[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Durchführen eines Hygieneprogramms
eines Wärmepumpentrockners und einen Wärmepumpentrockner.
[0002] Es sind einem Wäschetrockner Hygieneprogramme bekannt, wobei ein Hygieneprogramm
beispielweise als zertifiziertes Programm (Trockenstufe) zur Hygienisierung von nasser
Wäsche ausgeführt sein kann. Dabei kann eine Hygienisierung insbesondere über ausreichend
hohe Temperaturen und Haltezeiten erreicht werden. Hierbei können relativ lange Laufzeiten
eines solchen Hygieneprogramms auftreten. Außerdem kann das Hygieneprogramm insbesondere
nur für feuchte Wäsche geeignet sein, da eine Haltezeit üblicherweise über ein Restfeuchtesignal
gesteuert sein kann.
[0003] Die
DE 10 2021 106 619 A1 betrifft ein Verfahren zum Durchführen eines Hygieneprogramms für ein Wäschebehandlungsgerät
für feuchte Wäsche, wobei Haltezeit über eine Restfeuchte gesteuert wird.
[0004] Der hier vorgestellte Ansatz stellt sich die Aufgabe, ein verbessertes Verfahren
und eine verbesserte Vorrichtung zum Durchführen eines Hygieneprogramms eines Wärmepumpentrockners
und einen verbesserten Wärmepumpentrockner zu schaffen.
[0005] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Durchführen
eines Hygieneprogramms eines Wärmepumpentrockners und durch einen Wärmepumpentrockner
mit den Merkmalen der Hauptansprüche gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen
der Erfindung ergeben sich aus den nachfolgenden Unteransprüchen.
[0006] Die mit der Erfindung erreichbaren Vorteile bestehen in einer gegenüber herkömmlichen
Hygieneprogrammen reduzierten Laufzeit des vorgeschlagenen Hygieneprogramms. Ferner
kann eine Möglichkeit geschaffen werden, um auch trockene Wäsche in dem Hygieneprogramm
zu behandeln. Es können somit nicht nur schnellere Programmlaufzeiten erreicht werden,
sondern es können auch eine mechanische Belastung des Textils und eine thermische
Belastung des Wäschetrockners, insbesondere der elektrischen Bauteile im Trockner,
verringert werden und somit eine Wäscheschonung und eine Geräteschonung erreicht werden.
Vorteilhafterweise kann auch eine Aufbereitung trockener und nasser Wäsche im selben
Programm ermöglicht werden.
[0007] Ein Verfahren zum Durchführen eines Hygieneprogramms eines Wärmepumpentrockners,
wobei der Wärmepumpentrockner eine Trommel zum Aufnehmen von Wäsche, eine Wärmepumpe
zum Trocknen und Temperieren der Prozessluft, eine Zusatzheizeinrichtung zum Aufheizen
der Prozessluft, ein Prozessluftgebläse zum Fördern der Prozessluft in einem Kreislauf
durch die Trommel, die Wärmepumpe und die Zusatzheizeinrichtung hindurch zurück in
die Trommel, einen Prozessluft-Temperatursensor zum Erfassen einer Prozessluft-Temperatur
der Prozessluft ausgangsseitig der Trommel und einen Kältemittel-Temperatursensor
zum Erfassen einer Kältemittel-Temperatur eines Kältemittels der Wärmepumpe ausgangsseitig
eines Kompressors der Wärmepumpe aufweist, umfasst die folgenden Schritte:
Antreiben des Prozessluftgebläses, um die Prozessluft in dem Kreislauf zu fördern;
Ansteuern des Kompressors der Wärmepumpe, um die Kältemittel-Temperatur auf einen
abgesenkten Sollwert für das Hygieneprogramm einzustellen, der kleiner als ein maximaler
Sollwert für ein Trocknungsprogramm des Wärmepumpentrockners ist;
Betreiben der Zusatzheizeinrichtung, um die Prozessluft-Temperatur auf einen Vorgabewert
für das Hygieneprogramm einzustellen; und
Beenden des Hygieneprogramms nach Ablauf einer vordefinierten Haltezeitdauer.
[0008] Der Wärmepumpentrockner kann zum Trocknen von Wäsche eingesetzt werden. In die Trommel
kann zu trocknende Wäsche eingelegt werden. Die Wäsche kann unter Verwendung der Prozessluft
getrocknet werden. Die Prozessluft kann unter Verwendung der Wärmepumpe getrocknet
und temperiert werden und anschließend in die Trommel geleitet werden. Zum Fördern
der Prozessluft kann das Prozessluftgebläse verwendet werden. Die Wärmepumpe kann
entsprechend bekannter Wärmepumpen einen Kältemittelkreis mit einem Verdampfer, einem
Kompressor, auch als Verdichter bezeichnet, einem Verflüssiger, auch als Kondensator
bezeichnet, und einer Drossel umfassen. Unter Einstellen kann insbesondere Regeln
verstanden werden. Die Kältemittel-Temperatur kann die Temperatur des Kältemittels
in einem zwischen dem Kompressor und dem Verflüssiger liegenden Abschnitt des Kältemittelkreises
repräsentieren. Die Kältemittel-Temperatur kann durch einen Kältemitteltemperaturwert
repräsentiert sein. Der Kältemitteltemperaturwert kann unter Verwendung des Kältemittel-Temperatursensors
erfasst und bereitgestellt werden. Die Prozessluft-Temperatur kann die Temperatur
der Prozessluft in einem zwischen dem Verflüssiger und einem Einlass in die Trommel
liegenden Abschnitt eines Kanals zum Führen der Prozessluft repräsentieren. Die Prozessluft-Temperatur
kann durch einen Prozesslufttemperaturwert repräsentiert sein. Der Prozesslufttemperaturwert
kann unter Verwendung des Prozessluft-Temperatursensors erfasst und bereitgestellt
werden.
