[0001] Die Erfindung bezieht sich auf Maskierungsverfahren sowie auf Achszähleinrichtungen
mit Maskierungsfunktion; solche Verfahren und Einrichtungen werden im Bereich der
Eisenbahntechnik zum Überwachen von Eisenbahngleisanlagen eingesetzt.
[0002] Die Erfindung bezieht sich konkret auf ein Verfahren zur Maskierung einer Fehlfunktion
eines zwischen einem ersten Gleisabschnitt und einem daran angrenzenden zweiten Gleisabschnitt
angeordneten Zählpunkts im Rahmen eines Maskierungsverfahrens, wobei im Rahmen des
Maskierungsverfahrens ein den ersten und zweiten Gleisabschnitt überspannender virtueller
Gleisabschnitt berücksichtigt wird. Ein derartiges Verfahren ist aus der deutschen
Patentschrift
EP 0 739 802 B1 bekannt.
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren der beschriebenen Art weiterzuentwickeln.
[0004] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Verfahren mit den Merkmalen gemäß Patentanspruch
1 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen des erfindungsgemäßen Verfahrens sind in Unteransprüchen
angegeben.
[0005] Danach ist erfindungsgemäß vorgesehen, dass das Maskierungsverfahren eine vorherige
Aktivierung erfordert, wobei die Aktivierung des Maskierungsverfahrens verlangt, dass
nach einem Grundstellen des ersten und zweiten realen Gleisabschnittes eine vollständige
Zugdurchfahrt durch die beiden Gleisabschnitte festgestellt wird und das Freisein
des virtuellen Gleisabschnitts durch die Zugdurchfahrt bestätigt wird, wobei im Falle
einer vorherigen Aktivierung des Maskierungsverfahrens eine Maskierung der Fehlfunktion
des Zählpunkts erfolgt, wenn die Überwachung des virtuellen Gleisabschnitts ein Freisein
des virtuellen Gleisabschnitts bestätigt, aber der Zählpunkt als gestört gilt, weil
er eine widersprechende Information oder keine Information ausgibt, und das Maskieren
der Fehlfunktion beendet wird, falls die Störung des Zählpunkts länger als eine vorgegebene
Maximalstörungszeitspanne anhält.
[0006] Ein wesentlicher Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens besteht darin, dass durch
die erfindungsgemäß vorgesehene durchfahrtsabhängige Aktivierung der Fehlermaskierung
in Kombination mit einer zeitlichen Begrenzung der Fehlermaskierung die Betriebssicherheit
gegenüber herkömmlichen Maskierungsverfahren deutlich verbessert wird, weil die Maskierung
erst nach Überprüfung der Funktionsfähigkeit der beteiligten Zählpunkte begonnen bzw.
freigeschaltet wird und - beispielsweise achszählerseitig - autark wieder beendet
wird, sobald eine Fortsetzung der Maskierung als problematisch erkannt wird, weil
sie für eine nur temporäre Störung zu lange anhält. Meistens werden unkritische Störungen
durch eine externe Einspeisung starker elektromagnetischer Felder hervorgerufen, die
beispielsweise durch Lichtbögen im Bereich der Stromabnehmer der Schienenfahrzeuge
erzeugt werden, zum Beispiel, wenn die Stromabnehmer verstellt werden; solche Störungen
sind in der Regel nur sehr kurz und liegen im Sekundenbereich, sodass sie für den
Betrieb der Eisenbahnanlage ungefährlich sind. Hingegen deuten unplausible Zählpunktmeldungen,
die deutlich länger anhalten, auf ein ernstes Sicherheitsproblem hin, weil beispielsweise
tatsächlich ein Zählpunkt defekt ist oder ein dem Stellwerk unbekanntes Schienenfahrzeug
tatsächlich einen Zählpunkt passiert; eine solche Überfahrt eines Zählpunkts dauert
in der Regel deutlich länger als die beschriebenen Fehler durch Lichtbögen. Durch
die erfindungsgemäß vorgesehene Kombination einer notwendigen vorherigen Aktivierung
zur primären Bestätigung der Funktionsfähigkeit der Zählpunkte mit einer zeitlichen
Begrenzung der Maskierung werden Probleme für die Betriebssicherheit, wie sie stellwerksseitig
unbekannte Schienenfahrzeuge, Geisterzüge oder defekte Zählpunkte hervorrufen können,
deutlich reduziert.
[0007] Als vorteilhaft wird es angesehen, wenn die realen Gleisabschnitte als frei angesehen
und nach außen als frei gemeldet werden, solange das Maskieren der Fehlfunktion anhält.
[0008] Die realen Gleisabschnitte werden vorzugsweise nach außen als besetzt gemeldet, wenn
die Störung des Zählpunkts länger als die vorgegebene Maximalstörungszeitspanne anhält.
Die Maximalstörungszeitspanne beträgt vorzugsweise zwischen 4 Sekunden und 20 Sekunden,
um beispielsweise die oben beschriebenen Störungen durch Lichtbögen ausblenden zu
können.
[0009] Im Falle, dass die Störung noch während des Maskierens endet, wird eine durch die
Störung verursachte interne Besetztannahme des ersten und/oder zweiten realen Gleisabschnitts
vorzugsweise grundgestellt, indem die betroffenen realen Gleisabschnitte intern als
frei definiert werden.
