[0001] Die Erfindung betrifft ein Gehäuse für eine Kühlmittel-Fluidpumpe nach dem Oberbegriff
des Anspruchs 1.
[0002] Bekannte Gehäuse für Kühlmittel-Fluidpumpen besitzen ein Antriebsgehäuse, welches
wenigstens einen Großteil der Bauteile, welche den elektrischen Antrieb einer Kühlmittel-Fluidpumpe
bilden, aufnimmt. Des Weiteren ist üblicherweise das Antriebsgehäuse an einem Ende
mit einem Verschlussdeckel verschlossen. Am axial gegenüberliegenden Ende des Verschlussdeckels
sitzt üblicherweise ein Pumpengehäuse, welches eine Fluidpumpe enthält, welche vom
elektrischen Antrieb antreibbar ist. Die Fluidpumpe kann unterschiedlich, zum Beispiel
als Kreiselpumpe, als Gerotorpumpe oder ähnlich geeignete Fluidpumpe ausgebildet sein.
[0003] Eine Antriebswelle eines Elektromotors, der im Antriebsgehäuse angeordnet ist, greift
in das Pumpengehäuse ein und wirkt dort mit einem Pumpenelement, zum Beispiel einem
Pumpenrad, mechanisch zusammen.
[0004] Gehäusebauteile solcher Pumpen sind üblicherweise miteinander verschraubt, verklemmt
verclipst oder dergleichen. Gegebenenfalls sind in Abhängigkeit des Einsatzzwecks
einer solchen Fluidpumpe Abdichtungen von Gehäusebauteilen untereinander oder Abdichtungen
von Innenräumen zur Außenumgebung vorgesehen.
[0005] Eine derartige Bauweise ist relativ umständlich zu montieren, insbesondere wenn Abdichtungen
gefordert sind. Zudem ist eine hohe Anzahl von Einzelteilen notwendig. Darüber hinaus
sind solche Bauarten oftmals hinsichtlich der Variabilität möglicher Montagestellungen
der Einzelteile zueinander eingeschränkt, d. h., dass beispielsweise eine rotatorische
Position des Pumpengehäuses oder des Verschlussdeckels relativ zum Antriebsgehäuse
fest vorgegeben oder in fest vorgegebenen Iterationsschritten zu erfolgen hat. Eine
stufenlose, beliebige Anordnung in einer Umfangsrichtung zueinander ist oftmals nicht
möglich. Zudem sind derartige Fluidpumpen, insbesondere hinsichtlich ihrer EMV-Eigenschaften
(EMV elektromagnetische Verträglichkeit) wie auch hinsichtlich der Sicherstellung
ausreichender ESD-Eigenschaften (ESD: electrostatic discharge) nicht immer zufriedenstellend.
[0006] Aufgabe der Erfindung ist es daher, ein Gehäuse für eine Fluidpumpe, insbesondere
ein Gehäuse für eine Fluidpumpe für Immersionskühlkreisläufe anzugeben, welches die
oben genannten Nachteile der des Standes der Technik vermeidet oder zumindest wesentlich
abmildert. Insbesondere sind elektrostatische Entladungseigenschaften wie auch ein
hohes Maß an elektromagnetischer Verträglichkeit für Fluidpumpe in Immersionskühlkreisläufe
wichtig, da ein Immersionskühlkreislauf sich dadurch auszeichnet, dass das verwendete
Kühlfluid ein isolierendes, d. h. elektrisch nichtleitendes Fluid ist, und insbesondere
elektrostatische Aufladungen durch das Umwälzen eines solchen Kühlfluids vorkommen
können. Solche elektrostatischen Aufladungen können beim Umwälzen eines solchen Kühlfluids
gegebenenfalls Beschädigungen an den zu kühlenden Bauteilen, dies sind oftmals Akkumulatoren,
hervorrufen.
[0007] Ein erfindungsgemäßes Gehäuse, insbesondere für eine Kühlmittel-Fluidpumpe eines
Immersionskühlungskreislaufes, besitzt ein Antriebsgehäuse, einen Verschlussdeckel
und ein Pumpengehäuse, wobei das Antriebsgehäuse axial einseitig von dem Verschlussdeckel
abgedeckt ist und das Pumpengehäuse gegen das Antriebsgehäuse axial gegenüberliegend
zum Verschlussdeckel gesetzt ist, wobei das Antriebsgehäuse mit dem Pumpengehäuse
sowie das Antriebsgehäuse mit dem Verschlussdeckel spaltfrei stoffschlüssig, d. h.
mittels einer spaltfreien stoffschlüssigen Verbindung verbunden ist.
