[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Sitzmöbel sowie eine Sitzgruppe. Derzeit besteht
eine Vielzahl von unterschiedlichen Lösungen zum Höhenverstellen von Sitzflächen bei
Sitzmöbeln. Durch die zunehmende Anzahl an höhenverstellbaren Tischen im Schulumfeld
steigt der Bedarf an innovativen und robusten Lösungen für Sitzmöbel.
Offenbarung der Erfindung
[0002] Mit der Ausführungsform der Erfindung kann vorteilhafterweise ein verbessertes Sitzmöbel
bereitgestellt werden. Die Erfindung ist in den unabhängigen Ansprüchen definiert.
Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den abhängigen Ansprüchen
und der nachfolgenden Beschreibung.
[0003] Ein Vorteil des Sitzmöbels mit den Merkmalen des Anspruchs 1 ist, dass die Sitztiefe
des Sitzmöbels insbesondere in Abhängigkeit einer Sitzhöhe kontinuierlich angepasst
werden kann. Somit kann auch bei einer unterschiedlichen Höhe einer Lehne eine Sitztiefenverstellung
erfolgen, sodass die Ergonomie für einen Nutzer des Sitzmöbels verbessert werden kann.
Somit kann insbesondere das Sitzmöbel über mehrere Jahre in Wachstumsphasen von beispielsweise
Schülern nutzbar bleiben als auch das dynamische Arbeiten in Bildungseinrichtungen
unterstützen bzw. erhöhen. Weiter bevorzugt können Bewegungs- und Haltungsschäden
gezielt vorgebeugt werden. Dies wird erfindungsgemäß dadurch erreicht, dass das Sitzmöbel
ein erstes Stuhlbein, eine erste Verstelleinheit, eine erste Anliegefläche und eine
zweite Anliegefläche aufweist, wobei die erste Verstelleinheit dazu eingerichtet ist,
die erste Anliegefläche entlang des ersten Stuhlbeins verschiebbar zu lagern, wobei
das erste Stuhlbein dazu eingerichtet ist, eine Veränderung einer relativen Position
zwischen der ersten Anliegefläche und der zweiten Anliegefläche bereitzustellen, wobei
die relative Position zumindest eine Sitztiefenverstellung zwischen der ersten Anliegefläche
und der zweiten Anliegefläche umfasst.
[0004] In anderen Worten kann der Abstand zwischen einer Vorderkante einer Sitzfläche und
einem Mittelpunkt der Lehnfläche angepasst werden, um die Sitztiefenverstellung bereitstellen
zu können. Somit kann die Ergonomie des Sitzmöbels verbessert werden. Beispielsweise
kann das Sitzmöbel ein erstes Stuhlbein aufweisen, an dem die erste Verstelleinheit
verschiebbar angeordnet ist. Bevorzugt kann durch die Verschiebung der ersten Verstelleinheit
die erste Anliegefläche zur zweiten Anliegefläche verschoben werden, um somit eine
relative Positionsveränderung zwischen der ersten Anliegefläche und der zweiten Anliegefläche
bereitstellen zu können. Durch die Veränderung der Position zwischen der ersten Anliegefläche
und der zweiten Anliegefläche kann die Sitztiefenverstellung bereitgestellt werden.
[0005] Weiter bevorzugt kann die erste Verstelleinheit dazu eingerichtet sein, die erste
Anliegefläche entlang eines ersten Stuhlbeins verschiebbar zu lagern, wobei die erste
Verstelleinheit dazu eingerichtet sein kann, durch eine erste Rotation der ersten
Anliegefläche in eine erste Ausrichtung der ersten Anliegefläche eine erste Verlagerung
zwischen der ersten Anliegefläche und dem ersten Stuhlbein zu sperren, wobei die erste
Verstelleinheit dazu eingerichtet sein kann, durch eine zweite Rotation der ersten
Anliegefläche in eine zweite Ausrichtung der ersten Anliegefläche die erste Verlagerung
zwischen der ersten Anliegefläche und dem ersten Stuhlbein freizugeben.
