(19)
(11) EP 4 682 306 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
21.01.2026  Patentblatt  2026/04

(21) Anmeldenummer: 25182477.7

(22) Anmeldetag:  12.06.2025
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
D06F 58/38(2020.01)
D06F 58/20(2006.01)
D06F 103/34(2020.01)
D06F 103/50(2020.01)
D06F 105/28(2020.01)
D06F 58/44(2020.01)
D06F 103/32(2020.01)
D06F 103/38(2020.01)
D06F 105/26(2020.01)
(52) Gemeinsame Patentklassifikation (CPC) :
D06F 58/44; D06F 58/38; D06F 2103/32; D06F 2103/50; D06F 2103/38; D06F 2103/34; D06F 2105/26; D06F 2105/28; D06F 58/206
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC ME MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
BA
Benannte Validierungsstaaten:
GE KH LA MA MD TN

(30) Priorität: 15.07.2024 LU 103330

(71) Anmelder: Miele & Cie. KG
33332 Gütersloh (DE)

(72) Erfinder:
  • Drees, Michael
    59329 Wadersloh (DE)
  • Schimke, Patrick
    33330 Gütersloh (DE)

   


(54) VERFAHREN UND VORRICHTUNG ZUM DURCHFÜHREN EINES HYGIENEPROGRAMMS UND WÄRMEPUMPENTROCKNER


(57) Ein Verfahren zum Durchführen eines Hygieneprogramms eines Wärmepumpentrockners (100), wobei der Wärmepumpentrockner (100) eine Trommel (102) zum Aufnehmen von Wäsche, eine Wärmepumpe (108) zum Trocknen und Temperieren der Prozessluft, eine Zusatzheizeinrichtung (112) zum Aufheizen der Prozessluft, ein Prozessluftgebläse (110) zum Fördern der Prozessluft in einem Kreislauf durch die Trommel (102), die Wärmepumpe (108) und die Zusatzheizeinrichtung (112) hindurch zurück in die Trommel (102), einen Prozessluft-Temperatursensor (134) zum Erfassen einer Prozessluft-Temperatur der Prozessluft ausgangsseitig der Trommel (102) und einen Kältemittel-Temperatursensor (130) zum Erfassen einer Kältemittel-Temperatur eines Kältemittels der Wärmepumpe (108) ausgangsseitig eines Kompressors (122) der Wärmepumpe (108) aufweist, umfasst einen Schritt des Antreibens des Prozessluftgebläses (110), um die Prozessluft in dem Kreislauf zu fördern, einen Schritt des Ansteuerns des Kompressors (122) der Wärmepumpe (108), um die Kältemittel-Temperatur auf einen abgesenkten Sollwert für das Hygieneprogramm einzustellen, der kleiner als ein maximaler Sollwert für ein Trocknungsprogramm des Wärmepumpentrockners (100) ist, einen Schritt des Betreibens der Zusatzheizeinrichtung (112), um die Prozessluft-Temperatur auf einen Vorgabewert für das Hygieneprogramm einzustellen, und einen Schritt des Beendens des Hygieneprogramms nach Ablauf einer vordefinierten Haltezeitdauer.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Durchführen eines Hygieneprogramms eines Wärmepumpentrockners und einen Wärmepumpentrockner.

[0002] Es sind einem Wäschetrockner Hygieneprogramme bekannt, wobei ein Hygieneprogramm beispielweise als zertifiziertes Programm (Trockenstufe) zur Hygienisierung von nasser Wäsche ausgeführt sein kann. Dabei kann eine Hygienisierung insbesondere über ausreichend hohe Temperaturen und Haltezeiten erreicht werden. Hierbei können relativ lange Laufzeiten eines solchen Hygieneprogramms auftreten. Außerdem kann das Hygieneprogramm insbesondere nur für feuchte Wäsche geeignet sein, da eine Haltezeit üblicherweise über ein Restfeuchtesignal gesteuert sein kann.

[0003] Die DE 10 2021 106 619 A1 betrifft ein Verfahren zum Durchführen eines Hygieneprogramms für ein Wäschebehandlungsgerät für feuchte Wäsche, wobei Haltezeit über eine Restfeuchte gesteuert wird.

[0004] Der hier vorgestellte Ansatz stellt sich die Aufgabe, ein verbessertes Verfahren und eine verbesserte Vorrichtung zum Durchführen eines Hygieneprogramms eines Wärmepumpentrockners und einen verbesserten Wärmepumpentrockner zu schaffen.

[0005] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Durchführen eines Hygieneprogramms eines Wärmepumpentrockners und durch einen Wärmepumpentrockner mit den Merkmalen der Hauptansprüche gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den nachfolgenden Unteransprüchen.

[0006] Die mit der Erfindung erreichbaren Vorteile bestehen in einer gegenüber herkömmlichen Hygieneprogrammen reduzierten Laufzeit des vorgeschlagenen Hygieneprogramms. Ferner kann eine Möglichkeit geschaffen werden, um auch trockene Wäsche in dem Hygieneprogramm zu behandeln. Es können somit nicht nur schnellere Programmlaufzeiten erreicht werden, sondern es können auch eine mechanische Belastung des Textils und eine thermische Belastung des Wäschetrockners, insbesondere der elektrischen Bauteile im Trockner, verringert werden und somit eine Wäscheschonung und eine Geräteschonung erreicht werden. Vorteilhafterweise kann auch eine Aufbereitung trockener und nasser Wäsche im selben Programm ermöglicht werden.

