[0001] Die Erfindung betrifft eine Textilmaschine. Weiter betrifft die Erfindung ein Verfahren
für das Erkennen eines Endbereichs eines Faserbands. Die Erfindung betrifft weiter
eine Steuereinrichtung. Die Erfindung betrifft ein Computerprogrammprodukt. Die Erfindung
betrifft ein maschinenlesbares Speichermedium. Die Erfindung betrifft einen Textilmaschinenverbund.
[0002] Nach dem Stand der Technik werden bei produzierenden Maschinen im textilen Bereich
- sog. Textilmaschinen - Massen oder Längen eines Faserbands erfasst und/oder vorgegeben,
die eine bestimmte Produktionsmenge eines herzustellenden Garns, in einem bestimmten
Zeitrahmen, definieren. So lassen sich Material-Produktionsparameter berechnen und
steuern.
[0003] Diese Vorgehensweise hat eine Reihe von Nachteilen: Auf vorgelagerten Produktionslinien
zu allen weiteren textilen Prozessen der Weiterverarbeitung kommt es insbesondere
zu Abweichungen der produzierten Längen und Massen. Die in der weiteren Produktionskette
nachfolgenden Maschinen können diese Variation nicht erfassen oder nur in begrenzten
Maßen. Produktionsabhängig ist das derzeit nicht zu korrigieren. Berechnet und erfasst
werden in den weiteren Produktionsprozessen Produktionsdaten, die den Eingaben entsprechen.
Einflüsse aus dem Umfeld der Maschine, wie etwa der Bedienung, führen teilweise zu
falschen Berechnungen und zu falschen Rückschlüssen. Im Endprozess der Produktion
werden Längen und/oder Massen erfasst, die nicht egalisierend Einfluss auf die vorgelegten
Materialien nehmen. Bei Problemen der Materialzuführungen, bei Faserbandbruch, bei
Wirrlagen eines Vorwerks, die von Hand durch die Bediener entnommen werden, sowie
aus dem Umfeld der Maschine entstehenden Unzulänglichkeiten können mit den bisherigen,
spindelbezogenen, Messmethoden nicht erfasst werden, um eine komplette Restentleerung
einer vorgestellten Spinnkanne zu erkennen. Folge dieser fehlerhaften Erkennung und/oder
der fehlerhaften Berechnung der Restmenge an Vorlagematerial ist ein Verbleiben des
Materials an der Maschine, welches vorgelagerten Produktionsprozessen wieder zugeführt
werden muss. Auch Folge dieser fehlerhaften Erkennung und/oder Berechnung ist ein
Auslaufen des berechneten Vorlagematerials, das nicht mehr vorhanden ist. Es kommt
insbesondere zu Stillständen der Produktionseinheiten und zu einem Produktionsausfall.
[0004] Damit ist es Aufgabe der Erfindung, die Erkennung und/oder Berechnung des Endes des
für einen Spinnvorgang vorgesehenen Faserbands zu verbessern.
[0005] Die Aufgabe wird durch eine Textilmaschine mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
Weiter wird die Aufgabe durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 9 gelöst.
Die Aufgabe wird des Weiteren durch eine Steuereinrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs
10 gelöst. Die Aufgabe wird insbesondere durch ein Computerprogrammprodukt mit den
Merkmalen des Anspruchs 11 gelöst. Weiter wird die Aufgabe durch ein maschinenlesbares
Speichermedium mit den Merkmalen des Anspruchs 12 gelöst. Die Aufgabe wird durch einen
Textilmaschinenverbund mit den Merkmalen des Anspruchs 13 gelöst.
[0006] Vorteile, Definitionen und Merkmale, die im Zusammenhang mit der Textilmaschine beschrieben
sind, können auch mindestens eines von dem Verfahren, der Steuereinrichtung, dem maschinenlesbaren
Speichermedium, dem Computerprogrammprodukt und dem Textilmaschinenverbund beschreiben.
Dabei können Vorteile und Definitionen, aber insbesondere auch einzelne Merkmale,
aus dem jeweiligen Zusammenhang kombiniert werden mit anderen Vorteilen, Definitionen
und insbesondere Merkmalen, wie sie jeweils entsprechend im Folgenden beschrieben
sind. Vorteilhafte Ausführungsformen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.
[0007] Dabei kann eine Textilmaschine zum Herstellen einer Auflaufspule ausgebildet sein.
Die Textilmaschine kann wenigstens eine Arbeitsstelle zum Spinnen eines Garns und
zum Aufspulen des gesponnenen Garns auf die Auflaufspule aufweisen. Die wenigstens
eine Arbeitsstelle kann eine Spinnvorrichtung zum Spinnen des Garnes aus Fasern eines
der Spinnvorrichtung zugeführten Faserbands aufweisen. Die wenigstens eine Arbeitsstelle
kann eine Faserbandzuführung zum Zuführen des Faserbands aus einer Spinnkanne zur
Spinnvorrichtung aufweisen. Die wenigstens eine Arbeitsstelle kann einen Garnreiniger
aufweisen, welcher der Spinnvorrichtung nachgelagert und ausgebildet und eingerichtet
ist, mindestens einen Garnqualitätsparameter des gesponnenen Garnes zu erfassen.
[0008] Eine Steuereinrichtung kann ausgebildet und eingerichtet sein, um eine Analyse des
mindestens einen Garnqualitätsparameters durchzuführen. Die Steuereinrichtung kann
ausgebildet und eingerichtet sein, bei der Analyse festzustellen, ob eine Faserbandcharakteristik
dem Garnqualitätsparameter zugrunde liegt, derart, dass die Faserbandcharakteristik
ein Indikator für einen Endbereich des Faserbands in der Spinnkanne ist.
[0009] Durch einen bereits in einer Textilmaschine, spindelbezogen vorhandenen Garnreiniger
wird insbesondere nicht nur das gesponnene Garn auf Garnfehler kontrolliert, sondern
auch die exakt gesponnene, insbesondere auf einer Auflaufspule aufgespulte, Länge
des Garnes gemessen. Die Unzulänglichkeiten des zugeführten Materials in Länge und/oder
Masse können so nicht erfasst werden, da diese den Berechnungen der Grundmaschine
zu Grunde liegen. Produktionsunterbrechungen können so reduziert werden. Bisher konnten
Material-Entnahmen bei Störungen nicht erfasst werden und somit konnte keine Bestimmung
über den Restinhalt bzw. die Restlaufzeit der Spinnkanne getroffen werden. Durch die
hier beschriebene Ausgestaltung der Textilmaschine kann eine sichere Erkennung einer
sich restentleerenden vorgelegten Einheit von Faserbandmaterial erfolgen. Die Einheit
kann etwa in einer Spinnkanne vorgelegt werden. Damit kann ein Produktionsausfall
verhindert werden, sowie eine nicht restentleerte Spinnkanne/Einheit sichergestellt
werden.