[0010] Das Grundstellen des ersten und/oder zweiten realen Gleisabschnitts schließt vorzugsweise
ein, im Falle eines durch die Störung verursachten ersten abschnittsbezogenen Zählerstandsfehlers,
der den ersten realen Gleisabschnitt betrifft, und/oder zweiten abschnittsbezogenen
Zählerstandsfehlers, der den zweiten realen Gleisabschnitt betrifft, die betroffenen
abschnittsbezogenen Zählerstände zu korrigieren, beispielsweise auf Null zu setzen.
[0011] Im Falle eines wiederholten Auftretens von Störungsereignissen werden diese vorzugsweise
als zu derselben oben genannten Störung, deren zeitliche Länge mit der vorgegebenen
Maximalstörungszeitspanne verglichen wird, gehörig angesehen, wenn der zeitliche Abstand
zwischen den aufeinanderfolgenden Störungsereignissen kürzer als eine vorgegebene
Trennzeitspanne ist. Im letztgenannten Falle wird das Auftreten des ersten Störungsereignisses
vorzugsweise als Beginn der Störung angesehen. Die Trennzeitspanne kann die Latenz
bzw. Übertragungsverzögerung zwischen den Zählpunkten und einer mit diesen verbundenen
Achszähleinrichtung berücksichtigen, wodurch vermieden wird, dass aufgrund der Latenz
ein einziges Fehlerereignis von der Achszähleinrichtung mehrfach erfasst bzw. als
Mehrfachfehlerereignis missinterpretiert wird; die Trennzeitspanne beträgt vorzugsweise
maximal 5 Sekunden.
[0012] Das Verfahren wird vorzugsweise von einer Achszähleinrichtung durchgeführt, die eingangsseitig
mit dem zwischen dem ersten Gleisabschnitt und dem daran angrenzenden zweiten Gleisabschnitt
angeordneten Zählpunkt sowie ausgangsseitig mit einer übergeordneten Einrichtung verbunden
ist und die Fehlfunktion des Zählpunkts gegenüber der übergeordneten Einrichtung maskiert,
indem sie die realen Gleisabschnitte trotz der Fehlfunktion des Zählpunkts der übergeordneten
Einrichtung gegenüber als frei meldet. Die übergeordnete Einrichtung ist vorzugsweise
ein Stellwerk.
[0013] Im Falle, dass die Störung noch während des Maskierens endet, wird die Achszähleinrichtung
eine durch die Störung verursachte interne Besetztannahme des ersten und/oder zweiten
realen Gleisabschnitts vorzugsweise korrigieren, indem sie betroffenen realen Gleisabschnitte
intern als frei definiert.
[0014] Im Rahmen der Korrektur der internen Besetztannahme wird die Achszähleinrichtung
einen durch die Störung verursachten ersten Zählerstandsfehler, der den ersten realen
Gleisabschnitt betrifft, und/oder zweiten Zählerstandsfehler, der den zweiten realen
Gleisabschnitt betrifft, vorzugsweise durch Korrektur der betroffenen Zählerstände,
insbesondere durch Setzen auf Null, beheben.
[0015] Die beiden realen Gleisabschnitte können nach außen durch weitere Zählpunkte begrenzt
werden. In einem solchen Falle ist die Achszähleinrichtung vorzugsweise auch mit diesen
weiteren Zählpunkten verbunden und veranlasst die vorherige Aktivierung des Maskierungsverfahrens,
wenn sie nach einem Grundstellen des ersten und zweiten realen Gleisabschnittes die
Zugdurchfahrt durch den virtuellen Gleisabschnitt anhand auch der von den weiteren
Zählpunkten gelieferten Zählereignismeldungen festgestellt hat.
[0016] Das Grundstellen des ersten und zweiten realen Gleisabschnittes erfolgt vorzugsweise
auf eine externe Anweisung der übergeordneten Einrichtung hin, also durch eine Anweisung
einer anderen Einrichtung als der Achszähleinrichtung.
[0017] Die Erfindung bezieht sich außerdem auf eine Achszähleinrichtung mit zumindest einem
Eingangsanschluss zum Anschluss an einen zwischen einem ersten Gleisabschnitt und
einem daran angrenzenden zweiten Gleisabschnitt angeordneten Zählpunkt sowie zum Anschluss
an weitere Zählpunkte, die die beiden realen Gleisabschnitte nach außen begrenzen,
und zumindest einem Ausgangsanschluss zum Anschluss an eine übergeordnete Einrichtung.
Bei einer solchen Achszähleinrichtung ist erfindungsgemäß vorgesehen, dass die Achszähleinrichtung
ausgestaltet ist, ein Verfahren wie oben beschrieben durchzuführen.
[0018] Bezüglich der Vorteile der erfindungsgemäßen Achszähleinrichtung und vorteilhafter
Ausgestaltungen der erfindungsgemäßen Achszähleinrichtung sei auf die obigen Ausführungen
im Zusammenhang mit dem erfindungsgemäßen Verfahren und dessen vorteilhafter Ausgestaltungen
verwiesen.
[0019] Vorteilhaft ist es, wenn die Achszähleinrichtung eine Recheneinrichtung und einen
Speicher umfasst, in dem ein Steuerprogrammmodul abgespeichert ist, das dazu ausgestaltet
ist, bei Ausführung durch die Recheneinrichtung das Verfahren wie oben beschrieben
durchzuführen.
