[0001] Die Erfindung betrifft Verfahren zur automatisierten Optimierung eines Qualitätsprofils
einer Papier- Karton- oder Faserstoffbahn, umfassend ein Qualitätsmesssystem, das
ausgeführt ist, mittels Messwagen über die Bahnbreite in Maschinenquerrichtung (CD)
zumindest einen Feuchtewert und eine Wert für eine flächenbezogene Masse der Bahn
zu erfassen, ein Aktuatorsystem, dass ausgeführt ist über eine Mehrzahl von Aktuatoren
über die Bahnbreite (CD) eine unterschiedliche Menge an Wasser oder Wasserdampf auf
die Bahn aufzutragen und ein Steuerungssystem ausgeführt die Aktuatoren des Aktuatorsystems
einzeln zu steuern. Weiterhin betrifft die Erfindung ein Profilierungssystem zur automatisierten
Optimierung eines Qualitätsprofils einer Papier- Karton- oder Faserstoffbahn.
[0002] Aus dem Stand der Technik sind Qualitätsregelsysteme bekannt, die die Qualität der
Bahn in Maschinenquerrichtung (CD) verbessern. Die
EP1620766 A1 zeigt dabei ein Verfahren die Qualitätswerte nach Anteilen in Maschinenquerrichtung
(CD) und Maschinenlaufrichtung (MD) zu steuern. In der Praxis zeigen die verwendeten
Aktuatorsystem jedoch Verschleiß und werden unter veränderlichen Bedingungen Betrieben.
[0003] Die Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren bereitzustellen, um einen effizienten
Betrieb eines Steuersystems zur Optimierung eines Qualitätsprofils in einer Anlage
zur Produktion einer Papier- Karton- oder Faserstoffbahn zu erreichen. Weiterhin ist
es die Aufgabe der Erfindung ein Profilierungssystem bereitzustellen, dass auch in
längerem Betrieb, trotz Verschleiß und veränderlichen Betriebsbedingungen, immer in
einem optimalen Betriebsfenster arbeitet.
[0004] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine Ausführung entsprechend dem unabhängigen
Ansprüchen gelöst. Weitere vorteilhafte Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung
finden sich in den Unteransprüchen.
[0005] Die Aufgabe wird weiterhin erfindungsgemäß durch ein Verfahren gelöst, wobei folgende
Verfahrensschritte ausgeführt werden:
- für wenigstens einen Aktuator ein Maximalwert angesteuert wird, wobei an dem Maximalwert
die Wirksamkeit des Auftrags mittels dem Qualitätsmesssystem ermittelt wird,
- der Aktuator schrittweise zu dem Mindestwert gesteuert wird, wobei für die Schritte
jeweils mittels dem QualitätsMesssystem die Wirksamkeit des Auftrags ermittelt wird,
- eine Kennlinie für den Aktuator berechnet wird, die mittels dem Steuersystem verwendet
wird, um das geforderte Qualitätsprofil der Bahn zu erreichen.
[0006] Das regelmäßige Verfahren eines einzelnen Aktuator kann vorteilhaft die Effizienz
des Dampfauftrags des Aktuators zeigen. So kann bei Verschleiß oder Verschmutzung
oft nicht mehr der gesamte Regelbereich eines Aktuators genutzt werden. Der so festgestellte
Betriebsbereich eines Aktuators kann dann in der Steuerung in Form einer Kennlinie
abgespeichert werden. Die Kennlinie hat kann dabei sowohl die Extremwerte aufweisen
als auch einen Verlauf, der über den Arbeitsbereich des Aktuators festgestellt wird.
