Gebiet der Erfindung
[0001] Die Offenbarung betrifft eine Vorrichtung zur Herstellung einer trennbaren elektrischen
Verbindung in einem zumindest teilweise mit einer Flüssigkeit gefüllten Bohrloch und
ein Verfahren zur Herstellung einer trennbaren elektrischen Verbindung in einem zumindest
teilweise mit einer Flüssigkeit gefüllten Bohrloch.
Stand der Technik
[0002] Aus dem Stand der Technik sind elektrische Verbindungen für Bohrlöcher bekannt. Exemplarisch
beschreibt die
DE 10 2017 006 286 B3 Steckverbinder mit einer mehrlagigen isolierenden Geldichtungsanordnung.
[0003] Allerdings weist der Stand der Technik Nachteile bezüglich der Komplexität des Verbindungsaufbaus
auf. Im Stand der Technik müssen die Kontaktelemente vor der Herstellung der elektrischen
Verbindung vor einer Exposition gegenüber einer im Bohrloch befindlichen Flüssigkeit
geschützt werden. Bei der Herstellung der Verbindung wird im Stand der Technik typischerweise
eine Schutzvorrichtung bewegt, sodass der eigentliche Verbindungsaufbau in einer trockenen
Umgebung stattfinden kann.
Offenbarung der Erfindung
[0004] Aufgabe der Erfindung ist es, eine Vorrichtung zur Herstellung einer trennbaren elektrischen
Verbindung in einem zumindest teilweise mit einer Flüssigkeit gefüllten Bohrloch anzugeben,
welche gegenüber dem Stand der Technik verbessert ist. Insbesondere soll eine Vorrichtung
angegeben werden, bei welcher zumindest ein Kontaktelement der elektrischen Verbindung
ungeschützt exponiert ist.
[0005] Die Aufgabe wird mit einer Vorrichtung zur Herstellung einer trennbaren elektrischen
Verbindung in einem zumindest teilweise mit einer Flüssigkeit gefüllten Bohrloch nach
Anspruch 1 und einem Verfahren zur Herstellung einer trennbaren elektrischen Verbindung
nach dem nebengeordneten Anspruch gelöst.
[0006] Ein Aspekt betrifft eine Vorrichtung zur Herstellung einer trennbaren elektrischen
Verbindung in einem zumindest teilweise mit einer Flüssigkeit gefüllten Bohrloch.
Die Vorrichtung umfasst ein erstes Verbindungselement mit einem ersten Kontaktelement;
ein zweites Verbindungselement mit einem zweiten Kontaktelement; wobei das erste Verbindungselement
dazu vorgesehen ist, in einem mit Flüssigkeit gefüllten Abschnitt des Bohrlochs fixiert
zu werden; wobei das zweite Verbindungselement dazu vorgesehen ist, in den mit Flüssigkeit
gefüllten Abschnitt des Bohrlochs zur Verbindung mit dem ersten Verbindungselement
eingebracht zu werden; und wobei das erste Kontaktelement und/oder das zweite Kontaktelement
ungeschützt exponiert sind.
[0007] Ein weiterer Aspekt betrifft ein Verfahren zur Herstellung einer trennbaren elektrischen
Verbindung eines ersten Verbindungselements, umfassend ein erstes Kontaktelement,
und eines zweiten Verbindungselements, umfassend ein zweites Kontaktelement, in einem
zumindest teilweise mit einer Flüssigkeit gefüllten Bohrloch. Das Verfahren umfasst
ein Einbringen des ersten Verbindungselements in das Bohrloch; ein Befestigen des
ersten Verbindungselements in dem Bohrloch; ein Einbringen des zweiten Verbindungselements
in einen mit Flüssigkeit gefüllten Abschnitt des Bohrlochs, wobei das erste Kontaktelement
und/oder das zweite Kontaktelement zumindest zeitweise während des Einbringens des
zweiten Verbindungselements gegenüber der Flüssigkeit ungeschützt exponiert sind;
und ein In-Kontakt-Bringen des ersten Kontaktelementes mit dem zweiten Kontaktelement
in dem mit Flüssigkeit gefüllten Abschnitt des Bohrlochs.
[0008] Soweit im Folgenden eine Aufzählung "oder" enthält, ist hiermit, soweit nicht anders
angegeben, "und/oder" gemeint.
[0009] Bei typischen Ausführungsformen umfasst die trennbare elektrische Verbindung ein
erstes Verbindungselement und ein zweites Verbindungselement. Die trennbare elektrische
Verbindung wird typischerweise zwischen dem ersten Verbindungselement und dem zweiten
Verbindungselement hergestellt.
[0010] Typischerweise ist das erste Verbindungselement dazu vorgesehen in einem, mit Flüssigkeit
gefüllten, Abschnitt eines Bohrlochs fixiert zu werden. Typischerweise ist das Bohrloch
zumindest teilweise mit einer Flüssigkeit gefüllt. Insbesondere umfasst die Flüssigkeit
Wasser oder Öle. Typischerweise ist die Flüssigkeit elektrisch leitfähig, insbesondere
umfasst die elektrische Leitfähigkeit der Flüssigkeit zumindest 100 µS/cm, zumindest
500 µS/cm, zumindest 1 mS/cm oder zumindest 5 mS/cm. Das Bohrloch kann eine Länge
von zumindest 20 m, 50 m, 100 m, 250 m, 500 m, 1 km, 2 km oder zumindest 5 km umfassen.
In typischen Ausführungsformen umfasst die Bohrung eine Vertikalbohrung in den Untergrund.
In Ausführungsformen kann zumindest ein Teil der Bohrung als Horizontalbohrung ausgeführt
sein.
[0011] Das erste Verbindungselement kann als Teil eines in das Bohrloch eingebauten Gestänges
oder Rohres in dem Bohrloch fixiert sein. In typischen Ausführungsformen reicht das,
in das Bohrloch eingebaute, Gestänge oder Rohr bis zur Oberfläche. In typischen Ausführungsformen
ist eine Befestigung des ersten Verbindungselements in dem mit Flüssigkeit gefüllten
Abschnitt des Bohrlochs nicht mit der Oberfläche verbunden.
