[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betrieb eines Thermodruckers. Ferner betrifft
die Erfindung ein Computerprogrammprodukt, einen Thermodrucker und eine Steuereinheit
für einen derartigen Thermodrucker.
[0002] Ein Drucker ist ein Gerät, das dazu ausgebildet ist, Text und/oder Grafiken in maschinenlesbarer
Form einzulesen und auf einen Bedruckstoff zu übertragen, um ein Druckerzeugnis bereitzustellen.
[0003] Unter einem Bedruckstoff wird dabei ein Druckmaterial verstanden, das mit einem von
dem Drucker durchgeführten Druckverfahren bedruckt werden kann, während das Endergebnis
als Druckerzeugnis bezeichnet wird.
[0004] Thermodruck ist ein Druckverfahren, das auf punktueller Hitzeeinwirkung auf den Bedruckstoff
beruht. Gängige Anwendungen sind bspw. Kassendrucker, Fahrkartendrucker oder Drucker
für Parktickets. In diesem Fall ist der Drucker als Etikettendrucker ausgebildet,
der Etiketten von Rollen oder Fanfoldern endlos ausdrucken kann.
[0005] Z.B. kann ein derartiger Thermodrucker als Fahrkartendrucker ausgebildet sein.
[0006] Jedoch sind verschiedene Leistungsparameter, wie z.B. die Druckgeschwindigkeit eines
derartigen Thermodruckers temperaturabhängig. Je wärmer ein Druckkopf des Thermodruckers
ist, desto weniger Energie wird zum Drucken benötigt und desto schneller kann ein
Druckvorgang durchgeführt werden. Niedrige Umgebungstemperaturen reduzieren die Druckgeschwindigkeit,
weil ein längeres Heizen erforderlich ist, um die notwendige Aktivierungsenergie zu
erzeugen bzw. eine Farbumschlagtemperatur zu erreichen, bei der das Thermopapier aufgrund
der Hitzeeinwirkung einen Farbumschlag erfährt.
[0007] Es besteht also Bedarf daran, Wege aufzuzeigen, wie ein Betrieb eines derartigen
Thermodruckers auch bei niedrigen Temperaturen verbessert werden kann.
[0008] Die Aufgabe der Erfindung wird gelöst durch ein Verfahren zum Betrieb eines Thermodruckers,
zumindest mit dem Schritt:
Vorheizen eines Druckkopfs des Thermodruckers durch Ansteuern des Druckkopfs mit einem
Vorheiz-Ansteuersignal, wobei zumindest ein Vorheiz-Wert des Vorheiz-Ansteuersignals
eine kürzere Signaldauer und/oder eine geringere Signalhöhe als ein Druck-Wert eines
Druck-Ansteuersignals zum Erzeugen eines Aufdrucks auf einem Druckerzeugnis aufweist.
[0009] Es werden also zum Vorheizen des Druckkopfs Heizelemente des Druckkopfs zum Bedrucken
des Bedruckstoffes mit Werten angesteuert, die eine kürzere Signaldauer und/oder eine
geringere Signalhöhe haben als die Werte, mit denen die Heizelemente auf ihre Soll-Drucktemperatur
gebracht werden. Bei Temperaturwerten unterhalb der Soll-Drucktemperatur erfolgt kein
Bedrucken des Bedruckstoffes, da die Farbumschlagtemperatur, bei der das Thermopapier
aufgrund der Hitzeeinwirkung einen Farbumschlag erfährt, nicht erreicht wird. So kann
ohne zusätzliche Heizelemente der Druckkopf vor einem eigentlichen Druckvorgang vorgeheizt
werden, was den Betrieb bei niedrigen Temperaturen, z.B. von Temperaturen des Druckkopfes
im Bereich von 10°C bis 60°C, wie z.B. im Bereich unterhalb von 32°C, verbessert,
da so die Druckgeschwindigkeit gesteigert werden kann.
[0010] Gemäß einer Ausführungsform ist der Vorheiz-Wert des Vorheiz-Ansteuersignals eine
erste Zeitdauer und der Druck-Wert des Druck-Ansteuersignals ist eine zweite Zeitdauer.
Somit unterscheidet sich der Vorheiz-Wert des Vorheiz-Ansteuersignals von dem Druck-Wert
des Druck-Ansteuersignals durch eine verkürzte Signaldauer, während beide Werte die
gleiche Signalhöhe haben können. So können der Druck-Wert des Druck-Ansteuersignals
und der Vorheiz-Wert des Vorheiz-Ansteuersignals besonders einfach durch Variieren
einer Einschaltdauer bereitgestellt werden.