[0020] Vorteilhaft ist es, wenn das Steuerprogrammmodul ein Zählmodul umfasst, das die Zählpunktmeldungen
der Zählpunkte erfasst und für die beiden realen Gleisabschnitte sowie den virtuellen
Gleisabschnitt jeweils einen abschnittsbezogenen Zählerstand ermittelt.
[0021] Vorteilhaft ist es, wenn das Steuerprogrammmodul ein Grundstellmodul umfasst, das
bei Eingang eines das Grundstellen der beiden realen Gleisabschnitte befehlenden Steuerbefehls
eines Stellwerks die den beiden realen Gleisabschnitten zugeordneten Zählerstände
auf Null setzt, indem es an das Zählmodul einen Nullsetzbefehl übermittelt.
[0022] Vorteilhaft ist es, wenn das Steuerprogrammmodul ein Überwachungsmodul umfasst, das
nach dem von dem Stellwerk veranlassten Grundstellen der den beiden realen Gleisabschnitten
zugeordneten Zählerstände die Zählpunktmeldungen der Zählpunkte auf das Auftreten
eines vollständigen Durchfahrereignisses überwacht, wie dies oben erläutert wurde;
außerdem setzt das Überwachungsmodul vorzugsweise nach einer Detektion eines solchen
Durchfahrereignisses den dem virtuellen Gleisabschnitt zugeordneten Zählerstand durch
einen Nullsetzbefehl auf Null und aktiviert das Maskierungsverfahren durch einen Aktivierungsbefehl.
[0023] Vorteilhaft ist es, wenn das Steuerprogrammmodul ein Maskierungsmodul umfasst, das
nach Eingang des Aktivierungsbefehls das oben beschriebene Maskierungsverfahren durchführt.
Liegt beispielsweise eine Fehlfunktion des zweiten Zählpunkts vor, wie dies oben erläutert
wurde, so maskiert das Maskierungsmodul diesen Fehler vorzugsweise dem Stellwerk gegenüber,
indem es die realen Gleisabschnitte mittels einer entsprechenden Stellwerksmeldung
weiter als frei meldet. Wird die Fehlersituation vor Ablauf einer Maximalstörungszeitspanne
beendet, so übermittelt das Maskierungsmodul an das Zählmodul vorzugsweise einen Rücksetzbefehl,
mit dem die Zählerstände der beiden realen Gleisabschnitte auf Null gesetzt werden,
und setzt das Maskierungsverfahren wieder in seinen aktiven Ausgangszustand zurück,
also in den Zustand nach seiner Aktivierung durch das Überwachungsmodul; andernfalls
beendet das Maskierungsmodul vorzugsweise die Maskierung und meldet mittels einer
Stellwerksmeldung die realen Gleisabschnitte als besetzt und/oder übermittelt mittels
der Stellwerksmeldung eine Störungsmeldung an das Stellwerk. Solange das Maskierungsverfahren
inaktiv ist, übermittelt das Maskierungsmodul im Rahmen der Stellwerksmeldung vorzugsweise
unmittelbar die Zählerstände der realen Gleisabschnitte und/oder die sich daraus ergebenden
Besetzt- und/oder Freimeldungen für die jeweiligen Gleisabschnitte.
[0024] Die Erfindung wird nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen näher erläutert;
dabei zeigen beispielhaft:
- Figur 1
- ein Ausführungsbeispiel für eine Eisenbahngleisanlage, die mit einem Ausführungsbeispiel
für eine erfindungsgemäße Achszähleinrichtung ausgestattet ist,
- Fig. 2-5
- die Achszähleinrichtung gemäß Figur 1 während eines beispielhaften Betriebs, wobei
anhand der Figuren ein Ausführungsbeispiel für ein erfindungsgemäßes Verfahren erläutert
wird,
- Fig. 6-9
- näher im Detail eine bevorzugte Ausführungsvariante der Achszähleinrichtung gemäß
den Figuren 1 bis 5, wobei verschiedene Betriebsphasen der Achszähleinrichtung dargestellt
sind, und
- Figur 10
- eine weitere Eisenbahngleisanlage, die mit einem Ausführungsbeispiel für eine erfindungsgemäße
Achszähleinrichtung, beispielsweise der Achszähleinrichtung gemäß den Figuren 6 bis
9, ausgestattet ist.
[0025] In den Figuren werden der Übersicht halber für identische oder vergleichbare Komponenten
stets dieselben Bezugszeichen verwendet.
[0026] Die Figur 1 zeigt einen ersten realen Gleisabschnitt GA1 und einen daran angrenzenden
zweiten realen Gleisabschnitt GA2 einer Eisenbahngleisanlage 10. Der erste Gleisabschnitt
GA1 wird durch einen ersten Zählpunkt ZP1 und einen zweiten Zählpunkt ZP2 begrenzt;
der zweite Gleisabschnitt GA2 wird durch den zweiten Zählpunkt ZP2 und einen dritten
Zählpunkt ZP3 begrenzt. Der zweite Zählpunkt ZP2 ist also zwischen dem ersten Gleisabschnitt
GA1 und dem zweiten Gleisabschnitt GA2 angeordnet und trennt bzw. verbindet diese.
Die Zählpunkte ZP1 bis ZP3 sind in üblicherweise dazu ausgestaltet, Durchfahrereignisse
zu detektieren und korrespondierende Zählpunktmeldungen ZPM auszugeben.
