[0001] Die Erfindung betrifft ein Mittelmodul für einen modularen doppelseitigen Schließzylinder,
sowie einen modularen doppelseitigen Schließzylinder mit einem derartigen Mittelmodul.
Hintergrund der Erfindung
[0002] Schließzylinder sind aus dem Stand der Technik bekannt und beispielsweise in der
deutschen Norm DIN 18252 beschrieben. Man unterscheidet hierbei in Abhängigkeit von
ihrer Stirnansicht Profilzylinder, Rundzylinder und Ovalzylinder. Als "Doppelzylinder"
wird üblicherweise ein Profilzylinder mit zwei Schließseiten bezeichnet. Demgegenüber
bezeichnet man mit "Halbzylinder" einen Profilzylinder mit lediglich einer Schließseite.
In der vorliegenden Schrift wird ein Schließzylinder mit zwei Schließseiten als "doppelseitiger
Schließzylinder" bezeichnet.
[0003] Die
EP 3 085 859 A1 beschreibt einen Schließzylinder mit einem Zylinderkörper, der zwei Abschlussmodule
und ein zwischen den Abschlussmodulen angeordnetes Mittelmodul aufweist. Zwischen
dem Mittelmodul und jedem der beiden Abschlussmodule können jeweils ein oder mehrere
Verlängerungsmodule eingefügt werden. Zur Verbindung zweier Module ist ein axial angeordneter
Befestigungsbolzen vorgesehen. Dabei wird ein Fußteil des Befestigungsbolzens mit
dem ersten Modul, zum Beispiel dem Mittelmodul, in axialer Zugrichtung fest verbunden,
zum Beispiel durch Verschrauben, und ein Kopfteil des Befestigungsbolzens in dem zweiten
Modul, beispielsweise einem Abschlussmodul, axial beweglich eingelegt. Anschließend
wird ein Verspannelement radial, also quer zur axialen Richtung in das zweite Modul
eingeschoben, wodurch der Befestigungsbolzen in axialer Richtung verspannt wird.
[0004] Es ist bekannt, ein Mittelmodul eines Schließzylinders aus Messing zu fräsen. Allerdings
ist dies vergleichsweise aufwändig und mit hohen Materialkosten verbunden. Zudem entsteht
hierbei durch das Fräsen viel Material, das verworfen werden muss. Außerdem wird das
Messing im Rahmen der Herstellung noch vernickelt, was den Herstellungsaufwand weiter
erhöht.
[0005] Grundsätzlich könnte die Herstellung eines Mittelmoduls in Form eines Zinkdruckgussteils
in Betracht gezogen werden. Die Herstellung eines Zinkdruckgussteils ist im Allgemeinen
verhältnismäßig einfach und kostengünstig möglich. Allerdings hätte dies den Nachteil,
dass das Mittelmodul keine geeignete Stabilität aufweisen würde, so dass ein gewaltsames
Zerstören des Schließzylinders, zum Beispiel durch das so genannte Kernziehen, entsprechend
leicht möglich wäre.
[0006] Es ist eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Mittelmodul für einen modularen
doppelseitigen Schließzylinder anzugeben, das eine geeignete Stabilität bei besonders
einfacher und kostengünstiger Herstellung ermöglicht. Außerdem soll ein Schließzylinder
mit einem derartigen Mittelmodul angegeben werden. Insbesondere soll ein Mittelmodul
angegeben werden, das eine geeignete Stabilität mit Bezug auf ein Kernziehen aufweist
und auch mit Bezug auf ein Verwinden, so dass sich der Zylinderkern im Schließzylinder
leicht drehen lässt.
Zusammenfassung der Erfindung
[0007] Die Erfindung wird durch die Merkmale des unabhängigen Anspruchs definiert. Bevorzugte
Ausgestaltungen sind in den abhängigen Ansprüchen angegeben.
[0008] Erfindungsgemäß wird ein Mittelmodul für einen modularen Schließzylinder, insbesondere
einen einseitigen Schließzylinder und vorzugsweise einen doppelseitigen Schließzylinder
bereitgestellt, wobei das Mittelmodul dazu gestaltet ist, entlang einer, durch den
Schließzylinder festgelegten Drehachse für einen Zylinderkern des Schließzylinders
zwischen einem ersten Zylindergehäuseelement des Schließzylinders und einem zweiten
Zylindergehäuseelement des Schließzylinders angeordnet zu werden. Das Mittelmodul
weist mindestens ein in einem Gussverfahren hergestelltes Mittelmodulelement, und
mindestens ein Verbindungselement aus Stahl auf. Das mindestens eine Mittelmodulelement
weist Stützflächen zur Anlage an die Zylindergehäuseelemente auf. Das mindestens eine
Verbindungselement erstreckt sich im Wesentlichen parallel zur Drehachse zwischen
zwei Endbereichen und ist dabei mit den Endbereichen in mindestens eine Ausnehmung
des mindestens einen Mittelmodulelements eingreifend angeordnet.
