[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Türschloss gemäß den Merkmalen des Oberbegriffs
des Anspruchs 1 und ein Verfahren gemäß Anspruch 15.
[0002] Dokument
DE 10 2020 111 229 A1 beschreibt ein Türschloss mit einer Kippfalle, die bei der Montage des Türschlosses
an links- und an rechtsanschlagenden Türen um 180° umstellbar ist. Das Türschloss
weist ein Schlossgehäuse mit einem am Schlossgehäuse befestigten Schlossstulp auf.
Im Schlossgehäuse ist eine Kippfalle verschiebbar gelagert. Die Kippfalle weist einen
Fallenkopf und einen Fallenschaft auf, die mittels einer Verbindungsanordnung miteinander
verbunden sind. Die Verbindungsanordnung ist werkzeuglos lösbar und umfasst zwei gegenüberliegende
Lagerstellen, um den Fallenkopf am Fallenschaft zu lagern. Das Lösen und Umstellen
des Fallenkopfs ist nur möglich, nachdem der Schlossstulp vom Schlossgehäuse abgenommen
wurde. Nachteilig ist, dass zum Lösen des Schlossstulps vom Schlossgehäuse ein Werkzeug
erforderlich ist.
[0003] Das Gebrauchsmuster
DE 93 04 388 zeigt ein Schloss mit einer umstellbaren Falle. Die Falle wird in dem Schloss mittels
eines als Schraube ausgebildeten Blockierelements gehalten. Zum Umstellen der Falle
wird diese Schraube gelöst und aus dem Schlossgehäuse herausgezogen. Daraufhin kann
die Falle in eine Umstellposition verbracht und umgestellt werden. Anschließend muss
das Blockierelement in Form der Schraube wieder in das Schloss hineingedrückt und
dort angezogen werden.
[0004] Es ist eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Türschloss mit einer um 180°
umstellbaren Kippfalle, also einer rechts/links umstellbaren Kippfalle zu schaffen.
Vorzugsweise soll die Umstellung werkzeuglos möglich sein. Insbesondere soll die Umstellung
der Kippfalle nur im ausgebautem Zustand des Schlosses möglich sein.
[0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Türschloss gemäß den Merkmalen des Anspruchs
1 und durch ein Verfahren gemäß den Merkmalen des Anspruchs 13 gelöst.
[0006] Es wird ein Türschloss für eine Tür oder ein Fenster oder dergleichen vorgeschlagen,
wobei das Türschloss ein Schlossgehäuse aufweist, welches einen Schlossboden, eine
Schlossdecke und einen Schlossstulp umfasst, wobei das Türschloss eine Kippfalle aufweist,
die zwischen einer rückgeschlossenen Stellung und einer vorgeschlossenen Stellung
linear bewegbar verlagerbar ist, und die Kippfalle einen Kippfallenkopf und einen
Kippfallenschaft umfasst, wobei der Kippfallenkopf schwenkbar am Kippfallenschaft
(2t) gelagert ist, wobei die Schwenkachse des Kippfallenkopfs parallel zur Längserstreckungsachse
des Schlossstulps verläuft,
wobei das Türschloss ein Kippfallenlager aufweist, in dem der Kippfallenschaft linear
bewegbar geführt ist.
[0007] Wesentlich dabei ist, dass das Türschloss ein Begrenzungselement aufweist, das linear
bewegbar in einer Aufnahme des Kippfallenlagers gelagert ist, und dass das Begrenzungselement
zwischen einer Begrenzungsstellung und einer Freigabestellung bewegbar ist,
wobei das Begrenzungselement in der Begrenzungsstellung mit dem Kippfallenschaft und/oder
dem Kippfallenkopf zusammenwirkt und die lineare Bewegung der Kippfalle derart begrenzt,
sodass die Kippfalle nur zwischen der rückgeschlossenen Stellung und der vorgeschlossenen
Stellung verlagerbar ist, und wobei in der Freigabestellung das Begrenzungselement
außer Eingriff mit dem Kippfallenschaft und/oder dem Kippfallenkopf ist, sodass die
Kippfalle zwischen der rückgeschlossenen Stellung und einer ausgefahrenen Stellung
bewegbar ist, in der die Kippfalle weiter aus dem Schlossgehäuse herausragt als in
der vorgeschlossenen Stellung, sodass der Kippfallenkopf und/oder der Kippfallenschaft
um die Längserstreckungsachse des Kippfallenschafts rotierbar ist, um die Kippfalle
umzustellen.
[0008] Vorzugsweise wird unter Türschloss ein Einsteckschloss oder Einbauschloss verstanden,
welches ein Schlossgehäuse mit einer Schlossdecke und einem Schlossboden sowie einen
Schlossstulp umfassen kann.
[0009] Vorzugsweise wird hierin unter Kippfalle eine Schlossfalle verstanden, die einen
Kippfallenkopf und einen Kippfallenschaft aufweist, wobei der Kippfallenkopf schwenkbar
am Kippfallenschaft gelagert ist. Beispielsweise kann im Gegensatz zu einer schießenden
Falle eine Kippfalle nicht aktiv, beispielsweise durch Betätigen einer Schlossnuss,
zurückgezogen werden. Vorzugsweise kann die Kippfalle zwischen einer vorgeschlossenen
Stellung und einer rückgeschlossenen Stellung verlagerbar sein. Vorzugsweise ist vorgesehen,
dass in der vorgeschlossenen Stellung die Spitze des keilförmigen Kippfallenkopfs
den Schlossstulp über eine erste vorgegebene Länge überragt. In der rückgeschlossenen
Stellung ist der Kippfallenkopf in das Schlossgehäuse eingefahren, wobei die Spitze
des keilförmigen Kippfallenkopfs den Schlossstulp nur um einige Millimeter überragt
oder vollständig im Schlossgehäuse aufgenommen ist.