[0007] Ein Verfahren zum Durchführen eines Hygieneprogramms eines Wärmepumpentrockners, wobei der Wärmepumpentrockner eine Trommel zum Aufnehmen von Wäsche, eine Wärmepumpe zum Trocknen und Temperieren der Prozessluft, eine Zusatzheizeinrichtung zum Aufheizen der Prozessluft, ein Prozessluftgebläse zum Fördern der Prozessluft in einem Kreislauf durch die Trommel, die Wärmepumpe und die Zusatzheizeinrichtung hindurch zurück in die Trommel, einen Prozessluft-Temperatursensor zum Erfassen einer Prozessluft-Temperatur der Prozessluft ausgangsseitig der Trommel und einen Kältemittel-Temperatursensor zum Erfassen einer Kältemittel-Temperatur eines Kältemittels der Wärmepumpe ausgangsseitig eines Kompressors der Wärmepumpe aufweist, umfasst die folgenden Schritte:

Antreiben des Prozessluftgebläses, um die Prozessluft in dem Kreislauf zu fördern;

Ansteuern des Kompressors der Wärmepumpe, um die Kältemittel-Temperatur auf einen abgesenkten Sollwert für das Hygieneprogramm einzustellen, der kleiner als ein maximaler Sollwert für ein Trocknungsprogramm des Wärmepumpentrockners ist;

Betreiben der Zusatzheizeinrichtung, um die Prozessluft-Temperatur auf einen Vorgabewert für das Hygieneprogramm einzustellen; und

Beenden des Hygieneprogramms nach Ablauf einer vordefinierten Haltezeitdauer.



[0008] Der Wärmepumpentrockner kann zum Trocknen von Wäsche eingesetzt werden. In die Trommel kann zu trocknende Wäsche eingelegt werden. Die Wäsche kann unter Verwendung der Prozessluft getrocknet werden. Die Prozessluft kann unter Verwendung der Wärmepumpe getrocknet und temperiert werden und anschließend in die Trommel geleitet werden. Zum Fördern der Prozessluft kann das Prozessluftgebläse verwendet werden. Die Wärmepumpe kann entsprechend bekannter Wärmepumpen einen Kältemittelkreis mit einem Verdampfer, einem Kompressor, auch als Verdichter bezeichnet, einem Verflüssiger, auch als Kondensator bezeichnet, und einer Drossel umfassen. Unter Einstellen kann insbesondere Regeln verstanden werden. Die Kältemittel-Temperatur kann die Temperatur des Kältemittels in einem zwischen dem Kompressor und dem Verflüssiger liegenden Abschnitt des Kältemittelkreises repräsentieren. Die Kältemittel-Temperatur kann durch einen Kältemitteltemperaturwert repräsentiert sein. Der Kältemitteltemperaturwert kann unter Verwendung des Kältemittel-Temperatursensors erfasst und bereitgestellt werden. Die Prozessluft-Temperatur kann die Temperatur der Prozessluft in einem zwischen dem Verflüssiger und einem Einlass in die Trommel liegenden Abschnitt eines Kanals zum Führen der Prozessluft repräsentieren. Die Prozessluft-Temperatur kann durch einen Prozesslufttemperaturwert repräsentiert sein. Der Prozesslufttemperaturwert kann unter Verwendung des Prozessluft-Temperatursensors erfasst und bereitgestellt werden.

[0009] Repräsentieren kann im Zusammenhang mit den Temperaturwerten jeweils bedeuten, dass die entsprechende Temperatur oder eine Größenordnung der entsprechenden Temperatur durch den entsprechenden Temperaturwert angezeigt oder abgebildet wird. Somit kann der jeweilige Temperaturwert auch der jeweiligen Temperatur entsprechen. Der Schritt des Antreibens kann unter Verwendung eines Gebläsesteuersignals zum Steuern einer Drehzahl des Prozessluftgebläses ausgeführt werden. Der Schritt des Ansteuerns kann unter Verwendung eines Kompressorsteuersignals zum Steuern einer Drehzahl des Kompressors ausgeführt werden. Der Schritt des Betreibens kann unter Verwendung eines Heizsteuersignals zum Steuern einer Heizleistung der Zusatzheizeinrichtung ausgeführt werden. Im Schritt des Beendens kann eine Ausführung zumindest des Schrittes des Ansteuerns und des Schrittes des Betreibens abgebrochen werden. Die Haltezeitdauer kann ab einem Erreichen des Vorgabewertes laufen. Das Verfahren kann auch einen Schritt des Erfassens der Prozessluft-Temperatur der Prozessluft ausgangsseitig der Trommel unter Verwendung des Prozessluft-Temperatursensors umfassen. Ferner kann das Verfahren einen Schritt des Erfassens der Kältemittel-Temperatur des Kältemittels der Wärmepumpe ausgangsseitig des Kompressors der Wärmepumpe unter Verwendung des Kältemittel-Temperatursensors umfassen.

[0010] Gemäß einer Ausführungsform kann im Schritt des Ansteuerns der Kompressor angesteuert werden, um die Kältemittel-Temperatur auf einen abgesenkten Sollwert von 90 Grad Celsius einzustellen. Zusätzlich oder alternativ kann im Schritt des Ansteuerns der Kompressor angesteuert werden, um die Kältemittel-Temperatur auf einen abgesenkten Sollwert von mindestens 4 Grad Celsius unter dem maximalen Sollwert einzustellen. Eine solche Ausführungsform bietet den Vorteil, dass bei dem Hygieneprogramm ein Hochdruck im Kältemittelkreis abgesenkt werden kann. Somit kann eine Belastung von Bauteilen des Wärmepumpentrockners verringert werden.