[0011] Es ist aber auch möglich, alternativ oder zusätzlich zu der Signaldauer die Signalhöhe
des Vorheiz-Wertes des Vorheiz-Ansteuersignals kleiner als den Druck-Wert des Druck-Ansteuersignals
zu wählen.
[0012] Gemäß einer weiteren Ausführungsform beträgt die erste Zeitdauer 1/10 bis 1/1000,
insbesondere 1/100 bis 1/300, insbesondere 1/30 bis 1/50, der zweiten Zeitdauer. Z.B.
kann die erste Zeitdauer im Bereich von mehreren Hundert µs liegen, während die zweite
Zeitdauer im Bereich von einigen µs liegt. So wird sichergestellt, dass es zu keinem
ungewollten Bedrucken des Bedruckstoffes während des Vorheizens kommt.
[0013] Gemäß einer weiteren Ausführungsform ist das Druckerzeugnis ein Linerless-Druckerzeugnis.
Das Linerless-Druckerzeugnis wird durch Bedrucken eines Linerless-Bedruckstoffs gebildet.
Dabei wird unter einem Linerless-Bedruckstoff ein trägerloser, zu einer Rolle aufgewickelter,
endloser Bedruckstoff verstanden, der auf einer Seite mit einem thermischen Druckverfahren
bedruckt werden kann. Ein derartiger Linerless-Bedruckstoff ist auf seiner Rückseite
mit einer Klebstoffbeschichtung versehen, während auf seiner Vorderseite eine Trennschicht
vorgesehen ist, die beim Aufwickeln zu einer Rolle in Kontakt mit der Rückseite mit
der Klebstoffbeschichtung kommt und ein ungewolltes Verkleben des zur Rolle aufgewickelten
Linerless-Bedruckstoff verhindert. Bei Linerless-Bedruckstoff wird bei einem kalten
Druckkopf des Thermodruckers zusätzlich die Neigung zur Streifenbildung erhöht, da
sich partiell Silikon des Lineless-Bedruckstoffs löst und sich auf dem Druckkopf anhäuft.
Die Anhäufung von Silikon kann bewirken, dass an Stellen mit Silikonanhäufung nicht
mehr gedruckt werden kann. Die Folge ist, dass in Druckrichtung ungewollte Steifen
entstehen. Durch das Vorheizen kann einer Streifenbildung auf dem Druckerzeugnis entgegengewirkt
werden, die sonst bei einem Betrieb des Thermodruckers z.B. in einem Temperaturbereich
von 10°C bis 60°C, wie z.B. bei niedrigen Temperaturen, z.B. bei Temperaturen des
Druckkopfes im Bereich unterhalb von 32°C, auftreten. So kann das Druckergebnis verbessert
werden.
[0014] Gemäß einer weiteren Ausführungsform weist das Verfahren die weiteren Schritte auf:
Einlesen eines Temperatur-Wertes indikativ für eine Temperatur,
Vergleichen des Temperatur-Wertes mit zumindest einem unteren Referenz-Wert und Durchführen
des Schritts Vorheizen eines Druckkopfs des Thermodruckers, wenn der Temperatur-Wert
kleiner als der untere Referenz-Wert ist.
[0015] Mit anderen Worten, das Vorheizen wird nur dann durchgeführt, wenn ein gemessener
Temperaturwert z.B. am Druckkopf kleiner als der untere Referenz-Wert ist. Der untere
Referenzwert kann in einem Temperaturbereich von 10°C bis 60°C liegen. Er kann z.B.
32°C betragen. Somit wird ein unnötiges Heizen vermieden, wenn der Thermodrucker sich
in einer warmen Umgebung befindet. Dies spart zum einen Betriebsenergie, erlaubt aber
zum anderen eine schnellere Inbetriebnahme des Thermodruckers, da eine Phase des Vorheizens
entfallen kann.
