Anwendungsgebiet
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft Verbesserungen beim Antrieb eines Mehrstufen-Schraubenverdichters
und insbesondere einen zweistufigen Schraubenverdichter, bei dem die Hauptrotoren
der Stufen über eine gemeinsame Antriebswelle angetrieben werden.
Technischer Hintergrund
[0002] Bei einem Mehrstufen-Schraubenverdichter wird herkömmlicherweise ein 3-Rad Getriebe
verwendet, bei dem ein auf der Antriebswelle angeordnetes Antriebsrad mit den beiden
auf der jeweiligen Schraubenwelle der ersten und zweiten Verdichterstufe angeordneten
Antriebsritzeln in Eingriff steht, um die beiden Verdichterstufen anzutreiben.
[0003] Dies bringt verschiedene Nachteile mit sich, die im Folgenden im Detail beschrieben
werden.
[0004] Bei einem zweistufigen Schraubenverdichter entsteht zwischen der ersten und zweiten
Stufe ein vom Enddruck abhängiger Zwischendruck, der im Prinzip dem Enddruck der ersten
Stufe entspricht. Dieser Zwischendruck entsteht dadurch, dass die erste Stufe mehr
Volumenstrom fördert als die zweite Stufe abtransportieren kann. Daraus folgt, dass
die Drehzahl der zweiten Stufe in einem definierten Verhältnis auf die Drehzahl der
ersten Stufe eingestellt werden muss, damit ein optimaler Zwischendruck entsteht.
Die jeweiligen Druckverhältnisse der einzelnen Verdichterstufen bestimmen wiederum
die Aufteilung der Gesamtleistung innerhalb des zweistufigen Verdichters.
[0005] Der Zwischendruck hat hierbei wesentliche Auswirkungen auf die gesamte Effizienz
des Verdichters. Grundsätzlich erzeugt ein Verdichter Druck indem er eine gewisse
Luftmenge einschließt und das Volumen der eingeschlossenen Luftmenge kontinuierlich
verkleinert, bis ein definierter Druck entsteht. Das Volumenverhältnis, also das Anfangsvolumen
des eingeschlossenen Gases (wenn die Druckkammer des Verdichters sich gerade schließt)
zu dem Endvolumen zum Zeitpunkt des definierten Druckes (wenn die Druckkammer sich
wieder öffnet), wird bei der Konstruktion des Verdichters festgelegt und ist konstant.
Die höchste Effizienz wird erreicht, wenn die Druckkammer des Verdichters sich öffnet
und hierbei in dem sich daran anschließenden Druckraum der gleiche Druck herrscht.
[0006] Bei einem zweistufigen Verdichter ist dieser Druckraum bei der ersten Stufe der Zwischenraum
zwischen den beiden Verdichterstufen mit dem oben beschriebenen Zwischendruck. Bei
der zweiten Stufe des Verdichters ist dieser Druckraum der an den Verdichter angeschlossene
Druckbehälter bzw. das Verbrauchernetz, das den konstanten Enddruck aufweist.
[0007] Herrscht in dem jeweiligen Druckraum ein höherer Druck als in der Druckkammer zum
Zeitpunkt des Öffnens, spricht man von einer Unterverdichtung. Im gegenteiligen Fall
, d.h. wenn in dem jeweiligen Druckraum ein niedrigerer Druck als in der Druckkammer
zum Zeitpunkt des Öffnens herrscht, spricht man von einer Überverdichtung. In beiden
Fällen, d.h. sowohl bei einer Überverdichtung, als auch bei einer Unterverdichtung
entstehen signifikante Effizienzverluste.
[0008] Bei einem zweistufigen Verdichter entspricht der Zwischendruck dem Ansaugdruck der
zweiten Verdichterstufe, wobei der Ansaugsaugdruck derjenige Druck ist, der beim Schließen
des Druckraumes der jeweiligen Verdichterstufe herrscht. Weicht folglich der Zwischendruck
von der optimalen Einstellung ab, wird während des Verdichtungsprozesses in der zweiten
Stufe nicht der optimale Ansaugdruck erzeugt und es kommt bzgl. des Enddrucks zu einer
eine Über- bzw. Unterverdichtung und somit zu einem signifikanten Effizienzverlust
des zweistufigen Verdichters.
[0009] Betreibt man folglich einen zweistufigen Verdichter mit einem durch die Konstruktion
fest vorgegebenen Volumenverhältnis bei unterschiedlichen Enddrücken, so muss der
Zwischendruck durch eine Drehzahlanpassung der beiden Verdichterstufen auf den jeweiligen
Enddruck eingestellt werden, um die maximale Effizienz zu erreichen.
[0010] Betreibt man hingegen einen zweistufigen Schraubenverdichter bei unterschiedlichen
Leistungen, wird zur Beeinflussung der Leistung des Schraubenverdichters die Drehgeschwindigkeit
der ersten Stufe verändert und die Drehgeschwindigkeit der zweiten Stufe muss darauf
angepasst werden, um den optimale Zwischendruck zu erzielen, der die höchste Effizienz
erzeugt.
[0011] Üblicherweise werden jedoch die Rotoren der beiden Stufen des Verdichters in einem
gemeinsamen Läufergehäuse verbaut, so dass die Lage der angetriebenen Hauptrotoren
festgelegt ist und das Getriebe folglich einen unveränderlichen Achsabstand aufweist.