[0027] Die Zählpunkte ZP1 bis ZP3 stehen mit einer Achszähleinrichtung 20 in Verbindung,
die die Zählpunktmeldungen ZPM der Zählpunkte ZP1 bis ZP3 auswertet und den Besetzt-
bzw. Freizustand der Gleisabschnitte durch Auswerten der Zählpunktmeldungen ZPM bestimmt.
Beispielsweise kann die Achszähleinrichtung 20 auf der Basis der Zählpunktmeldungen
ZPM der Zählpunkte ZP1 bis ZP3 für jeden der beiden Gleisabschnitte GA1 und GA2 jeweils
einen abschnittsbezogenen Zählerstand ZS bilden, der die Anzahl der in dem jeweiligen
Gleisabschnitt GA1 bzw. GA2 befindlichen Schienenfahrzeugachsen angibt: Beträgt der
abschnittsbezogene Zählerstand ZS Null, so wird der jeweilige Gleisabschnitt GA1 als
frei angesehen; beträgt der Zählerstand ZS hingegen nicht Null, so wird der jeweilige
Gleisabschnitt GA1 als nicht frei bzw. als besetzt angesehen.
[0028] Die Achszähleinrichtung 20 gemäß Figur 1 beobachtet darüber hinaus den Besetztzustand
eines die beiden Gleisabschnitte GA1 und GA2 übergreifenden virtuellen Gleisabschnitts
VGA. Dessen Zustand, also besetzt oder frei, ermittelt die Achszähleinrichtung 20
anhand der von dem ersten Zählpunkt ZP1 und dem dritten Zählpunkt ZP3 gelieferten
Zählpunktmeldungen ZPM, also unabhängig von Zählpunktmeldungen des zweiten Zählpunkts
ZP2; die Zählpunktmeldungen des ersten und dritten Zählpunkts ZP1 und ZP3 definieren
einen Zählerstand ZS, der die im virtuellen Gleisabschnitt VGA befindliche Achsanzahl
angibt.
[0029] Das Erfassen von Durchfahrereignissen und das Zählen von Rädern bzw. Achsen, das
Erzeugen von entsprechenden Zählpunktmeldungen ZPM und das Ermitteln von abschnittsbezogenen
Zählerständen ZS ist allgemein bekannt, sodass diesbezüglich auf den Stand der Technik
verwiesen sei, insbesondere auf die eingangs genannte Patentschrift.
[0030] Bei den Zählpunktmeldungen ZPM der Zählpunkte ZP1 bis ZP3 kann es sich beispielweise
um Ereignismeldungen handeln, die jedes Durchfahrereignis jeweils individuell melden;
alternativ kann vorgesehen sein, dass die Zählpunkte ZP1 bis ZP3 Durchfahrereignisse
durch Hoch- oder Herunterzählen interner Zählerpunktzählerstände erfassen und diese
Zählerpunktzählerstände an die Achszähleinrichtung 20 übermitteln. Die Ausgestaltung
der Zählpunktmeldungen ZPM spielt keine Rolle, solange die Achszähleinrichtung 20
anhand der Zählpunktmeldungen ZPM die abschnittsbezogenen Zählerstände ZS und damit
den Besetzungszustand der realen und virtuellen Gleisabschnitte GA1 und GA2 bzw. VGA
ermitteln kann.
[0031] Unter Umständen kann der Fall eintreten, dass einer der Zählpunkte ZP1 bis ZP3 ausfällt
oder nur zeitweise durch externen Einfluss gestört ist und keine oder falsche Zählpunktmeldungen
ZPM ausgibt. Um zu vermeiden, dass falsche Zählpunktmeldungen ZPM der Zählpunkte ZP1
bis ZP3 unmittelbar bzw. voreilig zu einer entsprechenden Meldung an eine der Achszähleinrichtung
20 übergeordnete Einrichtung, bei der es sich beispielsweise um ein Stellwerk 30 handeln
kann, führen, ist die Achszähleinrichtung 20 dazu ausgebildet, ein Maskierungsverfahren
durchzuführen, mit dem Zählpunktfehler dem Stellwerk 30 gegenüber zeitlich begrenzt
verheimlicht werden.
[0032] Die Achszähleinrichtung 20 gemäß Figur 1 ist bezüglich einer Maskierung von Fehlern
derart ausgestaltet, dass sie für das Maskierungsverfahren eine vorherige Aktivierung
erfordert und außerdem das Maskierungsverfahren abbricht, wenn eine Fehlersituation
eine vorgegebene Maximalstörungszeitspanne Tmax überschreitet. Die Arbeitsweise der
Achszähleinrichtung 20 bezüglich des Maskierungsverfahrens wird nachfolgend beispielhaft
für den Fall erläutert, dass der zweite Zählpunkt ZP2 ausgefallen oder gestört ist
und eine fehlerhafte Zählpunktmeldung ZPM liefert.
[0033] Die vorherige Aktivierung des Maskierungsverfahrens erfordert bei der Achszähleinrichtung
20 gemäß Figur 1 zweierlei, nämlich zunächst ein stellwerkseitiges Grundstellen der
realen Gleisabschnitte GA1 und GA2 und eine nachfolgende vollständige Zugdurchfahrt
durch den virtuellen Gleisabschnitt VGA.
