[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Montage eines Saugkastens an
einem Fräsenrahmen einer Schlitzwandfräse nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Schlitzwandfräsen werden zum Herstellen von Bodenschlitzen für die Konstruktion von
Schlitzwänden in unterschiedlichsten Bauvorhaben eingesetzt und existieren in verschiedenen
Ausführungen und Größen. Üblicherweise sind Schlitzwandfräsen an mobilen Trägergeräten
wie Fahrzeugkranen oder Seilbaggern montiert und besitzen mehrere Fräsräder mit Schneidwerkzeugen,
um zur Erstellung eines Bodenschlitzes Bodenmaterial abzutragen. Die Fräsräder sind
dabei typischerweise an einem oder mehreren Lagerschilden (Getriebeschilden) drehbar
gelagert, wobei sich die Lagerschilde an der Unterseite eines Fräsenrahmens befinden
können. Eine übliche Konfiguration umfasst zwei Paare von Fräsrädern, wobei jedes
Fräsradpaar an einem eigenen Lagerschild gelagert sein kann, mit je einem Fräsrad
auf einer Seite des Lagerschilds.
[0003] Solche Schlitzwandfräsen weisen üblicherweise im Bereich zwischen den Fräsradpaaren
einen Saugkasten auf, der in erster Linie der Absaugung des Abraums bzw. Bodenmaterials
aus dem Bodenschlitz dient. Hierzu sind am Saugkasten eine Reihe von Absaugöffnungen
vorgesehen, durch die mittels einer Abraumpumpe Bodenmaterial enthaltende Flüssigkeit
abgesaugt wird. Zu seinen weiteren Aufgaben zählt das Zerkleinern des durch die Fräsräder
gelösten Bodenmaterials. Hierfür können Saugkästen seitlich eine Reihe von Räumelementen
aufweisen, die in die Zwischenräume der an den Fräsrädern angeordneten Schneidwerkzeuge
ragen und dort Material abräumen und ggf. weiter zerkleinern. Da es sich bei den üblicherweise
plattenförmigen Räumelementen um Verschleißteile handelt, sind diese meist lösbar
an Halterungen des Saugkastens befestigt.
[0004] Der Saugkasten wird üblicherweise mittels mehrerer Schrauben am Fräsenrahmen montiert.
Zum Setzen der Schrauben muss der Saugkasten korrekt zum Fräsenrahmen ausgerichtet
sein. Die Vorpositionierung erfolgt üblicherweise haptisch über Taststellen am Saugkasten
und am Fräsenrahmen oder optisch. Durch das erhebliche Gewicht der Komponenten und
das Fehlerpotenzial, das durch das Fühlen an den Taststellen entsteht, ist eine genaue
Zentrierung jedoch nur schwer umsetzbar
[0005] Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, die Montage des Saugkastens
am Fräsenrahmen zu erleichtern.
[0006] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs
1 gelöst. Vorteilhafte Ausführungsformen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen
und der nachfolgenden Beschreibung.
[0007] Demnach wird erfindungsgemäß ein Verfahren zur Montage eines Saugkastens an einem
Fräsenrahmen einer Schlitzwandfräse vorgeschlagen, bei welchem der Saugkasten über
mehrere Verbindungsmittel mit dem Fräsenrahmen verbunden wird, wobei die Verbindungsmittel
in im Fräsenrahmen und im Saugkasten ausgebildete Aufnahmen, insbesondere Bohrungen,
eingebracht werden.
[0008] Der Saugkasten wird vorzugsweise an einer Unterseite des Fräsenrahmens montiert und
befindet sich im Betrieb insbesondere in einem Zwischenraum zwischen Fräsrädern und
dem Fräsenrahmen. Die Verbindungsmittel können eine längliche und/oder zylindrische
Form aufweisen und in vertikaler Richtung (derartige Angaben beziehen sich vorliegend
auf den Fall, dass die Schlitzwandfräse vertikal ausgerichtet ist) in die Aufnahmen
eingebracht, insbesondere gesteckt, werden.
[0009] Erfindungsgemäß wird vor dem Einbringen der Verbindungsmittel der Saugkasten am Fräsenrahmen
mittels mindestens eines Positioniermittels vorpositioniert. Das Positioniermittel
wird dabei in Aufnahmen eingebracht, welche für ein Verbindungsmittel vorgesehen sind,
wobei sich der Saugkasten durch das Einbringen des mindestens einen Positioniermittels
am Fräsenrahmen selbstständig ausrichtet. Die Vorpositionierung bzw. Ausrichtung des
Saugkastens durch das Einbringen des mindestens einen Positioniermittels erfolgt also
insbesondere mittels Formschluss.
