[0001] Die Erfindung betrifft ein Heißleimwerk mit Absaugung für eine Etikettiermaschine
und eine Etikettiermaschine gemäß den unabhängigen Ansprüchen.
Stand der Technik
[0002] Es ist bekannt, dass Leimdämpfe bei der Erhitzung von Heißleim entstehen, der beispielsweise
bei Leimwalzen zum Aufbringen von Heißleim auf Etiketten oder Behälter zum Einsatz
kommt. Wenn die Leimdämpfe an kalten Oberflächen kondensieren, beispielsweise an Bauteiloberflächen,
setzen sich dort Leimpartikel ab und verschmutzen die Maschinen. Beispielsweise verdampfen
im Heißleim enthaltene Öle. So entsteht ein hoher Reinigungsaufwand. Zudem können
die Dämpfe eine Gesundheitsgefährdung für Betreiber darstellen.
[0003] EP 3 456 644 A1 offenbart ein Heißleimwerk, das eine in einem Gehäuse angeordnete Leimwalze und eine
mit dem Gehäuse verbundene Filtereinheit mit einer Absaugung umfasst, die Fluide,
wie beispielsweise feste und flüssige Bestandteile des Leims, aus dem Inneren des
Gehäuses absaugen und der Filtereinheit zuführen kann, bevor die Gase das Heißleimwerk
verlassen können.
Aufgabe
[0004] Die Aufgabe der Erfindung ist es, ein Heißleimwerk mit Absaugung für eine Etikettiermaschine
und eine Etikettiermaschine zur Verfügung zu stellen, die eine effiziente Absaugung
und Abscheidung von Leimdampf ermöglichen können.
Lösung
[0005] Die Aufgabe wird gelöst durch das Heißleimwerk mit Absaugung für eine Etikettiermaschine
und die Etikettiermaschine gemäß den unabhängigen Ansprüchen. Weitere Ausführungsformen
sind in den Unteransprüchen offenbart.
[0006] Das erfindungsgemäße Heißleimwerk für eine Etikettiermaschine zum Etikettieren von
Behältern in der getränkeverarbeitenden Industrie umfasst eine um ihre Längsachse
drehbare Leimwalze, einen Leimbehälter zum Bereitstellen von Heißleim, ein Gehäuse,
in dem die Leimwalze teilweise angeordnet ist. Zudem umfasst das Heißleimwerk mindestens
ein erstes Ansaugrohr zum Ansaugen von Leimdampf entlang der Leimwalze in einem Beleimungsbereich.
[0007] Mittels des mindestens einen ersten Ansaugrohrs kann bei einem Betrieb des Heißleimwerks
entstehender Leimdampf angesaugt und dann abgesaugt werden, sodass er nicht zu einer
Verschmutzung der Umgebung (beispielsweise eines Maschinenraums), in der das Heißleimwerk
angeordnet ist, führen kann und sodass auch eine Geruchsbelästigung durch den Leimdampf
vermieden werden kann.
[0008] Der Leimdampf kann aus dem Inneren des Gehäuses und auch außerhalb des Gehäuses angesaugt
werden.
[0009] Um ein Ansaugen zu ermöglichen, kann eine oder können mehrere Pumpen vorgesehen sein,
die mit dem mindestens einen ersten Ansaugrohr direkt oder indirekt verbunden sein
kann/können.
[0010] Die Längsachse der Leimwalze kann parallel zu einer Wirkrichtung der Schwerkraft
ausgerichtet sein.
[0011] Der Leimdampf kann bei der Erhitzung des Heißleims entstehen.
[0012] Dass das mindestens eine erste Ansaugrohr zum Ansaugen von Leimdampf entlang der
Leimwalze angeordnet ist, kann bedeuten, dass das mindestens eine erste Ansaugrohr
parallel oder im Wesentlichen parallel zur Längsachse der Leimwalze angeordnet ist.
Es kann erreicht werden, dass es beim Absaugen von Leimdampf mittels des mindestens
einen ersten Ansaugrohrs zu einer gleichmäßigen oder im Wesentlichen gleichmäßigen
Abkühlung der Leimwalze über ihre Länge kommen kann.
[0013] Es kann vermieden werden, dass es beim Absaugen von Leimdampf zu einer partiellen
Abkühlung einer Leimwalze kommt, wie wenn beispielsweise Leimdampf lediglich von einem
unteren Ende der Leimwalze abgesaugt werden würde.