[0010] Die Textilmaschine kann als Rotorspinnmaschine oder alternativ auch als Luftspinnmaschine
ausgebildet sein. Beide Arten von Textilmaschinen dienen insbesondere dazu, Faserbänder
zu verarbeiten und daraus gesponnenes Garn herstellen zu können.
[0011] Eine Arbeitsstelle kann insbesondere als Spinn-Spul-Arbeitsstelle ausgebildet sein,
die einerseits für das Spinnen des Garnes ausgebildet sein kann und andererseits für
das Aufspulen des gesponnenen Garnes ausgebildet sein kann.
[0012] Gesponnenes Garn ist insbesondere ein frisch gesponnenes und noch nicht weiterverarbeitetes
Garn, das gerade erst mittels der Spinnvorrichtung aus den Fasern hergestellt wurde.
Es hat noch keine Veredelung oder Bearbeitung erfahren und wird insbesondere direkt
in die nächste Produktionsstufe gelangen, alternativ oder zusätzlich auf einer Auflaufspule
aufgewickelt, um gelagert werden zu können, um es etwa weiteren Verarbeitungsschritten,
wie etwa einer Textilverarbeitung zuzuführen.
[0013] Ein Garnreiniger ist insbesondere eine auswechselbare Komponente einer Textilmaschine,
der ausgebildet und eingerichtet ist, um einen Garnqualitätsparameter zu erfassen
und das gesponnene Garn auszureinigen. Dies kann beispielsweise durch die Überwachung
von Länge, Dicke oder Masse (Gewicht) des Garns erfolgen. Der Garnreiniger kann der
Spinnvorrichtung nachgeordnet angeordnet sein.
[0014] Eine Steuereinrichtung ist insbesondere ein Bestandteil einer Textilmaschine oder
mit dieser gekoppelt, welche dazu verwendet werden kann, die Textilmaschine zu überwachen
und zu steuern, insbesondere um ein Verfahren durchzuführen, wie es an anderer Stelle
hierin beschrieben ist. Die Textilmaschine kann mit wenigstens einer Sensorvorrichtung
oder alternativ mit mehreren, insbesondere verschiedenen, Sensorvorrichtungen ausgestattet
sein, die den Garnqualitätsparameter erfassen und an die Steuereinrichtung senden
können. Als eine entsprechende Sensorvorrichtung kann der Garnreiniger dienen. Die
Steuereinrichtung ist insbesondere in der Lage, die von der Sensorvorrichtung oder
den Sensorvorrichtungen übermittelten Daten zu analysieren, um festzustellen, ob eine
Faserbandcharakteristik dem Garnqualitätsparameter zugrunde liegt, was darauf hinweist,
dass ein Endbereich des Faserbands erreicht worden ist, um den analysierten Bereich
des gesponnenen Garns zu bilden, weshalb ein Leerlaufen der Spinnkanne zu erwarten
ist.
[0015] Eine Faserbandcharakteristik bezieht sich insbesondere auf die Eigenschaften eines
Faserbands, wie zum Beispiel dessen Dicke, Elastizität oder Festigkeit, die sich in
das gesponnene Garn als Eigenschaft des gesponnenen Garns übersetzen lässt. Diese
Faserbandcharakteristika können durch den Garnreiniger in Form der übersetzten Garnqualitätsparameter
ermittelt werden und können für das Verständnis der Eigenschaften des Endbereichs
des Faserbands in einer Spinnkanne wichtig sein, aber insbesondere auch dafür, dass
das Erreichen eines Endbereichs erkannt werden kann, weshalb eine neue Spinnkanne
mit neuem Faserband angeliefert werden kann und/oder dass ein Abstellen der Spinnvorrichtung,
insbesondere der zugeordneten Arbeitsstelle, erfolgen kann, um ein Leerlaufen der
Spinnvorrichtung verhindern zu können.
[0016] Der Begriff des Garnqualitätsparameters bezieht sich insbesondere auf verschiedene
Merkmale des Garns, die überwacht werden können, um seine Qualität zu bestimmen. Dies
kann zum Beispiel die Länge, Dicke oder Durchmesser, Masse oder Haarigkeit des Garns
sein. Die Analyse dieser Parameter ermöglicht es der Steuereinrichtung, das Garnqualitätsmerkmal
als Garnqualitätsparameter zu erfassen und festzustellen, ob ein Endbereich des Faserbands
in einer Spinnkanne vorliegt.
[0017] Nach einem bevorzugten Aspekt kann die Steuereinrichtung ausgebildet und eingerichtet
sein, um bei einem Feststellen in der Analyse, dass die Faserbandcharakteristik ein
Indikator für den Endbereich des Faserbands in der Spinnkanne ist, eine Aktion auszuführen.
[0018] Die Textilmaschine kann mit einer Steuereinrichtung ausgestattet oder mit dieser
gekoppelt sein, die ausgebildet und eingerichtet ist, um beim Feststellen in der Analyse,
dass die Faserbandcharakteristik ein Indikator für den Endbereich des Faserbands in
der Spinnkanne ist, eine bestimmte Aktion auszuführen. Dies kann beispielsweise das
Beenden des Spinnprozesses sein, damit das Faserbandmaterial nicht weiterverarbeitet
wird. Es kann auch das Ausführen von Warnsignalen oder das Austauschen der Spinnkanne
aufweisen, um sicherzustellen, dass das Material ordnungsgemäß verarbeitet wird. Dadurch
kann verhindert werden, dass die Spinnvorrichtung leerlaufen kann.
[0019] Die Steuereinrichtung ist insbesondere in der Lage, verschiedene Sensoren bzw. Sensorvorrichtungen
und Datenquellen zu nutzen, um den Endbereich des Faserbands in der Spinnkanne zu
erkennen. Dazu können zum Beispiel Garnqualitätsparameter und diesen zugrundeliegende
Faserbandcharakteristiken herangezogen werden. Wenn die Steuereinrichtung den Endbereich
des Faserbands erkennt, kann sie automatisch die von ihr definierte Aktion ausführen,
um sicherzustellen, dass das Faserbandmaterial richtig verarbeitet wird, insbesondere
kein Leerlaufen der Spinnkanne eintritt und dadurch kann ermöglicht werden, dass der
Spinnprozess ordnungsgemäß abläuft.
[0020] Nach einem bevorzugten Aspekt kann die Aktion mindestens eines ausgewählt aus den
Folgenden sein: Die Arbeitsstelle wäre zu stoppen, alternativ oder zusätzlich wäre
ein Warnsignal auszugeben.
[0021] Die Textilmaschine kann mit der Steuereinrichtung ausgestattet sein, die beim Feststellen
in der Analyse, dass die Faserbandcharakteristik ein Indikator für den Endbereich
des Faserbands in der Spinnkanne ist eine bestimmte Aktion ausführt, wie an anderer
Stelle hierin beschrieben. Nach einem bevorzugten Aspekt kann diese Aktion mindestens
eines der folgenden umfassen:
Die Arbeitsstelle kann gestoppt werden: Wenn die Steuereinrichtung den Endbereich
des Faserbands erkennt, kann sie automatisch die Arbeitsstelle, insbesondere die Spinnvorrichtung
und die Spulvorrichtung zur Herstellung einer Auflaufspule stoppen, damit das Material
nicht weiterverarbeitet wird. Dies ist insbesondere wichtig, wenn der Endbereich des
Faserbands erreicht ist und das Faserbandmaterial nicht länger verarbeitet werden
sollte.