[0009] Im Unterschied zu einem Mittelmodul gemäß dem Stand der Technik, das aus lediglich
einem Teil besteht, besteht das hier vorgestellte Mittelmodul aus mehreren Teilen.
Dennoch ist dies vorteilhaft, weil das Mittelmodul eine besonders hohe Stabilität
bei vergleichsweise geringem Material aufwand ermöglicht.
[0010] Dadurch, dass das wenigstens eine Verbindungselement aus Stahl gebildet ist, lässt
es sich leicht herstellen und ist zudem - aufgrund seiner Duktilität - insbesondere
gegenüber einem Ziehen entlang der Drehachse des Schließzylinders geeignet stabil.
[0011] Dadurch, dass das mindestens eine Mittelmodulelement in einem Gussverfahren hergestellt
ist, ist eine insgesamt vergleichsweise einfache und kostengünstige Herstellung möglich.
[0012] Beispielsweise kann vorgesehen sein, dass das mindestens eine Mittelmodulelement
zwei Mittelmodulelemente aufweist, wobei jedes der beiden Mittelmodulelemente eine
Ausnehmung aufweist und das mindestens eine Verbindungselement mit einem ersten Endbereich
in die Ausnehmung des ersten Mittelmodulelements eingreifend angeordnet ist und mit
seinem zweiten Endbereich in die Ausnehmung des zweiten Mittelmodulelements eingreifend
angeordnet ist.
[0013] Vorzugsweise ist das mindestens eine Verbindungssteil aus Stahl gestanzt. Dies ermöglicht
eine besonders einfache Herstellung. Alternativ kann das mindestens eine Verbindungselement
mittels Laser oder Wasserstrahl geschnitten sein. Auch hierdurch ist eine vergleichsweise
einfache Herstellung ermöglicht.
[0014] Vorzugsweise ist das mindestens eine Mittelmodulelement als Druckgussteil gestaltet,
zum Beispiel als Zinkdruckgussteil. Dies ist vorteilhaft, weil sich so bei verhältnismäßig
geringem Herstellungsaufwand besonders geeignet komplexe Bauteilgeometrien bei geeigneter
Maßhaltigkeit realisieren lassen. Alternativ kann bei vergleichbaren Vorteilen die
Herstellung mittels Kunststoffspritzgussteil vorgesehen sein.
[0015] Vorzugsweise weist das mindestens eine Verbindungselement eine quer zur Drehachse
verlaufende Öffnung zur Aufnahme einer Schraube, insbesondere einer Stulpschraube
auf. Die Öffnung für eine Stulpschraube stellt aufgrund der geometrischen Bedingungen
grundsätzlich eine potenzielle Schwachstelle dar. Deshalb ist es aufgrund der besonderen
Stabilität des Verbindungselements besonders vorteilhaft, diese Öffnung in Letzterem
vorzusehen. Vorzugsweise ist die Öffnung entlang der Drehachse zwischen den beiden
Endbereichen, insbesondere in der Mitte zwischen den beiden Endbereichen des mindestens
einen Verbindungselements gebildet.
[0016] Vorzugsweise weist das mindestens eine Verbindungselement ein erstes Verbindungselement
und ein zweites Verbindungselement auf, wobei sich das erste Verbindungselement im
Wesentlichen parallel zur Drehachse zwischen einem ersten Endbereich und einem dem
ersten Endbereich gegenüberliegenden zweiten Endbereich erstreckt und wobei sich das
zweite Verbindungselement im Wesentlichen parallel zur Drehachse zwischen einem ersten
Endbereich und einem dem ersten Endbereich gegenüberliegenden zweiten Endbereich erstreckt.
Insbesondere können hierbei der erste Endbereich des ersten Verbindungselements und
der erste Endbereich des zweiten Verbindungselements in eine erste Ausnehmung des
mindestens einen Mittelmodulelements eingreifend angeordnet sein und der zweite Endbereich
des ersten Verbindungselements und der zweite Endbereich des zweiten Verbindungselements
in eine zweite Ausnehmung des mindestens einen Mittelmodulelements eingreifend angeordnet
sein. Dabei kann die erste Ausnehmung eine Ausnehmung eines ersten Mittelmodulelements
sein und die zweite Ausnehmung eine Ausnehmung eines zweiten Mittelmodulelements.
