[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betreiben eines Waschautomaten und einen
Waschautomaten. Insbesondere betrifft die Erfindung ein Verfahren zum Betreiben eines
Waschautomaten mit einem Laugenbehälter zur Aufnahme von Wasser, einer in dem Laugenbehälter
drehbar gelagerten Trommel zur Aufnahme von Wäsche, einem Heizelement zum Aufheizen
des Wassers, einem Umflutungssystem zum Fördern des Wassers aus einem ersten Bereich
des Lagenbehälters in einen zweiten Bereich des Laugenbehälters und einer Steuer-
und/oder Regeleinrichtung zum Steuern und/oder Regeln eines Waschprogramms, aufweisend
einen Heizprozess während der Durchführung eines Waschprogramms, und einen entsprechend
ausgebildeten Waschautomaten.
[0002] Das primäre Ziel des Heizprozesses im Waschautomaten ist ein möglichst effizienter
Wärmeenergietransport zwischen dem Heizelement und der Wäsche bei gleichzeitig geringem
Wasseraufkommen und geringen Verbraucher-Schaltspielen. Dieser Energietransport erfolgt
durch erhitzte freie Flotte. Er ist dann optimal, wenn ein kontinuierlicher Austausch
zwischen gebundener und erhitzter freier Flotte entsteht. In Abhängigkeit der Waschautomatenvariante
insbesondere mit oder ohne Umflutung und der notwendigen Heiztemperaturen werden bereits
heute zwei unterschiedliche Verfahren eingesetzt. In der klassischen Variante wird
der Wärmeenergietransport zwischen erhitzter und gebundener Flotte über hohe Wasserstände
realisiert. Der Flottenaustausch erfolgt über das Saugverhalten der Wäsche. Dieses
Verfahren wird grundsätzlich bei Waschautomaten ohne Umflutung eingesetzt.
[0003] In Waschautomaten mit ungeregelter Umflutung erfolgt der Flottenaustausch mit der
Aktivierung des Umflutungssystems. Die erhitzte freie Flotte wird über die Umflutung
in die Wäsche gebracht. Dabei sinkt der Wasserstand sehr schnell, da die Pumpe des
Umflutungssystems mit einem hohen Volumenstrom arbeitet und dieser nicht variiert
werden kann. Dies führt wiederum dazu, dass die Gefahr eines Trockenheizens aufgrund
der sich schnell ändernden Wasserstände sehr hoch ist. Es ist möglich, den Wasserstand
durch ständige Wassereinläufe zu korrigieren, welches jedoch zu einem hohen Gesamtwasserverbrauch
führt. Deshalb werden die Verbraucher Heizelement und Umflutungssystem immer hintereinander
ein- bzw. ausgeschaltet. Dies führt allerdings zu hohen Schaltspielen und einem langen
Heizprozess, da sich die Wasserstände erneut einstellen müssen. Durch die Einführung
der Umflutung ist der Heizprozess im Vergleich zum klassischen Heizen mit hohen Wasserständen
effizienter, weist aber eine lange Durchführung auf.
[0004] Der Erfindung stellt sich somit das Problem, ein Verfahren zum Betreiben eines Waschautomaten
und einen Waschautomaten bereitzustellen, deren Heizprozess zum Aufheizen von freier
Flotte unter Verwendung eines Umflutungssystems zeiteffizienter durchführbar ist.
[0005] Erfindungsgemäß wird dieses Problem durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Patentanspruchs
1 und einen Waschautomaten mit den Merkmalen des Patentanspruchs 10 gelöst. Vorteilhafte
Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den nachfolgenden
Unteransprüchen.
[0006] Die mit der Erfindung erreichbaren Vorteile bestehen darin, dass durch das gleichzeitige
Heizen und Umfluten des Wassers samt Waschmittel der Heizprozess stark verkürzt wird.
