(19)
(11) EP 4 740 791 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
13.05.2026  Patentblatt  2026/20

(21) Anmeldenummer: 25215060.2

(22) Anmeldetag:  11.11.2025
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
A47C 1/023(2006.01)
A47C 5/04(2006.01)
A47D 1/00(2006.01)
A47C 3/28(2006.01)
A47C 7/40(2006.01)
(52) Gemeinsame Patentklassifikation (CPC) :
A47D 1/004; A47C 1/023; A47C 3/28; A47C 7/402; A47C 5/04
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC ME MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
BA
Benannte Validierungsstaaten:
GE KH LA MA MD TN

(30) Priorität: 12.11.2024 DE 102024133098

(71) Anmelder: Rocket Edu GmbH
83361 Kienberg (DE)

(72) Erfinder:
  • BARTH, Ulrich
    83361 Kienberg (DE)
  • SCHWARZPAUL, Levin Waitangi
    64289 Darmstadt (DE)

(74) Vertreter: HGF 
HGF Europe LLP Neumarkter Straße 18
81673 München
81673 München (DE)

   


(54) SITZMÖBEL


(57) Die Erfindung betrifft ein Sitzmöbel (10) aufweisend: ein erstes Stuhlbein (12), eine erste Verstelleinheit (14), eine erste Anliegefläche (16), eine zweite Anliegefläche (18), wobei die erste Verstelleinheit (14) dazu eingerichtet ist, die erste Anliegefläche (16) entlang des ersten Stuhlbeins (12) verschiebbar zu lagern, wobei das erste Stuhlbein (12) dazu eingerichtet ist, eine Veränderung einer relativen Position (20) zwischen der ersten Anliegefläche (16) und der zweiten Anliegefläche (18) bereitzustellen, wobei die relative Position (20) zumindest eine Sitztiefenverstellung (22) zwischen der ersten Anliegefläche (16) und der zweiten Anliegefläche (18) umfasst.




Beschreibung


[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Sitzmöbel sowie eine Sitzgruppe. Derzeit besteht eine Vielzahl von unterschiedlichen Lösungen zum Höhenverstellen von Sitzflächen bei Sitzmöbeln. Durch die zunehmende Anzahl an höhenverstellbaren Tischen im Schulumfeld steigt der Bedarf an innovativen und robusten Lösungen für Sitzmöbel.

Offenbarung der Erfindung



[0002] Mit der Ausführungsform der Erfindung kann vorteilhafterweise ein verbessertes Sitzmöbel bereitgestellt werden. Die Erfindung ist in den unabhängigen Ansprüchen definiert. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den abhängigen Ansprüchen und der nachfolgenden Beschreibung.

[0003] Ein Vorteil des Sitzmöbels mit den Merkmalen des Anspruchs 1 ist, dass die Sitztiefe des Sitzmöbels insbesondere in Abhängigkeit einer Sitzhöhe kontinuierlich angepasst werden kann. Somit kann auch bei einer unterschiedlichen Höhe einer Lehne eine Sitztiefenverstellung erfolgen, sodass die Ergonomie für einen Nutzer des Sitzmöbels verbessert werden kann. Somit kann insbesondere das Sitzmöbel über mehrere Jahre in Wachstumsphasen von beispielsweise Schülern nutzbar bleiben als auch das dynamische Arbeiten in Bildungseinrichtungen unterstützen bzw. erhöhen. Weiter bevorzugt können Bewegungs- und Haltungsschäden gezielt vorgebeugt werden. Dies wird erfindungsgemäß dadurch erreicht, dass das Sitzmöbel ein erstes Stuhlbein, eine erste Verstelleinheit, eine erste Anliegefläche und eine zweite Anliegefläche aufweist, wobei die erste Verstelleinheit dazu eingerichtet ist, die erste Anliegefläche entlang des ersten Stuhlbeins verschiebbar zu lagern, wobei das erste Stuhlbein dazu eingerichtet ist, eine Veränderung einer relativen Position zwischen der ersten Anliegefläche und der zweiten Anliegefläche bereitzustellen, wobei die relative Position zumindest eine Sitztiefenverstellung zwischen der ersten Anliegefläche und der zweiten Anliegefläche umfasst.