So zeigt die Kennlinie beispielsweise für einen Aktuator den Bereich an, in dem der
Aktuator bewegt werden kann und ordnet dabei für jeden Abschnitt in dem Bereich eine
Effizienz zu. Besonders vorteilhaft ist es, wenn der Aktuator ein Ventil umfasst,
die Öffnung über den Durchsatz in der Kennlinie zu speichern. Es hat sich gezeigt,
dass diese Kennlinie über die Lebensdauer eines Aktuators veränderlich ist, so kann
beispielsweise durch Ablagerungen und/oder Verschleiß ein unterschiedliche Effizienz
bei verschiedenen Aktuator Stellungen erreicht werden. Weiterhin können Aktuatoren
durch Verschleiß in dem Maximal oder Minimalbereich eingeschränkt werden. So kann
es vorkommen, dass ein Ventil nicht mehr vollständig schließt und/oder komplett geöffnet
werden kann. Ein Maximalwert muss daher nicht ein absoluter Maximalwert sein, sondern
kann nur für den entsprechenden Aktuator gelten. Weitere mögliche Werte für die Kennlinie
können Wirksamkeit des Dampfauftrags, Durchsatz an aufgetragenem Wasser und/oder Durchflussraten
sein. Es ist weiterhin möglich in der Kennlinie den Verschleiß als Kennwert abzubilden,
z.B. indem der Anteil an aktuell verfügbarem Regelbereich mit dem Regelbereich eines
neuen Aktuators verglichen wird.
[0007] Die Wirksamkeit des Dampfauftrags betrifft auch vorteilhaft besonders die energetische
Wirksamkeit, wobei insbesondere der Anteil des Dampfes, der an der Bahn kondensiert
wird, im Vergleich zu dem Anteil des Dampfes, der in die Umwelt gelangt, als Kondensationspotential
in Abhängigkeit von Flächengewicht der Bahn, und/oder Produktionsgeschwindigkeit die
Wirksamkeit beeinflussen kann. So kann eine Kennlinie über den Öffnungsgrad eines
Ventils und die Wirksamkeit des Dampfauftrags vorteilhaft in einer Steuerung berücksichtigt
werden.
[0008] Weiterhin vorteilhaft ist ein Verfahren, wobei mittels Qualitätsmesssystems die Bahnbreite
in Maschinenquerrichtung (CD) gemessen wird, wobei der Messwert für die Steuerung
der Aktuatoren berücksichtigt wird.
[0009] Die Betrachtung des Bahnrandes ist über die Qualitätsmesssysteme möglich und bekannt,
im Stand der Technik wird diese Information aber nicht genutzt, um die Steuerung der
Befeuchtung im Betrieb zu aktualisieren. So kann ein Formatwechsel an der Papiermaschine
zu einer Veränderung der Randposition führen, was die Effizienz der Aktuatoren im
Randbereich verändert. Bei einer Veränderung von Flächengewicht oder Papiersorte kann
es im Randbereich ebenfalls Änderungen geben, die durch ein Schrumpfen in der Trocknung
erfolgen. Auch hier ist eine separate Kontrolle der Rand-Aktuatoren vorteilhaft, um
ein Übertrocknen des Randes zu verhindern, da es sonst zu Störungen und/oder Abrissen
bei der Papierproduktion kommen kann.
[0010] Weiterhin vorteilhaft ist ein Verfahren, wobei das Aktuatorsystem durch eine Zuleitung
mit Wasser und/oder Wasserdampf versorgt wird, wobei die Zuleitung ein Zuleitungsventil
und zumindest eine Druckmessung umfasst, wobei die Wirksamkeit des Auftrags in Abhängigkeit
des Messwertes der Druckmessung und Ventilstellung des Zuleitungsventils ermittelt
wird.
[0011] Wird mit dem Aktuatorsystem Dampf auf die Bahn aufgetragen, kann vorteilhaft ein
Effizienztest des verwendeten Dampfdrucks durch die Steuerung erfolgen. Hierzu wird
der verwendete Dampfdruck und die Dampftemperatur erfasst und an die Steuerung übermittelt.
Der Effizienz der Aktuatoren wird dann unter Berücksichtigung des Dampfdrucks und/oder
der Dampftemperatur bewertet. Es hat sich gezeigt, dass so ein Verschleiß der Aktuatoren
teilweise durch eine Veränderung des Dampfdrucks und/oder der Dampftemperatur kompensiert
werden kann.