[0009] Repräsentieren kann im Zusammenhang mit den Temperaturwerten jeweils bedeuten, dass
die entsprechende Temperatur oder eine Größenordnung der entsprechenden Temperatur
durch den entsprechenden Temperaturwert angezeigt oder abgebildet wird. Somit kann
der jeweilige Temperaturwert auch der jeweiligen Temperatur entsprechen. Der Schritt
des Antreibens kann unter Verwendung eines Gebläsesteuersignals zum Steuern einer
Drehzahl des Prozessluftgebläses ausgeführt werden. Der Schritt des Ansteuerns kann
unter Verwendung eines Kompressorsteuersignals zum Steuern einer Drehzahl des Kompressors
ausgeführt werden. Der Schritt des Betreibens kann unter Verwendung eines Heizsteuersignals
zum Steuern einer Heizleistung der Zusatzheizeinrichtung ausgeführt werden. Im Schritt
des Beendens kann eine Ausführung zumindest des Schrittes des Ansteuerns und des Schrittes
des Betreibens abgebrochen werden. Die Haltezeitdauer kann ab einem Erreichen des
Vorgabewertes laufen. Das Verfahren kann auch einen Schritt des Erfassens der Prozessluft-Temperatur
der Prozessluft ausgangsseitig der Trommel unter Verwendung des Prozessluft-Temperatursensors
umfassen. Ferner kann das Verfahren einen Schritt des Erfassens der Kältemittel-Temperatur
des Kältemittels der Wärmepumpe ausgangsseitig des Kompressors der Wärmepumpe unter
Verwendung des Kältemittel-Temperatursensors umfassen.
[0010] Gemäß einer Ausführungsform kann im Schritt des Ansteuerns der Kompressor angesteuert
werden, um die Kältemittel-Temperatur auf einen abgesenkten Sollwert von 90 Grad Celsius
einzustellen. Zusätzlich oder alternativ kann im Schritt des Ansteuerns der Kompressor
angesteuert werden, um die Kältemittel-Temperatur auf einen abgesenkten Sollwert von
mindestens 4 Grad Celsius unter dem maximalen Sollwert einzustellen. Eine solche Ausführungsform
bietet den Vorteil, dass bei dem Hygieneprogramm ein Hochdruck im Kältemittelkreis
abgesenkt werden kann. Somit kann eine Belastung von Bauteilen des Wärmepumpentrockners
verringert werden.
[0011] Auch kann der Schritt des Ansteuerns ausgeführt werden, wenn ein dem Hygieneprogramm
vorangehendes Trocknungsprogramm des Wärmepumpentrockners eine vordefinierte Prozessphase
erreicht. Die vordefinierte Prozessphase kann ein Ende des Trocknungsprogramms oder
eine dem Ende des Trocknungsprogramms unmittelbar vorausgehende Prozessphase sein.
Eine solche Ausführungsform bietet den Vorteil, dass die Temperatur im Kältemittelkreis
und somit die thermische Belastung beteiligter Komponenten des Wärmepumpentrockners
bereits frühzeitig verringert werden kann, falls das Hygieneprogramm im Anschluss
an das Trocknungsprogramm ausgeführt werden soll.
[0012] Ferner kann der Schritt des Ansteuerns ausgeführt werden, wenn bei einem dem Hygieneprogramm
vorangehenden Trocknungsprogramm des Wärmepumpentrockners eine Restfeuchte der Prozessluft
ausgangsseitig der Trommel einen vordefinierten Schwellenwert unterschreitet. Die
Restfeuchte kann durch einen Restfeuchtewert repräsentiert sein, der mittels eines
Restfeuchtesensors erfasst und bereitgestellt werden kann. Eine solche Ausführungsform
bietet den Vorteil, dass die Temperatur im Kältemittelkreis und somit die thermische
Belastung beteiligter Komponenten des Wärmepumpentrockners rechtzeitig und bereits
frühzeitig verringert werden kann, falls das Hygieneprogramm im Anschluss an das Trocknungsprogramm
ausgeführt werden soll.
[0013] Gemäß einer Ausführungsform kann im Schritt des Betreibens die Zusatzheizeinrichtung
betrieben werden, um die Prozessluft-Temperatur auf einen Vorgabewert zwischen 60
und 70 Grad Celsius, zwischen 62,5 und 67,5 Grad Celsius oder von 65 Grad Celsius
einzustellen. Eine solche Ausführungsform bietet den Vorteil, dass eine wirksame hygienische
Aufbereitung sowohl feuchter als auch trockener Wäsche ermöglicht werden kann.
[0014] Zudem im Schritt des Beendens das Hygieneprogramm nach einer Haltezeitdauer zwischen
2500 und 3500 Sekunden, zwischen 2750 und 3250 Sekunden oder von 3000 Sekunden beendet
werden. Eine solche Ausführungsform bietet den Vorteil, dass Wäsche zuverlässig hygienisch
aufbereitet werden kann, wobei eine solche Zeitsteuerung verglichen mit herkömmlicher
Restfeuchteregelung oder einer reinen Temperaturregelung zudem unnötig lange Laufzeiten
bei niedrigen Umgebungstemperaturen verhindern kann.