[0004] In anderen Worten kann der Abstand zwischen einer Vorderkante einer Sitzfläche und einem Mittelpunkt der Lehnfläche angepasst werden, um die Sitztiefenverstellung bereitstellen zu können. Somit kann die Ergonomie des Sitzmöbels verbessert werden. Beispielsweise kann das Sitzmöbel ein erstes Stuhlbein aufweisen, an dem die erste Verstelleinheit verschiebbar angeordnet ist. Bevorzugt kann durch die Verschiebung der ersten Verstelleinheit die erste Anliegefläche zur zweiten Anliegefläche verschoben werden, um somit eine relative Positionsveränderung zwischen der ersten Anliegefläche und der zweiten Anliegefläche bereitstellen zu können. Durch die Veränderung der Position zwischen der ersten Anliegefläche und der zweiten Anliegefläche kann die Sitztiefenverstellung bereitgestellt werden.

[0005] Weiter bevorzugt kann die erste Verstelleinheit dazu eingerichtet sein, die erste Anliegefläche entlang eines ersten Stuhlbeins verschiebbar zu lagern, wobei die erste Verstelleinheit dazu eingerichtet sein kann, durch eine erste Rotation der ersten Anliegefläche in eine erste Ausrichtung der ersten Anliegefläche eine erste Verlagerung zwischen der ersten Anliegefläche und dem ersten Stuhlbein zu sperren, wobei die erste Verstelleinheit dazu eingerichtet sein kann, durch eine zweite Rotation der ersten Anliegefläche in eine zweite Ausrichtung der ersten Anliegefläche die erste Verlagerung zwischen der ersten Anliegefläche und dem ersten Stuhlbein freizugeben.

[0006] Somit kann eine Verstellbarkeit der Sitzhöhe in Abhängigkeit von der Sitztiefe erreicht werden. Die Körperhöhe hängt im Wesentlichen proportional mit der Oberschenkellänge zusammen. Da größere Personen eine höhere Sitzposition benötigen, benötigen sie auch eine tiefere Sitzfläche, insbesondere die Distanz zwischen Sitzlehne und Vorderkante Sitzfläche, welche zu deren Oberschenkellänge passt. Bei kleineren Personen gilt dies ähnlich im umgekehrten Maßstab. Bei Größeren Personen könnten aufgrund der Schwerkraft die Blutgefäße auf einer unpassend kurzen Vorderkante der Sitzfläche abgedrückt werden. Kleiner Personen benötigen eine kurze Sitzfläche, da diese sonst nicht bei gebeugten Knien die Sitzlehne im Rückenbereich erreichen können. Mittels der ersten Verstelleinheit kann und der Veränderung der relativen Positionen können diese Situationen verbessert werden. Weiter bevorzugt kann mit der ersten Verstelleinheit mittels weniger Griffe die Sitztiefe verstellt werden. Somit kann auf aufwendige Mechanismen verzichtet werden. Weiter bevorzugt kann die Bedienung intuitiv sein, wenn die Verstelleinheit mittels der Rotationen verstellbar ist.

[0007] Die Unteransprüche zeigen bevorzugte Weiterbildungen der Erfindung.

[0008] Bevorzugt umfasst die relative Position zumindest eine Höhenverstellung zwischen der ersten Anliegefläche und der zweiten Anliegefläche.

[0009] Ein Vorteil dieser Ausführungsform ist, dass neben der Sitztiefe auch die Sitzhöhe für eine jeweilige Größenklasse bzw. Altersstufe angepasst werden kann, sodass der Lebenszyklus des Sitzmöbels erhöht werden kann.