[0034] Die Figur 1 zeigt einen Zeitpunkt t1, nachdem ein stellwerkseitiger Grundstellbefehl
SB vom Stellwerk 30 zur Achszähleinrichtung 20 übermittelt worden ist und die Achszähleinrichtung
20 die Gleisabschnitte GA1 und GA2 intern grundgestellt hat, indem sie intern die
abschnittsbezogenen Zählerstände ZS für die realen Gleisabschnitte GA1 und GA2 auf
Null gesetzt hat. Der virtuelle Gleisabschnitt VGA ist vom Grundstellen noch nicht
betroffen, sodass dessen Zählerstand noch nicht auf Null gesetzt worden ist und auf
einem Defaultwert DW verbleibt; eine Grundstellung des virtuellen Gleisabschnitts
VGA erfolgt erst, wenn die Achszähleinrichtung 20 anhand der Zählpunktmeldung ZPM
der Zählpunkte ZP1 bis ZP3 eine vollständige Zugdurchfahrt hat feststellen können,
wodurch die stellwerkseitig erzwungene Grundstellung der realen Gleisabschnitte GA1
und GA2 inhaltlich bestätigt wird sowie auch die korrekte Funktionsfähigkeit der Zählpunkte
in unabhängiger Weise von der Achszähleinrichtung 20 bestätigt wird.
[0035] Eine Aktivierung des Maskierungsverfahrens ist zu dem in der Figur 1 gezeigten Zeitpunkt
t1 demgemäß auch noch nicht erfolgt, da nach dem Grundstellen der realen Gleisabschnitte
GA1 und GA2 noch keine vollständige Zugdurchfahrt stattgefunden hat.
[0036] Die Figur 2 zeigt einen späteren zweiten Zeitpunkt t=t2 (t2>t1), nachdem die Achszähleinrichtung
20 anhand der Zählpunktmeldungen ZPM der Zählpunkte ZP1 bis ZP3 eine vollständige
Zugdurchfahrt eines Schienenfahrzeugs 50 hat feststellen können, wodurch die stellwerkseitig
erzwungene Grundstellung der realen Gleisabschnitte GA1 und GA2 inhaltlich bestätigt
wurde. Die Achszähleinrichtung 20 sieht nach der Zugdurchfahrt den virtuellen Gleisabschnitt
VGA als frei an, setzt den Zählerstand ZS des virtuellen Gleisabschnitts auf Null
und aktiviert das Maskierungsverfahren. Bei der Darstellung gemäß Figur 2 wird beispielhaft
davon ausgegangen, dass die Zählpunkte ZP1 bis ZP3 noch korrekt arbeiten und die abschnittsbezogenen
Zählerstände ZS demgemäß Null betragen.
[0037] Die Figur 3 zeigt einen späteren dritten Zeitpunkt t=t3 (t3>t2), zu dem ein Fehler
des zweiten Zählpunkts ZP2 aufgetreten ist; dabei wird beispielhaft davon ausgegangen,
dass - beispielsweise durch eine externe Einspeisung eines elektromagnetischen Feldes
durch einen Lichtbogen im Bereich eines Nachbargleises - der zweite Zählpunkt ZP2
ein Durchfahrereignis gemeldet hat, das real nicht stattgefunden hat. Die internen
abschnittsbezogenen Zählerstände ZS für die beiden realen Gleisabschnitte GA1 und
GA2 betragen somit nicht mehr Null, sondern bei dem beschriebenen Beispiel "-1" und
"+1". Der Zählerstand ZS für den virtuellen Gleisabschnitt VGA bleibt dagegen bei
Null, weil der erste Zählpunkt ZP1 und der dritte Zählpunkt ZP3 korrekt arbeiten und
keine Durchfahrereignisse signalisiert haben.
[0038] Die Achszähleinrichtung 20 führt in der beschriebenen Situation nun die Maskierung
des Fehlverhaltens des zweiten Zählpunkts ZP2 durch, indem die die beiden realen Gleisabschnitte
GA1 und GA2 dem Stellwerk 30 gegenüber mit einer Stellwerksmeldung ZM weiter als frei
meldet. Außerdem startet die Achszähleinrichtung 20 eine Zeitmessung und beobachtet
die weiteren Zählpunktmeldungen ZPM des zweiten Zählpunkts ZP2.
[0039] Die Figur 4 zeigt einen späteren vierten Zeitpunkt t=t4 (t4>t3), der nach dem Start
der Zeitmessung innerhalb einer vorgegebenen Maximalstörungszeitspanne Tmax nach dem
Start der Zeitmessung liegt, es gilt hier also:

[0040] Die Maximalstörungszeitspanne Tmax liegt vorzugsweise in einem Bereich zwischen 4
und 20 Sekunden.
[0041] Bei der Darstellung gemäß Figur 4 wird beispielhaft davon ausgegangen, dass der zweite
Zählpunkt ZP2 nach der falschen Zählpunktmeldung zum Zeitpunkt t3 für eine vorgegebene
Trennzeitspanne Tmin (Tmin < Tmax) keine weitere falsche Zählpunktmeldung ZPM an die
Achszähleinrichtung 20 übermittelt hat. Die Trennzeitspanne Tmin liegt vorzugsweise
in einem Bereich zwischen 2 und 10 Sekunden.
[0042] Die Achszähleinrichtung 20 geht mit Ablauf der Trennzeitspanne Tmin zum Zeitpunkt
t4 = t3 + Tmin davon aus, dass der zweite Zählpunkt ZP2 nicht mehr gestört ist, sodass
ein Zurücksetzen der abschnittsbezogenen Zählerstände ZS erfolgen kann, also die realen
Gleisabschnitte GA1 und GA2 intern als frei definiert bzw. intern grundgestellt werden
können.