[0010] Vorzugsweise ist die Kippfalle in eine ausgefahrene Stellung bringbar. Insbesondere
überragt in der ausgefahrenen Stellung die Spitze des keilförmigen Kippfallenkopfs
den Schlossstulp über eine zweite vorgegebene Länge, wobei die zweite vorgegebene
Länge größer ist als die erste vorgegebene Länge. Die ausgefahrene Stellung ermöglicht
den Kippfallenkopf um die Längserstreckungsachse des Kippfallenschafts zu drehen.
Dadurch kann beim Einbau des Türschlosses in den Türflügel die Kippfalle so orientiert
werden, dass beim Schließen des Türflügels die Fallenschräge des Kippfallenkopfs auf
das Schließblech trifft (R/L-Umstellung). Ein Monteur kann in der ausgefahrenen Stellung
die Kippfalle manuell in die für den jeweiligen Türflügel erforderliche Orientierung
drehen, also die Kippfalle umstellen, abhängig davon, ob der Einbau des Türschlosses
an einen linksanschlagenden Türflügel oder an einen rechtsanschlagenden Türflügel
erfolgen soll.
[0011] Ein Vorteil ist, dass sowohl das Verlagern des Begrenzungselements als auch das Drehen
der Kippfalle manuell ohne die Verwendung eines zusätzlichen Werkzeugs erfolgen kann.
Insbesondere kann das Begrenzungselement manuell betätigt werden, ohne dass es hierfür
eines Werkzeugs bedarf. Insbesondere kann das Begrenzugselement alleine mit einem
Finger oder zwei Fingern aus dem Schlossgehäuse herausgezogen oder herausgedrückt
werden.
[0012] In einer vorteilhaften Ausführung kann vorgesehen sein, dass in der rückgeschlossenen
und vorgeschlossenen Stellung der Kippfalle eine Rotation des Kippfallenkopfs und/oder
des Kippfallenschafts um die Längserstreckungsachse des Kippfallenschafts verhindert
ist.
[0013] Insbesondere kann vorgesehen sein, dass das Begrenzungselement in der Begrenzungsstellung
eine Rotation des Kippfallenschafts um dessen Längserstreckungsachse aufgrund des
Eingriffs des Begrenzungselements an den Kippfallenschaft verhindert.
[0014] Zudem kann das Begrenzungselement in der Freigabestellung außer Eingriff mit dem
Kippfallenschaft sein, sodass der Kippfallenkopf und/oder der Kippfallenschaft um
die Längserstreckungsachse des Kippfallenschafts rotierbar ist. Dies hat den Vorteil,
dass weder in der vorgeschlossenen Stellung noch in der rückgeschlossenen Stellung
die Kippfalle durch einen Nutzer unbeabsichtigt gedreht werden kann, wodurch eine
Fehlfunktion des Türschlosses vermieden wird.
[0015] Vorzugsweise kann vorgesehen sein, dass der Kippfallenschaft zumindest abschnittsweise
eine Querschnittsfläche aufweist, die symmetrisch gegenüber einer Drehung um einen
Winkel von 180° ist, die in der Begrenzungsstellung des Begrenzungselements von einem
U-förmigen Abschnitt des Begrenzungselements formschlüssig umgriffen werden. Durch
den Formschluss verhindert das Begrenzungselement eine Rotation des Kippfallenschaftes
um seine Längsachse. D.h. das Begrenzungselement fixiert die Kippfalle in der Position
Rechtsanschlag oder der Position Linksanschlag.
[0016] Die Querschnittsfläche des Kippfallenschafts kann die Form einer Kreisfläche aufweisen,
bei der auf einander gegenüberliegenden Seiten jeweils ein Kreissegment entfernt wurde.
Der Kippfallenschaft kann auch einen rechteckigen Querschnitt aufweisen. Dadurch,
dass die Querschnittsfläche des Kippfallenschafts gegenüber einer Drehung um 180°
symmetrisch ist, gibt es wahlweise genau zwei unterschiedliche Möglichkeiten, die
Kippfalle zu orientieren. Diese zwei Möglichkeiten entsprechen der Verwendung des
Türschlosses in einem linksanschlagenden Türflügel und der Verwendung des Türschlosses
in einem rechtsanschlagenden Türflügel.
[0017] Zusätzlich oder alternativ kann vorgesehen sein, dass in der rückgeschlossenen Stellung
und in der vorgeschlossenen Stellung der Kippfalle eine Rotation des Kippfallenschafts
um dessen Längserstreckungsachse aufgrund eines Formschlusses zwischen Kippfallenkopf
und dem Schlossstulp und/oder aufgrund eines Formschlusses zwischen dem Kippfallenschaft
und dem Kippfallenlager verhindert ist.
[0018] In einer vorteilhaften Ausführung kann vorgesehen sein, dass das Begrenzungselement
linear bewegbar in einer Aufnahme das Kippfallenlagers gelagert ist. Die linear bewegbare
Lagerung des Begrenzungselements im Kippfallenlager hat den Vorteil, dass eine Linearführung
einfacher zu fertigen ist, beispielsweise ein Drehlager. Prinzipiell ist es jedoch
auch möglich, das Begrenzungselement drehbar in einer Aufnahme des Kippfallenlager
zu lagern.