[0010] Weiter bevorzugt weist das Sitzmöbel eine zweite Verstelleinheit auf, wobei die zweite Anliegefläche mit der zweiten Verstelleinheit verbunden ist, wobei die erste Verstelleinheit entlang eines ersten Pfades am ersten Stuhlbein verlagerbar ist, wobei die zweite Verstelleinheit entlang eines zweiten Pfades am ersten Stuhlbein verlagerbar ist, wobei eine erste Ausrichtung des ersten Pfades und eine zweite Ausrichtung des zweiten Pfades dazu eingerichtet sind, die Sitztiefenverstellung bereitzustellen.

[0011] Ein Vorteil dieser Ausführungsform ist, dass durch die gezielte Definition der Verschiebungen entlang der Pfade die erste Anliegefläche und die zweite Anliegefläche einen gezielten Bereich von Sitztiefen bereitstellen können. Dabei kann insbesondere in Abhängigkeit einer jeweiligen Höhe ebenso eine Vielzahl von Sitztiefen bereitgestellt werden. Weiter bevorzugt kann die zweite Verstelleinheit dazu eingerichtet sein, durch eine dritte Rotation der zweiten Anliegefläche in eine dritte Ausrichtung der zweiten Anliegefläche eine zweite Verlagerung zwischen der zweiten Anliegefläche und dem ersten Stuhlbein zu sperren, wobei die erste Verstelleinheit dazu eingerichtet sein kann, durch die vierte Rotation der zweiten Anliegefläche in eine vierte Ausrichtung der zweiten Anliegefläche die zweite Verlagerung zwischen der zweiten Anliegefläche und dem ersten Stuhlbein freizugeben.

[0012] Bevorzugt unterscheidet sich die erste Ausrichtung des ersten Pfades sich von der zweiten Ausrichtung des zweiten Pfades unterscheidet.

[0013] Ein Vorteil dieser Ausführungsform ist, dass die Sitztiefenverstellung Platz- und Materialsparend ausgebildet werden kann.

[0014] Vorzugsweise sind die erste Ausrichtung des ersten Pfades in einem vorbestimmten Winkel zu einander ausgerichtet sind, um die Sitztiefenverstellung bereitzustellen.

[0015] Ein Vorteil dieser Ausführungsform ist, dass bei einem Winkel zwischen dem ersten Pfad und dem zweiten Pfad dieser sich einfach mittels eines Biegevorgangs bereitstellen lässt.

[0016] Weiter bevorzugt liegt der vorbestimmte Winkel in einem Winkelbereich zwischen 2° und 30°.

[0017] Ein Vorteil dieser Ausführungsform ist, dass sich dieser Winkelbereich besonders vorteilhaft bei Schultischen erwiesen hat.

[0018] Bevorzugt weist das erste Stuhlbein eine erste vorbestimmte Kontur auf, wobei die erste vorbestimmte Kontur dazu eingerichtet ist, die Veränderung der relativen Position zwischen der ersten Anliegefläche und der zweiten Anliegefläche zu definieren.

[0019] Ein Vorteil dieser Ausführungsform ist, dass durch eine nahezu formschlüssige Verbindung zwischen der ersten Verstelleinheit und dem Stuhlbein die Kontur des Stuhlbeins die Verlagerungsrichtung der Verstelleinheiten definieren kann. Somit kann insbesondere die Anzahl der Bauteile am Sitzmöbel reduziert werden, da keine weiteren Komponenten benötigt werden, um die Bewegungspfade der ersten Verstelleinheit oder der zweiten Verstelleinheit bereitzustellen. Vorzugsweise kann dabei insbesondere die erste formbestimmte Kontur durch die Außenhaut des ersten Stuhlbeins gebildet werden.

[0020] Vorzugsweise ist die erste vorbestimmte Kontur dazu eingerichtet, die erste Anliegefläche und/oder die zweite Anliegefläche in einem Verhältnis zwischen einer Sitzhöhe des Sitzmöbels und einer Sitztiefe des Sitzmöbels anzuordnen.

