[0001] Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine Dachvorrichtung für ein Behältnis
zum Transport von Schüttgut, wobei das Behältnis eine offene Oberseite aufweist, durch
welche hindurch das Behältnis mit Schüttgut beladbar ist.
[0002] Das Behältnis ist z.B. Teil eines Güterbahnwagens. Ist das Schüttgut nassunempfindlich,
ist keine Überdachung vorgesehen. Allerdings wird beim Transport ein Fahrtwind erzeugt,
welcher durch die offene Oberseite hindurch Schüttgut wegtragen kann. Dies führt zu
verschiedenen Nachteilen:
- Es geht Schüttgut verloren.
- Das vom Fahrwind weggetragene Schüttgut kann das eigene Fahrzeug oder auch entgegenkommende
Fahrzeuge beschädigen.
- Das weggetragene Schüttgut kann auch Schäden an der Infrastruktur verursachen, z.B.
an Tunnelwänden.
[0003] Aus der internationalen Patentanmeldung
WO 2023/218434 A1 ist eine Dachvorrichtung für einen Trichterbahnwagen offenbart mit einer einzelnen
Luke, die geöffnet und geschlossen werden kann. Die Luke weist eine schmale Breite
auf, so dass nur eine schmale Öffnung im Behältnis abgedeckt und. freigegeben werden
kann. Für breitere Öffnungen im Behältnis ist diese Dachvorrichtung ungeeignet.
[0004] Eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine kompakte Dachvorrichtung anzugeben,
mit welcher auch breite Öffnungen in einem Behältnis zum Transport eines Schüttgutes
abgedeckt und zumindest teilweise freigegeben werden können.
[0005] Eine Dachvorrichtung, die diese Aufgabe löst, ist im Anspruch 1 angegeben. Die weiteren
Ansprüche geben bevorzugte Ausführungen an sowie einen Transportträger mit einer Dachvorrichtung
und ein Verfahren zum Bereitstellen eines derartigen Transportträgers.
[0006] Gemäss Anspruch 1 umfasst die Dachvorrichtung ein Dach mit zwei Dachhälften, die
zwischen einer Abdeck- und Offenstellung hin und her verfahrbar sind. Die offene Oberseite
des Behältnisses ist in der Abdeckstellung durch die Dachhälften abgedeckt und in
der Offenstellung zwischen den Dachhälften zumindest teilweise freigegeben. Dadurch
können auch breite Öffnungen im Behältnis abgedeckt und freigegeben werden.
[0007] Vorzugsweise ist in der Offenstellung die Oberseite des Behältnisses mindestens zur
Hälfte freigegeben, besonders bevorzugt zu mindestens drei Vierteln. In einer besonderen
Ausführungsform ist in der Offenstellung des Daches die offene Oberseite freigegeben.
[0008] Die Dachvorrichtung ist zum Abdecken eines Behältnisses auslegbar, welches ein Ladegewicht
aufweist, das mit zunehmender Präferenz mindestens 1 Tonne, mindestens 10 Tonnen,
mindestens 20 Tonnen, mindestens 30 Tonnen, mindestens 40 Tonnen, mindestens 50 Tonnen,
mindestens 60 Tonnen oder mehr beträgt.
[0009] Die Dachhälften weisen jeweils eine Längs- und eine Querrichtung auf. In einer bevorzugten
Ausführungsform sind die Dachhälften in der Querrichtung verfahrbar.
[0010] Die Dachvorrichtung kann eine Führungseinrichtung aufweisen, um die Dachhälften auf
linearen Achsen verfahren zu können. Die Führungseinrichtung weist z.B. Laufschienen
auf, die an den Dachhälften befestigt sind.
[0011] Vorzugsweise ist die Dachvorrichtung nicht luftdicht ausgebildet. Z.B. kann ein Freiraum
zwischen den Dachhälften und der Wandung vorgesehen sein, welche die Öffnung zum Beladen
des Behältnisses definieren. Durch den nicht-luftdichten Abschluss kann beim Entladen
des Behältnisses durch eine untere Entladeöffnung auch bei der Abdeckstellung der
Dachhälften Luft von aussen in das Behältnis nachströmen.
[0012] Im Weiteren braucht die Dachvorrichtung nicht wasserdicht zu sein, wenn das Behältnis
zum Transport von nassunempfindlichem Schüttgut ausgelegt ist.
[0013] Die Dachvorrichtung ist vielseitig anwendbar und kann auf mannigfache Transportträger,
welche zum Transport von Schüttgut z.B. auf Schiene und/oder Strasse dienen, aufgebaut
werden.