[0015] Gemäß einer Ausführungsform, bei welcher der Wärmepumpentrockner einen weiteren Prozessluft-Temperatursensor
zum Erfassen einer weiteren Prozessluft-Temperatur der Prozessluft eingangsseitig
der Trommel aufweist, kann im Schritt des Betreibens die Zusatzheizeinrichtung betrieben
werden, um eine Temperaturdifferenz zwischen der weiteren Prozessluft-Temperatur und
der Prozessluft-Temperatur auf höchstens 5 Kelvin einzustellen. Die weitere Prozessluft-Temperatur
kann durch einen weiteren Prozesslufttemperaturwert repräsentiert sein, der mittels
des weiteren Prozessluft-Temperatursensor erfasst und bereitgestellt werden kann.
Eine solche Ausführungsform bietet den Vorteil, dass durch Überwachung der Prozessluft
an Eintritt und Austritt der Trommel eine noch zuverlässigere und genauere Prozesssteuerung
erreicht werden kann.
[0016] Der hier vorgestellte Ansatz schafft ferner eine Vorrichtung, die ausgebildet ist,
um die Schritte einer Variante eines hier vorgestellten Verfahrens in entsprechenden
Einrichtungen durchzuführen, anzusteuern bzw. umzusetzen. Auch durch diese Ausführungsvariante
der Erfindung in Form einer Vorrichtung kann die der Erfindung zugrunde liegende Aufgabe
schnell und effizient gelöst werden.
[0017] Die Vorrichtung kann ausgebildet sein, um Eingangssignale einzulesen und unter Verwendung
der Eingangssignale Ausgangssignale zu bestimmen und bereitzustellen. Ein Eingangssignal
kann beispielsweise ein über eine Eingangsschnittstelle der Vorrichtung einlesbares
Sensorsignal darstellen. Ein Ausgangssignal kann ein Steuersignal oder ein Datensignal
darstellen, das an einer Ausgangsschnittstelle der Vorrichtung bereitgestellt werden
kann. Die Vorrichtung kann ausgebildet sein, um die Ausgangssignale unter Verwendung
einer in Hardware oder Software umgesetzten Verarbeitungsvorschrift zu bestimmen.
Beispielsweise kann die Vorrichtung dazu eine Logikschaltung, einen integrierten Schaltkreis
oder ein Softwaremodul umfassen und beispielsweise als ein diskretes Bauelement realisiert
sein oder von einem diskreten Bauelement umfasst sein. Die Vorrichtung kann als eine
Steuereinheit ausgeführt sein oder es können Einrichtungen der Vorrichtung von einer
entsprechenden Steuereinheit umgesetzt sein.
[0018] Ein Wärmepumpentrockner umfasst folgende Merkmale:
eine Trommel zum Aufnehmen von Wäsche;
eine Wärmepumpe zum Trocknen und Temperieren der Prozessluft;
eine Zusatzheizeinrichtung zum Aufheizen der Prozessluft;
ein Prozessluftgebläse zum Fördern der Prozessluft in einem Kreislauf durch die Trommel,
die Wärmepumpe und die Zusatzheizeinrichtung hindurch zurück in die Trommel;
einen Prozessluft-Temperatursensor zum Erfassen einer Prozessluft-Temperatur der Prozessluft
ausgangsseitig der Trommel;
einen Kältemittel-Temperatursensor zum Erfassen einer Kältemittel-Temperatur eines
Kältemittels der Wärmepumpe ausgangsseitig eines Kompressors der Wärmepumpe; und
eine Ausführungsform einer hierin genannten Vorrichtung, wobei die Vorrichtung mit
dem Kompressor der Wärmepumpe, mit der Zusatzheizeinrichtung, mit dem Prozessluftgebläse,
mit dem Prozessluft-Temperatursensor und mit dem Kältemittel-Temperatursensor signalübertragungsfähig
verbunden ist.
[0019] Vorteilhafterweise kann der hier beschriebene Ansatz im Zusammenhang mit bekannten
Wärmepumpentrocknern umgesetzt werden.
[0020] Von Vorteil ist auch ein Computer-Programmprodukt oder Computerprogramm mit Programmcode,
der auf einem maschinenlesbaren Träger oder Speichermedium wie einem Halbleiterspeicher,
einem Festplattenspeicher oder einem optischen Speicher gespeichert sein kann. Wird
das Programmprodukt oder Programm auf einem Computer oder einer Steuereinheit ausgeführt,
so kann das Programmprodukt oder Programm zur Durchführung, Umsetzung und/oder Ansteuerung
der Schritte des Verfahrens nach einer der hier beschriebenen Ausführungsformen verwendet
werden.
[0021] Auch wenn der beschriebene Ansatz anhand eines Haushaltgeräts beschrieben wird, kann
der hier beschriebene Ansatz entsprechend im Zusammenhang mit einem gewerblichen oder
professionellen Gerät, beispielsweise einem medizinischen Gerät, wie einem Reinigungs-
oder Desinfektionsgerät, einem Kleinsterilisator, einem Großraumdesinfektor oder einer
Container-Waschanlage eingesetzt werden.
