Licht im sichtbaren Wellenlängenbereich,
- Fig. 2
- das Ausführungsbeispiel aus Fig. 1 in Draufsicht bei Beleuchtung mit Licht im sichtbaren
Wellenlängenbereich und verändertem Blickwinkel,
- Fig. 3
- das Ausführungsbeispiel aus Fig. 1 in Draufsicht bei Beleuchtung mit UV-Licht oder
Mischlicht,
- Fig. 4
- das Ausführungsbeispiel aus den Fig. 1 bis 3 in Schnittansicht,
- Fig. 5
- ein weiteres Ausführungsbeispiel eines Sicherheitselements in Schnittansicht.
[0088] Einführend sei festgehalten, dass in den unterschiedlich beschriebenen Ausführungsformen
gleiche Teile mit gleichen Bezugszeichen bzw. gleichen Bauteilbezeichnungen versehen
werden, wobei die in der gesamten Beschreibung enthaltenen Offenbarungen sinngemäß
auf gleiche Teile mit gleichen Bezugszeichen bzw. gleichen Bauteilbezeichnungen übertragen
werden können. Auch sind die in der Beschreibung gewählten Lageangaben, wie z.B. oben,
unten, seitlich usw. auf die unmittelbar beschriebene sowie dargestellte Figur bezogen
und sind diese Lageangaben bei einer Lageänderung sinngemäß auf die neue Lage zu übertragen.
[0089] Einführend sei erwähnt, dass der Schichtaufbau, sowie die Anordnung weiterer Schichten
abhängig von der Art der Anbringung des Sicherheitselementes auf einem Sicherheitsgegenstand
ist, da hierbei die zu betrachtende Seite des Sicherheitselementes nach der Anbringung
ausschlaggebend ist. Somit kann die Sichtseite wie in den Figuren dargestellt, von
oben betrachtet sein, es ist aber auch möglich, das Sicherheitselement von einer Sichtseite
von unten zu betrachten, z.B. durch einen Träger.
[0090] An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass die Formulierung "eine Schicht ist
auf etwas aufgebracht" so zu verstehen ist, dass die Schicht direkt aufgebracht sein
kann, oder dass sich zwischen der aufgebrachten Schicht und dem, worauf die Schicht
aufgebracht ist, noch eine oder mehrere Zwischenschichten befinden können. An dieser
Stelle sei auch darauf hingewiesen, dass zwischen den in diesem Dokument beschriebenen
Schichten eine oder auch mehrere Zwischenschichten angeordnet sein können. Es ist
somit nicht zwingend erforderlich, dass die beschriebenen Schichten einander kontaktieren.
Weiters sei darauf hingewiesen, dass der Begriff Schicht in diesem Dokument so zu
verstehen ist, dass eine Schicht auch aus mehreren Teilschichten aufgebaut sein kann.
[0091] Die Figuren 1 bis 3 zeigen ein Ausführungsbeispiel eines Sicherheitselementes 1 bzw.
von Wertpapieren, Sicherheitspapieren oder Sicherheitsgegenständen 2 in Draufsicht,
bei verschiedenen Betrachtungswinkeln und Beleuchtungszuständen. Die Figur 4 zeigt
das Ausführungsbeispiel aus den Fig. 1 bis 3 in Schnittansicht. In der Figur 5 ist
eine weiteres Ausführungsbeispiel eines Sicherheitselements 1 in Schnittansicht gezeigt.
[0092] Die Ausführungsbeispiele werden nachfolgend so weit als möglich in einer Zusammenschau
beschrieben, um unnötige Wiederholungen zu vermeiden. Es versteht sich von selbst
und ergibt sich aus den eingangs beschriebenen vorteilhaften Weiterbildungen, dass
die nachfolgend beschriebenen Ausführungsbeispiele lediglich beispielhaft sind, und
insbesondere keineswegs als bevorzugt oder gar als abschließend zu verstehen sind.