[0014] Die Erfindung wird im Folgenden anhand von Ausführungsbeispielen unter Bezugnahme
auf Figuren erläutert. Es zeigen
- Fig. 1
- eine perspektive Ansicht einer ersten und zweiten Dachhälfte einer Dachvorrichtung
gemäss einem Ausführungsbeispiel;
- Fig. 2
- eine Unteransicht der ersten Dachhälfte gemäss Fig. 1;
- Fig. 3
- eine Vorderansicht der ersten Dachhälfte gemäss Fig. 2;
- Fig. 4
- eine Vorderansicht der zweiten Dachhälfte gemäss Fig. 1;
- Fig. 5
- eine Seitenansicht der Dachhälften gemäss Fig. 1 zusammen mit weiteren Teilen der
Dachvorrichtung;
- Fig. 6
- eine Draufsicht der Dachvorrichtung gemäss Fig. 5;
- Fig. 7
- eine Vorderansicht der Dachvorrichtung gemäss Fig. 5;
- Fig. 8
- eine Hinteransicht der Dachvorrichtung gemäss Fig. 5;
- Fig. 9
- eine perspektive Ansicht der Dachvorrichtung gemäss Fig. 5 in geschlossenen Zustand
zusammen mit einem Güterbahnwagen;
- Fig. 10
- eine Detailansicht der Anordnung gemäss Fig. 9 von vorne;
- Fig. 11
- die Anordnung gemäss Fig. 9 bei geöffnetem Dach;
- Fig. 12
- eine Detailansicht der Anordnung gemäss Fig. 11 von vorne; und
- Fig. 13
- das pneumatische Schema zum Bertreiben des Güterbahnwagens gemäss Fig. 9.
[0015] Fig. 1 zeigt ein Ausführungsbeispiel eines Teils einer Dachvorrichtung, welche zwei
verfahrbare Dachhälften 10a, 10b aufweist. Die erste Dachhälfte 10a ist jeweils an
den beiden Enden mit Konsolen 11a bzw. Konsolen 12a versehen, an welchen eine Laufschiene
13a bzw. eine Laufschiene 15a befestigt ist. Die jeweilige Laufschiene 13a, 15a ist
mit einem Anschlag 14a bzw. 16a versehen, welcher dazu dient, die Position zu definieren,
bis zu welcher eine Laufschiene 13a, 15a maximal ausfahrbar ist.
[0016] Die zweite Dachhälfte 10b ist ähnlich wie die erste Dachhälfte 10a aufgebaut und
ist jeweils an den beiden Enden mit Konsolen 11b bzw. Konsolen 12b versehen, an welchen
eine Laufschiene 13b mit Anschlag 14b bzw. eine Laufschiene 15b mit Anschlag 16b befestigt
ist.
[0017] Die jeweilige Konsole 11a, 11b, 12a, 12b ist U-förmig ausgebildet, wobei das eine
Ende an der ersten bzw. zweiten Dachhälfte 10a, 10b befestigt ist und das andere Ende
an einer Laufschiene 13a, 13b, 15a, 15b. Die Konsolen 11a, 12a der erste Dachhälfte
10a haben einen längeren Mittelteil als die Konsolen 11b, 12b der zweiten Dachhälfte
10b. Somit sind die an der einen Seite der Dachhälften 10a, 10b angeordneten Laufschienen
13a und 13b in der Höhe versetzt zueinander angeordnet, ebenso die auf der anderen
Seite angeordneten Laufschienen 15a und 15b, und können so ohne Kollision gegeneinander
verfahren werden.
[0018] Im vorliegenden Ausführungsbeispiel ist eine jeweilige Laufschiene 13a, 13b, 15a,
15b über drei Konsolen 11a, 11b, 12a, 12b mit der ersten bzw. zweiten Dachhälfte 10a,
10b verbunden. Die Anzahl der jeweiligen Konsolen 11a, 11b, 12a, 12b kann auch anders
sein und 1, 2, 3 oder mehr betragen.
[0019] Die erste Dachhälfte 10a weist weiter einen Verriegelungsmechanismus auf mit Verriegelungselementen
20a, 21a, welche in Eingriff in an der zweiten Dachhälfte 10b angebrachten Bolzen
20b, 21b bringbar sind. Das Verriegelungselement 20a und der Bolzen 20b sowie das
Verriegelungselement 21a und Bolzen 21b sind hier jeweils endseitig der jeweiligen
Dachhälfte 10a, 10b angeordnet.