[0008] Durch eine spaltfreie stoffschlüssige Verbindung der Gehäusebauteile entsteht ein
metallisch durchgehendes, d.h. ein elektrisch leitendes Gehäuse über alle Verbindungsstellen
hinweg. Spaltfrei im Sinne der Erfindung bedeutet hierbei, dass sich gegenüberliegende
Flächen der Verbindung bereits vor dem Herstellen der Verbindung wenigstens teilbereichsweise
berühren oder einen derart geringen Abstand aufweisen, dass praktische Anforderungen
einer Schweißung, z. B. einer Laserschweißung erfüllt sind. Konkret bedeutet dies
einen maximalen Abstand von maximal wenigen, z.B. maximal 2-3, Zehntel Millimetern
Spaltmaß.
[0009] Bei einer vorteilhaften Ausführungsform ist die spaltfreie, stoffschlüssige Verbindung
klebstoffrei und gasdicht ausgeführt.
[0010] Zur Ausbildung der spaltfreien, stoffschlüssigen Verbindung hat sich bewährt, dass
die spaltfreie stoffschlüssige Verbindung als dichtungsfreie, d. h. ohne zusätzliche
Dichtungsbauteile ausgeführte, durchgehende Laserschweißung, d.h. als eine Laserdichtschweißung,
oder als Punktschweißung, insbesondere als Laserpunktschweißung unter Verwendung eines
O-Rings ausgeführt ist. Als klebstofffreie stoffschlüssige Verbindung ist zu verstehen,
dass zur Herstellung des Stoffschlusses kein adhäsiv wirkender Klebstoff verwendet
wird, sondern dass diese Verbindung, ggfs. unter Zufuhr von Schweißzusatz; zu einem
wesentlichen Teil aus dem Material der zu verbindenden Gehäusebauteile, z.B. durch
Verschmelzen, gebildet wird.
[0011] Hinsichtlich der Werkstoffwahl ist es vorteilhaft, dass das Antriebsgehäuse und/oder
der Verschlussdeckel aus einer metallischen Knetlegierung hergestellt ist und das
Pumpengehäuse als Druckgussteil ausgebildet ist.
[0012] Als bevorzugtes Herstellungsverfahren hat sich gezeigt, dass das Antriebsgehäuse
und/oder der Verschlussdeckel ein kaltfließgepresstes Bauteil, ein Strangpressprofil-Bauteil
ist, oder diese Bauteile im Wege des Rheocasting hergestellt sind.
[0013] Hinsichtlich des EMV-Verhaltens einer mit dem erfindungsgemäßen Pumpengehäuse hergestellten
Fluidpumpe ist es besonders vorteilhaft, dass das Antriebsgehäuse, der Verschlussdeckel
und das Pumpengehäuse im miteinander verbundenen Zustand einen faradayschen Käfig
bilden.
[0014] Wenn das Gehäuse elektrisch leitend mit einem gemeinsamen Masseanschluss einer Motorelektronik
verbunden ist, kann in einfacher Art und Weise ein besonders einfaches, für die gesamten
leitenden Bestandteile des Pumpengehäuses (d. h., wenigstens für das Antriebsgehäuse,
für den Verschlussdeckel und für das Pumpengehäuse) eine sehr einfach auszuführende
und prozesssichere, insbesondere wartungsfreie gemeinsame Massenanbindung hergestellt
werden.
[0015] Hinsichtlich der Werkstoffwahl für die Bestandteile des Pumpengehäuses besteht auch
die Möglichkeit, dass das Antriebsgehäuse, der Verschlussdeckel und das Pumpengehäuse
aus einem Kunststoff, insbesondere einem elektrisch leitenden Kunststoff ausgebildet
ist. Eine solche Ausgestaltung kommt insbesondere dann in Betracht, wenn hinsichtlich
einer notwendigen Wärmeabfuhr über Gehäusebauteile des Pumpengehäuses der Fluidpumpe
geringere Anforderungen bestehen.