[0022] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in den Zeichnungen rein schematisch dargestellt
und wird nachfolgend näher beschrieben. Es zeigt
- Figur 1
- eine schematische Darstellung eines Ausführungsbeispiels eines Wärmepumpentrockners;
- Figur 2
- eine schematische Darstellung eines Ausführungsbeispiels eines Wärmepumpentrockners;
- Figur 3
- ein Ablaufdiagramm eines Ausführungsbeispiels eines Verfahrens zum Durchführen eines
Hygieneprogramms eines Wärmepumpentrockners;
- Figur 4
- eine grafische Darstellung von Temperaturverläufen und Feuchtigkeitsverläufen für
nasse Wäsche in Verbindung mit einem Ausführungsbeispiel eines Wärmepumpentrockners;
und
- Figur 5
- eine grafische Darstellung von Temperaturverläufen und Feuchtigkeitsverläufen für
trockene Wäsche in Verbindung mit einem Ausführungsbeispiel eines Wärmepumpentrockners.
[0023] Figur 1 zeigt eine schematische Darstellung eines Ausführungsbeispiels eines Wärmepumpentrockners
100, der auch als Trockner oder Wäschetrockner bezeichnet wird. Entsprechend bekannter
Wärmepumpentrockner umfasst der Wärmepumpentrockner 100 eine drehbare Trommel 102,
in die Wäsche eingelegt werden kann. Die Trommel 102 kann durch eine Tür verschlossen
werden. Die sich in der Trommel 102 befindliche Wäsche wird im Betrieb des Wärmepumpentrockners
100 unter Verwendung von Prozessluft bzw. eines Prozessluftstroms 104 getrocknet.
Der Prozessluftstrom 104 wird durch die Trommel 102 und einen Kanal 106 zum Leiten
des Prozessluftstroms 104 geführt. Der Kanal 106 weist dazu einen Einlass aus der
Trommel 102 heraus und einen Auslass in die Trommel 102 hinein auf.
[0024] Innerhalb des Kanals 106 sind eine Wärmepumpe 108 zum Trocknen und Temperieren der
Prozessluft des Prozessluftstroms 104, ein Prozessluftgebläse 110 zum Fördern der
Prozessluft und eine Zusatzheizeinrichtung 112 angeordnet. Die Wärmepumpe 108 weist
einen Kältemittelkreis mit einem Verdampfer 120, einem Kompressor 122, einem Verflüssiger
124 und einer Drossel auf. Das Prozessluftgebläse 110 ist ausgebildet, um die Prozessluft
in einem Kreislauf durch die Trommel 102, die Wärmepumpe 108 und die Zusatzheizeinrichtung
112 hindurch bzw. an derselben entlang zurück in die Trommel 102 zu fördern. Die Zusatzheizeinrichtung
112 ist dabei zwischen der Wärmepumpe 108 und dem Auslass des Kanals 106 angeordnet.
Die Zusatzheizeinrichtung 112 ist ausgebildet, um die Prozessluft aufzuheizen.
[0025] Ferner umfasst der Wärmepumpentrockner 100 einen Kältemittel-Temperatursensor 130,
einen Prozessluft-Temperatursensor 134, einen optionalen weiteren Prozessluft-Temperatursensor
132 und einen optionalen Restfeuchtesensor 136. Der Kältemittel-Temperatursensor 130
ist in dem Kältemittelkreis zwischen dem Kompressor 122 und dem Verflüssiger 124 angeordnet.
Der Kältemittel-Temperatursensor 130 ist ausgebildet, um eine Kältemittel-Temperatur
eines Kältemittels der Wärmepumpe 108 ausgangsseitig des Kompressors 122 zu erfassen.
Der Prozessluft-Temperatursensor 134 ist in dem Kanal 106 zum Leiten des Prozessluftstroms
104 zwischen der Trommel 102 und der Wärmepumpe 108 angeordnet. Der Prozessluft-Temperatursensor
134 ist ausgebildet, um eine Prozessluft-Temperatur der Prozessluft ausgangsseitig
der Trommel 102 zu erfassen.
[0026] Der optionale weitere Prozessluft-Temperatursensor 132 ist in dem Kanal 106 zum Leiten
des Prozessluftstroms 104 zwischen dem Prozessluftgebläse 110 und der Trommel 102
angeordnet, genauer gesagt im Bereich der Zusatzheizeinrichtung 112 oder zwischen
der Zusatzheizeinrichtung 112 und der Trommel 102. Der weitere Prozessluft-Temperatursensor
132 ist ausgebildet, um eine weitere Prozessluft-Temperatur der Prozessluft eingangsseitig
der Trommel 102 zu erfassen. Der optionale Restfeuchtesensor 136 ist in dem Kanal
106 zum Leiten des Prozessluftstroms 104 zwischen der Trommel 102 und der Wärmepumpe
108 angeordnet. Der Restfeuchtesensor 136 ist ausgebildet, um eine Restfeuchte der
Prozessluft ausgangsseitig der Trommel 102 zu erfassen.
[0027] Gemäß einem Ausführungsbeispiel ist die Zusatzheizeinrichtung 112 als eine QPD-Heizung,
der weitere Prozessluft-Temperatursensor 132 als ein NTC-Fühler nach der QPD-Heizung
(weitere Prozessluft-Temperatur) und der Kältemittel-Temperatursensor 130 als ein
NTC-Fühler nach dem Kompressor 122 (Kältemittel-Temperatur) ausgeführt.