[0020] Die erste Dachhälfte 10a weist entlang der Längsseite, welche der zweiten Dachhälfte
10b gegenüberliegt, eine Lippe 18 auf, die über der zweiten Dachhälfte 10b zu liegen
kommt, wenn das Dach geschlossen ist.
[0021] Die jeweilige Dachhälfte 10a, 10b ist z.B. als Rahmen 23, 23' aufgebaut, welcher
mit Blechen 24a, 24b versehen ist. Fig. 2 und 3 zeigen beispielhaft die erste Dachhälfte
10a, welche einen Rahmen 23 aus Längsteilen 23a, 23b aufweist, die mit Querteilen
23c verbunden sind, sowie Bleche 24a, welche den Rahmen 23 abdecken. In der Mitte
befindet sich eine Mittelstütze 25a, welche an den beiden Längsteilen 23a, 23b befestigt
ist und an welcher eine Laufrolle 26a angeordnet ist.
[0022] Die zweite Dachhälfte 10b ist analog aufgebaut aus einem mit Blechen 24b versehenen
Rahmen 23' und mit einer an einer Mittelstütze angeordneten Laufrolle 26b, vgl. Fig.
4.
[0023] Wie Fig. 3 und 4 zeigen, sind die Bleche 24a, 24b entlang der aussen liegenden Längsseite
der Dachhälfte 10a, 10b abgewinkelt ausgebildet, so dass sie vorzugsweise bis unterhalb
des Niveaus der jeweiligen Laufrolle 26a, 26b reichen.
[0024] In Fig. 2 sind ebenfalls die Verriegelungselemente 20a, 21a angedeutet, die z.B.
über eine Stange verbunden sind, so dass eine Auslenkraft, welche auf das eine Verriegelungselement,
beispielsweise 20a, wirkt, auf das andere Verriegelungselement, beispielsweise 21a,
übertragen wird. Das jeweilige Verriegelungselement 20a, 21a weist eine Ausnehmung
20c auf, in welche der Bolzen 20b bzw. Bolzen 21b einrasten kann, sowie eine geneigte
Führungsfläche 20d, an welche sich die Ausnehmung 20c anschliesst (vgl. Fig. 3). Beim
Verriegelungsvorgang werden die beiden Elemente 20a, 20b zueinander hinbewegt und
die geneigte Führungsfläche 20d kontaktiert den Bolzen 20b, was ein Auslenken des
Verriegelungselements 20a bewirkt, bis schliesslich die Ausnehmung 20c im Bolzen 20b
zu liegen kommt. Der Verriegelungsvorgang der beiden Elemente 21a, 21b ist analog.
[0025] Das jeweilige Verriegelungselement 20a, 21a kann so ausgelegt sein, dass es sich
aufgrund seines Eigengewichts in die Ruhestellung bewegt. Werden die beiden Dachhälften
10a, 10b von der Offenstellung zueinander hin verfahren, kommt die Unterseite des
Verriegelungselements 20a, 21a in Kontakt mit dem Bolzen 20b, 21b, wird dann ausgelenkt
und schnappt dann aufgrund des Eigengewichts der Verriegelungselemente 20a, 21a zurück
in die Ruhestellung, wenn der Bolzen 20b, 21b in der Ausnehmung 20c zu liegen kommt.
Die Dachhälften 10a, 10b sind dann verriegelt.
[0026] Zum Entriegeln wird ein Verriegelungselement, beispielsweise 20a, z.B. mittels eines
Seils 22 (vgl. Fig. 9) ausgelenkt, wodurch ebenfalls das andere Verriegelungselement,
beispielsweise 21a, ausgelenkt wird, so dass die Bolzen 20b, 21b freigegeben werden
und die Dachhälften 10a, 10b nach aussen hin verfahren werden können. Das Seil 22
wird gehalten, bis die beiden Dachhälften 10a, 10b genügend weit auseinander verfahren
sind, so dass der Bolzen 20b, 21b nicht mehr in die jeweilige Ausnehmung 20c im Verriegelungselement
20a, 21a greifen kann.
[0027] In Fig. 5 ist ein Teil eines Kragens zu sehen, welcher Teil der Wandung 30 ist, die
die Öffnung des Behältnisses für die Aufnahme des Schüttgutes definiert.
[0028] Fig. 6 zeigt einen Steg 31, welcher den Kragen 30 überbrückt und so angeordnet ist,
dass die Laufrollen 26a, 26b darauf abrollen können beim Verfahren der Dachhälften
10a, 10b. Der Steg 31 kann z.B. Bestandteil eines Güterbahnwagens sein (vgl. Fig.