[0093] Die in den Figuren 1 bis 7 gezeigten Ausführungsbeispiele von Sicherheitselementen
1 bzw. von Wertpapieren, Sicherheitspapieren oder Sicherheitsgegenständen 2 mit einem
Sicherheitselement 1 weisen jeweils eine erste Seite 3 und eine zweite Seite 4 auf.
Je nach Art und Einsatzfall kann es sich bei beiden Seiten 3, 4 oder auch nur bei
einer der beiden Seiten 3, 4 um eine Sichtseite 13 handeln.
[0094] Die Figuren zeigen, dass die Sicherheitselemente 1 jeweils eine Trägerschicht 5 aufweist.
Dabei ist vorgesehen, dass das Sicherheitselement 1 einen Bereich mit Strukturen 6,
einer optischen Effektschicht 7 und einer Schicht 8 aus einem lumineszierende Stoffe
und zumindest ein Bindemittel enthaltenden Lack aufweist, wobei sich die Strukturen
6, die optische Effektschicht 7 und die Schicht 8 aus einem lumineszierende Stoffe
und zumindest ein Bindemittel enthaltenden Lack in dem Bereich zumindest partiell
überlagern. Diese Schichten 6, 7, 8 sind dabei insbesondere in den Schnittansichten
gemäß den Fig. 4 und 5 vereinfacht dargestellt. Die optische Effektschicht 7 kann
über oder unter den Strukturen 6 angeordnet sein.
[0095] Es kann sein, dass durch die Schicht 8 aus einem lumineszierende Stoffe und zumindest
ein Bindemittel enthaltenden Lack ein erstes Motiv 14 gebildet ist, und dass durch
die optische Effektschicht 7 ein zweites Motiv 15 gebildet ist, und/oder dass durch
die Strukturen 6 ein drittes Motiv 16 gebildet ist, wobei die Motive 14, 15, 16 zumindest
bereichsweise ident sind und/oder einander zumindest bereichsweise ergänzen und/oder
zumindest bereichsweise kongruent übereinander angeordnet sind.
[0096] Ein denkbarer synergetischer Effekt der drei Sicherheitsmerkmale bzw. der drei Schichten
6, 7, 8 ist durch eine Zusammenschau der Fig. 1 bis 3 vereinfacht dargestellt. Bei
diesem Beispiel überlagert die optische Effektschicht 7 die Strukturen 6 vollständig.
Die Strukturen 6 bzw. das durch die Strukturen gebildete dritte Motiv 16 weist die
Form eines sichelförmigen, abnehmenden Mondes auf. Diese Strukturen 6 bzw. dieses
Motiv 16 kann von einem Betrachter bei Beleuchtung mit Licht im sichtbaren Wellenlängenbereich
beispielsweise als Hologramm, insbesondere Prägehologramm, wahrnehmbar sein.
[0097] Die Fig. 2 zeigt dieses Ausführungsbeispiel ebenso bei Beleuchtung mit Licht im sichtbaren
Wellenlängenbereich, jedoch bei verändertem Blickwinkel des Betrachters oder bei Verkippen
des Sicherheitselements 1. Durch das Verkippen ist aufgrund der optischen Effektschicht
7 ein Bewegungsbild wahrnehmbar. Dies ist im Ausführungsbeispiel als zweites Motiv
15 in der Form eines sichelförmigen, abnehmenden und, bei Verkippen, zunehmenden Mondes
wahrnehmbar. Die optische Effektschicht 7 ist hierbei großflächiger als die Strukturen
6, bzw. bedeckt auch Bereiche der Trägerschicht 5 oder eines Prägelackes 17, in welchen
keine Strukturen 6 ausgebildet sind. Eine detaillierte Beschreibung eines möglichen
Schichtaufbaues zur Umsetzung des Ausführungsbeispiels der Fig. 1 bis 3 folgt nachfolgend
anhand der Fig. 4.