[0014] Das Heißleimwerk kann zwei erste Ansaugrohre zum Ansaugen von Leimdampf entlang der
Leimwalze im Beleimungsbereich umfassen. Das erste der ersten Ansaugrohre kann an
einem ersten Endbereich des Beleimungsbereichs und das zweite der ersten Ansaugrohre
kann an einem zweiten Endbereich des Beleimungsbereichs angeordnet sein. Der erste
und zweite Endbereich können benachbart zu einer Öffnung des Gehäuses sein, die den
Beleimungsbereich frei lässt.
[0015] Im Beleimungsbereich kann Heißleim an ein Etikett oder an einen zu etikettierenden
Behälter übertragen werden.
[0016] Im Beleimungsbereich kann sich eine Teilmantelfläche der Leimwalze außerhalb des
Gehäuses befinden. Bei einer Drehung um die Längsachse befindet sich entsprechend
eine sich kontinuierlich (durch die Drehung) ändernde Teilmantelfläche der Leimwalze
außerhalb des Gehäuses. Die Teilmantelfläche kann sich über 2/9 des Umfangs der Leimwalze
erstrecken. Es kann sich ein Teil der Deckfläche und/oder der Bodenfläche der Leimwalze
außerhalb des Gehäuses befinden.
[0017] Das Gehäuse kann bis auf die Öffnung, die den Beleimungsbereich frei lässt, eine
geschlossene Oberfläche (beispielsweise obere, untere Gehäuseoberfläche und eine oder
mehrere seitliche Gehäuseoberflächen) umfassen. Die geschlossene Oberfläche kann aus
mehreren Einzelteilen bestehen. Die geschlossene Oberfläche kann kleine Spalte umfassen,
beispielsweise in einem Bereich zwischen Einzelteilen. Durch einen ausreichenden Volumenstrom
beim An- und Absaugen kann ein Austreten von Leimdampf an den Spalten verringert werden.
[0018] Alternativ kann vorgesehen sein, dass das Gehäuse die Öffnung, die den Beleimungsbereich
frei lässt, und eine weitere Öffnung oberhalb eines Teils der Leimwalze umfasst. Die
weitere Öffnung kann in einer oberen Gehäusefläche vorgesehen sein.
[0019] Die Etikettiermaschine kann ausgebildet sein, Behälter, wie Flaschen, mit einem oder
mehreren Etiketten zu versehen.
[0020] Das Heißleimwerk kann einen Leimschaber zum gleichmäßigen Auftragen von Leim auf
die Leimwalze und zum Abschaben von Leim von der Leimwalze und zum Übertragen auf
ein Etikett oder einen Behälter umfassen. Der Leimschaber kann in dem Gehäuse angeordnet
sein.
[0021] Das mindestens eine erste Ansaugrohr kann außerhalb des Gehäuses angeordnet sein.
Es kann mit einer oder mehreren Rohrschellen an dem Gehäuse oder der weiter unten
beschriebenen Haube befestigt sein.
[0022] Das mindestens eine erste Ansaugrohr kann Ansauglöcher umfassen, wobei die Ansauglöcher
des mindestens einen ersten Ansaugrohrs über eine gesamte Länge der Leimwalze vorgesehen
sein können. Die Ansauglöcher können rund oder elliptisch oder als Schlitz ausgebildet
sein.
[0023] Die Ansauglöcher können derart ausgerichtet sein, dass sie zu der Manteloberfläche
der Leimwalze hinweisen. Eine virtuelle Linie entlang eines Radius' der Leimwalze
kann durch einen Mittelpunkt eines Ansauglochs und entlang eines Radius' des Ansaugrohrs
gehen.
[0024] Die Ansauglöcher können derart ausgerichtet sein, dass sie schräg zu der Manteloberfläche
der Leimwalze hinweisen. Eine virtuelle Linie entlang eines Radius' der Leimwalze
durch einen Mittelpunkt eines Ansauglochs schließt einen Winkel (ungleich 180°) mit
einer virtuellen Linie entlang eines Radius' des Ansaugrohrs durch seinen Mittelpunkt
ein.