[0022] Ein Warnsignal kann ausgegeben werden: Die Steuereinrichtung kann alternativ oder
zusätzlich ein Warnsignal ausgeben, wenn sie den Endbereich des Faserbands erkennt.
Dies kann durch eine Anzeige auf einem Maschinendisplay, durch eine Lautwarneinrichtung
oder durch andere Mittel erreicht werden. Das Warnsignal dient insbesondere dazu,
die Bediener darauf aufmerksam zu machen, dass das Faserbandmaterial nahezu zu Ende
ist, da bereits im Endbereich gesponnen wird und daher möglicherweise bald erneuert
werden muss. Damit können Bediener manuell oder Serviceaggregate wie beispielsweise
AGV automatisch eine Spinnkanne mit neuem Faserband anbringen, um den Spinnvorgang
fortsetzen zu können.
[0023] Durch die Verwendung einer Steuereinrichtung mit diesen Funktionen kann die Textilmaschine
effizienter betrieben werden. Ferner kann sichergestellt werden, dass das Faserbandmaterial
entsprechend seiner genauen Vorlage in der Spinnkanne richtig verarbeitet wird, da
etwa keine Leerläufe entstehen oder ein erneutes Anspinnen durchgeführt werden müsste.
Dadurch können Unregelmäßigkeiten im Garn reduziert oder ganz verhindert werden.
[0024] Nach einem bevorzugten Aspekt kann der Endbereich aus einem Hochlauf eines regulierbaren
Streckwerks einer eine Spinnkanne füllenden Befüllungsmaschine hervorgehen.
[0025] Der Endbereich des Faserbands kann aus einem Hochlauf eines regulierbaren Streckwerks
einer Befüllungsmaschine hervorgehen, die eine Spinnkanne füllt. Ein regulierbares
Streckwerk ist insbesondere ein Streckwerk, das über Steuerungen oder Regler verfügt,
um die Verstreckung der Fasern im Faserband zu verändern und zu kontrollieren. Diese
Steuerungen können verwendet werden, um den Endbereich des Faserbands hervorzuheben,
bevor es in eine Spinnkanne gebracht wird. Dies kann insbesondere dadurch geschehen,
dass der Endbereich in der Spinnkanne einem Anfangsbereich des Verstreckens in der
Befüllungsmaschine entsprechen kann. In Ausführungsformen kann die Befüllungsmaschine
aber auch Bereiche in das Faserband einführen, um etwa einen ersten Bereich zu definieren,
der eine Vorwarnung durch ein Feststellen des Bereichs ermöglicht, dass noch eine
definierte Länge von Faserband übrig ist.
[0026] Eine Befüllungsmaschine ist insbesondere eine Maschine, die dazu verwendet wird,
Fasern zu verstrecken und das für eine Spinnmaschine zur Herstellung eines Garnes
in eine Spinnkanne zu füllen. Diese Maschinen können in verschiedenen Formen und Größen
vorliegen.
[0027] Nach einem bevorzugten Aspekt kann die Befüllungsmaschine eines ausgewählt aus einer
Kardiermaschine oder einer Strecke sein.
[0028] Eine Kardiermaschine oder Karde ist insbesondere eine Textilmaschine in der Textilindustrie,
die verwendet werden kann, um Faserflocken gleichmäßig aufzuteilen und in eine bestimmte
Anordnung zu organisieren. Die Flocken werden durch eine Zuführwalze gelockert und
einem sog. Tambour vorgelegt, einer großen rotierenden Walze mit zahnartigen Garnituren.
Die Flocken werden von den Zahngarnituren des sich drehenden Tambours erfasst und
in den oberen Bereich der Karde befördert. Auf der Oberseite des Tambours befinden
sich Bretter oder kleine Walzenpaare, die ebenfalls mit Garnituren oder flexiblen
Häkchen bestückt sind. Die Karde kann auch als Krempel bezeichnet werden, wenn Walzenpaare
verwendet werden. Die Garnituren sorgen für die Parallelisierung der Fasern durch
die unterschiedliche Drehrichtung und Ausrichtung zueinander. Die Kardierintensität
hängt von der Geschwindigkeitsdifferenz zwischen Tambour und Deckelstäben oder Walzenpaaren,
der Dichte der Garnituren und dem Abstand zwischen Tambour und Deckelstäben oder Walzenpaaren
ab. Diese Parameter können je nach zu kardierender Faserart ausgewählt werden, da
manche Fasern bei zu hoher Kardierintensität beschädigt werden können.
[0029] Ein Textilmaschinentyp Strecke ist insbesondere eine Textilmaschine, die verwendet
werden kann, um Faserbündel in eine bestimmte Anordnung aufzuteilen und zu organisieren,
bevor sie in eine Spinnkanne gelegt werden können. Eine Strecke dient der Vorbereitung
der Faserbänder, bevor sie auf einer Spinnmaschine zu Garn verarbeitet werden können.
Mittels eines Streckwerks werden insbesondere die Faserbänder verzogen. Dies hat eine
Parallelisierung der Fasern und somit eine Vergleichmäßigung des Faserbands zur Folge.
Das Faserband kann im Anschluss in Spinnkannen gelegt werden und als Vorgarn einer
Textilmaschine, wie sie hierin beschrieben ist, zugeführt werden, um zu einem fertigen
Garn verarbeitet zu werden.
[0030] Nach einem bevorzugten Aspekt kann der Garnreiniger den Garnqualitätsparameter optisch
erfassen. Dazu kann der Garnreiniger einen optischen Sensor zur Erfassung des wenigstens
einen Garnqualitätsparameters aufweisen.
[0031] Ein Garnreiniger ist eine Vorrichtung, die verwendet werden kann, um Verunreinigungen
oder Fehlstellen aus einem Garn zu entfernen. Ein Garnreiniger kann auch über einen
optischen Sensor verfügen, der verwendet werden kann, um den Garnqualitätsparameter
optisch zu erfassen. Dieser optische Sensor ist insbesondere in der Lage, die Qualität
des Garns anhand von verschiedenen Faktoren zu überwachen, wie z. B. die Länge, Dicke
oder Masse des Garns. Der Sensor sendet insbesondere Daten an eine Steuereinrichtung,
die verwendet werden können, um festzustellen, ob eine Faserbandcharakteristik dem
Garnqualitätsparameter zugrunde liegt und ob ein Endbereich des Faserbands erreicht
wurde. Diese Informationen werden verwendet, um das Leerlaufen der Spinnvorrichtung
zu verhindern. Dadurch können Leerläufe verhindert werden, und es können auch entsprechende
Anspinnversuche unterbunden werden. Vielmehr kann auch eine neue Spinnkanne angefordert
werden.