[0016] Gemäß einer weiteren Ausführungsform wird im Schritt Vorheizen eines Druckkopfs des
Thermodruckers eine Signalfolge verwendet, wobei die Signalfolge zumindest das Vorheiz-Ansteuersignal
enthält, wobei die Signalfolge eine zumindest binäre Signalfolge mit zumindest einem
Pegel logisch Eins und einem Pegel logisch Null ist. Im Betrieb werden während eines
ersten Teilschritts des Vorheizmodus im vorliegenden Ausführungsbeispiel die Heizelemente
der Thermoleiste mit der Signalfolge mittels eines Schieberegisters angesteuert. Ein
erstes Heizelement der Thermoleiste wird wegen des Signalpegels logisch Eins vorgewärmt,
während z.B. das zweite, dritte und vierte Heizelement wegen des Signalpegels logisch
Null nicht vorgewärmt werden. Ein z.B. fünftes Heizelement der Thermoleiste wird wegen
des Signalpegels logisch Eins vorgewärmt, während z.B. das sechste, siebte und achte
Heizelementwegen des Signalpegels logisch Null nicht vorgewärmt werden. In einem weiteren
Teilschritt erfolgt eine zyklische Bitverschiebung (auch Bitrotation) um ein Bit,
z.B. wird das letzte Bit der Signalfolge an den Anfang der Signalfolge verschoben,
und die Heizelemente der Thermoleiste werden mit der nun geänderten Signalfolge angesteuert.
In der Folge wird nun das zweite Heizelement der Thermoleiste wegen des Signalpegels
logisch Eins vorgewärmt, während das erste, dritte und vierte Heizelement wegen des
Signalpegels logisch Null nicht vorgewärmt werden. Ebenso wird das sechste Heizelement
der Thermoleiste wegen des Signalpegels logisch Eins vorgewärmt, während das fünfte,
siebte und achte Heizelement wegen des Signalpegels logisch Null nicht vorgewärmt
werden. In einem weiteren Teilschritt während des Vorheizmodus erfolgt eine weitere
zyklische Bitverschiebung um ein Bit usw., so dass nacheinander zeitlich versetzt
unmittelbar benachbarte Heizelemente vorgewärmt werden. So wird während des ersten
Teilschritts das erste Heizelement vorgewärmt, das zweite Heizelement als unmittelbarer
Nachbar zum ersten Heizelement nicht. Im zweiten Teilschritt wird dann das zweite
Heizelement vorgewärmt, das erste und das dritte Heizelement als unmittelbarere Nachbarn
zum zweiten Heizelement nicht, usw. So wird erreicht, dass die Heizelemente der Thermoleiste
sich zwischenzeitlich abkühlen können. Dadurch wird sichergestellt, dass die Heizelemente
sich nicht übermäßig aufheizen und eine ungewollte hohe Temperatur erreichen, ab der
ein ungewollter Farbumschlag erfolgen könnte.
[0017] Ferner gehören zur Erfindung ein Computerprogrammprodukt, ein Thermodrucker und eine
Steuereinheit für einen derartigen Thermodrucker.
[0018] Es wird nun die Erfindung anhand der Figuren erläutert. Es zeigen:
- Figur 1
- in schematischer Darstellung Komponenten eines Thermodruckers.
- Figur 2
- in schematischer Darstellung eine Signalfolge zum Betrieb des in der Figur 1 gezeigten
Thermodruckers.
- Figur 3
- in schematischer Darstellung einen Verfahrensablauf zum Betrieb des in der Figur 1
gezeigten Thermodruckers.
[0019] Es wird zunächst auf Figur 1 Bezug genommen.
[0020] Dargestellt sind Komponenten eines Thermodruckers 2.
[0021] Bei den Komponenten handelt es sich um einen Druckkopf 4, eine Antriebswalze 6, eine
Steuereinheit 10 und einen Temperatursensor 14.
[0022] Mit dem Druckkopf 4 kann ein Bedruckstoff 20 mittels Thermodruck bedruckt werden,
um ein Druckerzeugnis 8 bereitzustellen. Der Druckkopf 4 weist hierzu im vorliegenden
Ausführungsbeispiel eine Thermoleiste 12 mit einer Mehrzahl von Heizelementen 16 mit
je einem Heizwiderstand auf, die in einer Reihe angeordnet sind.
[0023] Die Antriebswalze 6 dient zum Fördern des Druckerzeugnisses 8 zu einem Auslass 18
des Thermodruckers 2.
[0024] Bei dem Druckerzeugnis 8 handelt es sich im vorliegenden Ausführungsbeispiel um ein
Linerless-Druckerzeugnis, das durch Bedrucken von Linerless-Bedruckstoff bereitgestellt
wird.
[0025] Der Bedruckstoff 20, im vorliegenden Ausführungsbeispiel ein Linerless-Bedruckstoff,
ist auf seiner Rückseite mit einer Klebstoffbeschichtung 24 versehen, während auf
seiner Vorderseite eine Trennschicht 22 vorgesehen ist, die beim Aufwickeln z.B. zu
einer Rolle in Kontakt mit der Rückseite mit der Klebstoffbeschichtung 24 kommt und
ein ungewolltes Verkleben des zur Rolle aufgewickelten Linerless-Bedruckstoffs verhindert.
[0026] Die Steuereinheit 10 ist im vorliegenden Ausführungsbeispiel dazu ausgebildet, einen
Temperatur-Wert W, z.B. eine Temperatur des Druckkopfes 4 des Thermodruckers 2, einzulesen.
[0027] Der Temperatur-Wert W wird mit dem Temperatursensor 14 erfasst, der hierzu im vorliegenden
Ausführungsbeispiel wärmeleitend mit dem Druckkopf 4 verbunden ist.
[0028] Die Steuereinheit 10 ist ferner dazu ausgebildet, den Temperatur-Wert W mit einem
unteren Referenz-Wert UR und einem oberen Referenz-Wert OR zu vergleichen. Der untere
Referenz-Wert UR kann z.B. in einem Temperaturbereich von 10°C bis 60°C liegen, während
der obere Referenz-Wert OR z.B. in einem Temperaturbereich von 12°C bis 65°C liegen
kann. Der untere Referenz-Wert UR wie auch der obere Referenz-Wert OR können aber
auch in einem anderen Temperaturbereich liegen, in dem eine optimal Betriebstemperatur
des Druckkopfes 4 liegt. Im vorliegenden Ausführungsbeispiel beträgt z.B. der untere
Referenz-Wert UR 32°C und der obere Referenz-Wert OR 35°C.
[0029] Wenn der Temperatur-Wert W im vorliegenden Ausführungsbeispiel z.B. größer als der
obere Referenz-Wert OR ist, betreibt die Steuereinheit 10 den Thermodrucker 2 in einem
Druckmodus zum Bedrucken des Bedruckstoffs 20, um das Druckerzeugnis 8 bereitzustellen.
[0030] Hierzu wird im vorliegenden Ausführungsbeispiel der Druckkopf 4 von der Steuereinheit
10 mit einem Druck-Ansteuersignal DAS angesteuert, das einen Druck-Wert aufweist,
mit dem die Heizelemente 16 der Thermoleiste 12 aktiviert werden und sich damit erwärmen.
Die Ansteuerung mit dem Druck-Wert bewirkt dabei, dass eine Farbumschlagtemperatur
erreicht wird, so dass in dem Druckmodus der Bedruckstoff 20 bedruckt wird, um das
Druckerzeugnis 8 bereitzustellen. Zugleich steuert die Steuereinheit 10 einen Motor
26 der Antriebswalze 6 an, um das Druckerzeugnis 8 in Richtung des Auslasses 18 zu
fördern.
[0031] Wenn im vorliegenden Ausführungsbeispiel der Temperatur-Wert W hingegen kleiner als
der untere Referenz-Wert UR ist, betreibt die Steuereinheit 10 den Thermodrucker 2
in einem Vorheizmodus zum Vorheizen des Druckkopfs 4.
[0032] Hierzu wird im vorliegenden Ausführungsbeispiel der Druckkopf 4 von der Steuereinheit
10 mit einem Vorheiz-Ansteuersignal VAS angesteuert, das einen Vorheiz-Wert aufweist,
mit dem die Heizelemente 16 der Thermoleiste 12 aktiviert werden und sich damit erwärmen.
Jedoch wird während des Vorheizmodus die Farbumschlagtemperatur nicht erreicht, d.h.
in dem Vorheizmodus wird der Bedruckstoff 20 nicht bedruckt und kein Druckerzeugnis
8 bereitgestellt. Des Weiteren steuert die Steuereinheit 10 während des Vorheizmodus
den Motor 26 der Antriebswalze 6 nicht an. Somit wird während des Vorheizmodus das
Druckerzeugnis 8 nicht in Richtung des Auslasses 18 gefördert.
[0033] Hierzu weist im vorliegenden Ausführungsbeispiel der Vorheiz-Wert des Vorheiz-Ansteuersignals
VAS eine erste Zeitdauer T1 auf, die kürzer als eine zweite Zeitdauer T2 eines Druck-Wertes
eines Druck-Ansteuersignals DAS ist. Die erste Zeitdauer T1 kann 1/10 bis 1/1000,
insbesondere 1/100 bis 1/300, insbesondere 1/30 bis 1/50, der zweiten Zeitdauer T2
betragen. Im vorliegenden Ausführungsbeispiel beträgt die erste Zeitdauer T1 5 µs,
während die zweite Zeitdauer T2 200 µs lang ist. Hingegen sind im vorliegenden Ausführungsbeispiel
die jeweiligen Signalhöhen des Druck-Ansteuersignals DAS und des Vorheiz-Ansteuersignals
VAS gleich hoch.
[0034] Sobald der Temperatur-Wert W den oberen Referenz-Wert OR erreicht, wird der Vorheizmodus
beendet und in den Druckmodus gewechselt.
[0035] Es wird nun zusätzlich auf Figur 2 Bezug genommen.
[0036] Dargestellt ist eine vorbestimmte Signalfolge SF, die während des Vorheizmodus zum
Vorheizen des Druckkopfs 4 verwendet wird.
[0037] Dabei weist die Signalfolge SF im vorliegenden Ausführungsbeispiel eine vorbestimmte
Länge auf, z.B. von einem oder mehreren Byte.
[0038] Im vorliegenden Ausführungsbeispiel ist die Signalfolge SF eine binäre Signalfolge
mit den beiden Signalpegeln logisch Eins und logisch Null. Abweichend vom vorliegenden
Ausführungsbeispiel kann die Signalfolge SF auch mehrwertig sein, d.h. mehr als zwei
Signalpegel aufweisen, z.B. drei oder vier Signalpegel.
[0039] Im vorliegenden Ausführungsbeispiel weist die Signalfolge SF folgendes Muster auf:
Auf einen Signalpegel logisch Eins folgen drei Signalpegel logisch Null. Abweichend
vom vorliegenden Ausführungsbeispiel kann die Anzahl der Signalpegel logisch Null
auch eine andere sein, z.B. Eins oder 10, 100 oder 1000. Ferner kann die Anzahl der
Signalpegel logisch Null selbst gemäß einem vorbestimmten Muster variieren. So können
z.B. auf den Signalpegel logisch Eins 100 Signalpegeln logisch Null folgen, gefolgt
von einem Signalpegel logisch Eins, gefolgt von 1000 Signalpegeln logisch Null, gefolgt
von einem Signalpegel logisch Eins, gefolgt von 100 Signalpegeln logisch Null, gefolgt
von einem Signalpegel logisch Eins, gefolgt von 1000 Signalpegeln logisch Null usw.
[0040] Im Betrieb werden in einem ersten Teilschritt während des Vorheizmodus im vorliegenden
Ausführungsbeispiel die Heizelemente 16 der Thermoleiste 12 mit der Signalfolge SF
mittels eines Schieberegisters angesteuert. Ein erstes Heizelement 16 der Thermoleiste
12 wird wegen des Signalpegels logisch Eins vorgewärmt, während das zweite, dritte
und vierte Heizelement 16 des Signalpegels logisch Null nicht vorgewärmt werden. Ein
fünftes Heizelement 16 der Thermoleiste 12 wird wegen des Signalpegels logisch Eins
vorgewärmt, während das sechste, siebte und achte Heizelement 16 wegen des Signalpegels
logisch Null nicht vorgewärmt werden.
[0041] In einem weiteren Teilschritt während des Vorheizmodus erfolgt im vorliegenden Ausführungsbeispiel
eine zyklische Bitverschiebung (auch Bitrotation) um ein Bit: Im vorliegenden Ausführungsbeispiel
wird nach links verschoben, d.h. das letzte Bit der Signalfolge SF wird an den Anfang
der Signalfolge SF verschoben.
[0042] Abweichend vom vorliegenden Ausführungsbeispiel kann auch eine Bitverschiebung um
mehrere Bits, z.B. zwei, drei oder fünf, erfolgen. Des Weiteren kann abweichend vom
vorliegenden Ausführungsbeispiel eine Bitverschiebung nach rechts erfolgen, d.h. das
erste Bit der Signalfolge SF wird an das Ende der Signalfolge SF verschoben.
[0043] In der Folge wird nun das zweite Heizelement 16 der Thermoleiste 12 wegen des Signalpegels
logisch Eins vorgewärmt, während das erste, dritte und vierte Heizelement wegen des
Signalpegels logisch Null nicht vorgewärmt werden. Ebenso wird das sechste Heizelement
16 der Thermoleiste 12 wegen des Signalpegels logisch Eins vorgewärmt, während das
fünfte, siebte und achte Heizelement 16 wegen des Signalpegels logisch Null nicht
vorgewärmt werden.
[0044] In einem weiteren Teilschritt während des Vorheizmodus erfolgt im vorliegenden Ausführungsbeispiel
eine weitere zyklische Bitverschiebung um ein Bit usw., so dass nacheinander zeitlich
versetzt unmittelbar benachbarte Heizelemente 16 vorgewärmt werden. So wird während
des ersten Teilschritts das erste Heizelement vorgewärmt, das zweite Heizelement 16
als unmittelbarer Nachbar zum ersten Heizelement 16 nicht. Im zweiten Teilschritt
wird dann das zweite Heizelement vorgewärmt, das erste und das dritte Heizelement
16 als unmittelbarer Nachbarn zum zweiten Heizelement 16 nicht, usw.
[0045] So wird erreicht, dass die Heizelemente 16 der Thermoleiste 12 sich zwischenzeitlich
abkühlen können. Dadurch wird sichergestellt, dass die Heizelemente 16 sich nicht
übermäßig aufheizen und eine Temperatur erreichen, ab der ein ungewollter Farbumschlag
erfolgt.
[0046] Dabei ist im vorliegenden Ausführungsbeispiel jeweils eine Phase der Signalfolge
SF mit dem Signalpegel logisch Eins jeweils ein Vorheiz-Ansteuersignal VAS. Mit anderen
Worten, im vorliegenden Ausführungsbeispiel hat die Phase der Signalfolge SF mit dem
Signalpegel logisch Eins die erste Zeitdauer T1 von 5 µs.
[0047] Im vorliegenden Ausführungsbeispiel sind die Phasen der Signalfolge SF mit dem Signalpegel
logisch Eins und logisch Null gleich lang. Somit haben im vorliegenden Ausführungsbeispiel
die Heizelemente 16 jeweils 15 µs Zeit sich abzukühlen. Abweichend vom vorliegenden
Ausführungsbeispiel können die Phasen der Signalfolge SF mit dem Signalpegel logisch
Eins und logisch Null auch unterschiedlich lang sein.
[0048] Es wird nun unter zusätzlicher Bezugnahme auf die Figur 3 ein Verfahren zum Betrieb
des Thermodruckers 2 erläutert.
[0049] In einem ersten Schritt S100 wird der mit dem Temperatursensor 14 gemessene Temperatur-Wert
W von der Steuereinheit 10 eingelesen.
[0050] In einem weiteren Schritt S200 vergleicht die Steuereinheit 10 den Temperatur-Wert
W mit dem unteren Referenz-Wert UR und dem oberen Referenzwert OR.
[0051] Wenn der Temperatur-Wert W kleiner als der unterer Referenz-Wert UR ist, steuert
die Steuereinheit 10 in einem weiteren Schritt S300 den Thermodrucker 2 im Vorheizmodus
an.
[0052] Hierzu wird im vorliegenden Ausführungsbeispiel der Druckkopf 4 des Thermodruckers
2 mit dem Vorheiz-Ansteuersignal VAS mit dem Vorheiz-Wert angesteuert, der die erste
Zeitdauer T1 von 5 µs aufweist.
[0053] Im Betrieb werden hierzu im vorliegenden Ausführungsbeispiel während eines ersten
Teilschritts des Vorheizmodus die Heizelemente 16 der Thermoleiste 12 mit der Signalfolge
SF mittels eine Schieberegisters angesteuert. Ein erstes Heizelement 16 der Thermoleiste
12 wird wegen des Signalpegels logisch Eins vorgewärmt, während das zweite, dritte
und vierte Heizelement 16 wegen des Signalpegels logisch Null nicht vorgewärmt werden.
Ein fünftes Heizelement 16 der Thermoleiste 12 wird wegen des Signalpegels logisch
Eins vorgewärmt, während das sechste, siebte und achte Heizelement 16 wegen des Signalpegels
logisch Null nicht vorgewärmt werden.
[0054] In einem weiteren Teilschritt erfolgt im vorliegenden Ausführungsbeispiel während
des Vorheizmodus eine zyklische Bitverschiebung (auch Bitrotation) um ein Bit, d.h.
das letzte Bit der Signalfolge SF wird an den Anfang der Signalfolge SF verschoben.
[0055] In der Folge wird nun das zweite Heizelement 16 der Thermoleiste 12 wegen des Signalpegels
logisch Eins vorgewärmt, während das erste, dritte und vierte Heizelement 16 wegen
des Signalpegels logisch Null nicht vorgewärmt werden. Ebenso wird das sechste Heizelement
16 der Thermoleiste 12 wegen des Signalpegels logisch Eins vorgewärmt, während das
fünfte, siebte und achte Heizelement 16 wegen des Signalpegels logisch Null nicht
vorgewärmt werden.
[0056] In einem weiteren Teilschritt erfolgt im vorliegenden Ausführungsbeispiel während
des Vorheizmodus eine weitere zyklische Bitverschiebung um ein Bit usw., so dass nacheinander
zeitlich versetzt unmittelbar benachbarte Heizelemente 16 vorgewärmt werden. So wird
während des ersten Teilschritts das erste Heizelement vorgewärmt, das zweite Heizelement
16 als unmittelbarer Nachbar zum ersten Heizelement 16 nicht. Im zweiten Teilschritt
wird dann das zweite Heizelement vorgewärmt, das erste und das dritte Heizelement
16 als unmittelbarere Nachbarn zum zweiten Heizelement 16 nicht, usw.
[0057] Wenn hingegen der Temperatur-Wert W größer als der obere Referenz-Wert OR ist, steuert
die Steuereinheit 10 in einem weiteren Schritt S400 den Thermodrucker 2 im Druckmodus
an.
[0058] Hierzu wird im vorliegenden Ausführungsbeispiel der Druckkopf 4 des Thermodruckers
2 mit dem Druck-Ansteuersignal DAS mit dem Druck-Wert angesteuert, wobei im vorliegenden
Ausführungsbeispiel der Druck-Wert die zweite Zeitdauer T2 von 200 µs aufweist.
[0059] Abweichend vom vorliegenden Ausführungsbeispiel kann die Reihenfolge der Schritte
auch eine andere sein. Ferner können mehrere Schritte auch zeitgleich bzw. simultan
ausgeführt werden. Des Weiteren können auch abweichend vom vorliegenden Ausführungsbeispiel
einzelne Schritte übersprungen oder ausgelassen werden.
[0060] So kann ohne zusätzliche Heizelemente der Druckkopf 4 vor einem eigentlichen Druckvorgang
vorgeheizt werden, was den Betrieb bei niedrigen Temperaturen, z.B. in einem Bereich
von 10°C bis 60°C, wie z.B. im Bereich von unterhalb 32°C, verbessert, da so die Druckgeschwindigkeit
gesteigert werden kann.
[0061] Ferner kann durch das Vorheizen einer Streifenbildung auf dem Linerless-Druckerzeugnis
entgegengewirkt werden, die sonst bei einem Betrieb des Thermodruckers 2 bei niedrigen
Temperaturen z.B. in einem Bereich von 10°C bis 60°C, wie z.B. bei Temperaturen im
Bereich unterhalb von 32°C, auftreten. So kann das Druckergebnis verbessert werden.
Bezugszeichenliste
[0062]
- 2
- Thermodrucker
- 4
- Druckkopf
- 6
- Antriebswalze
- 8
- Druckerzeugnis
- 10
- Steuereinheit
- 12
- Thermoleiste
- 14
- Temperatursensor
- 16
- Heizelement
- 18
- Auslass
- 20
- Bedruckstoff
- 22
- Trennschicht
- 24
- Klebstoffbeschichtung
- 26
- Motor
- DAS
- Druck-Ansteuersignal
- OR
- oberer Referenz-Wert
- R
- Referenz-Wert
- SF
- Signalfolge
- UR
- unterer Referenz-Wert
- VAS
- Vorheiz-Ansteuersignal
- W
- Temperatur-Wert
- S100
- Schritt
- S200
- Schritt
- S300
- Schritt
- S400
- Schritt
1. Verfahren zum Betrieb eines Thermodruckers (2), zumindest mit dem Schritt:
(S300) Vorheizen eines Druckkopfs (4) des Thermodruckers (2) durch Ansteuern des Druckkopfs
(4) mit einem Vorheiz-Ansteuersignal (VAS),
wobei zumindest ein Vorheiz-Wert des Vorheiz-Ansteuersignals (VAS) eine kürzere Signaldauer
und/oder eine geringere Signalhöhe als ein Druck-Wert eines Druck-Ansteuersignals
(DAS) zum Erzeugen eines Aufdrucks auf einem Druckerzeugnis (8) aufweist.
2. Verfahren nach Anspruch 1, wobei der Vorheiz-Wert des Vorheiz-Ansteuersignals (VAS)
eine erste Zeitdauer (T1) und der Druck-Wert des Druck-Ansteuersignals (DAS) eine
zweite Zeitdauer (T2) ist.
3. Verfahren nach Anspruch 2, wobei die erste Zeitdauer (T1) 1/10 bis 1/1000, insbesondere
1/100 bis 1/300, insbesondere 1/30 bis 1/50, der zweiten Zeitdauer (T2) beträgt.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei das Druckerzeugnis (8) ein Linerless-Druckerzeugnis
ist.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, mit den weiteren Schritten:
(S100) Einlesen eines Temperatur-Wertes (W) indikativ für eine Temperatur, und
(S200) Vergleichen des Temperatur-Wertes (W) mit zumindest einem unteren Referenz-Wert
(UR) und Durchführen des Schritts (S300) Vorheizen des Druckkopfs (4) des Thermodruckers
(2), wenn der Temperatur-Wert (W) kleiner als der untere Referenz-Wert (UR) ist.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, wobei im Schritt (S300) Vorheizen eines
Druckkopfs (4) des Thermodruckers (2) eine Signalfolge (SF) verwendet wird, wobei
die Signalfolge (SF) zumindest das Vorheiz-Ansteuersignal (VAS) enthält, wobei die
Signalfolge (SF) eine zumindest binäre Signalfolge mit zumindest einem Pegel logisch
Eins und einem Pegel logisch Null ist.
7. Computerprogrammprodukt, ausgebildet zum Ausführen eines Verfahrens nach einem der
Ansprüche 1 bis 6.
8. Thermodrucker (2) mit zumindest einem Druckkopf (4), wobei der Druckkopf (4) mit einem
Vorheiz-Ansteuersignal (VAS) und mit einem Druck-Ansteuersignal (DAS) ansteuerbar
ist, wobei zumindest ein Vorheiz-Wert des Vorheiz-Ansteuersignals (VAS) eine kürzere
Signaldauer und/oder eine geringere Signalhöhe als ein Druck-Wert des Druck-Ansteuersignals
(DAS) zum Erzeugen eines Aufdrucks auf einem Druckerzeugnis (8) aufweist.
9. Thermodrucker (2) nach Anspruch 8, wobei der Vorheiz-Wert des Vorheiz-Ansteuersignals
(VAS) eine erste Zeitdauer (T1) und der Druck-Wert des Druck-Ansteuersignals (DAS)
eine zweite Zeitdauer (T2) ist.
10. Thermodrucker (2) nach Anspruch 9, wobei die erste Zeitdauer (T1) 1/10 bis 1/1000,
insbesondere 1/100 bis 1/300, insbesondere 1/30 bis 1/50, der zweiten Zeitdauer (T2)
beträgt.
11. Thermodrucker (2) nach einem der Ansprüche 8 bis 10, wobei das Druckerzeugnis (8)
ein Linerless-Druckerzeugnis ist.
12. Thermodrucker (2) nach einem der Ansprüche 8 bis 11, mit einer Steuereinheit (10),
wobei die Steuereinheit (10) dazu ausgebildet ist, einen Temperatur-Wert (W) indikativ
für eine Temperatur einzulesen, den Temperatur-Wert (W) mit zumindest einem unteren
Referenz-Wert (UR) zu vergleichen und zum Durchführen des Vorheizens des Drucckopfs
(4) des Thermodruckers (2), wenn der Temperatur-Wert (W) kleiner als der untere Referenz-Wert
(UR) ist.
13. Thermodrucker (2) nach einem der Ansprüche 8 bis 12, mit einer Steuereinheit (10),
wobei die Steuereinheit (10) dazu ausgebildet ist, eine Signalfolge (SF) bereitzustellen,
wobei die Signalfolge (SF) zumindest das Vorheiz-Ansteuersignal (VAS) enthält, wobei
die Signalfolge (SF) eine zumindest binäre Signalfolge mit zumindest einem Pegel logisch
Eins und einem Pegel logisch Null ist.
14. Steuereinheit (10) für einen Thermodrucker (2) nach einem der Ansprüche 8 bis 13.