[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Gepäckstück, beispielsweise einen Koffer,
eine Reisetasche oder einen Rucksack, umfassend einen Handgriff und wenigstens ein
Gepäckfach.
Stand der Technik
[0002] Ein Rollkoffer ist beispielsweise aus der Offenlegungsschrift
DE102019120878A1 bekannt.
Offenbarung der Erfindung
[0003] Trotz Digitalisierung besteht weiterhin ein großer Bedarf, geschäftliche Beziehungen
persönlich zu pflegen. Dazu sind Reisen von Geschäftsleuten erforderlich. Auch privat
veranlasste Reisen werden in Zukunft weiterhin große Bedeutung haben. Aufgrund von
Kosteneinsparungen und dergleichen kommt es sowohl bei Flugverbindungen als auch bei
Zugverbindungen häufig zu Verspätungen und entsprechenden Wartezeiten. Gerade für
Geschäftsleute, aber auch für Privatpersonen, sind derartige Wartezeiten mit hohen
materiellen und immateriellen Kosten verbunden. Häufig müssen die Wartezeiten auch
in sehr unkomfortablen Situationen verbracht werden.
[0004] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, Vorrichtungen anzubieten, durch
die Reisen effizient und komfortabel gestaltet werden können.
[0005] Gelöst wird die Aufgabe zunächst durch ein Gepäckstück, umfassend einen Handgriff
und wenigstens ein Gepäckfach, wobei der Handgriff einen Magnet umfasst.
[0006] Das Gepäckstück kann beispielsweise ein Koffer, eine Reisetasche oder ein Rucksack
sein.
[0007] Ein der Erfindung zugrunde liegender Gedanke ist dabei, dass eine Vielzahl von elektronischen
Geräten, beispielsweise Tabletts, Laptops, Smartphones etc. zumindest bereichsweise
magnetisch anziehbar sind. Auch können nahezu alle übrigen derartigen elektronischen
Geräte durch beispielsweise Aufkleben einer magnetischen und / oder magnetisierbaren
Folie oder dergleichen magnetisch und / oder magnetisierbar gemacht werden. Derartige
elektronische Geräte können somit mithilfe des magnetischen Handgriffs an diesem positioniert
und gehalten werden.
[0008] Denkbar ist insbesondere, dass mithilfe der Magnetisierung beispielsweise ein Smartphone,
Tablett oder dergleichen der Person am Gepäckstück, insbesondere am Handgriff, fixiert
wird.
[0009] Muss nun beispielsweise eine Person mit einem solchen Gepäckstück längere Zeit warten,
beispielsweise um einen verspäteten Anschlusszug oder ein noch nicht angekommenes
Flugzeug abzuwarten, kann sie ihr elektronisches Gerät mithilfe der Magnetisierung
am Handgriff befestigen und dieses dort nutzen. Die Person kann komfortabel Medien
auf dem elektronischen Gerät, beispielsweise einem Smartphone, nutzen. Sie kann das
elektronische Gerät ähnlich einem Home-Office zur Erledigung von anstehenden Aufgaben
nutzen. Dabei kann sie insbesondere von der für eine längere Bedienung des elektronischen
Geräts günstigen Position am Handgriff profitieren.
[0010] Insofern können Bürotätigkeiten oder dergleichen während des Wartens erledigt werden.
Dadurch kann die Person ihre Effizienz bei beispielsweise der Erledigung von Arbeitstätigkeiten
während einer Reise steigern.
[0011] Die Person kann beispielsweise auch einen Film auf dem elektronischen Gerät anschauen,
um sich so die Wartezeit angenehmer zu gestalten. Sie kann alternativ oder ergänzend
auch Musik hören und / oder Nachrichten, beispielsweise E-Mails, lesen und / oder
erstellen.
[0012] Insgesamt kann die Person somit die Wartezeit effizient nutzen. Sie kann die Wartezeit
angenehm und damit komfortabel verbringen. Effizienz und Komfort der Reise lassen
sich somit steigern.
[0013] Dabei ist denkbar, dass der Magnet in den Handgriff integriert ist. Der Handgriff
insgesamt kann magnetisierter sein. Der Magnet kann bis an eine Oberfläche des Handgriffs
heranreichen. So können Magnetkräfte besonders stark am elektronischen Gerät angreifen
und dieses somit besonders sicher am Handgriff festlegen.