[0019] Vorzugsweise kann vorgesehen sein, dass das Türschloss eine Begrenzungselementfeder
aufweist, die dem Begrenzungselement zugeordnet ist, wobei die Begrenzungselementfeder
einerseits am Kippfallenlager abgestützt ist und andererseits am Begrenzungselement
abgestützt ist, wobei die Begrenzungselementfeder das Begrenzungselement in die Begrenzungsstellung
beaufschlagt. Aufgrund der federbeaufschlagten Lagerung des Begrenzungselements wird
die Funktionssicherheit des Türschlosses erhöht. Mittels der Begrenzungselementfeder
wird das Begrenzungselement in der Begrenzungsstellung gehalten. Eine zufällige Verlagerung
des Begrenzungselement in die Freigabestellung, was eventuell aufgrund von Erschütterungen
des Türschlosses eintreten kann, und eine damit verbundene Drehbarkeit der Kippfalle,
wird durch die Federbeaufschlagung in die Begrenzungsstellung vermieden. Weiter wird
für den Monteur die Links-/ Rechtsumstellung der Kippfalle erleichtert. Nach dem Umstellen
der Kippfalle in die benötigte Position, ist es nicht zwingend erforderlich, das Begrenzungselement
manuell in die Begrenzungsstellung zu verlagern, da dies automatisch durch die Begrenzungselementfeder
geschieht, oder zumindest durch die Begrenzungselementfeder unterstützt wird.
[0020] Insbesondere kann das Begrenzungselement seitlich aus dem Schloss herausziehbar oder
herausdrückbar sein. Also kann das Begrenzungselement manuell, insbesondere werkzeuglos,
entweder von der Schloßdecke aus oder dem Schlossboden aus betätigt werden. Das hat
den Vorteil, dass das Schloss in eingebautem Zustand gegen ein Umstellen der Kippfalle
geschützt ist, da in eingebautem Zustand werde die Schlossdecke noch der Schlossboden
zugänglich sind.
[0021] Vorzugsweise kann vorgesehen sein, dass die Schlossdecke und/oder der Schlossboden
eine dem Begrenzungselement zugeordnete Öffnung aufweist, wobei die Öffnung einen
manuellen Zugriff an das Begrenzungselement ermöglicht. Insbesondere weist das Begrenzungselement
einen Zugriffsabschnitt oder eine Handhabe auf, die direkt von einem Finger bedienbar
oder greifbar ist, oder von zwei Fingern bedienbar bzw. greifbar ist, um das Begrenzungselement
zu betätigen oder bewegen. Dadurch, dass die Öffnung einen manuellen Zugriff an das
Begrenzungselement ermöglicht, ist der Monteur in der Lage, die Links-/ Rechtsumstellung
der Kippfalle durchzuführen, ohne dass die Schlossdecke oder der Schlossboden vom
Türschoss entfernt werden muss. Hierdurch wird die Links-/Rechtsumstellung der Kippfalle
erleichtert. Insbesondere kann das Begrenzungselement ohne Werkzeug, alleine mit einer
Hand oder einem oder mehreren Fingern betätigt werden.
[0022] Insbesondere kann vorgesehen sein, dass Begrenzungselement einen vom Körper des Begrenzungselements
hervorstehenden Zugriffsabschnitt aufweist, der den manuellen Zugriff an das Begrenzungselement
erlaubt. Bei der Links-/Rechtsumstellung der Kippfalle greift der Monteur den Zugriffsabschnitt
des Begrenzungselements beispielweise mit einer Fingerkuppe an und verschiebt mit
dem Finger das Begrenzungselement in dessen Freigabestellung. Vorzugsweise weist der
Zugriffsabschnitt eine Kontur auf, die der Form der Fingerkuppe angepasst ist, um
den Angriff zu erleichtern.
[0023] In einer vorteilhaften Ausführung kann vorgesehen sein, dass das Türschloss eine
Kippfallenfeder aufweist, die einerseits am Kippfallenschaft befestigt ist und andererseits
am Kippfallenlager abgestützt ist, wobei die Kippfallenfeder die Kippfalle in Richtung
ihrer vorgeschlossenen Stellung und ihrer ausgefahrenen Stellung beaufschlagt. Die
Kippfallenfeder bewirkt insbesondere, dass der Kippfallenkopf, sobald der Türflügel
in Bezug auf den Türrahmen seine Schließstellung erreicht hat, selbsttätig in die
rahmenseitige Aufnahme des Schließblechs einfährt. Diese Funktion ist in Analogie
an eine konventionelle schießende Schlossfalle angelehnt.
[0024] Insbesondere kann vorgesehen sein, dass die Kippfallenfeder als eine Schraubendruckfeder
ausgebildet ist, wobei der Kippfallenschaft die Schraubendruckfeder durchgreift. Durch
diese Anordnung der Schraubendruckfeder in Bezug auf den Kippfallenschaft kann der
Kippfallenschaft auch ein Lager für die Schraubendruckfeder bilden.
[0025] In einer vorteilhaften Ausführung kann vorgesehen sein, dass der Kippfallenschaft
einen rückseitigen Endabschnitt aufweist, wobei in der Begrenzungsstellung des Begrenzungselements
der rückseitige Endabschnitt des Kippfallenschafts am Begrenzungselement anliegt,
und wobei in der Freigabestellung des Begrenzungselements der rückseitige Endabschnitt
des Kippfallenschafts am Kippfallenlager anliegt.
[0026] In einer vorteilhaften Ausführung kann vorgesehen sein, dass der Kippfallenschaft
einen vorderseitigen Endabschnitt aufweist, wobei der vorderseitige Endabschnitt des
Kippfallenschafts ein Durchgangsloch aufweist und der Kippfallenkopf ein zumindest
ein Durchgangsloch aufweist, wobei ein Lagerstift vorgesehen ist, der in das Durchgangsloch
des Kippfallenschafts und in das mindestens eine Durchgangsloch des Kippfallenkops
eingesetzt ist, um den Kippfallenkopf schwenkbar am Kippfallenschaft zu lagern. Hierdurch
ist eine schwenkbare Lagerung des Kippfallenkopfs in Bezug auf den Kippfallenschaft
gegeben, die technisch einfach realisierbar ist.