[0010] Nach der Vorpositionierung des Saugkastens wird das mindestens eine Positioniermittel
wieder entfernt, sodass die entsprechenden Aufnahmen zur Befestigung des Saugkastens
durch mindestens ein Verbindungsmittel verwendet werden können. Das mindestens eine
Positioniermittel wird also insbesondere nicht selbst für die Befestigung des Saugkastens
am bzw. die Verbindung mit dem Fräsenrahmen verwendet, sondern ausschließlich zur
Vorpositionierung. Dass dabei die für die Verbindungsmittel vorgesehenen Aufnahmen
verwendet werden, ermöglicht eine sehr genaue Positionierung bei geringen Kosten und
hoher Reproduzierbarkeit, ohne dass der Stahlbau des Saugkastens oder des Fräsenrahmens
extra für die Vorpositionierungsfunktion angepasst werden muss.
[0011] Vorzugsweise wird vor dem Entfernen des mindestens einen Positioniermittels der bereits
vorpositionierte Saugkasten über mindestens ein Verbindungsmittel am Fräsenrahmen
gesichert bzw. befestigt. Anschließend kann das mindestens eine Positioniermittel
entfernt und über die freigewordenen Aufnahmen die finale(n) Verbindung(en) des Saugkastens
mit dem Fräsenrahmen hergestellt werden, um die Saugkastenmontage abzuschließen.
[0012] Wenn nachfolgend nur noch von dem Positioniermittel die Rede ist, soll immer das
mindestens eine Positioniermittel gemeint sein, sofern nicht anders angegeben.
[0013] In einer möglichen Ausführungsform ist vorgesehen, dass die Verbindungsmittel als
Schrauben und die Aufnahmen als Bohrungen ausgebildet sind. Die Bohrungen sind vorzugsweise
rund. Die Befestigung des Saugkastens am Fräsenrahmen erfolgt also mittels Schraubverbindungen.
Vorzugsweise besitzen die Bohrungen kein Innengewinde, sondern die Schrauben werden
insbesondere mit Muttern verschraubt. Dadurch lässt sich das Positioniermittel, welches
insbesondere als Bolzen ausgebildet ist bzw. eine längliche, zylindrische Form aufweist,
einfach in die Bohrungen einbringen, beispielsweise manuell oder über eine beispielsweise
hydraulische Steck-/Zieh-Vorrichtung.
[0014] In einer weiteren möglichen Ausführungsform ist vorgesehen, dass das Positioniermittel
als Bolzen bzw. Positionierbolzen ausgebildet ist, welcher vorzugsweise an einem Ende
einen sich verjüngenden Abschnitt als Einführhilfe aufweist. Der genannte Abschnitt
kann konisch geformt sein und sorgt beim Einbringen des Positioniermittels in die
Aufnahmen für eine automatische Ausrichtung des Saugkastens. Das Positioniermittel
besitzt vorzugsweise einen runden Querschnitt bzw. eine zylindrische Form.
[0015] In einer weiteren möglichen Ausführungsform ist vorgesehen, dass das Positioniermittel
einen Gewindeabschnitt und eine Abzugsmutter umfasst. Der Gewindeabschnitt ist vorzugsweise
direkt an oder benachbart einem oberen Ende des Positioniermittels ausgebildet, welches
sich nach dem vollständigen Einbringen in die Aufnahmen außerhalb der Aufnahmen befindet.
[0016] Das Positioniermittel wird zusammen mit der am Gewindeabschnitt gehaltenen Abzugsmutter
in die Aufnahmen eingebracht, wobei die Abzugsmutter außerhalb der Aufnahmen verbleibt.
Die Abzugsmutter dient der Erleichterung der Entfernung des Positioniermittels nach
der Vorpositionierung. Hierzu wird der Gewindeabschnitt relativ zur Abzugsmutter gedreht
(beispielsweise, indem ein am oberen Ende des Positioniermittels angeordnetes Aufnahmemittel
wie etwa ein Sechskant mittels eines Werkzeugs gedreht wird), sodass sich durch die
Schraubwirkung der Gewindeabschnitt bzw. das Positioniermittel relativ zur Abzugsmutter
axial verschiebt und dadurch zumindest teilweise aus den Aufnahmen bewegt wird. Das
Gegeneinanderdrehen von Positioniermittel bzw. Gewindeabschnitt und Abzugsmutter ist
zumindest zu Beginn wesentlich einfacher zu bewerkstelligen als ein axiales Ziehen
des Positioniermittels aus den Aufnahmen.