[0014] Der Handgriff selbst kann den Magneten bilden. Beispielsweise können magnetische
Partikel in das Material des Handgriffs eingearbeitet sein. Der Handgriff kann bereichsweise
abgeplattet sein, um das elektronische Gerät besonders stabil auflegen zu können.
[0015] Vorteilhaft ist auch, wenn das Gepäckstück eine Batterie und / oder ein Batteriefach
zur Aufnahme einer Batterie umfasst. Die Batterie kann insbesondere wiederaufladbar
sein. Dann kann das Gepäckstück als Stromquelle für beispielsweise das elektronische
Gerät dienen. Auch unterwegs können somit Geräte, insbesondere das elektronische Gerät,
besonders lange genutzt werden, ohne dass es einer externen Stromversorgung bedarf.
[0016] Das Gepäckstück kann einen Kraftsensor aufweisen. Der Kraftsensor kann als eingebaute
Waage zur Bestimmung eines Gewichts des Gepäckstücks dienen. Der Kraftsensor kann
beispielsweise über eine Bluetooth-Schnittstelle oder allgemein über eine Funkschnittstelle
und / oder eine kabelgebundene Schnittstelle, beispielsweise nach einem der sogenannten
"USB"-Standards, mit dem elektronischen Gerät verbindbar sein. Somit kann der Kraftsensor
von beispielsweise dem elektronischen Gerät ausgelesen werden. Der Benutzer kann somit,
bei geeigneter Einrichtung des Kraftsensors, durch schlichtes Hochheben des Gepäckstücks
am Handgriff dessen Gewicht messen. Das Gewicht eines Gepäckstücks kann insbesondere
für Flugreisen besonders wichtig sein, um beispielsweise die Einhaltung von Gewichtsvorgaben
rechtzeitig prüfen zu können.
[0017] Das Gepäckstück, insbesondere der Handgriff, kann ein Display aufweisen. Über das
Display kann beispielsweise ein Messwert ausgegeben werden. Beispielsweise kann ein
Messwert des Kraftsensor, und damit beispielsweise das Gewicht des Gepäckstücks, über
das Display darstellbar sein.
[0018] Weiter ist denkbar, dass das Gepäckstück, insbesondere der Handgriff, einen Moduswahlschalter
aufweist. Der Moduswahlschalter kann eingerichtet sein, bei Betätigung zwischen unterschiedlichen
Ansichtsmodi umzuschalten. Ein Ansichtsmodus kann beispielsweise die Darstellung des
Messwerts des Kraftsensors umfassen. Weitere Ansichtsmodi können die Darstellung eines
aktuellen Standorts, einer Reisestrecke, eines QR-Codes, beispielsweise eines Reisetickets,
oder dergleichen umfassen. Der Moduswahlschalter kann auch als anklickbarer Bereich
innerhalb eines Touchscreens, beispielsweise im Falle, dass das Display als Touchscreen
ausgebildet ist, ausgebildet sein.
[0019] Der Kraftsensor und / oder das Display können batteriebetrieben sein. Dazu kann beispielsweise
die Batterie in den Handgriff integriert sein. Sie kann aufladbar sein. Sie kann einen
Akku mit höchstens 2g Lithium und / oder maximal 100Wh umfassen, um eine ausreichende
Sicherheit auch bei Flugreisen zu gewährleisten. Die Batterie kann entsprechend internationalen
Normen zertifiziert sein.
[0020] Denkbar ist weiter, dass das Gepäckstück einen Positionssensor aufweist. Der Positionssensor
kann beispielsweise ein satellitengestützter Positionssensor sein. Es kann sich beispielsweise
um einen Positionssensor auf Basis von GPS oder GLONASS oder BAIDOU handeln. Positionssensor
kann auch als Diebstahlschutz fungieren. Dazu kann der Positionssensor mit einem Kommunikationsnetzwerk
verbunden sein, über das er, beispielsweise regelmäßig, die Position des Gepäckstücks
kommuniziert.
[0021] Der Positionssensor kann batteriebetrieben sein. Eine Batterie für einen solchen
Positionssensor kann eine wiederaufladbare Batterie sein. Die Batterie kann einen
Lithiumgehalt von höchstens 0,3 g aufweisen. Bei einer Lithium-lonen-basierten Batterie
kann die Kapazität auf höchstens 2,7 Wh beschränkt sein. So können Brandschutzanforderungen
für eine Vielzahl von Transportmitteln erfüllt werden.