[0032] Nach einem bevorzugten Aspekt kann der mindestens eine Garnqualitätsparameter eines
der Folgenden widerspiegeln: einen für den Endbereich charakteristischen Verlauf von
mindestens einer Garnzone, alternativ oder zusätzlich eine, insbesondere vorab definierte,
Abweichung in einer Länge, alternativ oder zusätzlich eine, insbesondere vorab definierte,
Abweichung in einem Durchmesser, weiter alternativ oder zusätzlich eine, insbesondere
vorab definierte, Abweichung in einer Masse.
[0033] Ein Garnqualitätsparameter ist insbesondere ein Messwert oder eine Größe, die verwendet
wird, um die Qualität des Garns zu bewerten. Der Garnreiniger kann einen Garnqualitätsparameter
optisch erfassen, der den für den Endbereich charakteristischen Verlauf von mindestens
einer Garnzone widerspiegeln kann. Dies bedeutet insbesondere, dass der Garnreiniger
in der Lage ist, eine Abweichung in der Länge der Fasern zu erkennen, die auf den
Endbereich des Faserbands hindeutet. Zusätzlich oder alternativ kann der Garnreiniger,
insbesondere vorab definierte, Abweichungen in dem Durchmesser und/oder der Masse
des Garns erfassen. Diese Informationen werden insbesondere verwendet, um das Leerlaufen
der Spinnvorrichtung zu verhindern.
[0034] Nach einem bevorzugten Aspekt kann der Garnreiniger ausgebildet und eingerichtet
sein, um eine lückenlose Überwachung des gesponnenen Garnes durchzuführen und daraus
resultierende Garnqualitätsparameter an die Steuereinrichtung zu übermitteln Die Steuereinrichtung
kann ausgebildet und eingerichtet sein, um aus der lückenlosen und kontinuierlichen
Überwachung des gesponnenen Garnes der vom Garnreiniger übermittelten Garnqualitätsparametern
mindestens eine Bildung von Mittelwerten durchzuführen. Alternativ oder zusätzlich
kann die Steuereinrichtung ausgebildet und eingerichtet sein, um eine Bildung von
Referenzwerten im Kurzfehlerbereich durchzuführen. Alternativ oder zusätzlich kann
die Steuereinrichtung ausgebildet und eingerichtet sein, um eine Bildung von Referenzwerten
im Langfehlerbereich durchzuführen.
[0035] Die Steuereinrichtung kann so ausgebildet und eingerichtet sein, dass sie die von
dem Garnreiniger übermittelten Garnqualitätsparameter kontinuierlich und lückenlos
überwacht und dabei mindestens Mittelwerte bildet. Dies bedeutet, dass die Steuereinrichtung
in der Lage ist, die durch den Garnreiniger erfassten Garnqualitätsparameter zu sammeln
und zu berechnen, um ein Durchschnittsbild des gesponnenen Garns zu erhalten. Zusätzlich
oder alternativ kann die Steuereinrichtung auch Referenzwerte im Kurzfehlerbereich
und/oder Langfehlerbereich bilden. Dies ermöglicht es der Steuereinrichtung, bei Abweichungen,
etwa von Referenzwerten, automatisch Maßnahmen zu ergreifen, um das Leerlaufen der
Spinnvorrichtung zu verhindern und sicherzustellen, dass das Faserbandmaterial ordnungsgemäß
verarbeitet wird, bis zu einem tatsächlichen Ende in der Spinnkanne.
[0036] Kurzfehler sind insbesondere temporäre und sporadische Unregelmäßigkeiten im Garn,
die meist durch kurzfristige Störungen verursacht werden. Langfehler sind, oft systematisch
bedingte, Unregelmäßigkeiten, die über längere Zeiträume und somit Längen hinweg oder
dauerhaft bestehen bleiben. Kurzfehler können insbesondere über einen Bereich von
1 mm bis 640 mm auftreten. Langfehler können sich über einen Bereich größer als 640
mm bis zu 100 m erstrecken.
[0037] Nach einem bevorzugten Aspekt kann das Faserband eine definierte Länge aufweisen.
Der Garnreiniger kann ausgebildet und eingerichtet sein, um eine Garnlänge zu messen.
Der Garnreiniger kann ausgebildet und eingerichtet sein, um eine Garnlänge an die
Steuereinrichtung zu übermitteln, um die Garnlänge in die Analyse, ob ein Endbereich
vorliegt, miteinzubeziehen.
[0038] Ein Faserband ist insbesondere aus Fasern ausgebildet, die in der Textilindustrie
verwendet werden, um etwa ein Garn zu spinnen. Das Faserband kann eine definierte
Länge aufweisen, die von der Textilmaschine, der Spinnkanne oder dem Anwendungsfall
abhängt. Der Garnreiniger kann ausgebildet und eingerichtet sein, um die Länge des
Garns zu messen und daraus auf die Länge des zugrundeliegenden Faserbands schließen
zu können. Die Erfassung der Länge des Garns kann entweder durch eine mechanische
oder optische Methode geschehen. Der Garnreiniger kann die Garnlänge an die Steuereinrichtung
weitergeben, um diese in die Analyse einzubeziehen, ob ein Endbereich des Faserbands
vorliegt. Damit kann also ein weiterer Freiheitsgrad in die Analyse, ob ein Endbereich
vorliegt, einbezogen werden.
[0039] Durch die Überwachung der Garnlänge kann die Steuereinrichtung automatisch in Kombination
mit anderen Garnqualitätsparametern, wie sie an anderer Stelle hierin beschrieben
sind, feststellen, wenn das Faserband endet und das Faserbandmaterial nicht mehr genutzt
werden kann. Dies ermöglicht es der Steuereinrichtung, einen erneuten Anspinnversuch
des Faserbands zu verhindern, nachdem das Faserband leergelaufen wäre und damit die
Spinnvorrichtung leergelaufen wäre.
[0040] Nach einem unabhängigen Aspekt kann ein Verfahren für das Erkennen eines Endbereichs
eines Faserbands in einer Spinnkanne einer Textilmaschine vorgesehen sein. Die Textilmaschine
kann insbesondere eine Textilmaschine sein, wie sie an anderer Stelle hierin beschrieben
ist. Das Verfahren kann den Schritt eines Spinnens eines Garns in einer Spinnvorrichtung
der Textilmaschine aufweisen. Das Verfahren kann den Schritt eines Erfassens mindestens
eines Garnqualitätsparameters des gesponnenen Garns durch einen der Spinnvorrichtung
nachgelagerten Garnreiniger aufweisen. Das Verfahren kann den Schritt eines Analysierens
des mindestens einen Garnqualitätsparameters durch eine Steuereinrichtung aufweisen,
um festzustellen, ob eine Faserbandcharakteristik dem Garnqualitätsparameter zugrunde
liegt, derart, dass die Faserbandcharakteristik ein Indikator für einen Endbereich
des Faserbands in der Spinnkanne ist.