[0016] Zur Herstellung der elektrischen Leitfähigkeit eines verwendeten Kunststoffes sind
vorteilhafterweise das Antriebsgehäuse und/oder der Verschlussdeckel und/oder das
Pumpengehäuse wenigstens auf ihren Innenseiten mit einer leitfähigen Schicht beschichtet,
zum Beispiel lackiert, und mit dieser elektrisch leitfähigen Schicht mit dem Masseanschluss
einer Motorelektronik verbunden.
[0017] Im Folgenden wird die Erfindung anhand der Zeichnung beispielhaft erläutert. Es zeigen:
Figur 1: einen Längsschnitt durch eine Kühlmittel-Fluidpumpe mit einem erfindungsgemäßen
Gehäuse;
Figur 2: eine isometrische Ansicht auf eine Kühlmittel-Fluidpumpe, welches ein erfindungsgemäßes
Gehäuse aufweist.
[0018] Figur 1 zeigt ein erfindungsgemäßes Gehäuse 1, welches zum Einsatz in einer Kühlmittel-Fluidpumpe
2, insbesondere einer Kühlmittelfluidpumpe 2 eines Inversionskühlkreislaufes, geeignet
ist im Längsschnitt.
[0019] Wesentliche Bestandteile des Gehäuses 1 sind ein Antriebsgehäuse 3, ein Verschlussdeckel
4, welcher das Antriebsgehäuse 3 axial einendig bedeckt, sowie ein Pumpengehäuse 5,
welches axial anderendig, gegenüberliegend zum Verschlussdeckel 4 gegen das Antriebsgehäuse
3 gesetzt ist.
[0020] Im Antriebsgehäuse 3 ist in dessen Innenraum 6 ein Elektromotor 7 mit einem Stator
8 und einem Rotor 9 angeordnet. Eine Welle 10 des Rotors 9 ist in einer Lagerungsanordnung
11 axial und radial geführt sowie in einer Umfangsrichtung U drehbar aufgenommen.
[0021] Der Elektromotor 7 kann wahlweise als Nassläufer-Elektromotor oder als Trockenläufermotor-Elektromotor
ausgebildet sein.
[0022] An einem ersten axialen Ende 12a des Antriebsgehäuses 3 ist der Verschlussdeckel
4 angeordnet, der den Innenraum 6 des Antriebsgehäuses 3 abdeckt, wobei der Verschlussdeckel
4 das Antriebsgehäuse 3 im Bereich einer ersten Flanscheinrichtung 13 berührt. Auf
einer Innenseite 14 des Verschlussdeckels 4 sitzt eine Motorelektronik 15, welche
über geeignete Kontaktelemente 16 elektrisch mit dem Stator 8 des Elektromotors 7
verbunden ist.
[0023] Des Weiteren trägt der Verschlussdeckel 4 ein elektrisches Anschlussmodul 17, welches
insbesondere kundenspezifisch ausgebildet ist und im Bereich des Innenraums 6 elektrisch
kontaktierend mit der Motorelektronik 15 verbunden ist.
[0024] Flanschflächen der ersten Flanscheinrichtung 13 sind als Kreisringflächen oder als
Zylinderflächen oder als Zylinderabschnittflächen ausgebildet, welche rotationssymmetrisch
um eine Rotationsachse R der Welle 10, insbesondere koaxial zur Rotationsachse R angeordnet
sind, sodass eine in der Umfangsrichtung U rotatorisch beliebige Positionierung des
Verschlussdeckels 4 gegenüber dem Antriebsgehäuse 3 ermöglicht ist.
[0025] Wenigstens einige, sich berührende Flächen der Flanscheinrichtung 13 sind mittels
einer spaltfreien, stoffschlüssigen Verbindung 18, insbesondere klebstofffrei, zum
Beispiel mit einer umlaufenden Laserschweißung 18, welche in besonderer Ausführungsform
auch gasdicht ausgebildet ist, miteinander verbunden.