Bei dem herkömmlichen 3-Rad-Antrieb über ein gemeinsames Antriebsrad ist das Übersetzungsverhältnis
zwischen der ersten Stufe und der zweiten Stufe jedoch nur in einem sehr geringen
Maße durch eine Modifikation der Zahngeometrie veränderbar, beispielsweise durch eine
Profilverschiebung der ineinandergreifenden Zahnräder.
[0012] In anderen Worten ist bei den herkömmlichen 3-Rad-Getrieben bei einer Veränderung
der Gesamtleistung des zweistufigen Verdichters durch eine Änderung der Übersetzung
zwischen Antriebsgetriebe und erster Verdichterstufe das Übersetzungsverhältnis zur
zweiten Verdichterstufe nicht mehr definiert, sondern ergibt sich zwingend durch den
Achsabstand zwischen Antriebswelle und der zweiten Verdichterstufe. Dadurch kann die
zweite Verdichterstufe nicht mehr die vorgesehene Menge an Volumenstrom aus dem Zwischenraum
abtransportieren, so dass bei dieser Leistungsveränderung ein ungünstiger Zwischendruck
entsteht, was wiederum einen signifikanten Effizienzverlust zur Folge hat.
[0013] Zusammengefasst ergibt sich bei einer Änderung der Gesamtleistung, des Enddrucks
oder des Volumenstroms eines zweistufigen Verdichters im Fall der Verwendung des herkömmlichen
3-Rad-Getriebes, insbesondere im Fall eines konstruktiv festgelegten und nicht änderbaren
Abstands der Achsen der Hauptrotoren zur Antriebswelle, ein deutlicher und unerwünschter
Effizienzverlust.
Darstellung der Erfindung
[0014] Die vorliegende Erfindung hat die Aufgabe, die vorstehend genannte Problematik zu
vermeiden und bei einem mehrstufigen, insbesondere zweistufigen Verdichter eine Änderung
der Gesamtleistung, des Enddrucks oder des Volumenstroms, insbesondere im Fall eines
konstruktiv festgelegten und nicht änderbaren Abstands der Achsen der Hauptrotoren
zur Antriebswelle, ohne signifikante Effizienzverluste zu ermöglichen. Weiterhin ergeben
sich durch die vorliegende Erfindung noch zahlreiche weitere Vorteile, auf die in
der folgenden Beschreibung noch detailliert eingegangen werden wird.
Lösung der Aufgabe
[0015] Diese Aufgabe wird durch ein Antriebssystem für einen mehrstufigen Verdichter gemäß
Anspruch 1 gelöst. Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich
aus den Unteransprüchen.
[0016] Ein erfindungsgemäßes Antriebssystem für einen mehrstufigen Schraubenverdichter umfasst
eine erste Verdichterstufe mit einem auf einer ersten Welle drehfest gelagerten ersten
Hauptrotor und eine zweite Verdichterstufe mit einem auf einer zweiten Welle drehfest
gelagerten zweiten Hauptrotor. Das Antriebssystem weist hierbei eine Antriebswelle
zum Antrieb der Wellen beider Hauptrotoren der ersten und der zweiten Verdichterstufe
auf. Erfindungsgemäß erfolgt der Antrieb der Welle des ersten Hauptrotors unabhängig
vom Antrieb der Welle des zweiten Hauptrotors.
[0017] Vorteilhafterweise sind in einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung aufgrund
des Antriebs der Welle des ersten Hauptrotors unabhängig vom Antrieb der Welle des
zweiten Hauptrotors die Drehzahlen der Hauptrotoren unabhängig voneinander anpassbar.
[0018] Insbesondere ist hierbei vorzugsweise das Verhältnis der Drehzahlen zueinander frei
wählbar, während das Drehzahlverhältnis der beiden Rotoren bei einem üblichen 3-Rad-Getriebe
durch die Konstruktion fest vorgegeben ist.
[0019] Im Sinne der vorliegenden Erfindung ist ein unabhängiger Antrieb der beiden Wellen
der Hauptrotoren so zu verstehen, dass die beiden Wellen zwar durch eine gemeinsame
Antriebswelle, jedoch im Gegensatz zum 3-Rad-Getriebe aus dem Stand der Technik nicht
über dasselbe Antriebsrad auf der Antriebswelle angetrieben werden.
[0020] In einer bevorzugten Ausführungsform kann die Antriebswelle in diesem Sinne zwei
drehfest auf der Antriebswelle angeordnete Antriebsräder aufweisen. Das erste Antriebsrad
dieser beiden Antriebsräder steht mit einem auf der Welle des ersten Hauptrotors drehfest
angeordnetem erstem Abtriebsritzel in Eingriff, während das zweite Antriebsrad der
beiden Antriebsräder mit einem auf der Welle des zweiten Hauptrotors drehfest angeordnetem
zweitem Abtriebsritzel in Eingriff steht.
[0021] Durch das erfindungsgemäße 4-Rad-Getriebe ist die Anpassung des Zwischendrucks durch
die freie Wahl der Übersetzungsverhältnisse zwischen den beiden Verdichterstufen sehr
einfach umzusetzen und es können auch Bereiche abgedeckt werden, die durch eine bloße
Änderung der Zahngeometrie bei einem 3-Rad-Getriebe nicht zu realisieren sind. Dies
führt zu erheblichen Vorteilen beim Betrieb des Verdichters bei Änderungen der Gesamtleistung,
unterschiedlichen Enddrücken sowie veränderten Volumenströmen, da thermodynamisch
bedingte Leistungsverluste durch Über- bzw. Unterverdichtung vermieden werden können.