[0022] Bei einer Klasse von Ausführungsformen kann der Handgriff teleskopierbar sein. In
einem eingefahrenen Zustand kann er bündig mit einer Seite des Gepäckstücks abschließen.
Insbesondere kann er bündig mit einer Oberseite des Gepäckstücks abschließen. Die
Oberseite kann die Seite sein, aus der der teleskopierbare Handgriff herausfahrbar
ist. Der Handgriff oder das Gepäckstück insgesamt können einen Rastmechanismus aufweisen.
Mithilfe des Rastmechanismus kann der Handgriff in wenigstens einer Stellung verrastbar
sein.
[0023] Insbesondere kann er auch in einem eingefahrenen Zustand am übrigen Gepäckstück verrastet
sein.
[0024] Der Handgriff steht somit in eingefahrenen Zustand nicht über, sondern kann bündig
mit der Oberfläche des übrigen Gepäckstücks abschließen. Dadurch lässt sich das Gepäckstück
problemlos stapeln. Beim Transport, beispielsweise beim Ausladen aus einem Flugzeug
oder während des Transports auf einem Förderband lässt sich somit das Risiko, dass
das Gepäckstück hängenbleibt und dann beschädigt wird oder nicht am Zielort ankommt,
reduzieren.
[0025] Im übrigen Gepäckstück kann im Bereich des Handgriffs eine Ausnehmung gebildet sein,
sodass man den Handgriff auch greifen kann, wenn er vollständig eingefahren ist.
[0026] Ein Auseinanderbrechen des Gepäckstücks während einer Reise kann vermieden werden,
wenn das Gepäckstück ein integriertes Gurtband aufweist. Das Gurtband kann eine Länge
aufweisen, die beispielsweise mindestens einem doppelten Umfang des Gepäckstücks entspricht.
Damit kann das Gepäckstück mit einem weiteren Gepäckstück zusammengebunden werden.
Das Gurtband kann neben dem Schutz vor Auseinanderbrechen auch den Vorteil bieten,
dass sich die zwei Gepäckstücke komfortabler miteinander bewegen lassen.
[0027] Das Gurtband kann elastisch sein.
[0028] Im Gepäckstück kann eine Aufnahme für das Gurtband ausgebildet sein. Die Aufnahme
kann einen Rollmechanismus aufweisen. Der Rollmechanismus kann beispielsweise eine
Rückholfeder aufweisen. Die Aufnahme kann eine Klemmvorrichtung aufweisen. Durch die
Rückholfeder kann das Gurtband selbsttätig wieder in die Aufnahme eingezogen werden.
Die Klemmvorrichtung kann der Rückholfeder entgegenwirken. Durch die Klemmvorrichtung
kann das Gurtband auf eine beliebige Länge, bis maximal der Gesamtlänge des Kopfbandes,
fixiert werden.
[0029] Insgesamt kann das Gurtband somit platzsparend in der Aufnahme verstaut werden und
steht jederzeit bei Bedarf zur Sicherung des Gepäckstücks und / oder zur Verbindung
mit weiteren Gepäckstücken zur Verfügung. Das Gurtband kann auch genutzt werden, um
beispielsweise das Gepäckstück zu ziehen und über längere Strecken zu bewegen.
[0030] Das Gurtband kann zumindest abschnittsweise ein Klettmaterial aufweisen. Es kann
somit nach Art eines Klettverschlusses mit beispielsweise sich selbst verbunden werden.
[0031] Denkbar ist auch, dass am übrigen Gepäckstück in einem Bereich ein Klett Material
angeordnet ist, dass mit einem komplementär ausgebildeten Abschnitt am Gurtband zusammenwirken
kann. Beispielsweise kann am Gepäckstück ein Flauschband ausgebildet sein. Am Gurtband
kann ein Hakenband ausgebildet sein. Das Flauschband und das Hakenband können dann
zusammenwirken und das Gurtband am Gepäckstück befestigen. Das Gurtband kann dabei
das Gepäckstück vorzugsweise wenigstens halbseitig umspannen.
[0032] Das Gurtband kann auch eine Schnalle aufweisen, mit der das Gurtband an einem Gegenstück
zur Schnalle befestigbar ist. Das Gegenstück kann sich auf dem übrigen Gepäckstück
befinden. Alternativ oder ergänzend kann auch ein Gegenstück beabstandet von der Schnalle
auf dem Gurtband ausgebildet sein.