[0041] Ein Verfahren zum Erkennen eines Endbereichs eines Faserbands in einer Spinnkanne
kann durch eine Textilmaschine durchgeführt werden, wie sie an anderer Stelle hierin
beschrieben ist. Das Verfahren umfasst insbesondere den Schritt des Spinnens von Garn
in einer Spinnvorrichtung der Textilmaschine und die Erfassung mindestens eines Garnqualitätsparameters
durch einen Garnreiniger, der an der Spinnvorrichtung nachgelagert ist. Anschließend
wird der Garnqualitätsparameter durch eine Steuereinrichtung analysiert, um festzustellen,
ob eine Faserbandcharakteristik dem Garnqualitätsparameter zugrunde liegt und ob diese
ein Indikator für einen Endbereich des Faserbands in der Spinnkanne ist. Das Verfahren
ermöglicht es der Steuereinrichtung, den Endbereich des Faserbands zu erkennen und
entsprechend zu reagieren, um sicherzustellen, dass das Material ordnungsgemäß verarbeitet
wird und ein Leerlaufen der Spinnvorrichtung vermieden wird.
[0042] Das Verfahren kann insbesondere durch eines von den Merkmalen, den Vorteilen oder
den Eigenschaften ausgewählt aus einem von der Textilmaschine, dem Computerprogrammprodukt,
der Steuereinrichtung, dem maschinenlesbaren Speichermedium oder dem Textilmaschinenverbund
beschrieben werden. Dies gilt insbesondere auch Kategorie übergreifend, also insbesondere
über die Kategorien Vorrichtung, System, Verfahren und Verwendung hinweg. Damit können
auch die Textilmaschine, das Computerprogrammprodukt, die Steuereinrichtung, das maschinenlesbare
Speichermedium und/oder der Textilmaschinenverbund durch mindestens eines von den
Merkmalen, den Vorteilen oder den Eigenschaften des Verfahrens beschrieben werden.
Auf eine Wiederholung all dieser Merkmale, Vorteile und Eigenschaften wird aus Gründen
der Leserlichkeit und der Kompaktheit verzichtet.
[0043] Nach einem unabhängigen Aspekt kann eine Steuereinrichtung ausgebildet und eingerichtet
sein, um ein Verfahren, insbesondere wie es an anderer Stelle hierin beschrieben ist,
durchzuführen, in einer Textilmaschine, insbesondere wie sie an anderer Stelle hierin
beschrieben ist.
[0044] Die Steuereinrichtung kann insbesondere durch eines von den Merkmalen, den Vorteilen
oder den Eigenschaften ausgewählt aus einem von der Textilmaschine, dem Computerprogrammprodukt,
dem Verfahren, dem maschinenlesbaren Speichermedium oder dem Textilmaschinenverbund
beschrieben werden. Dies gilt insbesondere auch Kategorie übergreifend, also insbesondere
über die Kategorien Vorrichtung, System, Verfahren und Verwendung hinweg. Damit können
auch die Textilmaschine, das Computerprogrammprodukt, das Verfahren, das maschinenlesbare
Speichermedium und/oder der Textilmaschinenverbund durch mindestens eines von den
Merkmalen, den Vorteilen oder den Eigenschaften der Steuereinrichtung beschrieben
werden. Auf eine Wiederholung all dieser Merkmale, Vorteile und Eigenschaften wird
aus Gründen der Leserlichkeit und der Kompaktheit verzichtet.
[0045] Nach einem unabhängigen Aspekt kann ein Computerprogrammprodukt maschinenlesbare
Anweisungen aufweisen, derart, um ein Verfahren, insbesondere wie es an anderer Stelle
hierin beschrieben ist, in einer Textilmaschine, insbesondere wie sie an anderer Stelle
hierin beschrieben ist, durchzuführen, wenn es auf einer Steuereinrichtung, insbesondere
wie sie an anderer Stelle hierin beschrieben ist, ausgeführt wird.
[0046] Das Computerprogrammprodukt kann insbesondere durch eines von den Merkmalen, den
Vorteilen oder den Eigenschaften ausgewählt aus einem von der Textilmaschine, der
Steuereinrichtung, dem Verfahren, dem maschinenlesbaren Speichermedium oder dem Textilmaschinenverbund
beschrieben werden. Dies gilt insbesondere auch Kategorie übergreifend, also insbesondere
über die Kategorien Vorrichtung, System, Verfahren und Verwendung hinweg. Damit können
auch die Textilmaschine, die Steuereinrichtung, das Verfahren, das maschinenlesbare
Speichermedium und/oder der Textilmaschinenverbund durch mindestens eines von den
Merkmalen, den Vorteilen oder den Eigenschaften des Computerprogrammprodukts beschrieben
werden. Auf eine Wiederholung all dieser Merkmale, Vorteile und Eigenschaften wird
aus Gründen der Leserlichkeit und der Kompaktheit verzichtet.
[0047] Nach einem unabhängigen Aspekt kann ein maschinenlesbares Speichermedium ein Computerprogrammprodukt,
insbesondere wie es an anderer Stelle hierin beschrieben ist, aufweisen.
[0048] Nach einem unabhängigen Aspekt kann ein Textilmaschinenverbund ausgebildet sein.
Der Textilmaschinenverbund kann eine erste Textilmaschine zum Befüllen wenigstens
einer Spinnkanne mit einem Faserband, insbesondere eine Karde oder eine Strecke, aufweisen.
Der Textilmaschinenverbund kann eine zweite Textilmaschine aufweisen, welche eine
Textilmaschine ist, wie sie an anderer Stelle hierin beschrieben ist. Die erste Textilmaschine
kann ausgebildet und eingerichtet sein, das Faserband zumindest zu Beginn des Befüllvorganges
der wenigstens einen Spinnkanne mit einer solchen Faserbandcharakteristik zu versehen,
dass diese bei der zweiten Textilmaschine während des Herstellens des Garns aus dem
Faserband von dem Garnreiniger derart erfassbar ist, dass der Endbereich des Faserbands
mittels der Steuereinrichtung (mittelbar, also mindestens indirekt über den Garnreiniger)
analysierbar und feststellbar ist.
[0049] Der Textilmaschinenverbund kann insbesondere durch eines von den Merkmalen, den Vorteilen
oder den Eigenschaften ausgewählt aus einem von der Textilmaschine, der Steuereinrichtung,
dem Verfahren, dem maschinenlesbaren Speichermedium oder dem Computerprogrammprodukt
beschrieben werden. Dies gilt insbesondere auch Kategorie übergreifend, also insbesondere
über die Kategorien Vorrichtung, System, Verfahren und Verwendung hinweg. Damit können
auch die Textilmaschine, die Steuereinrichtung, das Verfahren, das maschinenlesbare
Speichermedium und/oder das Computerprogrammprodukt durch mindestens eines von den
Merkmalen, den Vorteilen oder den Eigenschaften des Textilmaschinenverbunds beschrieben
werden. Auf eine Wiederholung all dieser Merkmale, Vorteile und Eigenschaften wird
aus Gründen der Leserlichkeit und der Kompaktheit verzichtet.