[0098] Die Fig. 3 zeigt dieses Ausführungsbeispiel unter Beleuchtung mit elektromagnetischen
Wellen im UV oder Infrarot-Bereich oder unter einer Mischbeleuchtung aus unter Beleuchtung
mit elektromagnetischen Wellen im UV- oder Infrarotbereich und Licht im sichtbaren
Wellenlängenbereich. Die lumineszierenden Schicht 8 erstreckt sich über die Strukturen
6 und über die optische Effektschicht 7 und überdeckt damit beide vollständig. Die
optische Effektschicht 7 über oder unter den Strukturen 6 angeordnet sein.
[0099] Im gezeigten Beispiel ist durch die lumineszierende Schicht 8 ein erstes Motiv 14
in Form einer Sonne gebildet. Unter reiner UV-Beleuchtung kann es sein, dass ausschließlich
das erste Motiv 14 bzw. die Sonne wahrnehmbar ist. unter Mischbeleuchtung kann es
sein, dass auch die Strukturen 6 und/oder die optische Effektschicht, also auch das
zweite und/oder das dritte Motiv 15, 16, respektive die Monde, wahrnehmbar sind. Dies
ist durch eine strichlierte Linie angedeutet.
[0100] Das Motiv 14 der lumineszierenden Schicht 8 kann dabei ein oder mehrfärbig auf das
Motiv 16 der Strukturen 6 abgestimmt sein, sodass insbesondere bei Mischbeleuchtung
ein übereinstimmender Farb-Eindruck bei einem Betrachter generiert wird.
[0101] Diese farbliche Abstimmung kann zusätzlich auch noch durch die optische Effektschicht
7 erfolgen, sodass alle drei Motive 14, 15, 16 aufeinander abgestimmt sind.
[0102] Insbesondere wenn die Strukturen 6 einen 3D-Eindruck erzeugen, kann dieser Effekt
durch die lumineszierende Schicht 8 überlagert bzw. zumindest teilweise ergänzt werden.
[0103] Es kann sein, dass eines oder mehrere der Motive 14, 15, 16, insbesondere das erste
Motiv 14 der Schicht 8 aus einem lumineszierende und zumindest ein Bindemittel enthaltenden
Lack, in färbige Rasterflächen unterteilt ist, wobei sich benachbarte Rasterflächen
des Motives 14, 15, 16 teilweise überlappen und ein Überlappungsbereich benachbarter
Rasterflächen kleiner ist als eine der Rasterflächen für sich, wobei Rasterflächen
der Motive 14, 15, 16 je zumindest eine Farbe zugeordnet ist und zumindest die den
jeweiligen Rasterflächen abzüglich der entsprechenden Überlappungsbereiche entsprechenden
Bereiche der Trägerschicht 5 mit zumindest einem Farbmittel der jeweils zugeordneten
Farbe bedeckt sind, wobei die Überlappungsbereiche zwischen benachbarten Rasterflächen
mit dem Farbmittel, welches die Farbe aufweist, die einer der sich in den jeweiligen
Überlappungsbereichen überlappenden Rasterflächen zugeordnet ist, bedeckt sind.