[0026] Insoweit ist die oben erwähnte rotatorisch beliebige Positionierung des Verschlussdeckels
4 gegenüber dem Antriebsgehäuse 3 auf einen Zustand vor der Ausbildung der stoffschlüssigen,
insbesondere gasdichten Verbindung, zum Beispiel der Laserschweißung 18 bezogen. Selbstverständlich
ist nach dem Ausbilden der Laserschweißung 18 keine rotatorisch beliebige Positionierung
des Verschlussdeckels 4 gegenüber dem Antriebsgehäuse 3 mehr möglich. Eine oben erwähnte
rotatorisch beliebige Positionierung zweier Bauteile, zum Beispiel des Verschlussdeckel
4 relativ zum Antriebsgehäuse 3 zueinander ermöglicht es, in weitem Maße kundenspezifische
Anforderungen hinsichtlich der Positionierung zum Beispiel des elektrischen Anschlussmoduls
17 nach Kundenanforderung ohne Änderungen an den zugrunde liegenden Bauteilen verwirklichen
zu können.
[0027] An einem zweiten axialen Ende 12b des Antriebsgehäuses 3 axial gegenüberliegend zum
Verschlussdeckel 4 ist mittels einer zweiten Flanscheinrichtung 19 das Pumpengehäuse
5 gegen das Antriebsgehäuse 3 gesetzt. Auch Berührungsflächen der zweiten Flanscheinrichtung
19 sind bevorzugt als Kreisflächen, Kreisringflächen, Zylinder Flächen oder Teile
Zylinderflächen, welche rotationssymmetrisch um die Rotationsachse R1, insbesondere
koaxial zu der Rotationsachse R angeordnet sind. Hierdurch gelingt es wie im Bereich
der ersten Flanscheinrichtung 13 vor der festen Verbindung des Pumpengehäuses 5 mit
dem Antriebsgehäuse 3 eine in Umfangsrichtung U beliebige Positionierung des Pumpengehäuses
5 relativ zum Antriebsgehäuse 3 verwirklichbar zu machen. Das Pumpengehäuse 5, welches
beispielsweise als Pumpengehäuse 5 einer Kreiselpumpe oder als Pumpengehäuse 5 einer
Gerotorpumpe oder allgemein gesagt als Pumpengehäuse 5 einer Fluid-Pumpeneinrichtung
ausgebildet ist, weist beispielsweise Pumpenausgänge (nicht gezeigt) auf, welche im
Einbauzustand der Fluid-Pumpe in einen, zum Beispiel als Immersionskühlkreislauf ausgebildeten
Kühlkreislauf kundenspezifisch in eine bestimmte Richtung weisen sollen. Durch eine
rotatorisch in Umfangsrichtung U beliebige Positionierung des Pumpengehäuses 5 relativ
zum Antriebsgehäuse 3 vor deren stoffschlüssiger Verbindung können derartige Kundenwünsche
in einfacher Art und Weise ohne Abänderung von beteiligten Bauteilen realisiert werden.
[0028] Im Bereich der zweiten Flanscheinrichtung 19 sind zumindest einige der sich gegenüberliegenden
Flächen der ersten Flanscheinrichtung 19, insbesondere Spaltflächen, welche sich in
einer Radialrichtung RA erstrecken mittels einer zweiten stoffschlüssigen Verbindung,
zum Beispiel einer zweiten durchgehenden Laserschweißung 18 verbunden. Bevorzugt ist
die Laserschweißung 18 als durchgehende Laserschweißung 18 ausgebildet, um eine gasdichte
Verbindung zwischen dem Pumpengehäuse 5 und dem Antriebsgehäuse 3 herzustellen.
[0029] Das Antriebsgehäuse 3, der Verschlussdeckel 4 wie auch das Pumpengehäuse 5 sind aus
einem Metall ausgebildet, wobei beispielsweise das Antriebsgehäuse 3 und der Verschlussdeckel
4 aus einer metallischen Knetlegierung, zum Beispiel einer Aluminiumknetlegierung
ausgebildet sind. Das Pumpengehäuse 5 ist aufgrund seiner komplexeren Grundgeometrie
bevorzugt als Aluminiumdruckguss-Bauteil ausgebildet.