[0017] Vorzugsweise weist das mindestens eine Mittelmodulelement ein erstes Mittelmodulelement
und ein zweites Mittelmodulelement auf, wobei das erste Mittelmodulelement und das
zweite Mittelmodulelement entlang der Drehachse in einer Reihe angeordnet sind. Dabei
ist vorzugsweise das mindestens eine Verbindungselement mit seinem ersten Endbereich
in eine Ausnehmung des ersten Mittelmodulelements eingreifend angeordnet und mit seinem
zweiten Endbereich in eine Ausnehmung des zweiten Mittelmodulelements eingreifend
angeordnet.
[0018] Beispielsweise kann das mindestens eine Verbindungselement ein erstes Verbindungselement
und ein zweites Verbindungselement aufweisen, wobei das erste Verbindungselement mit
seinem ersten Endbereich in eine Ausnehmung des ersten Mittelmodulelements eingreifend
angeordnet ist und mit seinem zweiten Endbereich in eine Ausnehmung des zweiten Mittelmodulelements
eingreifend angeordnet ist und wobei das zweite Verbindungselement mit seinem ersten
Endbereich in die Ausnehmung des ersten Mittelmodulelements eingreifend angeordnet
ist und mit seinem zweiten Endbereich in die Ausnehmung des zweiten Mittelmodulelements
eingreifend angeordnet ist.
[0019] Vorzugsweise weist das erste Mittelmodulelement eine Stützfläche zur Anlage an das
erste Zylindergehäuseelement auf, wobei sich das erste Verbindungselement und/oder
das zweite Verbindungselement mit seinem ersten Endbereich in axialer Richtung bis
an die Stützfläche des ersten Mittelmodulelements erstreckt. Dies ist aufgrund der
hohen Stabilität der Verbindungselemente vorteilhaft mit Bezug auf eine gute Stabilität
des Mittelmoduls gegenüber einem Verwinden.
[0020] Entsprechend weist das zweite Mittelmodulelement vorzugsweise eine Stützfläche zur
Anlage an das zweite Zylindergehäuseelement auf, wobei sich das erste Verbindungselement
und/oder das zweite Verbindungselement mit seinem zweiten Endbereich in axialer Richtung
bis an die Stützfläche des zweiten Mittelmodulelements erstreckt.
[0021] Vorzugsweise weist das mindestens eine, beispielsweise das erste und/oder das zweite
Verbindungselement an seinem ersten Endbereich eine normal zu der Drehachse orientierte
und zum zweiten Endbereich weisende erste Schulterfläche auf und an seinem zweiten
Endbereich eine normal zu der Drehachse orientierte und zum ersten Endbereich weisende
zweite Schulterfläche.
[0022] Weiterhin vorzugsweise weist mit Bezug auf eine Längsmittelebene des Schließzylinders,
die erste Schulterfläche und/oder die zweite Schulterfläche des ersten Verbindungselements
und/oder des zweiten Verbindungselements einen nach außen weisenden Rand auf, der
konvex geformt ist.
[0023] Vorzugsweise weist das Mittelmodul weiterhin ein, sich parallel zur Drehachse erstreckendes
längliches Fixierelement zur axialen Fixierung des ersten Zylindergehäuseelements
an dem ersten Mittelmodulelement auf.
[0024] Vorzugsweise weist das Mittelmodul weiterhin ein, sich parallel zur Drehachse erstreckendes
weiteres längliches Fixierelement zur axialen Fixierung des zweiten Zylindergehäuseelements
an dem zweiten Mittelmodulelement auf.
[0025] Vorzugsweise weist das längliche Fixierelement und/oder das weitere längliche Fixierelement
ein Schraubelement mit einem Außengewinde sowie eine Mutter auf, wobei die Mutter
auf das Außengewinde aufgeschraubt ist. Bei er Mutter kann es sich herstellungstechnisch
vorteilhaft beispielsweise um eine Vierkantmutter handeln.
[0026] Vorzugsweise ist die Gestaltung derart, dass die Mutter des länglichen Fixierelements
zur Aufnahme einer Axialkraft sich zumindest teilweise an der ersten Schulterfläche
des ersten Verbindungselements und/oder zumindest teilweise an der ersten Schulterfläche
des zweiten Verbindungselements abstützend angeordnet werden kann.
[0027] Vorzugsweise ist die Gestaltung derart, dass die Mutter des weiteren länglichen Fixierelements
zur Aufnahme einer Axialkraft sich zumindest teilweise an der zweiten Schulterfläche
des ersten Verbindungselements und/oder zumindest teilweise an der zweiten Schulterfläche
des zweiten Verbindungselements abstützend angeordnet werden kann.
[0028] Vorzugsweise ist das weitere längliche Fixierelement analog oder baugleich zum zuerst
genannten länglichen Fixierelement gestaltet ist.
[0029] Vorzugsweise weist das erste Mittelmodulelement wenigstens eine Anlagefläche zur
Anlage an das zweite Mittelmodulelement auf. Vorzugsweise weist das zweite Mittelmodulelement
wenigstens eine Anlagefläche zur Anlage an das erste Mittelmodulelement auf.