[0012] Weiterhin vorteilhaft ist ein Verfahren, wobei in regelmäßigen zeitlichen Abständen
für jeden einzelnen Aktuator eine Kalibrierung der Kennlinie durchgeführt wird, wobei
ein Maximalwert, ein Minimalwert und zumindest ein zwischenwert angesteuert werden
und wobei für die Positionen des Aktuators in CD mittels dem Qualitätsmesssystem die
Wirksamkeit des Auftrags an Wasser und/oder Wasserdampf ermittelt wird.
[0013] Eine regelmäßige automatische Kalibrierung der Kennlinie der Aktuatoren ist vorteilhaft,
um die Aktuatoren immer in einem optimalen Betriebsbereich zu betreiben. Die Kalibrierung
kann vorteilhaft dabei z.B. einmal pro Schicht (8h), einmal pro Tag und/oder einmal
pro Woche erfolgen. Auch ein gezieltes Wiederholen in kürzeren Abständen ist vorteilhaft,
besonders wenn die Werte/die Kennlinie einzelner Aktuatoren stärkere Abweichungen
zeigen. So können rechtzeitig Hinweise auf beschädigte Aktuatoren identifiziert werden.
Die Kalibrierung der Kennlinien kann besonders vorteilhaft zu einem Zeitpunkt erfolgen,
an dem kein Verkaufsfähiges Papier hergestellt wird, beispielsweise bei Tambourwechseln,
ein Entsprechendes Signal aus dem Leitsystem der Papiermaschine kann dazu dem Steuersystem
vorteilhaft bereitgestellt werden.
[0014] Weiterhin vorteilhaft ist ein Verfahren, wobei ein Stellwert eines Aktuators um zumindest
5 % verändert wird, wobei das Qualitätsmesssystem zumindest ein Flächengewicht und
einen Feuchtegehalt für die Position in CD der Bahn ermittelt, an der der Aktuator
positioniert ist.
[0015] Eine genaue Betrachtung der Einzelwerte für verschiedene Positionen über die Breite
der Bahn ist für eine Ermittlung der Effizienz besonders wichtig. Eine Mittelung der
Werte kann hier zu Fehlergebnissen führen, die eine präzise Bewertung der Effizienz
erschweren. Eine zu feine Schrittweite der Aktuator-Stellungen hat sich ebenfalls
als negativ gezeigt, da so andere Effekte das Ergebnis verfälschen können. Besonders
vorteilhaft ist eine Schrittweite bei Veränderungen der Aktuator Stellung in einem
Bereich von 5 % bis 50 %, und insbesondere eine Veränderung von 10 % bis 30 %. So
können Veränderungen präzise von dem Qualitätsmesssystem erfasst werden, und eine
Bewertung der Funktion und/oder Effizienz der Aktuatoren kann besonders gut erfolgen.
[0016] Weiterhin vorteilhaft ist ein Verfahren, wobei diejenigen Aktuatoren (6) des Aktuatorsystems
bewegt werden, deren Effekt auf die Bahn durch eine geeignete Position des Messwagens
des Qualitätsmesssystems in Maschinenquerrichtung (CD) direkt gemessen werden kann.
[0017] Die in der Papierindustrie verwendeten Qualitätsmesssysteme verwenden Messwägen,
traversierend in Maschinenquerrichtung (CD) über die Bahn geführt werden. Das Erstellen
eines Qualitätsprofils benötigt daher üblicherweise 1 Minute oder mehr. Dabei wird
stets nur ein aktueller Messwert der Bahn in CD erfasst. Es ist daher besonders vorteilhaft,
die Position von Messwagen und zu testendem Aktuator zu koordinieren. Dabei kann derjenige
Aktuator gezielt getestet werden a dessen Position in CD der Messwagen gerade Messwerte
erfasst. Umgekehrt ist es auch besonders vorteilhaft den Messwagen in der Position
in CD zu halten, bis der Aktuator-Test abgeschlossen ist, und/oder bis die die Kalibrierung
der Kennlinie eines Aktuator in derselben Position abgeschlossen ist.