11).
[0029] Die Dachhälften 10a, 10b sind verfahrbar auf der Wandung 30 angeordnet.
[0030] Fig. 7 zeigt die vordere Stirnseite der Dachvorrichtung. An der Wandung 30 sind untere
Rollen 33a, 33b und obere Rollen 33c, 33d angeordnet, zwischen welchen die Laufschiene
13a verfahrbar angeordnet ist, sowie untere Rollen 33a', 33b' und obere Rollen 33c',
33d', zwischen welchen die Laufschiene 13b verfahrbar angeordnet ist. In der Stellung
gemäss Fig. 7 sind die beiden Dachhälften 10a, 10b in der ausgefahrenen Stellung.
Der Anschlag 14a ist somit benachbart zur unteren Rolle 33b und der Anschlag 14b benachbart
zur oberen Rolle 33c'.
[0031] Die Mittelachsen der unteren Rollen 33a', 33b' befinden sich oberhalb des Niveaus
der Mittelachsen der oberen Rollen 33c, 33d, so dass die Laufschienen 13a, 13b ohne
Kollision verfahren werden können und bei der geschlossenen Stellung des Daches übereinander
angeordnet sind (vgl. Fig. 10).
[0032] Die jeweilige Konsolen 11a, 11b ist genügend auskragend ausgebildet, so dass sie
ohne Kollision vor der oberen Rolle 33c bzw. der oberen Rolle 33d' vorbei bewegbar
ist.
[0033] Fig. 8 zeigt die hintere Stirnseite der Dachvorrichtung, an welcher analog wie bei
der Anordnung gemäss Fig. 7 die Laufschiene 15a verfahrbar zwischen unteren Rollen
35a, 35b und oberen Rollen 35c, 35d und die Laufschiene 15b verfahrbar zwischen unteren
Rollen 35a', 35b' und oberen Rollen 35c', 35d' angeordnet sind. Die Mittelachsen der
unteren Rollen 35a', 35b' befinden sich oberhalb des Niveaus der Mittelachsen der
oberen Rollen 35c, 35d, so dass die Laufschienen 15a, 15b ohne Kollision verfahren
werden können. Die jeweilige Konsole 12a, 12b ist genügend auskragend ausgebildet,
so dass sie ohne Kollision vor der obere Rollen 35d bzw. der obere Rollen 35c' vorbei
bewegbar ist.
[0034] In Fig. 7 und 8 sind jeweils zwei Rollenpaaren 33a-33d, 33a'-33d', 35a-35d, 35a'-35d'
gezeigt, zwischen welchen eine Laufschiene 13a, 13b, 15a, 15b verfahrbar ist. Es ist
auch denkbar, die Anzahl der Rollen anders zu wählen.
[0035] Zum Verfahren der Dachhälften 10a, 10b ist eine Antriebseinrichtung vorgesehen, welche
hier pneumatische Zylinder 40a, 40b, 42a, 42b aufweist, die an der Wandung 30 angeordnet
sind. Hier sind für jede Dachhälfte 10a, 10b zwei Zylinder 40a, 42a bzw. 40b, 42b
vorgesehen. Die jeweilige Zylinderstange 41a, 43a eines Zylinders 40a, 42a ist über
ein Aufnahmeelement 28a bzw. 29a an die erste Dachhälfte 10a gekoppelt. Analog ist
die jeweilige Zylinderstange 41b, 43b eines Zylinders 40b, 42b über ein Aufnahmeelement
28b bzw. 29b an die zweite Dachhälfte 10b gekoppelt.
[0036] Zum Betreiben der pneumatischen Zylinder 40a, 40b, 42a, 42b werden diese an ein pneumatisches
System angeschlossen.
[0037] Durch Betätigen der Zylinder 40a, 40b, 42a, 42b werden die beiden Dachhälften 10a,
10b quer zu ihrer Längsrichtung aus- und eingefahren.
[0038] Die Dachvorrichtung ist vielseitig einsetzbar. Fig. 9 zeigt ein Beispiel eines Güterbahnwagens,
welcher mit einer Dachvorrichtung versehen ist. Die Dachhälften 10a, 10b sind hier
in der geschlossenen Stellung gezeigt und verriegelt, vgl. das im Bolzen 20b eingerastete
Verriegelungselement 20a in Fig. 10.