[0017] Der Gewindeabschnitt grenzt bevorzugt an ein Aufnahmemittel für ein Werkzeug (z.B.
ein Sechskant) an, über welches das Positioniermittel gedreht werden kann.
[0018] Der Gewindeabschnitt kann einen Außenumfang aufweisen, welcher größer ist als der
Durchmesser der Bohrungen. Dadurch kann eine Unterseite bzw. untere Kante des Gewindeabschnitts
als Anschlag dienen, welcher eine maximale Einbringtiefe des Positioniermittels in
die Bohrungen definiert.
[0019] In einer weiteren möglichen Ausführungsform ist vorgesehen, dass sich der Gewindeabschnitt
im Wesentlichen über die gesamte Länge des Positioniermittels erstreckt. In diesem
Fall kann das Positioniermittel beispielsweise als Schraube ausgebildet sein. Durch
diese Ausbildung ist es möglich, durch Drehung des Gewindeabschnitts relativ zur Abzugsmutter
das Positioniermittel vollständig oder nahezu vollständig aus den Aufnahmen zu bewegen.
[0020] In einer alternativ möglichen Ausführungsform ist vorgesehen, dass sich der Gewindeabschnitt
nur über einen Teilbereich des Positioniermittels erstreckt, insbesondere an einem
Ende des Positioniermittels, welches nicht in die Aufnahmen eingebracht wird. Durch
Drehung des Gewindeabschnitts relativ zur Abzugsmutter kann das Positioniermittel
nur bis zu einer durch die axiale Länge des Gewindeabschnitts vorgegebenen maximalen
Höhe aus den Aufnahmen geschoben und das Positioniermittel anschließend ohne Verwendung
der Abzugsmutter aus den Aufnahmen gezogen werden. Das Ziehen kann mittels einer üblichen,
insbesondere hydraulische betriebenen Hilfsvorrichtung oder manuell erfolgen. Der
Gewindeabschnitt kann sich beispielsweise über weniger als die Hälfte, insbesondere
weniger als ein Drittel der axialen Länge des Positioniermittels erstrecken.
[0021] In einer weiteren möglichen Ausführungsform ist vorgesehen, dass der Saugkasten über
mindestens zwei Positioniermittel vorpositioniert wird. Diese werden insbesondere
nacheinander eingebracht und ermöglichen eine präzisere Zentrierung des Saugkastens
als mit nur einem einzigen Positioniermittel. Vorzugsweise werden genau zwei Positioniermittel
verwendet.
[0022] Bevorzugt werden die Positioniermittel auf gegenüberliegenden Seiten in Bezug auf
eine gedachte vertikale, mittig durch den Saugkasten verlaufende Mittelebene eingebracht.
Diese Mittelebene kann gleichzeitig die Mittelebene der Schlitzwandfräse darstellen.
Dadurch kann der Saugkasten auf einfache Weise zur Fräsenmittelachse bzw. -mittelebene
ausgerichtet werden.
[0023] In einer weiteren möglichen Ausführungsform ist vorgesehen, dass nach der Entfernung
des Positioniermittels ein Verbindungsmittel in die zuvor von dem Positioniermittel
eingenommenen Aufnahmen eingebracht wird. Das mindestens eine Positioniermittel verwendet
also die ohnehin für die Verbindungsmittel vorgesehenen Aufnahmen zur Zentrierung.
Dies vermeidet eine Anpassung des Stahlbaus des Saugkastens und/oder des Fräsenrahmens.
[0024] Vorzugsweise wird der Saugkasten im vorpositionierten Zustand bereits teilweise mit
dem Fräsenrahmen verbunden, damit beim Entfernen des mindestens einen Positioniermittels
sich der Saugkasten nicht wieder aus der Montageposition bewegen kann. Dies kann insbesondere
über ein oder mehrere Verbindungsmittel erfolgen, welches in zusätzlich vorgesehene
und nicht von einem Positioniermittel besetzte Aufnahmen eingebracht wird.
[0025] In einer weiteren möglichen Ausführungsform ist vorgesehen, dass das mindestens eine
Positioniermittel nicht zur Verbindung von Saugkasten und Fräsenrahmen verwendet wird.
Das mindestens eine Positioniermittel wird also ausschließlich zur Vorpositionierung
eingesetzt und nimmt nicht an der eigentlichen, finalen Verbindung zwischen Saugkasten
und Fräsenrahmen teil. An der Schlitzwandfräse kann sich eine Haltevorrichtung befinden,
an / in welcher das mindestens eine Positioniermittel verstaut werden kann.