[0018] Eine Koordination der Position des Messwagens mit dem zu Testenden Aktuator kann
den Aktuator Test deutlich beschleunigen, und somit den störenden Einfluss auf die
Papierbahn vermindern. Eine Kalibrierung der Kennlinien von einer Mehrzahl von Aktuatoren
kann besonders vorteilhaft begleitend zu einer Traversierung des Messwagens erfolgen.
[0019] Weiterhin vorteilhaft ist ein Verfahren, wobei das Steuersystem zumindest zwei der
folgenden Werte umfasst und zur Steuerung des Aktuatorsystems verwendet:
- Geschwindigkeit der Bahn
- Flächengewicht der Bahn
- Feuchtegehalt der Bahn
- Temperatur, Druck und/oder Menge des Aufgebrachten Wassers
[0020] Das kalibrierte Aktuatorsystem kann vorteilhaft weitere Werten verwenden, um eine
präzise Steuerung des Querprofils zu erreichen. Besonders effektiv ist eine Lineare
Berücksichtigung der Werte von Flächengewicht und/oder Geschwindigkeit. Diese Werte
werden vorteilhaft für alle oder eine Mehrzahl der Aktuatoren gemeinsam verwendet
um die Menge an aufgetragenem Dampf und/oder Wasser an die Produktionsbedingungen
anzupassen. Das primäre Regelziel des Aktuatorsystems ist es meist ein ausgeglichenes
Feuchteprofil zu erreichen, daher ist eine Verwendung des Messwertes der Feuchte für
das beschriebene Verfahren stets vorteilhaft. Besonders vorteilhaft ist zudem eine
Korrektur der Aktuatoren in Abhängigkeit der Temperatur und/oder des Druckes des verwendeten
Auftragsmediums, da diese einen direkten Einfluss auf das Kondensationspotential des
Dampfes haben, der an der Bahn kondensiert werden kann. Druck und Temperatur des aufgetragenen
Dampfes und/oder des aufgetragenen Wassers kann eine Berücksichtigung der potenziell
möglichen Auftragsmenge erreichen. So beispielsweise das Kondensationspotential errechnet
werden, also wieviel Dampf maximal an der Bahn kondensiert werden kann. Auch eine
Messung und Verwendung der Bahntemperatur kann die Präzision der Regelung verbessern.
Die verwendeten Werte können dabei stets dazu beitragen, dass das Feuchteprofil so
präzise und schnell wie möglich geregelt wird.
[0021] Weiterhin vorteilhaft ist ein Verfahren, wobei das Steuersystem die Kennlinien der
Aktuatoren umfasst, und ausgeführt ist diese zu Speichern und/oder zu verändern.
[0022] Für das erfindungsgemäße Verfahren ist es vorteilhaft die Kennlinien und/oder Korrekturwerte
der Regelung in einem Digitalen Regelungssystem zusammenzuführen und zu speichern.
Werden durch eine Kalibrierung und/oder durch das Durchfahren eines Testprogramms
neue Kennlinien ermittelt, oder neue Korrekturwerte errechnet, können diese in der
Steuerung gespeichert werden und als Regelparameter verwendet werden. Zu diesem Zweck
ist es besonders vorteilhaft die Zusammenhänge zwischen den Messwerten, dem Aktuator-Verhalten
und Sollwerten als physikalisches und/oder empirisches Modell in der Regelung vorzuhalten.
In einem solchen Modell können weiterhin Schwellwerte und oder Sicherheitswerte hinterlegt
sein, um ein übersteuern und/oder Fehlverhalten der Steuerung zu vermeiden.