[0043] Nach dem internen Grundstellen der Zählerstände der realen Gleisabschnitte GA1 und
GA2 wird wieder der in der Figur 2 gezeigte Zustand erreicht, in dem das Maskierungsverfahren
aktiviert ist und eine Maskierung im Falle eines später nachfolgenden Zählpunktfehlers
erfolgen kann.
[0044] Die Figur 5 zeigt - ausgehend von dem in der Figur 3 gezeigten Zustand - beispielhaft
ein anderes Szenario, also ein anderes als das in der Figur 4 gezeigte Szenario, zu
einem späteren fünften Zeitpunkt t5, für den gilt:

sowie für den Fall, dass der zweite Zählpunkt ZP2 nach dem in der Figur 3 gezeigten
zweiten Zeitpunkt t2 kontinuierlich in zeitlichen Abständen unterhalb der Trennzeitspanne
Tmin weiter falsche Zählpunktmeldungen ZPM übermittelt hat und die Maximalstörungszeitspanne
Tmax abgelaufen ist.
[0045] Die Achszähleinrichtung 20 bricht mit Ablauf der Maximalstörungszeitspanne Tmax das
Maskierungsverfahren ab und übermittelt dem Stellwerk 30 mithilfe der Stellwerksmeldung
ZM, dass die realen Gleisabschnitte GA1 und GA2 nicht mehr als frei angesehen werden
können, also als besetzt betrachtet werden müssen; mit der Stellwerksmeldung ZM können
beispielsweise für die realen Gleisabschnitte GA1 und GA2 Besetztsignale B übertragen
werden.
[0046] Die Figur 6 zeigt Bestandteile eines Ausführungsbeispiels für die Achszähleinrichtung
20 gemäß den Figuren 1 bis 5. Die Achszähleinrichtung 20 umfasst eine Recheneinrichtung
200 und einen Speicher 210. In dem Speicher 210 ist ein Steuerprogrammmodul SPM abgespeichert,
das bei Ausführung durch die Recheneinrichtung 200 den Betrieb der Achszähleinrichtung
20 steuert und damit auch das oben beschriebene Maskierungsverfahren bestimmt.
[0047] Das Steuerprogrammmodul SPM umfasst ein Zählmodul 211, das die Zählpunktmeldungen
ZPM der Zählpunkte ZP1 bis ZP3 erfasst und für die beiden realen Gleisabschnitte GA1
und GA2 sowie den virtuellen Gleisabschnitt VGA jeweils einen abschnittsbezogenen
Zählerstand ZS ermittelt.
[0048] Das Steuerprogrammmodul SPM umfasst außerdem ein Grundstellmodul 212, das bei Eingang
eines das Grundstellen der beiden realen Gleisabschnitte GA1 und GA2 befehlenden Steuerbefehls
SB des Stellwerks 30 die den beiden realen Gleisabschnitten GA1 und GA2 zugeordneten
Zählerstände ZS auf Null setzt, indem es an das Zählmodul 211 (siehe Figur 7) einen
Nullsetzbefehl NSB1 übermittelt.
[0049] Das Steuerprogrammmodul SPM umfasst außerdem ein Überwachungsmodul 213, das nach
dem Grundstellen der den beiden realen Gleisabschnitten GA1 und GA2 zugeordneten Zählerstände
ZS die Zählpunktmeldungen ZPM der Zählpunkte ZP1 bis ZP3 auf das Auftreten eines vollständigen
Durchfahrereignisses überwacht, wie dies oben im Zusammenhang mit der Figur 2 erläutert
wurde; außerdem setzt das Überwachungsmodul 213 nach einer Detektion eines solchen
Durchfahrereignisses den dem virtuellen Gleisabschnitt VGA zugeordneten Zählerstand
ZS durch einen Nullsetzbefehl NSB2 auf Null und aktiviert das Maskierungsverfahren
durch einen Aktivierungsbefehl AB (siehe Figur 8).
[0050] Das Steuerprogrammmodul SPM umfasst außerdem ein Maskierungsmodul 214, das nach Eingang
des Aktivierungsbefehls AB das oben beschriebene Maskierungsverfahren durchführt.
Liegt beispielsweise eine Fehlfunktion des zweiten Zählpunkts ZP2 vor, wie dies oben
im Zusammenhang mit der Figur 3 erläutert wurde, so maskiert das Maskierungsmodul
214 diesen Fehler dem Stellwerk 30 gegenüber, indem es die realen Gleisabschnitte
mittels einer entsprechenden Stellwerksmeldung ZM weiter als frei meldet.
[0051] Wird die Fehlersituation vor Ablauf der Maximalstörungszeitspanne Tmax beendet, so
übermittelt das Maskierungsmodul 214 an das Zählmodul 211 einen Rücksetzbefehl RS
(vgl. Figur 9), mit dem die Zählerstände der beiden realen Gleisabschnitte intern
auf Null gesetzt werden, und setzt das Maskierungsverfahren wieder in seinen aktiven
Ausgangszustand zurück, also in den Zustand nach seiner Aktivierung durch das Überwachungsmodul
213 (siehe Figur 8); andernfalls beendet das Maskierungsmodul 214 die Maskierung und
meldet mittels der Stellwerksmeldung ZM die realen Gleisabschnitte GA1 und GA2 als
besetzt und/oder übermittelt mittels der Stellwerksmeldung ZM eine Störungsmeldung
an das Stellwerk 30.