Jeder Heizprozess kann dadurch im Idealfall aus nur einem Heizzyklus bestehen. Dadurch
wird die Belastung der Bauteile aufgrund der geringen Schaltspiele auf ein Minimum
reduziert. Dies gilt sowohl für das Heizelement als auch für die Umflutung. Neben
den geschilderten Vorteilen ergeben sich durch die Zeitersparnis im Heizen weitere
Vorteile im Programmablauf. Die Zeitersparnis kann im Waschprozess in eine längere
Wirkphase investiert werden. Insbesondere bei hohen Temperaturen wird hierdurch ein
besseres Waschergebnis erzielt. Alternativ kann ein kürzerer Programmlauf erzielt
werden. Zudem können durch die geringere Bauteilbelastung konstruktive und bauteilbedingte
Einsparungen getroffen werden, die die Herstellungskosten senken.
[0007] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betreiben eines Waschautomaten mit einem
Laugenbehälter zur Aufnahme von Wasser, einer in dem Laugenbehälter drehbar gelagerten
Trommel zur Aufnahme von Wäsche, einem Heizelement zum Aufheizen des Wassers, einem
Umflutungssystem zum Fördern des Wassers aus einem ersten Bereich des Lagenbehälters
in einen zweiten Bereich des Laugenbehälters und einer Steuer- und/oder Regeleinrichtung
zum Steuern und/oder Regeln eines Waschprogramms, aufweisend einen Heizprozess während
der Durchführung eines Waschprogramms, wobei der Wasserstand in dem Laugenbehälter
während des Heizprozesses derart gesteuert und/oder geregelt wird, dass gleichzeitig
das sich in dem Laugenbehälter befindende Wasser mittels des Heizelements geheizt
und mittels des Umflutungssystems aus dem ersten Bereich des Lagenbehälters in den
zweiten Bereich des Laugenbehälters gefördert wird. Mittels der Steuerung und/oder
Regelung des Wasserstands auf ein geeignetes Niveau wird ein gleichzeitiges Heizen
mit sehr gutem Flottenaustausch ermöglicht. Der Wasserstand ist bevorzugt oberhalb
des Heizelements, bezogen auf eine betriebsgemäße Aufstellposition des Waschautomaten.
[0008] Bevorzugt wird der Wasserstand in dem Laugenbehälter während des Heizprozesses durch
Einstellen eines durch das Umflutungssystem geförderten Volumenstroms und/oder eines
Drehrhythmuses der Trommel gesteuert und/oder geregelt. Bevorzugt wird der Wasserstand
durch Regelung des durch das Umflutungssystem geförderten Volumenstroms und Einstellen
des Drehrhythmuses der Trommel derart gesteuert und/oder geregelt, dass ein Gleichgewicht
zwischen Flottenaustrieb und -einbringung erzielt wird. Bevorzugt wird ein quasistationärer
Wasserstand eingestellt.
[0009] In einer bevorzugten Ausführungsform weist der Heizprozess folgende Schritte auf
- a) Einstellen einer 100-%-Ist-Sättigung in der sich in der Trommel befindenden Wäsche
mittels Zuführen von Wasser in den Laugenbehälter,
- b) Zuführen von weiterem Wasser als freie Flotte, so dass ein Wasserstand des sich
in dem Laugenbehälter befindenden Wassers oberhalb des Heizelements und unterhalb
der Trommel liegt,
- c) Drehen der Trommel entsprechend einem gewählten Drehzahlprofil,
- d) Impulsartiges Einbringen der freien Flotte in die Wäsche unter Aktivierung des
Umflutungssystems,
- e) Deaktivieren des aktivierten Umflutungssystems, wenn ein Minimalwasserstand in
dem Laugenbehälter erreicht wird, wodurch sich ein dem Drehzahlprofil entsprechender
spezifischer Austriebsvolumenstrom ausbildet und der Wasserstand steigt,
- f) Starten einer Zeitmessung in Anschluss an den Schritt e), sobald ein vorbestimmter
Startwasserstand erreicht wird,
- g) Stoppen der Zeitmessung, sobald ein vorbestimmter Stoppwasserstand oder eine vorbestimmte
zeitliche Grenze erreicht wird,
- h) Berechnen des spezifischen Austriebsvolumenstroms mit Hilfe eines Ergebnisses der
Zeitmessung, und
- i) Erhöhen des berechneten spezifischen Austriebsvolumenstroms bis zu seinem Endwert,
um einen kontinuierlichen Wasserstand bei gleichzeitig aktiviertem Heizelement und
Umflutungssystem beizubehalten.