[0104] In den Fig. 1 bis 3 ist jeweils eine Schnittlinie eingezeichnet. Die Fig. 4 ist eine
Schnittansicht, welche der Position dieser Schnittlinie entspricht. In einer stark
vereinfachten Darstellung ist hier auf einer Trägerschicht 5 eine Schicht Prägelack
17 aufgetragen. Die Schicht mit dem Prägelack 17 kann dabei wie dargestellt eine vollflächige
Schicht sein. Die Strukturen 6, welche das dritte Motiv 16 bzw. den abnehmenden Mond
bilden, sind partiell in diesen Prägelack 17 eingebracht. Auf die Strukturen 6 und
zudem auf einen weiteren Bereich des Prägelackes 17 ist gemäß dem Beispiel eine optische
Effektschicht 7 aufgebracht. Dies in der Form des zweiten Motives 15 bzw. des abnehmenden
und zunehmenden Mondes. Die Strukturen 6 und die optische Effektschicht 7 sind durch
die lumineszierende Schicht 8 aus einem lumineszierende Stoffe und zumindest ein Bindemittel
enthaltenden Lack überdeckt. Der gesamte Schichtaufbau wird mittels einer Schicht
aus einem Primer 18 bedeckt. Im dargestellten Beispiel bildet die Trägerschicht 5
die unterste Schicht, bzw. die einer Sichtseite 13 abgewandte, in diesem Fall zweite
Seite 4, des Sicherheitselements 1. Die Sichtseite 13 ist hierbei durch den Primer
18 begrenzt und bildet die erste Seite 3 des Sicherheitselements.
[0105] Ein weiterer beispielhafter Schichtaufbau ist in Schnittansicht in der Fig. 5 gezeigt.
Der Aufbau ist hier ähnlich, wie in der Fig. 4. Die hier unterste zweite Seite 4,
welche der Sichtseite 13 abgewandt ist, ist wiederum eine Trägerschicht 5. Auf der
Trägerschicht 5 ist wiederum ein Prägelack 17 aufgebracht und in diesen Prägelack
17 sind Strukturen 6 eingebracht. Auf den Strukturen 6 ist eine optische Effektschicht
7 in der speziellen Ausbildung eines Dünnschichtelements 9 angeordnet. Dazu sind direkt
auf den Strukturen 6 eine Reflexionsschicht 12, auf der Reflexionsschicht 12 eine
Distanzschicht 11 und auf der Distanzschicht 11 eine Absorberschicht 10 angeordnet.
Auf der Absorberschicht 10 ist dann die lumineszierende Schicht 8 aus einem lumineszierende
Stoffe und zumindest ein Bindemittel enthaltenden Lack angeordnet und bildet damit
die erste Seite 3 bzw. die Sichtseite 13.
[0106] Es kann sein, dass die Schicht 8 aus einem lumineszierende Stoffe und zumindest ein
Bindemittel enthaltenden Lack in einem getrockneten Zustand, insbesondere im sichtbaren
Wellenlängenbereich, einen Transmissionsgrad von zumindest 75%, bevorzugt 80%, besonders
bevorzugt 85%, aufweist.
[0107] Denkbar ist auch, die Strukturen 6 achromatische und/oder reflektierende und/oder
refraktive und/oder diffraktive und/oder Mikrospiegel und/oder zumindest ein Hologramm,
insbesondere Prägehologramm, bildende und/oder Mikrolinsen bildende Strukturen umfassen.
[0108] Die optische Effektschicht 7 kann, wie in der Fig. 5 veranschaulicht, als Dünnschichtelement
9 ausgebildet sein und zumindest eine Absorberschicht 10 und zumindest eine Distanzschicht
11 aufweisen.
[0109] Bei Betrachtung einer Seite 3, 4, insbesondere einer Sichtseite 13, des Sicherheitselements
1 kann die Schicht 8 aus einem lumineszierende Stoffe und zumindest ein Bindemittel
enthaltenden Lack über der optischen Effektschicht 7 angeordnet sein, und die optische
Effektschicht 7 kann über den Strukturen 6 angeordnet sein.
[0110] Es kann sein, dass die Schicht 8 aus einem lumineszierende Stoffe und zumindest ein
Bindemittel enthaltenden Lack und die optische Effektschicht 7 und/oder die Strukturen
6 auf einer selben Seite oder auf unterschiedlichen Seiten der Trägerschicht 5 angeordnet
sind.
[0111] Die Schicht 8 aus einem lumineszierende Stoffe und zumindest ein Bindemittel enthaltenden
Lack kann partiell oder vollflächig über der optischen Effektschicht 7 und/oder über
den Strukturen 6 angeordnet sein.