[0039] In Fig. 9 und 10 ist auch eine pneumatische Zuleitungseinrichtung 45 eingezeichnet
zum Versorgen der pneumatische Zylinder 40a, 40b, 42a, 42b. Ein erster Strang 45a
der Zuleitungseinrichtung 45 führt zu den Zylindern 40a, 40b. Ein zweiter Strang 45b
der Zuleitungseinrichtung 45 führt entlang der Längsseite des Güterbahnwagens zu den
Zylindern 42a, 42b.
[0040] Zum Öffnen der Dachvorrichtung werden durch Betätigen des Seils 22 die Verriegelungselemente
20a, 21a von den Bolzen 20b, 21b weggeschwenkt, wodurch die Dachhälften 10a, 10b entriegelt
sind. Diese werden durch Betätigen der Zylinder 40a, 40b, 42a, 42b nach aussen verfahren.
Dabei rollen die Laufrollen 26a, 26b auf dem Steg 31 ab. Schliesslich wird die Öffnung
50 in das Innere des Behältnisses, hier Güterbahnwagens, freigegeben. Fig. 11 und
12 zeigen die Dachvorrichtung in dieser geöffneten Stellung.
[0041] Güterbahnwagen weisen ein pneumatisches Bremssystem auf, z.B. in Form einer selbsttätigten
Lastabbremsung mittels Umstellung durch ein Wiegeventil B8, wie in Fig. 13 gezeigt.
Das bestehende Bremssystem, welches einerseits gewährleistet, dass je nach Zuladung
die Radsätze nicht blockieren, und andererseits, dass je nach Belastung ein sicheres
Bremsen auf einen gegebenen Bremsweg erfolgt, weist hier folgende Komponenten auf:
- Hauptluftleitung B1, welche endseitig jeweils via einen Luftsperrhahn B2 und eine
Bremskupplung B3 an die Hauptluftleitung B1 eines benachbarten Wagens anschliessbar
ist, um so ein durchgehende Verbindungsleitung zum Triebfahrzeug zu bilden;
- Notbremshahn B4, welcher an der Hauptluftleitung B1 angeschlossen ist und zum Auslösen
einer sofortigen Bremsung dient;
- Steuerventil B5, welches auf einem Träger angeordnet ist und mit der Hauptluftleitung
B1 verbunden ist;
- Luftbehälter B6, welcher mit dem Steuerventil B5 verbunden ist und zur Zufuhr von
Druckluft zum Bremszylinder B7 dient;
- Wiegeventil B8, welches das aktuelle Gewicht des Wagens erfasst und über einen Druckübersetzer
B9 an das Steuerventil B5 zurückmeldet;
- Regulierungsbehälter B10, welcher als Reservoir des Steuerdrucks im gebremsten Zustand
dient;
- weitere Komponenten in Form einer Umstellvorrichtung B11, einer Auslösevorrichtung
B12 und eines Bremsabsperrhahns B13, welche am Steuerventil B5 angeordnet sind und
zum Lösen einer überladenden Bremse sowie zum Entlüften der Bremse dienen.
[0042] Fig. 13 zeigt eine mögliche Erweiterung zum bestehenden Bremssystem B1-B13, um die
pneumatischer Zylinder 40a, 40b, 42a, 42b betätigen zu können.
[0043] In Flussrichtung gesehen ist via ein Rückschlagventil 60, eine Drossel 61 und einen
Hahn 62 ein Luftbehälter 63 an die Hauptluftleitung B1 angeschlossen.
[0044] Das Rückschlagventil 60 verhindert, dass Luft aus dem Luftbehälter 63 zurück in die
Hauptluftleitung B1 strömen kann. Die Drossel 61 verhindert, dass der Luftbehälter
63 und die daran angeschlossenen Komponenten zu schnell mit Luft befüllt werden. Der
Hahn 62 ist als 3-Wege-Absperr-/Ablasshahn ausgebildet und erlaubt es, den Luftbehälter
63 bei Bedarf zu entleeren und diesen dabei von der Hauptluftleitung B1 abzukoppeln.
[0045] Der Luftbehälter 63 dient zum Versorgen der Zylinder 40a, 40b, 42a, 42b mit Druckluft,
um sie so zu betätigen. Er ist entsprechend ausgelegt und weist z.B. ein Fassungsvermögen
von mindestens 50 Liter auf, z.B. 100 Liter.
[0046] Der Luftbehälter 63 ist über ein Steuerventil 65 an die Zuleitungen 66a, 66b angeschlossen,
über welche die Zylinder 40a, 40b, 42a, 42b mit Druckluft versorgbar sind.