[0030] Gemäß einem weiteren Aspekt der Erfindung ist ein modularer doppelseitiger Schließzylinder
vorgesehen, der ein erstes Zylindergehäuseelement, ein zweites Zylindergehäuseelement,
und ein dazwischen angeordnetes Mittelmodul gemäß der vorliegenden Beschreibung aufweist.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0031] Im Folgenden werden bevorzugte Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung unter
Bezugnahme auf die Figuren ausführlich beschrieben.
Fig. 1 zeigt eine perspektivische Ansicht einiger Bestandteile eines Schließzylinders
gemäß der vorliegenden Erfindung, darunter ein erstes Zylindergehäuseelement, ein
Mittelmodul und ein zweites Zylindergehäuseelement.
Fig. 2 zeigt die in Fig. 1 gezeigten Bestandteile teilweise in der Art einer Explosionsdarstellung.
Fig. 3 zeigt eine perspektivische Ansicht von Bestandteilen des Mittelmoduls.
Fig. 4 zeigt die in Fig. 3 gezeigten Bestandteile in der Art einer Explosionsdarstellung.
Fig. 5 zeigt zwei Verbindungselemente des Mittelmoduls.
Fig. 6 zeigt die in Fig. 4 gezeigten Bestandteile, wobei zwei Muttern von Fixierelementen
in ihren Sollpositionen relativ zu den beiden Verbindungselementen dargestellt sind.
Fig. 7 zeigt die in Fig. 6 gezeigten Verbindungselemente und Muttern isoliert in etwas
vergrößerter Ansicht.
Detaillierte Beschreibung bevorzugter Ausführungsformen
[0032] Fig. 1 zeigt eine perspektivische Ansicht einiger Bestandteile eines erfindungsgemäßen
modularen doppelseitigen Schließzylinders, darunter ein erstes Zylindergehäuseelement
1, ein erfindungsgemäßes Mittelmodul und ein zweites Zylindergehäuseelement 4. Fig.
2 zeigt eine entsprechende Darstellung nach Art einer Explosionsdarstellung. Das Mittelmodul
ist dazu gestaltet ist, entlang einer, durch den Schließzylinder festgelegten Drehachse
A für einen (in den Figuren nicht dargestellten) Zylinderkern des Schließzylinders
zwischen dem ersten Zylindergehäuseelement 1 und dem zweiten Zylindergehäuseelement
angeordnet zu werden.
[0033] Das Mittelmodul weist wenigstens ein Mittelmodulelement auf, in dem hier gezeigten
Beispiel ein erstes Mittelmodulelement 2 und ein zweites Mittelmodulelement 3. Die
Mittelmodulelemente 2, 3 sind in einem Gussverfahren hergestellt. Vorzugsweise handelt
es sich um Zinkdruckgussteile. Alternativ können sie als Kunststoffspritzgussteile
gestaltet sein.
[0034] Fig. 3 zeigt eine perspektivische Ansicht von Bestandteilen des isolierten Mittelmoduls,
Fig. 4 eine entsprechende Darstellung nach Art einer Explosionsdarstellung. Das erste
Mittelmodulelement 2 weist eine Stützfläche 21 zur Anlage an das erste Zylindergehäuseelement
1 auf und das zweite Mittelmodulelement 3 weist eine Stützfläche 31 zur Anlage an
das zweite Zylindergehäuseelement 4 auf.
[0035] Das erste Mittelmodulelement 2 kann einen sich um die Drehachse A erstreckenden ringförmigen
Bereich mit einer nach innen weisenden Führungsfläche 22 aufweisen, die zur Führung
des Zylinderkerns des Schließzylinders ausgestaltet ist. Entsprechend kann das zweite
Mittelmodulelement 3 einen ringförmigen Bereich mit einer nach innen weisenden Führungsfläche
32 zur Führung des Zylinderkerns aufweisen.
[0036] Das erste Mittelmodulelement 2 weist eine Ausnehmung 24 auf, die vorzugsweise derart
gebildet ist, dass sie, in einem Querschnitt normal zur Drehachse A betrachtet, beabstandet
von der Führungsfläche 22 ist. Das zweite Mittelmodulelement 3 weist eine Ausnehmung
34 auf, die vorzugsweise derart gebildet ist, dass sie, in einem Querschnitt normal
zur Drehachse A betrachtet, beabstandet von der Führungsfläche 32 ist. Wie in Fig.