[0030] Die oben beschriebene Ausbildung der spaltfreien, stoffschlüssigen Verbindung ermöglicht
insbesondere in einfacher Art und Weise eine dichtungsfreie Verbindung der jeweiligen
Bauteile, d. h. des Verschlussdeckel 4 relativ zum Antriebsgehäuse 3 oder des Pumpengehäuses
5 relativ zum Antriebsgehäuse 3, da die Laserschweißung insbesondere gasdicht und
umlaufend ausgeführt ist, sodass separate Dichtungsbauteile nicht notwendig sind.
[0031] Gleichwohl kann die stoffschlüssige Verbindung, die vorgeschriebenen Laserschweißungen
18 auch in Umfangsrichtung U unterbrochen ausgebildet sein, was dann allerdings das
Vorsehen von Dichtungsbauteilen, zum Beispiel Flachdichtungen oder O-Ring-Dichtungen,
erforderlich macht.
[0032] Eine solche unterbrochene Laserschweißung 18 kann beispielsweise eine Laserpunktschweißung
oder eine Laserschweißung 18 mit einer Mehrzahl von Laserschweißraupen bestimmter
Länge, die jeweils voneinander in Umfangsrichtung U beabstandet sind, ausgebildet
sein.
[0033] Besonders bewährt hat sich, dass das Antriebsgehäuse 3 und/oder der Verschlussdeckel
4 jeweils ein kaltfließgepresstes Bauteil oder ein Strangpressprofil-Bauteil sind
oder im Wege des Rheocasting hergestellt sind.
[0034] Insbesondere das Bauteil-Herstellungsverfahren des Rheocastings bietet besondere
Eigenschaften der so hergestellten Bauteile, die für die Verwirklichung der Erfindung
besonders vorteilhaft sind. Hierbei sind insbesondere Designziele erwähnenswert, die
durch die mittels Rheocasting erzielbaren Bauteileigenschaften erreicht werden können.
Das Rheocasting ist eine Art Druckgußverfahren, jedoch sind in der Schmelze bis 35%
Feststoffanteile zu finden.
[0035] Zu den erwähnten Vorteilen gehören zum Beispiel:
- Insbesondere im Vergleich zu Druckguss ist die Verwendung von Legierungen mit höherer
Festigkeit, Wärmeleitfähigkeit und dergleichen verwendbar;
- Die Bauteile weisen eine sehr niedrige Porosität auf, die Qualitätsprobleme reduziert
und Wärmebehandlungen und Schweißungen ermöglicht;
- Es handelt sich um einen kostengünstigen Herstellungsprozess durch den möglichen Einsatz
kleinerer Maschinen (durchschnittlich -30% Reduzierung der Maschinengröße im Vergleich
zu einer korrespondierenden Druckguss-Herstellung der Bauteile);
- Auch höhere Wanddickenunterschiede innerhalb des Bauteiles sind kein Problem;
- Verringerung der Druckguss-Maschinengröße (d. h., dass Formöffnungskräfte geringer
sind), dadurch kleinere Maschinen möglich; hierdurch ergibt sich ein günstigerer Maschinenstundensatz;
es ist bei gegebener Maschinengröße und bei Verwendung eines Mehrfachwerkzeuges eine
höhere Anzahl von Formkavitäten möglich;
- Laminare Formfüllung möglich (bei einem Standard-Druckguss-Verfahren erfolgt die Formfüllung
turbulent);
- Durch das spezifische Verhalten des Metallschlammes, der beim Rheocasting verwendet
wird, sind sehr dünne Rippen und Stege gießbar;
- Höhere Lebenszeit der Druckgussform bzw. reduzierte Wartungskosten;
- Einsatz von Speziallegierungen welche im normalen Druckguss schwer oder gar nicht
gießbar wären möglich;
- Gussteile mit hoher Qualität können auch unter Verwendung von Sekundärlegierungen
erreicht werden und somit zu einer deutlich verbesserten CO2-Bilanz beitragen.
[0036] Für die Erfindung ergeben sich besonders erwähnenswerte Bauteil-Eigenschaften wie
folgt:
- Keine zusätzliche Dichtheitsprüfung/Porenanalyse der Bauteile erforderlich;
- Dicke und dünne Wandstärken mit relativ hohen Übergangsgradienten möglich;
- Durch eine entsprechende Auslegung der Druckgussform, insbesondere der Entlüftung
sind nahezu poren- und/oder lunkerfreie Bauteile möglich;
- Legierung kann freier gewählt und ggf. an ein zu verwendendes Schweißverfahren bzw.
an eine zu verwendende Schweißanlage angepasst werden;
- Gegebenenfalls ist sogar ein Verzicht auf zusätzlichen Schweißwerkstoff möglich.