[0047] Das Steuerventil 65 ist hier als 5/3-Wege-Steuerventil ausgelegt. Es weist demnach
5 Anschlüsse und 3 Schaltstellungen auf: eine Mittelstellung, in welcher hier alle
Anschlüsse abgesperrt sind (aktuelle Stellung gemäss Fig. 13), eine erste Einstellstellung,
in welcher die Zuleitung 66a belüftet und die Zuleitung 66b entlüftet sind (Stellung,
in welcher das Steuerventil 65 in Fig. 13 nach links verschoben ist) und eine zweite
Einstellstellung, in welcher die Zuleitung 66b belüftet und die Zuleitung 66a entlüftet
sind (Stellung, in welcher das Steuerventil 65 in Fig. 13 nach rechts verschoben ist).
[0048] Zur Überwachung des vorhandenen Luftdrucks kann z.B. in der Zuleitung zwischen Luftbehälter
63 und Steuerventil 65 ein Manometer 64 angeordnet sein.
[0049] Die Zylinder 40a, 40b, 42a, 42b sind hier doppelwirkend ausgebildet. Zum Ausfahren
der Zylinderstangen 41a, 41b, 43a, 43b wird die Zuleitung 66b unter Druck gesetzt,
so dass die jeweilige stangenabgewandte Seite des Kolbens mit Druck beschlagt wird.
Zum Einfahren der Zylinderstangen 41a, 41b, 43a, 43b wird die Zuleitung 66a unter
Druck gesetzt, so dass die jeweilige stangenzugewandte Seite des Kolbens mit Druck
beschlagt wird.
[0050] An der Verzweigung 70, an welche die Hauptluftleitung B1 und Rückschlagventil 60
angeschlossen sind, ist weiter via einen Absperrhahn 71 mit einer Umstelleinrichtung
72 ein Schnellbremsventil 73 angeschlossen. An dieses sind Ventile 74a, 74b angeschlossen,
welche hier als Rollenhebelventile eingerichtet sind.
[0051] Die Komponenten 71, 72, 73, 74a, 74b dienen als Sicherheitseinrichtung bei einem
unbeabsichtigten Öffnen des Daches.
[0052] Mittels der Umstelleinrichtung 72 ist der Absperrhahn 71 so einstellbar, dass er
sperrt, z.B. dann, wenn der Güterwagen beladen werden soll und daher die Dachhälften
10a, 10b gezielt geöffnet werden.
[0053] Beim Transport des Güterbahnwagens soll das Dach hingegen geschlossen bleiben. Mittels
der Umstelleinrichtung 72 ist der Absperrhahn 71 so einstellbar, dass er offen ist.
Öffnet sich nun das Dach unbeabsichtigterweise, wird das Ventil 74a und/oder Ventil
74b ausgelöst, wodurch ein Öffnen des Schnellbremsventils 73 bewirkt wird. Die Hauptluftleitung
B1 ist dann offen, wird somit entleert und löst eine Schnellbremsung des Güterbahnwagens
aus.
[0054] Die vorliegende Dachvorrichtung ist für verschiedene Behältnisse einsetzbar, welche
zum Transport von Schüttgut dienen und abgedeckt werden sollen. Ein Behältnis ist
z.B. Teil eines Gütewagens für den Transport per Bahn, z.B. eines Kieswagens. Es können
auch bestehende Güterbahnwagen, die eine offene Oberseite aufweisen, durch welche
hindurch das Schüttgut einbringbar ist, nachträglich mit einer Dachvorrichtung ausgerüstet
werden. Damit die Gesamthöhe gleichbleibt, wird bei Bedarf der Güterbahnwagen in der
Höhe gekürzt, indem z.B. ein oberer Teil die Wandung, welche die Öffnung ins Innere
definieren, abgetrennt wird. So können insbesondere Güterbahnwagen, welche gemäss
dem UIC-Bauart-Bezeichnungssystem (UIC=Union Internationale des Chemins de fer) folgende
Bezeichnungen haben, nachträglich mit einer Dachvorrichtung versehen werden: Faccs,
Faccns, Falls, Fallns.
[0055] Die Buchstaben in diesen Bezeichnungen haben folgende Bedeutungen:
- Buchstabe F:
es handelt sich um einen offenen Güterwagen in Sonderbauart;
- Buchstabe a:
es sind vier Radsätze vorgesehen;
- Buchstabenkombination cc:
regelbarer Schwerkraft-Selbstentlader, wobei sich die Unterkante der Entladeöffnung
weniger als 70 cm über der Schienenoberkante befindet;
- Buchstabenkombination II:
nicht-regelbarer Schwerkraft-Selbstentlader, wobei sich die Unterkante der Entladeöffnung
weniger als 70 cm über der Schienenoberkante befindet;
- Buchstabe n:
die Lastgrenze liegt über 60 Tonnen (bei vier Radsätzen);
- Buchstabe s:
zugelassen für Züge bis 100 km/h.