[0025] Die Ansauglöcher des mindestens einen ersten Ansaugrohrs können jeweils einen gleichen
oder nahezu gleichen Abstand zueinander aufweisen.
[0026] Das mindestens eine erste Ansaugrohr kann derart ausgebildet sein, dass eine Ansaugung
von Leimdampf entgegen einer Wirkrichtung der Schwerkraft erfolgt.
[0027] Das mindestens eine erste Ansaugrohr kann dazu am unteren Ende verschlossen sein,
sodass durch dieses untere Ende keine Ansaugung von Leimdampf erfolgen kann. Das mindestens
eine erste Ansaugrohr kann dazu am oberen Ende offen sein, sodass durch dieses obere
Ende Leimdampf abgesaugt werden kann. Eine Absaugung des Leimdampfs kann durch eine
Ansaugbrücke des Heizleimwerks und/oder durch andere Ansaugvorrichtungen des Heizleimwerks
erfolgen. Ein Bohrungsdurchmesser des mindestens einen ersten Ansaugrohrs kann über
die Höhe variieren.
[0028] Das Heißleimwerk kann weiter ein zweites Ansaugrohr zum Ansaugen von Leimdampf umfassen,
das oberhalb eines oberen Endes der Leimwalze und senkrecht zur Längsachse der Leimwalze
angeordnet sein kann.
[0029] Um ein Ansaugen zu ermöglichen kann eine oder können mehrere Pumpen vorgesehen sein,
die mit dem zweiten Ansaugrohr direkt oder indirekt verbunden sein kann/können.
[0030] Das zweite Ansaugrohr kann dabei derart angeordnet sein, dass es fluchtend oder annährend
fluchtend oberhalb des Beleimungsbereichs angeordnet ist.
[0031] Wenn zwei ersten Ansaugrohre vorgesehen sind, kann das zweite Ansaugrohr dabei derart
angeordnet sein, dass es in einer Ebene oder annährend in einer Ebene zu liegen kommt,
die durch die Längsachse der zwei ersten Ansaugrohre aufgespannt wird.
[0032] Das obere Ende der Leimwalze kann die Deckfläche der Leimwalze sein.
[0033] Das zweite Ansaugrohr kann außerhalb des Gehäuses angeordnet sein. Das zweite Ansaugrohr
kann mit einer oder mehreren Rohrschellen oder Klemmelementen an dem Gehäuse oder
der weiter unten beschriebenen Haube befestigt sein.
[0034] Das zweite Ansaugrohr kann Ansauglöcher umfassen.
[0035] Die Ansauglöcher des zweiten Ansaugrohrs können jeweils einen gleichen oder nahezu
gleichen Abstand zueinander aufweisen. Beispielsweise kann ein Durchmesser eines Ansaugrohrs
6 Millimeter betragen. Die Leimwalze kann einen Durchmesser von 195 Millimeter aufweisen.
[0036] Die Ansauglöcher können rund oder elliptisch oder als Schlitz ausgebildet sein.
[0037] Die Ansauglöcher können derart ausgerichtet sein, dass sie zu der Deckfläche der
Leimwalze hinweisen. Eine virtuelle Linie parallel zu Längsachse der Leimwalze kann
durch einen Mittelpunkt eines Ansauglochs und entlang eines Radius' des Ansaugrohrs
gehen.
[0038] Die Ansauglöcher können derart ausgerichtet sein, dass sie schräg zu der Deckfläche
der Leimwalze hinweisen. Eine virtuelle Linie parallel zur Längsachse der Leimwalze
und durch einen Mittelpunkt eines Ansauglochs schließt einen Winkel (ungleich 180°)
mit einer virtuellen Linie entlang eines Radius' des Ansaugrohrs zum Mittelpunkt des
Ansauglochs ein.
[0039] Die Ansaugrohre (das mindestens eine erste Ansaugrohr bzw. das zweite Ansaugrohr)
können derart angeordnet, dass eine Strömung des Leimdampfs aufnehmbar und mit einer
definierten Umlenkung absaugbar sein kann. Die definierte Umlenkung kann derart vorgesehen
sein, dass Winkel in einem Bereich von 135° bis 225° vorgesehen sein können.
[0040] Die Ansaugrohre (das mindestens eine erste Ansaugrohr bzw. das zweite Ansaugrohr)
können in einer Ansaugbrücke zusammenlaufen.