[0037] Im Ergebnis bilden die Bauteile Verschlussdeckel 4, Antriebsgehäuse 3 und Pumpengehäuse
5 nach der Ausbildung der insbesondere umlaufenden spaltfreien, stoffschlüssigen Verbindung
18 einen einteiligen metallischen Block, welcher den Innenraum 6 umschließt, sodass
dieser Innenraum 6 von einem Faraday'schen Käfig umgeben ist. Des Weiteren ist insbesondere
durch die spaltfreie Ausgestaltung der stoffschlüssigen Verbindungen eine Antennenwirkung
nach Art einer Dipolantenne stark vermindert oder gar verhindert. Beide Maßnahmen
sind insbesondere hinsichtlich der steigenden Anforderungen in Bezug auf eine elektromagnetische
Verträglichkeit (EMV) wie auch hinsichtlich steigender Anforderungen betreffend die
statische Aufladung des erfindungsgemäßen Gehäuses 1 bzw. die Verminderung/Verhinderung
einer möglichen elektrostatischen Aufladung vorteilhaft. Somit sind auch ansteigende
Anforderungen hinsichtlich von ESD-Parametern mit der Erfindung erfüllbar.
[0038] Weiterhin ist vorteilhaft, dass das gesamte Gehäuse 1 der Fluidpumpe 2 wenigstens
bestehend aus den Bauteilen Pumpengehäuse 5, Antriebsgehäuse 3 und Verschlussdeckel
4 elektrisch wie ein einziges Bauteil wirkt, da die Einzelteile eine stoffschlüssige,
dauerhaft elektrisch leitende Verbindung untereinander aufweisen, sodass das gesamte
Gehäuse 1 mittels eines einzigen gemeinsamen Masseanschlusses 20 mit einer entsprechenden
äußeren Masse und/oder einem Masseanschluss 21 der Motorelektronik 15 verbindbar ist.
[0039] Alternativ zur vorgeschriebenen Ausführungsform, bei der die Bauteile Antriebsgehäuse
3, Verschlussdeckel 4 und Pumpengehäuse 5 aus Metall ausgebildet sind, kann auch vorgesehen
sein, dass diese Bauteile aus einem elektrisch leitenden Kunststoff hergestellt sind
und die stoffschlüssige, spaltfreie Verbindung 18 in Form einer Ultraschallschweißung
oder einer Reibschweißung ausgeführt ist. Zur Herstellung einer elektrischen Leitfähigkeit
eines Kunststoffes kann es zum Beispiel vorgesehen sein, Innenseiten der Bauteile
Pumpengehäuse 5, Antriebsgehäuse 3 und Verschlussdeckel 4 mittels eines elektrisch
leitfähigen Lackes zu beschichten.
[0040] Figur 2 zeigt eine isometrische Außenansicht auf ein erfindungsgemäßes Gehäuse 1
einer Fluidpumpe 2, wobei eine durchgehende Linie 30 zwischen dem Antriebsgehäuse
3 und dem Verschlussdeckel 4 und eine durchgehende Linie 31 zwischen dem Antriebsgehäuse
3 und dem Pumpengehäuse 5 die durchgängigen, stoffschlüssigen, spaltfreien Verbindungen
18, zum Beispiel die oben erwähnten Laserschweißungen 18, zeichnerisch repräsentieren
sollen.
[0041] Die in Figur 2 dargestellten stoffschlüssigen Verbindungen 18 sind als durchgängige
Laserschweißungen 18 ausgebildet. Alternativ zu Laserschweißungen 18 können auch Rührreibschweißungen
für die spaltfreien, stoffschlüssigen Verbindungen 18 der Bauteile Antriebsgehäuse
3, Verschlussdeckel 4 und Pumpengehäuse 5 sinnvoll sein.