[0052] Solange das Maskierungsverfahren inaktiv ist, übermittelt das Maskierungsmodul 214
im Rahmen der Stellwerksmeldung ZM unmittelbar die Zählerstände ZS der realen Gleisabschnitte
GA1 und GA2 und/oder die sich daraus ergebenden Besetzt- und/oder Freimeldungen für
die jeweiligen Gleisabschnitte.
[0053] Im Übrigen gelten die obigen Erläuterungen im Zusammenhang mit den Figuren 1 bis
5 für die Achszähleinrichtung 20 gemäß den Figuren 6 bis 9 entsprechend.
[0054] Die beiden realen Gleisabschnitte GA1 und GA2 können nach außen auch durch weitere
Zählpunkte ZP4 und ZP5 begrenzt werden, sodass komplexere Gleistopologien erfasst
werden können, wie beispielhaft die Figur 10 zeigt. In einem solche Falle kann die
Achszähleinrichtung 20 mit diesen weiteren Zählpunkten verbunden werden. Die Achszähleinrichtung
20 veranlasst die vorherige Aktivierung des Maskierungsverfahrens vorzugsweise dann,
wenn sie nach einem Grundstellen des ersten und zweiten realen Gleisabschnittes GA1
und GA2 eine Zugdurchfahrt durch den virtuellen Gleisabschnitt VGA auch anhand der
von den weiteren Zählpunkten ZP4 und ZP5 gelieferten Zählpunktmeldungen ZPM hat feststellen
können.
[0055] Im Übrigen gelten die obigen Erläuterungen im Zusammenhang mit den Figuren 1 bis
9 für die Anlagentopologie gemäß Figur 10 entsprechend.
[0056] Abschließend sei erwähnt, dass die Merkmale aller oben beschriebenen Ausführungsbeispiele
untereinander in beliebiger Weise kombiniert werden können, um weitere andere Ausführungsbeispiele
der Erfindung zu bilden.
[0057] Auch können alle Merkmale von Unteransprüchen jeweils für sich mit jedem der nebengeordneten
Ansprüche kombiniert werden, und zwar jeweils für sich allein oder in beliebiger Kombination
mit einem oder mehreren anderen Unteransprüchen, um weitere andere Ausführungsbeispiele
zu erhalten.
Bezugszeichenliste
[0058]
- 10
- Eisenbahngleisanlage
- 20
- Achszähleinrichtung
- 30
- Stellwerk
- 50
- Schienenfahrzeug
- 200
- Recheneinrichtung
- 210
- Speicher
- 211
- Zählmodul
- 212
- Grundstellmodul
- 213
- Überwachungsmodul
- 214
- Maskierungsmodul
- AB
- Aktivierungsbefehl
- B
- Besetztsignal
- DW
- Defaultwert
- GA1
- erster realer Gleisabschnitt
- GA2
- zweiter realer Gleisabschnitt
- NSB1
- Nullsetzbefehl
- NSB2
- Nullsetzbefehl
- RS
- Rücksetzbefehl
- SB
- Grundstellbefehl
- SPM
- Steuerprogrammmodul
- t1
- Zeitpunkt
- t2
- späterer zweiter Zeitpunkt
- t3
- späterer dritter Zeitpunkt
- t4
- späterer vierter Zeitpunkt
- t5
- späterer fünfter Zeitpunkt
- Tmax
- vorgegebene Maximalstörungszeitspanne
- Tmin
- vorgegebene Trennzeitspanne
- VGA
- virtueller Gleisabschnitt
- ZM
- Stellwerksmeldung
- ZP1-ZP5
- Zählpunkt
- ZPM
- Zählpunktmeldung
- ZS
- Zählerstand
1. Verfahren zur Maskierung einer Fehlfunktion eines zwischen einem ersten Gleisabschnitt
(GA1) und einem daran angrenzenden zweiten Gleisabschnitt (GA2) angeordneten Zählpunkts
(ZP2) im Rahmen eines Maskierungsverfahrens, wobei im Rahmen des Maskierungsverfahrens
ein den ersten und zweiten Gleisabschnitt (GA1) überspannender virtueller Gleisabschnitt
(VGA) berücksichtigt wird,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Maskierungsverfahren eine vorherige Aktivierung erfordert, wobei die Aktivierung
des Maskierungsverfahrens verlangt, dass nach einem Grundstellen des ersten und zweiten
realen Gleisabschnitts (GA1, GA2) eine vollständige Zugdurchfahrt durch die beiden
Gleisabschnitte (GA1, GA2) festgestellt wird und das Freisein des virtuellen Gleisabschnitts
(VGA) durch die Zugdurchfahrt bestätigt wird,
wobei im Falle einer vorherigen Aktivierung des Maskierungsverfahrens eine Maskierung
der Fehlfunktion des Zählpunkts (ZP2) erfolgt, wenn die Überwachung des virtuellen
Gleisabschnitts (VGA) ein Freisein des virtuellen Gleisabschnitts (VGA) bestätigt,
aber der Zählpunkt (ZP2) als gestört gilt, weil er eine widersprechende Information
oder keine Information ausgibt, und
das Maskieren der Fehlfunktion beendet wird, falls die Störung des Zählpunkts (ZP2)
länger als eine vorgegebene Maximalstörungszeitspanne (Tmax) anhält.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
die realen Gleisabschnitte (GA1, GA2) als frei angesehen und nach außen als frei gemeldet
werden, solange das Maskieren der Fehlfunktion anhält.
3. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die realen Gleisabschnitte (GA1, GA2) nach außen als besetzt gemeldet werden, wenn
die Störung des Zählpunkts (ZP2) länger als die vorgegebene Maximalstörungszeitspanne
(Tmax) anhält.
4. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
im Falle, dass die Störung noch während des Maskierens endet, eine durch die Störung
verursachte interne Besetztannahme des ersten und/oder zweiten realen Gleisabschnitts
grundgestellt wird, indem die betroffenen realen Gleisabschnitte (GA1, GA2) als frei
definiert werden.
5. Verfahren nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Grundstellen des ersten und/oder zweiten realen Gleisabschnitts einschließt, im
Falle eines durch die Störung verursachten ersten abschnittsbezogenen Zählerstandsfehlers,
der den ersten realen Gleisabschnitt (GA1) betrifft, und/oder zweiten abschnittsbezogenen
Zählerstandsfehlers, der den zweiten realen Gleisabschnitt (GA2) betrifft, die betroffenen
abschnittsbezogenen Zählerstände (ZS) zu korrigieren, insbesondere auf Null zu setzen.
6. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
im Falle eines wiederholten Auftretens von Störungsereignissen diese als zu derselben
oben genannten Störung, deren zeitliche Länge mit der vorgegebene Maximalstörungszeitspanne
(Tmax) verglichen wird, gehörig angesehen werden, wenn der zeitliche Abstand zwischen
den aufeinanderfolgenden Störungsereignissen kürzer als eine vorgegebene Trennzeitspanne
(Tmin) ist.
7. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Verfahren von einer Achszähleinrichtung (20) durchgeführt wird, die eingangsseitig
mit dem zwischen dem ersten Gleisabschnitt (GA1) und dem daran angrenzenden zweiten
Gleisabschnitt (GA2) angeordneten Zählpunkt (ZP2) sowie ausgangsseitig mit einer übergeordneten
Einrichtung verbunden ist und die Fehlfunktion des Zählpunkts (ZP2) gegenüber der
übergeordneten Einrichtung maskiert, indem sie die realen Gleisabschnitte (GA1, GA2)
trotz der Fehlfunktion des Zählpunkts (ZP2) der übergeordneten Einrichtung gegenüber
als frei meldet.
8. Verfahren nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet, dass
die übergeordnete Einrichtung ein Stellwerk (30) ist.
9. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche 7 bis 8,
dadurch gekennzeichnet, dass
im Falle, dass die Störung noch während des Maskierens endet, die Achszähleinrichtung
(20) eine durch die Störung verursachte interne Besetztannahme des ersten und/oder
zweiten realen Gleisabschnitts korrigiert, indem sie betroffenen realen Gleisabschnitte
(GA1, GA2) intern als frei definiert.
10. Verfahren nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Achszähleinrichtung (20) im Rahmen der Korrektur der internen Besetztannahme einen
durch die Störung verursachten ersten Zählerstandsfehler, der den ersten realen Gleisabschnitt
(GA1) betrifft, und/oder zweiten Zählerstandsfehler, der den zweiten realen Gleisabschnitt
(GA2) betrifft, durch Korrektur der betroffenen Zählerstände (ZS), insbesondere durch
Setzen auf Null, behebt.
11. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche 7 bis 10,
dadurch gekennzeichnet, dass
die beiden realen Gleisabschnitte (GA1, GA2) nach außen durch weitere Zählpunkte (ZP1,
ZP3-ZP5) begrenzt werden und
die Achszähleinrichtung (20) mit diesen weiteren Zählpunkten verbunden ist und die
vorherige Aktivierung des Maskierungsverfahrens veranlasst, wenn sie nach einem Grundstellen
des ersten und zweiten realen Gleisabschnitts (GA1, GA2) die Zugdurchfahrt durch den
virtuellen Gleisabschnitt (VGA) anhand der von den weiteren Zählpunkten gelieferten
Zählpunktmeldungen (ZPM) festgestellt hat.
12. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche 7 bis 11,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Grundstellen des ersten und zweiten realen Gleisabschnitts (GA1, GA2) auf eine
externe Anweisung der übergeordneten Einrichtung hin erfolgt.
13. Achszähleinrichtung (20) mit zumindest einem Eingangsanschluss zum Anschluss an einen
zwischen einem ersten Gleisabschnitt (GA1) und einem daran angrenzenden zweiten Gleisabschnitt
(GA2) angeordneten Zählpunkt (ZP2) sowie zum Anschluss an weitere Zählpunkte (ZP1,
ZP3-ZP5), die die beiden realen Gleisabschnitte (GA1, GA2) nach außen begrenzen, und
zumindest einem Ausgangsanschluss zum Anschluss an eine übergeordnete Einrichtung,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Achszähleinrichtung (20) dazu ausgestaltet ist, ein Verfahren nach einem der voranstehenden
Ansprüche 1 bis 12 durchzuführen.
14. Achszähleinrichtung (20) nach Anspruch 13,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Achszähleinrichtung (20) eine Recheneinrichtung (200) und einen Speicher (210)
umfasst, in dem ein Steuerprogrammmodul (SPM) abgespeichert ist,
wobei das Steuerprogrammmodul (SPM) dazu ausgestaltet ist, bei Ausführung durch die
Recheneinrichtung (200) das Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche 1 bis
12 durchzuführen.