[0026] In einer weiteren möglichen Ausführungsform ist vorgesehen, dass die Aufnahmen von
Saugkasten und Fräsenrahmen, in welche das mindestens eine Positioniermittel zur Vorpositionierung
eingebracht wird, nach Entfernung des Positioniermittels zusammen mit einem Verbindungsmittel
zur Verbindung von Saugkasten und Fräsenrahmen verwendet werden.
[0027] In einer weiteren möglichen Ausführungsform ist vorgesehen, dass die folgenden Schritte
der Reihe nach durchgeführt werden:
Zunächst wird das mindestens eine Positioniermittel in Aufnahmen am Saugkasten und
Fräsenrahmen eingebracht, wodurch der Saugkasten am Fräsenrahmen vorpositioniert wird.
Hierbei werden vorzugsweise genau zwei Positioniermittel nacheinander eingebracht,
um den Saugkasten in Bezug auf eine gedachte vertikale, mittig durch den Saugkasten
verlaufende Mittelebene zu zentrieren. Der Saugkasten befindet sich nach der Vorpositionierung
in einer Montageposition, in der die Verbindungsmittel einfach eingebracht werden
können.
[0028] Anschließend wird mindestens ein Verbindungsmittel in andere, nicht von einem Positioniermittel
besetzte Aufnahmen von Saugkasten und Fräsenrahmen eingebracht, während das mindestens
eine Positioniermittel noch gesteckt ist, um den vorpositionierten Saugkasten fest
mit dem Fräsenrahmen zu verbinden und zu sichern. Diese Verbindung ist noch nicht
final, da das mindestens eine Positioniermittel noch gesteckt ist und die entsprechenden
Aufnahmen belegt.
[0029] Nach der Vormontage wird das mindestens eine Positioniermittel aus den Aufnahmen
entfernt und in die nun freigewordenen Aufnahmen das oder die zugehörigen Verbindungsmittel
eingebracht, um die Montage des Saugkastens abzuschließen.
[0030] In einer weiteren möglichen Ausführungsform ist vorgesehen, dass der Saugkasten an
einer Absaugseite mindestens eine Absaugöffnung zum Absaugen von Bodenmaterial enthaltender
Flüssigkeit aufweist. Durch die mindestens eine Absaugöffnung kann im Bodenschlitz
befindliche Abraumsuspension abgesaugt und über eine Absaugleitung beispielsweise
einer Aufbereitungsanlage zugeführt werden. Vorzugsweise ist die Absaugseite an einem
Absaugabschnitt des Saugkastens mit im Wesentlichen V-förmigem Querschnitt ausgebildet.
Diese Form des Saugkastens ermöglicht eine optimale Platzierung im Zwischenraum zwischen
mehreren Fräsrädern.
[0031] In einer weiteren möglichen Ausführungsform ist vorgesehen, dass die Schlitzwandfräse
zwei radial nebeneinander angeordnete und insbesondere gegenläufig angetriebene Fräsräder
umfasst, welche an einem unteren Abschnitt des Fräsenrahmens angeordnet sind. Der
Saugkasten ist dabei zumindest teilweise radial zwischen den Fräsrädern angeordnet.
Hierzu besitzt der Saugkasten vorzugsweise den zuvor beschriebenen V-förmigen Absaugabschnitt.
[0032] In einer weiteren möglichen Ausführungsform ist vorgesehen, dass die Schlitzwandfräse
zwei Paare von radial nebeneinander angeordneten und insbesondere koaxial gelagerten
Fräsrädern umfasst, welche an einem unteren Abschnitt des Fräsenrahmens angeordnet
sind. Der Saugkasten umfasst vorzugsweise für beide Fräsradpaare einen gemeinsamen
Grundkörper, welcher zumindest teilweise radial zwischen den Fräsrädern angeordnet
ist. Der Grundkörper besitzt die genannten Bohrungen und ist am Fräsenrahmen montiert.
[0033] In einer weiteren möglichen Ausführungsform ist vorgesehen, dass die Schlitzwandfräse
mindestens ein Lagerschild (Getriebeschild) umfasst, an welchem mindestens ein Fräsrad
drehbar gelagert ist. Innerhalb des Lagerschilds kann ein Antrieb oder Getriebe (oder
ein Teil davon) zum Antrieb des Fräsrads angeordnet sein.
[0034] Weitere Merkmale, Einzelheiten und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus den nachfolgend
anhand der Figuren erläuterten Ausführungsbeispielen. Es zeigen:
- Fig. 1:
- ein Ausführungsbeispiel einer Schlitzwandfräse in einer schematischen Frontalansicht;
- Fig. 2:
- ein Ausführungsbeispiel des Saugkastens in einer perspektivischen Ansicht;
- Fig. 3:
- den Saugkasten in einer weiteren perspektivischen Ansicht;
- Fig. 4a-f:
- perspektivische Ansichten des Saugkastens bei der Montage am Fräsenrahmen mittels
des erfindungsgemäßen Verfahrens gemäß einem Ausführungsbeispiel; und
- Fig. 5:
- eine perspektivische Ansicht eines weiteren Ausführungsbeispiels einer Schlitzwandfräse.