[0021] Ein Vorteil dieser Ausführungsform ist, dass das erste Stuhlbein beispielsweise mittels eines Biegeprozesses oder Ähnlichem in eine vorbestimmte Kontur gebogen werden kann, sodass ein Verhältnis zwischen Sitzhöhe und Sitztiefe zwischen der ersten Anliegefläche und der zweiten Anliegefläche ausgebildet wird.

[0022] Bevorzugt umfasst das Verhältnis eine Vielzahl von Teilbereichen, wobei jeder Teilbereich einen vorbestimmten Sitztiefenbereich und einen vorbestimmten Höhenbereich aufweist.

[0023] Ein Vorteil dieser Ausführungsform ist, dass durch die Definition der Vielzahl von Teilbereichen insbesondere Altersgruppen oder Klassenstufen definiert werden können.

[0024] Weiter bevorzugt steht jeder Teilbereich für eine Größenklasse des Sitzmöbels, wobei die Größenklassen des Sitzmöbels gemäß der DIN EN 1729-1:2015, DIN EN 1729-1:2015/AC:2016 und/oder DIN EN 1729-2:2023 definiert sind.

[0025] Bei den Normen DIN EN 1729-1:2015, DIN EN 1729-1:2015/AC:2016 und/oder DIN EN 1729-2:2023 handelt es sich bevorzugt um die Dokumente Möbel - Stühle und Tische für Bildungseinrichtungen - Teil 1: Funktionsmaße EN 1729-1:2015, Möbel - Stühle und Tische für Bildungseinrichtungen - Teil 1: Funktionsmaße EN 1729-1:2015/AC:2016, Möbel - Stühle und Tische für Bildungseinrichtungen - Teil 2: Sicherheitstechnische Anforderungen und Prüfverfahren EN 1729-2:2023.

[0026] Weiter bevorzugt weist das erste Stuhlbein einen ersten Abschnitt und einen zweiten Abschnitt auf, wobei der erste Abschnitt und der zweite Abschnitt in einem vorbestimmten Winkel zueinander angeordnet sind, um die erste vorbestimmte Kontur auszubilden.

[0027] Ein Vorteil dieser Ausführungsform ist, dass der erste Abschnitt und der zweite Abschnitt getrennte Bauteile sein können, um somit bei einem Defekt eines der beiden Teile, nur dieses ausgetauscht werden kann, , sodass die Reparierbarkeit des Sitzmöbels gesteigert werden kann.

[0028] Weiter bevorzugt sind der erste Abschnitt und der zweite Abschnitt des ersten Stuhlbeins kraftform- und/oder stoffschlüssig miteinander verbunden.

[0029] Ein Vorteil dieser Ausführungsform ist, dass in Abhängigkeit an ein jeweiliges Anwendungsprofil des Sitzmöbels die Verbindung zwischen dem ersten Abschnitt und dem zweiten Abschnitt angepasst werden kann.

[0030] Vorzugsweise weist das Sitzmöbel ein zweites Stuhlbein auf, welches eine zweite vorbestimmte Kontur aufweist, wobei die erste vorbestimmte Kontur und die zweite vorbestimmte Kontur im Wesentlichen gleich sind.

[0031] Ein Vorteil dieser Ausführungsform ist, dass die Kraftverteilung auf die Stuhlbeine des Sitzmöbels verbessert werden kann, da eine aufliegende Kraft auf der zweiten Anliegefläche an beide Stuhlbeine verteilt werden kann. Im Wesentlichen gleich bedeutet in diesem Zusammenhang insbesondere eine Formabweichung von +/- 5%, insbesondere fertigungsbedingte Toleranzen.

[0032] Ein weiterer Aspekt der Erfindung betrifft eine Sitzgruppe, welche ein Sitzmöbel, wie voranstehend und nachfolgend beschrieben aufweist, sowie einen höhenverstellbaren Tisch, wobei der höhenverstellbare Tisch dazu eingerichtet ist, eine Tischplatte des höhenverstellbaren Tisches in einem vorbestimmten Bereich zu verlagern, wobei das Sitzmöbel dazu eingerichtet ist, für eine Vielzahl von Sitz- und/oder Lehnpositionen in dem vorbestimmten Bereich eine Veränderung einer relativen Position zwischen einer ersten Anliegefläche und einer zweiten Anliegefläche des Sitzmöbels bereitzustellen, wobei die relative Position zumindest eine Sitztiefenverstellung umfasst.