[0012] Typischerweise ist die Befestigung des ersten Verbindungselements mit einer Wand
des Bohrlochs mechanisch oder chemisch verbunden. Eine mechanische Verbindung kann
exemplarisch einen Swagepacker oder ein Bridgeplug umfassen. Die mechanische Verbindung
kann mit einer Spannvorrichtung in das Bohrloch eingebracht werden. Insbesondere wird
die Spannvorrichtung in einer gewünschten Einbauposition des ersten Verbindungselements
gespannt. Typischerweise kann die mechanische Verbindung eine mechanische Verformung
des ersten Verbindungselements umfassen. Eine chemische Verbindung kann insbesondere
eine Verbindung mittels eines Zements, eines Klebstoffes oder eines Harzes umfassen.
Typischerweise ist das erste Verbindungselement entlang einer Längsachse des ersten
Verbindungselements offen.
[0013] Typischerweise ist das erste Verbindungselement mit einem, mit dem Bohrloch verbundenem,
funktionalen Element, verbunden. Das funktionale Element kann einen Sensor, insbesondere
zu einer Erfassung von hydrogeologischen Daten oder Bohrlochparametern wie der Temperatur,
dem Druck, des Säuren- oder Basencharakters der Bohrlochflüssigkeit (pH-Wert), oder
des Redoxpotentials (EH-Wert); einen Datenspeicher, insbesondere zu einer Speicherung
von Sensordaten; einen Energiespeicher, insbesondere zu einer Speicherung elektrischer
Energie; oder einen Aktuator, insbesondere zu einer Manipulation eines Ventils, eines
Schiebers oder einer mechanischen Verbindung, einen Motor oder eine Pumpe umfassen.
Typischerweise umfasst das funktionale Element einen Mikroprozessor, insbesondere
zu einer Verarbeitung von Daten oder zu einer Steuerung des funktionalen Elements.
In typischen Ausführungsformen wird das funktionale Element mit dem ersten Verbindungselement
in das Bohrloch eingebracht oder ist einteilig mit dem ersten Verbindungselement ausgeführt.
Das funktionale Element kann auch als Landepod bezeichnet werden.
[0014] Typischerweise ist das zweite Verbindungselement dazu vorgesehen in den mit Flüssigkeit
gefüllten Abschnitt des Bohrlochs zur Verbindung mit dem ersten Verbindungselement
eingebracht zu werden. Insbesondere kann das zweite Verbindungselement nach einem
Einbringen in den mit Flüssigkeit gefüllten Abschnitt vollständig von der Flüssigkeit
umgeben sein.
[0015] In typischen Ausführungsformen umfasst die Vorrichtung ein Kabel zu einer Verbindung
des zweiten Verbindungselements mit einer Auswerteeinrichtung außerhalb des Bohrlochs.
Typischerweise umfasst die Auswerteeinrichtung eine Kommunikationsvorrichtung mit
dem ersten Verbindungselement. Insbesondere kann die Auswerteeinrichtung Sensoren
oder Datenspeicher eines funktionalen Elements, welches mit dem ersten Verbindungselement
verbunden ist, auslesen. In typischen Ausführungsformen kann die Auswerteeinrichtung
das funktionale Element ansteuern. Insbesondere kann die Auswerteeinrichtung Funktionsanweisungen
an das funktionale Element übermitteln; exemplarisch kann die Auswerteeinrichtung
den Mikroprozessor des funktionalen Elements programmieren oder Funktionsanweisungen
in dem Datenspeicher ablegen. Typischerweise kann das zweite Verbindungselement eine
monodirektionale oder bidirektionale Datenübertragung zwischen der Auswerteeinrichtung
und dem funktionalen Element herstellen. In Ausführungsformen kann die Auswerteeinrichtung
dem Energiespeicher Energie bereitstellen, insbesondere elektrische Energie in den
Energiespeicher laden. In Ausführungsformen kann die Auswerteeinrichtung den Aktuator
des funktionalen Elements ansteuern.
[0016] Typischerweise ist eine Länge des Kabels zu einer Verbindung des zweiten Verbindungselements
mit einer Auswerteeinrichtung zumindest gleich zu einer Entfernung des ersten Verbindungselements
von der Oberfläche oder von der Auswerteeinrichtung. In typischen Ausführungsformen
beträgt die Länge des Kabels zumindest 50m, 100 m, 250m, 500m, 1km, 2km oder zumindest
5km. In Ausführungsformen umfasst das Kabel eine Vielzahl an Einzelkabeln, welche
zu dem Kabel verbunden sind. In Ausführungsformen umfasst das Kabel ein Stahlseilkabel.
Typischerweise umfasst das Kabel einen oder mehrere Leiter.
[0017] Typischerweise ist das Kabel elektrisch isolierend mit dem zweiten Verbindungselement
verbunden. Insbesondere weist das zweite Verbindungselement eine Durchführung für
das Kabel in das Innere des zweiten Verbindungselements auf. Die Durchführung ist
typischerweise gegenüber der Flüssigkeit des Bohrlochs dicht, insbesondere wasserdicht.
Typischerweise ist die Durchführung druckdicht, insbesondere gegenüber dem Druck der
Flüssigkeitssäule oberhalb des zweiten Verbindungselements.
[0018] Typischerweise weist das zweite Verbindungselement eine Befestigungseinrichtung zur
Befestigung des zweiten Verbindungselements an einem Gestänge, einem in das Bohrloch
pumpbaren Kolben, einer Seilwinde oder einem Bohrlochtraktor auf. Insbesondere kann
die Befestigungseinrichtung ein Positionieren des zweiten Verbindungselements in dem
Bohrloch ermöglichen.
[0019] Das erste Verbindungselement weist ein erstes Kontaktelement auf und das zweite Verbindungselement
weist ein zweites Kontaktelement auf. Typischerweise steht das erste Kontaktelement
mit dem zweiten Kontaktelement in Kontakt, wenn das erste Verbindungselement und das
zweite Verbindungselement verbunden sind.
[0020] Typischerweise ist das erste Kontaktelement mit dem funktionalen Element elektrisch
leitend verbunden. Typischerweise ist das zweite Kontaktelement mit dem Kabel, und
insbesondere mit der Auswerteeinrichtung, elektrisch leitend verbunden.