[0027] In einer vorteilhaften Ausführung kann vorgesehen sein, dass die Kippfalle oder der
Kippfallenschaft, einen Anschlag aufweist, der in der ausgefahrenen Stellung einen
weiteren Auszug der Kippfalle aus dem Schlossgehäuse verhindert. Vorzugsweise wird
dadurch sichergestellt, dass die Kippfalle nicht verlierbar in Bezug auf das Türschloss
angeordnet ist. Dies bedeutet, dass bei der Links-/Rechtsumstellung der Kippfalle
die Kippfalle nicht vollständig aus dem Türschloss entfernt werden muss. Weiter ist
sichergestellt, dass bei der Links-/Rechtsumstellung der Kippfalle die Kippfalle nicht
unbeabsichtigt herunterfällt und eventuell beschädigt wird.
[0028] Der erfindungsgemäße Gedanke umfasst auch ein Verfahren zum Umstellen eines Kippfallenkopfs
einer Kippfalle eines Türschlosses um 180°. Erfindungsgemäß umfasst das Verfahren
die folgenden Schritte:
Verlagern des Begrenzungselements von dessen Begrenzungsstellung in dessen Freigabestellung;
Verlagern des Kippfallenkopfs von der vorgeschlossenen Stellung in dessen ausgefahrene
Stellung;
Drehen der Kippfalle um einen Winkel von 180°;
Verbringen der Kippfalle zumindest in die rückgeschlossene Stellung; Zurückverlagern
des Begrenzungselements von dessen Freigabestellung in dessen Begrenzungsstellung.
[0029] Insbesondere kann vorgesehen sein, dass das Begrenzungselement von einer Begrenzungselementfeder
von der Freigabestellung in die Begrenzungsstellung verlagert wird.
[0030] Es kann vorgesehen sein, dass die Kippfalle von einer Kippfallenfeder von der vorgeschlossenen
Stellung in die ausgefahrene Stellung verlagert wird.
[0031] Im Folgenden wird eine Möglichkeit zum Umstellen der Kippfalle beschrieben.
[0032] Durch manuelle Verlagerung des Begrenzungselements von der Begrenzungsstellung in
die Freigabestellung wird die Kippfalle in ihre ausgefahrene Stellung überführt. Die
Überführung der Kippfalle in die ausgefahrene Stellung kann rein manuell oder durch
Beaufschlagung durch die Kippfallenfeder erfolgen. Sobald sich die Kippfalle in der
ausgefahrenen Stellung befindet, orientiert der Monteur die Kippfalle in die für den
jeweiligen Türflügel erforderliche Orientierung um 180°, abhängig davon, ob der Einbau
des Türschlosses an einen linksanschlagenden Türflügel oder an einen rechtsanschlagenden
Türflügel erfolgen soll. Nachdem der Monteur die Kippfalle in die erforderliche Orientierung
orientiert hat, verlagert der Monteur die Kippfalle manuell in die vorgeschlossene
oder die rückgeschlossene Stellung. Danach wird das Begrenzungselement in seine Begrenzungsstellung
verlagert. Diese Verlagerung kann manuell durch den Monteur oder durch Beaufschlagung
durch die Begrenzungselementfeder erfolgen. Daraufhin befindet sich das Türschloss
in der Ausgangsstellung, in der die Kippfalle zwischen ihrer vorgeschlossenen und
ihrer rückgeschlossenen Stellung verlagerbar ist, aber die Kippfalle nicht ihre ausgefahrene
Stellung einnimmt. Vorteilhaft ist hierbei, dass zur Umstellung der Kippfalle kein
Werkzeug nötig ist und die Umstellung rein manuell erfolgen kann.
[0033] Für den Fachmann ist klar, dass die hierin zu dem Türschloss beschriebenen Merkmale
und Vorteile auch für das Verfahren zum Umstellen der Kippfalle zutreffen und umgekehrt.
[0034] Im Folgenden wird die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispiels unter Zuhilfenahme
der beiliegenden Zeichnungen beispielhaft erläutert. Das gezeigte Ausführungsbeispiel
ist nicht einschränkend zu verstehen. Dabei zeigen:
- Fig. 1a:
- eine schematische Ansicht einer Tür;
- Fig. 1b:
- eine schematische Ansicht eines Türschlosses;
- Fig. 2:
- eine Darstellung eines Ausschnitts des Türschlosses, wobei die Schlossdecke und der
Schlossboden nicht dargestellt sind;
- Fig. 3:
- eine Darstellung der Kippfalle, des Kippfallenträgers und des Begrenzungselements;
- Fig. 4:
- eine Ansicht der Kippfalle und des Begrenzungselements;
- Fig. 5:
- eine weitere Ansicht der Kippfallen und des Begrenzungselements;
- Fig. 6:
- eine Ansicht der Kippfalle in der vorgeschlossenen Stellung und des Begrenzungselements
in der Begrenzungsstellung;
- Fig. 7:
- eine Ansicht der Kippfalle in der vorgeschlossenen Stellung und des Begrenzungselements
vor Erreichen der Freigabestellung;
- Fig. 8:
- eine Ansicht der Kippfalle in der ausgefahrenen Stellung und des Begrenzungselements
in der Freigabestellung;
- Fig. 9:
- eine Ansicht der Kippfalle vor Erreichen der vorgeschlossenen Stellung und des Begrenzungselements
in der Freigabestellung.