[0033] Ein Vorteil dieser Ausführungsform ist, dass durch die Synergie zwischen höhenverstellbarem Tische und höhenverstellbaren Stuhl, zum einen die Ergonomie deutlich gesteigert werden kann, als auch dieser Tisch und dieser Stuhl für eine Vielzahl von Altersstufen genutzt werden kann.

[0034] Ein weiterer Aspekt der Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines Sitzmöbels, wie voranstehend und nachfolgend beschrieben, aufweisend die Schritte:
  • Bereitstellen eines Stuhlbeins,
  • Ausbilden zumindest eines Verstellmittels in dem Stuhlbein, sodass die erste Verstelleinheit in unterschiedlichen Positionen, an dem Stuhlbein anordenbar ist,
  • Ausrichten eines ersten Pfades des Stuhlbeins zu einem zweiten Pfades des Stuhlbeins, um eine Sitztiefenverstellung des Sitzmöbels bereitzustellen.


[0035] Ein weiterer Aspekt der Erfindung ist die Verwendung eines Sitzmöbels, wie voranstehend und nachfolgend beschrieben, insbesondere in Kombination mit einem höhenverstellbaren Tisch, zum Ausbilden eine Sitzmöglichkeit mittels des Sitzmöbels und/oder als Lehnmöglichkeit mittels des Sitzmöbels.

[0036] Sämtliche Offenbarungen, welche voranstehend und nachfolgend in Bezug auf einen Aspekt der Erfindung beschrieben sind, gelten gleichermaßen für alle weiteren Aspekte der Erfindung.

[0037] Nachfolgend werden Ausführungsbeispiele der Erfindung unter Bezugnahme auf die begleitenden Zeichnungen im Detail beschrieben. Inhalte der Zeichnungen sind:

Figuren 1 und 2 ein Sitzmöbel gemäß einer Ausführungsform.

Figur 3 ein Diagramm zur Illustration der Funktionsweise des Sitzmöbels gemäß einer Ausführungsform.

Figur 4 eine Sitzgruppe gemäß einer Ausführungsform.


Ausführungsformen der Erfindung



[0038] Die Figuren sind lediglich schematisch und nicht maßstabsgetreu. In den Figuren können gleiche, gleichwirkende oder ähnliche Elemente mit den gleichen Bezugszeichen verwendet werden.

[0039] Fig. 1 zeigt ein Sitzmöbel 10 gemäß einer Ausführungsform. Das Sitzmöbel 10 weist ein erstes Stuhlbein 12, eine erste Verstelleinheit 14, eine erste Anliegefläche 16 und eine zweite Anliegefläche 18 auf. Die erste Anliegefläche 14 ist dazu eingerichtet, die erste Anliegefläche 16 entlang des ersten Stuhlbeins 12 verschiebbar zu lagern, wobei das erste Stuhlbein 12 dazu eingerichtet ist, eine Veränderung einer relativen Position 20 zwischen der ersten Anliegefläche 16 und der zweiten Anliegefläche 18 bereitzustellen, wobei die relative Position zumindest eine Sitztiefenverstellung 22 zwischen der ersten Anliegefläche 16 und der zweiten Anliegefläche 18 umfasst.