[0023] Weiterhin vorteilhaft ist ein Profilierungssystem zur automatisierten Optimierung
eines Qualitätsprofils einer Papier- Karton- oder Faserstoffbahn (Bahn), umfassend,
ein Qualitätsmesssystem, das ausgeführt ist, ein Qualitätsprofil über die Bahnbreite
(CD) für zumindest den Feuchtegehalt und das Flächengewicht der Bahn zu erfassen,
ein Aktuatorsystem, dass ausgeführt ist über eine Mehrzahl von Aktuatoren über die
Bahnbreite (CD) eine unterschiedliche Menge an Wasser oder Wasserdampf auf die Bahn
aufzutragen, ein Steuerungssystem ausgeführt die Aktuatoren des Aktuatorsystems einzeln
zu steuern, wobei die Qualitätsprofilwerte des Qualitätsmesssystems für zumindest
Flächengewicht und Feuchte an das Steuersystem übermittelt werden, wobei das Steuersystem,
einen Messwert der Geschwindigkeit der Bahn und einen Kennlinie zur der Effizienz
der Aktuatoren umfasst, und wobei das Steuersystem ausgeführt ist das Aktuatorsystems
unter Berücksichtigung zumindest dieser Werte zu steuern.
[0024] Die Steuerung des Qualitätsprofils kann besonders effektiv ausgeführt werden, wenn
in der Steuerung eine Kennlinie hinterlegt ist, die die Effektivität der Aktuatoren
umfasst. So kann berücksichtigt werden, in welchem Bereich jeder einzelne Aktuator,
welche gewünschte Menge and Dampf oder Wasser auf die Bahn auftragen kann. Weiterhin
kann je nach Betriebsbedingungen, z.B. Bahngeschwindigkeit oder Flächengewicht bei
einem Dampfauftrag ein unterschiedliches Kondensationspotential vorliegen, auch hier
ist eine Kennlinie und/oder ein vereinfachtes physikalisches Modell in der Steuerung
vorteilhaft, um stets die bestmöglichen Regelergebnisse zu erhalten.
[0025] Weiterhin vorteilhaft ist ein Profilierungssystem, wobei das Aktuatorsystem zumindest
eine Druckmessung und eine Temperaturmessung umfasst und ausgeführt ist, die Messwerte
an das Steuersystem zu übertragen. Insbesondere wenn das Aktuatorsystem Dampf auf
die Bahn aufträgt, ist es vorteilhaft eine Korrektur der Auftragswerte in Abhängigkeit
der Dampfkonditionen vorzunehmen. So kann bei der Verwendung von überhitztem Dampf
die Kondensation an der Bahn und/oder das Verhalten der Aktuatoren unterschiedlich
sein. Eine Steuerung des Qualitätsprofils wird durch eine entsprechende Berücksichtigung
von Druck und Temperatur des Auftragsmediums so verbessert. Auch bei dem Auftrag von
Wasser verändert sich mit der Temperatur die Viskosität und Oberflächenspannung und
ein das Verhalten der Aktuatoren in Bezug zu Durchflussmengen, Druckverlust und/oder
verhalten an Sprühdüsen verändert sich dementsprechend.
[0026] Weiterhin vorteilhaft ist ein Profilierungssystem, wobei die Aktuatoren des Aktuatorsystems
eine Positionsmessung umfasst und das Aktuatorsystem ausgeführt ist die Messwerte
an das Steuersystem zu übermitteln. Eine wichtige Korrektur der Regelwerte kann auch
aus einer Positionsmessung der Aktuatoren erfolgen. So hat sich gezeigt, dass der
Sollwert, mit dem der Aktuator angesteuert wird zu einem veränderlichen Istwert an
dem Aktuator führen kann. Insbesondere bei Ventilen, die als Aktuator verwendet werden,
kann durch Ablagerungen oder Verschleiß die Präzision der Steuerung über die Zeit
abnehmen. Durch den Vergleich der tatsächlichen Position mit der Wirkung des Aktuators
kann eine Kennlinie erstellt werden, die ebenfalls in der Steuerung zur Verbesserung
der Regelperformance verwendet werden kann.