[0028] Zudem weist der Wärmepumpentrockner 100 eine Vorrichtung 150 auf, die ausgebildet
ist, um ein Hygieneprogramm des Wärmepumpentrockners 100 durchzuführen. Die Vorrichtung
150 ist beispielsweise Teil einer Steuereinheit des Wärmepumpentrockners 100. Die
Vorrichtung 150 ist signalübertragungsfähig mit dem Kompressor 122 der Wärmepumpe
108, mit der Zusatzheizeinrichtung 112, mit dem Prozessluftgebläse 110, mit dem Prozessluft-Temperatursensor
134 und mit dem Kältemittel-Temperatursensor 130 sowie optional zusätzlich mit dem
weiteren Prozessluft-Temperatursensor 132 und dem Restfeuchtesensor 136 verbunden.
Die Vorrichtung 150 ist ausgebildet, um u.a. abhängig von der Prozessluft-Temperatur
der Prozessluft ausgangsseitig der Trommel 102 mindestens ein Steuersignal zum Steuern
eines Betriebs mindestens einer an dem Hygieneprogramm beteiligten Komponente des
Wärmepumpentrockners 100 bereitzustellen, beispielsweise ein Kompressorsteuersignal
zum Steuern einer Drehzahl des Kompressors 122 und/oder ein Gebläsesteuersignal zum
Steuern einer Drehzahl des Prozessluftgebläses 110 und/oder ein Heizsteuersignal zum
Steuern einer Heizleistung der Zusatzheizeinrichtung 112.
[0029] So ist die Vorrichtung 150 ausgebildet, um das Prozessluftgebläse 110 anzutreiben,
um die Prozessluft in dem Kreislauf zu fördern bzw. den Prozessluftstrom 104 zu bewirken.
Ferner ist die Vorrichtung 150 ausgebildet, um den Kompressor 122 der Wärmepumpe 108
anzusteuern, um die Kältemittel-Temperatur auf einen abgesenkten Sollwert für das
Hygieneprogramm einzustellen, der kleiner als ein maximaler Sollwert für ein Trocknungsprogramm
des Wärmepumpentrockners 100 ist. Zudem ist die Vorrichtung 150 ausgebildet, um die
Zusatzheizeinrichtung 112 zu betreiben, um die Prozessluft-Temperatur auf einen Vorgabewert
für das Hygieneprogramm einzustellen. Auch ist die Vorrichtung 150 ausgebildet, um
das Hygieneprogramm nach Ablauf einer vordefinierten Haltezeitdauer zu beenden.
[0030] Figur 2 zeigt eine schematische Darstellung eines Ausführungsbeispiels eines Wärmepumpentrockners
100. Dabei ist der Wärmepumpentrockner 100 wie der in Figur 1 beschriebene Wärmepumpentrockner
ausgeführt. In Figur 2 sind lediglich darstellungsbedingt die Vorrichtung und der
Restfeuchtesensor nicht gezeigt, wobei zusätzlich die bezüglich Figur 1 erwähnte Drossel
226 hier explizit gezeigt ist.
[0031] Gemäß einem Ausführungsbeispiel wird die Laufzeit des mittels des Wärmepumpentrockners
100 und insbesondere dessen Vorrichtung durchgeführten Hygieneprogramms durch den
Einsatz einer elektrischen Zusatzheizung (QPD), d. h. der Zusatzheizeinrichtung 112,
verglichen mit herkömmlichen Hygieneprogrammen stark verkürzt, indem die Aufheizzeiten
reduziert werden. Die thermische Belastung des Kompressors 122 und umliegender Bauteile
wird reduziert, indem die Verdichterregeltemperatur bzw. die Kältemittel-Temperatur
beim Erreichen einer gewissen Trockenstufe reduziert wird. Somit reduziert sich die
Heissgastemperatur des Kältekreises bzw. Kältemittelkreises und der Hochdruck im Kältekreis
bzw. Kältemittelkreis. Der Prozess bzw. Ablauf des Hygieneprogramms wird über die
Austrittstemperatur aus der Trommel 102 gesteuert, d.h. über die Prozessluft-Temperatur
der Prozessluft ausgangsseitig der Trommel 102. Somit kann das Hygieneprogramm auch
für trockene Wäsche genutzt werden. Um Dauerläufer, z. B. bei sehr tiefen Aufstelltemperaturen,
zu verhindern, ist zusätzlich eine Zeitüberwachung realisiert.
[0032] Gemäß einem Ausführungsbeispiel erfolgt somit eine Regelung auf Wäschetemperatur,
beispielweise 65 Grad Celsius über die Prozessluft-Temperatur (T_PL) nach der Trommel
102, dann eine Haltezeit von beispielsweise 3000 Sekunden für eine ausreichende Hygienewirkung
(Hygienisierungsphase).
[0033] Ferner erfolgt gemäß einem Ausführungsbeispiel eine Senkung der Regeltemperatur des
Kompressors (T_HGT), d. h. der Kältemittel-Temperatur, von beispielsweise 95 auf 90
Grad Celsius, um Hochdruck in der Hygienisierungsphase bzw. in dem Hygieneprogramm
abzusenken. Die Kältemittel-Temperatur wird bereits vor der Hygienisierungsphase bzw.
vor dem Hygieneprogramm abgesenkt, insbesondere über ein Restfeuchtesignal.
[0034] Zudem wird gemäß einem Ausführungsbeispiel ermöglicht, dass das mittels des Wärmepumpentrockners
100 umgesetzte Hygieneprogramm für nasse und für trockene Wäsche genutzt werden kann,
indem eine zeitliche Begrenzung der Phasen und eine Temperaturbegrenzung, d.h. Prozessluft-Temperatur
(T_PL) von beispielsweise 65 Grad Celsius, vorgesehen sind. So kann zudem der Programmablauf
bei sehr kalten Aufstelltemperaturen sichergestellt werden.