[0050] Nachfolgend werden bevorzugte Ausführungsbeispiele der Erfindung unter Bezugnahme
auf Figuren näher beschrieben, dabei zeigen schematisch und beispielhaft:
- Fig. 1A
- eine schematische Darstellung einer exemplarischen Ausführungsform einer Spinnereivorbereitungsmaschine
als Befüllungsmaschine;
- Fig. 1B
- eine schematische Darstellung einer exemplarischen Ausführungsform einer Textilmaschine;
und
- Fig. 2
- eine schematische Darstellung einer exemplarischen Ausführungsform eines Verfahrens.
[0051] Für gleichwirkende und/oder gleichartige Elemente und Strukturen werden die gleichen
Bezugszeichen verwendet.
[0052] Fig. 1A zeigt eine schematische Darstellung einer exemplarischen Ausführungsform
einer Spinnereivorbereitungsmaschine 1 als Befüllungsmaschine 1a für eine Spinnkanne
34. Die Befüllungsmaschine 1a kann eine Karde oder eine Strecke sein. Die Befüllungsmaschine
1a kann ein unverzogenes, unverdichtetes Faserband 2 aufnehmen, um dieses durch ein
regulierbares Streckwerk 3 zu einem Faserband 26 für die Textilmaschine 20 zu verstrecken,
wie sie in der Fig. 1B dargestellt ist. Dabei kann insbesondere ein Hochlaufen des
Streckwerks 3 dazu führen, dass dem Faserband 26 eine Faserbandcharakteristik aufgeprägt
werden kann, die etwa in einem Endbereich 32 des Faserbands 26 vorliegen kann. Das
Faserband 26 kann dabei in einer Spinnkanne 34 abgelegt werden, mit dem Endbereich
32 als erstes, weshalb er als letztes aus der Spinnkanne 34 von der Textilmaschine
20 entnommen wird. Die Befüllungsmaschine 1a kann in alternativen Ausführungsformen
ausgebildet und eingerichtet sein, um die Faserbandcharakteristik in einem Zwischenbereich
(nicht dargestellt) aufzuprägen, damit die Steuereinrichtung 30 etwa bei einer ersten
Analyse eines aus einem solchem Bereich resultierenden Garnqualitätsparameter eine
noch vorhandene Restmenge an Faserband 26 indiziert. Das Faserband 26 kann in einer
Förderrichtung 42 in die Spinnkanne 34 gefördert werden. Eine Trennvorrichtung kann
vorgesehen sein, um das Faserband 26 abzutrennen, wenn die Spinnkanne 34 gefüllt ist.
[0053] Fig. 1B zeigt eine schematische Darstellung einer exemplarischen Ausführungsform
einer Textilmaschine 20. Die Textilmaschine 20 ist insbesondere zum Herstellen einer
Auflaufspule 46 ausgebildet. Bei der Textilmaschine 20 kann es sich beispielsweise
um eine Rotorspinnmaschine oder Luftspinnmaschine handeln. Die Textilmaschine 20 weist
wenigstens eine Arbeitsstelle 21 zum Spinnen eines Garns 24 und zum Aufspulen des
gesponnenen Garns 24 auf die Auflaufspule 46 auf. Daher kann die Arbeitsstelle 21
als Spinn-Spul-Arbeitsstelle bezeichnet werden.
[0054] Die wenigstens eine Arbeitsstelle 21 weist mindestens eine Spinnvorrichtung 22 zum
Spinnen eines Garnes 24 aus Fasern eines der Spinnvorrichtung 22 zugeführten Faserbands
26 auf. Das Faserband 26 kann der Arbeitsstelle 21 über eine Faserbandzuführung 6
zum Zuführen des Faserbands 26 aus einer Spinnkanne 34 zur Spinnvorrichtung 22 zugeführt
werden. In einem regulierbaren Streckwerk 40 kann eine Verstreckung des Faserbands
26 auf die Anforderungen der Spinnvorrichtung 22 erfolgen. In der Spinnvorrichtung
22 kann das Verspinnen des Faserbands 26 zu einem Garn 24 erfolgen. Ein Garnreiniger
28, welcher der Spinnvorrichtung 22 nachgelagert sein kann, kann ausgebildet und eingerichtet
sein, um mindestens einen Garnqualitätsparameter des gesponnenen Garnes 24 zu erfassen.
[0055] Der Textilmaschine 20 kann eine Steuereinrichtung 30 zugeordnet sein, auf der ein
Computerprogrammprodukt 38 aus einem maschinenlesbaren Speichermedium 36 ausgelesen
werden kann. Die Steuereinrichtung 30 kann ausgebildet und eingerichtet sein, um eine
Analyse des mindestens einen Garnqualitätsparameters durchzuführen. Die Steuereinrichtung
30 kann ausgebildet und eingerichtet sein, um bei der Analyse festzustellen, ob eine
Faserbandcharakteristik dem Garnqualitätsparameter zugrunde liegt, derart, dass die
Faserbandcharakteristik ein Indikator für einen Endbereich 32 des Faserbands 26 in
der Spinnkanne 34 ist.
[0056] Das gesponnene Garn 24 kann mittels einer Changiervorrichtung (nicht dargestellt)
nach dem Garnreiniger 28 in Changierrichtungen 44 auf die Auflaufspule 46, hier als
eine Kreuzspule dargestellt, aufgewickelt werden, um dieses als aufgewickeltes Garn
48 lagern zu können.
[0057] Die Steuereinrichtung 30 kann ausgebildet und eingerichtet sein, um bei einem Feststellen
in der Analyse, dass die Faserbandcharakteristik ein Indikator für den Endbereich
32 des Faserbands 26 in der Spinnkanne 34 ist, eine Aktion auszuführen. Die Aktion
kann mindestens eines ausgewählt aus den Folgenden sein: Die Arbeitsstelle 21 kann
gestoppt werden. Alternativ oder zusätzlich kann ein Warnsignal (nicht dargestellt)
ausgegeben werden.
[0058] Die Faserbandcharakteristik des Endbereichs 32 kann aus einem Hochlauf eines regulierbaren
Streckwerks 3, einer die Spinnkanne 34 füllenden Befüllungsmaschine 1a hervorgehen,
wie in der Fig. 1A dargestellt und diesbezüglich beschrieben.
[0059] Der Garnreiniger 28, der den Garnqualitätsparameter erfasst, kann einen optischen
Sensor (nicht gezeigt) aufweisen, um den Garnqualitätsparameter optisch zu erfassen.