[0027] Weiterhin vorteilhaft ist ein Profilierungssystem, wobei das Steuersystem ausgeführt
ist, die Messwerte von Qualitätsmesssystem und Aktuatorsystem sowie die Geschwindigkeit
der Bahn zu verwenden, um eine Kennlinie für einzelne Aktuatoren zu erstellen und/oder
zu modifizieren. Die Steuerung kann dabei besonders vorteilhaft als digitales Steuersystem
ausgeführt werden, wobei die Kennlinien und/oder komplexere Modelle gespeichert werden.
Bei entsprechenden Test- oder Kalibrierungsläufen der Aktuatoren können so die Kennlinien
einfach angepasst werden und Kalibrierungen selbstständig von dem Steuersystem ausgeführt
werden.
[0028] Im Folgenden wird die Erfindung anhand von Figuren erläutert. Die Figuren zeigen
im Einzelnen:
Fig. 1: Vorrichtung zum Ausführen des Erfindungsgemäßen Verfahrens.
[0029] Figur 1 zeigt eine schematische Darstellung eines Profilierungssystems 20 einer Maschine
zur Herstellung einer Papier- Karton- oder Faserstoffbahn (Bahn) 2, umfassend ein
Aktuatorsystem 4 zur Bedampfung und/oder Befeuchtung der Bahn 2 und ein Qualitätsmesssystem
4. Das Aktuatorsystem umfasst eine Mehrzahl von Aktuatoren 6, wobei die Aktuatoren
6 je symbolisch ein Ventil und eine Auftragszone umfassen. Die Auftragszone kann so
Wasser oder Wasserdampf 7 auf die Bahn 2 auftragen. So wird das Qualitätsprofil 1
und der unterschiedliche Feuchtegehalt 15 verändert, da in dem Bereich in Maschinenquerrichtung
(CD) in dem der Aktuator Wasser oder Wasserdampf aufträgt zusätzliche Feuchte in die
Bahn 2 eingebracht wird. Wird on einem Aktuator Wasserdampf 7 auf die Bahn aufgetragen,
wird diese durch Kondensation des Wasserdampfes 7 erwärmt. Die veränderte Temperatur
der Bahn an dieser Stelle kann wiederum zu einer stärkeren Entwässerung führen, da
die Viskosität des Wassers mit steigender Temperatur sinkt. Beim Auftrag von Wasserdampf
kann so an der Position in CD ein geringerer Feuchtegehalt 14 der Bahn erreicht werden.
Das Profilierungssystem umfasst ein zentrales Steuersystem 8, das vorteilhaft als
digitales Steuersystem 8 ausgeführt ist, und Informationen zur Kalibrierung und Steuerung
der Aktuatoren 6 umfasst, insbesondere auch eine Kennlinie 12 die für jeden Aktuator
6 in der Steuerung 8 hinterlegt werden kann und vorteilhaft zur Steuerung des Aktuatorsystems
5 verwendet wird. Das Steuersystem 8 ist derart ausgeführt, dass eine Veränderung
der Kennlinie 12 ermittelt und gespeichert werden kann und so eine automatische Kalibrierung
ermöglicht wird. Weiterhin ist das Steuersystem 8 ausgeführt Messwerte aus einem Qualitätsmesssystem
3 aufzunehmen und insbesondere einen Geschwindigkeitswert 13 der Bahn 2 aus einer
nicht bildlich dargestellten Maschinensteuerung aufzunehmen. Das Qualitätsmesssystem
3 umfasst einen Messwagen 4 der traversierend über die Bahn in CD fährt und mittels
einzelnen Sensoren für jeden Messwert ein Qualitätsprofil 1 erstellen kann. Der Messwagen
4 umfasst vorteilhaft einen Sensor für das Flächengewicht, der eine Flächenbezogene
Masse der Bahn in g/m
2 misst. Weiterhin umfasst der Messwagen vorteilhaft und optional einen Feuchtesensor
15, der den Wassergehalt der Bahn, den Feuchtegehalt 15 messen kann, wobei der Wassergehalt
in gH
20 / m
2 ermittelt wird, oder bezogen auf das Flächengewicht als % Feuchte berechnet wird.
Die Messwerte werden vorteilhaft in der Steuerung oder in dem Qualitätsmesssystem
in Qualitätsprofile über CD verrechnet.