[0022] Da weiterhin bei Verwendung des erfindungsgemäßen 4-Rad-Getriebes der Zwischendruck
nicht mehr wie oben dargestellt für das 3-Rad-Getriebe im Wesentlichen durch den vorgegebenen
Achsabstand festgelegt wird, kann die Anordnung der einzelnen Verdichterstufen frei
gewählt werden. Durch die daraus resultierende kompakte und gewichtseinsparende Konstruktion,
sowie die Möglichkeit einer höheren Integration von Funktionen in das Verdichtergehäuse,
ergeben sich signifikante Kostenvorteile.
[0023] Da man mit dem erfindungsgemäßen 4-Rad-Getriebe in der Lage ist, alle Verdichterstufen
frei anzuordnen, besteht im Gegensatz zu den 3-Rad-Getrieben auch die Möglichkeit,
die Ein- und Auslässe, sowie die Zwischenräume innerhalb des Verdichtergehäuses frei
zu gestalten. Dadurch kann durch Reduzierung von Umlenkungen und angepasster Anordnung
der inneren Strömungskanäle sowie der Ein- und Auslässe eine strömungsmechanisch günstigste
Anordnung umgesetzt werden. Daraus resultiert folglich neben der Kompaktheit ein weiterer
nicht unerheblicher Effizienzgewinn.
[0024] Weiterhin ermöglicht die erfindungsgemäß einfach realisierbare Einstellung des bestmöglichen
Zwischendrucks durch die freie Wahl der Übersetzungsverhältnisse zwischen den beiden
Verdichterstufen auch eine Optimierung eines bei konstanter Drehzahl betriebenen ölgefluteten
Verdichters, da in diesem Fall die Einspritztemperatur des Öls, die ebenfalls einen
starken Einfluss auf den Zwischendruck und die Effizienz hat, thermodynamisch günstig
knapp über dem Ausfallpunkt von Kondenswasser gewählt werden kann.
[0025] In diesem Sinne bezieht sich eine bevorzugte Ausführungsform der vorliegenden Erfindung
auf einen öleingespritzten Verdichter, bei dem das erfindungsgemäße Antriebssystem
zum Einsatz kommt.
[0026] Letztendlich hat die erfindungsgemäße 4-Rad-Getriebeanordnung auch vorteilhafte Auswirkungen
auf die Ausgestaltung und Lebensdauer der im System verwendeten Lager für die Rotorwellen,
wie im Folgenden dargestellt wird.
[0027] Ein Schraubenverdichter umfasst üblicherweise ein oder mehrere Schraubenpaare aus
Hauptrotor und Nebenrotor, die mit einer Helixform ineinander eingreifen. Die Schrauben
der beiden Rotoren besitzen hierbei jeweils unterschiedliche Steigungen und Zähnezahlen,
so dass sich bei der Drehbewegung zwischen jedem Zahnzwischenraum der Rotoren eine
Kammer bildet, die sich ständig verkleinert und damit den gewünschten Druck erzeugt.
Aus diesem Grund entstehen an unterschiedlichen axialen Stellen des Schraubenpaares
unterschiedliche Drücke. Durch dieses Druckgefälle entstehen axiale und radiale Kräfte
auf die Rotoren, die von der Lagerung der beiden Rotoren abgefangen wird. Die von
der Rotorgeometrie bedingten und erzeugten Kräfte sind hierbei abhängig vom Zwischen-
bzw. Enddruck, jedoch nicht von der Leistung des Verdichters. Die resultierende Radialkraft
wird von den Radiallagern abgefangen, die Axialkraft von den Axiallagern. Durch die
unterschiedliche Geometrie des Haupt- und Nebenrotors wirken sich die Anteile der
resultierenden Kräfte unterschiedlich in Radial- und Axialrichtung aus. Im Fall des
Hauptrotors entsteht hierbei üblicherweise die größte Axialkraft.
[0028] Da, wie oben beschrieben die auf die Rotorlagerung einwirkenden Kräfte durch das
in der Rotorhelix entstehende Druckgefälle bewirkt werden und dieses Druckgefälle
vom jeweiligen Ansaug- bzw. Enddruck der einzelnen Stufen abhängt, hat der Zwischendruck,
der ja den Enddruck der ersten Stufe sowie den Ansaugdruck der zweiten Stufe darstellt
auch einen Einfluss auf die Lagerkräfte der einzelnen Verdichterstufen. Ist der Zwischendruck
zu hoch, werden die Lager der ersten Stufe mehr belastet, ist er zu niedrig, werden
die Lager der zweiten Stufe mehr belastet. Wie oben beschrieben kann der Zwischendruck
bei den üblichen 3-Rad-Antrieben bei der Änderung der Gesamtleistung, bei unterschiedlichen
Enddrücken, bei veränderten Volumenströmen sowie auch bei unterschiedlichen Einspritztemperaturen
im Fall eines ölgefluteten Verdichters nicht konstant gehalten werden. Somit müssen
all diese Fälle bei der Lagerauslegung berücksichtigt werden, was zwangsläufig zu
einer höheren Lagerbelastung und zu größeren teureren Lagern oder verminderter Lagerlebensdauer
führt.