[0033] Das Gepäckstück kann Kugelrollen aufweisen. Kugelrollen ermöglichen Bewegungen in
alle Richtungen. Somit lässt sich das Gepäckstück besonders leichtgängig rangieren.
[0034] Der Handgriff kann abklappbar und / oder abnehmbar angeordnet sein. Der Handgriff
kann anschließend in einer anderen relativen Lage, beispielsweise senkrecht zur normalen
Richtung, in der der Handgriff herausziehbar ist, angeordnet werden und / oder anordenbar
sein. In dieser Richtung kann er eine Stütze für eine Hälfte des Gepäckstücks bilden.
Zusammen mit der anderen Hälfte des Gepäckstücks lässt sich dann ein Tisch aufbauen.
So kann ein Benutzer des Gepäckstücks beispielsweise unterwegs, beispielsweise in
einer Warteschlange an einem Flughafen, einen mobilen Tisch aufbauen und an diesem
Tisch beispielsweise Büroarbeiten erledigen.
[0035] Beide Hälften des Gepäckstücks können mit einer Abdeckung jeweils versehen sein,
sodass keine Inhalte aus den Hälften herausfallen können, wenn das Gepäckstück als
Tisch verwendet wird.
[0036] Das Gepäckstück kann wenigstens ein Zusatzfach für das elektronische Gerät aufweisen.
Wenigstens das Zusatzfach kann wasserdicht abgedichtet sein und 7 oder es kann eingerichtet
sein, abgedichtet zu werden. Dazu kann das Zusatzfach mit einem wasserdichten Reißverschluss
versehen sein. Allgemein kann jeder Reißverschluss des Gepäckstücks wasserdicht ausgebildet
sein. Der Reißverschluss kann beispielsweise eine Dichtlippe, die vorzugsweise hinter
dem eigentlichen Reißverschluss angeordnet ist, aufweisen.
[0037] Das Zusatzfach kann alternativ oder ergänzend zu der Hälfte des Gepäckstücks zur
Bildung des mobilen Tisches genutzt werden.
[0038] Das Zusatzfach und / oder die abzuklappende Hälfte des Gepäckstücks können an einer
Stirnseite des Gepäckstücks gelenkig mit dem übrigen Gepäckstück verbunden sein. Die
Stirnseite kann, insbesondere wenn das Gepäckstück ein Koffer ist, einer Schmalseite
des Gepäckstücks entsprechen. Es kann sich beispielsweise um diejenige Seite handeln,
an der der Handgriff herausziehbar ist. So lässt sich das Gepäckstück besonders einfach
in einen mobilen Tisch umwandeln.
[0039] Es kann auch vorgesehen sein, dass das Zusatzfach den Handgriff umfasst. Dann kann
der Handgriff ummontiert und / oder abgeklappt werden, sodass das Zusatzfach eine
Tischplatte des Tisches bilden kann.
[0040] Das Gepäckstück kann ein Etikett, insbesondere ein Etikett mit einem QR-Code, beispielsweise
an einer Außenseite eines Bodens, für beispielsweise Adressdaten aufweisen. An der
Außenseite kann auch alternativ oder ergänzend ein ausziehbares Fach vorgesehen sein,
in dem ein Etikett oder dergleichen, beispielsweise zur Beschriftung mit einer Zieladresse,
ausgebildet sein kann.
[0041] Der QR-Code oder allgemein das Etikett können aus einem kratzfesten Material, beispielsweise
einem Edelstahl und / oder einem entsprechend beschichteten Kunststoff, ausgebildet
sein.
[0042] Der teleskopierbare Handgriff kann zur stufenlosen Höhenverstellung eingerichtet
sein. Beispielsweise kann er einen Klemmring aufweisen, mit dem sich unterschiedliche
Teile des Handgriffs aneinander durch Reibschluss und / oder Kraftschluss festlegen
lassen. So kann beispielsweise das elektrische Gerät mithilfe des Magneten am Handgriff
montiert werden und seine Höhe je nach Bedürfnissen eines Benutzers des Gepäckstücks
angepasst werden.
[0043] Alternativ oder ergänzend kann das Gepäckstück auch Kugel-gelagerte und / oder Rollen-gelagerte
Rollen aufweisen, wie sie beispielsweise bei Inlineskates verwendet werden.