[0112] Es kann sein, dass die optische Effektschicht 7 im sichtbaren Wellenlängenbereich
zumindest eine Farbe wiedergibt, und dass die Schicht 8 aus einem lumineszierende
und zumindest ein Bindemittel enthaltenden Lack bei Bestrahlung im UV- oder Infrarotbereich
zumindest eine Farbe wiedergibt, wobei insbesondere in einer Mischbeleuchtung umfassend
sichtbares Licht und elektromagnetische Wellen im UV oder Infrarotbereich die Farben
aufeinander abgestimmt wahrnehmbar sind.
[0113] Die optische Effektschicht 7 kann im sichtbaren Wellenlängenbereich zumindest eine
Farbe wiedergibt, und dass die Schicht 8 aus einem lumineszierende Stoffe und zumindest
ein Bindemittel enthaltenden Lack im UV-Licht zumindest eine Farbe wiedergeben, wobei
in einer Mischbeleuchtung umfassend sichtbares Licht und UV-Licht eine weitere Farbe
wahrnehmbar sein kann.
[0114] Denkbar ist auch, dass die Schicht 8 aus einem lumineszierende Stoffe und zumindest
ein Bindemittel enthaltenden Lack die Wahrnehmbarkeit der Strukturen 6 und/oder die
Wahrnehmbarkeit der optischen Effektschicht 7 im sichtbaren Wellenlängenbereich nicht
beeinflusst.
[0115] Es kann sein, das Bindemittel ausgewählt ist aus der Gruppe von Bindemitteln auf
Basis von Polyurethan (PU), Polyvinylchlorid (PVC), Po-lyethylenterephthalat (PET),
Polycarbonat (PC), Nitrocellulose, Polyester (PE), Epoxid, Polyvinylacetat und Polystyrol
(PS), und/oder Acrylat, insbesondere PE-Acrylat, PET-Acrylat, Urethan-Acrylat, Polymethylmethacrylat
(PMMA), Ethylenac-rylatcopolymeren, Styrolacrylaten und/oder Epoxyacrylat, und/oder
deren Co- und Terpolymere, und/oder Mischungen daraus.
[0116] Denkbar ist auch, dass die lumineszierenden Stoffe anorganische lumineszierende Stoffe
enthalten, oder aus solchen bestehen.
[0117] Die Ausführungsbeispiele zeigen mögliche Ausführungsvarianten, wobei an dieser Stelle
bemerkt sei, dass die Erfindung nicht auf die speziell dargestellten Ausführungsvarianten
derselben eingeschränkt ist, sondern vielmehr auch diverse Kombinationen der einzelnen
Ausführungsvarianten untereinander möglich sind und diese Variationsmöglichkeit aufgrund
der Lehre zum technischen Handeln durch gegenständliche Erfindung im Können des auf
diesem technischen Gebiet tätigen Fachmannes liegt.
[0118] Der Schutzbereich ist durch die Ansprüche bestimmt. Die Beschreibung und die Zeichnungen
sind jedoch zur Auslegung der Ansprüche heranzuziehen. Einzelmerkmale oder Merkmalskombinationen
aus den gezeigten und beschriebenen unterschiedlichen Ausführungsbeispielen können
für sich eigenständige erfinderische Lösungen darstellen. Die den eigenständigen erfinderischen
Lösungen zugrundeliegende Aufgabe kann der Beschreibung entnommen werden.
[0119] Sämtliche Angaben zu Wertebereichen in gegenständlicher Beschreibung sind so zu verstehen,
dass diese beliebige und alle Teilbereiche daraus mitumfassen, z.B. ist die Angabe
1 bis 10 so zu verstehen, dass sämtliche Teilbereiche, ausgehend von der unteren Grenze
1 und der oberen Grenze 10 mit umfasst sind, d.h. sämtliche Teilbereiche beginnen
mit einer unteren Grenze von 1 oder größer und enden bei einer oberen Grenze von 10
oder weniger, z.B. 1 bis 1,7, oder 3,2 bis 8,1, oder 5,5 bis 10.