6 skizziert, ist die Gestaltung vorzugsweise derart, dass sich die Ausnehmung 24 des
ersten Mittelmodulelements 2 in eine erste Richtung d1 öffnet, die parallel zur Drehachse
A verläuft und dabei von dem ersten Mittelmodulelement 2 zu dem zweiten Mittelmodulelement
3 weist. Entsprechend ist die Gestaltung der Ausnehmung 34 des zweiten Mittelmodulelements
3 vorzugsweise derart, dass sie sich in eine zweite Richtung d2 öffnet, die der ersten
Richtung d1 entgegen gerichtet ist.
[0037] Herstellungstechnisch vorteilhaft kann die Ausnehmung 24 des ersten Mittelmodulelements
2 als Durchgangsöffnung gestaltet sein, die sich entlang der Drehachse A durch das
erste Mittelmodulelement 2 hindurch erstreckt. Entsprechend kann die Ausnehmung 34
des zweiten Mittelmodulelements 3 als Durchgangsöffnung gestaltet sein, die sich entlang
der Drehachse A durch das zweite Mittelmodulelement 3 hindurch erstreckt.
[0038] Herstellungstechnisch vorteilhaft kann das zweite Mittelmodulelement 3 analog, insbesondere
baugleich zu dem ersten Mittelmodulelement 2 gestaltet sein.
[0039] Das Mittelmodul weist weiterhin, wie beispielsweise in Fig. 4 dargestellt, wenigstens
ein Verbindungselement auf, in dem hier gezeigten Beispiel ein erstes Verbindungselement
8 und ein zweites Verbindungselement 9. Fig. 5 zeigt die zwei Verbindungselemente
8, 9 des Mittelmoduls isoliert. Das erste Verbindungselement 8 erstreckt sich im Wesentlichen
parallel zur Drehachse A zwischen einem ersten Endbereich 81 und einem, dem ersten
Endbereich 81 gegenüberliegenden zweiten Endbereich 82. Dabei ist das erste Verbindungselement
8 im zusammengebauten Zustand des Schließzylinders bzw. des Mittelmoduls so angeordnet,
dass sich sein erster Endbereich 81 in die Ausnehmung 24 des ersten Mittelmodulelements
2 eingreifend erstreckt und so, dass sich sein zweiter Endbereich 82 in die Ausnehmung
34 des zweiten Mittelmodulelements 3 eingreifend erstreckt.
[0040] Das zweite Verbindungselement 9 erstreckt sich im Wesentlichen parallel zur Drehachse
A zwischen einem ersten Endbereich 91 und einem, dem ersten Endbereich 91 gegenüberliegenden
zweiten Endbereich 92. Dabei ist das zweite Verbindungselement 9 im zusammengebauten
Zustand des Schließzylinders bzw. des Mittelmoduls so angeordnet, dass sich sein erster
Endbereich 91 in die Ausnehmung 24 des ersten Mittelmodulelements 2 eingreifend erstreckt
und so, dass sich sein zweiter Endbereich 92 in die Ausnehmung 34 des zweiten Mittelmodulelements
3 eingreifend erstreckt.
[0041] Die Verbindungselemente 8, 9 bestehen aus Stahl. Herstellungstechnisch vorteilhaft
können sie als Stanzteile gestaltet sein. Ebenfalls herstellungstechnisch vorteilhaft
kann das zweite Verbindungselement 9 analog, insbesondere baugleich zu dem ersten
Verbindungselement 8 gestaltet sein.
[0042] Die Verbindungselemente können insbesondere als Stahlstanzteile ausgebildet sein.
[0043] Das erste Verbindungselement 8 weist vorzugsweise an seinem ersten Endbereich 81
eine normal zur Drehachse A orientierte und zum zweiten Endbereich 82 weisende erste
Schulterfläche 83 auf und an seinem zweiten Endbereich 82 eine normal zur Drehachse
A orientierte und zum ersten Endbereich 81 weisende zweite Schulterfläche 84. Analog
weist das zweite Verbindungselement 9 vorzugsweise an seinem ersten Endbereich 91
eine normal zur Drehachse A orientierte und zum zweiten Endbereich 92 weisende erste
Schulterfläche 93 auf und an seinem zweiten Endbereich 92 eine normal zur Drehachse
A orientierte und zum ersten Endbereich 91 weisende zweite Schulterfläche 94.
[0044] Vorzugsweise ist dabei die Gestaltung derart, dass sich die erste Schulterfläche
83 des ersten Verbindungselement 8 und die erste Schulterfläche 93 des zweiten Verbindungselements
9 in einer ersten Ebene erstrecken und dass sich die zweite Schulterfläche 84 des
ersten Verbindungselements 8 und die zweite Schulterfläche 94 des zweiten Verbindungselements
9 in einer, von der ersten Ebene in einem Abstand angeordneten zweiten Ebene erstrecken.