[0030] Das Steuersystem 8 steht umfasst weiterhin Einzelmessungen aus dem Aktuatorsystem
5, die insbesondere bei einem Dampfauftrag eine Druckmessung 11 und/oder eine Temperaturmessung
16 in der Zuleitung 9 umfassen. Diese Werte können dazu verwendet werden den Dampfdruck
11 in dem Aktuatorsystem 5 zu steuern, wobei das Zuleitungsventil 10 als Stellgröße
bzw. Stellglied in der Steuerung verwendet werden kann.
Bezugszeichenliste
[0031]
- 1
- Qualitätsprofil
- 2
- Papier- Karton- oder Faserstoffbahn, Bahn
- 3
- Qualitätsmesssystem
- 4
- Messwagen
- 5
- Aktuatorsystem
- 6
- Aktuator
- 7
- Wasser/Wasserdampf
- 8
- Steuersystem
- 9
- Zuleitung
- 10
- Zuleitungsventil
- 11
- Druckmessung
- 12
- Kennlinie
- 13
- Geschwindigkeit der Bahn
- 14
- Flächengewicht [g/m2]
- 15
- Feuchtegehalt [gH20/m2, %]
- 16
- Temperatursensor / Temperatur
- 20
- Profilierungssystem
- CD
- Bahnbreite, Maschinenquerrichtung (Cross Direction)
- MD
- Maschinenlaufrichtung (Machine Direction)
1. Verfahren zur automatisierten Optimierung eines Qualitätsprofils (1) einer Papier-
Karton- oder Faserstoffbahn (Bahn) (2), umfassend ein Qualitätsmesssystem (3), das
ausgeführt ist, mittels Messwagen (4) über die Bahnbreite in Maschinenquerrichtung
(CD) zumindest einen Feuchtewert und eine Wert für eine flächenbezogene Masse der
Bahn (2) zu erfassen,
ein Aktuatorsystem (5), dass ausgeführt ist über eine Mehrzahl von Aktuatoren (6)
über die Bahnbreite (CD) eine unterschiedliche Menge an Wasser oder Wasserdampf (7)
auf die Bahn (2) aufzutragen und ein Steuerungssystem (8) ausgeführt die Aktuatoren
(6) des Aktuatorsystems (5) einzeln zu steuern
dadurch gekennzeichnet, dass die folgenden Verfahrensschritte ausgeführt werden,
• wobei für wenigstens einen Aktuator (6) ein Maximalwert angesteuert wird, wobei
an dem Maximalwert die Wirksamkeit des Auftrags mittels dem Qualitätsmesssystem (3)
ermittelt wird,
• der Aktuator (6) schrittweise zu dem Mindestwert gesteuert wird, wobei für die Schritte
jeweils mittels dem
Qualitätsmesssystem (3) die Wirksamkeit des Auftrags ermittelt wird,
• eine Kennlinie (12) für den Aktuator (6) berechnet wird, die mittels dem Steuersystem
(8) verwendet wird, um das geforderte Qualitätsprofil (1) der Bahn (2) zu erreichen.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass mittels Qualitätsmesssystems (3) die Bahnbreite in Maschinenquerrichtung (CD) gemessen
wird, wobei der Messwert für die Steuerung der Aktuatoren (8) berücksichtigt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Aktuatorsystem (8) durch eine Zuleitung (9) mit Wasser und/oder Wasserdampf (7)
versorgt wird, wobei die Zuleitung (9) ein Zuleitungsventil (10) und zumindest eine
Druckmessung (11) umfasst, wobei die Wirksamkeit des Auftrags in Abhängigkeit des
Messwertes der Druckmessung (11) und Ventilstellung des Zuleitungsventils (10) ermittelt
wird.