[0035] Figur 1a zeigt die schematische Darstellung einer Tür T. Es ist ein Türrahmen R vorgesehen,
an dem die Tür T mittels zwei Scharnieren schwenkbar angeordnet ist. Weiter weist
die Tür T eine Schlossaufnahme auf, in der ein Türschloss 1 angeordnet ist. Das Türschloss
1 weist einen Riegel 1r und eine Schlossfalle auf. Die Schlossfalle ist als eine Kippfalle
2 ausgebildet.
[0036] Figur 1b zeigt eine schematische Darstellung des Türschlosses 1. Das Türschloss 1
weist ein Schlossgehäuse 1g mit einem Schlossboden, einer Schlossdecke und einem Schlossstulp
1s auf. Das Türschloss 1 weist eine Schlossnuss 1n mit einer daran angeschlossenen
Handhabe 1h auf, um das Türschloss manuell zu betätigen. Das Türschloss 1 weist weiter
einen Schließzylinder 1z auf, in den ein passender Schlüssel einführbar ist, um das
Schloss mittels des Schlüssels zu betätigen.
[0037] Figur 2 zeigt eine Darstellung des Türschlosses, wobei die Schlossdecke und der Schlossboden
nicht dargestellt sind. Das Türschloss weist neben der Kippfalle 2 ein Begrenzungselement
3 und ein Kippfallenlager 4 auf. Die Kippfalle 2 ist zwischen einer vorgeschlossenen
Stellung und einer rückgeschlossenen Stellung bewegbar gelagert. In Figur 2 ist die
Kippfalle in der vorgeschlossenen Stellung dargestellt. In der vorgeschlossenen Stellung
der Kippfalle 2 ragt der Kippfallenkopf 2k aus der Öffnung im Schlossstulp 1s heraus.
In der nicht dargestellten rückgeschlossenen Stellung der Kippfalle 2 ist der Kippfallenkopf
2k im Schlossgehäuse 1g aufgenommen.
[0038] Figur 3 zeigt eine Ansicht der Kippfalle 2, des Begrenzungselements 3 und des Kippfallenlagers
4.
[0039] Die Kippfalle 2 weist einen Kippfallenkopf 2k, einen Kippfallenträger 2t und einen
Kippfallenschaft 2s auf. Der Kippfallenkopf 2k ist schwenkbar auf dem Kippfallenschaft
2s gelagert, wobei die Schwenkachse 2a des Kippfallenkopfs 2k sich parallel zur Längserstreckungsachse
des in den Figuren 3 und 4 nicht dargestellten Schlossstulps 1s erstreckt. Bei eingebautem
Türschloss 1 verläuft die Schwenkachse 2a des Kippfallenkopfs 2k in der vertikalen
Richtung. Ein vorderseitiger Endabschnitt 2sv des Kippfallenschafts weist ein Durchgangsloch
auf, und der Kippfallenkopf zumindest ein weiteres Durchgangsloch auf. Es ist ein
Lagerstift vorgesehen, der in das Durchgangsloch des Kippfallenschafts und in das
mindestens eine Durchgangsloch des Kippfallenkops eingesetzt ist, um den Kippfallenkopf
schwenkbar am Kippfallenschaft zu lagern. Der Lagerstift ist in den Figuren nicht
dargestellt.
[0040] Das Kippfallenlager 4 ist innerhalb des Schlossgehäuses 1g am Schlossboden und/oder
an der Schlossdecke befestigt. Der Kippfallenschaft 2s ist im Kippfallenlager 4 bewegbar
gelagert und geführt. Das Kippfallenlager 4 ist als ein Gehäuse aufgebaut und weist
eine Durchgangsöffnung auf, in der der Kippfallenschaft 2s gelagert ist.
[0041] Es ist eine Kippfallenfeder 2f vorgesehen, die die Kippfalle 2 in Richtung der vorgeschlossenen
Stellung beaufschlagt. Die Kippfallenfeder 2f ist hierbei als eine Schraubendruckfeder
ausgebildet. Die Kippfallenfeder 2f weist ein erstes und ein zweites Ende auf. Das
erste Ende der Kippfallenfeder 2f ist hierbei am Kippfallenkopf-seitigen Ende des
Kippfallenschafts 2s abgestützt. Das zweite Ende der Kippfallenfeder 2f ist am Kippfallenlager
4 abgestützt. Die Kippfallenfeder 2f umgreift hierbei den Kippfallenschaft.
[0042] Das Begrenzungselement 3 dient der Begrenzung des Bewegungswegs der Kippfalle 2 zwischen
deren rückgeschlossener Stellung und deren vorgeschlossener Stellung. Das Begrenzungselement
3 ist in der Aufnahme 4a des Kippfallenlagers 4 zwischen einer Begrenzungsstellung
und einer Freigabestellung linear bewegbar gelagert. In der Begrenzungsstellung des
Begrenzungselements 3 wirkt das Begrenzungselement 3 mit dem Kippfallenschaft 2s zusammen
und begrenzt die lineare Bewegung der Kippfalle 2, sodass die Kippfalle 2 zwischen
der rückgeschlossenen Stellung und der vorgeschlossenen Stellung verlagerbar ist.
In der Freigabestellung des Begrenzungselements 3 ist das Begrenzungselement 3 außer
Eingriff mit dem Kippfallenschaft 2s, sodass die Kippfalle 2 in eine ausgefahrene
Stellung verlagerbar ist, in der die Kippfalle 2 weiter aus dem Schlossgehäuse 1g
herausragt als in der vorgeschlossenen Stellung.
[0043] Die Bewegung der Kippfalle 2 von deren vorgeschlossener Stellung in deren ausgefahrene
Stellung wird durch die Kippfallenfeder 2f realisiert, die den Kippfallenschaft 2s
in Richtung der ausgefahrenen Stellung beaufschlagt. In der Freigabestellung des Begrenzungselements
3 und der ausgefahrenen Stellung der Kippfalle 2 liegt ein rückseitiger Endabschnitt
2se des Kippfallenschafts 2s an einem Abschnitt des Gehäuses des Kippfallenlagers
4 an.