[0044] Die Rollen können einen Durchmesser von beispielsweise 6 cm aufweisen. Die Rollenhärte
kann vorzugsweise im Bereich von 76A bis 80A liegen.
[0045] Das Gepäckstück kann auch mehrere elektrische Steckverbindungen aufweisen. Beispielsweise
kann es einen USB-Anschluss aufweisen. Die Steckverbindungen können wasserdicht ausgebildet
sein. Beispielsweise kann der USB-Anschluss mit einem wasserdichten Verschluss versehen
sein. Er kann beispielsweise eine wasserdichte Abdeckklappe aufweisen.
[0046] Es kann, insbesondere für eine Innenseite des Gepäckstücks und / oder für die Außenseite,
Material verwendet werden, das antibakteriell, antimykotisch und / oder antiviral
wirkt. Das Material kann beispielsweise einen Polyester umfassen.
[0047] Das Material, insbesondere für die Außenseite, kann selbstheilend sein. Es kann sich
beispielsweise um ein selbstheilendes Polymer handeln, sodass kleinere Transportschäden
selbsttätig beseitigt werden und sich nicht oder nur geringfügig auf das Aussehen
und / oder die Funktionsfähigkeit des Gepäckstücks auswirken.
[0048] Denkbar ist auch Polycarbonat als Material, beispielsweise der Außenseite, das sich
durch seine Kratzfestigkeit ausweist. Designs auf der Außenseite des Gepäckstücks
können so eine hohe Lebensdauer, selbst bei starken Beanspruchungen, erreichen.
[0049] Denkbare Materialien für die Außenseite und / oder die Innenseite sind auch Acrylnitril-Butadien-Styrol-Copolymer,
auch ABS-Kunststoff genannt, Polypropylen, Aluminium, oder ein Polymer-Verbundwerkstoff
wie beispielsweise das üblicherweise als "Curv" bezeichnete Material, Polyamide oder
Polyester, insbesondere für Weichschalenkoffer. Denkbar ist auch, das Gepäckstück
bereichsweise aus unterschiedlichen Materialien zu fertigen. Auch solche Materialien
können eine hohe Lebensdauer selbst bei starken Beanspruchungen ermöglichen.
[0050] Auf der Innenseite des Gepäckstücks, beispielsweise in einer der beiden Hälften des
Gepäckstücks, kann ein Schutzfach ausgebildet sein. Das Schutzfach kann wasserdicht
ausgebildet sein. Es kann dazu insbesondere einen wasserdichten Reißverschluss aufweisen.
Insgesamt kann es einem Wasser- und Staubschutz-Standard von mindestens IP66 entsprechen.
Das Schutzfach kann aus einem schwerentflammbaren Material ausgebildet sein.
[0051] An der Innenseite kann auch eine Tasche, beispielsweise eine Netztasche, ausgebildet
sein. An der Tasche und / oder direkt an der Innenseite kann ein Organizer angeordnet
sein.
[0052] Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden detaillierten
Beschreibung eines Ausführungsbeispiels der Erfindung anhand der Figuren der Zeichnung,
die erfindungswesentliche Einzelheiten zeigen, sowie aus den Ansprüchen.
[0053] Die einzelnen Merkmale können je einzeln für sich oder zu mehreren in beliebigen
Kombinationen bei Varianten der Erfindung verwirklicht sein. In der schematischen
Zeichnung sind Ausführungsbeispiele der Erfindung dargestellt, welche in der nachfolgenden
Beschreibung näher erläutert werden.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0054] Es zeigen:
- Fig. 1
- ein Gepäckstück,
- Fig. 2
- einen Handgriff,
- Fig. 3
- eine schematische Darstellung des als Tisch fungierenden Gepäckstücks,
- Fig. 4
- eine Innenseite einer Hälfte des Gepäckstücks und
- Fig. 5
- eine schematische Seitenansicht des Gepäckstücks.
[0055] Zur Erleichterung des Verständnisses der Erfindung werden in der nachfolgenden Figurenbeschreibung
für sich entsprechende Elemente jeweils die gleichen Bezugszeichen verwendet.
Ausführungsformen der Erfindung
[0056] Fig. 1 zeigt in einer schematischen, perspektivischen Darstellung ein Gepäckstück
10.
[0057] Bei diesem Ausführungsbeispiel ist das Gepäckstück 10 als Rollkoffer ausgebildet.
Das Gepäckstück 10 weist ein Gepäckfach 12 und einen Handgriff 14 auf.