[0006] Somit kann eine Verstellbarkeit der Sitzhöhe in Abhängigkeit von der Sitztiefe erreicht
werden. Die Körperhöhe hängt im Wesentlichen proportional mit der Oberschenkellänge
zusammen. Da größere Personen eine höhere Sitzposition benötigen, benötigen sie auch
eine tiefere Sitzfläche, insbesondere die Distanz zwischen Sitzlehne und Vorderkante
Sitzfläche, welche zu deren Oberschenkellänge passt. Bei kleineren Personen gilt dies
ähnlich im umgekehrten Maßstab. Bei Größeren Personen könnten aufgrund der Schwerkraft
die Blutgefäße auf einer unpassend kurzen Vorderkante der Sitzfläche abgedrückt werden.
Kleiner Personen benötigen eine kurze Sitzfläche, da diese sonst nicht bei gebeugten
Knien die Sitzlehne im Rückenbereich erreichen können. Mittels der ersten Verstelleinheit
kann und der Veränderung der relativen Positionen können diese Situationen verbessert
werden. Weiter bevorzugt kann mit der ersten Verstelleinheit mittels weniger Griffe
die Sitztiefe verstellt werden. Somit kann auf aufwendige Mechanismen verzichtet werden.
Weiter bevorzugt kann die Bedienung intuitiv sein, wenn die Verstelleinheit mittels
der Rotationen verstellbar ist.
[0007] Die Unteransprüche zeigen bevorzugte Weiterbildungen der Erfindung.
[0008] Bevorzugt umfasst die relative Position zumindest eine Höhenverstellung zwischen
der ersten Anliegefläche und der zweiten Anliegefläche.
[0009] Ein Vorteil dieser Ausführungsform ist, dass neben der Sitztiefe auch die Sitzhöhe
für eine jeweilige Größenklasse bzw. Altersstufe angepasst werden kann, sodass der
Lebenszyklus des Sitzmöbels erhöht werden kann.
[0010] Weiter bevorzugt weist das Sitzmöbel eine zweite Verstelleinheit auf, wobei die zweite
Anliegefläche mit der zweiten Verstelleinheit verbunden ist, wobei die erste Verstelleinheit
entlang eines ersten Pfades am ersten Stuhlbein verlagerbar ist, wobei die zweite
Verstelleinheit entlang eines zweiten Pfades am ersten Stuhlbein verlagerbar ist,
wobei eine erste Ausrichtung des ersten Pfades und eine zweite Ausrichtung des zweiten
Pfades dazu eingerichtet sind, die Sitztiefenverstellung bereitzustellen.
[0011] Ein Vorteil dieser Ausführungsform ist, dass durch die gezielte Definition der Verschiebungen
entlang der Pfade die erste Anliegefläche und die zweite Anliegefläche einen gezielten
Bereich von Sitztiefen bereitstellen können. Dabei kann insbesondere in Abhängigkeit
einer jeweiligen Höhe ebenso eine Vielzahl von Sitztiefen bereitgestellt werden. Weiter
bevorzugt kann die zweite Verstelleinheit dazu eingerichtet sein, durch eine dritte
Rotation der zweiten Anliegefläche in eine dritte Ausrichtung der zweiten Anliegefläche
eine zweite Verlagerung zwischen der zweiten Anliegefläche und dem ersten Stuhlbein
zu sperren, wobei die erste Verstelleinheit dazu eingerichtet sein kann, durch die
vierte Rotation der zweiten Anliegefläche in eine vierte Ausrichtung der zweiten Anliegefläche
die zweite Verlagerung zwischen der zweiten Anliegefläche und dem ersten Stuhlbein
freizugeben.
[0012] Bevorzugt unterscheidet sich die erste Ausrichtung des ersten Pfades sich von der
zweiten Ausrichtung des zweiten Pfades unterscheidet.
[0013] Ein Vorteil dieser Ausführungsform ist, dass die Sitztiefenverstellung Platz- und
Materialsparend ausgebildet werden kann.
[0014] Vorzugsweise sind die erste Ausrichtung des ersten Pfades in einem vorbestimmten
Winkel zu einander ausgerichtet sind, um die Sitztiefenverstellung bereitzustellen.
[0015] Ein Vorteil dieser Ausführungsform ist, dass bei einem Winkel zwischen dem ersten
Pfad und dem zweiten Pfad dieser sich einfach mittels eines Biegevorgangs bereitstellen
lässt.
[0016] Weiter bevorzugt liegt der vorbestimmte Winkel in einem Winkelbereich zwischen 2°
und 30°.