[0029] Da es mit dem erfindungsgemäßen 4-Rad-Getriebe möglich ist, den Zwischendruck bei
allen genannten Fällen konstant zu halten, kann eine exakte, kostengünstige Lagerung
mit langer Lebensdauer eingesetzt werden.
[0030] Vorteilhafterweise können in einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Antriebssystems die beiden Antriebsräder auf der Antriebswelle in Anlage zueinander
stehen, was zu einer erhöhten Stabilität der Antriebsräder gegen axial wirkende Kräfte
führen kann.
[0031] Weiterhin kann in einer bevorzugten Ausführungsform das Getriebe zwischen dem zweiten
Antriebsrad und dem zweiten Abtriebsritzel eine unterschiedliche oder gleiche Übersetzung
aufweisen, als das Getriebe zwischen dem ersten Antriebsrad und dem ersten Abtriebsritzel,
um die im Betrieb üblicherweise notwendige höhere Drehzahl der zweiten Verdichterstufe
zu gewährleisten.
[0032] Vorteilhafterweise kann die Verzahnung zwischen wenigstens einem der Antriebsräder
und dem entsprechenden Abtriebsritzel zur axialen Erstreckung der Antriebswelle schräg
ausgebildet sein. Bevorzugt kann hierbei die Verzahnung zwischen beiden Antriebsrädern
und den jeweiligen Abtriebsritzeln zur axialen Erstreckung der Antriebswelle schräg
ausgebildet sein, wobei die von der Verzahnung des jeweiligen Antriebsrads mit dem
Abtriebsritzel zu der axialen Erstreckung der Antriebswelle gebildeten Winkel unterschiedlich
sein können. Insbesondere können in diesem Fall die von der Verzahnung des jeweiligen
Antriebsrads mit dem Abtriebsritzel zu der axialen Erstreckung der Antriebswelle gebildeten
Winkel unterschiedliche Vorzeichen aufweisen.
[0033] Eine Schrägverzahnung der Antriebsräder und den jeweiligen Abtriebsritzeln kann vorteilhaft
zur Steuerung von im Betrieb auf die Rotoren und ihre Wellen wirkenden Axialkräften
eingesetzt werden, wie im Folgenden im Detail beschrieben wird.
[0034] Wie oben dargestellt, führt das Druckgefälle in den Schraubenpaaren der einzelnen
Verdichterstufen zu radial und axial wirkenden Kräften auf die Rotoren und deren Wellen.
[0035] Durch Verwendung einer Schrägverzahnung des Antriebsrads und des Abtriebsritzels
ergeben sich weitere Kräfte im System. Insbesondere entstehen durch die Schrägverzahnung
vom Schrägungswinkel abhängige Axialkräfte, die an der Antriebswelle und am angetriebenen
Rotor wirken. Im Gegensatz zu den von den Gaskräften erzeugten Kräften hängen die
von den Getrieberädern erzeugten Kräfte von der Leistung des Verdichters sowie der
gewählten Übersetzung ab. Die durch die Schrägverzahnung erzeugten Axialkräfte können
je nach Ausrichtung des Schrägungswinkels des Getriebes das axiale Rotorlager des
angetriebenen Hauptrotors be- oder entlasten. Dadurch können je nachdem eventuell
kleinere Axiallager an den Rotoren verwendet werden, oder im entgegengesetzten Fall
eine definierte Kraft auf das axiale Rotorlager aufgebracht werden.
[0036] Im erfindungsgemäßen Fall eines 4-Rad-Getriebes mit Anordnung zweier Antriebsräder
ergibt sich die Möglichkeit, die axiale Kraft durch eine Veränderung des Schrägungswinkels
der Getriebezähne an jedem der beiden Antriebsräder gezielt zu steuern. Werden hier
Schrägungswinkel verwendet, die zur axialen Erstreckung der Antriebswelle gesehen
unterschiedliche Vorzeichen aufweisen, so können sich die durch die Schrägverzahnung
entstehenden Kräfte gegenseitig zumindest teilweise aufheben, so dass kleinere Lager
an der Antriebswelle genutzt werden können. Des Weiteren können mittels unterschiedlicher
Schrägungswinkel die Kraftrichtung und der Betrag der Kraft auf die vorhandene Lagerung
in allen Leistungsbereichen und Übersetzungsverhältnissen abgestimmt werden. Diese
Abstimmung der Lagerkräfte hat den Vorteil, dass kleinere Lager eingesetzt werden
können was zu einem Kostenvorteil führt, sowie eine höhere Lagerlebensdauer realisiert
werden kann.
[0037] Neben einer Steuerung der auf die Antriebswelle wirkenden Axialkräfte kann durch
eine entsprechend gewählte und aufeinander angepasste Schrägverzahnung der einzelnen
Antriebsräder auch die auf die Rotorlagerung einwirkenden Getriebekräfte gesteuert
beziehungsweise verringert werden. Wird bei einem Schraubenverdichter durch die Geometrie
der Rotoren und das entstehende Druckgefälle eine hohe axiale Kraft an dem angetriebenen
Rotor erzeugt, so kann mit dem erfindungsgemäßen 4-Rad-Getriebe und entsprechender
Schrägverzahnung zwischen dem jeweiligen Antriebsrad und zugehörigem Abtriebsritzel
der durch das Druckgefälle erzeugten axialen Kraft bei jeder Verdichterstufe individuell
gezielt entgegengewirkt werden oder diese verstärkt werden.