Der mindestens eine Garnqualitätsparameter kann einen für den Endbereich 32 charakteristischen
Verlauf von mindestens einer Garnzone widerspiegeln. Diese kann sich durch eine Kombination
von Kurzfehlern und Langfehlern auszeichnen, die charakteristisch für den Endbereich
32 des Faserbands 26 sein können. Alternativ oder zusätzlich kann eine, insbesondere
vorab definierte, Abweichung in einer Länge der Fasern einen Endbereich 32 indizieren.
Alternativ oder zusätzlich kann eine, insbesondere vorab definierte, Abweichung in
einem Durchmesser des Garns 24 einen Endbereich 32 des Faserbands 26 indizieren. Alternativ
oder zusätzlich kann eine, insbesondere vorab definierte, Abweichung in einer Masse
des Garns 24 einen Endbereich 32 indizieren.
[0060] Der Garnreiniger 28 ist insbesondere ausgebildet und eingerichtet, um eine lückenlose
Überwachung des gesponnenen Garnes 24 durchzuführen und daraus resultierende Garnqualitätsparameter
an die Steuereinrichtung 30 zu übermitteln. Die Steuereinrichtung 30 kann ausgebildet
und eingerichtet sein, um an aus der lückenlosen und kontinuierlichen Überwachung
des gesponnenen Garnes 24 vom Garnreiniger 28 übermittelter Garnqualitätsparameter
mindestens eine der folgenden Operationen durchzuführen: Es können Mittelwerte von
mindestens einem Garnqualitätsparameter gebildet werden, um Abweichungen ermitteln
zu können, die charakteristisch für das aus einem Endbereich 32 gesponnene Garn 24
sind. Es können Referenzwerte im Kurzfehlerbereich und/oder im Langfehlerbereich gebildet
werden. Dadurch kann eine Garnzone ermittelt werden, die eine Garnfehlercharakteristik
aufweist, um auf das Vorliegen eines Endbereichs 32 schließen zu können.
[0061] Das Faserband 26 weist insbesondere eine definierte Länge auf. Der Garnreiniger 28
kann ausgebildet und eingerichtet sein, um eine Garnlänge zu messen und wobei der
Garnreiniger 28 ausgebildet und eingerichtet sein kann, eine Garnlänge an die Steuereinrichtung
30 zu übermitteln, um die Garnlänge in die Analyse, ob ein Endbereich 32 vorliegt,
miteinzubeziehen. So kann etwa eine Plausibilitätsprüfung stattfinden, ob ein identifizierter
Endbereich 32 im Rahmen der Erwartung liegt oder ob es sich etwa um einen vorher eingebauten
Zwischenbereich (nicht gezeigt) handelt, der auf eine verbleibende Restlänge des Faserbands
26 in der Spinnkanne 34 schließen lässt.
[0062] Es kann auch ein Textilmaschinenverbund ausgebildet sein, der eine erste Textilmaschine
zum Befüllen wenigstens einer Spinnkanne 34 mit einem Faserband 26, insbesondere eine
Karde oder eine Strecke, insbesondere wie die erste Textilmaschine, die in der Fig.
1A dargestellt und diesbezüglich beschrieben worden ist, aufweist. Der Textilmaschinenverbund
kann des Weiteren eine zweite Textilmaschine aufweisen, welche eine Textilmaschine
20 sein kann, wie sie in der Fig. 1B dargestellt und diesbezüglich beschrieben ist.
[0063] Die erste Textilmaschine ist insbesondere ausgebildet und eingerichtet, das Faserband
26 zumindest zu Beginn des Befüllvorganges der wenigstens einen Spinnkanne 34 mit
einer solchen Faserbandcharakteristik zu versehen, dass diese bei der zweiten Textilmaschine
während des Herstellens des Garns 24 aus dem Faserband 26 von dem Garnreiniger 28
derart erfassbar ist, dass der Endbereich 32 des Faserbands 26 mittels der Steuereinrichtung
30 (mittelbar, also über die Analyse des Garns 24 im Garnreiniger mittels der Steuereinrichtung
30) analysierbar und feststellbar ist.
[0064] Fig. 2 zeigt eine schematische Darstellung einer exemplarischen Ausführungsform eines
Verfahrens 100.
[0065] Das Verfahren 100 kann für das Erkennen eines Endbereichs 32 eines Faserbands 26
in einer Spinnkanne 34 einer Textilmaschine 20 ausgebildet sein. Die dabei verwendete
Textilmaschine 20 kann dabei insbesondere eine Textilmaschine 20 sein, wie sie in
der Fig. 1B dargestellt und diesbezüglich beschrieben ist.
[0066] Das Verfahren 100 kann den Schritt eines Spinnens 110 eines Garns 24 in einer Spinnvorrichtung
22 der Textilmaschine 20 aufweisen. Das Verfahren kann den Schritt eines Erfassens
120 mindestens eines Garnqualitätsparameters des gesponnenen Garns 24 durch einen
der Spinnvorrichtung 22 nachgelagerten Garnreiniger 28 aufweisen. Das Verfahren 100
kann den Schritt eines Analysierens 130 des mindestens einen Garnqualitätsparameters
durch eine Steuereinrichtung 30 aufweisen, derart, um festzustellen, ob eine Faserbandcharakteristik
dem Garnqualitätsparameter zugrunde liegt, derart, dass die Faserbandcharakteristik
ein Indikator für einen Endbereich 32 des Faserbands 26 in der Spinnkanne 34 ist.
[0067] Mit "kann" sind insbesondere optionale Merkmale der Erfindung bezeichnet. Demzufolge
gibt es auch Weiterbildungen und/oder Ausführungsbeispiele der Erfindung, die zusätzlich
oder alternativ das jeweilige Merkmal oder die jeweiligen Merkmale aufweisen.
[0068] Aus den vorliegend offenbarten Merkmalskombinationen können bedarfsweise auch isolierte
Merkmale herausgegriffen und unter Auflösung eines zwischen den Merkmalen gegebenenfalls
bestehenden strukturellen und/oder funktionellen Zusammenhangs in Kombination mit
anderen Merkmalen zur Abgrenzung des Anspruchsgegenstands verwendet werden.