[0010] In dem Schritt a) wird bevorzugt vor dem Prozess des Heizens die Wäsche mit einer
Wasserzulaufsteuerung auf eine 100% Ist-Sättigung eingestellt. Dadurch ist gewährleistet,
dass die Wäsche in der nachfolgenden Heizphase stationär kein zusätzliches Wasser
aufnehmen kann. Temporär kann die Wäsche zwar zusätzliches Wasser in Form von Schälwasser
aufnehmen, dieses tropft jedoch zeitverzögert von der Wäsche wieder ab. Bevorzugt
wird in den nachfolgenden Schritten ein Drehzahlprofil gewählt, dass den Prozess des
Austriebs unterstützt.
[0011] Anschließend wird in dem Schritt b) bevorzugt eine benötigte Wassermenge bis zum
Heizelementniveau bzw. stand plus einer vorbestimmten Zirkulationswassermenge in den
Laugenbehälter eingebracht. Dabei bleibt der Wasserstand bevorzugt unter Trommelniveau
bzw. -stand. Die Zirkulationswassermenge steht dem Umflutungssystem bevorzugt im folgenden
Flottenaustausch maximal zur Verfügung. Damit ein Saugen der Wäsche ausgeschlossen
werden kann, besteht bevorzugt kein Kontakt zwischen freier Flotte und Wäsche.
[0012] Für die gezielte Einstellung eines kontinuierlichen Flottenaustauschs wird eine initiale
Messung des spezifischen Austriebsvolumenstroms durchgeführt, der vom gewählten Drehzahlprofil,
der Wäschemenge und -art in der Trommel abhängig ist. Bei kontinuierlicher Einbringung
von freier Flotte wird sich der Austriebsvolumenstrom quasistationär einstellen. Er
ist bevorzugt als Vorsteuerung für eine nachfolgende Wasserstandsregelung ausgebildet.
[0013] Die Messung des spezifischen Austriebsvolumenstroms weist die Schritte c) bis h)
auf. Zuerst wird ein gewähltes Drehzahlprofil gestartet, und dann wird die gesamte
freie Flotte in die Wäsche über das Umflutungssystem impulsartig eingebracht. Dabei
wird bevorzugt die maximale Drehzahl der Umflutung ausgewählt. Anschließend wird das
Umflutungssystem bei Erreichen eines Minimalniveaus deaktiviert. Es bildet sich ein
zum Drehzahlprofil spezifischer Austriebsvolumenstrom aus. Der Wasserstand steigt.
Dann wird eine Zeitmessung ab Erreichen eines definierten Startniveaus gestartet und
dann gestoppt, sobald ein definiertes Stoppniveau oder eine zeitliche Grenze erreicht
wird. Anschließend wird bevorzugt der spezifische Austriebsvolumenstrom durch Laugenbehältergeometrievorgaben
und dem Ergebnis der Zeitmessung berechnet.
[0014] Der Schritt c) wird bevorzugt ab seinem Beginn während der Schritte d) bis i) kontinuierlich
fortgeführt. Durch das anhaltende Drehzahlprofil wird sich der vorherige Wasserstand
inkl. der Zirkulationswassermenge nach den Schritten e) bis h) erneut einstellen.