[0044] In den Figuren 4 und 5 sind die Kippfalle 2 und das Begrenzungselement 3 dargestellt.
Der Kippfallenschaft 2s weist den rückseitigen Endabschnitt 2se auf, der in der Begrenzungsstellung
des Begrenzungselements 3 am Begrenzungselement 3 anliegt, wodurch eine Bewegung der
Kippfalle 2 nur bis zu deren vorgeschlossener Stellung ermöglicht ist. In der Freigabestellung
des Begrenzungselements 3 ist das Begrenzungselement 3 außer Eingriff mit dem Kippfallenschaft
2s, sodass eine Bewegung der Kippfalle 2 von deren vorgeschlossener Stellung in deren
ausgefahrene Stellung ermöglicht wird.
[0045] Das Begrenzungselement 3 weist weiter einen U-förmigen Abschnitt 3u auf, der dazu
dient, in der Begrenzungsstellung des Begrenzungselements 3 zwei Anlageflächen 2sa
des Kippfallenschafts 2s zu umgreifen, um eine Rotation des Kippfallenschafts 2s um
dessen Längsachse zu verhindern. Weiter weist das Begrenzungselement 3 einen Halteabschnitt
3h auf, der dazu dient, den Kippfallenschaft 2s zu hintergreifen, wenn sich die Kippfalle
2 in ihrer ausgefahrenen Stellung befindet, um die Kippfalle 2 in der ausgefahrenen
Stellung zu halten und um zu verhindern, dass die Kippfalle 2 z.B. durch Eindrücken
in die vorgeschlossene Stellung zurückverlagert werden kann.
[0046] Das Begrenzungselement 3 weist einen vom Körper des Begrenzungselements 3 hervorstehenden
Zugriffsabschnitt 3m auf, der einen manuellen Zugriff an das Begrenzungselement 3
erlaubt, um das Begrenzungselement 3 von dessen Begrenzungsstellung in dessen Freigabestellung
manuell zu verlagern. Sobald das Begrenzungselement 3 sich in der Freigebestellung
befindet, wird die Kippfalle 2, beaufschlagt durch die Kippfallenfeder 2f, von deren
vorgeschlossener Stellung in deren ausgefahrene Stellung bewegt.
[0047] Wie in Figur 3 zu erkennen ist, weist das Türschloss 1 eine Begrenzungselementfeder
3f auf, die in der Aufnahme 4a des Gehäuses des Kippfallenlagers 4 linear bewegbar
angeordnet ist. Die Begrenzungselementfeder 3f ist als eine Schraubendruckfeder ausgebildet
und weist ein erstes Ende und ein zweites Ende auf. Das erste Ende der Begrenzungselementfeder
3f liegt am Gehäuse das Kippfallenlagers 4 an. Das zweite Ende der Begrenzungselementfeder
3f liegt am Begrenzungselement 3 an. Die Begrenzungselementfeder 3f beaufschlagt das
Begrenzungselement 3 in Richtung dessen Begrenzungsstellung.
[0048] Im Folgenden wird das Verfahren zur Umlegung des Kippfallenkopfs 2k bei der Montage
des Türschlosses 1 an links und an rechts anschlagenden Türen um 180° erläutert.
[0049] Es wird verwiesen auf Figur 6. Ausgegangen wird von einem Türschloss 1 vor der Montage
an der Tür T, bevor das Türschloss 1 in die Schlossaufnahme der Tür T eingesetzt wurde.
Die Kippfalle 2 befindet sich, beaufschlagt durch die Kippfallenfeder 2f, in der vorgeschlossenen
Stellung. Das Begrenzungselement 3 befindet sich, beaufschlagt durch die Begrenzungselementfeder
3f, in der Begrenzungsstellung.
[0050] Es wird verwiesen auf Figur 7. Das Begrenzungselement 3 wird durch einen Monteur
von der Begrenzungsstellung in die Freigabestellung überführt. Hierzu greift der Monteur
an den Zugriffsabschnitt 3m des Begrenzungselements 3 an und verlagert das Begrenzungselement
3 entgegen der Kraft der Begrenzungselementfeder 3f von dessen Begrenzungsstellung
in dessen Freigabestellung. Dies ist in Figur 7 durch einen Pfeil dargestellt. Figur
7 zeigt das Begrenzungselement 3 vor Erreichen der Freigabestellung. Sobald das Begrenzungselement
3 in der Freigabestellung ist, ist das Begrenzungselement 3 außer Eingriff mit den
Anlageflächen 2sa des Kippfallenschafts 2s und die Kippfalle 2 wird, beaufschlagt
durch die Kippfallenfeder 2f, von der vorgeschlossenen Stellung in die ausgefahrene
Stellung bewegt.
[0051] Es wird verwiesen auf Figur 8. In Figur 8 ist die Kippfalle 2 in deren ausgefahrener
Stellung und das Begrenzungselement 3 in dessen Freigabestellung dargestellt. Die
Begrenzungselementfeder 3f vermag das Begrenzungselement 3 nicht in die Begrenzungsstellung
zurückzuverlagern, da das Begrenzungselement 3 an den rückseitigen Endabschnitt 2se
des Kippfallenschafts 2s stößt. Weiter ist es nicht möglich, die Kippfalle 2 von der
ausgefahrenen Stellung in die vorgeschlossene Stellung zu verlagern, da ein Halteabschnitt
3h des Begrenzungselements 3 den rückseitigen Endabschnitt 2se des Kippfallenschafts
2s hintergreift.