[0045] Wie im gezeigten Beispiel der Fall und beispielsweise in Fig. 5 skizziert, kann,
mit Bezug auf eine Längsmittelebene des Schließzylinders, die erste Schulterfläche
83 einen nach außen weisenden Rand 831 aufweisen, der konvex geformt ist. Dies ermöglicht
eine besonders materialsparende Gestaltung. Die weiteren Schulterflächen 84, 93, 94
können analog konvex gestaltet sein. Vorzugsweise sind in diesem Fall die Verbindungselemente
8, 9 als Stanzbiegeteile gestaltet.
[0046] Die beiden Verbindungsteile 8, 9 weisen vorzugsweise eine quer zur Drehachse A verlaufende
Öffnung 85 zur Aufnahme eine Schraube, insbesondere einer (nicht in den Figuren gezeigten)
Stulpschraube. Dementsprechend handelt es sich bei der Öffnung 85 vorzugsweise um
eine Durchgangsöffnung. Im gezeigten Beispiel ist die Öffnung zwischen der ersten
Ebene der ersten Schulterflächen 83, 93 und der zweiten Ebene der zweiten Schulterflächen
84, 94 gebildet.
[0047] Wie in Fig. 2 skizziert, weist das Mittelmodul weiterhin ein, sich parallel zur Drehachse
A erstreckendes längliches Fixierelement 6 zur axialen Fixierung des ersten Zylindergehäuseelements
1 an dem ersten Mittelmodulelement 2 auf. Vorzugsweise ist die Gestaltung derart,
dass die Fixierung des ersten Zylindergehäuseelements 1 an dem ersten Mittelmodulelement
2 durch eine Axialkraft bewirkt werden kann, die mit Hilfe des Fixierelements 2 erzeugt
wird. Bei dem Fixierelement 6 kann es sich um eine Schraube, beispielsweise um eine
Stahlschraube handeln.
[0048] Beispielsweise kann hierzu das längliche Fixierelement 6 ein Schraubelement 61 mit
einem, an einem ersten axialen Endbereich des Fixierelements 6 ausgebildeten Außengewinde
aufweisen, sowie eine, beispielhaft in Fig. 4 gezeigte Mutter 62, wobei die Mutter
62 auf das Außengewinde aufgeschraubt ist. Herstellungstechnisch vorteilhaft kann
es sich bei der Mutter 62 beispielsweise um eine Vierkantmutter handeln. Die Gestaltung
ist dabei weiterhin vorzugsweise derart, dass die Mutter 62 zur Aufnahme der Axialkraft
sich an der ersten Schulterfläche 83 des ersten Verbindungselements 8 und an der ersten
Schulterfläche 93 des zweiten Verbindungselements 9 abstützend angeordnet werden kann
bzw. angeordnet ist, wenn das erste Zylindergehäuseelement 1 mit dem Mittelmodul wie
vorgesehen zusammengebaut ist.
[0049] An einem, dem ersten axialen Endbereich gegenüber befindlichen zweiten axialen Endbereich
weist das Fixierelement 6 vorzugsweise ein Kopfelement 63, beispielsweise einen Schraubenkopf,
auf, das dazu ausgestaltet ist, in einer Öffnung 12 des ersten Zylindergehäuseelements
1 angeordnet und dort zum Bewirken der Axialkraft verspannt zu werden. Dies kann beispielsweise
als solches so vorgesehen sein, wie aus der eingangs genannten
EP 3 085 859 A1 bekannt, d. h. durch ein quer zur Drehachse A in das erste Zylindergehäuseelement
1 eingeschobenes Verspannelement, das entsprechend auf das Kopfelement 63 des Fixierelement
einwirkt.
[0050] Eine analoge Gestaltung kann zwischen dem zweiten Mittelmodulelement 3 und dem zweiten
Zylindergehäuseelement 4 mittels einem entsprechenden weiteren Fixierelement 7, das
eine entsprechende Mutter 72 aufweist, vorgesehen sein. Durch diese Gestaltung kann
der axiale Zusammenhalt der beiden Zylindergehäuseelemente 1, 4 und der Mittelmodulelemente
2, 3 durch die aus Stahl bestehenden Verbindungselemente 8, 9 und die beiden Fixierelemente
7, 8, die beispielsweise ebenfalls aus Stahl bestehen können, geeignet gesichert werden.
So lässt sich insbesondere eine geeignet hohe Zugfestigkeit erzielen, die beispielsweise
mit Bezug auf einen Schutz vor einem "Kernziehen" vorteilhaft ist.
[0051] Das erste Mittelmodulelement 2 kann eine, beispielsweise in Fig. 6 bezeichnete Anlagefläche
25 zur Anlage an eine entsprechende Anlagefläche 35 des zweiten Mittelmodulelements
3 aufweisen. Es kann vorgesehen sein, dass die Mittelmodulelemente 2, 3 jeweils mehrere
derartige Anlageflächen 25, 35 aufweisen, zum Beispiel, wie in Fig. 4 skizziert, jeweils
vier. Insbesondere können diese Anlageflächen dazu gestaltet sein, die oben genannten
Axialkräfte, durch die die Zylindergehäuseelemente 1, 4 gegen die Mittelmodulelemente
2, 3 gedrückt werden, aufzunehmen.