[0011] Auch kann der Schritt des Ansteuerns ausgeführt werden, wenn ein dem Hygieneprogramm vorangehendes Trocknungsprogramm des Wärmepumpentrockners eine vordefinierte Prozessphase erreicht. Die vordefinierte Prozessphase kann ein Ende des Trocknungsprogramms oder eine dem Ende des Trocknungsprogramms unmittelbar vorausgehende Prozessphase sein. Eine solche Ausführungsform bietet den Vorteil, dass die Temperatur im Kältemittelkreis und somit die thermische Belastung beteiligter Komponenten des Wärmepumpentrockners bereits frühzeitig verringert werden kann, falls das Hygieneprogramm im Anschluss an das Trocknungsprogramm ausgeführt werden soll.

[0012] Ferner kann der Schritt des Ansteuerns ausgeführt werden, wenn bei einem dem Hygieneprogramm vorangehenden Trocknungsprogramm des Wärmepumpentrockners eine Restfeuchte der Prozessluft ausgangsseitig der Trommel einen vordefinierten Schwellenwert unterschreitet. Die Restfeuchte kann durch einen Restfeuchtewert repräsentiert sein, der mittels eines Restfeuchtesensors erfasst und bereitgestellt werden kann. Eine solche Ausführungsform bietet den Vorteil, dass die Temperatur im Kältemittelkreis und somit die thermische Belastung beteiligter Komponenten des Wärmepumpentrockners rechtzeitig und bereits frühzeitig verringert werden kann, falls das Hygieneprogramm im Anschluss an das Trocknungsprogramm ausgeführt werden soll.

[0013] Gemäß einer Ausführungsform kann im Schritt des Betreibens die Zusatzheizeinrichtung betrieben werden, um die Prozessluft-Temperatur auf einen Vorgabewert zwischen 60 und 70 Grad Celsius, zwischen 62,5 und 67,5 Grad Celsius oder von 65 Grad Celsius einzustellen. Eine solche Ausführungsform bietet den Vorteil, dass eine wirksame hygienische Aufbereitung sowohl feuchter als auch trockener Wäsche ermöglicht werden kann.

[0014] Zudem im Schritt des Beendens das Hygieneprogramm nach einer Haltezeitdauer zwischen 2500 und 3500 Sekunden, zwischen 2750 und 3250 Sekunden oder von 3000 Sekunden beendet werden. Eine solche Ausführungsform bietet den Vorteil, dass Wäsche zuverlässig hygienisch aufbereitet werden kann, wobei eine solche Zeitsteuerung verglichen mit herkömmlicher Restfeuchteregelung oder einer reinen Temperaturregelung zudem unnötig lange Laufzeiten bei niedrigen Umgebungstemperaturen verhindern kann.

[0015] Gemäß einer Ausführungsform, bei welcher der Wärmepumpentrockner einen weiteren Prozessluft-Temperatursensor zum Erfassen einer weiteren Prozessluft-Temperatur der Prozessluft eingangsseitig der Trommel aufweist, kann im Schritt des Betreibens die Zusatzheizeinrichtung betrieben werden, um eine Temperaturdifferenz zwischen der weiteren Prozessluft-Temperatur und der Prozessluft-Temperatur auf höchstens 5 Kelvin einzustellen. Die weitere Prozessluft-Temperatur kann durch einen weiteren Prozesslufttemperaturwert repräsentiert sein, der mittels des weiteren Prozessluft-Temperatursensor erfasst und bereitgestellt werden kann. Eine solche Ausführungsform bietet den Vorteil, dass durch Überwachung der Prozessluft an Eintritt und Austritt der Trommel eine noch zuverlässigere und genauere Prozesssteuerung erreicht werden kann.

[0016] Der hier vorgestellte Ansatz schafft ferner eine Vorrichtung, die ausgebildet ist, um die Schritte einer Variante eines hier vorgestellten Verfahrens in entsprechenden Einrichtungen durchzuführen, anzusteuern bzw. umzusetzen. Auch durch diese Ausführungsvariante der Erfindung in Form einer Vorrichtung kann die der Erfindung zugrunde liegende Aufgabe schnell und effizient gelöst werden.

[0017] Die Vorrichtung kann ausgebildet sein, um Eingangssignale einzulesen und unter Verwendung der Eingangssignale Ausgangssignale zu bestimmen und bereitzustellen. Ein Eingangssignal kann beispielsweise ein über eine Eingangsschnittstelle der Vorrichtung einlesbares Sensorsignal darstellen. Ein Ausgangssignal kann ein Steuersignal oder ein Datensignal darstellen, das an einer Ausgangsschnittstelle der Vorrichtung bereitgestellt werden kann. Die Vorrichtung kann ausgebildet sein, um die Ausgangssignale unter Verwendung einer in Hardware oder Software umgesetzten Verarbeitungsvorschrift zu bestimmen. Beispielsweise kann die Vorrichtung dazu eine Logikschaltung, einen integrierten Schaltkreis oder ein Softwaremodul umfassen und beispielsweise als ein diskretes Bauelement realisiert sein oder von einem diskreten Bauelement umfasst sein. Die Vorrichtung kann als eine Steuereinheit ausgeführt sein oder es können Einrichtungen der Vorrichtung von einer entsprechenden Steuereinheit umgesetzt sein.

[0018] Ein Wärmepumpentrockner umfasst folgende Merkmale:

eine Trommel zum Aufnehmen von Wäsche;

eine Wärmepumpe zum Trocknen und Temperieren der Prozessluft;

eine Zusatzheizeinrichtung zum Aufheizen der Prozessluft;

ein Prozessluftgebläse zum Fördern der Prozessluft in einem Kreislauf durch die Trommel, die Wärmepumpe und die Zusatzheizeinrichtung hindurch zurück in die Trommel;

einen Prozessluft-Temperatursensor zum Erfassen einer Prozessluft-Temperatur der Prozessluft ausgangsseitig der Trommel;

einen Kältemittel-Temperatursensor zum Erfassen einer Kältemittel-Temperatur eines Kältemittels der Wärmepumpe ausgangsseitig eines Kompressors der Wärmepumpe; und

eine Ausführungsform einer hierin genannten Vorrichtung, wobei die Vorrichtung mit dem Kompressor der Wärmepumpe, mit der Zusatzheizeinrichtung, mit dem Prozessluftgebläse, mit dem Prozessluft-Temperatursensor und mit dem Kältemittel-Temperatursensor signalübertragungsfähig verbunden ist.