[0052] Es ist in Figur 8 zu erkennen, dass in der ausgefahrenen Stellung der Kippfalle 2
der Kippfallenkopf 2k vom Kippfallenträger 2t abhebt. Da das Begrenzungselement 3
in dessen Freigabestellung die Anlageflächen 2sa des Kippfallenschafts 2s nicht mehr
formschlüssig umgreift, ist in der ausgefahrenen Stellung der Kippfalle 2 der Kippfallenkopf
2k zusammen mit dem Kippfallenschaft 2s um die Längserstreckungsachse des Kippfallenschafts
2s drehbar. Der Monteur kann nun den Kippfallenkopf 2k um einen Winkel von 180° um
die Längserstreckungsachse des Kippfallenschafts 2s drehen.
[0053] Figur 9 zeigt das Verlagern der Kippfalle von der ausgefahrenen Stellung in die vorgeschlossene
Stellung. Hierzu ist es nötig, dass der Monteur manuell an den Zugriffsabschnitt 3m
des Begrenzungselements 3 angreift und dieses gegen die Kraft der Begrenzungselementfeder
3f verlagert, bis der Halteabschnitt 3h des Begrenzungselements 3 den rückseitigen
Endabschnitt 2se des Kippfallenschafts 2s nicht mehr hintergreift. Durch Eindrücken
der Kippfalle 2 kann die Kippfalle 2 wieder in die vorgeschlossene Stellung verlagert
werden. Hierzu übt der Monteur eine Kraft auf den Kippfallenkopf 2k aus, um den Kippfallenkopf
2k und den mit dem Kippfallenkopf 2k verbundenen Kippfallenschaft 2s entgegen der
Kraft der Kippfallenfeder 2f in Richtung des Schlossgehäuses 1g zu verlagern. Sobald
der Endabschnitt 3se des Kippfallenschafts 2s das Begrenzungselement 3 freigibt, wird
das Begrenzungselement 3 durch die Begrenzungselementfeder 3f in die Begrenzungsstellung
verlagert, in der das Begrenzungselement 3 den Kippfallenschaft 2s formschlüssig umgreift
und eine Drehung des Kippfallenschafts 2s um dessen Längserstreckungsachse verhindert.
Damit ist dann wieder die in Figur 6 dargestellte Ausgangssituation erreicht.
Bezugszeichenliste
[0054]
- 1
- Türschloss
- 1g
- Schlossgehäuse
- 1n
- Schlossnuss
- 1h
- Handhabe
- 1r
- Riegel
- 1s
- Schlossstulp
- 1z
- Schließzylinder
- 2
- Kippfalle
- 2a
- Schwenkachse der Kippfalle
- 2f
- Kippfallenfeder
- 2k
- Kippfallenkopf
- 2s
- Kippfallenschaft
- 2sa
- Anlagefläche des Kippfallenschafts
- 2se
- rückseitiger Endabschnitt des Kippfallenschafts
- 2sv
- vorderseitiger Endabschnitt des Kippfallenschafts
- 2t
- Kippfallenträger
- 3
- Begrenzungselement
- 3f
- Begrenzungselementfeder
- 3m
- Zugriffsabschnitt des Begrenzungselements
- 3h
- Halteabschnitt des Begrenzungselements
- 3u
- U-förmiger Abschnitt des Begrenzungselements
- 4
- Kippfallenlager
- 4a
- Aufnahme des Kippfallenlagers
1. Türschloss (1) für eine Tür oder ein Fenster oder dergleichen,
wobei das Türschloss (1) ein Schlossgehäuse (1g) aufweist, welches einen Schlossboden,
eine Schlossdecke und einen Schlossstulp (1s) umfasst,
- wobei das Türschloss (1) eine Kippfalle (2) aufweist, die zwischen einer rückgeschlossenen
Stellung und einer vorgeschlossenen Stellung linear bewegbar verlagerbar ist, und
die Kippfalle (2) einen Kippfallenkopf (2k) und einen Kippfallenschaft (2s) umfasst,
wobei der Kippfallenkopf (2s) schwenkbar am Kippfallenschaft (2t) gelagert ist, wobei
die Schwenkachse (2a) des Kippfallenkopfs (2k) parallel zur Längserstreckungsachse
des Schlossstulp (1s) verläuft,
- wobei das Türschloss (1) ein Kippfallenlager (4) aufweist, in dem der Kippfallenschaft
(2s) linear bewegbar geführt ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Türschloss (1) ein Begrenzungselement (3) aufweist, das linear bewegbar in einer
Aufnahme (4a) das Kippfallenlagers (4) gelagert ist, und
dass das Begrenzungselement (3) zwischen einer Begrenzungsstellung und einer Freigabestellung
bewegbar ist,
wobei das Begrenzungselement (3) in der Begrenzungsstellung mit dem Kippfallenschaft
(2s) und/oder dem Kippfallenkopf (2k) zusammenwirkt und die lineare Bewegung der Kippfalle
(2) begrenzt, sodass die Kippfalle (2) nur zwischen der rückgeschlossenen Stellung
und der vorgeschlossenen Stellung verlagerbar ist,
und wobei in der Freigabestellung das Begrenzungselement (3) außer Eingriff mit dem
Kippfallenschaft (2s) und/oder dem Kippfallenkopf (2k) ist, sodass die Kippfalle (2)
zwischen der rückgeschlossenen Stellung und einer ausgefahrenen Stellung bewegbar
ist, in der die Kippfalle (2) weiter aus dem Schlossgehäuse (1g) herausragt als in
der vorgeschlossenen Stellung, sodass der Kippfallenkopf (2k) und/oder der Kippfallenschaft
(2s) um die Längserstreckungsachse des Kippfallenschafts (2s) rotierbar ist um die
Kippfalle (2) umzustellen.