[0035] In der Figur 1 ist ein Ausführungsbeispiel einer Schlitzwandfräse 10 schematisch
in einer Vorderansicht dargestellt. Die gezeigte Schlitzwandfräse 10 umfasst einen
Fräsenrahmen 11, der beispielsweise drei lösbar miteinander verbindbare Rahmenteile
umfassen kann. Alternativ kann der Fräsenrahmen 11 mehr oder weniger Rahmenteile umfassen
oder einstückig ausgebildet sein. Die Schlitzwandfräse 10 kann an der Oberseite des
Fräsenrahmens 11 an einem hier nicht dargestellten Trägergerät aufgehängt sein.
[0036] Am unteren Ende des Fräsenrahmens 11 befinden sich mehrere nur schematisch dargestellte
Fräsräder 12 zum Abtragen und Zerkleinern von Bodenmaterial. Die dargestellten Fräsräder
12 sind in radialer Richtung nebeneinander angeordnet. Auf der hier nicht sichtbaren,
da verdeckten Rückseite kann sich ein weiteres Fräsradpaar befinden. Die Fräsräder
12 sind insbesondere an Lagerschilden 13 drehbar gelagert, die an der Unterseite des
Fräsenrahmens 11 befestigt sind und Drehantriebe oder Getriebe zum Antreiben der Fräsräder
12 umfassen können.
[0037] Zwischen den Fräsrädern 12 und insbesondere oberhalb einer durch die Drehachsen der
Fräsräder 12 gebildeten Ebene befindet sich ein Saugkasten 20. Dieser besitzt eine
längliche Form und verläuft parallel zu den Drehachsen der Fräsräder 12. Bei zwei
Fräsradpaaren wird vorzugsweise ein gemeinsamer Saugkasten 20 für beide Fräsradpaare
verwendet. Dabei befindet sich bei dem hier gezeigten Ausführungsbeispiel ein Lagerschild
13 mit je zwei koaxial angeordneten Fräsrädern 12 auf jeder Seite des Saugkastens
20.
[0038] Der Saugkasten 20 dient insbesondere dem Absaugen der Abraum-Flüssigkeit-Suspension
aus dem Bodenschlitz mittels einer nicht dargestellten Abraumpumpe. Der Saugkasten
20 besitzt vorzugsweise einen kastenförmigen und/oder symmetrischen Aufbau und ist
an der Unterseite des Fräsenrahmens 11 montiert.
[0039] Ein Ausführungsbeispiel des Saugkastens 20 ist in der Figur 2 in einer perspektivischen
Ansicht dargestellt, wobei Abdeckungen des Fräsenrahmens 11 ausgeblendet sind. Eine
weitere perspektivische Ansicht des Saugkastens 20 mit Blick von schräg unten ist
in der Figur 3 dargestellt.
[0040] Der Saugkasten 20 kann einen Grundkörper umfassen, welcher den mit dem Fräsenrahmen
11 verbundenen Grundstahlbau des Saugkastens 20 bilden kann.
[0041] Der Saugkasten 20 kann seitlich mehrere Räumelemente, insbesondere Räumplatten, aufweisen,
die in die Zwischenräume von Schneidwerkzeugen 14 (vgl. Fig. 5), welche an den Außenumfangsflächen
der Fräsräder 12 angeordnet sind, ragen und dort Bodenmaterial ausräumen.
[0042] Der Saugkasten 20 kann in einem dem Fräsenrahmen 11 abgewandten unteren Bereich einen
im Profil (mit Blick entlang der Fräsradlängsachsen) V-förmigen Absaugabschnitt 23
mit zwei zu den jeweiligen Fräsrädern weisenden Absaugseiten 21 aufweisen, an denen
jeweils mehrere Absaugöffnungen 22 ausgebildet sind (vgl. Fig. 3), die über ein Innenvolumen
bzw. eine Absaugkammer des Saugkastens 20 mit einer vorzugsweise im Fräsenrahmen 11
angeordneten Abraumförderpumpe verbunden sind.
[0043] Ein Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Montageverfahrens des Saugkastens 20
am Fräsenrahmen 11 ist in den Figuren 4a-f gezeigt.