[0017] Ein Vorteil dieser Ausführungsform ist, dass sich dieser Winkelbereich besonders
vorteilhaft bei Schultischen erwiesen hat.
[0018] Bevorzugt weist das erste Stuhlbein eine erste vorbestimmte Kontur auf, wobei die
erste vorbestimmte Kontur dazu eingerichtet ist, die Veränderung der relativen Position
zwischen der ersten Anliegefläche und der zweiten Anliegefläche zu definieren.
[0019] Ein Vorteil dieser Ausführungsform ist, dass durch eine nahezu formschlüssige Verbindung
zwischen der ersten Verstelleinheit und dem Stuhlbein die Kontur des Stuhlbeins die
Verlagerungsrichtung der Verstelleinheiten definieren kann. Somit kann insbesondere
die Anzahl der Bauteile am Sitzmöbel reduziert werden, da keine weiteren Komponenten
benötigt werden, um die Bewegungspfade der ersten Verstelleinheit oder der zweiten
Verstelleinheit bereitzustellen. Vorzugsweise kann dabei insbesondere die erste formbestimmte
Kontur durch die Außenhaut des ersten Stuhlbeins gebildet werden.
[0020] Vorzugsweise ist die erste vorbestimmte Kontur dazu eingerichtet, die erste Anliegefläche
und/oder die zweite Anliegefläche in einem Verhältnis zwischen einer Sitzhöhe des
Sitzmöbels und einer Sitztiefe des Sitzmöbels anzuordnen.
[0021] Ein Vorteil dieser Ausführungsform ist, dass das erste Stuhlbein beispielsweise mittels
eines Biegeprozesses oder Ähnlichem in eine vorbestimmte Kontur gebogen werden kann,
sodass ein Verhältnis zwischen Sitzhöhe und Sitztiefe zwischen der ersten Anliegefläche
und der zweiten Anliegefläche ausgebildet wird.
[0022] Bevorzugt umfasst das Verhältnis eine Vielzahl von Teilbereichen, wobei jeder Teilbereich
einen vorbestimmten Sitztiefenbereich und einen vorbestimmten Höhenbereich aufweist.
[0023] Ein Vorteil dieser Ausführungsform ist, dass durch die Definition der Vielzahl von
Teilbereichen insbesondere Altersgruppen oder Klassenstufen definiert werden können.
[0024] Weiter bevorzugt steht jeder Teilbereich für eine Größenklasse des Sitzmöbels, wobei
die Größenklassen des Sitzmöbels gemäß der DIN EN 1729-1:2015, DIN EN 1729-1:2015/AC:2016
und/oder DIN EN 1729-2:2023 definiert sind.
[0025] Bei den Normen DIN EN 1729-1:2015, DIN EN 1729-1:2015/AC:2016 und/oder DIN EN 1729-2:2023
handelt es sich bevorzugt um die Dokumente Möbel - Stühle und Tische für Bildungseinrichtungen
- Teil 1: Funktionsmaße EN 1729-1:2015, Möbel - Stühle und Tische für Bildungseinrichtungen
- Teil 1: Funktionsmaße EN 1729-1:2015/AC:2016, Möbel - Stühle und Tische für Bildungseinrichtungen
- Teil 2: Sicherheitstechnische Anforderungen und Prüfverfahren EN 1729-2:2023.
[0026] Weiter bevorzugt weist das erste Stuhlbein einen ersten Abschnitt und einen zweiten
Abschnitt auf, wobei der erste Abschnitt und der zweite Abschnitt in einem vorbestimmten
Winkel zueinander angeordnet sind, um die erste vorbestimmte Kontur auszubilden.
[0027] Ein Vorteil dieser Ausführungsform ist, dass der erste Abschnitt und der zweite Abschnitt
getrennte Bauteile sein können, um somit bei einem Defekt eines der beiden Teile,
nur dieses ausgetauscht werden kann, , sodass die Reparierbarkeit des Sitzmöbels gesteigert
werden kann.
[0028] Weiter bevorzugt sind der erste Abschnitt und der zweite Abschnitt des ersten Stuhlbeins
kraftform- und/oder stoffschlüssig miteinander verbunden.
[0029] Ein Vorteil dieser Ausführungsform ist, dass in Abhängigkeit an ein jeweiliges Anwendungsprofil
des Sitzmöbels die Verbindung zwischen dem ersten Abschnitt und dem zweiten Abschnitt
angepasst werden kann.