Bezugszeichenliste
[0069]
- 1
- Spinnereivorbereitungsmaschine
- 1a
- Befüllungsmaschine
- 2
- unverzogenes, unverdichtetes Faserband
- 3
- regulierbares Streckwerk der Spinnereivorbereitungsmaschine
- 4
- Trennvorrichtung
- 6
- Faserbandzuführung
- 20
- Textilmaschine
- 21
- Arbeitsstelle
- 22
- Spinnvorrichtung
- 24
- gesponnenes Garn
- 26
- Faserband
- 28
- Garnreiniger
- 30
- Steuereinrichtung
- 32
- Endbereich
- 34
- Spinnkanne
- 36
- maschinenlesbares Speichermedium
- 38
- Computerprogrammprodukt
- 40
- regulierbares Streckwerk der Textilmaschine
- 42
- Förderrichtung
- 44
- Changierrichtungen
- 46
- Auflaufspule
- 48
- aufgewickeltes Garn
- 100
- Verfahren
- 110
- Spinnen eines Garns
- 120
- Erfassen mindestens eines Garnqualitätsparameters
- 130
- Analysieren des mindestens einen Garnqualitätsparameters
1. Textilmaschine (20) zum Herstellen einer Auflaufspule (46), aufweisend
- wenigstens eine Arbeitsstelle (21) zum Spinnen eines Garns (24) und zum Aufspulen
des gesponnenen Garns (24) auf die Auflaufspule (46), wobei die wenigstens eine Arbeitsstelle
(21) aufweist
- eine Spinnvorrichtung (22) zum Spinnen des Garnes (24) aus Fasern eines der Spinnvorrichtung
(22) zugeführten Faserbands (26);
- eine Faserbandzuführung (6) zum Zuführen des Faserbands (26) aus einer Spinnkanne
(34) zur Spinnvorrichtung (22);
- einen Garnreiniger (28), welcher der Spinnvorrichtung (22) nachgelagert, ausgebildet
und eingerichtet ist, mindestens einen Garnqualitätsparameter des gesponnenen Garnes
(24) zu erfassen; und
- eine Steuereinrichtung (30), ausgebildet und eingerichtet, um eine Analyse des mindestens
einen Garnqualitätsparameters durchzuführen,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Steuereinrichtung (30) ausgebildet und eingerichtet ist, bei der Analyse festzustellen,
ob eine Faserbandcharakteristik dem Garnqualitätsparameter zugrunde liegt, derart,
dass die Faserbandcharakteristik ein Indikator für einen Endbereich (32) des Faserbands
(26) in der Spinnkanne (34) ist.
2. Textilmaschine (20) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuereinrichtung (30) ausgebildet und eingerichtet ist, um bei einem Feststellen
in der Analyse, dass die Faserbandcharakteristik ein Indikator für den Endbereich
(32) des Faserbands (26) in der Spinnkanne (34) ist eine Aktion auszuführen.
3. Textilmaschine (20) nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, dass die Aktion mindestens eines ausgewählt aus den Folgenden ist:
- die Arbeitsstelle (21) zu stoppen; oder
- ein Warnsignal auszugeben.
4. Textilmaschine (20) nach mindestens einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Faserbandcharakteristik des Endbereichs (32) aus einem Hochlauf eines regulierbaren
Streckwerks (3), einer die Spinnkanne (34) füllenden Befüllungsmaschine (1a) hervorgeht.
5. Textilmaschine (20) nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Befüllungsmaschine (1a) eines ausgewählt aus einer Karde oder einer Strecke ist.
6. Textilmaschine (20) nach mindestens einem der voranstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass der mindestens eine Garnqualitätsparameter eines der Folgenden widerspiegelt:
- einen für den Endbereich (32) charakteristischen Verlauf von mindestens einer Garnzone;
- eine, insbesondere vorab definierte, Abweichung in einer Länge;
- eine, insbesondere vorab definierte, Abweichung in einem Durchmesser; oder
- eine, insbesondere vorab definierte, Abweichung in einer Masse.
7. Textilmaschine (20) nach mindestens einem der voranstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass der Garnreiniger (28) ausgebildet und eingerichtet ist, um eine lückenlose Überwachung
des gesponnenen Garnes (24) durchzuführen und daraus resultierende Garnqualitätsparameter
an die Steuereinrichtung (30) zu übermitteln, wobei die Steuereinrichtung (30) ausgebildet
und eingerichtet ist, um an aus der lückenlosen und kontinuierlichen Überwachung des
gesponnenen Garnes (24) vom Garnreiniger (28) übermittelter Garnqualitätsparameter
mindestens eine der folgenden Operationen durchzuführen:
- eine Bildung von Mittelwerten;
- eine Bildung von Referenzwerten im Kurzfehlerbereich; oder
- eine Bildung von Referenzwerten im Langfehlerbereich.
8. Textilmaschine (20) nach mindestens einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Faserband (26) eine definierte Länge aufweist und wobei der Garnreiniger (28)
ausgebildet und eingerichtet ist, um eine Garnlänge zu messen und wobei der Garnreiniger
(28) ausgebildet und eingerichtet ist, eine Garnlänge an die Steuereinrichtung (30)
zu übermitteln, um die Garnlänge in die Analyse, ob ein Endbereich (32) vorliegt,
miteinzubeziehen.
9. Verfahren (100) für das Erkennen eines Endbereichs (32) eines Faserbands (26) in einer
Spinnkanne (34) einer Textilmaschine (20), insbesondere einer Textilmaschine (20)
nach einem der voranstehenden Ansprüche, aufweisend die Schritte:
- eines Spinnens (110) eines Garns (24) in einer Spinnvorrichtung (22) der Textilmaschine
(20);
- eines Erfassens (120) mindestens eines Garnqualitätsparameters des gesponnenen Garns
(24) durch einen der Spinnvorrichtung (22) nachgelagerten Garnreiniger (28);
- eines Analysierens (130) des mindestens einen Garnqualitätsparameters durch eine
Steuereinrichtung (30), um festzustellen, ob eine Faserbandcharakteristik dem Garnqualitätsparameter
zugrunde liegt, derart, dass die Faserbandcharakteristik ein Indikator für einen Endbereich
(32) des Faserbands (26) in der Spinnkanne (34) ist.
10. Steuereinrichtung (30) ausgebildet und eingerichtet, um ein Verfahren (100) nach Anspruch
9 durchzuführen, in einer Textilmaschine (20) nach mindestens einem der Ansprüche
1 bis 8.
11. Computerprogrammprodukt (38), aufweisend maschinenlesbare Anweisungen, derart, ein
Verfahren (100) nach Anspruch 9 in einer Textilmaschine (20) nach einem der Ansprüche
1 bis 8 durchzuführen, wenn es auf einer Steuereinrichtung (30) nach Anspruch 10 ausgeführt
wird.
12. Maschinenlesbares Speichermedium (36), aufweisend ein Computerprogrammprodukt (38)
nach Anspruch 11.
13. Textilmaschinenverbund umfassend
- eine erste Textilmaschine zum Befüllen wenigstens einer Spinnkanne (34) mit einem
Faserband (26), insbesondere eine Karde oder eine Strecke, und
- eine zweite Textilmaschine, welche eine Textilmaschine (20) nach einem der vorhergehenden
Ansprüche 1 bis 8 ist,
wobei die erste Textilmaschine ausgebildet und eingerichtet ist, das Faserband (26)
zumindest zu Beginn des Befüllvorganges der wenigstens einen Spinnkanne (34) mit einer
solchen Faserbandcharakteristik zu versehen, dass diese bei der zweiten Textilmaschine
während des Herstellens des Garns (24) aus dem Faserband (26) von dem Garnreiniger
(28) derart erfassbar ist, dass der Endbereich (32) des Faserbands (26) mittels der
Steuereinrichtung (30) analysierbar und feststellbar ist.