4. Verfahren nach einem der vorausgegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in regelmäßigen zeitlichen Abständen für jeden einzelnen Aktuator (6) eine Kalibrierung
der Kennlinie (12) durchgeführt wird, wobei ein Maximalwert, ein Minimalwert und zumindest
ein zwischenwert angesteuert werden und wobei für die Positionen des Aktuators (6)
in CD mittels dem Qualitätsmesssystem (3) die Wirksamkeit des Auftrags an Wasser und/oder
Wasserdampf (7) ermittelt wird.
5. Verfahren nach einem der vorausgegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Stellwert eines Aktuators (6) um zumindest 5 % verändert wird, wobei das Qualitätsmesssystem
(3) zumindest ein Flächengewicht (14) und einen Feuchtegehalt (15) für die Position
in CD der Bahn (2) ermittelt, an der der Aktuator (6) positioniert ist.
6. Verfahren nach einem der vorausgegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass diejenigen Aktuatoren (6) des Aktuatorsystems (5) bewegt werden, deren Effekt auf
die Bahn (2) durch eine geeignete Position des Messwagens (4) des Qualitätsmesssystems
(3) in Maschinenquerrichtung (CD) direkt gemessen werden kann.
7. Verfahren nach einem der vorausgegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass das Steuersystem (7) zumindest zwei der folgenden Werte umfasst und zur Steuerung
des Aktuatorsystems (5) verwendet:
• Geschwindigkeit der Bahn (13)
• Flächengewicht der Bahn (14)
• Feuchtegehalt der Bahn (15)
• Temperatur (14), Druck und/oder Menge des Aufgebrachten Wassers
8. Verfahren nach einem der vorausgegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Steuersystem (8) die Kennlinien (12) der Aktuatoren (6) umfasst und ausgeführt
ist diese zu Speichern und/oder zu verändern.
9. Profilierungssystem (20) zur automatisierten Optimierung eines Qualitätsprofils (1)
einer Papier- Karton- oder Faserstoffbahn (Bahn) (3), umfassend,
(1.1) ein Qualitätsmesssystem (3), das ausgeführt ist, ein Qualitätsprofil (1) über
die Bahnbreite (CD) für zumindest den Feuchtegehalt (15) und das Flächengewicht (15
der Bahn (2) zu erfassen,
(1.2) ein Aktuatorsystem (4), dass ausgeführt ist über eine Mehrzahl von Aktuatoren
(5) über die Bahnbreite (CD) eine unterschiedliche Menge an Wasser oder Wasserdampf
(6) auf die Bahn aufzutragen,
(1.3) ein Steuerungssystem (8) ausgeführt die Aktuatoren (5) des Aktuatorsystems (4)
einzeln zu steuern
dadurch gekennzeichnet, dass
die Werte der Qualitätsprofile (1) des Qualitätsmesssystems (3) für zumindest Flächengewicht
(14) und Feuchte (15) an das Steuersystem (7) übermittelt werden, wobei das Steuersystem
(7), einen Messwert der Geschwindigkeit der Bahn (13) und einen Kennlinie (12) zur
der Effizienz der Aktuatoren (6) umfasst, und wobei das Steuersystem (8) ausgeführt
ist das Aktuatorsystems (5) unter Berücksichtigung zumindest dieser Werte zu steuern.
10. Profilierungssystem (20) nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Aktuatorsystem (5) zumindest eine Druckmessung (11) und eine Temperaturmessung
(16) umfasst und ausgeführt ist, die Messwerte an das Steuersystem (8) zu übertragen.
11. Profilierungssystem (20) nach Anspruch 9 oder Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Aktuatoren (6) des Aktuatorsystems (5) eine Positionsmessung umfasst und das
Aktuatorsystem (5) ausgeführt ist die Messwerte an das Steuersystem (8) zu übermitteln.
12. Profilierungssystem (20) nach einem der Ansprüche 9 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass das Steuersystem (8) ausgeführt ist, die Messwerte von Qualitätsmesssystem (3) und
Aktuatorsystem (5) sowie die Geschwindigkeit der Bahn (13) zu verwenden um eine Kennlinie
(12) für einzelne Aktuatoren (6) zu erstellen und/oder zu modifizieren.