[0038] Dies gilt natürlich auch bei mehr als den beschriebenen zweistufigen Verdichtern
(z.B. dreistufige und mehrstufige Verdichter) und kann auf alle Leistungsbereiche
und Übersetzungsverhältnisse abgestimmt werden. Diese Abstimmung der Lagerkräfte hat
den Vorteil, dass kleinere Lager eingesetzt werden können, was zu einem Kostenvorteil
führt, und es kann eine höhere Lagerlebensdauer realisiert werden.
[0039] Gemäß eines weiteren Aspekts der vorliegenden Erfindung wird das vorstehend im Detail
beschriebene erfindungsgemäße Antriebssystem in einem zweistufigen Verdichter verwendet,
wobei es sich hierbei in einer bevorzugten Ausführungsform um einen öleingespritzten
Verdichter handelt, bei dem die oben detailliert beschriebenen Vorteile der Erfindung
besonders nutzbringend eingesetzt werden können.
Ausführungsbeispiele
[0040] Die vorliegende Erfindung wird nachstehend anhand verschiedener Ausführungsbeispiele
und unter Bezugnahme auf die Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1: einen Verdichter mit einem erfindungsgemäßen Antriebssystem in perspektivischer
Ansicht,
Fig. 2: eine Ansicht des Verdichters aus Figur 1 in Frontalansicht,
Fig. 3: eine perspektivische Ansicht der beiden Verdichterstufen des Verdichters aus
Figur 1,
Fig. 4: eine Frontalansicht der in Fig. 3 gezeigten Verdichterstufen,
Fig. 5: eine Seitenansicht der in Fig. 3 gezeigten Verdichterstufen,
Fig. 6a/b: Seitenansicht des Getriebes des in den vorherigen Figuren gezeigten Verdichters,
Fig. 7a-f: Schematische Frontalansichten verschiedener erfindungsgemäßer Antriebssysteme
[0041] Figur 1 zeigt eine perspektivische Ansicht eines Verdichters 1 mit einem Verdichtergehäuse
2, in dem eine Ausführungsform des erfindungsgemäßen Antriebssystems untergebracht
ist. Bei dem in den Figuren dargestellten Verdichter handelt es sich um einen öleingespritzten
Verdichter, wobei das erfindungsgemäße Antriebssystem, wie oben beschrieben, auch
in Verdichtern zum Einsatz kommen kann, die keine Öleinspritzung aufweisen.
[0042] Der Verdichter weist einen Einlass 3 sowie einen Auslass 4 auf, durch den das zu
verdichtende Medium zu- bzw. abgeführt wird, wie aus den Pfeilen ersichtlich ist.
Die aus dem Gehäuse 2 hervorragende Antriebswelle 5 wird mittels eines nicht dargestellten
Motors in der durch den Pfeil R gekennzeichneten Richtung rotativ angetrieben.
[0043] Der in Figur 1 dargestellte Verdichter 1 ist in Figur 2 noch einmal in Frontalansicht
dargestellt.
[0044] Bei dem in Figur 1 und Figur 2 dargestellten Verdichter 1 handelt es sich um einen
zweistufigen Verdichter und die beiden Verdichterstufen 10 und 20 sind in den Figuren
3 - 5 dargestellt.
[0045] Die erste Verdichterstufe 10 umfasst hierbei einen Hauptrotor 11 und einen Nebenrotor
14, die zum Verdichten des über den Einlass 3 in das Gehäuse 2 geführte Medium rotierend
ineinandergreifen. Die beiden Rotoren 11 und 14 sind hierbei drehfest auf ihren jeweiligen
Wellen 12 und 15 gelagert.
[0046] Die zweite Verdichterstufe 20 umfasst hierbei ebenfalls einen Hauptrotor 21 und einen
Nebenrotor 24, die zum Weiterverdichten des von der ersten Verdichterstufe 10 abgegebenen
Mediums rotierend ineinandergreifen. Auch die beiden Rotoren 21 und 24 der zweiten
Verdichterstufe 20 sind drehfest auf ihren jeweiligen Wellen 22 und 25 gelagert.
[0047] Sämtliche Wellen sind hierbei innerhalb des Gehäuses auf herkömmliche Weise gelagert,
wobei die Details der Lagerung aus Gründen der Übersichtlichkeit nicht dargestellt
werden.
[0048] Die Antriebswelle 5 weist zum unabhängigen Antreiben der beiden Verdichterstufen
10, 20 ein erstes Antriebsrad 51 und ein zweites Antriebsrad 52 aus, die jeweils drehfest
auf der Antriebswelle 5 gelagert sind.
[0049] Das erste Antriebsrad 51 weist auf seiner Umfangsfläche eine Verzahnung auf, die
in eine entsprechende Verzahnung eines auf der Welle 12 des ersten Hauptrotors 11
drehfest gelagerten ersten Abtriebsritzels 13 eingreift, so dass eine Rotation der
Antriebswelle 5 und des ersten Antriebsrads 51 zu einer entsprechenden Rotation der
Welle 12 des ersten Hauptrotor 11 führt. Im Falle des in den Figuren dargestellten
öleingespritzten Verdichters wird der erste Nebenrotor 14 vom ersten Hauptrotor 11
über die Helixverzahnung mit einem Übersetzungsverhältnis, das sich aus den jeweiligen
Zähnezahlen der beiden Rotoren ergibt, angetrieben. Die Drehzahl des ersten Hauptrotors
11 wird hierbei durch die Übersetzung zwischen dem ersten Antriebsrad 51 und dem ersten
Abtriebsritzels 13 bestimmt.