[0041] Die Ansaugrohre (das mindestens eine erste Ansaugrohr bzw. das zweite Ansaugrohr)
können in einem Verbindungselement zusammenlaufen. Das Verbindungselement kann von
der Ansaugbrücke umfasst sein.
[0042] Ansaugbrücke kann als ein (einziges) Rohr ausgebildet sein. Die Ansaugbrücke kann
einen Adapterbereich umfassen, an dem das mindestens eine erste Ansaugrohr und das
zweite Ansaugrohr einlaufen und in das (einzige) Rohr der Ansaugbrücke übergehen können.
[0043] Um ein Ansaugen zu ermöglichen, kann eine oder können mehrere Pumpen vorgesehen sein,
die mit der Ansaugbrücke verbunden sein kann/können.
[0044] Die Ansaugbrücke kann außerhalb des Gehäuses oder der Haube angeordnet sein. Sie
kann mit einer oder mehreren Rohrschellen an dem Gehäuse oder der weiter unten beschriebenen
Haube befestigt sein.
[0045] Die Ansaugbrücke kann eine Einlassvorrichtung für eine definierte Menge von Fremdluft
umfassen. Beispielsweise kann die Fremdluft Umgebungsluft oder gekühlte Umgebungsluft
umfassen. Die Fremdluft kann eine Temperatur aufweisen, die kleiner ist als die Temperatur
des Leimdampfs. Die Temperatur des Leimdampfs kann in einem Bereich von 40°C bis 50°C
liegen. Die Temperatur der Fremdluft kann 5°C bis 20°C kleiner sein als die Temperatur
des Leimdampfs. Die Einlassvorrichtung kann ein steuerbares oder regelbares Einwegeventil
umfassen.
[0046] Die Ansaugbrücke kann einen Luftvermischer umfassen zum Vermischen der Fremdluft
und des Leimdampfs. Mittels des Luftvermischers kann ein Fremdluft-Leimdampf-Gemisch
erzeugt werden. Der Luftvermischer kann im Innern der Ansaugbrücke angeordnet sein.
Durch das Vermischen kann es zu einer Temperaturabnahme des Leimdampfs kommen, sodass
eine Kondensation von Leimrückständen aus dem Leimdampf erreicht werden kann.
[0047] Der Luftvermischer kann in einer Ansaugrichtung nach der Einlassvorrichtung für die
vorgegebene Menge von Fremdluft angeordnet sein. Der Luftvermischer kann aktiv oder
passiv ausgebildet sein.
[0048] Der Luftvermischer kann einen Stator im Innern der Ansaugbrücke umfassen. Der Stator
kann ein steuerbarer oder regelbarer Rotor sein. Es kann ein Fremdluft-Leimdampf-Gemisch
beim Vermischen entstehen.
[0049] Der Ansaugbrücke nachfolgend kann eine Verrohrung zum weiteren Abkühlen vorgesehen
sein. Durch das weitere Abkühlen des Fremdluft-Leimdampf-Gemischs kann eine Kondensation
des Leims aus dem Leimdampf erreicht werden.
[0050] Um ein Ansaugen zu ermöglichen kann eine oder können mehrere Pumpen vorgesehen sein,
die mit der Verrohrung verbunden sein kann/können.
[0051] Die Verrohrung kann ein Gefälle von 2° umfassen, damit beispielsweise flüssiger Leim
durch die Einwirkung der Schwerkraft zur Abscheidung fließen kann. Die Verrohrung
kann eine erste Umlenkung, beispielsweise um 90° bis 95°, von einem ersten, senkrecht
oder im Wesentlichen senkrecht angeordneten Rohr zu einem zweiten, waagrecht oder
im Wesentlichen waagrecht angeordneten Rohr, eine anschließende zweite Umlenkung,
um beispielsweise 180°, zu einem dritten, nach unten geneigt, beispielsweise um 10°,
angeordneten Rohr, eine dritte Umlenkung, um beispielsweise 180°, zu einem vierten,
waagrecht oder im Wesentlichen waagrecht angeordneten Rohr umfassen. Das erste Rohr
kann eine Verlängerung der Ansaugbrücke sein. Um ein Ansaugen zu ermöglichen kann
eine oder können mehrere Pumpen vorgesehen sein, die mit dem vierten Rohr der Verrohrung
verbunden sein kann/können.