[0035] Gemäß einem Ausführungsbeispiel kann eine Regelung auf einen Absolutwert der Prozessluft-Temperatur
(T_PL) von beispielsweise 65 Grad Celsius und auf eine Temperaturdifferenz T_QPD -
T_PL < 5K vorgesehen sein. Somit erfolgt hierbei eine Überwachung der Behandlungskammer
bzw. Trommel 102 hinsichtlich einer Temperatur der Prozessluft an Eintritt und Austritt
der Behandlungskammer bzw. Trommel 102.
[0036] Figur 3 zeigt ein Ablaufdiagramm eines Ausführungsbeispiels eines Verfahrens 350
zum Durchführen eines Hygieneprogramms eines Wärmepumpentrockners. Das Verfahren 350
ist in Zusammenhang mit einem Wärmepumpentrockner ausführbar, wie er anhand von Figur
1 und/oder Figur 2 beschrieben ist, beispielsweise unter Verwendung von Einheiten
bzw. Einrichtungen des Wärmepumpentrockners. Dabei ist die Vorrichtung des Wärmepumpentrockners
aus Figur 1 und/oder Figur 2 ausgebildet, um die Schritte des hier dargestellten Verfahrens
350 auszuführen. Dazu umfasst die Vorrichtung geeignete Einheiten zur Ausführung der
Schritte des hier dargestellten Verfahrens 350.
[0037] Somit ist das Verfahren 350 zum Durchführen in Verbindung mit einem Wärmepumpentrockner
ausführbar, der mindestens folgende Merkmale aufweist: eine Trommel zum Aufnehmen
von Wäsche, eine Wärmepumpe zum Trocknen und Temperieren der Prozessluft, eine Zusatzheizeinrichtung
zum Aufheizen der Prozessluft, ein Prozessluftgebläse zum Fördern der Prozessluft
in einem Kreislauf durch die Trommel, die Wärmepumpe und die Zusatzheizeinrichtung
hindurch zurück in die Trommel, einen Prozessluft-Temperatursensor zum Erfassen einer
Prozessluft-Temperatur der Prozessluft ausgangsseitig der Trommel und einen Kältemittel-Temperatursensor
zum Erfassen einer Kältemittel-Temperatur eines Kältemittels der Wärmepumpe ausgangsseitig
eines Kompressors der Wärmepumpe.
[0038] Das Verfahren 350 zum Durchführen umfasst einen Schritt 352 des Antreibens, einen
Schritt 354 des Ansteuerns, einen Schritt 356 des Betreibens und einen Schritt 358
des Beendens. Dabei wird in dem Schritt 352 des Antreibens das Prozessluftgebläse
angetrieben, um die Prozessluft in dem Kreislauf zu fördern, beispielsweise unter
Verwendung eines Gebläsesteuersignals zum Steuern einer Drehzahl des Prozessluftgebläses.
In dem Schritt 354 des Ansteuerns wird der Kompressor der Wärmepumpe angesteuert,
um die Kältemittel-Temperatur auf einen abgesenkten Sollwert für das Hygieneprogramm
einzustellen, der kleiner als ein maximaler Sollwert für ein Trocknungsprogramm des
Wärmepumpentrockners ist, beispielsweise unter Verwendung eines Kompressorsteuersignals
zum Steuern einer Drehzahl des Kompressors. In dem Schritt 356 des Betreibens wird
die Zusatzheizeinrichtung betrieben, um die Prozessluft-Temperatur auf einen Vorgabewert
für das Hygieneprogramm einzustellen, beispielsweise unter Verwendung eines Heizsteuersignals
zum Steuern einer Heizleistung der Zusatzheizeinrichtung. Nachfolgend wird in dem
Schritt 358 des Beendens das Hygieneprogramm nach Ablauf einer vordefinierten Haltezeitdauer
beendet.
[0039] Eine Abfolge einer Ausführung des Schrittes 352 des Antreibens, des Schrittes 354
des Ansteuerns und des Schrittes 356 des Betreibens ist hierbei je nach Anforderung
beliebig wählbar und kann auch mindestens teilweise gleichzeitig erfolgen.
[0040] Gemäß einem Ausführungsbeispiel wird im Schritt 354 des Ansteuerns der Kompressor
angesteuert, um die Kältemittel-Temperatur auf einen abgesenkten Sollwert von 90 Grad
Celsius und/oder von mindestens 4 Grad Celsius unter dem maximalen Sollwert einzustellen.
Gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel wird der Schritt 354 des Ansteuerns ausgeführt,
wenn ein dem Hygieneprogramm vorangehendes Trocknungsprogramm des Wärmepumpentrockners
eine vordefinierte Prozessphase erreicht hat und/oder wenn bei einem dem Hygieneprogramm
vorangehenden Trocknungsprogramm des Wärmepumpentrockners eine Restfeuchte der Prozessluft
ausgangsseitig der Trommel einen vordefinierten Schwellenwert unterschreitet.
[0041] Gemäß einem Ausführungsbeispiel wird im Schritt 356 des Betreibens die Zusatzheizeinrichtung
betrieben, um die Prozessluft-Temperatur auf einen Vorgabewert zwischen 60 und 70
Grad Celsius, zwischen 62,5 und 67,5 Grad Celsius oder von 65 Grad Celsius einzustellen.
Gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel, bei dem der Wärmepumpentrockner einen weiteren
Prozessluft-Temperatursensor zum Erfassen einer weiteren Prozessluft-Temperatur der
Prozessluft eingangsseitig der Trommel aufweist, wird im Schritt 356 des Betreibens
die Zusatzheizeinrichtung betrieben, um eine Temperaturdifferenz zwischen der weiteren
Prozessluft-Temperatur und der Prozessluft-Temperatur auf höchstens 5 Kelvin einzustellen.
[0042] Gemäß einem Ausführungsbeispiel wird im Schritt 358 des Beendens das Hygieneprogramm
nach einer Haltezeitdauer zwischen 2500 und 3500 Sekunden, zwischen 2750 und 3250
Sekunden oder von 3000 Sekunden beendet.
[0043] Figur 4 zeigt eine grafische Darstellung von Temperaturverläufen und Feuchtigkeitsverläufen
für nasse Wäsche in Verbindung mit einem Ausführungsbeispiel eines Wärmepumpentrockners.
Der Wärmepumpentrockner entspricht oder ähnelt dabei dem Wärmepumpentrockner aus einer
der vorstehend beschriebenen Figuren.
[0044] In der Darstellung eingezeichnet sind hierbei zeitliche Verläufe für die Kältemittel-Temperatur
430, die weitere Prozessluft-Temperatur 432, die Prozessluft-Temperatur 434, die Restfeuchte
436, eine Raumfeuchte 462 und eine Raumtemperatur 464. Ferner sind ein zeitlicher
Verlauf von Programmphasen 460 von mittels des Wärmepumpentrockners umgesetzten Programmen,
der maximale Sollwert 430A sowie der abgesenkte Sollwert 430B der Kältemittel-Temperatur
430, der Vorgabewert 434X der Prozessluft-Temperatur 434 und die Haltezeitdauer t
H eingezeichnet.
[0045] Aus der Darstellung von Figur 4 ist eine Absenkung der Regeltemperatur des Kompressors,
d. h. der Kältemittel-Temperatur 430 von dem maximalen Sollwert 430A, beispielsweise
95 Grad Celsius, auf den abgesenkten Sollwert 430B, beispielsweise 90 Grad Celsius,
für das Hygieneprogramm erkennbar. Ferner ist erkennbar, dass der Vorgabewert 434X
der Prozessluft-Temperatur 434 gemäß dem hier dargestellten Ausführungsbeispiel 65
Grad Celsius beträgt. Zudem ist ersichtlich, dass die Haltezeitdauer t
H hierbei 3000 Sekunden beträgt. Das Hygieneprogramm wird hierbei für nasse bzw. feuchte
Wäsche durchgeführt, wobei dem Hygieneprogramm ein Trocknungsprogramm vorhergeht.
[0046] Figur 5 zeigt eine grafische Darstellung von Temperaturverläufen und Feuchtigkeitsverläufen
für trockene Wäsche in Verbindung mit einem Ausführungsbeispiel eines Wärmepumpentrockners.
Der Wärmepumpentrockner entspricht oder ähnelt dabei dem Wärmepumpentrockner aus einer
der vorstehend beschriebenen Figuren.
[0047] In der Darstellung eingezeichnet sind hierbei zeitliche Verläufe für die Kältemittel-Temperatur
430, die weitere Prozessluft-Temperatur 432, die Prozessluft-Temperatur 434, eine
Raumfeuchte 462 und eine Raumtemperatur 464. Ferner sind ein zeitlicher Verlauf von
Programmphasen 460 von mittels des Wärmepumpentrockners umgesetzten Programmen, der
abgesenkte Sollwert 430B der Kältemittel-Temperatur 430, der Vorgabewert 434X der
Prozessluft-Temperatur 434 und die Haltezeitdauer t
H eingezeichnet.
[0048] Aus der Darstellung von Figur 5 ist die Einstellung der Regeltemperatur des Kompressors,
d. h. der Kältemittel-Temperatur 430 auf den abgesenkten Sollwert 430B, beispielsweise
90 Grad Celsius, für das Hygieneprogramm erkennbar. Ferner ist erkennbar, dass der
Vorgabewert 434X der Prozessluft-Temperatur 434 gemäß dem hier dargestellten Ausführungsbeispiel
65 Grad Celsius beträgt. Zudem ist ersichtlich, dass die Haltezeitdauer t
H hierbei 3000 Sekunden beträgt. Das Hygieneprogramm kann somit für trockene Wäsche
ebenfalls zeitgesteuert und temperaturgesteuert durchgeführt werden.