[0050] Im Fall eines nicht öleingespritzten Verdichters können der erste Hauptrotor und
der erste Nebenrotor auch über ein dem Fachmann hinreichend bekanntes weiteres Getriebe
rotativ miteinander verbunden sein, so dass die beiden Rotoren im Betrieb synchron
ineinandergreifend rotieren.
[0051] In der dargestellten Ausführungsform ist die Verzahnung 16 zwischen dem ersten Antriebsrad
51 und dem ersten Abtriebsritzel 13 bezüglich der Achse 5A der Welle 5 schräg ausgeführt,
wie später im Zusammenhang mit den Figuren 6a und 6b noch im Detail beschrieben wird.
[0052] Das zweite Antriebsrad 52 weist auf seiner Umfangsfläche ebenfalls eine Verzahnung
auf, die jedoch in eine entsprechende Verzahnung eines auf der Welle 22 des zweiten
Hauptrotors 21 drehfest gelagerten zweiten Abtriebsritzels 23 eingreift, so dass eine
Rotation der Antriebswelle 5 und des zweiten Antriebsrads 52 zu einer entsprechenden
Rotation der Welle 22 des ersten Hauptrotor 21 führt. Auch hier wird der zweite Nebenrotor
24 vom zweiten Hauptrotor 21 über die Helixverzahnung mit einem Übersetzungsverhältnis,
das sich aus den jeweiligen Zähnezahlen der beiden Rotoren ergibt, angetrieben. Die
Drehzahl des zweiten Hauptrotors 21 wird hierbei durch die Übersetzung zwischen dem
zweiten Antriebsrad 52 und dem zweiten Abtriebsritzels 23 bestimmt und kann durch
die entsprechende Anpassung der radialen Größe der beiden Elemente unabhängig von
der Drehzahl des ersten Hauptrotors 11 angepasst werden.
[0053] Auch hier gilt wieder, dass im Fall eines nicht öleingespritzten Verdichters der
zweite Hauptrotor und der zweite Nebenrotor über ein dem Fachmann hinreichend bekanntes
weiteres Getriebe rotativ miteinander verbunden sein können, so dass die beiden Rotoren
im Betrieb synchron ineinandergreifend rotieren.
[0054] In der dargestellten Ausführungsform ist auch die Verzahnung 26 zwischen dem zweiten
Antriebsrad 52 und dem zweiten Abtriebsritzel 23 bezüglich der Achse 5A der Welle
5 schräg ausgeführt, wie später im Zusammenhang mit den Figuren 6a und 6b noch im
Detail beschrieben wird.
[0055] In den Figuren 6a und 6b ist das Getriebe der in den vorhergehenden Figuren dargestellten
Ausführungsform des erfindungsgemäßen Antriebssystems in einer Seitenansicht dargestellt.
[0056] Wie bereits erwähnt sind in der dargestellten Ausführungsform die an den Umfangsseiten
der Antriebsräder 51 und 52 sowie der Abtriebsritzel 13 und 23 angeordneten und in
Eingriff befindlichen Zähne bezüglich der Achse 5A der Antriebswelle schräg angeordnet.
[0057] Hierbei bilden die auf dem ersten Antriebsrad 51 angeordneten Zähne zur Achse 5A
einen Winkel α, während die auf dem zweiten Antriebsrad 52 angeordneten Zähne zur
Achse 5A einen Winkel β bilden, wie in Figur 6a schematisch dargestellt wird.
[0058] Aufgrund dieser Schrägverzahnung 16, 26 ergeben sich bei einer Rotation der Antriebswelle
5 in der Rotationsrichtung R die in den Figuren 6a und 6b dargestellten Axialkräfte
F, die auf die Antriebswelle 5 wirken.
[0059] Durch eine entsprechende Wahl der Winkel α und β und der Übersetzungsverhältnisse
zwischen den Antriebsrädern 51, 52 und den zugehörigen Abtriebsritzeln 13, 23 können
die auf die Antriebswelle 5 durch die Rotation bedingten Axialkräfte gesteuert werden.
[0060] In der in den Figuren 6a und 6b dargestellten beispielhaften Ausführungsform haben
die Winkel α und β bezüglich der Achse 5A der Antriebswelle unterschiedliche Vorzeichen,
so dass die jeweils resultierenden Kräfte einander entgegengesetzt sind.
[0061] Es wäre allerdings auch denkbar, dass die Winkel α und β bezüglich der Achse 5A dasselbe
Vorzeichen aufweisen, so dass die jeweils resultierenden Axialkräfte auf die Antriebswelle
5 gleichgerichtet sind.
[0062] In den Figuren 7a - 7e sind Beispiele verschiedener Anordnungen von zwei Verdichterstufen
mit einem erfindungsgemäßen Antriebssystem dargestellt. Aufgrund der in den Figuren
durch entsprechende Pfeile schematisch angedeuteten freien Wahl der Achsabstände von
der Antriebswelle 5 zur Welle 12 des ersten Hauptrotors 11 und zur Welle 22 des zweiten
Hauptrotors 21 durch die erfindungsgemäße Verwendung eines zweiten Antriebsrads 52
ergibt sich eine große Flexibilität, wie die beiden Verdichterstufen zueinander im
Gehäuse angeordnet sind.