[0058] Fig. 2 zeigt den Handgriff 14 des Gepäckstücks 10 aus Fig. 1.
[0059] Der Handgriff 14 umfasst einen Kraftsensor 16, mit dem beim Hochheben des Gepäckstücks
10 (siehe Fig. 1) das Gewicht desselben gemessen werden kann.
[0060] Messwerte des Kraftsensors 16 können auf einem Display 18 dargestellt werden.
[0061] Das Display 18 ist als Touchscreen ausgebildet. In einem Bereich des Displays 18
ist ein Moduswahlschalter 19 definiert. Mithilfe des Moduswahlschalters 19 können
verschiedene Ansichtsmodi des Displays 18 ausgewählt werden. Unter den Ansichtsmodi
ist ein Ansichtsmodus, mit dem die Messwerte des Kraftsensors 16 darstellbar sind.
Ein weiterer Ansichtsmodus betrifft beispielsweise die Darstellung von Messwerten
eines noch näher zu beschreibenden Positionssensors.
[0062] Bei einer alternativen Ausführung ist auch denkbar, den Moduswahlschalter 19 in etwa
mittig im Handgriff 14 oder an einer Seite des Handgriffs 14, beispielsweise unabhängig
vom Display 18, auszubilden. Durch solche Anordnungen können unbeabsichtigte Betätigungen
des Moduswahlschalters 19, beispielsweise beim Tragen des Gepäckstücks 10 auf einer
Treppe, vermieden werden. Der Moduswahlschalter 19 kann auch zum Einschalten oder
Ausschalten des Displays 18 und / oder des Kraftsensors 16 ausgebildet sein. Durch
eine in etwa mittige oder seitliche Positionierung lässt sich somit auch ein unbeabsichtigtes
Einschalten oder Ausschalten vermeiden.
[0063] Eine Option besteht ferner darin, dass das Gepäckstück 10 einen zweiten Handgriff
(in Fig. 1 und Fig. 2 nicht dargestellt) aufweist. Der zweite Handgriff kann sich
an derselben Seite wie der Handgriff 14 oder an einer anderen Seite des Gepäckstücks
10 befinden. Diese alternative Ausführung bietet mehr Raum, um beispielsweise das
Display 18 und / oder den Kraftsensor 16 sowie mit diesen verbundene Elektronik unterzubringen.
Auch können Störeinflüsse auf die Elektronik, beispielsweise durch einen Magnet 20,
vermieden werden.
[0064] Der Magnet 20 ist an einer Oberseite des Handgriffs 14 ausgebildet. Dazu sind in
das Material des Handgriffs 14 Magnetpartikel eingearbeitet, die insgesamt den Magnet
20 bilden. Insbesondere ist die Oberseite des Handgriffs 14 abgeflacht.
[0065] Alternativ oder ergänzend ist denkbar, dass der Magnet 20 als zusammenhängender Körper,
beispielsweise als Quader, ausgebildet ist. Er kann dann auf der Oberseite montiert
sein. Eine weitere Option, insbesondere im Falle eines voluminösen Magneten, besteht
darin, den Magnet 20 in den Handgriff 14 einzubauen und / oder an einer der Oberseite
gegenüberliegenden Unterseite anzuordnen.
[0066] Am Handgriff 14 ist eine ergonomische Passform 22 ausgebildet, um einen sicheren
und anstrengungsarmen Griff des Handgriffs 14 mit einer Hand zu gewährleisten.
[0067] Der Handgriff 14 weist weiter Teleskopstangen 24 auf. Die Teleskopstangen 24 sind
teleskopierbar. Ihre effektive Länge ist somit einstellbar. Dazu weisen die Teleskopstangen
24 mehrere, bei Bedarf ineinandergleitende Einzelmitglieder auf. Die Teleskopstangen
24 können zur Höhenregelung durch einen, beispielsweise mechanischen, Druckknopf (in
Fig. 2 zur Vereinfachung nicht dargestellt) zur Verschiebung lösbar bzw. in der jeweiligen
Stellung verriegelbar sein. Der Druckknopf kann seitlich am Handgriff 14 montiert
sein, sodass er beispielsweise mit einem Daumen einer den Handgriff 14 greifenden
Hand betätigbar ist.
[0068] Fig. 3 zeigt in einer schematischen Seitenansicht das Gepäckstück 10.