[0021] In typischen Ausführungsformen weisen das erste Verbindungselement und das zweite
Verbindungselement jeweils eine Vielzahl von Kontaktelementen auf. Insbesondere weist
das erste Verbindungselement 2, 3, 4, 5, 8, 10 oder mehr Kontaktelemente auf. Insbesondere
weist das zweite Verbindungselement 2, 3, 4, 5, 8, 10 oder mehr Kontaktelemente auf.
Typischerweise weisen das erste Verbindungselement und das zweite Verbindungselement
eine gleiche Zahl an Kontaktelementen auf. In typischen Ausführungsformen ist die
Anordnung der Kontaktelemente des ersten Verbindungselements und der Kontaktelemente
des zweiten Verbindungselements gleich, sodass insbesondere bei einer Verbindung des
ersten Verbindungselements mit dem zweiten Verbindungselement alle Kontaktelemente
des ersten Verbindungselements mit Kontaktelementen des zweiten Verbindungselements
in Kontakt stehen.
[0022] In typischen Ausführungsformen ist die Vielzahl von Kontaktelemente des ersten Verbindungselements
oder die Vielzahl von Kontaktelementen des zweiten Verbindungselements entlang einer
Längsachse des Bohrlochs angeordnet. Insbesondere überschneiden sich die Vielzahl
der Kontaktelemente des ersten Verbindungselements oder die Vielzahl der Kontaktelemente
des zweiten Verbindungselements entlang der Längsachse des Bohrlochs nicht.
[0023] Typischerweise ist zumindest eines der Kontaktelemente, insbesondere das erste Kontaktelement
oder das zweite Kontaktelement, in einem nicht verbundenen Zustand ungeschützt exponiert,
insbesondere gegenüber der im Bohrloch befindlichen Flüssigkeit. Der nicht verbundene
Zustand umfasst insbesondere einen Zustand bei welchem das erste Kontaktelement und
das zweite Kontaktelement nicht in physischem Kontakt miteinander stehen.
[0024] Typischerweise weist zumindest eines der Kontaktelemente eine selbstpassivierende
Oberfläche auf. Die selbstpassivierende Oberfläche bildet insbesondere bei Kontakt
mit der Flüssigkeit, exemplarisch bei Kontakt mit Wasser, eine nicht leitende Oberflächenschicht,
welche das Kontaktelement elektrisch von der Flüssigkeit isoliert.
[0025] Typischerweise umfasst die selbstpassivierende Oberfläche ein Übergangsmetall, insbesondere
Niob (Nb) oder Tantal (Tb).
[0026] Typischerweise kann die selbstpassivierende Oberfläche vorteilhaft mechanisch, exemplarisch
durch Reibung an einer anderen Oberfläche, abgetragen werden, sodass insbesondere
eine elektrisch leitende Verbindung hergestellt werden kann. Befindet sich die selbstpassivierende
Oberfläche während eines Abtragungsvorgangs in der Flüssigkeit, so kann vorteilhaft
eine elektrische Verbindung zwischen zwei Oberflächen, insbesondere zwischen der Oberfläche
des ersten Kontaktelements und der Oberfläche des zweiten Kontaktelements hergestellt
werden, wobei nicht in unmittelbarem physischem Kontakt stehende Abschnitte der Oberfläche
durch die Selbstpassivierung isoliert werden.
[0027] In typischen Ausführungsformen weisen alle Kontaktelemente, insbesondere das erste
Kontaktelement und das zweite Kontaktelement, eine selbstpassivierende Oberfläche
auf.
[0028] Typischerweise umfasst eines der Kontaktelemente eine, insbesondere entlang der Längsachse
des Bohrlochs, bügelförmige Kontaktfläche. Insbesondere ist die bügelförmige Kontaktfläche
federnd ausgeführt. Dies kann vorteilhaft einen stabilen und zugleich trennbaren Kontakt
zwischen den Kontaktelementen sicherstellen. Typischerweise ist die bügelförmige Kontaktfläche
derart ausgeführt, dass eine Sollposition des Kontaktelements in Längsrichtung mittig
ist. In anderen Worten wird der Kontakt des bügelförmigen Kontaktelements vorzugsweise
im Wesentlichen in Längsrichtung mittig hergestellt. In Ausführungsformen ist zumindest
eine der Kontaktflächen, und insbesondere eine Mehrzahl oder alle der Kontaktflächen,
als linienförmige Kontaktfläche ausgeführt.
[0029] In Ausführungsformen umfasst eines der Kontaktelemente eine Vielzahl bügelförmiger
Kontaktflächen. Insbesondere umfasst eines der Kontaktelemente 2, 3, 4, 5, 6, 8, 10
oder 12 bügelförmige Kontaktflächen, exemplarisch radial oder rotationsymmetrisch
um eine Längsachse des Verbindungselements oder um die Längsachse des Bohrlochs angeordnet.
In typischen Ausführungsformen sind die Vielzahl bügelförmiger Kontaktflächen im Wesentlichen
symmetrisch bezüglich einer zur Längsachse des Verbindungselements senkrecht stehenden
Ebene ausgeführt. In Ausführungsformen umfasst eines der Kontaktelemente ein Kontaktgehäuse
oder einen Halter mit einer Vielzahl an Öffnungen zur Durchführung bügelförmiger Kontaktflächen.
Typischerweise umfassen das Kontaktgehäuse oder der Halter einen isolierenden Kunststoff
oder eine Keramik. Das Kontaktgehäuse oder der Halter kann insbesondere Polyetherketone
(PEK), insbesondere Polyetheretherketon (PEEK), Polyvinylidenfluorid (PVDF) oder Polyetherimide
(PEI) umfassen.