Der Schritt i) umfasst bevorzugt eine Wasserstandsregelung mit Vorsteuerung und Stellgrößenbeschrankung
basierend auf einem PI-Regler. Ziel ist die Einstellung eines kontinuierlichen Wasserstands
bei gleichzeitiger Aktivierung des Heizelements und des Umflutungssystems. Der Sollwasserstand
liegt zwischen Heizelement - und Trommelniveau. Bevorzugt wird der zuvor ermittelte
spezifische Austriebsvolumenstrom als Vorsteuerung verwendet. In einer Einschaltphase
des Reglers wird bevorzugt der Austriebsvolumenstrom bis zum Endwert erhöht. Diese
Vorsteuerung kann zum Einstellen eines kontinuierlichen Flottenaustauschs ausreichend
sein. Wenn nicht, werden weitere Größen zur Einstellung herangezogen.
[0015] Die Vorsteuerung kann aufgrund von dynamischen Abweichungen des Wasserstands während
des Prozesses nicht ausreichen und muss dann kompensiert werden. Als Eingangsgrößen
fungieren in diesem Fall bevorzugt der Soll-Wasserstand in Form eines Soll-Drucks
und der gemessene Ist-Wasserstand in Form des Ist-Drucks. Auf Basis einer Druck/Volumen-Kennlinie,
die die Laugengeometrievorgaben berücksichtigt, werden bevorzugt ein Soll-Volumen
und ein Ist-Volumen der freien Flotte berechnet. Die Differenz aus beiden Werten ergibt
eine Regelabweichung, die die Menge an freier Flotte beschreibt, die durch das Umflutungssystem
zum Ausgleich gefördert werden muss. Die Zeit, in der die Regelabweichung kompensiert
werden muss, wird durch Verstärkungsfaktoren des Reglers bestimmt. Die Summe aus Reglerstellgröße
und Vorsteuerung wird bevorzugt entsprechend der Förderleistungen der Umflutung stellgrößenbeschränkt.
Ein Überlaufen des Integratoranteils wird bevorzugt durch ein Anti-Windup verhindert.
Anschließend wird bevorzugt auf Basis einer Umflutungskennlinie eine Soll-Drehzahl
der geregelten Umflutung berechnet. Dadurch, dass sich jetzt ein dauernder Austausch
von gerade aufgeheizter freier Flotte und gebundener Flotte einstellt, wird der Energiefluss
in die Wäsche verstärkt und ein Nachheizprozess weiterhin vermieden.
[0016] Bevorzugt werden daher bei und/oder im Anschluss an den Schritt i) folgende Schritte
durchgeführt:
- Messen eines Ist-Drucks,
- Berechnen eines Soll-Volumens und eines Ist-Volumens der freien Flotte anhand eines
Soll-Drucks und des gemessenen Ist-Drucks und einer Druck-Volumen-Kennlinie,
- Berechnen einer Differenz zwischen dem berechneten Ist-Volumen und dem berechneten
Soll-Volumen, und
- Verwenden der berechneten Differenz als Regler-Stellgröße zum Regeln einer Soll-Drehzahl
der Trommel, bei der ein kontinuierlicher Wasserstand bei gleichzeitig aktiviertem
Heizelement und Umflutungssystem erreicht wird.
[0017] In einer bevorzugten Ausführungsform weist das Verfahren weiterhin Bestimmen einer
Zeit auf, in der die berechnete Differenz als Regler-Stellgröße verwendet wird, anhand
von Verstärkungsfaktoren eines Reglers, der die Soll-Drehzahl regelt.
[0018] Bevorzugt weist das Verfahren weiterhin Summieren des berechneten Austriebsvolumenstroms
und der Regler-Stellgröße und Durchführen einer Stellgrößenbeschränkung der Summe
entsprechend einer Förderleistung des Umflutungssystems auf.
[0019] In einer bevorzugten Ausführungsform weist das Verfahren weiterhin Durchführen eines
Antiwindups auf.