[0063] Figur 7f zeigt ein Beispiel eines dreistufigen Verdichters, der ein erfindungsgemäßes
Antriebssystem verwendet, bei dem zusätzlich ein drittes Antriebsrad 53 auf der Antriebswells
5 drehfest gelagert ist und in ein drittes, auf der Welle 32 eines Hauptrotors der
dritten Verdichterstufe drehfest gelagertes drittes Abtriebsritzel 33 eingreift, um
einen über die gemeinsame Antriebswelle 5 bedingten, jedoch von dem Antrieb der ersten
beiden Verdichterstufen unabhängigen Antrieb einer dritten Verdichterstufe zu realisieren.
[0064] Ausführungsform 1: Antriebssystem für einen mehrstufigen Schraubenverdichter (1)
umfassend
eine erste Verdichterstufe (10) mit einem auf einer ersten Welle (12) drehfest gelagerten
ersten Hauptrotor (11),
eine zweite Verdichterstufe (20) mit einem auf einer zweiten Welle (22) drehfest gelagerten
zweiten Hauptrotor (21),
wobei das Antriebsystem eine Antriebswelle (5) zum Antrieb der Wellen (12, 22) beider
Hauptrotoren (11,21) der ersten und der zweiten Verdichterstufe (10, 20) aufweist,
wobei der Antrieb der Welle (12) des ersten Hauptrotors (11) unabhängig vom Antrieb
der Welle (22) des zweiten Hauptrotors (21) erfolgt.
[0065] Ausführungsform 2: Antriebssystem nach Ausführungsform 1, wobei aufgrund des Antriebs
der Welle (12) des ersten Hauptrotors (11) unabhängig vom Antrieb der Welle (22) des
zweiten Hauptrotors (21) die Drehzahlen der beiden Hauptrotoren (11, 21) unabhängig
voneinander anpassbar sind.
[0066] Ausführungsform 3: Antriebssystem nach Ausführungsform 2, wobei aufgrund des Antriebs
der Welle (12) des ersten Hauptrotors (11) unabhängig vom Antrieb der Welle (22) des
zweiten Hauptrotors (21) das Verhältnis der Drehzahlen der beiden Hauptrotoren (11,
21) zueinander frei wählbar ist.
[0067] Ausführungsform 4: Antriebssystem nach einer der Ausführungsformen 1 - 3, wobei die
Antriebswelle (5) zwei drehfest auf der Antriebswelle angeordnete Antriebsräder (51,
52) aufweist, von denen ein erstes Antriebsrad (51) mit einem auf der Welle (12) des
ersten Hauptrotors (11) drehfest angeordnetem erstem Abtriebsritzel (13) in Eingriff
steht und von denen ein zweites Antriebsrad (52) mit einem auf der Welle (22) des
zweiten Hauptrotors (21) drehfest angeordnetem zweitem Abtriebsritzel (23) in Eingriff
steht.
[0068] Ausführungsform 5: Antriebssystem nach einer der vorangehenden Ausführungsformen,
wobei das Getriebe zwischen dem zweiten Antriebsrad (52) und dem zweiten Abtriebsritzel
(23) eine unterschiedliche Übersetzung aufweist wie das Getriebe zwischen dem ersten
Antriebsrad (51) und dem ersten Abtriebsritzel (13).
[0069] Ausführungsform 6: Antriebssystem nach einer der vorangehender Ausführungsformen,
wobei das Getriebe zwischen dem zweiten Antriebsrad (52) und dem zweiten Abtriebsritzel
(23) die gleiche Übersetzung aufweist wie das Getriebe zwischen dem ersten Antriebsrad
(51) und dem ersten Abtriebsritzel (13).
[0070] Ausführungsform 7: Antriebssystem nach einer der vorangehenden Ausführungsformen,
wobei die Verzahnung (16, 26) zwischen wenigstens einem der Antriebsräder (51, 52)
und dem entsprechenden Abtriebsritzel (13, 23) zur axialen Erstreckung (5A) der Antriebswelle
(5) schräg ausgebildet ist.
[0071] Ausführungsform 8: Antriebssystem nach Ausführungsform 7, wobei die Verzahnung (16,
26) zwischen beiden Antriebsrädern (51, 52) und den jeweiligen Abtriebsritzeln (13,
23) zur axialen Erstreckung (5A) der Antriebswelle (5) schräg ausgebildet ist und
wobei die von der Verzahnung (16, 26) des jeweiligen Antriebsrads (51, 52) mit dem
Abtriebsritzel (13, 23) zu der axialen Erstreckung (5A) der Antriebswelle (5) gebildeten
Winkel (α, β) unterschiedlich sind.
[0072] Ausführungsform 9: Antriebssystem nach Ausführungsform 8, wobei die von der Verzahnung
(16, 26) des jeweiligen Antriebsrads (51, 52) mit dem Abtriebsritzel (13, 23) zu der
axialen Erstreckung (5A) der Antriebswelle (5) gebildeten Winkel (α, β) unterschiedliche
Vorzeichen aufweisen.
[0073] Ausführungsform 10: Schraubenverdichter (1) mit einem Antriebssystem gemäß einer
der Ausführungsformen 1 - 9.
[0074] Ausführungsform 11: Schraubenverdichter (1) nach Ausführungsform 10, wobei der Schraubenverdichter
(1) genau zwei Verdichterstufen (10, 20) aufweist.