[0030] Typischerweise umfasst ein weiteres der Kontaktelemente eine zylindrische oder eine
hohlzylindrische oder ringförmige Kontaktfläche. In typischen Ausführungsformen ist
die Rotationsachse der zylindrischen oder hohlzylindrischen Grundform der Kontaktfläche
entlang der Längsachse des Bohrlochs ausgerichtet. In typischen Ausführungsformen
ist die Kontaktfläche umlaufend um den Zylindermantel durchgängig ausgeführt. In Ausführungsformen
ist die Kontaktfläche um die Zylinderform umlaufend strukturiert, insbesondere umfasst
die Kontaktfläche Auslassungen. In Ausführungsformen umfasst das weitere der Kontaktelemente
eine Ausnehmung, insbesondere um eine bevorzugte Position für die bügelförmige Kontaktfläche
zu definieren. In Ausführungsformen ist die zylindrische, hohlzylindrische oder ringförmige
Kontaktfläche in eine Stützstruktur eingebettet. Insbesondere kann die Stützstruktur
Kontaktflächen isolieren und vorteilhaft den Materialbedarf für die selbstpassivierenden
Materialien reduzieren. Die Stützstruktur kann Polyetheretherketon (PEEK) oder Polyetherimide
(PEI) umfassen.
[0031] Typischerweise ist eine Länge der bügelförmigen Kontaktfläche gleich oder größer
einer Länge der zylindrischen, hohlzylindrischen oder ringförmigen Kontaktfläche.
Insbesondere beträgt die Länge der bügelförmigen Kontaktfläche zumindest 105%, 125%,
150 oder 200% der Länge der zylindrischen, hohlzylindrischen oder ringförmigen Kontaktfläche.
In typischen Ausführungsformen beträgt die Länge der bügelförmigen Kontaktfläche zumindest
10 mm oder zumindest 25 mm oder maximal 35 mm oder maximal 50 mm, insbesondere beträgt
die Länge der bügelförmigen Kontaktfläche zumindest 10 mm und maximal 50 mm; bevorzugt
beträgt die Länge der bügelförmigen Kontaktfläche 30 mm. Eine längere bügelförmige
Kontaktfläche vergrößert vorteilhaft die Einbringpositionen des zweiten Verbindungselements
bei welchen ein Kontakt zwischen dem ersten Kontaktelement und dem zweiten Kontaktelement
hergestellt werden kann. Eine kürzere bügelförmige Kontaktfläche kann hingegen vorteilhaft
kompaktere Bauformen ermöglichen und kann den Materialbedarf, insbesondere an einem
Material, dass eine selbstpassivierende Oberfläche ausbildet, verringern.
[0032] Typischerweise ragen die bügelförmigen Kontaktflächen aus einem Grundkörper, insbesondere
einem zylindrischen Grundkörper, des Verbindungselements heraus. Insbesondere ist
der größte Abstand der bügelförmigen Kontaktfläche zu der Längsachse des Verbindungselements
zumindest 3%, zumindest 5%, oder zumindest 7.5% oder maximal 10%, maximal 15% oder
maximal 25% größer als der Umkreisradius der Grundfläche des Grundkörpers.
[0033] In typischen Ausführungsformen umfassen die bügelförmige Kontaktfläche oder die zylindrische,
hohlzylindrische oder ringförmige Kontaktfläche Fasen oder Rundungen, insbesondere
um ein Einbringen des zweiten Verbindungselements in das erste Verbindungselement
zu erleichtern. Typischerweise sind die Fasen oder Rundungen entlang der Längsachse
des Verbindungselements orientiert.
[0034] In typischen Ausführungsformen umfasst das erste Kontaktelement eine bügelförmige
Kontaktfläche. Typischerweise umfasst das zweite Kontaktelement eine zylindrische
Kontaktfläche.
[0035] In typischen Ausführungsformen umfasst das erste Kontaktelement eine hohlzylindrische
Kontaktfläche. Typischerweise umfasst das zweite Kontaktelement eine bügelförmige
Kontaktfläche. Typischerweise ist der Innendurchmesser der hohlzylindrischen Kontaktfläche
kleiner als oder gleich dem Innendurchmesser eines Tubings des Bohrlochs.
[0036] Typischerweise umfasst das erste Verbindungselement ein erstes, insbesondere mechanisches,
Positionierungselement und das zweite Verbindungselement umfasst ein zweites, insbesondere
mechanisches, Positionierungselement. Das erste Positionierungselement und das zweite
Positionierungselement sind derart ausgeführt, dass eine bevorzugte Position des zweiten
Verbindungselements gegenüber dem ersten Verbindungselement eingestellt werden kann.
Insbesondere kann eines der Verbindungselemente über eine Ausnehmung und ein anderes
der Verbindungselemente über eine Ausbuchtung verfügen, wobei insbesondere die Form
der Ausbuchtung im Wesentlichen die Form der Ausnehmung abbildet.
[0037] In typischen Ausführungsformen umfassen die Verbindungselemente jeweils eine Vielzahl
an Kontaktelementen. Typischerweise ist jedem der Kontaktelementen eine Belegung fest
zugeordnet. Exemplarisch umfassen die Verbindungselemente Kontaktelemente zur Stromversorgung
eines Energiespeichers, Kontaktelemente zum Auslesen oder Programmieren von Sensoren
oder Datenspeichern, oder Kontaktelemente zum Ansteuern eines Aktuators.
[0038] In Ausführungsformen umfassen das erste Verbindungselement und das zweite Verbindungselement
eine unterschiedliche Anzahl an Kontaktelementen. Insbesondere umfasst das erste Verbindungselement
weniger Kontaktelemente als das zweite Verbindungselement. Exemplarisch kann dem ersten
Verbindungselement ein Kontaktelement zum Ansteuern eines Aktuators fehlen, wenn kein
Aktuator mit dem ersten Verbindungselement verbunden ist.
[0039] In typischen Ausführungsformen sind eine Vielzahl an ersten Verbindungselementen
in dem Bohrloch fixiert. Dies kann vorteilhaft eine Vielzahl an funktionalen Elementen
an verschiedenen Positionen, insbesondere in verschiedenen Tiefen des Bohrlochs ermöglichen.
Exemplarisch können Parameter des Bohrlochs an verschiedenen Positionen gemessen werden
oder Aktuatoren an verschiedenen Positionen des Bohrlochs vorgesehen sein. In Ausführungsformen
sind die Vielzahl an ersten Verbindungselementen gleich aufgebaut und umfassen insbesondere
eine gleiche Zahl an Kontaktelementen.