[0020] Bevorzugt werden der Schritt c) mit einem weiteren von dem Drehzahlprofil verschiedenen
Drehzahlprofil und die Schritte d) bis g) wiederholt, wenn in dem Schritt g) die Zeitmessung
durch die vorbestimmte zeitliche Grenze gestoppt wird. Alternativ bevorzugt wird ein
weiterer Heizprozess eingestellt, wenn in dem Schritt g) die Zeitmessung durch die
vorbestimmte zeitliche Grenze gestoppt wird.
[0021] In einer bevorzugten Ausführungsform wird die Soll-Drehzahl auf Basis einer Umflutungskennlinie
und des berechneten Austriebsvolumenstroms berechnet.
[0022] Die Erfindung betrifft ferner einen Waschautomaten mit einem Laugenbehälter zur Aufnahme
von Wasser, einer in dem Laugenbehälter drehbar gelagerten Trommel zur Aufnahme von
Wäsche, einem Heizelement zum Aufheizen des Wassers, einem Umflutungssystem zum Fördern
des Wassers aus einem ersten Bereich des Lagenbehälters in einen zweiten Bereich des
Laugenbehälters und einer Steuer- und/oder Regeleinrichtung zum Steuern und/oder Regeln
eines Waschprogramms und eines Verfahrens gemäß einer oder mehrerer der vorangehend
beschriebenen Ausführungsformen.
[0023] Unter dem Ausdruck "Waschautomat" ist eine Waschmaschine oder ein Kombigerät wie
ein Waschtrockner zu verstehen.
[0024] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in den Zeichnungen rein schematisch dargestellt
und wird nachfolgend näher beschrieben. Es zeigt schematisch und nicht maßstabsgerecht
- Fig. 1
- eine Teil-Querschnittsansicht eines erfindungsgemäßen Waschautomaten; und
- Fig. 2
- ein Blockschaltbild einer Wasserstandsregelung gemäß einem erfindungsgemäßen Verfahren.
[0025] Fig. 1 zeigt eine Teil-Querschnittsansicht eines erfindungsgemäßen Waschautomaten.
Der Waschautomat weist einen Laugenbehälter 1 zur Aufnahme von Wasser, eine in dem
Laugenbehälter 1 drehbar gelagerte Trommel 2 zur Aufnahme von Wäsche 4, ein Heizelement
3 zum Aufheizen des Wassers, ein Umflutungssystem (nicht gezeigt) zum Fördern des
Wassers aus einem ersten Bereich des Lagenbehälters 1 in einen zweiten Bereich des
Laugenbehälters 1 und eine Steuer- und/oder Regeleinrichtung (nicht gezeigt) zum Steuern
und/oder Regeln eines Waschprogramms auf. Die Steuer- und/oder Regeleinrichtung ist
weiterhin ausgebildet, einen Heizprozess eines Waschprogramms durchzuführen, so dass
der Wasserstand in dem Laugenbehälter 1 während des Heizprozesses derart gesteuert
und/oder geregelt wird, dass gleichzeitig das sich in dem Laugenbehälter befindende
Wasser mittels des Heizelements 3 geheizt und mittels des Umflutungssystems aus dem
ersten Bereich des Lagenbehälters 1 in den zweiten Bereich des Laugenbehälters 1 gefördert
wird. Der Volumenstrom V
Zirkulation befindet sich zwischen einem Trommelstand bzw. -niveau in Form eines Trommeldrucks
p
Tr und einem Heizelementstand bzw. -niveau in Form eines Heizelementdrucks p
hk. Ein Sollwasserstand in Form des Solldrucks p
soll befindet sich zwischen dem Trommelstand und dem Heizelementstand.