[0040] Fig. 2 zeigt ein Sitzmöbel 10 gemäß einer Ausführungsform. Das Sitzmöbel 10 umfasst ein erstes Stuhlbein 12, an welchem eine erste Verstelleinheit 14 verschiebbar angeordnet ist, um die erste Anliegefläche 16 zur zweiten Anliegefläche 18 bewegen zu können, sodass eine relative Positionsänderung 20 bereitgestellt werden kann. Mit der Veränderung der relativen Position 20 können insbesondere eine Sitztiefenverstellung 22 zwischen der ersten

[0041] Anliegefläche 16 und der zweiten Anliegefläche 18 bereitgestellt werden. Bevorzugt weist die relative Position 20 zur Sitztiefenverstellung 22 eine Höhenverstellung 24 zwischen der ersten Anliegefläche 16 und der zweiten Anliegefläche 18 auf. Somit kann insbesondere das Sitzmöbel 10 für eine Vielzahl von Klassenstufen angepasst werden. Weiter bevorzugt weist das Sitzmöbel 10 eine zweite Verstelleinheit 26 auf, welche verschiebbar bzw. verlagerbar am ersten Stuhlbein 12 angeordnet ist. Bevorzugt ist die zweite Anliegefläche 18 mit der zweiten Verstelleinheit 26 verbunden. Bevorzugt ist die erste Verstelleinheit 14 entlang eines ersten Pfades 28 am ersten Stuhlbein 12 verlagerbar, wobei die zweite Verstelleinheit 26 entlang eines zweiten Pfades 30 am ersten Stuhlbein 12 verlagerbar ist. Bevorzugt sind der erste Pfad 28 und der zweite Pfad 30 derart zueinander angeordnet, um die Sitztiefenverstellung 22 bereitzustellen bzw. eine Veränderung der relativen Position 20 zwischen der ersten Anliegefläche 16 und der zweiten Anliegefläche 18 bereitzustellen.

[0042] Weiter bevorzugt weist das erste Stuhlbein 12 eine vorbestimmte Kontur 32 auf, welche insbesondere durch eine Außenkontur des ersten Stuhlbeins 12 gebildet werden kann. Bevorzugt ist die erste vorbestimmte Kontur 32 dazu eingerichtet, die Veränderung der Relativposition zwischen der ersten Anliegefläche 16 und der zweiten Anliegefläche 18 zu definieren. Bevorzugt ist die erste vorbestimmte Kontur 32 dazu eingerichtet, die erste Anliegefläche 16 und/oder die zweite Anliegefläche 18 in einem Verhältnis zwischen einer Sitzhöhe 34 des Sitzmöbels 10 und einer Sitztiefe 36 des Sitzmöbels 10 anzuordnen. Bevorzugt kann das Verhältnis eine Vielzahl von Teilbereichen 36 aufweisen, wobei jeder Teilbereich 36 einen vorbestimmten Sitztiefenbereich und einen vorbestimmten Höhenbereich aufweist. Weiter bevorzugt weist das erste Stuhlbein 12 einen ersten Abschnitt 38 und einen zweiten Abschnitt 40 auf, wobei der erste Abschnitt 38 und der zweite Abschnitt 40 in einem vorbestimmten Winkel zueinander angeordnet sind, um die vorbestimmte Kontur 32 auszubilden. Weiter bevorzugt weist das Sitzmöbel 10 ein zweites Stuhlbein 42 auf, welches eine zweite vorbestimmte Kontur 44 aufweist, wobei die erste vorbestimmte Kontur 32 und die zweite vorbestimmte Kontur 44 im Wesentlichen gleich sind.

[0043] Fig. 3 zeigt ein Diagramm 300 gemäß einer Ausführungsform. Das Diagramm 300 weist eine Vielzahl von Sitzhöhen 350 in Bezug auf einen Boden 304 auf. Ferner verdeutlicht das Diagramm 300 eine Vielzahl von Sitztiefen 360. Bevorzugt kann eine erste Sitzhöhe 308 und eine erste Sitztiefe 318 zu einem ersten Teilbereich 36 führen. Jeder Teilbereich 36 kann eine Toleranz 362 für die Sitztiefe als auch eine Toleranz 364 für die Sitzhöhe aufweisen. Weiter bevorzugt kann eine zweite Sitzhöhe 310 und eine zweite Sitztiefe 320 einen zweiten Teilbereich 36 ausbilden. Vorzugsweise kann eine dritte Sitzhöhe 312 und eine dritte Sitztiefe 320 einen dritten Teilbereich 36 ausbilden. Weiter bevorzugt kann eine vierte Sitzhöhe 314 eine vierte Sitztiefe 324 einen vierten Teilbereich 36 ausbilden. Vorzugsweise bildet eine fünfte Sitzhöhe 316 und eine fünfte Sitztiefe 326 einen fünften Teilbereich 36 aus.