[0069] Das Gepäckstück 10 ist auseinandergeklappt. Es weist zwei Hälften 26, 28 auf, die
über ein Gelenk 30 miteinander gelenkig verbunden sind.
[0070] Der Handgriff 14 ist an einer der beiden Hälften, insbesondere der Hälfte 26 abgeklappt
und verläuft ungefähr parallel zur Hälfte 28. Wie in Fig. 3 dargestellt, nimmt das
Gepäckstück 10 somit eine Form eines umgekehrten, abgeplatteten "U" ein. In der Ausrichtung,
wie sie Fig. 3 zeigt, kann das Gepäckstück 10 somit als Tisch und / oder Sitzgelegenheit
verwendet werden.
[0071] Vorzugsweise kann am Gelenk 30 oder in einem Bereich um das Gelenk 30 eine Rastvorrichtung
vorgesehen sein, die ein unerwünschtes Zusammenklappen des Gelenks 30 verhindert.
[0072] Fig. 4 zeigt in einer schematischen Darstellung einen Innenbereich der Hälfte 26.
[0073] In dem Innenbereich der Hälfte 26 ist ein Zusatzfach 32 ausgebildet. Das Zusatzfach
32 ist als Schutzfach ausgebildet. Im Zusatzfach 32 können beispielsweise elektrische
Geräte wie beispielsweise Tabletts, Smartphones oder dergleichen deponiert werden.
Um das Zusatzfach 32 wasserdicht auszubilden, sind seine Wände aus einem wasserdichten
Material, das beispielsweise wenigstens einer Wassersäule von 10.000 mm widersteht,
ausgebildet. Das Zusatzfach 32 kann über einen Reißverschluss 34 verschlossen oder
geöffnet werden. Der Reißverschluss 34 ist ebenfalls wasserdicht ausgebildet. Insbesondere
kann auch er ausgebildet sein, einer Wassersäule von 10.000 mm zu widerstehen.
[0074] Weiter weist der Innenbereich eine Aufnahme 36 auf eines Gurtbandes 38. Das Gurtband
38 ist auf einer mit einer Rückzugfeder ausgestatteten Rolle 40 aufgewickelt.
[0075] In einem Batteriefach 42 ist eine wiederaufladbare Batterie 44 aufgenommen. Die Batterie
44 kann, beispielsweise zum Aufladen, aus dem Batteriefach 42 herausgenommen werden
oder in dieses wieder eingefügt werden. Das Batteriefach 42 kann bevorzugt aus einem
schwerentflammbaren Material ausgebildet sein, insbesondere um im Falle eines Schadens
der Batterie 44 eine Selbstentzündung zu vermeiden. Das Material kann auch gasdurchlässig
sein, um einem Überdruck im Batteriefach 42 durch Gasbildung einer beschädigten Batterie
42 vorzubeugen.
[0076] Über eine Schnittstelle 46 kann elektrische Energie der Batterie 44 auch auf einer
Außenseite der Hälfte 26 abgegriffen werden. Die Schnittstelle 46 ist als USB-C-Schnittstelle
ausgebildet. Die Schnittstelle 46 weist ferner eine Abdeckklappe auf, um die Schnittstelle
46 wasserdicht abzuschließen, wenn sie nicht in Benutzung ist.
[0077] Die Schnittstelle 46 schließt bündig mit der Außenseite der Hälfte 26 ab.
[0078] Ein Positionssensor 48 auf Basis eines GPS-, GLONASS und Beidou-Empfängers ist zur
Energieversorgung mit der Batterie 44 elektrisch verbunden. Die von dem Positionssensor
48 ermittelten Positionsdaten können bei einem entsprechenden Ansichtsmodus auf dem
Display 18 (siehe Fig. 2) dargestellt werden.
[0079] Der Positionssensor 48 umfasst eine funkbasierte Kommunikationsschnittstelle, über
die der Positionssensor 48 in regelmäßigen Zeitabständen Positionsdaten über das Internet
an ein entferntes Rechnersystem überträgt, sodass die Position des Gepäckstücks 10
auch aus der Ferne ermittelbar ist.
[0080] Fig. 5 zeigt in einer schematischen Seitenansicht das Gepäckstück 10 von außen.