[0040] Typischerweise kann das zweite Verbindungselement durch zumindest einen Teil der
Vielzahl an ersten Verbindungselementen hindurchgeführt werden. In Ausführungsformen
kann das zweite Verbindungselement durch alle ersten Verbindungselemente hindurchgeführt
werden. Dies kann insbesondere den Zugang zu tiefer im Bohrloch fixierten ersten Verbindungselementen
ermöglichen. Typischerweise kann das Einbringen des zweiten Verbindungselements in
den mit Flüssigkeit gefüllten Abschnitt des Bohrlochs eine Bewegung von der Bohrlochöffnung
tiefer in das Bohrloch hinein oder eine Bewegung zu der Bohrlochöffnung hin umfassen.
Typischerweise umfasst das erste Verbindungselement an beiden axialen Enden eine Öffnung,
insbesondere zum Einführen des zweiten Verbindungselements.
[0041] Typischerweise ermöglicht die trennbare elektrische Verbindung einen Durchfluss der
in dem Bohrloch befindlichen Flüssigkeit. Insbesondere kann eine Flüssigkeit durch
die trennbare elektrische Verbindung hindurchfließen, exemplarisch im Wesentlichen
entlang der Bohrachse. In anderen Worten ist die trennbare elektrische Verbindung
offen ausgeführt. Die trennbare elektrische Verbindung ist typischerweise dichtungsfrei,
also ohne gesonderte Abdichtung des Bereichs des elektrischen Kontakts, ausgeführt.
[0042] Typischerweise umfasst das zweite Verbindungselement ein zentrales Verbindungselement,
welches das zweite Kontaktelement, das Kabel, und die Befestigungseinrichtung verbindet.
Typischerweise umfasst das zentrale Verbindungselement Stahl, Edelstahl, Aluminium
oder Titan. Typischerweise verfügt das zweite Verbindungselement über ein mit dem
zentralen Verbindungselement verbundenes Abschlusselement, welches insbesondere über
eine Schnittstelle, exemplarisch ein Gewinde, zum Anschluss weiterer Elemente, exemplarisch
eines Zentrierers, verfügt.
[0043] In typischen Ausführungsformen wird zur Herstellung einer trennbaren elektrischen
Verbindung eines ersten Verbindungselements, umfassend ein erstes Kontaktelement,
und eines zweiten Verbindungselements, umfassend ein zweites Kontaktelement, in einem
zumindest teilweise mit einer Flüssigkeit gefüllten Bohrloch, das erste Verbindungselement
in das Bohrloch eingebracht. Typischerweise wird das erste Verbindungselement dauerhaft
in das Bohrloch eingebracht. Das erste Verbindungselement kann als Teil eines Ausbaustrangs
des Bohrlochs eingebracht werden oder als einzelnes fixierbares Bauteil eingebracht
werden.
[0044] Typischerweise wird das erste Verbindungselement an einem Verwendungsort in dem Bohrloch
befestigt. Insbesondere wird das erste Verbindungselement an einem vordefinierten
Ort, exemplarisch an einer vordefinierten Tiefe des Bohrlochs, befestigt.
[0045] Typischerweise wird das zweite Verbindungselement in den mit Flüssigkeit gefüllten
Abschnitt des Bohrlochs eingebracht. Das zweite Verbindungselement kann gravitativ,
insbesondere an dem Kabel, an einem Gestänge, an einem Endlossrohr (engl. Coil Tubing),
durch Einpumpen oder mit einem Bohrlochtraktor in das Bohrloch eingebracht werden.
[0046] Typischerweise ist das erste Kontaktelement oder das zweite Kontaktelement zumindest
zeitweise während des Einbringens des zweiten Verbindungselements gegenüber der, sich
im Bohrloch befindlichen, Flüssigkeit exponiert. Insbesondere steht die Flüssigkeit
zumindest zeitweise mit dem ersten Kontaktelement oder mit dem zweiten Kontaktelement
in physischem Kontakt. Typischerweise weisen das erste Verbindungselement oder das
zweite Verbindungselement jeweils keine Schutzvorrichtung für das erste Kontaktelement
oder das zweite Kontaktelement auf, welche das erste Kontaktelement oder das zweite
Kontaktelement vor einer Exposition gegenüber der Flüssigkeit schützt.
[0047] Typischerweise wird das erste Kontaktelement mit dem zweiten Kontaktelement in Kontakt
gebracht. Insbesondere wird das zweite Kontaktelement mechanisch zu dem ersten Kontaktelement
hinbewegt. In typischen Ausführungsformen umfasst das In-Kontakt-Bringen einen Materialabtrag
an einer Oberfläche, insbesondere an einer Kontaktfläche zumindest eines der Kontaktelemente.
Typischerweise umfasst das In-Kontakt-Bringen einen Materialabtrag an einer Oberfläche
des ersten Kontaktelements und einen Materialabtrag an einer Oberfläche des zweiten
Kontaktelements.
[0048] In typischen Ausführungsformen wirkt insbesondere mit dem bügelförmigen Kontaktelement
eine Kraft auf eine Kontaktfläche des ersten Kontaktelements mit dem zweiten Kontaktelement.
Typischerweise wirkt die Kraft im Wesentlichen senkrecht zu der Fläche der Kontaktfläche
und kann zu einem Materialabtrag an der selbstpassivierenden Oberfläche führen. In
anderen Worten wird von der selbstpassivierenden Oberfläche zumindest eines der Kontaktelemente
Material mittels Kratzen abgetragen.
[0049] Typischerweise bleibt das erste Kontaktelement und das zweite Kontaktelemente nach
dem Materialabtrag in physischem, und insbesondere in elektrisch leitendem, Kontakt.
Ein unmittelbarer Kontakt nach dem Materialabtrag verhindert vorteilhaft eine erneute
Ausbildung einer selbstpassivierenden Oberfläche in einem unmittelbaren Kontaktbereich.
In Bereichen der Oberfläche der Kontaktelemente von denen Material abgetragen wurde,
aber kein unmittelbarer Kontakt zwischen dem ersten Kontaktelement und dem zweiten
Kontaktelement vorliegt, bildet sich vorteilhaft, insbesondere aufgrund der Flüssigkeit,
erneut eine selbstpassivierende Oberfläche.