[0026] Fig. 2 zeigt ein Blockschaltbild einer Wasserstandsregelung gemäß einem erfindungsgemäßen
Verfahren. Ziel der Wasserstandsregelung ist die Einstellung eines kontinuierlichen
Wasserstands bei gleichzeitiger Aktivierung des Heizelements und des Umflutungssystems,
wobei der in Fig. 1 gezeigte Sollwasserstand realisiert wird. Ein zuvor ermittelter
spezifischer Austriebsvolumenstrom
VAustrieb wird als Vorsteuerung verwendet. In einer Einschaltphase eines Reglers 5 des Waschautomaten
wird der spezifische Austriebsvolumenstrom langsam bis zu seinem Endwert erhöht, wobei
dynamische Abweichungen des Wasserstands während des Heizprozesses mittels des Reglers
5 kompensiert werden. Als Eingangsgrößen fungieren der Soll-Wasserstand in Form des
Soll-Drucks
pSoll und der gemessene Ist-Wasserstand in Form des Ist-Drucks
pIst. Auf Basis einer Soll-Druck/Volumen-Kennlinie 6 und einer Ist-Druck/Volumen-Kennlinie
9 werden ein Soll-Volumen V
Soll und Ist-Volumen V
Ist der freien Flotte berechnet. Eine Differenz aus beiden Werten ergibt eine Regelabweichung
ΔV, die eine Menge an freier Flotte beschreibt, die durch das Umflutungssystem zum Ausgleich
des Wasserstands gefördert werden muss. Eine Zeit, in der die Regelabweichung
ΔV kompensiert werden muss, wird durch Verstärkungsfaktoren des Reglers 5 bestimmt.
Eine Summe aus Reglerstellgröße und Vorsteuerung wird entsprechend Förderleistungen
der Umflutung mittels einer Stellgrößenbeschränkung 7 stellgrößenbeschränkt. Anschließend
wird auf Basis einer Umflutungs-Kennlinie 8 eine Soll-Drehzahl n
Soll der Trommel für eine geregelte Umflutung berechnet, bei der ein kontinuierlicher
Wasserstand bei gleichzeitig aktiviertem Heizelement und Umflutungssystem erreicht
wird.
Bezugszeichenliste
[0027]
- 1
- Laugenbehälter
- 2
- Trommel
- 3
- Heizelement
- 4
- Wäsche
- 5
- Regler
- 6
- Soll-Druck/Volumen-Kennlinie
- 7
- Stellgrößenbeschränkung
- 8
- Umflutungs-Kennlinie
- 9
- Ist-Druck/Volumen-Kennlinie
1. Verfahren zum Betreiben eines Waschautomaten mit einem Laugenbehälter (1) zur Aufnahme
von Wasser, einer in dem Laugenbehälter (1) drehbar gelagerten Trommel (2) zur Aufnahme
von Wäsche (4), einem Heizelement (3) zum Aufheizen des Wassers, einem Umflutungssystem
zum Fördern des Wassers aus einem ersten Bereich des Lagenbehälters (1) in einen zweiten
Bereich des Laugenbehälters (1) und einer Steuer- und/oder Regeleinrichtung zum Steuern
und/oder Regeln eines Waschprogramms, aufweisend einen Heizprozess während der Durchführung
eines Waschprogramms, wobei der Wasserstand in dem Laugenbehälter (1) während des
Heizprozesses derart gesteuert und/oder geregelt wird, dass gleichzeitig das sich
in dem Laugenbehälter befindende Wasser mittels des Heizelements (3) geheizt und mittels
des Umflutungssystems aus dem ersten Bereich des Lagenbehälters (1) in den zweiten
Bereich des Laugenbehälters (1) gefördert wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Wasserstand in dem Laugenbehälter (1) in dem Heizprozess mittels Einstellen eines
durch das Umflutungssystem geförderten Volumenstroms und/oder eines Drehrhythmus der
Trommel (2) gesteuert und/oder geregelt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass der Heizprozess folgende Schritte aufweist
a) Einstellen einer 100-%-Ist-Sättigung in der sich in der Trommel (2) befindenden
Wäsche (4) mittels Zuführen von Wasser in den Laugenbehälter (1),
b) Zuführen von weiterem Wasser als freie Flotte, so dass ein Wasserstand des sich