[0052] Auf einer oberen Gehäusefläche kann eine Haube angeordnet sein.
[0053] Wenn das Gehäuse beispielsweise die Öffnung, die den Beleimungsbereich frei lässt,
und die weitere Öffnung oberhalb eines Teils der Leimwalze, in einer oberen Gehäusefläche
vorgesehen sein kann, umfasst, kann mittels der Haube verhindert werden, dass Leimdampf
durch die weitere Öffnung in die Umgebung des Heißleimwerks gelangen kann.
[0054] Die Haube kann derart ausgebildet sein, dass das mindestens eine erste Ansaugrohr
außerhalb der Haube angeordnet sein kann. Die Haube kann derart ausgebildet sein,
dass das zweite Ansaugrohr außerhalb der Haube Gehäuses angeordnet sein kann. Die
Haube kann derart ausgebildet sein, dass die Ansaugbrücke außerhalb der Haube angeordnet
sein kann.
[0055] Zudem ist eine Etikettiermaschine zum Etikettieren von Behältern, wie Flaschen, in
der Nahrungsmittelindustrie vorgesehen, wobei die Etikettiermaschine zum Beleimen
von Etiketten mit Heißleim ein Heißleimwerk wie oben oder weiter unten beschrieben
umfasst.
[0056] Zudem ist eine Behälterbehandlungsanlage zum Behandeln von Behältern, wie Flaschen,
in der Nahrungsmittelindustrie vorgesehen, wobei die Behälterbehandlungsanlage, in
einer Transportrichtung der Behälter, eine Blasformmaschine, die Etikettiermaschine,
wie weiter oben oder weiter unten beschrieben, und eine Füllvorrichtung umfasst.
Kurze Figurenbeschreibung
[0057] Die beigefügten Figuren stellen beispielhaft zum besseren Verständnis und zur Veranschaulichung
Aspekte und/oder Ausführungsbeispiele der Erfindung dar. Es zeigt:
Figur 1 eine Schrägansicht von oben auf das Heißleimwerk mit abgenommener Haube und
durchsichtig dargestellten vorderen Gehäusewänden,
Figur 2 die Schrägansicht der Figur 1 mit aufgesetzter Haube,
Figur 3 eine Frontansicht des Heißleimwerks mit aufgesetzter Haube,
Figur 4 Detailansicht zum Luftvermischer und
Figur 5 Verrohrung zum weiteren Abkühlen eines Fremdluft-Leimdampf-Gemischs.
Ausführliche Figurenbeschreibung
[0058] Die Figur 1 zeigt eine Schrägansicht von oben auf ein Heißleimwerk 1 mit abgenommener
Haube (die Haube wird in der Figur 2 näher beschrieben) und durchsichtig dargestellten
vorderen Gehäusewänden. Das Heißleimwerk 1 umfasst eine um ihre Längsachse 2 drehbare
Leimwalze 3, einen Leimbehälter zum Bereitstellen von Heißleim und ein Gehäuse 4,
in dem die Leimwalze 3 teilweise angeordnet ist.
[0059] Zudem umfasst das Heißleimwerk 1 zwei erste Ansaugrohre 5, 6 zum Ansaugen von Leimdampf
entlang der Leimwalze 3 in einem Beleimungsbereich 7. Die zwei ersten Ansaugrohre
5, 6 sind hierbei parallel zur Längsachse 2 der Leimwalze 3 angeordnet. Das erste
der ersten Ansaugrohre 5 ist an einem ersten Endbereich des Beleimungsbereichs 7 und
das zweite der ersten Ansaugrohre 6 an einem zweiten Endbereich des Beleimungsbereichs
7 angeordnet. Der erste und zweite Endbereich sind benachbart zu einer Öffnung des
Gehäuses 4, die den Beleimungsbereich 7 frei lässt. Im Beleimungsbereich 7 kann Heißleim
an ein Etikett oder an einen zu etikettierenden Behälter übertragen werden.
[0060] Die zwei ersten Ansaugrohre 5, 6 umfassen Ansauglöcher 8, die über eine gesamte Länge
I der Leimwalze 3 vorgesehen sind. Es kann erreicht werden, dass es beim Absaugen
von Leimdampf mittels der zwei ersten Ansaugrohre 5, 6 zu einer gleichmäßigen oder
im Wesentlichen gleichmäßigen Abkühlung der Leimwalze 3 über ihre Länge I kommen kann.