[0081] Zu erkennen ist, dass in dem in Fig. 5 gezeigten Zustand das Gurtband 38 und das
Gepäckstück 10 zumindest hälftig umschließt. Es ist mit einem Ende am Gepäckstück
10 fixiert. Dazu weist das Gepäckstück 10 zumindest in einem Bereich auf der Außenseite
ein Flauschband 50 auf, auf das ein Hakenband 52 des Gurtbandes 38 geklettet ist.
[0082] An seiner Unterseite weist das Gepäckstück 10 Kugelrollen 54 auf. Es kann somit in
alle horizontalen Richtungen widerstandsarm rollen. Die Rollenhärte der Kugelrollen
54 beträgt 76A.
[0083] In der in Fig. 5 gezeigten Ausführungsform verläuft das Gurtband 38 entlang eines
kurzen Umfangs des Gepäckstücks 10, insbesondere verläuft es zwischen Kugelrollen
54 hindurch, also gemäß der Darstellung in Fig. 5 in vertikalen Richtungen. Alternativ
ist denkbar, dass das Gurtband 38 entlang einem längeren Umfang des Gepäckstücks 10
verläuft, also gemäß der Darstellung in Fig. 5 in horizontalen Richtungen. Dies kann
die Sicherung des Gepäckstücks 38 durch das Gurtband 38 noch weiter verbessern.
[0084] Eine Option ist, dass das Gurtband 38 das Gepäckstück 38 nicht vollständig umschließt,
sodass das Gurtband 38 insgesamt kurz sein kann und dadurch platzsparend verstaut
werden kann.
Bezugszeichenliste
[0085]
- 10
- Gepäckstück
- 12
- Gepäckfach
- 14
- Handgriff
- 16
- Kraftsensor
- 18
- Display
- 20
- Magnet
- 22
- Passform
- 24
- Teleskopstange
- 26
- Hälfte
- 28
- Hälfte
- 30
- Gelenk
- 32
- Zusatzfach
- 34
- Reißverschluss
- 36
- Aufnahme
- 38
- Gurtband
- 40
- Rückholfeder
- 42
- Batteriefach
- 44
- Batterie
- 46
- Schnittstelle
- 48
- Positionssensor
- 50
- Flauschband
- 52
- Hakenband
- 54
- Kugelrolle
1. Gepäckstück (10), beispielsweise Koffer, Reisetasche oder Rucksack, umfassend einen
Handgriff (14) und wenigstens ein Gepäckfach (12), dadurch gekennzeichnet, dass der Handgriff (14) einen Magnet (20) umfasst.
2. Gepäckstück (10) nach dem vorhergehenden Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass das Gepäckstück (10) eine Batterie (44) und / oder ein Batteriefach (42) zur Aufnahme
(36) einer Batterie (44) umfasst.
3. Gepäckstück (10) nach einem der vorhergehenden Patentansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Gepäckstück (10) einen Kraftsensor (16) aufweist.
4. Gepäckstück (10) nach einem der vorhergehenden Patentansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Gepäckstück (10), insbesondere der Handgriff (14), ein Display (18) aufweist.
5. Gepäckstück (10) nach einem der vorhergehenden Patentansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Gepäckstück (10) einen Positionssensor (48) aufweist. Der Positionssensor (48)
kann beispielsweise ein satellitengestützter Positionssensor (48), beispielsweise
auf GPS, BAIDOU oder GLONASS basierend, sein.
6. Gepäckstück (10) nach einem der vorhergehenden Patentansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Handgriff (14) teleskopierbar ist und in einem eingefahrenen Zustand bündig mit
einer Seite des Gepäckstücks (10), beispielsweise einer Oberseite, abschließt.
7. Gepäckstück (10) nach einem der vorhergehenden Patentansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Gepäckstück (10) ein integriertes Gurtband (38) aufweist.
8. Gepäckstück (10) nach einem der vorhergehenden Patentansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Gepäckstück (10) Kugelrollen aufweist.
9. Gepäckstück (10) nach einem der vorhergehenden Patentansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Handgriff (14) abklappbar angeordnet ist.
10. Gepäckstück (10) nach einem der vorhergehenden Patentansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Gepäckstück (10) ein Zusatzfach (32) für das elektronische Gerät aufweist.
11. Gepäckstück (10) nach einem der vorhergehenden Patentansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Zusatzfach (32) an einer Stirnseite des Gepäckstücks gelenkig mit dem übrigen
Gepäckstück (10) verbunden ist.
12. Gepäckstück (10) nach einem der vorhergehenden Patentansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Zusatzfach (32) den Handgriff (14) umfasst.