[0044] Der Saugkasten 20 wird über mehrere Verbindungsmittel 14 an der Unterseite des Fräsenrahmens
11 befestigt, wobei die Verbindungsmittel 14 bei dem gezeigten Ausführungsbeispiel
als Schrauben ausgebildet sind. Am Saugkasten 20, insbesondere an einem an der Oberseite
des Saufkastens 20 ausgebildeten Montageabschnitt, sind mehrere Aufnahmen 15 für die
Verbindungsmittel 14 als Bohrungen ausgebildet. Ebenso sind am Fräsenrahmen 11 mehrere
Aufnahmen 16 bzw. Bohrungen ausgebildet.
[0045] Zur Montage des Saugkastens 20 werden die Schrauben 14 durch die Bohrungen 15, 16
im Saugkasten 20 und im Fräsenrahmen 11 gesteckt und über Muttern verschraubt. Damit
die Schrauben 14 in die Bohrungen 15, 16 eingebracht werden können, muss der Saugkasten
20 zuvor in eine Montageposition ausgerichtet bzw. vorpositioniert werden. Dies erfolgt
erfindungsgemäß nicht haptisch (z.B. über Tastmulden) oder visuell, sondern über spezielle
Positioniermittel 30, die in die für die Schrauben 14 vorgesehenen Bohrungen 15, 16
gesteckt werden und den Saugkasten 20 dadurch per Formschluss vorpositionieren.
[0046] Ein Ausführungsbeispiel eines Positioniermittels 30 ist in der Figur 4d gezeigt.
Das Positioniermittel 30 dieses Ausführungsbeispiels ist als Zentrier- bzw. Positionierbolzen
ausgebildet und kann an einem unteren Ende einen konischen Abschnitt als Einführhilfe
32 aufweisen. Am gegenüberliegenden oberen Ende kann das Positioniermittel 30 ein
Aufnahmemittel für ein Werkzeug, beispielsweise einen Sechskant, aufweisen. Das Positioniermittel
30 wird in die sich zumindest teilweise überlappenden Bohrungen 15, 16 von Saugkasten
und Fräsenrahmen 11 eingebracht, wobei sich der Saugkasten 20 durch das Einbringen
zum Fräsenrahmen 11 ausrichtet.
[0047] Um das Positioniermittel 30 einfach wieder entfernen zu können, kann es einen Gewindeabschnitt
34 und eine Abzugsmutter 36 aufweisen. In einem Ausführungsbeispiel ist der Gewindeabschnitt
34 unterhalb des genannten Aufnahmemittels ausgebildet und erstreckt sich nur über
einen Teil des zylindrischen Grundkörpers des Positioniermittels 30. Wird im gesteckten
Zustand der Grundkörper bzw. der Gewindeabschnitt 34 relativ zur Abzugsmutter 36 gedreht
(insbesondere über Verwendung des Aufnahmemittels), so schraubt sich der Gewindeabschnitt
34 an der vorzugsweise über ein Werkzeug festgehaltenen Kontermutter 36 nach oben,
sodass sich das Positioniermittel 30 ein Stück weit aus den Bohrungen 15, 16 nach
oben bewegt. Anschließend kann es auf einfache Weise gezogen werden.
[0048] Zur Montage des Saugkastens 20 wird dieser zunächst an den Fräsenrahmen 11 herangeführt
und grob ausgerichtet, sodass sich insbesondere die Bohrungen 15, 16 zumindest teilweise
überlappen (Fig. 4a). Dies kann beispielsweise über haptische oder visuelle Ausrichtmittel
erfolgen, wie sie beispielsweise aus dem Stand der Technik bekannt sind, oder aber
rein nach Augenmaß.
[0049] Nun werden die Positioniermittel 30 eingebracht (Fig. 4b), um den Saugkasten 20 auszurichten.
Vorzugsweise werden zwei Positioniermittel 30 auf diagonal gegenüberliegenden Seiten
einer gedachten, vertikalen und mittig durch den Saugkasten 20 verlaufenden Mittelebene
40 eingebracht, welche in Figur 4e eingezeichnet ist. In der Figur 4b ist nur eines
der Positioniermittel 30 zu sehen, das andere ist von der Struktur des Fräsenrahmens
11 verdeckt. Dadurch wird der Saugkasten 20 zu dieser gedachten Mittelebene 40 und
somit insbesondere zur Fräsenmittelachse ausgerichtet. Die Positioniermittel 30 werden
mit am Gewindeabschnitt 34 gehaltenen Abzugsmuttern 46 eingebracht, welche außerhalb
der Bohrungen 15, 16 verbleiben.