[0044] Fig. 4 zeigt eine Sitzgruppe 200 gemäß einer Ausführungsform. Die Sitzgruppe 200 weist bevorzugt ein Sitzmöbel 10, wie voranstehend und nachfolgend beschrieben, auf, sowie einen höhenverstellbaren Tisch. Bevorzugt ist der höhenverstellbare Tisch 100 dazu eingerichtet, eine Tischplatte 102 des höhenverstellbaren Tisches 100 in einem vorbestimmten Bereich 104 zu verlagern, wobei das Sitzmöbel 10 dazu eingerichtet ist, für eine Vielzahl von Sitz-und/oder Lehnpositionen in dem vorbestimmten Bereich 104 eine Veränderung einer relativen Position 20 zwischen einer ersten Anliegefläche 16 und einer zweiten Anliegefläche 18 des Sitzmöbels 10 bereitzustellen, wobei die relative Position 20 zumindest eine Sitztiefenverstellung 22 umfasst.


Ansprüche

1. Sitzmöbel (10) aufweisend:

- ein erstes Stuhlbein (12),

- eine erste Verstelleinheit (14),

- eine erste Anliegefläche (16),

- eine zweite Anliegefläche (18),

wobei die erste Verstelleinheit (14) dazu eingerichtet ist, die erste Anliegefläche (16) entlang des ersten Stuhlbeins (12) verschiebbar zu lagern, wobei das erste Stuhlbein (12) dazu eingerichtet ist, eine Veränderung einer relativen Position (20) zwischen der ersten Anliegefläche (16) und der zweiten Anliegefläche (18) bereitzustellen, wobei die relative Position (20) zumindest eine Sitztiefenverstellung (22) zwischen der ersten Anliegefläche (16) und der zweiten Anliegefläche (18) umfasst.
 
2. Sitzmöbel (10) nach Anspruch 1, wobei die relative Position (20) zumindest eine Höhenverstellung (24) zwischen der ersten Anliegefläche (16) und der zweiten Anliegefläche (18) umfasst.
 
3. Sitzmöbel (10) nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei das Sitzmöbel (10) eine zweite Verstelleinheit (26) aufweist, wobei die zweite Anliegefläche (18) mit der zweiten Verstelleinheit (26) verbunden ist, wobei die erste Verstelleinheit (14) entlang eines ersten Pfades (28) am ersten Stuhlbein (12) verlagerbar ist, wobei die zweite Verstelleinheit (26) entlang eines zweiten Pfades (30) am ersten Stuhlbein (12) verlagerbar ist, wobei eine erste Ausrichtung des ersten Pfades (28) und eine zweite Ausrichtung des zweiten Pfades (30) dazu eingerichtet sind, die Sitztiefenverstellung (22) bereitzustellen.
 
4. Sitzmöbel (10) nach Anspruch 3, wobei die erste Ausrichtung des ersten Pfades (28) sich von der zweiten Ausrichtung des zweiten Pfades (30) unterscheidet.
 
5. Sitzmöbel (10) nach einem der Ansprüche 3 bis 4, wobei die erste Ausrichtung des ersten Pfades (28) in einem vorbestimmten Winkel zu einander ausgerichtet sind, um die Sitztiefenverstellung (22) bereitzustellen.
 