[0050] Dies ermöglicht vorteilhaft eine zuverlässige Isolation der Verbindungselemente außerhalb
der gewünschten Verbindung.
[0051] Nach einer Trennung der trennbaren elektrischen Verbindung sind das erste Kontaktelement
und das zweite Kontaktelement typsicherweise erneut gegenüber der Flüssigkeit ungeschützt
exponiert. Hierdurch bildet sich erneut vorteilhaft eine selbstpassivierende Oberfläche
und das erste Kontaktelement oder das zweite Kontaktelement sind erneut isoliert.
[0052] In typischen Ausführungsformen umfasst das Einbringen des zweiten Verbindungselements
in den mit Flüssigkeit gefüllten Abschnitt des Bohrlochs eine Bewegung des zweiten
Verbindungselements zu einer Mündung des Bohrlochs hin. Typischerweise sind in dem
Bohrloch eine Vielzahl an ersten Verbindungselementen, insbesondere in verschiedenen
Abschnitten des Bohrlochs, befestigt. Typischerweise kann das zweite Verbindungselement
in das erste Verbindungselement sowohl durch eine Bewegung zur Mündung des Bohrlochs
hin als auch durch eine Bewegung von der Mündung des Bohrlochs weg eingebracht werden.
In anderen Worten kann das zweite Verbindungselement in das erste Verbindungselement
beidseitig, also insbesondere sowohl von oben als auch von unten, eingebracht werden.
[0053] In typischen Ausführungsformen sind das erste Kontaktelement oder das zweite Kontaktelement
bei dem In-Kontakt-Bringen oder nach einer Trennung der Verbindung nicht spannungsfrei.
Dies kann vorteilhaft eine unmittelbare Nutzung der trennbaren elektrischen Verbindung
nach der Herstellung des physischen und elektrischen Kontakts ermöglichen.
[0054] Mit der Erfindung kann eine vereinfachte nasssteckbare trennbare elektrische Verbindung
erreicht werden. Insbesondere kann die angegebene Verbindung ohne eine gesonderte
Abdichtung der Kontaktelemente erreicht werden. Die Erfindung erreicht eine Isolierung
der Kontaktelemente insbesondere durch eine selbstpassivierende Oberfläche. An Stellen,
an denen die Kontaktelemente gegen über der Flüssigkeit im Bohrloch exponiert sind,
bildet sich aufgrund der vorteilhaften Eigenschaften der Kontaktelemente eine isolierende
Oberflächenschicht. Stehen die Kontaktelemente in Kontakt miteinander, so ist vorteilhaft
ein elektrischer Kontakt sichergestellt.
[0055] Mit der Erfindung reduziert sich die Komplexität der elektrischen Verbindung, insbesondere
im Betrieb. Dies reduziert den Wartungsaufwand und erleichtert ein Herstellen der
Verbindung. Die Erfindung erlaubt Verbindungselemente ohne Vorrichtungen zum Schutz
der Kontaktelemente vor Exposition gegenüber der Flüssigkeit im Bohrloch und reduziert
den benötigten Bauraum für die Kontaktelemente.
Kurze Beschreibung der Zeichnung
[0056] Nachfolgend wir die Erfindung anhand der beiliegenden Zeichnungen näher erläutert,
wobei die Figuren schematisch zeigen:
- Fig. 1
- eine Ausführungsform der Erfindung in einem Längsschnitt.
- Fig. 2a
- ein erfindungsgemäßes Verbindungselement in einem Längsschnitt;
- Fig. 2b
- ein weiteres erfindungsgemäßes Verbindungselement in einer Vorderansicht;
- Fig. 3
- ein erfindungsgemäßes Verfahren.
Beschreibung von Ausführungsformen
[0057] Nachfolgend werden typische Ausführungsbeispiele anhand der Figuren beschrieben,
wobei die Erfindung nicht auf die Ausführungsbeispiele beschränkt ist. Vielmehr wird
der Umfang der Erfindung durch die Ansprüche bestimmt. Bei der Beschreibung der Ausführungsformen
werden unter Umständen in verschiedenen Figuren und für verschiedene Ausführungsformen
gleiche Bezugszeichen für gleiche oder ähnliche Teile verwendet, um die Beschreibung
übersichtlicher zu gestalten. Dies bedeutet jedoch nicht, dass entsprechende Teile
der Erfindung auf die in den Ausführungsformen dargestellten Varianten beschränkt
sind. Teilweise werden Merkmale, welche bereits im Zusammenhang mit anderen Figuren
beschrieben wurden, der Übersichtlichkeit halber nicht nochmals beschrieben. Teilweise
sind Merkmale, welche in einer Figur mehrfach dargestellt sind, lediglich einmal mit
Bezugszeichen gekennzeichnet.
[0058] Die Figur 1 zeigt eine Vorrichtung 100 zur Herstellung einer trennbaren elektrischen
Verbindung in einem zumindest teilweise mit einer Flüssigkeit gefüllten Bohrloch 200.
In der Fig. 1 ist lediglich ein Abschnitt des Bohrlochs 200 gezeigt. Das Bohrloch
200 erstreckt sich über den in der Fig. 1 dargestellten Abschnitt hinaus. Die Vorrichtung
umfasst ein erstes Verbindungselement 10 mit ersten Kontaktelementen 11, 12, 13 und
ein zweites Verbindungselement 20 mit zweiten Kontaktelementen 21, 22, 23. In der
Figur 1 umfasst das erste Verbindungselement 10 drei erste Kontaktelemente 11, 12,
13 und das zweite Verbindungselement 20 drei zweite Kontaktelementen 21, 22, 23.
[0059] Das erste Verbindungselement 10 ist in dem Bohrloch 200 fixiert. Insbesondere ist
das erste Verbindungselement 10 mit einem funktionalen Element 31 verbunden. Das erste
Verbindungselement 10 ist in das funktionale Element 31 eingebettet und wird von dem
funktionalen Element 31 in dem Bohrloch 200 fixiert. Die ersten Kontaktelemente 11,
12, 13 des ersten Verbindungselements 10 sind mit dem funktionalen Element 31 über
elektrische Leitungen 32 verbunden. Jedem der ersten Kontaktelemente 11, 12, 13 ist
eine getrennte elektrische Leitung 32 zugewiesen. Die ersten Kontaktelemente 11, 12,
13 verfügen im Wesentlichen über eine flache Kontaktfläche 16. Typischerweise verfügt
die Kontaktfläche 16 über eine selbstpassivierende Oberfläche.