[0050] Anschließend werden feste Verbindungen zwischen Saugkasten 20 und Fräsenrahmen 11
über Verbindungsmittel 14 hergestellt, die in die nicht von den Positioniermitteln
30 belegten Bohrungen 15, 16 eingebracht und verschraubt werden (Fig. 4c). Dadurch
ist der Saugkasten 20 am Fräsenrahmen 11 gesichert, sodass die Positioniermittel 30
entfernt werden können, ohne dass sich der Saugkasten 20 wieder aus der Montageposition
bewegen kann.
[0051] Zur Entfernung der Positioniermittel 30 werden die Abzugsmuttern 36 wie vorstehend
beschrieben verwendet, sodass die Positioniermittel 30 anschließend einfach gezogen
werden können (Fig. 4d).
[0052] Die zuvor von den Positioniermitteln 30 belegten Bohrungen 15, 16 sind nun frei (Fig.
4e), sodass diese in einem letzten Schritt über Verbindungsmittel 14 ebenfalls zur
Befestigung des Saugkastens 20 am Fräsenrahmen 11 verwendet werden können (vgl. Fig.
4f).
[0053] Bei dem gezeigten Ausführungsbeispiel werden zur Montage des Saufkastens 20 insgesamt
acht Schrauben 14 verwendet, wobei selbstverständlich weniger oder mehr Schraubverbindungen
möglich sind.
[0054] Die Figur 5 zeigt ein weiteres Ausführungsbeispiel einer Schlitzwandfräse 10 in einer
perspektivischen Ansicht, wobei hier mehrere Schneidwerkzeuge 18 dargestellt sind,
die an den Außenumfangsflächen der Fräsräder 12 angeordnet sind. Diese Schneidwerkzeuge
18 können auch als Zerkleinerungswerkzeuge bezeichnet werden und sind vorzugsweise
als flache Fräszähne ausgebildet, welche einen Grundkörper und eine darin befestigte
Klinge umfassen können.
[0055] Alternativ können die Schneidwerkzeuge 18 beispielsweise als Fräszähne mit kegelförmigen
Spitzen ausgebildet sein. Die Fräsräder 12 können neben festen bzw. unbeweglichen
Schneidwerkzeugen 18 auch klappbare Schneidwerkzeuge umfassen.
Bezugszeichenliste:
[0056]
- 10
- Schlitzwandfräse
- 11
- Fräsenrahmen
- 12
- Fräsrad
- 13
- Lagerschild
- 14
- Verbindungsmittel
- 15
- Aufnahme (Bohrung) im Fräsenrahmen
- 16
- Aufnahme (Bohrung) im Saugkasten
- 18
- Schneidwerkzeug
- 20
- Saugkasten
- 21
- Absaugseite
- 22
- Absaugöffnung
- 23
- Absaugabschnitt
- 30
- Positioniermittel
- 32
- Einführhilfe
- 34
- Gewindeabschnitt
- 36
- Abzugsmutter
- 40
- Mittelebene
1. Verfahren zur Montage eines Saugkastens (20) an einem Fräsenrahmen (11) einer Schlitzwandfräse
(10), wobei der Saugkasten (20) über mehrere Verbindungsmittel (14), welche in Aufnahmen
(15, 16) im Fräsenrahmen (11) und im Saugkasten (20) eingebracht werden, mit dem Fräsenrahmen
(11) verbunden wird,
dadurch gekennzeichnet,
dass vor dem Einbringen der Verbindungsmittel (14) der Saugkasten (20) am Fräsenrahmen
(11) mittels mindestens eines Positioniermittels (30) vorpositioniert wird, welches
zum Ausrichten des Saugkastens (20) in für die Verbindungsmittel (14) vorgesehene
Aufnahmen (15, 16) eingebracht und anschließend wieder entfernt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, wobei die Verbindungsmittel (14) als Schrauben und die
Aufnahmen (15, 16) als Bohrungen ausgebildet sind, wobei vorzugsweise die Bohrungen
(15, 16) kein Innengewinde aufweisen und/oder die Schrauben (14) mit Muttern verschraubt
werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, wobei das Positioniermittel (30) als Positionierbolzen
ausgebildet ist, welcher vorzugsweise an einem Ende einen sich verjüngenden und insbesondere
konisch geformten Abschnitt (32) als Einführhilfe aufweist.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Positioniermittel (30)
einen Gewindeabschnitt (34) und eine Abzugsmutter (36) umfasst, wobei das Positioniermittel
(30) zusammen mit der am Gewindeabschnitt (34) gehaltenen Abzugsmutter (36) in die
Aufnahmen (15, 16) eingebracht wird nach der Vorpositionierung durch Drehung des Gewindeabschnitts
(34) relativ zur Abzugsmutter (36) zumindest teilweise aus den Aufnahmen (15, 16)
bewegt wird.