[0061] Die Ansauglöcher 8 weisen jeweils einen gleichen Abstand d1 zueinander auf und sind
rund ausgebildet.
[0062] Die zwei ersten Ansaugrohre 5, 6 sind außerhalb des Gehäuses 4 angeordnet. Sie sind
mit Rohrschellen 9 an dem Gehäuse 4 (und wie in der Figur 2 dargestellt auch an der
Haube) befestigt. Anstatt Rohrschellen kann eine alternative Klemmeinheit (nicht dargestellt)
vorgesehen sein.
[0063] Die zwei ersten Ansaugrohre 5, 6 sind derart ausgebildet, dass eine Ansaugung von
Leimdampf durch die Ansauglöcher 8 hindurch entgegen einer Wirkrichtung der Schwerkraft
erfolgen kann. Dazu sind die zwei ersten Ansaugrohre 5, 6 an ihrem unteren Ende jeweils
verschlossen ausgebildet, sodass durch dieses untere Ende keine Ansaugung von Leimdampf
erfolgen kann. Die zwei ersten Ansaugrohre 5, 6 sind dazu an ihrem oberen Ende jeweils
offen, sodass durch dieses obere Ende Leimdampf abgesaugt werden und beispielsweise
zu und durch eine Ansaugbrücke 10 abgesaugt werden kann.
[0064] Das Heißleimwerk 1 umfasst weiter ein zweites Ansaugrohr 11 zum Ansaugen von Leimdampf,
das oberhalb eines oberen Endes 12 (hier die Deckfläche) der Leimwalze 3 und senkrecht
zur Längsachse 2 der Leimwalze 3 angeordnet ist.
[0065] Das zweite Ansaugrohr 11 ist dabei derart angeordnet, dass es fluchtend oder annährend
fluchtend oberhalb des Beleimungsbereichs 7 angeordnet ist. Somit kommt das zweite
Ansaugrohr 11 in einer Ebene oder annährend in einer Ebene zu liegen, die durch die
Längsachsen der zwei ersten Ansaugrohre 5, 6 aufgespannt wird.
[0066] Das zweite Ansaugrohr 11 ist außerhalb des Gehäuses 4 angeordnet (und wie in der
Figur 2 dargestellt mit einer Rohrschelle an der Haube befestigt).
[0067] Das zweite Ansaugrohr 11 umfasst Ansauglöcher 13, die jeweils einen gleichen Abstand
d2 zueinander aufweisen. Die Ansauglöcher 13 sind rund ausgebildet.
[0068] Die zwei ersten Ansaugrohre 5, 6 und das zweite Ansaugrohr 11 laufen in der Ansaugbrücke
10 zusammen. Die Ansaugbrücke 10 ist als ein einziges Rohr 14 ausgebildet. Die Ansaugbrücke
10 umfasst einen Adapterbereich 15, an dem die zwei ersten Ansaugrohre 5, 6 und das
zweite Ansaugrohr 11 einlaufen und in das einzige Rohr 14 der Ansaugbrücke 10 übergehen.
[0069] Die Ansaugbrücke 10 umfasst eine Einlassvorrichtung 16 für eine vorgegebene Menge
von Fremdluft. Beispielsweise kann die Fremdluft Umgebungsluft oder gekühlte Umgebungsluft
umfassen. Die Fremdluft kann eine Temperatur aufweisen, die kleiner ist als die Temperatur
des Leimdampfs. Die Temperatur des Leimdampfs kann in einem Bereich von 40°C bis 50°C
liegen. Die Temperatur der Fremdluft kann 5°C bis 20°C kleiner sein als die Temperatur
des Leimdampfs. Die Einlassvorrichtung 16 kann ein steuerbares oder regelbares Einwegeventil
oder ein nicht steuerbares Ventil umfassen. Weiter umfasst die Ansaugbrücke 10 einen
Luftvermischer 17 (der in der Figur 4 näher beschrieben wird) zum Vermischen der Fremdluft
und des Leimdampfs.
[0070] Der Ansaugbrücke 10 nachfolgend kann eine Verrohrung zum weiteren Abkühlen des Fremdluft-Leimdampf-Gemischs
vorgesehen sein. Die Verrohrung wird in der Figur 5 näher beschrieben.