[0120] Der Ordnung halber sei abschließend darauf hingewiesen, dass zum besseren Verständnis
des Aufbaus Elemente teilweise unmaßstäblich und/oder vergrößert und/oder verkleinert
dargestellt wurden.
Bezugszeichenaufstellung
[0121]
- 1
- Sicherheitselement
- 2
- Wertpapier, Sicherheitspapier oder Sicherheitsgegenstand
- 3
- erste Seite
- 4
- zweite Seite
- 5
- Trägerschicht
- 6
- Strukturen
- 7
- optische Effektschicht
- 8
- lumineszierende Schicht
- 9
- Dünnschichtelement
- 10
- Absorberschicht
- 11
- Distanzschicht
- 12
- Reflexionsschicht
- 13
- Sichtseite
- 14
- erstes Motiv
- 15
- zweites Motiv
- 16
- drittes Motiv
- 17
- Prägelack
- 18
- Primer
1. Sicherheitselement (1) für Wertpapiere, Sicherheitspapiere oder Sicherheitsgegenstände
(2) mit einer ersten Seite (3) und einer zweiten Seite (4), wobei das Sicherheitselement
(1) eine Trägerschicht (5) und einen Bereich mit Strukturen (6), einer optischen Effektschicht
(7) und einer Schicht (8) aus einem lumineszierende Stoffe und zumindest ein Bindemittel
enthaltenden Lack aufweist, wobei sich die Strukturen (6), die optische Effektschicht
(7) und die Schicht (8) aus einem lumineszierende Stoffe und zumindest ein Bindemittel
enthaltenden Lack zumindest partiell überlagern.
2. Sicherheitselement (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Schicht (8) aus einem lumineszierende Stoffe und zumindest ein Bindemittel enthaltenden
Lack in einem getrockneten Zustand, insbesondere im sichtbaren Wellenlängenbereich,
einen Transmissionsgrad von zumindest 75%, bevorzugt 80%, besonders bevorzugt 85%,
aufweist.
3. Sicherheitselement (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, dass die Strukturen (6) achromatische und/oder reflektierende und/oder refraktive und/oder
diffraktive und/oder Mikrospiegel und/oder zumindest ein Hologramm bildende und/oder
Mikrolinsen bildende Strukturen umfassen.
4. Sicherheitselement (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, dass die optische Effektschicht (7) als Dünnschichtelement (9) ausgebildet ist und zumindest
eine Absorberschicht (10) und zumindest eine Distanzschicht (11) aufweist.
5. Sicherheitselement (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass bei Betrachtung einer Seite (3, 4), insbesondere einer Sichtseite (13), des Sicherheitselements
(1) die Schicht (8) aus einem lumineszierende Stoffe und zumindest ein Bindemittel
enthaltenden Lack über der optischen Effektschicht (7) angeordnet ist, und dass die
optische Effektschicht (7) über oder unter den Strukturen (6) angeordnet ist.
6. Sicherheitselement (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Schicht (8) aus einem lumineszierende Stoffe und zumindest ein Bindemittel enthaltenden
Lack und die optische Effektschicht (7) und/oder die Strukturen (6) auf einer selben
Seite oder auf unterschiedlichen Seiten der Trägerschicht (5) angeordnet sind.
7. Sicherheitselement (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Schicht (8) aus zumindest einen lumineszierenden Stoff und zumindest ein Bindemittel
enthaltenden Lack partiell oder vollflächig über der optischen Effektschicht (7) und/oder
über den Strukturen (6) angeordnet ist.