5. Verfahren nach Anspruch 4, wobei sich der Gewindeabschnitt (34) im Wesentlichen über
die gesamte Länge des Positioniermittels (30) erstreckt, wobei durch Drehung des Gewindeabschnitts
(34) relativ zur Abzugsmutter (36) das Positioniermittel (30) vorzugsweise vollständig
aus den Aufnahmen (15, 16) bewegt wird.
6. Verfahren nach Anspruch 4, wobei sich der Gewindeabschnitt (34) nur über einen Teilbereich
des Positioniermittels (30) erstreckt, wobei durch Drehung des Gewindeabschnitts (34)
relativ zur Abzugsmutter (36) das Positioniermittel (30) nur bis zu einer durch die
axiale Länge des Gewindeabschnitts (34) vorgegebenen maximalen Höhe aus den Aufnahmen
(15, 16) geschoben und das Positioniermittel (30) anschließend ohne Verwendung der
Abzugsmutter (36) aus den Aufnahmen (15, 16) gezogen wird.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Saugkasten (20) über
mindestens zwei Positioniermittel (30) vorpositioniert wird, welche vorzugsweise auf
gegenüberliegenden Seiten in Bezug auf eine gedachte vertikale, mittig durch den Saugkasten
(20) verlaufende Mittelebene (40) eingebracht werden.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei nach der Entfernung des Positioniermittels
(30) ein Verbindungsmittel (14) in die zuvor von dem Positioniermittel (30) eingenommenen
Aufnahmen (15, 16) eingebracht wird.
9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das mindestens eine Positioniermittel
(30) nicht zur Verbindung von Saugkasten (20) und Fräsenrahmen (11) verwendet wird.
10. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Aufnahmen (15, 16) von
Saugkasten (20) und Fräsenrahmen (11), in welche das mindestens eine Positioniermittel
(30) zur Vorpositionierung eingebracht wird, nach Entfernung des Positioniermittels
(30) zusammen mit einem Verbindungsmittel (14) zur Verbindung von Saugkasten (20)
und Fräsenrahmen (11) verwendet werden.
11. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die folgenden Schritte der
Reihe nach durchgeführt werden:
- Einbringen von mindestens einem Positioniermittel (30) in Aufnahmen (15, 16) und
Vorpositionieren des Saugkastens (20) relativ zum Fräsenrahmen (11), wobei vorzugsweise
mindestens zwei, insbesondere genau zwei Positioniermittel (30) nacheinander eingebracht
werden, um den Saugkasten (20) in Bezug auf eine gedachte vertikale, mittig durch
den Saugkasten (20) verlaufende Mittelebene (40) zu zentrieren,
- Einbringen von mindestens einem Verbindungsmittel (14) in andere Aufnahmen (15,
16), während das mindestens eine Positioniermittel (30) gesteckt ist, um den vorpositionierten
Saugkasten (20) fest mit dem Fräsenrahmen (11) zu verbinden,
- Entfernen des mindestens einen Positioniermittels (30) aus den Aufnahmen (15, 16),
und
- Einbringen von mindestens einem Verbindungsmittel (14) in die zuvor von dem mindestens
einen Positioniermittel (30) eingenommenen Aufnahmen (15, 16).
12. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Saugkasten (20) an einer
Absaugseite (21) mindestens eine Absaugöffnung (22) zum Absaugen von Bodenmaterial
enthaltender Flüssigkeit aufweist, wobei die Absaugseite (21) insbesondere an einem
Absaugabschnitt (23) des Saugkastens (20) mit im Wesentlichen V-förmigem Querschnitt
ausgebildet ist.
13. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Schlitzwandfräse (10)
zwei radial nebeneinander angeordnete und insbesondere gegenläufig angetriebene Fräsräder
(12) umfasst, welche an einem unteren Abschnitt des Fräsenrahmens (11) angeordnet
sind, wobei der Saugkasten (20) zumindest teilweise radial zwischen den Fräsrädern
(12) angeordnet ist.
14. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Schlitzwandfräse (10)
zwei Paare von radial nebeneinander angeordneten und insbesondere koaxial gelagerten
Fräsrädern (12) umfasst, welche an einem unteren Abschnitt des Fräsenrahmens (11)
angeordnet sind, wobei der Saugkasten (20) vorzugsweise für beide Fräsradpaare einen
gemeinsamen Grundkörper umfasst, welcher zumindest teilweise radial zwischen den Fräsrädern
(12) angeordnet ist.