[0019] Vorteilhafterweise kann der hier beschriebene Ansatz im Zusammenhang mit bekannten Wärmepumpentrocknern umgesetzt werden.

[0020] Von Vorteil ist auch ein Computer-Programmprodukt oder Computerprogramm mit Programmcode, der auf einem maschinenlesbaren Träger oder Speichermedium wie einem Halbleiterspeicher, einem Festplattenspeicher oder einem optischen Speicher gespeichert sein kann. Wird das Programmprodukt oder Programm auf einem Computer oder einer Steuereinheit ausgeführt, so kann das Programmprodukt oder Programm zur Durchführung, Umsetzung und/oder Ansteuerung der Schritte des Verfahrens nach einer der hier beschriebenen Ausführungsformen verwendet werden.

[0021] Auch wenn der beschriebene Ansatz anhand eines Haushaltgeräts beschrieben wird, kann der hier beschriebene Ansatz entsprechend im Zusammenhang mit einem gewerblichen oder professionellen Gerät, beispielsweise einem medizinischen Gerät, wie einem Reinigungs- oder Desinfektionsgerät, einem Kleinsterilisator, einem Großraumdesinfektor oder einer Container-Waschanlage eingesetzt werden.

[0022] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in den Zeichnungen rein schematisch dargestellt und wird nachfolgend näher beschrieben. Es zeigt
Figur 1
eine schematische Darstellung eines Ausführungsbeispiels eines Wärmepumpentrockners;
Figur 2
eine schematische Darstellung eines Ausführungsbeispiels eines Wärmepumpentrockners;
Figur 3
ein Ablaufdiagramm eines Ausführungsbeispiels eines Verfahrens zum Durchführen eines Hygieneprogramms eines Wärmepumpentrockners;
Figur 4
eine grafische Darstellung von Temperaturverläufen und Feuchtigkeitsverläufen für nasse Wäsche in Verbindung mit einem Ausführungsbeispiel eines Wärmepumpentrockners; und
Figur 5
eine grafische Darstellung von Temperaturverläufen und Feuchtigkeitsverläufen für trockene Wäsche in Verbindung mit einem Ausführungsbeispiel eines Wärmepumpentrockners.


[0023] Figur 1 zeigt eine schematische Darstellung eines Ausführungsbeispiels eines Wärmepumpentrockners 100, der auch als Trockner oder Wäschetrockner bezeichnet wird. Entsprechend bekannter Wärmepumpentrockner umfasst der Wärmepumpentrockner 100 eine drehbare Trommel 102, in die Wäsche eingelegt werden kann. Die Trommel 102 kann durch eine Tür verschlossen werden. Die sich in der Trommel 102 befindliche Wäsche wird im Betrieb des Wärmepumpentrockners 100 unter Verwendung von Prozessluft bzw. eines Prozessluftstroms 104 getrocknet. Der Prozessluftstrom 104 wird durch die Trommel 102 und einen Kanal 106 zum Leiten des Prozessluftstroms 104 geführt. Der Kanal 106 weist dazu einen Einlass aus der Trommel 102 heraus und einen Auslass in die Trommel 102 hinein auf.

[0024] Innerhalb des Kanals 106 sind eine Wärmepumpe 108 zum Trocknen und Temperieren der Prozessluft des Prozessluftstroms 104, ein Prozessluftgebläse 110 zum Fördern der Prozessluft und eine Zusatzheizeinrichtung 112 angeordnet. Die Wärmepumpe 108 weist einen Kältemittelkreis mit einem Verdampfer 120, einem Kompressor 122, einem Verflüssiger 124 und einer Drossel auf. Das Prozessluftgebläse 110 ist ausgebildet, um die Prozessluft in einem Kreislauf durch die Trommel 102, die Wärmepumpe 108 und die Zusatzheizeinrichtung 112 hindurch bzw. an derselben entlang zurück in die Trommel 102 zu fördern. Die Zusatzheizeinrichtung 112 ist dabei zwischen der Wärmepumpe 108 und dem Auslass des Kanals 106 angeordnet. Die Zusatzheizeinrichtung 112 ist ausgebildet, um die Prozessluft aufzuheizen.

[0025] Ferner umfasst der Wärmepumpentrockner 100 einen Kältemittel-Temperatursensor 130, einen Prozessluft-Temperatursensor 134, einen optionalen weiteren Prozessluft-Temperatursensor 132 und einen optionalen Restfeuchtesensor 136. Der Kältemittel-Temperatursensor 130 ist in dem Kältemittelkreis zwischen dem Kompressor 122 und dem Verflüssiger 124 angeordnet. Der Kältemittel-Temperatursensor 130 ist ausgebildet, um eine Kältemittel-Temperatur eines Kältemittels der Wärmepumpe 108 ausgangsseitig des Kompressors 122 zu erfassen. Der Prozessluft-Temperatursensor 134 ist in dem Kanal 106 zum Leiten des Prozessluftstroms 104 zwischen der Trommel 102 und der Wärmepumpe 108 angeordnet. Der Prozessluft-Temperatursensor 134 ist ausgebildet, um eine Prozessluft-Temperatur der Prozessluft ausgangsseitig der Trommel 102 zu erfassen.