6. Sitzmöbel (10) nach Anspruch 5, wobei der vorbestimmte Winkel in einem Winkelbereich zwischen 2° und 30° liegt.
 
7. Sitzmöbel (10) nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei das erste Stuhlbein (12) eine vorbestimmte Kontur (32) aufweist, wobei die erste vorbestimmte Kontur (32) dazu eingerichtet ist, die Veränderung der relativen Position (20) zwischen der ersten Anliegefläche (16) und der zweiten Anliegefläche (18) zu definieren.
 
8. Sitzmöbel (10) nach Anspruch 7, wobei die erste vorbestimmte Kontur (32) dazu eingerichtet ist, die erste Anliegefläche (16) und/oder die zweite Anliegefläche (18) in einem Verhältnis zwischen einer Sitzhöhe (34) des Sitzmöbels (10) und einer Sitztiefe (36) des Sitzmöbels (10) anzuordnen.
 
9. Sitzmöbel (10) nach Anspruch 8, wobei das Verhältnis eine Vielzahl von Teilbereichen (36) aufweist, wobei jeder Teilbereich (36) einen vorbestimmten Sitztiefenbereich und einen vorbestimmten Höhenbereich aufweist.
 
10. Sitzmöbel (10) nach Anspruch 9, wobei jeder Teilbereich (36) für eine Größenklasse des Sitzmöbels (10) steht, wobei die Größenklassen des Sitzmöbels (10) gemäß DIN EN 1729-1:2015, DIN EN 1729-1:2015/AC:2016 und/oder DIN EN 1729-2:2023 definiert sind.
 
11. Sitzmöbel (10) nach einem der Ansprüche 7 bis 10, wobei das erste Stuhlbein (12) einen ersten Abschnitt (38) und einen zweiten Abschnitt (40) aufweist, wobei der erste Abschnitt (38) und der zweite Abschnitt (40) in einem vorbestimmten Winkel zueinander angeordnet sind, um die erste vorbestimmte Kontur (32) auszubilden.
 
12. Sitzmöbel (10) nach einem der Ansprüche 6 bis 11, wobei das Sitzmöbel (10) ein zweites Stuhlbein (42) aufweist, welches eine zweite vorbestimmte Kontur (44) aufweist, wobei die erste vorbestimmte Kontur (32) und die zweite vorbestimmte Kontur (44) im Wesentlichen gleich sind.
 
13. Sitzgruppe (200) aufweisend:

- ein Sitzmöbel (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 12,

- einen höhenverstellbaren Tisch (100), wobei der höhenverstellbare Tisch (100) dazu eingerichtet ist, eine Tischplatte (102) des höhenverstellbaren Tisches (100) in einem vorbestimmten Bereich (104) zu verlagern, wobei das Sitzmöbel (10) dazu eingerichtet ist, für eine Vielzahl von Sitz- und/oder Lehnpositionen in dem vorbestimmten Bereich (104) eine Veränderung einer relativen Position (20) zwischen einer ersten Anliegefläche (16) und einer zweiten Anliegefläche (18) des Sitzmöbels (10) bereitzustellen, wobei die relative Position (20) zumindest eine Sitztiefenverstellung (22) umfasst.


 
14. Verfahren zur Herstellung eines Sitzmöbels (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 12, aufweisend die Schritte:

- Bereitstellen eines Stuhlbeins (12),

- Ausbilden zumindest eines Verstellmittels in dem Stuhlbein (12), sodass die erste Verstelleinheit (14) in unterschiedlichen Positionen, an dem Stuhlbein (12) anordenbar ist,

- Ausrichten eines ersten Pfades (28) des Stuhlbeins (12) zu einem zweiten Pfades (30) des Stuhlbeins (12), um eine Sitztiefenverstellung (22) des Sitzmöbels (10) bereitzustellen.


 
15. Verwendung eines Sitzmöbels (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 12, insbesondere in Kombination mit einem höhenverstellbaren Tisch (100), zum Ausbilden eine Sitzmöglichkeit mittels des Sitzmöbels (10) und/oder als Lehnmöglichkeit mittels des Sitzmöbels (10).
 




Zeichnung










Recherchenbericht









Recherchenbericht