[0052] Die beiden Verbindungselemente 8, 9 erstrecken sich mit ihren ersten Endbereichen
81, 91 vorzugsweise bis zu der Stützfläche 21 des ersten Mittelmodulelements 2 und
mit ihren zweiten Endbereichen 82, 92 bis zu der Stützfläche 31 des zweiten Mittelmoduls
3. Hierdurch lässt sich eine besonders geeignete Stabilität des Mittelmoduls gegenüber
einem Verwinden erzielen.
[0053] Der Schließzylinder kann ein verlängerbarer Schließzylinder sein. Hierzu kann zumindest
eines der beiden Zylindergehäuseelemente 1, 4 aus wenigstens zwei Teilen bestehen,
die in Richtung der Drehachse A hintereinander angeordnet sind. Als Beispiel hierfür
ist in Fig. 2 ein Fall skizziert, bei dem das zweite Zylindergehäuseelement 4 aus
einem ersten Teil 42 und einem zweiten Teil 44 besteht, wobei der erste Teil 42 baugleich
mit dem ersten Zylindergehäuseelement 1 gestaltet sein kann und der zweite Teil 44
ein Verlängerungsmodul sein kann.
[0054] Zum erleichterten Zusammenbau und zur weitergehenden Stabilitätsverbesserung kann
vorgesehen sein, dass das zweite Mittelmodulelement 3, wie beispielsweise in Fig.
3 skizziert, ein erstes, beispielsweise axial vorstehendes Ausrichtelement 39 aufweist
und das zweite Zylindergehäuseelement 4 ein hierzu korrespondierendes Ausrichtelement,
beispielsweise in Form einer zum ersten Ausrichtelement 39 kongruenten Ausnehmung.
Entsprechende Ausrichteelemente können auch zwischen dem ersten Mittelmodulelement
2 und dem ersten Zylindergehäuseelement 1 vorgesehen sein bzw. gegebenenfalls zwischen
dem Verlängerungsmodul 44 und dem ersten Teil 42 des zweiten Zylindergehäuseelements
4.
1. Mittelmodul für einen modularen doppelseitigen Schließzylinder, wobei das Mittelmodul
dazu gestaltet ist, entlang einer, durch den Schließzylinder festgelegten Drehachse
(A) für einen Zylinderkern des Schließzylinders zwischen einem ersten Zylindergehäuseelement
(1) des Schließzylinders und einem zweiten Zylindergehäuseelement (4) des Schließzylinders
angeordnet zu werden,
wobei das Mittelmodul mindestens ein in einem Gussverfahren hergestelltes Mittelmodulelement
(2, 3), und mindestens ein Verbindungselement (8, 9) aus Stahl aufweist,
wobei das mindestens eine Mittelmodulelement (2, 3) Stützflächen (21, 31) zur Anlage
an die Zylindergehäuseelemente (1, 4) aufweist, und
wobei sich das mindestens eine Verbindungselement (8, 9) im Wesentlichen parallel
zur Drehachse (A) zwischen zwei Endbereichen erstreckt und dabei mit den Endbereichen
in mindestens eine Ausnehmung (24, 34) des mindestens einen Mittelmodulelements (2,
3) eingreifend angeordnet ist.
2. Mittelmodul nach Anspruch 1, bei dem das mindestens eine Verbindungselement (8, 9)
aus Stahl gestanzt, oder mit Laser oder Wasserstrahl geschnitten ist.
3. Mittelmodul nach Anspruch 1 oder 2, bei dem das mindestens eine Mittelmodulelement
(2, 3) als Druckgussteil gestaltet ist, vorzugsweise als Zinkdruckgussteil, oder als
Kunststoffspritzgussteil gestaltet ist.
4. Mittelmodul nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem das mindestens eine Verbindungselement
(8, 9) eine quer zur Drehachse (A) verlaufende Öffnung (85) zur Aufnahme einer Schraube,
insbesondere einer Stulpschraube aufweist.
5. Mittelmodul nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem das mindestens eine Verbindungselement
(8, 9) ein erstes Verbindungselement (8) und ein zweites Verbindungselement (9) aufweist,
wobei sich das erste Verbindungselement (8) im Wesentlichen parallel zur Drehachse
(A) zwischen einem ersten Endbereich (81) und einem dem ersten Endbereich gegenüberliegenden
zweiten Endbereich (82) erstreckt und
wobei sich das zweite Verbindungselement (9) im Wesentlichen parallel zur Drehachse
(A) zwischen einem ersten Endbereich (91) und einem dem ersten Endbereich gegenüberliegenden
zweiten Endbereich (92) erstreckt.
6. Mittelmodul nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem das mindestens eine Mittelmodulelement
(2, 3) ein erstes Mittelmodulelement (2) und ein zweites Mittelmodulelement (3) aufweist,
wobei das erste Mittelmodulelement (2) und das zweite Mittelmodulelement (3) entlang
der Drehachse (A) in einer Reihe angeordnet sind.
7. Mittelmodulelement nach Anspruch 6, mit den im Anspruch 5 genannten Merkmalen,
wobei das erste Verbindungselement (8) mit seinem ersten Endbereich (81) in eine Ausnehmung
(24) des ersten Mittelmodulelements (2) eingreifend angeordnet ist und mit seinem
zweiten Endbereich (82) in eine Ausnehmung (34) des zweiten Mittelmodulelements (3)
eingreifend angeordnet ist und
wobei das zweite Verbindungselement (9) mit seinem ersten Endbereich (91) in die Ausnehmung
(24) des ersten Mittelmodulelements (2) eingreifend angeordnet ist und mit seinem
zweiten Endbereich (92) in die Ausnehmung (34) des zweiten Mittelmodulelements (3)
eingreifend angeordnet ist.
8. Mittelmodulelement nach Anspruch 7, bei dem das erste Verbindungselement (8) an seinem
ersten Endbereich (81) eine normal zu der Drehachse (A) orientierte und zum zweiten
Endbereich (82) weisende erste Schulterfläche (83) aufweist und an seinem zweiten
Endbereich (82) eine normal zu der Drehachse (A) orientierte und zum ersten Endbereich
(81) weisende zweite Schulterfläche (84) aufweist, und vorzugsweise das zweite Verbindungselement
(9) an seinem ersten Endbereich (91) eine normal zu der Drehachse (A) orientierte
und zum zweiten Endbereich (92) weisende erste Schulterfläche (93) aufweist und an
seinem zweiten Endbereich (92) eine normal zu der Drehachse (A) orientierte und zum
ersten Endbereich (91) weisende zweite Schulterfläche (94) aufweist.
9. Mittelmodulelement nach Anspruch 8, bei dem mit Bezug auf eine Längsmittelebene des
Schließzylinders, die erste Schulterfläche (83, 93) und/oder die zweite Schulterfläche
(84, 94) des ersten Verbindungselements (8) und/oder des zweiten Verbindungselements
(9) einen nach außen weisenden Rand (831) aufweist, der konvex geformt ist.
10. Mittelmodul nach einem der vorhergehenden Ansprüche, mit den im Anspruch 7 genannten
Merkmalen, das weiterhin ein, sich parallel zur Drehachse (A) erstreckendes längliches
Fixierelement (6) zur axialen Fixierung des ersten Zylindergehäuseelements (1) an
dem ersten Mittelmodulelement (2) aufweist.
11. Mittelmodul nach Anspruch 10, bei dem das längliche Fixierelement (6) ein Schraubelement
(61) mit einem Außengewinde sowie eine Mutter (62), vorzugsweise in Form einer Vierkantmutter,
aufweist, wobei die Mutter (62) auf das Außengewinde aufgeschraubt ist.
12. Mittelmodul nach Anspruch 11, mit den im Anspruch 8 genannten Merkmalen, bei dem die
Gestaltung derart ist, dass die Mutter (62) zur Aufnahme einer Axialkraft sich zumindest
teilweise an der ersten Schulterfläche (83) des ersten Verbindungselements (8) und
vorzugsweise auch zumindest teilweise an der ersten Schulterfläche (93) des zweiten
Verbindungselements (9) abstützend angeordnet werden kann.
13. Mittelmodul nach Anspruch 12, das weiterhin ein weiteres, sich parallel zu Drehachse
(A) erstreckendes längliches Fixierelement (7) zur axialen Fixierung des zweiten Zylindergehäuseelements
(4) an dem zweiten Mittelmodulelement (3) aufweist, wobei das weitere längliche Fixierelement
(7) vorzugsweise analog oder baugleich zum zuerst genannten länglichen Fixierelement
(6) gestaltet ist.
14. Mittelmodul nach einem der vorhergehenden Ansprüche, mit den Merkmalen des Anspruchs
7, bei dem das erste Mittelmodulelement (2) wenigstens eine Anlagefläche (25) zur
Anlage an das zweite Mittelmodulelement (3) aufweist.
15. Modularer doppelseitiger Schließzylinder mit einem ersten Zylindergehäuseelement (1),
einem zweiten Zylindergehäuseelement (4), und einem dazwischen angeordneten Mittelmodul
nach einem der vorhergehenden Ansprüche.