[0030] Vorzugsweise weist das Sitzmöbel ein zweites Stuhlbein auf, welches eine zweite vorbestimmte
Kontur aufweist, wobei die erste vorbestimmte Kontur und die zweite vorbestimmte Kontur
im Wesentlichen gleich sind.
[0031] Ein Vorteil dieser Ausführungsform ist, dass die Kraftverteilung auf die Stuhlbeine
des Sitzmöbels verbessert werden kann, da eine aufliegende Kraft auf der zweiten Anliegefläche
an beide Stuhlbeine verteilt werden kann. Im Wesentlichen gleich bedeutet in diesem
Zusammenhang insbesondere eine Formabweichung von +/- 5%, insbesondere fertigungsbedingte
Toleranzen.
[0032] Ein weiterer Aspekt der Erfindung betrifft eine Sitzgruppe, welche ein Sitzmöbel,
wie voranstehend und nachfolgend beschrieben aufweist, sowie einen höhenverstellbaren
Tisch, wobei der höhenverstellbare Tisch dazu eingerichtet ist, eine Tischplatte des
höhenverstellbaren Tisches in einem vorbestimmten Bereich zu verlagern, wobei das
Sitzmöbel dazu eingerichtet ist, für eine Vielzahl von Sitz- und/oder Lehnpositionen
in dem vorbestimmten Bereich eine Veränderung einer relativen Position zwischen einer
ersten Anliegefläche und einer zweiten Anliegefläche des Sitzmöbels bereitzustellen,
wobei die relative Position zumindest eine Sitztiefenverstellung umfasst.
[0033] Ein Vorteil dieser Ausführungsform ist, dass durch die Synergie zwischen höhenverstellbarem
Tische und höhenverstellbaren Stuhl, zum einen die Ergonomie deutlich gesteigert werden
kann, als auch dieser Tisch und dieser Stuhl für eine Vielzahl von Altersstufen genutzt
werden kann.
[0034] Ein weiterer Aspekt der Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines Sitzmöbels,
wie voranstehend und nachfolgend beschrieben, aufweisend die Schritte:
- Bereitstellen eines Stuhlbeins,
- Ausbilden zumindest eines Verstellmittels in dem Stuhlbein, sodass die erste Verstelleinheit
in unterschiedlichen Positionen, an dem Stuhlbein anordenbar ist,
- Ausrichten eines ersten Pfades des Stuhlbeins zu einem zweiten Pfades des Stuhlbeins,
um eine Sitztiefenverstellung des Sitzmöbels bereitzustellen.
[0035] Ein weiterer Aspekt der Erfindung ist die Verwendung eines Sitzmöbels, wie voranstehend
und nachfolgend beschrieben, insbesondere in Kombination mit einem höhenverstellbaren
Tisch, zum Ausbilden eine Sitzmöglichkeit mittels des Sitzmöbels und/oder als Lehnmöglichkeit
mittels des Sitzmöbels.
[0036] Sämtliche Offenbarungen, welche voranstehend und nachfolgend in Bezug auf einen Aspekt
der Erfindung beschrieben sind, gelten gleichermaßen für alle weiteren Aspekte der
Erfindung.
[0037] Nachfolgend werden Ausführungsbeispiele der Erfindung unter Bezugnahme auf die begleitenden
Zeichnungen im Detail beschrieben. Inhalte der Zeichnungen sind:
Figuren 1 und 2 ein Sitzmöbel gemäß einer Ausführungsform.
Figur 3 ein Diagramm zur Illustration der Funktionsweise des Sitzmöbels gemäß einer
Ausführungsform.
Figur 4 eine Sitzgruppe gemäß einer Ausführungsform.
Ausführungsformen der Erfindung
[0038] Die Figuren sind lediglich schematisch und nicht maßstabsgetreu. In den Figuren können
gleiche, gleichwirkende oder ähnliche Elemente mit den gleichen Bezugszeichen verwendet
werden.