1. Verfahren (350) zum Durchführen eines Hygieneprogramms eines Wärmepumpentrockners
(100), wobei der Wärmepumpentrockner (100) eine Trommel (102) zum Aufnehmen von Wäsche,
eine Wärmepumpe (108) zum Trocknen und Temperieren der Prozessluft, eine Zusatzheizeinrichtung
(112) zum Aufheizen der Prozessluft, ein Prozessluftgebläse (110) zum Fördern der
Prozessluft in einem Kreislauf durch die Trommel (102), die Wärmepumpe (108) und die
Zusatzheizeinrichtung (112) hindurch zurück in die Trommel (102), einen Prozessluft-Temperatursensor
(134) zum Erfassen einer Prozessluft-Temperatur (434) der Prozessluft ausgangsseitig
der Trommel (102) und einen Kältemittel-Temperatursensor (130) zum Erfassen einer
Kältemittel-Temperatur (430) eines Kältemittels der Wärmepumpe (108) ausgangsseitig
eines Kompressors (122) der Wärmepumpe (108) aufweist, wobei das Verfahren (350) die
folgenden Schritte aufweist:
Antreiben (352) des Prozessluftgebläses (110), um die Prozessluft in dem Kreislauf
zu fördern;
Ansteuern (354) des Kompressors (122) der Wärmepumpe (108), um die Kältemittel-Temperatur
(430) auf einen abgesenkten Sollwert (430B) für das Hygieneprogramm einzustellen,
der kleiner als ein maximaler Sollwert (430A) für ein Trocknungsprogramm des Wärmepumpentrockners
(100) ist;
Betreiben (356) der Zusatzheizeinrichtung (112), um die Prozessluft-Temperatur (434)
auf einen Vorgabewert (434X) für das Hygieneprogramm einzustellen; und
Beenden (358) des Hygieneprogramms nach Ablauf einer vordefinierten Haltezeitdauer
(tH).
2. Verfahren (350) gemäß Anspruch 1, bei dem im Schritt (354) des Ansteuerns der Kompressor
(122) angesteuert wird, um die Kältemittel-Temperatur (430) auf einen abgesenkten
Sollwert (430B) von 90 Grad Celsius und/oder von mindestens 4 Grad Celsius unter dem
maximalen Sollwert (430A) einzustellen.
3. Verfahren (350) gemäß einem der vorangegangenen Ansprüche, bei dem der Schritt (354)
des Ansteuerns ausgeführt wird, wenn ein dem Hygieneprogramm vorangehendes Trocknungsprogramm
des Wärmepumpentrockners (100) eine vordefinierte Prozessphase (460) erreicht.
4. Verfahren (350) gemäß einem der vorangegangenen Ansprüche, bei dem der Schritt (354)
des Ansteuerns ausgeführt wird, wenn bei einem dem Hygieneprogramm vorangehenden Trocknungsprogramm
des Wärmepumpentrockners (100) eine Restfeuchte (436) der Prozessluft ausgangsseitig
der Trommel (102) einen vordefinierten Schwellenwert unterschreitet.
5. Verfahren (350) gemäß einem der vorangegangenen Ansprüche, bei dem im Schritt (356)
des Betreibens die Zusatzheizeinrichtung (112) betrieben wird, um die Prozessluft-Temperatur
(434) auf einen Vorgabewert (434X) zwischen 60 und 70 Grad Celsius, zwischen 62,5
und 67,5 Grad Celsius oder von 65 Grad Celsius einzustellen.
6. Verfahren (350) gemäß einem der vorangegangenen Ansprüche, bei dem im Schritt (358)
des Beendens das Hygieneprogramm nach einer Haltezeitdauer (tH) zwischen 2500 und 3500 Sekunden, zwischen 2750 und 3250 Sekunden oder von 3000 Sekunden
beendet wird.
7. Verfahren (350) gemäß einem der vorangegangenen Ansprüche, bei dem der Wärmepumpentrockner
(100) einen weiteren Prozessluft-Temperatursensor (132) zum Erfassen einer weiteren
Prozessluft-Temperatur (432) der Prozessluft eingangsseitig der Trommel (102) aufweist,
wobei im Schritt (356) des Betreibens die Zusatzheizeinrichtung (112) betrieben wird,
um eine Temperaturdifferenz zwischen der weiteren Prozessluft-Temperatur (432) und
der Prozessluft-Temperatur (434) auf höchstens 5 Kelvin einzustellen.
8. Vorrichtung (150), die ausgebildet ist, um die Schritte des Verfahrens (350) gemäß
einem der vorangegangenen Ansprüche in entsprechenden Einheiten auszuführen und/oder
anzusteuern.
9. Wärmepumpentrockner (100), der die folgenden Merkmale aufweist:
eine Trommel (102) zum Aufnehmen von Wäsche;
eine Wärmepumpe (108) zum Trocknen und Temperieren der Prozessluft;
eine Zusatzheizeinrichtung (112) zum Aufheizen der Prozessluft;
ein Prozessluftgebläse (110) zum Fördern der Prozessluft in einem Kreislauf durch
die Trommel (102), die Wärmepumpe (108) und die Zusatzheizeinrichtung (112) hindurch
zurück in die Trommel (102);
einen Prozessluft-Temperatursensor (134) zum Erfassen einer Prozessluft-Temperatur
(434) der Prozessluft ausgangsseitig der Trommel (102);
einen Kältemittel-Temperatursensor (130) zum Erfassen einer Kältemittel-Temperatur
(430) eines Kältemittels der Wärmepumpe (108) ausgangsseitig eines Kompressors (122)
der Wärmepumpe (108); und
eine Vorrichtung (150) gemäß Anspruch 8, wobei die Vorrichtung (150) mit dem Kompressor
(122) der Wärmepumpe (108), mit der Zusatzheizeinrichtung (112), mit dem Prozessluftgebläse
(110), mit dem Prozessluft-Temperatursensor (134) und mit dem Kältemittel-Temperatursensor
(130) signalübertragungsfähig verbunden ist.
10. Computer-Programmprodukt mit Programmcode zur Durchführung des Verfahrens (350) nach
einem der Ansprüche 1 bis 7, wenn das Computer-Programmprodukt auf einer Vorrichtung
(150) gemäß Anspruch 8 ausgeführt wird.