[0060] Das erste Verbindungselement 10 weist an beiden Enden entlang einer Längsachse des
Bohrlochs 200 jeweils eine Öffnung auf. Die Öffnung ist derart ausgeführt, dass das
zweite Verbindungselement 20 durch beide Enden des ersten Verbindungselement 10 eingeführt
werden kann. Das zweite Verbindungselement 20 kann durch das erste Verbindungselement
10, insbesondere entlang der Längsachse des ersten Verbindungselements 10, hindurchgeführt
werden.
[0061] Das zweite Verbindungselement 20 weist einen Kabelkopf 35 zu einer Aufnahme eines
Kabels 33 auf. Der Kabelkopf 35 verbindet das Innere des zweiten Verbindungselements
20 mit dem Kabel 33. Der Kabelkopf 35 ist typischerweise mit einer Dichtung ausgeführt.
Das Kabel 33 verbindet das zweite Verbindungselement 20 mit einer Auswerteeinrichtung
außerhalb des Bohrlochs 200. Das Kabel 33 kann zur Positionierung des zweiten Verbindungselements
20 in dem Bohrloch 200 genutzt werden, insbesondere zur Positionierung entlang einer
Längsachse des Bohrlochs 200. Das zweite Verbindungselement 20 weist ein Abschlusselement
37 auf. Das Abschlusselement 37 und der Kabelkopf 35 sind an gegenüberliegenden Enden
des zweiten Verbindungselements 20 angeordnet. Insbesondere ist der Kabelkopf 35 an
einem der Mündung des Bohrlochs 200 zugewandten Ende des zweiten Verbindungselements
20 angeordnet und das Abschlusselement 37 ist an einem der Mündung des Bohrlochs 200
abgewandten Ende des zweiten Verbindungselements 20 angeordnet.
[0062] Die zweiten Kontaktelemente 21, 22, 23 weisen eine bügelförmige Kontaktfläche auf.
Die bügelförmige Kontaktfläche folgt im Wesentlichem einem Kreisbogen. Jedes der zweiten
Kontaktelemente 21, 22, 23 ist mit dem Kabel 33 über Anschlussleitungen 41, 42, 43
verbunden. Die Anschlussleitungen 41, 42, 43 sind von dem Kabelkopf 35 durch ein hohles
Inneres des zweiten Verbindungselements 20 mit den zweiten Kontaktelementen 21, 22,
23 verbunden. Die zweiten Kontaktelemente 21, 22, 23 sind in einen elektrisch isolierende
Halter 25 eingebracht. Typischerweise sind die zweiten Kontaktelemente 21, 22, 23
federnd ausgeführt oder federnd in den Halter 25 eingebracht.
[0063] In der Fig. 1 stehen das erste Verbindungselement 10 und das zweite Verbindungselement
20 miteinander in Kontakt. Insbesondere stehen die ersten Kontaktelemente 11, 12,
13 mit den zweiten Kontaktelemente 21, 22, 23 miteinander in Kontakt. Die zweiten
Kontaktelemente 21, 22, 23 üben eine Kraft auf die Oberfläche der ersten Kontaktelemente
11, 12, 13 aus. Bei einem Einbringen des zweiten Verbindungselements 20 in das erste
Verbindungselement 10 wird durch die von den zweiten Kontaktelementen 21, 22, 23 auf
die ersten Kontaktelemente 11, 12, 13 ausgeübte Kraft Material von der Oberfläche
der ersten Kontaktelemente 11, 12, 13 und der zweiten Kontaktelemente 21, 22, 23 abgetragen.
[0064] Die Figur 2a zeigt ein erfindungsgemäßes zweites Verbindungselement 20 in einem Längsschnitt.
Das zweite Verbindungselement der Fig. 2a verfügt über zwei zweite Kontaktelemente
21, 22. Die zweiten Kontaktelemente 21, 22 sind ringförmig, also hohlzylindrisch,
ausgeführt. Die zweiten Kontaktelemente 21, 22 sind in einen elektrisch isolierenden
Halter 25 eingebracht. Die zweiten Kontaktelemente 21, 22 sind durch den Halter 25
voneinander isoliert. Jedes der zweiten Kontaktelemente 21, 22 ist mit einer Anschlussleitung
41, 42 kontaktiert. Das Abschlusselement 37 weist ein Gewinde zur Aufnahme weiterer
Elemente oder Anbauteile auf. Typischerweise ist das Abschlusselement 37 auf das zweite
Verbindungselement 20 aufgeschraubt und kann somit vorteilhaft angepasst oder ausgetauscht
werden.
[0065] Die Figur 2b zeigt ein erfindungsgemäßes zweites Verbindungselement 20 in einer Vorderansicht.
Das zweite Verbindungselement der Fig. 2b verfügt über zwei zweite Kontaktelemente
21, 22. Die zweiten Kontaktelemente 21, 22 sind bügelförmig ausgeführt. Die Kontaktflächen
der zweiten Kontaktelemente 21, 22 stehen über eine im Wesentlichen zylindrische Grundform
des zweiten Verbindungselements radial hinaus. Das zweite Verbindungselement 20 verfügt
über einen elektrisch isolierenden Halter 25, welcher im Wesentlichen der Außenkontur
des zweiten Verbindungselements 20 folgt. Der Halter 25 weist eine Vielzahl an spaltförmigen
Öffnungen 28 auf; in der Fig. 4 sind zwei spaltförmige Öffnungen 28 gezeigt und vier
weitere spaltförmige Öffnungen aufgrund der Darstellungsperspektive nicht sichtbar.
Insgesamt weist der Halter sechs spaltförmige Öffnungen 28 auf. Die zweiten Kontaktelemente
21, 22 sind in den spaltförmigen Öffnungen 28 aufgenommen und stehen über diese radial
heraus. Jedes der zweiten Kontaktelemente 21, 22 umfasst sechs bügelförmige Kontaktflächen.