[0039] Fig. 1 zeigt ein Sitzmöbel 10 gemäß einer Ausführungsform. Das Sitzmöbel 10 weist
ein erstes Stuhlbein 12, eine erste Verstelleinheit 14, eine erste Anliegefläche 16
und eine zweite Anliegefläche 18 auf. Die erste Anliegefläche 14 ist dazu eingerichtet,
die erste Anliegefläche 16 entlang des ersten Stuhlbeins 12 verschiebbar zu lagern,
wobei das erste Stuhlbein 12 dazu eingerichtet ist, eine Veränderung einer relativen
Position 20 zwischen der ersten Anliegefläche 16 und der zweiten Anliegefläche 18
bereitzustellen, wobei die relative Position zumindest eine Sitztiefenverstellung
22 zwischen der ersten Anliegefläche 16 und der zweiten Anliegefläche 18 umfasst.
[0040] Fig. 2 zeigt ein Sitzmöbel 10 gemäß einer Ausführungsform. Das Sitzmöbel 10 umfasst
ein erstes Stuhlbein 12, an welchem eine erste Verstelleinheit 14 verschiebbar angeordnet
ist, um die erste Anliegefläche 16 zur zweiten Anliegefläche 18 bewegen zu können,
sodass eine relative Positionsänderung 20 bereitgestellt werden kann. Mit der Veränderung
der relativen Position 20 können insbesondere eine Sitztiefenverstellung 22 zwischen
der ersten
[0041] Anliegefläche 16 und der zweiten Anliegefläche 18 bereitgestellt werden. Bevorzugt
weist die relative Position 20 zur Sitztiefenverstellung 22 eine Höhenverstellung
24 zwischen der ersten Anliegefläche 16 und der zweiten Anliegefläche 18 auf. Somit
kann insbesondere das Sitzmöbel 10 für eine Vielzahl von Klassenstufen angepasst werden.
Weiter bevorzugt weist das Sitzmöbel 10 eine zweite Verstelleinheit 26 auf, welche
verschiebbar bzw. verlagerbar am ersten Stuhlbein 12 angeordnet ist. Bevorzugt ist
die zweite Anliegefläche 18 mit der zweiten Verstelleinheit 26 verbunden. Bevorzugt
ist die erste Verstelleinheit 14 entlang eines ersten Pfades 28 am ersten Stuhlbein
12 verlagerbar, wobei die zweite Verstelleinheit 26 entlang eines zweiten Pfades 30
am ersten Stuhlbein 12 verlagerbar ist. Bevorzugt sind der erste Pfad 28 und der zweite
Pfad 30 derart zueinander angeordnet, um die Sitztiefenverstellung 22 bereitzustellen
bzw. eine Veränderung der relativen Position 20 zwischen der ersten Anliegefläche
16 und der zweiten Anliegefläche 18 bereitzustellen.
[0042] Weiter bevorzugt weist das erste Stuhlbein 12 eine vorbestimmte Kontur 32 auf, welche
insbesondere durch eine Außenkontur des ersten Stuhlbeins 12 gebildet werden kann.
Bevorzugt ist die erste vorbestimmte Kontur 32 dazu eingerichtet, die Veränderung
der Relativposition zwischen der ersten Anliegefläche 16 und der zweiten Anliegefläche
18 zu definieren. Bevorzugt ist die erste vorbestimmte Kontur 32 dazu eingerichtet,
die erste Anliegefläche 16 und/oder die zweite Anliegefläche 18 in einem Verhältnis
zwischen einer Sitzhöhe 34 des Sitzmöbels 10 und einer Sitztiefe 36 des Sitzmöbels
10 anzuordnen. Bevorzugt kann das Verhältnis eine Vielzahl von Teilbereichen 36 aufweisen,
wobei jeder Teilbereich 36 einen vorbestimmten Sitztiefenbereich und einen vorbestimmten
Höhenbereich aufweist. Weiter bevorzugt weist das erste Stuhlbein 12 einen ersten
Abschnitt 38 und einen zweiten Abschnitt 40 auf, wobei der erste Abschnitt 38 und
der zweite Abschnitt 40 in einem vorbestimmten Winkel zueinander angeordnet sind,
um die vorbestimmte Kontur 32 auszubilden. Weiter bevorzugt weist das Sitzmöbel 10
ein zweites Stuhlbein 42 auf, welches eine zweite vorbestimmte Kontur 44 aufweist,
wobei die erste vorbestimmte Kontur 32 und die zweite vorbestimmte Kontur 44 im Wesentlichen
gleich sind.