[0056] Nebst Güterbahnwagen können auch Container zum Transport von Schüttgut, welche eine
offene Oberseite aufweisen, mit der Dachvorrichtung versehen werden, insbesondere
- Abrollcontainer, welche mit Lastwagen und/oder per Bahn transportiert werden;
- ISO-Container (Grossraumbehälter, genormt gemäss ISO-Norm 668), welche durch Vorsehen
eines geeigneten Bahnwagens auch per Bahn transportierbar sind;
- Aufbauten auf einem Bahnwagen, welche ein Behältnis aufweisen zum Transport von diversen
Schüttgütern (Eisenerz, Sand, Kies, Zement, Gleisschotter, Kohle, Koks etc.).
1. Dachvorrichtung für ein Behältnis zum Transport von Schüttgut, wobei das Behältnis
eine offene Oberseite aufweist, durch welche hindurch das Behältnis mit Schüttgut
beladbar ist, wobei die Dachvorrichtung umfasst:
ein Dach mit zwei Dachhälften (10a, 10b), die zwischen einer Abdeck- und Offenstellung
hin und her verfahrbar sind, wobei die Oberseite des Behältnisses in der Abdeckstellung
durch die Dachhälften abgedeckt und in der Offenstellung zwischen den Dachhälften
zumindest teilweise freigegeben ist, und
eine Antriebseinrichtung (40a, 40b, 42a, 42b, 60-65, 66a, 66b) zum Verfahren der Dachhälften.
2. Dachvorrichtung nach Anspruch 1, welche Laufschienen (13a, 13b, 15a, 15b) umfasst
zum Verfahren der Dachhälften (10a, 10b), wobei eine jeweilige Laufschiene vorzugsweise
an einer Dachhälfte befestigt ist.
3. Dachvorrichtung nach Anspruch 2, wobei die Laufschienen (13a, 13b, 15a, 15b) mindestens
eines der folgenden Merkmale A1-A5 aufweisen:
A1) eine jeweilige Laufschiene ist endseitig einer Dachhälfte (10a, 10b) angeordnet;
A2) eine jeweilige Laufschiene ist mit mindestens einer Konsole (11a, 11b, 12a, 12b)
an einer Dachhälfte befestigt, welche Konsole vorzugsweise U-förmig ausgebildet ist;
A3) die jeweilige Laufschiene (13a, 15a) der einen Dachhälfte ist benachbart zu einer
Laufscheine (13b, 15b) der anderen Dachhälfte und auf einem anderen vertikalen Niveau
angeordnet;
A4) eine jeweilige Laufschiene ist zwischen Rollen (33a-33d, 33a'-33d', 35a-35d, 35a'-35d')
verfahrbar angeordnet;
A5) eine jeweilige Laufschiene ist zwischen zwei Paaren von Rollen verfahrbar angeordnet.
4. Dachvorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, mit einem Verriegelungsmechanismus
(20a, 20b, 21a, 21b) zum wahlweisen Verriegeln und Freigeben der Dachhälften (10a,
10b).
5. Dachvorrichtung nach Anspruch 4, wobei der Verriegelungsmechanismus mindestens ein
Verriegelungselement (20a, 21a) aufweist, welches bewegbar an der einen Dachhälfte
(10a) angeordnet und welches mit einem Bolzen (20b, 21b) in Eingriff bringbar ist,
der an der anderen Dachhälfte (10b) angeordnet ist, wobei vorzugsweise das Verriegelungselement
mindestens eines der folgenden Merkmale B1-B5 aufweist:
B1) das mindestens eine Verriegelungselement ist derart ausgelegt, dass es aufgrund
seines Eigengewichts von der freigegebenen zur verriegelten Stellung bewegbar ist;
B2) das mindestens eine Verriegelungselement ist schwenkbar an der einen Dachhälfte
angeordnet;
B3) das mindestens eine Verriegelungselement weist eine geneigte Führungsfläche (20d)
auf, an welcher sich eine Ausnehmung anschliesst (20c), wobei beim Verriegelungsvorgang
die geneigte Führungsfläche den Bolzen kontaktiert und ein Auslenken des mindestens
einen Verriegelungselement bewirkt, bis schliesslich die Ausnehmung mit dem Bolzen
in Eingriff gebracht ist;
B4) das mindestens eine Verriegelungselement ist mit einem Betätigungsteil (22), insbesondere
einem Seil verbunden, zum manuellen Betätigen des mindestens einen Verriegelungselements;
B5) es sind zwei Verriegelungselemente vorgesehen, welche an einer Dachhälfte angeordnet
sind und welche jeweils mit einem Bolzen in Eingriff bringbar sind, wobei vorzugsweise
die zwei Verriegelungselemente aneinandergekoppelt sind, so dass die Bewegung des
einen Verriegelungselements eine Bewegung des anderen Verriegelungselements bewirkt.
6. Dachvorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die jeweilige Dachhälfte
(10a. 10b) eine Laufrolle (26a, 26b) aufweist, welche vorzugsweise in der Mitte der
Dachhälfte angeordnet und/oder welche vorzugsweise beim Verfahren der Dachhälften
auf einem Steg (31) abrollbar ist, der die Oberseite des Behältnisses überbrückt.
7. Dachvorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, bei welcher die Antriebseinrichtung
(40a, 40b, 42a, 42b, 60-65, 66a, 66b) eingerichtet ist, die Dachhälften pneumatisch
zu verfahren.
8. Dachvorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, bei welcher die Antriebseinrichtung
(60-65, 66a, 66b) pneumatische Zylinder (40a, 40b, 42a, 42b) umfasst, welche mindestens
eines der folgenden Merkmale C1-C5 aufweisen:
C1) ein jeweiliger Zylinder ist endseitig einer Dachhälfte angeordnet;
C2) ein jeweiliger Zylinder ist doppelwirkend;
C3) die Zylinderstange (41a, 41b, 43a, 43b) eines jeweiligen Zylinders ist endseitig
an eine Dachhälfte gekoppelt;
C4) es sind pro Dachhälfte mindestens zwei Zylinder vorgesehen;
C5) der jeweilige Zylinder (41a, 43a), der an die eine Dachhälfte (10a) gekoppelt
ist, ist benachbart zu einem Zylinder (41b, 43b) der anderen Dachhälfte (10b) und
auf einem anderen vertikalen Niveau angeordnet.
9. Dachvorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, bei welcher die Antriebseinrichtung
(40a, 40b, 42a, 42b, 60-65, 66a, 66b) einen Luftbehälter (63) zum Speichern von Druckluft
aufweist, mit welcher die Antriebseinrichtung betreibbar ist, wobei vorzugsweise der
Luftbehälter zusätzlich zu einem Luftbehälter (B6) für den Betrieb eines Bremssystems
vorgesehen ist.
10. Dachvorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, mit einer Sicherheitseinrichtung,
(71-73, 74a, 74b), welche eine Sensoreinrichtung (74a, 74b) umfasst zum Auslösen eines
Signals beim unnachsichtigen Bewegen der Dachhälften (10a, 10b) zur Offenstellung
hin, vorzugsweise umfasst die Sensoreinrichtung mindestens ein Ventil (74a, 74b) zum
Erzeugen eines pneumatischen Signals, insbesondere ein Rollenhebelventil, und/oder
vorzugsweise ist die Sensoreinrichtung an ein Schnellbremsventil (73) gekoppelt zum
Öffnen einer Hauptluftleitung (B1) eines Bremssystems.
11. Dachvorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei das Dach so eingerichtet
ist, dass bei der Abdeckstellung des Daches und beim Entladen des Behältnisses durch
mindestens eine untere Entladeöffnung im Behältnis Luft von aussen durch das Dach
in das Behältnis strömbar ist.
12. Transportträger zum Transport von Schüttgut, insbesondere Güterbahnwagen, Container
oder Aufbau auf einen Bahnwagen, welcher Transportträger ein Behältnis zur Aufnahme
von Schüttgut und eine Dachvorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche aufweist.
13. Transportträger nach Anspruch 12, wobei die Dachvorrichtung so eingerichtet ist, dass
die Dachhälften (10a, 10b) bei der Offenstellung nicht über die maximale Breite des
Transportträgers, insbesondere Güterbahnwagens, hinausreichen.
14. Verfahren zum Bereitstellen eines Transportträgers nach Anspruch 12 oder 13, bei welchem
der Transportträger mit einer Dachvorrichtung nach einem Ansprüche 1-11 ausgerüstet
wird.
15. Verfahren nach Anspruch 14, wobei der Transportträger in der Höhe gekürzt wird, bevor
die Dachvorrichtung angebracht wird.