Bezugszeichenliste
[0042]
- 1
- Gehäuse
- 2
- Kühlmittelfluidpumpe
- 3
- Antriebsgehäuse
- 4
- Verschlussdeckel
- 5
- Pumpengehäuse
- 6
- Innenraum
- 7
- Elektromotor
- 8
- Stator
- 9
- Rotor
- 10
- Welle
- 11
- Lagerungsanordnung
- 12a
- erstes axiales Ende
- 12b
- zweites axiales Ende
- 13
- erste Flanscheinrichtung
- 14
- Innenseite
- 15
- Motorelektronik
- 16
- Kontaktelemente
- 17
- Anschlussmodul
- 18
- spaltfreie, stoffschlüssige Verbindung; Laserschweißung
- 19
- zweite Flanscheinrichtung
- 20
- äußerer Masseanschluss
- 21
- Masseanschluss der Motorelektronik
- 30/31
- durchgehende Linien
- R
- Rotationsachse
- U
- Umfangsrichtung
- RA
- Radialrichtung
1. Gehäuse für eine Kühlmittel-Fluidpumpe (2), insbesondere für eine Kühlmittel-Fluidpumpe
(2) eines Immersionskühlungskreislaufes mit einem Antriebsgehäuse (3), einem Verschlussdeckel
(4) und einem Pumpengehäuse (5), wobei das Antriebsgehäuse (3) axial einseitig von
dem Verschlussdeckel (4) abgedeckt ist und gegen das Antriebsgehäuse (3) axial gegenüberliegend
zum Verschlussdeckel (4) das Pumpengehäuse (5) gesetzt ist,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Antriebsgehäuse (3) mit dem Pumpengehäuse (5) sowie das Antriebsgehäuse (3) mit
dem Verschlussdeckel (4) spaltfrei stoffschlüssig, d. h. mittels einer spaltfreien
stoffschlüssigen Verbindung (18) verbunden ist.
2. Gehäuse nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die spaltfreie, stoffschlüssige Verbindung (18) gasdicht ausgeführt ist.
3. Gehäuse nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die spaltfreie stoffschlüssige Verbindung (18) als dichtungsfreie, d. h. ohne zusätzliche
Dichtungsbauteile ausgeführte durchgehende Laserschweißung (18), d.h. als eine Laserdichtschweißung
oder als Punktschweißung, insbesondere als Laserpunktschweißung unter Verwendung eines
Dichtungsbauteils, zum Beispiel eines O-Rings, ausgeführt ist.
4. Gehäuse nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Antriebsgehäuse (3) und oder der Verschlussdeckel (4) aus einer metallischen
Knetlegierung hergestellt ist und das Pumpengehäuse (5) als Druckgussteil ausgebildet
ist.
5. Gehäuse nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Antriebsgehäuse (3) und/oder der Verschlussdeckel (4) ein kaltfließgepresstes
Bauteil, ein Strangpressprofil-Bauteil ist oder im Wege des Rheocasting hergestellt
ist.
6. Gehäuse nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Antriebsgehäuse (3), der Verschlussdeckel (4) und das Pumpengehäuse (5) im miteinander
verbundenen Zustand einen faradayschen Käfig bilden.
7. Gehäuse nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Antriebsgehäuse (3), der Verschlussdeckel (4) und das Pumpengehäuse (5) elektrisch
leitend mit einem gemeinsamen äußeren Masseanschluss (20) oder einem Masseanschluss
(21) einer Motorelektronik (15) verbunden ist.
8. Gehäuse nach einem der Ansprüche 1, 2, 3, 6 und/oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Antriebsgehäuse (3), der Verschlussdeckel (4) und das Pumpengehäuse (5) aus einem
Kunststoff, insbesondere einem elektrisch leitenden Kunststoff ausgebildet sind.
9. Gehäuse nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass zur Herstellung der elektrischen Leitfähigkeit eines verwendeten Kunststoffes das
Antriebsgehäuse (3) und/oder der Verschlussdeckel (4) und/oder das Pumpengehäuse (5)
wenigstens auf ihren Innenseiten (14) mit einer elektrisch leitfähigen Schicht beschichtet,
zum Beispiel mit einer elektrisch leitfähigen Lackschicht lackiert sind, und diese
elektrisch leitfähige Schicht mit dem äußeren Masseanschluss (20) oder dem Masseanschluss
(21) einer Motorelektronik (15) verbunden ist.