8. Sicherheitselement (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass durch die Schicht (8) aus einem lumineszierende Stoffe und zumindest ein Bindemittel
enthaltenden Lack ein erstes Motiv (14) gebildet ist, und dass durch die optische
Effektschicht (7) ein zweites Motiv (15) gebildet ist, und/oder dass durch die Strukturen
(6) ein drittes Motiv (16) gebildet ist, wobei die Motive (14, 15, 16) zumindest bereichsweise
ident sind und/oder einander zumindest bereichsweise ergänzen und/oder zumindest bereichsweise
kongruent übereinander angeordnet sind.
9. Sicherheitselement (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, dass die optische Effektschicht (7) im sichtbaren Wellenlängenbereich zumindest eine Farbe
wiedergibt, und dass die Schicht (8) aus einem lumineszierende und zumindest ein Bindemittel
enthaltenden Lack im UV-Licht zumindest eine Farbe wiedergibt, wobei insbesondere
in einer Mischbeleuchtung umfassend sichtbares Licht und UV-Licht die Farben aufeinander
abgestimmt wahrnehmbar sind.
10. Sicherheitselement (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die optische Effektschicht (7) im sichtbaren Wellenlängenbereich zumindest eine Farbe
wiedergibt, und dass die Schicht (8) aus einem lumineszierende Stoffe und zumindest
ein Bindemittel enthaltenden Lack im UV-Licht zumindest eine Farbe wiedergibt, wobei
in einer Mischbeleuchtung umfassend sichtbares Licht und UV-Licht eine weitere Farbe
wahrnehmbar ist.
11. Sicherheitselement (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Schicht (8) aus einem lumineszierende Stoffe und zumindest ein Bindemittel enthaltenden
Lack die Wahrnehmbarkeit der Strukturen (6) und/oder die Wahrnehmbarkeit der optischen
Effektschicht (7) im sichtbaren Wellenlängenbereich nicht beeinflusst.
12. Sicherheitselement (1) nach einem der Ansprüche 8 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass eines oder mehrere der Motive (14, 15, 16), insbesondere das erste Motiv (14) der
Schicht (8) aus einem lumineszierende und zumindest ein Bindemittel enthaltenden Lack,
in färbige Rasterflächen unterteilt ist, wobei sich benachbarte Rasterflächen des
Motives (14, 15, 16) teilweise überlappen und ein Überlappungsbereich benachbarter
Rasterflächen kleiner ist als eine der Rasterflächen für sich, wobei Rasterflächen
der Motive (14, 15, 16) je zumindest eine Farbe zugeordnet ist und zumindest die den
jeweiligen Rasterflächen abzüglich der entsprechenden Überlappungsbereiche entsprechenden
Bereiche der Trägerschicht (5) mit zumindest einem Farbmittel der jeweils zugeordneten
Farbe bedeckt sind, wobei die Überlappungsbereiche zwischen benachbarten Rasterflächen
mit dem Farbmittel, welches die Farbe aufweist, die einer der sich in den jeweiligen
Überlappungsbereichen überlappenden Rasterflächen zugeordnet ist, bedeckt sind.
13. Sicherheitselement (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Bindemittel ausgewählt ist aus der Gruppe von Bindemitteln auf Basis von Polyurethan
(PU), Polyvinylchlorid (PVC), Po-lyethylenterephthalat (PET), Polycarbonat (PC), Nitrocellulose,
Polyester (PE), Epoxid, Polyvinylacetat und Polystyrol (PS), und/oder Acrylat, insbesondere
PE-Acrylat, PET-Acrylat, Urethan-Acrylat, Polymethylmethacrylat (PMMA), Ethylenac-rylatcopolymeren,
Styrolacrylaten und/oder Epoxyacrylat, und/oder deren Co- und Terpolymere, und/oder
Mischungen daraus.
14. Sicherheitselement (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die lumineszierenden Stoffe anorganische lumineszierende Stoffe enthalten, oder aus
solchen bestehen.
15. Wertpapier, Sicherheitspapier oder Sicherheitsgegenstand (2), dadurch gekennzeichnet, dass es zumindest ein Sicherheitselement (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 14 aufweist.