in dem Laugenbehälter (1) befindenden Wassers oberhalb des Heizelements (3) und unterhalb
der Trommel (2) liegt,
c) Drehen der Trommel (2) entsprechend einem gewählten Drehzahlprofil,
d) Impulsartiges Einbringen der freien Flotte in die Wäsche (4) unter Aktivierung
des Umflutungssystems,
e) Deaktivieren des aktivierten Umflutungssystems, wenn ein Minimalwasserstand in
dem Laugenbehälter (1) erreicht wird, wodurch sich ein dem Drehzahlprofil entsprechender
spezifischer Austriebsvolumenstrom ausbildet und der Wasserstand steigt,
f) Starten einer Zeitmessung in Anschluss an den Schritt e), sobald ein vorbestimmter
Startwasserstand erreicht wird,
g) Stoppen der Zeitmessung, sobald ein vorbestimmter Stoppwasserstand oder eine vorbestimmte
zeitliche Grenze erreicht wird,
h) Berechnen des spezifischen Austriebsvolumenstroms mit Hilfe eines Ergebnisses der
Zeitmessung, und
i) Erhöhen des berechneten spezifischen Austriebsvolumenstroms bis zu seinem Endwert,
um einen kontinuierlichen Wasserstand bei gleichzeitig aktiviertem Heizelement (3)
und Umflutungssystem beizubehalten.
4. Verfahren nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet, dass bei und/oder im Anschluss an den Schritt i) folgende Schritte durchgeführt werden:
- Messen eines Ist-Drucks,
- Berechnen eines Soll-Volumens und eines Ist-Volumens der freien Flotte anhand eines
Soll-Drucks und des gemessenen Ist-Drucks und einer Druck-Volumen-Kennlinie,
- Berechnen einer Differenz zwischen dem berechneten Ist-Volumen und dem berechneten
Soll-Volumen, und
- Verwenden der berechneten Differenz als Regler-Stellgröße zum Regeln einer Soll-Drehzahl
der Trommel (2), bei der ein kontinuierlicher Wasserstand bei gleichzeitig aktiviertem
Heizelement (3) und Umflutungssystem erreicht wird.
5. Verfahren nach Anspruch 4, gekennzeichnet durch Bestimmen einer Zeit, in der die berechnete Differenz als Regler-Stellgröße verwendet
wird, anhand von Verstärkungsfaktoren eines Reglers (5), der die Soll-Drehzahl regelt.
6. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche 4 oder 5, gekennzeichnet durch Summieren des berechneten Austriebsvolumenstroms und der Regler-Stellgröße und Durchführen
einer Stellgrößenbeschränkung der Summe entsprechend einer Förderleistung des Umflutungssystems.
7. Verfahren nach Anspruch 6, gekennzeichnet durch Durchführen eines Antiwindups.
8. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche 3 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Schritt c) mit einem weiteren von dem Drehzahlprofil verschiedenen Drehzahlprofil
und die Schritte d) bis g) wiederholt werden oder ein weiterer Heizprozess eingestellt
wird, wenn in dem Schritt g) die Zeitmessung durch die vorbestimmte zeitliche Grenze
gestoppt wird.
9. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche 4 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Soll-Drehzahl auf Basis einer Umflutungskennlinie und des berechneten Austriebsvolumenstroms
berechnet wird.
10. Waschautomat mit einem Laugenbehälter (1) zur Aufnahme von Wasser, einer in dem Laugenbehälter
(1) drehbar gelagerten Trommel (2) zur Aufnahme von Wäsche (4), einem Heizelement
(3) zum Aufheizen des Wassers, einem Umflutungssystem zum Fördern des Wassers aus
einem ersten Bereich des Lagenbehälters (1) in einen zweiten Bereich des Laugenbehälters
(1) und einer Steuer- und/oder Regeleinrichtung zum Steuern und/oder Regeln eines
Waschprogramms und eines Verfahrens gemäß einem der vorangehenden Ansprüche.