[0026] Der optionale weitere Prozessluft-Temperatursensor 132 ist in dem Kanal 106 zum Leiten des Prozessluftstroms 104 zwischen dem Prozessluftgebläse 110 und der Trommel 102 angeordnet, genauer gesagt im Bereich der Zusatzheizeinrichtung 112 oder zwischen der Zusatzheizeinrichtung 112 und der Trommel 102. Der weitere Prozessluft-Temperatursensor 132 ist ausgebildet, um eine weitere Prozessluft-Temperatur der Prozessluft eingangsseitig der Trommel 102 zu erfassen. Der optionale Restfeuchtesensor 136 ist in dem Kanal 106 zum Leiten des Prozessluftstroms 104 zwischen der Trommel 102 und der Wärmepumpe 108 angeordnet. Der Restfeuchtesensor 136 ist ausgebildet, um eine Restfeuchte der Prozessluft ausgangsseitig der Trommel 102 zu erfassen.

[0027] Gemäß einem Ausführungsbeispiel ist die Zusatzheizeinrichtung 112 als eine QPD-Heizung, der weitere Prozessluft-Temperatursensor 132 als ein NTC-Fühler nach der QPD-Heizung (weitere Prozessluft-Temperatur) und der Kältemittel-Temperatursensor 130 als ein NTC-Fühler nach dem Kompressor 122 (Kältemittel-Temperatur) ausgeführt.

[0028] Zudem weist der Wärmepumpentrockner 100 eine Vorrichtung 150 auf, die ausgebildet ist, um ein Hygieneprogramm des Wärmepumpentrockners 100 durchzuführen. Die Vorrichtung 150 ist beispielsweise Teil einer Steuereinheit des Wärmepumpentrockners 100. Die Vorrichtung 150 ist signalübertragungsfähig mit dem Kompressor 122 der Wärmepumpe 108, mit der Zusatzheizeinrichtung 112, mit dem Prozessluftgebläse 110, mit dem Prozessluft-Temperatursensor 134 und mit dem Kältemittel-Temperatursensor 130 sowie optional zusätzlich mit dem weiteren Prozessluft-Temperatursensor 132 und dem Restfeuchtesensor 136 verbunden. Die Vorrichtung 150 ist ausgebildet, um u.a. abhängig von der Prozessluft-Temperatur der Prozessluft ausgangsseitig der Trommel 102 mindestens ein Steuersignal zum Steuern eines Betriebs mindestens einer an dem Hygieneprogramm beteiligten Komponente des Wärmepumpentrockners 100 bereitzustellen, beispielsweise ein Kompressorsteuersignal zum Steuern einer Drehzahl des Kompressors 122 und/oder ein Gebläsesteuersignal zum Steuern einer Drehzahl des Prozessluftgebläses 110 und/oder ein Heizsteuersignal zum Steuern einer Heizleistung der Zusatzheizeinrichtung 112.

[0029] So ist die Vorrichtung 150 ausgebildet, um das Prozessluftgebläse 110 anzutreiben, um die Prozessluft in dem Kreislauf zu fördern bzw. den Prozessluftstrom 104 zu bewirken. Ferner ist die Vorrichtung 150 ausgebildet, um den Kompressor 122 der Wärmepumpe 108 anzusteuern, um die Kältemittel-Temperatur auf einen abgesenkten Sollwert für das Hygieneprogramm einzustellen, der kleiner als ein maximaler Sollwert für ein Trocknungsprogramm des Wärmepumpentrockners 100 ist. Zudem ist die Vorrichtung 150 ausgebildet, um die Zusatzheizeinrichtung 112 zu betreiben, um die Prozessluft-Temperatur auf einen Vorgabewert für das Hygieneprogramm einzustellen. Auch ist die Vorrichtung 150 ausgebildet, um das Hygieneprogramm nach Ablauf einer vordefinierten Haltezeitdauer zu beenden.

[0030] Figur 2 zeigt eine schematische Darstellung eines Ausführungsbeispiels eines Wärmepumpentrockners 100. Dabei ist der Wärmepumpentrockner 100 wie der in Figur 1 beschriebene Wärmepumpentrockner ausgeführt. In Figur 2 sind lediglich darstellungsbedingt die Vorrichtung und der Restfeuchtesensor nicht gezeigt, wobei zusätzlich die bezüglich Figur 1 erwähnte Drossel 226 hier explizit gezeigt ist.

[0031] Gemäß einem Ausführungsbeispiel wird die Laufzeit des mittels des Wärmepumpentrockners 100 und insbesondere dessen Vorrichtung durchgeführten Hygieneprogramms durch den Einsatz einer elektrischen Zusatzheizung (QPD), d. h. der Zusatzheizeinrichtung 112, verglichen mit herkömmlichen Hygieneprogrammen stark verkürzt, indem die Aufheizzeiten reduziert werden. Die thermische Belastung des Kompressors 122 und umliegender Bauteile wird reduziert, indem die Verdichterregeltemperatur bzw. die Kältemittel-Temperatur beim Erreichen einer gewissen Trockenstufe reduziert wird. Somit reduziert sich die Heissgastemperatur des Kältekreises bzw. Kältemittelkreises und der Hochdruck im Kältekreis bzw. Kältemittelkreis. Der Prozess bzw. Ablauf des Hygieneprogramms wird über die Austrittstemperatur aus der Trommel 102 gesteuert, d.h. über die Prozessluft-Temperatur der Prozessluft ausgangsseitig der Trommel 102. Somit kann das Hygieneprogramm auch für trockene Wäsche genutzt werden. Um Dauerläufer, z. B. bei sehr tiefen Aufstelltemperaturen, zu verhindern, ist zusätzlich eine Zeitüberwachung realisiert.

[0032] Gemäß einem Ausführungsbeispiel erfolgt somit eine Regelung auf Wäschetemperatur, beispielweise 65 Grad Celsius über die Prozessluft-Temperatur (T_PL) nach der Trommel 102, dann eine Haltezeit von beispielsweise 3000 Sekunden für eine ausreichende Hygienewirkung (Hygienisierungsphase).