[0043] Fig. 3 zeigt ein Diagramm 300 gemäß einer Ausführungsform. Das Diagramm 300 weist
eine Vielzahl von Sitzhöhen 350 in Bezug auf einen Boden 304 auf. Ferner verdeutlicht
das Diagramm 300 eine Vielzahl von Sitztiefen 360. Bevorzugt kann eine erste Sitzhöhe
308 und eine erste Sitztiefe 318 zu einem ersten Teilbereich 36 führen. Jeder Teilbereich
36 kann eine Toleranz 362 für die Sitztiefe als auch eine Toleranz 364 für die Sitzhöhe
aufweisen. Weiter bevorzugt kann eine zweite Sitzhöhe 310 und eine zweite Sitztiefe
320 einen zweiten Teilbereich 36 ausbilden. Vorzugsweise kann eine dritte Sitzhöhe
312 und eine dritte Sitztiefe 320 einen dritten Teilbereich 36 ausbilden. Weiter bevorzugt
kann eine vierte Sitzhöhe 314 eine vierte Sitztiefe 324 einen vierten Teilbereich
36 ausbilden. Vorzugsweise bildet eine fünfte Sitzhöhe 316 und eine fünfte Sitztiefe
326 einen fünften Teilbereich 36 aus.
[0044] Fig. 4 zeigt eine Sitzgruppe 200 gemäß einer Ausführungsform. Die Sitzgruppe 200
weist bevorzugt ein Sitzmöbel 10, wie voranstehend und nachfolgend beschrieben, auf,
sowie einen höhenverstellbaren Tisch. Bevorzugt ist der höhenverstellbare Tisch 100
dazu eingerichtet, eine Tischplatte 102 des höhenverstellbaren Tisches 100 in einem
vorbestimmten Bereich 104 zu verlagern, wobei das Sitzmöbel 10 dazu eingerichtet ist,
für eine Vielzahl von Sitz-und/oder Lehnpositionen in dem vorbestimmten Bereich 104
eine Veränderung einer relativen Position 20 zwischen einer ersten Anliegefläche 16
und einer zweiten Anliegefläche 18 des Sitzmöbels 10 bereitzustellen, wobei die relative
Position 20 zumindest eine Sitztiefenverstellung 22 umfasst.
1. Sitzmöbel (10) aufweisend:
- ein erstes Stuhlbein (12),
- eine erste Verstelleinheit (14),
- eine erste Anliegefläche (16),
- eine zweite Anliegefläche (18),
wobei die erste Verstelleinheit (14) dazu eingerichtet ist, die erste Anliegefläche
(16) entlang des ersten Stuhlbeins (12) verschiebbar zu lagern, wobei das erste Stuhlbein
(12) dazu eingerichtet ist, eine Veränderung einer relativen Position (20) zwischen
der ersten Anliegefläche (16) und der zweiten Anliegefläche (18) bereitzustellen,
wobei die relative Position (20) zumindest eine Sitztiefenverstellung (22) zwischen
der ersten Anliegefläche (16) und der zweiten Anliegefläche (18) umfasst.
2. Sitzmöbel (10) nach Anspruch 1, wobei die relative Position (20) zumindest eine Höhenverstellung
(24) zwischen der ersten Anliegefläche (16) und der zweiten Anliegefläche (18) umfasst.
3. Sitzmöbel (10) nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei das Sitzmöbel (10) eine
zweite Verstelleinheit (26) aufweist, wobei die zweite Anliegefläche (18) mit der
zweiten Verstelleinheit (26) verbunden ist, wobei die erste Verstelleinheit (14) entlang
eines ersten Pfades (28) am ersten Stuhlbein (12) verlagerbar ist, wobei die zweite
Verstelleinheit (26) entlang eines zweiten Pfades (30) am ersten Stuhlbein (12) verlagerbar
ist, wobei eine erste Ausrichtung des ersten Pfades (28) und eine zweite Ausrichtung
des zweiten Pfades (30) dazu eingerichtet sind, die Sitztiefenverstellung (22) bereitzustellen.
4. Sitzmöbel (10) nach Anspruch 3, wobei die erste Ausrichtung des ersten Pfades (28)
sich von der zweiten Ausrichtung des zweiten Pfades (30) unterscheidet.