[0071] Das Gehäuse 4 umfasst neben der Öffnung, die den Beleimungsbereich 7 frei lässt,
eine weitere Öffnung 18 oberhalb eines Teils der Leimwalze 3. Die weitere Öffnung
18 ist in einer oberen Gehäusefläche 19 vorgesehen. Um ein Austreten von Leimdampf
aus der weiteren Öffnung zu verhindern, kann eine Haube (siehe Figur 2) auf die obere
Gehäusefläche 19 aufgesetzt werden.
[0072] Die Figur 2 zeigt die Schrägansicht der Figur 1 mit aufgesetzter Haube 21.
[0073] Da das Gehäuse 4 neben der Öffnung 20, die den Beleimungsbereich 7 frei lässt, die
weitere Öffnung 18 oberhalb eines Teils der Leimwalze 3 in der oberen Gehäusefläche
19 umfasst, kann mittels der aufgesetzten Haube 21 verhindert werden, dass Leimdampf
durch die weitere Öffnung 18 in die Umgebung des Heißleimwerks 1 gelangen kann.
[0074] Die Haube 21 ist derart ausgebildet, dass die zwei ersten Ansaugrohre 5, 6, das zweite
Ansaugrohr 11 und die Ansaugbrücke 10 außerhalb der Haube 21 angeordnet sind. Der
Adapterbereich 15 der Ansaugbrücke 10 ist mit Rohrschellen 22 an der Haube 21 befestigt.
[0075] Die Figur 3 zeigt eine Frontansicht des Heißleimwerks 1 mit aufgesetzter Haube 21.
Hier ist der Abstand d3 zwischen dem ersten der zwei ersten Ansaugrohre 5 und dem
zweiten der zwei ersten Ansaugrohre 6 erkenntlich sowie die Öffnung 20 im Gehäuse
4, die den Beleimungsbereich 7 frei lässt.
[0076] Die Figur 4 zeigt eine Detailansicht zum Luftvermischer 17. Die Ansaugbrücke 10 umfasst
den Luftvermischer 17 zum Vermischen der Fremdluft und des Leimdampfs. Mittels des
Luftvermischers 17 kann ein Fremdluft-/Leimdampf-Gemisch erzeugt werden. Der Luftvermischer
17 ist im Innern der Ansaugbrücke 10 angeordnet. Durch das Vermischen kann es zu einer
Temperaturabnahme des Leimdampfs kommen, sodass eine Kondensation des Leims aus dem
Leimdampf und/oder von im Leimdampf enthaltener Stoffe erreicht werden kann.
[0077] Der Luftvermischer 17 ist in einer Ansaugrichtung nach der Einlassvorrichtung 16
für die vorgegebene Menge von Fremdluft angeordnet.
[0078] Der Luftvermischer 17 umfasst einen Stator 23 im Innern der Ansaugbrücke 10. Der
Stator 23 kann ein steuerbarer oder regelbarer Stator sein.
[0079] Die Figur 5 zeigt eine Verrohrung 24 zum weiteren Abkühlen eines Fremdluft/Leimdampf-Gemischs,
die der Ansaugbrücke 10 nachfolgend zum weiteren Abkühlen des Fremdluft-Leimdampf-Gemischs
vorgesehen sein kann.
[0080] Die Verrohrung 24 umfasst ein Gefälle von 2°, damit beispielsweise flüssiger Leim
durch die Einwirkung der Schwerkraft zur Abscheidung fließen kann. Die Verrohrung
24 umfasst eine erste Umlenkung 25, beispielsweise um 90° bis 95°, von einem ersten,
senkrecht oder im Wesentlichen senkrecht angeordneten Rohr 26 zu einem zweiten, waagrecht
oder im Wesentlichen waagrecht angeordneten Rohr 27, eine anschließende zweite Umlenkung
28, um beispielsweise 180°, zu einem dritten, nach unten geneigt, beispielsweise um
10°, angeordneten Rohr 29, eine dritte Umlenkung 30, beispielsweise um 180°, zu einem
vierten, waagrecht oder im Wesentlichen waagrecht angeordneten Rohr 31 umfassen. Das
erste Rohr 26 kann eine Verlängerung der Ansaugbrücke 10 sein.