[0033] Ferner erfolgt gemäß einem Ausführungsbeispiel eine Senkung der Regeltemperatur des Kompressors (T_HGT), d. h. der Kältemittel-Temperatur, von beispielsweise 95 auf 90 Grad Celsius, um Hochdruck in der Hygienisierungsphase bzw. in dem Hygieneprogramm abzusenken. Die Kältemittel-Temperatur wird bereits vor der Hygienisierungsphase bzw. vor dem Hygieneprogramm abgesenkt, insbesondere über ein Restfeuchtesignal.

[0034] Zudem wird gemäß einem Ausführungsbeispiel ermöglicht, dass das mittels des Wärmepumpentrockners 100 umgesetzte Hygieneprogramm für nasse und für trockene Wäsche genutzt werden kann, indem eine zeitliche Begrenzung der Phasen und eine Temperaturbegrenzung, d.h. Prozessluft-Temperatur (T_PL) von beispielsweise 65 Grad Celsius, vorgesehen sind. So kann zudem der Programmablauf bei sehr kalten Aufstelltemperaturen sichergestellt werden.

[0035] Gemäß einem Ausführungsbeispiel kann eine Regelung auf einen Absolutwert der Prozessluft-Temperatur (T_PL) von beispielsweise 65 Grad Celsius und auf eine Temperaturdifferenz T_QPD - T_PL < 5K vorgesehen sein. Somit erfolgt hierbei eine Überwachung der Behandlungskammer bzw. Trommel 102 hinsichtlich einer Temperatur der Prozessluft an Eintritt und Austritt der Behandlungskammer bzw. Trommel 102.

[0036] Figur 3 zeigt ein Ablaufdiagramm eines Ausführungsbeispiels eines Verfahrens 350 zum Durchführen eines Hygieneprogramms eines Wärmepumpentrockners. Das Verfahren 350 ist in Zusammenhang mit einem Wärmepumpentrockner ausführbar, wie er anhand von Figur 1 und/oder Figur 2 beschrieben ist, beispielsweise unter Verwendung von Einheiten bzw. Einrichtungen des Wärmepumpentrockners. Dabei ist die Vorrichtung des Wärmepumpentrockners aus Figur 1 und/oder Figur 2 ausgebildet, um die Schritte des hier dargestellten Verfahrens 350 auszuführen. Dazu umfasst die Vorrichtung geeignete Einheiten zur Ausführung der Schritte des hier dargestellten Verfahrens 350.

[0037] Somit ist das Verfahren 350 zum Durchführen in Verbindung mit einem Wärmepumpentrockner ausführbar, der mindestens folgende Merkmale aufweist: eine Trommel zum Aufnehmen von Wäsche, eine Wärmepumpe zum Trocknen und Temperieren der Prozessluft, eine Zusatzheizeinrichtung zum Aufheizen der Prozessluft, ein Prozessluftgebläse zum Fördern der Prozessluft in einem Kreislauf durch die Trommel, die Wärmepumpe und die Zusatzheizeinrichtung hindurch zurück in die Trommel, einen Prozessluft-Temperatursensor zum Erfassen einer Prozessluft-Temperatur der Prozessluft ausgangsseitig der Trommel und einen Kältemittel-Temperatursensor zum Erfassen einer Kältemittel-Temperatur eines Kältemittels der Wärmepumpe ausgangsseitig eines Kompressors der Wärmepumpe.

[0038] Das Verfahren 350 zum Durchführen umfasst einen Schritt 352 des Antreibens, einen Schritt 354 des Ansteuerns, einen Schritt 356 des Betreibens und einen Schritt 358 des Beendens. Dabei wird in dem Schritt 352 des Antreibens das Prozessluftgebläse angetrieben, um die Prozessluft in dem Kreislauf zu fördern, beispielsweise unter Verwendung eines Gebläsesteuersignals zum Steuern einer Drehzahl des Prozessluftgebläses. In dem Schritt 354 des Ansteuerns wird der Kompressor der Wärmepumpe angesteuert, um die Kältemittel-Temperatur auf einen abgesenkten Sollwert für das Hygieneprogramm einzustellen, der kleiner als ein maximaler Sollwert für ein Trocknungsprogramm des Wärmepumpentrockners ist, beispielsweise unter Verwendung eines Kompressorsteuersignals zum Steuern einer Drehzahl des Kompressors. In dem Schritt 356 des Betreibens wird die Zusatzheizeinrichtung betrieben, um die Prozessluft-Temperatur auf einen Vorgabewert für das Hygieneprogramm einzustellen, beispielsweise unter Verwendung eines Heizsteuersignals zum Steuern einer Heizleistung der Zusatzheizeinrichtung. Nachfolgend wird in dem Schritt 358 des Beendens das Hygieneprogramm nach Ablauf einer vordefinierten Haltezeitdauer beendet.

[0039] Eine Abfolge einer Ausführung des Schrittes 352 des Antreibens, des Schrittes 354 des Ansteuerns und des Schrittes 356 des Betreibens ist hierbei je nach Anforderung beliebig wählbar und kann auch mindestens teilweise gleichzeitig erfolgen.

[0040] Gemäß einem Ausführungsbeispiel wird im Schritt 354 des Ansteuerns der Kompressor angesteuert, um die Kältemittel-Temperatur auf einen abgesenkten Sollwert von 90 Grad Celsius und/oder von mindestens 4 Grad Celsius unter dem maximalen Sollwert einzustellen. Gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel wird der Schritt 354 des Ansteuerns ausgeführt, wenn ein dem Hygieneprogramm vorangehendes Trocknungsprogramm des Wärmepumpentrockners eine vordefinierte Prozessphase erreicht hat und/oder wenn bei einem dem Hygieneprogramm vorangehenden Trocknungsprogramm des Wärmepumpentrockners eine Restfeuchte der Prozessluft ausgangsseitig der Trommel einen vordefinierten Schwellenwert unterschreitet.