2. Türschloss nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass in der rückgeschlossenen und vorgeschlossenen Stellung der Kippfalle (2) eine Rotation
des Kippfallenkopfs (2k) und/oder des Kippfallenschafts (2s) um die Längserstreckungsachse
des Kippfallenschafts (2s) verhindert ist.
3. Türschloss nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Begrenzungselement (3) in der Begrenzungsstellung eine Rotation des Kippfallenschafts
(2s) um dessen Längserstreckungsachse aufgrund des Eingriffs des Begrenzungselements
(3) an den Kippfallenschaft (2s) verhindert.
4. Türschloss nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Kippfallenschaft (2s) zumindest abschnittsweise eine Querschnittsfläche aufweist,
die symmetrisch gegenüber einer Drehung um einen Winkel von 180° ist, die in der Begrenzungsstellung
des Begrenzungselements (3) von einem U-förmigen Abschnitt (3u) des Begrenzungselements
(3) formschlüssig umgriffen werden.
5. Türschloss nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass in der rückgeschlossenen Stellung und in der vorgeschlossenen Stellung der Kippfalle
(2) eine Rotation des Kippfallenschafts (2s) um dessen Längserstreckungsachse aufgrund
eines Formschlusses zwischen Kippfallenkopf (2k) und dem Schlossstulp (1s) und/oder
aufgrund eines Formschlusses zwischen dem Kippfallenschaft (2s) und dem Kippfallenlager
verhindert ist.
6. Türschloss nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Türschloss (1) eine Begrenzungselementfeder (3f) aufweist, die dem Begrenzungselement
(3) zugeordnet ist, wobei die Begrenzungselementfeder einerseits am Kippfallenlager
(4) abgestützt ist und andererseits am Begrenzungselement (3) abgestützt ist, wobei
die Begrenzungselementfeder (3f) das Begrenzungselement (3) in die Begrenzungsstellung
beaufschlagt.
7. Türschloss nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Schlossdecke und/oder der Schlossboden eine dem Begrenzungselement (3) zugeordnete
Öffnung aufweist, wobei die Öffnung einen manuellen Zugriff an das Begrenzungselement
(3) ermöglicht.
8. Türschloss nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass Begrenzungselement (3) einen vom Körper des Begrenzungselements hervorstehenden Zugriffsabschnitt
(3m) aufweist, der den manuellen Zugriff an das Begrenzungselement (3) erlaubt.
9. Türschloss nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Türschloss (1) eine Kippfallenfeder (2f) aufweist, die einerseits am Kippfallenschaft
(2s) befestigt ist und andererseits am Kippfallenlager (4) abgestützt ist, wobei die
Kippfallenfeder (2f) die Kippfalle (2) in Richtung ihrer vorgeschlossenen Stellung
und ihrer ausgefahrenen Stellung beaufschlagt, wobei vorzugsweise vorgesehen ist,
dass die Kippfallenfeder (2f) als eine Schraubendruckfeder ausgebildet ist, wobei
der Kippfallenschaft (2s) die Schraubendruckfeder durchgreift.
10. Türschloss nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Kippfallenschaft (2s) einen rückseitigen Endabschnitt (2sr) aufweist, wobei in
der Begrenzungsstellung des Begrenzungselements (3) der rückseitige Endabschnitt (2sr)
des Kippfallenschafts (2s) am Begrenzungselement (3) anliegt, und wobei in der Freigabestellung
des Begrenzungselements (3) der rückseitige Endabschnitt (2sr) des Kippfallenschafts
(2s) am Kippfallenlager (4) anliegt.
11. Türschloss nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Kippfallenschaft (2s) einen vorderseitigen Endabschnitt (2sv) aufweist, wobei
der vorderseitige Endabschnitt (2sv) des Kippfallenschafts (2s) ein Durchgangsloch
aufweist und der Kippfallenkopf (2k) zumindest ein Durchgangsloch aufweist, wobei
ein Lagerstift vorgesehen ist, der in das Durchgangsloch des Kippfallenschafts (2s)
und in das mindestens eine Durchgangsloch des Kippfallenkopfs (2k) eingesetzt ist,
um den Kippfallenkopf (2k) schwenkbar am Kippfallenschaft (2s) zu lagern.
12. Türschloss nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Kippfalle (2) oder der Kippfallenschaft (2s) einen Anschlag aufweist, der in
der ausgefahrenen Stellung einen weiteren Auszug der Kippfalle (2) aus dem Schlossgehäuse
(1g) verhindert.
13. Verfahren zum Umstellen eines Kippfallenkopfs (2k) einer Kippfalle (2) eines Türschlosses
(1) gemäß einem der Ansprüche 1 bis 12 um 180°,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Verfahren die folgenden Schritte umfasst:
Verlagern des Begrenzungselements (3) von dessen Begrenzungsstellung in dessen Freigabestellung;
Verlagern des Kippfallenkopfs (2) von der vorgeschlossenen Stellung in dessen ausgefahrene
Stellung;
Drehen der Kippfalle (2) um einen Winkel von 180°;
Verbringen der Kippfalle (2) zumindest in die rückgeschlossene Stellung;
Zurückverlagern des Begrenzungselements (3) von dessen Freigabestellung in dessen
Begrenzungsstellung.
14. Verfahren nach Anspruch 13,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Begrenzungselement (3) von einer Begrenzungselementfeder (3f) von der Freigabestellung
in die Begrenzungsstellung verlagert wird.
15. Verfahren nach einem der Ansprüche 13 oder 14,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Kippfalle (2) von einer Kippfallenfeder (2f) von der vorgeschlossenen Stellung
in die ausgefahrene Stellung verlagert wird.