[0066] Die Figur 3 zeigt ein erfindungsgemäßes Verfahren 300. Der Verfahren 300 umfasst
ein Einbringen 310 des ersten Verbindungselements mit erstem Kontaktelement in das
Bohrloch. Das eingebrachte erste Verbindungselement wird in dem Bohrloch befestigt
320. Das zweite Verbindungselement mit zweitem Kontaktelement wird in das Bohrloch
eingebracht 330, wobei das erste Kontaktelement oder das zweite Kontaktelement zumindest
zeitweise während des Einbringens 330 des zweiten Verbindungselements gegenüber der
Flüssigkeit des Bohrlochs ungeschützt exponiert ist. Das Verfahren 300 umfasst weiter
ein In-Kontakt-Bringen 340 des ersten Kontaktelementes mit dem zweiten Kontaktelement
in einem mit Flüssigkeit gefüllten Abschnitt des Bohrlochs.
1. Vorrichtung (100) zur Herstellung einer trennbaren elektrischen Verbindung in einem
zumindest teilweise mit einer Flüssigkeit gefüllten Bohrloch (200), umfassend:
ein erstes Verbindungselement (10) mit einem ersten Kontaktelement (11, 12, 13);
ein zweites Verbindungselement (20) mit einem zweiten Kontaktelement (21, 22, 23);
wobei das erste Verbindungselement (10) dazu vorgesehen ist, in einem mit Flüssigkeit
gefüllten Abschnitt des Bohrlochs (200) fixiert zu werden;
wobei das zweite Verbindungselement (20) dazu vorgesehen ist, in den mit Flüssigkeit
gefüllten Abschnitt des Bohrlochs (200) zur Verbindung mit dem ersten Verbindungselement
(10) eingebracht zu werden; und
wobei das erste Kontaktelement (11, 12, 13) und/oder das zweite Kontaktelement (21,
22, 23) ungeschützt exponiert sind.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, wobei zumindest eines der Kontaktelemente (11, 12, 13,
21, 22, 23) eine selbstpassivierende Oberfläche aufweist.
3. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei eines der Kontaktelemente
(11, 12, 13, 21, 22, 23) eine bügelförmige Kontaktfläche umfasst, insbesondere wobei
ein weiteres der Kontaktelemente (11, 12, 13, 21, 22, 23) eine zylindrische oder eine
hohlzylindrische Kontaktfläche umfasst.
4. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das zweite Verbindungselement
(20) in das erste Verbindungselement (10) beidseitig eingebracht werden kann.
5. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das erste Verbindungselement
(10) mit einem, mit dem Bohrloch verbundenem, funktionalen Element (31), welches einen
Sensor, einen Datenspeicher, einen Energiespeicher und/oder einen Aktuator umfasst,
verbunden ist.
6. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, weiter umfassend ein Kabel (33)
zur Verbindung des zweiten Verbindungselements (20) mit einer Auswerteeinrichtung
außerhalb des Bohrlochs (200).
7. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das erste Verbindungselement
(10) und das zweite Verbindungselement (20) jeweils eine Vielzahl von Kontaktelementen
(11, 12, 13, 21, 22, 23) aufweisen und die Vielzahl von Kontaktelementen (11, 12,
13, 21, 22, 23) entlang einer Längsachse des Bohrlochs (200) angeordnet sind.
8. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das erste Verbindungselement
(10) und das zweite Verbindungselement (20) die gleiche Zahl an Kontaktelementen (11,
12, 13, 21, 22, 23) aufweist.
9. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das erste Verbindungselement
(10) im Wesentlichen hohlzylindrisch ist.
10. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das zweite Verbindungselement
(20) eine Befestigungseinrichtung zur Befestigung an einem Gestänge, einem Kolben,
einer Seilwinde und/oder einem Bohrlochtraktor aufweist.
11. Verfahren (300) zur Herstellung einer trennbaren elektrischen Verbindung eines ersten
Verbindungselements (10), umfassend ein erstes Kontaktelement (11, 12, 13), und eines
zweiten Verbindungselements (20), umfassend ein zweites Kontaktelement (21, 22, 23),
in einem zumindest teilweise mit einer Flüssigkeit gefüllten Bohrloch (200), das Verfahren
umfassend:
Einbringen (310) des ersten Verbindungselements (10) in das Bohrloch (200);
Befestigen (320) des ersten Verbindungselements (10) in dem Bohrloch (200);
Einbringen (330) des zweiten Verbindungselements (20) in einen mit Flüssigkeit gefüllten
Abschnitt des Bohrlochs (200),
wobei das erste Kontaktelement (11, 12, 13) und/oder das zweite Kontaktelement (21,
22, 23) zumindest zeitweise während des Einbringens des zweiten Verbindungselements
(20) gegenüber der Flüssigkeit ungeschützt exponiert sind; und
In-Kontakt-Bringen (340) des ersten Kontaktelementes (11, 12, 13) mit dem zweiten
Kontaktelement (21, 22, 23) in dem mit Flüssigkeit gefüllten Abschnitt des Bohrlochs
(200).
12. Verfahren nach Anspruch 11, wobei das erste Kontaktelement (11, 12, 13) nach dem Befestigen
(310) des ersten Verbindungselements (10) in dem Bohrloch (200) gegenüber der Flüssigkeit
ungeschützt exponiert ist.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 11 oder 12, wobei das In-Kontakt-Bringen (340)
des ersten Verbindungselements (10) und des zweiten Verbindungselements (20) einen
Materialabtrag an einer Oberfläche zumindest eines der Kontaktelemente (11, 12, 13,
21, 22, 23) umfasst.
14. Verfahren nach einem der Ansprüche 11 - 13, wobei das Einbringen (330) des zweiten
Verbindungselements (20) in den mit Flüssigkeit gefüllten Abschnitt des Bohrlochs
(200) eine Bewegung des zweiten Verbindungselements (20) zu einer Mündung des Bohrlochs
(200) hin umfasst.
15. Verfahren nach einem der Ansprüche 11 - 14, wobei das zweite Verbindungselement (20)
mittels eines Gestänges, einer Pumpe, einer Seilwinde und/oder eines Bohrlochtraktors
eingebracht (330) wird.