[0041] Gemäß einem Ausführungsbeispiel wird im Schritt 356 des Betreibens die Zusatzheizeinrichtung betrieben, um die Prozessluft-Temperatur auf einen Vorgabewert zwischen 60 und 70 Grad Celsius, zwischen 62,5 und 67,5 Grad Celsius oder von 65 Grad Celsius einzustellen. Gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel, bei dem der Wärmepumpentrockner einen weiteren Prozessluft-Temperatursensor zum Erfassen einer weiteren Prozessluft-Temperatur der Prozessluft eingangsseitig der Trommel aufweist, wird im Schritt 356 des Betreibens die Zusatzheizeinrichtung betrieben, um eine Temperaturdifferenz zwischen der weiteren Prozessluft-Temperatur und der Prozessluft-Temperatur auf höchstens 5 Kelvin einzustellen.

[0042] Gemäß einem Ausführungsbeispiel wird im Schritt 358 des Beendens das Hygieneprogramm nach einer Haltezeitdauer zwischen 2500 und 3500 Sekunden, zwischen 2750 und 3250 Sekunden oder von 3000 Sekunden beendet.

[0043] Figur 4 zeigt eine grafische Darstellung von Temperaturverläufen und Feuchtigkeitsverläufen für nasse Wäsche in Verbindung mit einem Ausführungsbeispiel eines Wärmepumpentrockners. Der Wärmepumpentrockner entspricht oder ähnelt dabei dem Wärmepumpentrockner aus einer der vorstehend beschriebenen Figuren.

[0044] In der Darstellung eingezeichnet sind hierbei zeitliche Verläufe für die Kältemittel-Temperatur 430, die weitere Prozessluft-Temperatur 432, die Prozessluft-Temperatur 434, die Restfeuchte 436, eine Raumfeuchte 462 und eine Raumtemperatur 464. Ferner sind ein zeitlicher Verlauf von Programmphasen 460 von mittels des Wärmepumpentrockners umgesetzten Programmen, der maximale Sollwert 430A sowie der abgesenkte Sollwert 430B der Kältemittel-Temperatur 430, der Vorgabewert 434X der Prozessluft-Temperatur 434 und die Haltezeitdauer tH eingezeichnet.

[0045] Aus der Darstellung von Figur 4 ist eine Absenkung der Regeltemperatur des Kompressors, d. h. der Kältemittel-Temperatur 430 von dem maximalen Sollwert 430A, beispielsweise 95 Grad Celsius, auf den abgesenkten Sollwert 430B, beispielsweise 90 Grad Celsius, für das Hygieneprogramm erkennbar. Ferner ist erkennbar, dass der Vorgabewert 434X der Prozessluft-Temperatur 434 gemäß dem hier dargestellten Ausführungsbeispiel 65 Grad Celsius beträgt. Zudem ist ersichtlich, dass die Haltezeitdauer tH hierbei 3000 Sekunden beträgt. Das Hygieneprogramm wird hierbei für nasse bzw. feuchte Wäsche durchgeführt, wobei dem Hygieneprogramm ein Trocknungsprogramm vorhergeht.

[0046] Figur 5 zeigt eine grafische Darstellung von Temperaturverläufen und Feuchtigkeitsverläufen für trockene Wäsche in Verbindung mit einem Ausführungsbeispiel eines Wärmepumpentrockners. Der Wärmepumpentrockner entspricht oder ähnelt dabei dem Wärmepumpentrockner aus einer der vorstehend beschriebenen Figuren.

[0047] In der Darstellung eingezeichnet sind hierbei zeitliche Verläufe für die Kältemittel-Temperatur 430, die weitere Prozessluft-Temperatur 432, die Prozessluft-Temperatur 434, eine Raumfeuchte 462 und eine Raumtemperatur 464. Ferner sind ein zeitlicher Verlauf von Programmphasen 460 von mittels des Wärmepumpentrockners umgesetzten Programmen, der abgesenkte Sollwert 430B der Kältemittel-Temperatur 430, der Vorgabewert 434X der Prozessluft-Temperatur 434 und die Haltezeitdauer tH eingezeichnet.

[0048] Aus der Darstellung von Figur 5 ist die Einstellung der Regeltemperatur des Kompressors, d. h. der Kältemittel-Temperatur 430 auf den abgesenkten Sollwert 430B, beispielsweise 90 Grad Celsius, für das Hygieneprogramm erkennbar. Ferner ist erkennbar, dass der Vorgabewert 434X der Prozessluft-Temperatur 434 gemäß dem hier dargestellten Ausführungsbeispiel 65 Grad Celsius beträgt. Zudem ist ersichtlich, dass die Haltezeitdauer tH hierbei 3000 Sekunden beträgt. Das Hygieneprogramm kann somit für trockene Wäsche ebenfalls zeitgesteuert und temperaturgesteuert durchgeführt werden.