5. Sitzmöbel (10) nach einem der Ansprüche 3 bis 4, wobei die erste Ausrichtung des ersten
Pfades (28) in einem vorbestimmten Winkel zu einander ausgerichtet sind, um die Sitztiefenverstellung
(22) bereitzustellen.
6. Sitzmöbel (10) nach Anspruch 5, wobei der vorbestimmte Winkel in einem Winkelbereich
zwischen 2° und 30° liegt.
7. Sitzmöbel (10) nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei das erste Stuhlbein (12)
eine vorbestimmte Kontur (32) aufweist, wobei die erste vorbestimmte Kontur (32) dazu
eingerichtet ist, die Veränderung der relativen Position (20) zwischen der ersten
Anliegefläche (16) und der zweiten Anliegefläche (18) zu definieren.
8. Sitzmöbel (10) nach Anspruch 7, wobei die erste vorbestimmte Kontur (32) dazu eingerichtet
ist, die erste Anliegefläche (16) und/oder die zweite Anliegefläche (18) in einem
Verhältnis zwischen einer Sitzhöhe (34) des Sitzmöbels (10) und einer Sitztiefe (36)
des Sitzmöbels (10) anzuordnen.
9. Sitzmöbel (10) nach Anspruch 8, wobei das Verhältnis eine Vielzahl von Teilbereichen
(36) aufweist, wobei jeder Teilbereich (36) einen vorbestimmten Sitztiefenbereich
und einen vorbestimmten Höhenbereich aufweist.
10. Sitzmöbel (10) nach Anspruch 9, wobei jeder Teilbereich (36) für eine Größenklasse
des Sitzmöbels (10) steht, wobei die Größenklassen des Sitzmöbels (10) gemäß DIN EN
1729-1:2015, DIN EN 1729-1:2015/AC:2016 und/oder DIN EN 1729-2:2023 definiert sind.
11. Sitzmöbel (10) nach einem der Ansprüche 7 bis 10, wobei das erste Stuhlbein (12) einen
ersten Abschnitt (38) und einen zweiten Abschnitt (40) aufweist, wobei der erste Abschnitt
(38) und der zweite Abschnitt (40) in einem vorbestimmten Winkel zueinander angeordnet
sind, um die erste vorbestimmte Kontur (32) auszubilden.
12. Sitzmöbel (10) nach einem der Ansprüche 6 bis 11, wobei das Sitzmöbel (10) ein zweites
Stuhlbein (42) aufweist, welches eine zweite vorbestimmte Kontur (44) aufweist, wobei
die erste vorbestimmte Kontur (32) und die zweite vorbestimmte Kontur (44) im Wesentlichen
gleich sind.
13. Sitzgruppe (200) aufweisend:
- ein Sitzmöbel (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 12,
- einen höhenverstellbaren Tisch (100), wobei der höhenverstellbare Tisch (100) dazu
eingerichtet ist, eine Tischplatte (102) des höhenverstellbaren Tisches (100) in einem
vorbestimmten Bereich (104) zu verlagern, wobei das Sitzmöbel (10) dazu eingerichtet
ist, für eine Vielzahl von Sitz- und/oder Lehnpositionen in dem vorbestimmten Bereich
(104) eine Veränderung einer relativen Position (20) zwischen einer ersten Anliegefläche
(16) und einer zweiten Anliegefläche (18) des Sitzmöbels (10) bereitzustellen, wobei
die relative Position (20) zumindest eine Sitztiefenverstellung (22) umfasst.
14. Verfahren zur Herstellung eines Sitzmöbels (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 12,
aufweisend die Schritte:
- Bereitstellen eines Stuhlbeins (12),
- Ausbilden zumindest eines Verstellmittels in dem Stuhlbein (12), sodass die erste
Verstelleinheit (14) in unterschiedlichen Positionen, an dem Stuhlbein (12) anordenbar
ist,
- Ausrichten eines ersten Pfades (28) des Stuhlbeins (12) zu einem zweiten Pfades
(30) des Stuhlbeins (12), um eine Sitztiefenverstellung (22) des Sitzmöbels (10) bereitzustellen.
15. Verwendung eines Sitzmöbels (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 12, insbesondere in
Kombination mit einem höhenverstellbaren Tisch (100), zum Ausbilden eine Sitzmöglichkeit
mittels des Sitzmöbels (10) und/oder als Lehnmöglichkeit mittels des Sitzmöbels (10).