[0081] In der Verrohrung 24 kann eine weitere Abkühlung des Fremdluft-Leimdampf-Gemischs
erreicht werden, um eine Kondensation des Leims in dem Fremdluft-Leimdampf-Gemisch
zu erzielen. Das Kondensat (Leim) kann leichter abzuscheiden sein als ein Gas (Leimdampf
bzw. Fremdluft-Leimdampf-Gemisch.
1. Heißleimwerk (1) für eine Etikettiermaschine zum Etikettieren von Behältern in der
getränkeverarbeitenden Industrie, wobei das Heißleimwerk (1) umfasst:
- eine um ihre Längsachse (2) drehbare Leimwalze (3),
- einen Leimbehälter zum Bereitstellen von Heißleim,
- ein Gehäuse (4), in dem die Leimwalze (3) teilweise angeordnet ist,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Heißleimwerk (1) mindestens ein erstes Ansaugrohr (5, 6) zum Ansaugen von Leimdampf
entlang der Leimwalze (3) in einem Beleimungsbereich (7) umfasst.
2. Das Heißleimwerk nach Anspruch 1, wobei das mindestens eine erste Ansaugrohr (5, 6)
außerhalb des Gehäuses (4) angeordnet ist.
3. Das Heißleimwerk nach Anspruch 1 oder 2, wobei Ansauglöcher (8) des mindestens einen
ersten Ansaugrohrs (5, 6) über eine gesamte Länge (I) der Leimwalze (3) vorgesehen
ist.
4. Das Heißleimwerk nach Anspruch 3, wobei die Ansauglöcher (8) des mindestens einen
ersten Ansaugrohrs (5, 6) jeweils einen gleichen oder nahezu gleichen Abstand (d1)
zueinander aufweisen.
5. Das Heißleimwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 4, wobei das mindestens eine erste
Ansaugrohr (5, 6) derart ausgebildet ist, dass eine Ansaugung von Leimdampf entgegen
einer Wirkrichtung der Schwerkraft erfolgt.
6. Das Heißleimwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 5, weiter umfassend ein zweites Ansaugrohr
(11) zum Ansaugen von Leimdampf, das oberhalb eines oberen Endes (12) der Leimwalze
(3) und senkrecht zur Längsachse (2) der Leimwalze (3) angeordnet ist.
7. Das Heißleimwerk nach Anspruch 6, wobei das zweite Ansaugrohr (11) außerhalb des Gehäuses
(4) angeordnet ist.
8. Das Heißleimwerk nach Anspruch 6 oder 7, wobei die Ansauglöcher (13) des zweiten Ansaugrohrs
(11)jeweils einen gleichen oder nahezu gleichen Abstand (d2) zueinander aufweisen.
9. Das Heißleimwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 8, wobei die Ansaugrohre (5, 6, 11)
derart angeordnet, dass eine Strömung des Leimdampfs aufnehmbar und mit einer definierten
Umlenkung absaugbar ist.
10. Das Heißleimwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 9, wobei die Ansaugrohre (5, 6, 11)
in einer Ansaugbrücke (10) zusammenlaufen.
11. Das Heißleimwerk nach Anspruch 10, wobei die Ansaugbrücke (10) eine Einlassvorrichtung
(16) für eine vorgegebene Menge von Fremdluft umfasst, wobei beispielsweise die Fremdluft
Umgebungsluft oder gekühlte Umgebungsluft umfasst.
12. Das Heißleimwerk nach Anspruch 11, wobei die Ansaugbrücke (10) einen Luftvermischer
(17) umfasst zum Vermischen der Fremdluft und des Leimdampfs.
13. Das Heißleimwerk nach Anspruch 11 oder 12, wobei der Ansaugbrücke (10) nachfolgend
eine Verrohrung (24) zum weiteren Abkühlen vorgesehen ist.
14. Das Heißleimwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 13, wobei auf einer oberen Gehäusefläche
(19) eine Haube (21) angeordnet ist.
15. Etikettiermaschine zum Etikettieren von Behältern, wie Flaschen, in der Nahrungsmittelindustrie,
dadurch gekennzeichnet, dass die Etikettiermaschine zum Beleimen von Etiketten mit Heißleim ein Heißleimwerk (1)
nach einem der Ansprüche 1 bis 14 umfasst.