Ansprüche

1. Verfahren (350) zum Durchführen eines Hygieneprogramms eines Wärmepumpentrockners (100), wobei der Wärmepumpentrockner (100) eine Trommel (102) zum Aufnehmen von Wäsche, eine Wärmepumpe (108) zum Trocknen und Temperieren der Prozessluft, eine Zusatzheizeinrichtung (112) zum Aufheizen der Prozessluft, ein Prozessluftgebläse (110) zum Fördern der Prozessluft in einem Kreislauf durch die Trommel (102), die Wärmepumpe (108) und die Zusatzheizeinrichtung (112) hindurch zurück in die Trommel (102), einen Prozessluft-Temperatursensor (134) zum Erfassen einer Prozessluft-Temperatur (434) der Prozessluft ausgangsseitig der Trommel (102) und einen Kältemittel-Temperatursensor (130) zum Erfassen einer Kältemittel-Temperatur (430) eines Kältemittels der Wärmepumpe (108) ausgangsseitig eines Kompressors (122) der Wärmepumpe (108) aufweist, wobei das Verfahren (350) die folgenden Schritte aufweist:

Antreiben (352) des Prozessluftgebläses (110), um die Prozessluft in dem Kreislauf zu fördern;

Ansteuern (354) des Kompressors (122) der Wärmepumpe (108), um die Kältemittel-Temperatur (430) auf einen abgesenkten Sollwert (430B) für das Hygieneprogramm einzustellen, der kleiner als ein maximaler Sollwert (430A) für ein Trocknungsprogramm des Wärmepumpentrockners (100) ist;

Betreiben (356) der Zusatzheizeinrichtung (112), um die Prozessluft-Temperatur (434) auf einen Vorgabewert (434X) für das Hygieneprogramm einzustellen; und

Beenden (358) des Hygieneprogramms nach Ablauf einer vordefinierten Haltezeitdauer (tH).


 
2. Verfahren (350) gemäß Anspruch 1, bei dem im Schritt (354) des Ansteuerns der Kompressor (122) angesteuert wird, um die Kältemittel-Temperatur (430) auf einen abgesenkten Sollwert (430B) von 90 Grad Celsius und/oder von mindestens 4 Grad Celsius unter dem maximalen Sollwert (430A) einzustellen.
 
3. Verfahren (350) gemäß einem der vorangegangenen Ansprüche, bei dem der Schritt (354) des Ansteuerns ausgeführt wird, wenn ein dem Hygieneprogramm vorangehendes Trocknungsprogramm des Wärmepumpentrockners (100) eine vordefinierte Prozessphase (460) erreicht.
 
4. Verfahren (350) gemäß einem der vorangegangenen Ansprüche, bei dem der Schritt (354) des Ansteuerns ausgeführt wird, wenn bei einem dem Hygieneprogramm vorangehenden Trocknungsprogramm des Wärmepumpentrockners (100) eine Restfeuchte (436) der Prozessluft ausgangsseitig der Trommel (102) einen vordefinierten Schwellenwert unterschreitet.
 
5. Verfahren (350) gemäß einem der vorangegangenen Ansprüche, bei dem im Schritt (356) des Betreibens die Zusatzheizeinrichtung (112) betrieben wird, um die Prozessluft-Temperatur (434) auf einen Vorgabewert (434X) zwischen 60 und 70 Grad Celsius, zwischen 62,5 und 67,5 Grad Celsius oder von 65 Grad Celsius einzustellen.
 
6. Verfahren (350) gemäß einem der vorangegangenen Ansprüche, bei dem im Schritt (358) des Beendens das Hygieneprogramm nach einer Haltezeitdauer (tH) zwischen 2500 und 3500 Sekunden, zwischen 2750 und 3250 Sekunden oder von 3000 Sekunden beendet wird.
 
7. Verfahren (350) gemäß einem der vorangegangenen Ansprüche, bei dem der Wärmepumpentrockner (100) einen weiteren Prozessluft-Temperatursensor (132) zum Erfassen einer weiteren Prozessluft-Temperatur (432) der Prozessluft eingangsseitig der Trommel (102) aufweist, wobei im Schritt (356) des Betreibens die Zusatzheizeinrichtung (112) betrieben wird, um eine Temperaturdifferenz zwischen der weiteren Prozessluft-Temperatur (432) und der Prozessluft-Temperatur (434) auf höchstens 5 Kelvin einzustellen.
 
8. Vorrichtung (150), die ausgebildet ist, um die Schritte des Verfahrens (350) gemäß einem der vorangegangenen Ansprüche in entsprechenden Einheiten auszuführen und/oder anzusteuern.
 
9. Wärmepumpentrockner (100), der die folgenden Merkmale aufweist:

eine Trommel (102) zum Aufnehmen von Wäsche;

eine Wärmepumpe (108) zum Trocknen und Temperieren der Prozessluft;

eine Zusatzheizeinrichtung (112) zum Aufheizen der Prozessluft;

ein Prozessluftgebläse (110) zum Fördern der Prozessluft in einem Kreislauf durch die Trommel (102), die Wärmepumpe (108) und die Zusatzheizeinrichtung (112) hindurch zurück in die Trommel (102);

einen Prozessluft-Temperatursensor (134) zum Erfassen einer Prozessluft-Temperatur (434) der Prozessluft ausgangsseitig der Trommel (102);

einen Kältemittel-Temperatursensor (130) zum Erfassen einer Kältemittel-Temperatur (430) eines Kältemittels der Wärmepumpe (108) ausgangsseitig eines Kompressors (122) der Wärmepumpe (108); und

eine Vorrichtung (150) gemäß Anspruch 8, wobei die Vorrichtung (150) mit dem Kompressor (122) der Wärmepumpe (108), mit der Zusatzheizeinrichtung (112), mit dem Prozessluftgebläse (110), mit dem Prozessluft-Temperatursensor (134) und mit dem Kältemittel-Temperatursensor (130) signalübertragungsfähig verbunden ist.


 
10. Computer-Programmprodukt mit Programmcode zur Durchführung des Verfahrens (350) nach einem der Ansprüche 1 bis 7, wenn das Computer-Programmprodukt auf einer Vorrichtung (150) gemäß Anspruch 8 ausgeführt wird.
 




Zeichnung













Recherchenbericht









Recherchenbericht




Angeführte Verweise

IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



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In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente