[0001] Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Lichtsignal zur Steuerung eines Verkehrsmittels,
im besonderen eines Schienenfahrzeugs.
[0002] Lichtsignale werden auf breiter Front eingesetzt um Verkehrsflüsse zu steuern, wie
beispielsweise im schienengebundenen Verkehr und im Strassenverkehr.
[0003] Je nach Standort sind die Lichtsignale beispielsweise in den Bergen und in nordischen
Ländern oft sehr lange winterlichen Wetterverhältnissen ausgesetzt. Besonders Nassschnee
kann dazu führen, dass ein Lichtpunkt des Lichtsignals wegen von der Schute herabhängendem
Schnee und/oder wegen direkt auf der Frontscheibe befindlichem Schnee nicht mehr ausreichend
gut und früh genug wahrgenommen werden kann. Im schlimmsten Fall droht beispielsweise
sogar eine Überfahrt eines Rotlicht anzeigenden Eisenbahnsignals mit den entsprechenden
Sicherheitsgefahren.
[0004] Sehr häufig sind die einzelnen Leuchtpunkte aber so konstruiert, dass ein Leuchtmittel
eines Lichtpunkts in einem vergleichsweise gut abgeschlossenen Volumen angeordnet
ist. Dabei erzeugen gerade Glühfadenlampen, die im Eisenbahnverkehr typischerweise
Leistungsaufnahmen von 10 bis 50 Watt aufweisen, eine vergleichsweise grosse Wärmeleistung,
die in der Regel ausreicht, die Frontscheibe des Lichtpunkts entsprechend von innen
her zu erwärmen. Somit kann besonders angeblasener Nassschnee nur schlecht an der
Aussenseite der Frontscheibe haften bleiben. Zudem erwärmt die von der Frontscheibe
aufsteigende Wärme auch die den Lichtpunkt nach oben gegen Niederschlag schützende
Schute, sodass die Gefahr von überhängendem Schnee und ein Verdecken des Lichtpunkts
relativ sicher ausgeschlossen werden kann.
[0005] Aus Gründen längeren Standzeit und des geringen Wartungsaufwandes werden aber mehr
und mehr Lichtpunkte speziell von Eisenbahnsignalen mit LED-Leuchtmittel ausgerüstet,
die zur Erreichung derselben Leuchtstärke eine viel geringere elektrische Leistung
aufnehmen müssen. Zudem ist auch die Wärmeentwicklung eines LED-Leuchtmittels erheblich
geringer als die einer klassischen Glühfadenlampe.
[0006] Somit ist das Problem der ausreichenden Sichtbarkeit von Lichtpunkten bei winterlichen
Wetterverhältnissen, im Besondere ist da angeblasener Nassschnee zu nennen, wieder
virulent, da die von dem LED-Leuchtmittel erzeugte Wärme nun nicht mehr ausreichen
kann, die Frontscheibe und die Schute schneefrei zu halten.
[0007] Gerade weil die Lichtsignale im Bereich von Bahnen und Strassen der Witterung ausgesetzt
sind und Ablagerungen von Schnee/ Eis / Frost auf der Oberfläche von Signalgläsern
die Erkennbarkeit beeinträchtigen können, werden zur Verringerung dieser sicherheitsrelevanten
Beeinträchtigungen separate Signalheizungen eingesetzt, welche in Form von elektrischen
Heizungen (ohmscher Widerstand) z.B. in und/oder an der Oberfläche/ oder im Gehäuse
eines Signals verbaut werden. Diese Heizungen werden von einer elektrischen Versorgung
gespiesen. Ein besonderes Problem bilden hierbei die Anzahl der einzelnen Lichtpunkte,
welche an einem Signalstandort geheizt werden müssen, sowie auch die Distanz der elektrischen
Versorgung zum Signalstandort. Bei Signalen im Bereich der Bahntechnik sind alle Lichtpunkte
zur Bestimmung des Signalbegriffes notwendig, weshalb entweder alle Lichtpunkte geheizt
sein müssen, oder gar kein Lichtpunkt, da ansonsten eine fehlerhafte Interpretation
des Signalbegriffes erfolgen kann. Daher werden die Signalheizungen einzelner Lichtpunkte
in Reihe geschaltet, so dass der Ausfall einer einzelnen Heizung alle Lichtpunkte
betrifft und somit zumindest keine die signaltechnische Sicherheit gefährdende Fehlinterpretation
stattfinden kann.
[0008] Die Reihenschaltung von ohmschen Verbrauchern bedeutet für die Versorgung des Signalsystems
eine Herausforderung bei der Dimensionierung. Dies gilt besonders auch im Bezug auf
den Hintergrund, dass die Signalstandorte häufig weit entfernt von der eigentlichen
Versorgung verbaut werden (Bahntechnik: Technikraum kann mehrere Kilometer vom Signalstandort
entfernt sein). Damit wird auch Leitungsbelag, insbesondere der Anteil des ohmsche
Widerstand der Zuleitung, als Spannungsteiler relevant.
[0009] Diesem Problem wurde bisher bei Bahnanlagen Rechnung getragen, indem im Technikraum
eine Spannungsversorgung im klassischen Sinn mit Trafo mit unterschiedlichen Spannungswerten
und zusätzlichen Vorwiderständen bereitgestellt wird. Damit kann pro Signalstandort
die notwendige Spannung eingestellt werden, wenn z.B. auch noch ein Regelwiderstand
Anwendung findet. Diese Form der Versorgung bedeutet eine individuelle Betrachtung
jeden Standorts und der Anzahl der Lichtpunkte als auch der vorhandenen Leitungslängen
bis zum Signalstandort.
[0010] Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Lichtsignal anzugeben,
dessen Lichtpunkte mit einfachen Massnahmen auch bei winterlichen Wetterverhältnissen
immer sicher wahrgenommen werden können.
[0011] Die Aufgabe wird erfindungsgemäss durch ein Lichtsignal zur Steuerung eines Verkehrsmittels,
im besonderen eines Schienenfahrzeugs, gelöst, umfassend:
- a) mindestens einen Leuchtpunkt, der ein Volumen definiert, in dem ein diesem Leuchtpunkt
zugeordnetes Leuchtmittel angeordnet ist;
- b) eine das Volumen in Abstrahlrichtung begrenzende und für das Licht des Leuchtmittels
durchlässige Frontscheibe,
- c) ein in dem Volumen und/oder in der Frontscheibe angeordnetes Heizelement; und
- d) eine Steuerungsschaltung zur Versorgung des Leuchtpunkts und des Heizelements mit
elektrischer Leistung, wobei für die Versorgung des Heizelements eine Konstantstromquelle
vorgesehen ist, die einen vorgebbaren Strom für den Stromkreis des Heizelements bereitstellt.
[0012] Auf diese Weise ist es möglich die Frontscheibe und/oder die Schute des Lichtpunkts
weitgehend schneefrei zu halten, um die Sichtbarkeit des Lichtpunkts auch bei widrigen
Wetterverhältnissen garantierten zu können. Die Steuerungsschaltung kann dabei auch
über Kommunikationsmittel verfügen, die in Antwort auf die herrschenden Wetterverhältnisse
Steuersignale zum Einschalten des Heizelements empfangen können. Somit kann das Heizelement
beispielsweise gezielt nur bei Schneefall oder einer speziellen Nassschneewetterlage
eingeschaltet werden. Durch die Bereitstellung des elektrischen Leistung für das oder
die in Serie geschalteten Heizelemente mehrerer Leuchtpunkte durch eine Stromquelle
ist gewährleistet, dass immer der für eine ausreichende Heizung des Leuchtpunkte genügende
Strom durch das oder die Heizelemente fliesst.
[0013] Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der vorliegenden Erfindung sind den übrigen
Unteransprüchen zu entnehmen.
[0014] Vorteilhafte Ausführungsbeispiele der vorliegenden Erfindung werden anhand der Zeichnung
näher erläutert. Dabei zeigt die Figur in schematischer Ansicht ein Lichtsignal 2
mit einem LED-Leuchtpunkt 4 und eine mit Drahtfilamenten 6 versehene Frontscheibe
8. Das Lichtsignal 2 ruht auf einem Signalmast 10 und umfasst weiter eine Steuereinheit
12 zur Anschaltung des LED-Leuchtpunkts 4. Die Steuereinheit 12 erhält ihre Steuerbefehle
von einer Stellwerkkarte 26 in einem Stellwerk 30 über entsprechende Zuleitungen 14,
über die auch die Energie zum Betrieb des LED-Leuchtpunkts 4 und dessen begleitendes
Heizmittel geliefert wird. Zudem kann die Steuereinheit 12 bei entsprechender Ausgestaltung
über die Zuleitungen 14 auch entsprechende Status- und/oder Diagnosemeldungen an das
Stellwerk zurückgeben. Das Stellwerk kann daher als zentrale Einheit in einem Stellwerkgebäude
oder als dezentrale einzelne Logikeinheit direkt am Gleis in der Nähe des Lichtsignals
2 ausgestaltet sein.
[0015] Die Steuereinheit 12 verfügt weiter über Zuleitungen 16 zu einer Heizpatrone 18 und
über Zuleitungen 20 zu den in der Frontscheibe 8 integrierten Drahtfilamenten 6. Alle
vorstehende genannten Komponenten befinden sich in einem Signalkasten, der an dem
Signalmast 10 aufgehängt ist. In Annäherung an das Lichtsignal 2 sieht ein Fahrzeugführer
den LED-Leuchtpunkt 4, der entsprechend durch die Frontscheibe 8, die auch linsenförmige
Elemente zur Fokussierung des von dem LED-Leuchtpunkt 4 angestrahlten Lichts umfassen
kann, abgebildet und von einer Signalplatte 24 umgeben ist. Zum Schutz der Frontscheibe
8 gegen direkten Niederschlag von oben ist eine Schute 26 vorgesehen.
[0016] Mittels der Drahtfilamente 6 und der Heizpatrone 18 kann die Frontscheibe nun so
stark erwärmt werden, dass durch Wind an die Frontscheibe 8 angeblasener Nassschnee
sich dort nicht verfestigen kann, sondern abgeschmolzen wird bzw. sich dort erst gar
nicht absetzen. Zudem führt die von der Frontscheibe 8 nach aussen abgestrahlte Wärme
dazu, dass auch die Schute 26 an ihrer Unterseite beheizt wird, was beispielsweise
dann auch zum Herunterfallen von Schnee, besondern von die Schute 26 überragenden
Schnee, führt. Somit ist die Sichtbarkeit des Lichtsignals 2 auch sehr widrigen winterlichen
Wetterverhältnissen gegeben.
[0017] Die für die Drahtfilamente 8 und die Heizpatrone 18 benötigte Energie kann dabei
auf verschiendenste Weise bereitgestellt werden. Neben einer stellwerkseitigen Versorgung
durch eine Konstantstromquelle 32 könnte das Lichtsignal 2 auch an eine vom Stellwerk
unabhängige Konstantstromquelle angeschlossen sein, wie z.B. an das oft vorhandene
Netz der öffentlichen Stromversorgung. Es könnte aber auch ein Batteriebetrieb mit
zugeordneten Solarzellen oder dergleichen zur Versorgung der Konstantstromquelle für
die Heizpatrone 18 und die Drahtfilamente 8 vorgesehen sein.
[0018] Die vorliegende Erfindung ändert so die bisher übliche Form der Versorgung für die
Signalheizung über die Anschaltung einer Spannungsquelle. Gemäss der vorliegenden
Erfindung wird nun keine Spannungsversorgung, sondern eine Konstantstromquelle zur
Stromversorgung verwendet. Damit wird es möglich, dass die Konstantstromquelle einen
definierten Strom in das Heizsystem einprägt und somit unabhängig von der Anzahl der
Lichtpunkte und der Distanz zum Signalstandort (Leitungslänge-Widerstand) immer der
gleiche Strom und damit auch immer die gleiche Leistung am einzelnen Lichtpunkt als
Heizleistung eingeprägt wird. Aufgrund der Tatsache, dass Lichtpunkt Heizungen bereits
in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts mit elektrischen Widerständen gebaut wurden,
ist man bisher in gleichen Denkmustern gefangen und baut dies weiterhin in dieser
Form. Die vorliegende Erfindung bricht nun diese Denkstruktur auf und mit Verwendungen
moderner elektronischer Stromquellen kann die Realisierung der Versorgung von Signalheizungen
vereinfacht und effektiver gestaltet werden.
1. Lichtsignal (2) zur Steuerung eines Verkehrsmittels, im besonderen eines Schienenfahrzeugs,
umfassend:
a) mindestens einen Leuchtpunkt, der ein Volumen definiert, in dem ein diesem Leuchtpunkt
zugeordnetes Leuchtmittel (4) angeordnet ist;
b) eine das Volumen in Abstrahlrichtung begrenzende und für das Licht des Leuchtmittels
durchlässige Frontscheibe (8),
c) ein in dem Volumen und/oder in der Frontscheibe (8) angeordnetes Heizelement (6,
18); und
d) eine Steuerungsschaltung (12) zur Versorgung des Leuchtpunkts (4) und des Heizelements
(6, 18) mit elektrischer Leistung, wobei für die Versorgung des Heizelements eine
Konstantstromquelle (32) vorgesehen ist, die einen vorgebbaren Strom für den Stromkreis
des Heizelements (6, 16) bereitstellt.
2. Lichtsignal (2) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
mindestens zwei Leuchtpunkte vorgesehen sind, wobei die Heizelemente der mindestens
zwei Leuchtpunkte in Serie geschaltet sind.
3. Lichtsignal (2) nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Steuerungsschaltung (12) unabhängig von dem eingesetzten Leuchtmittel auf eine
Leistungsaufnahme eingestellt ist, die einen Strom für den Betrieb einer Glühfadenlampe
mit einer vorgebbaren Leuchtstärke, wobei aufgrund einer allfällig gegenüber der Glühfadenlampe
geringeren Leistungsaufnahme durch das Leuchtmittel (4) die überschüssige Leistung
in dem Heizelement(6, 18) verbrauchbar ist.