[0075] Ausführungsform 12: Schraubenverdichter (1) nach Ausführungsform 10 oder Ausführungsform
11, wobei es sich bei dem Schraubenverdichter (1) um einen öleingespritzten Verdichter
handelt.
Bezugszeichenliste
[0076]
- 1
- Verdichter
- 2
- Verdichtergehäuse
- 3
- Einlass
- 4
- Auslass
- 5
- Antriebswelle
- 5A
- axiale Achse der Antriebswells
- 51
- erstes Antriebsrad
- 52
- zweites Antriebsrad
- 53
- drittes Antriebsrad
- 10
- erste Verdichterstufe
- 11
- erster Hauptrotor
- 12
- Welle des ersten Hauptrotors
- 13
- erstes Abtriebsritzel
- 14
- erster Nebenrotor
- 15
- Welle des ersten Nebenrotors
- 16
- Verzahnung zwischen erstem Antriebsrad und erstem Abtriebsritzel
- α
- Winkel zwischen erster Verzahnung und Achse der Antriebswelle
- 20
- zweite Verdichterstufe
- 21
- zweiter Hauptrotor
- 22
- Welle des zweiten Hauptrotors
- 23
- zweites Abtriebsritzel
- 24
- zweiter Nebenrotor
- 25
- Welle des zweiten Nebenrotors
- 26
- Verzahnung zwischen zweitem Antriebsrad und zweitem Abtriebsritzel
- β
- Winkel zwischen zweiter Verzahnung und Achse der Antriebswelle
- 32
- Welle eines dritten Hauptrotors
- 33
- drittes Abtriebsritzel
- F
- Wirkrichtung Axialkräfte
- R
- Rotationsrichtung der Antriebwelle
1. Antriebssystem für einen mehrstufigen Schraubenverdichter (1) umfassend
eine erste Verdichterstufe (10) mit einem auf einer ersten Welle (12) drehfest gelagerten
ersten Hauptrotor (11),
eine zweite Verdichterstufe (20) mit einem auf einer zweiten Welle (22) drehfest gelagerten
zweiten Hauptrotor (21),
wobei das Antriebsystem eine Antriebswelle (5) zum Antrieb der Wellen (12, 22) beider
Hauptrotoren (11,21) der ersten und der zweiten Verdichterstufe (10, 20) aufweist,
wobei der Antrieb der Welle (12) des ersten Hauptrotors (11) unabhängig vom Antrieb
der Welle (22) des zweiten Hauptrotors (21) erfolgt;
wobei ein unabhängiger Antrieb der beiden Wellen (12, 22) der Hauptrotoren (11, 21)
so zu verstehen ist, dass die Antriebswelle (5) zwei drehfest auf der Antriebswelle
angeordnete Antriebsräder (51, 52) aufweist, von denen ein erstes Antriebsrad (51)
mit einem auf der Welle (12) des ersten Hauptrotors (11) drehfest angeordnetem erstem
Abtriebsritzel (13) in Eingriff steht und von denen ein zweites Antriebsrad (52) mit
einem auf der Welle (22) des zweiten Hauptrotors (21) drehfest angeordnetem zweitem
Abtriebsritzel (23) in Eingriff steht;
wobei das Getriebe zwischen dem zweiten Antriebsrad (52) und dem zweiten Abtriebsritzel
(23) die gleiche Übersetzung aufweist wie das Getriebe zwischen dem ersten Antriebsrad
(51) und dem ersten Abtriebsritzel (13);
dadurch gekennzeichnet, dass die Verzahnung (16, 26) zwischen beiden Antriebsrädern (51, 52) und den jeweiligen
Abtriebsritzeln (13, 23) zur axialen Erstreckung (5A) der Antriebswelle (5) schräg
ausgebildet ist und wobei die von der Verzahnung (16, 26) des jeweiligen Antriebsrads
(51, 52) mit dem Abtriebsritzel (13, 23) zu der axialen Erstreckung (5A) der Antriebswelle
(5) gebildeten Winkel (α, β) unterschiedlich sind; und
wobei die von der Verzahnung (16, 26) des jeweiligen Antriebsrads (51, 52) mit dem
Abtriebsritzel (13, 23) zu der axialen Erstreckung (5A) der Antriebswelle (5) gebildeten
Winkel (α, β) unterschiedliche Vorzeichen aufweisen.
2. Antriebssystem nach Anspruch 1,
wobei aufgrund des Antriebs der Welle (12) des ersten Hauptrotors (11) unabhängig
vom Antrieb der Welle (22) des zweiten Hauptrotors (21) die Drehzahlen der beiden
Hauptrotoren (11, 21) unabhängig voneinander anpassbar sind.
3. Antriebssystem nach Anspruch 2,
wobei aufgrund des Antriebs der Welle (12) des ersten Hauptrotors (11) unabhängig
vom Antrieb der Welle (22) des zweiten Hauptrotors (21) das Verhältnis der Drehzahlen
der beiden Hauptrotoren (11, 21) zueinander frei wählbar ist.
4. Schraubenverdichter (1) mit einem Antriebssystem gemäß einem der Ansprüche 1 bis 3.
5. Schraubenverdichter (1) nach Anspruch 4,
wobei der Schraubenverdichter (1) genau zwei Verdichterstufen (10, 20) aufweist.
6. Schraubenverdichter (1) nach Anspruch 4 oder Anspruch 5,
wobei es sich bei dem Schraubenverdichter (1) um einen öleingespritzten Verdichter
handelt.