(19)
(11) EP 4 742 205 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
13.05.2026  Patentblatt  2026/20

(21) Anmeldenummer: 25202244.7

(22) Anmeldetag:  15.09.2025
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
G08B 7/06(2006.01)
G08B 1/08(2006.01)
(52) Gemeinsame Patentklassifikation (CPC) :
G08B 7/062; G08B 1/08; G08B 7/066
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC ME MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
BA
Benannte Validierungsstaaten:
GE KH LA MA MD TN

(30) Priorität: 12.11.2024 DE 102024003707
12.11.2024 DE 202024002536 U
10.09.2025 DE 102025003113

(71) Anmelder:
  • Nengelken, Nikolai
    50999 Köln (DE)
  • von Löbbecke, Manuela
    21682 Stade (DE)

(72) Erfinder:
  • Nengelken, Nikolai
    50999 Köln (DE)
  • von Löbbecke, Manuela
    21682 Stade (DE)

(74) Vertreter: RGTH 
Patentanwälte PartGmbB Mönckebergstraße 11
20095 Hamburg
20095 Hamburg (DE)

   


(54) FLUCHTWEG-, BZW. ORIENTIERUNGSBELEUCHTUNG ("NOTBELEUCHTUNG"), DIE SICH DURCH DAS AUSLÖSEN EINES RAUCHMELDERS AKTIVIERT


(57) Bei der Erfindung handelt es sich um eine Fluchtweg-, bzw. Orientierungsbeleuchtung (»Notbeleuchtung«) zur Verwendung in einer handelsüblichen Steckdose und/oder mit Akku und Batterien.
Die Erfindung betrifft primär den Bereich des privaten vorbeugenden Brandschutzes. Sie ergänzen die teilweise gesetzlich vorgeschriebenen Rauchmelder.
Im privaten häuslichen Wohnumfeld ist Fluchtwegbeleuchtung bislang weder vorgeschrieben, noch existiert dieser Ansatz. In sogenannten öffentlichen Bauten ist Fluchtwegbeleuchtung dagegen gesetzlich vorgeschrieben und wird durch die Feuerwehr kontrolliert und abgenommen (Brandschutzkonzept). Die Erfindung aktivisiert sich vollkommen selbständig und automatisch durch den Alarm jedes handelsüblichen Rauchwarnmelders, der der Norm DIN EN 14604 entspricht. Die Installation erfolgt durch das Einstecken in eine vorhandene Steckdose (Abb. [02]) oder durch das Aktivieren von Akku oder Batterie Abb. [03]).
Idealerweise erfolgt die Installation in jedem Raum, in dem ein Rauchmelder installiert ist.
Im Gegensatz zu existierenden Fluchtwegbeleuchtungen für öffentliche Gebäude muss die Erfindung nicht durch einen Fachbetrieb installiert oder durch die Feuerwehr abgenommen werden und keinen Normen oder Vorgaben entsprechen. Sie ist eine freiwillige Ergänzung im vorbeugenden Brandschutz.




Beschreibung


[0001] Fluchtweg-, bzw. Orientierungsbeleuchtung (»Notbeleuchtung«) zur Verwendung in einer handelsüblichen Steckdose und/oder mit Akku oder Batterien, welche sich durch die Aktivierung, bzw. Auslösung eines oder mehrerer Rauchwarnmelder (oder ähnliche Gefahrenmelder) aktiviert.

BESCHREIBUNG DER ERFINDUNG



[0002] Fluchtweg-, bzw. Orientierungsbeleuchtung (»Notbeleuchtung«) zur Verwendung in einer handelsüblichen Steckdose und/oder mit Akku und Batterien, welche sich durch die Aktivierung, bzw. Auslösung eines oder mehrerer Rauchwarnmelder (o.ä.) aktiviert. Anstelle des Betriebs in einer Steckdose ist der Betrieb nur mit einem oder mehreren (aufladbaren) Akku(s) oder einer oder mehreren handelsüblichen Batterie(n) möglich. In diesem Fall kann die Anbringung unabhängig vom Vorhandensein einer Steckdose erfolgen.

[0003] Sinn und Zweck sind eine visuelle Orientierungshilfe, bzw. eine selbst aktivierende Notbeleuchtung bei Wohnungsbrand, Rauchentwicklung, Stromausfall oder ähnlichen unvorhersehbaren Vorkommnissen primär im häuslichen Bereich.

[0004] Desweiteren können die Notleuchten als freiwillige Ergänzung von Fluchtwegsmarkierungen in gewerblichen, öffentlichen oder temporär genutzen Bereichen eingesetzt werden.

[0005] Da sie primär für den häuslichen (freiwilligen) Gebrauch bestimmt sind, oder als freiwillige Ergänzung zu bereits vorhandenen Fluchtwegbeleuchtungen eingesetzt werden können, müssen Sie keine Normen oder gesetzliche Vorgaben hinsichtlich Kennzeichnung, Leuchtkraft etc. von Flucht- oder Rettungswegen erfüllen. Auch ohne diese Vorgaben erfolgt der Betrieb mit leistungsfähigen LEDs.

[0006] Im folgenden werden unterschiedliche Ausührungen beschrieben, die im Kern alle auf der gleichen Erfindung basieren - einer Fluchtweg-, bzw. Orientierungsbeleuchtung als Ergänzung zu bestehenden installierten handelsüblichen Rauchwarnmeldern.

[0007] Die Erfindungen ermöglicht die einfache und zuverlässige Kennzeichnung von Fluchtwegen und -möglichkeiten bei Verrauchung. Sie unterscheiden sich deutlich vom bestehenden gewerblichen Angebot für Fluchtweg-, Not- und Orientierungsleuchten.

FORTSETZUNG BESCHREIBUNG


Abb. [01a] nicht aktiviert



[0008] Im nicht aktivierten Zustand ist die Notleuchte unauffällig weiß (passend zu den meisten Steckdosen).

[0009] Farbige Varianten oder Varianten mit Dekor sind möglich.

Abb. [01b] aktiviert



[0010] Bei Aktivierung der Notleuchte emitieren leistungsfähige LEDs ein helles (grünes Licht) in Form eines Richtungspfeils, eines anderen Symbols, Piktogramms oder Buchstaben.

Abb. [02]



[0011] 

① Der Aufbau der Leuchte besteht zunächst aus dem Netzstecker in der länderspezifischen Ausführung zum Einstecken in die passende Steckdose. Bei den Versionen, die ausschließlich mit Akku(s) oder Batterie(n) betrieben werden, entfällt der Netzstecker. Stattdessen befindet sich hier eine Platte für die Klebe- oder Schraubbefestigung der Leuchte.

② Darauf sitzt das »Gehäuse« mit LEDs, Mikrofon, Mikrocontroller, Lade-controller und anderen technischen Komponenten. Die Grundform kann quadratisch, rund oder in einer anderen Form ausgeführt sein.

③ Darüber liegt eine sogenannte »Streuscheibe«, die für die gleichmäßige Streuung des von den LEDs ausgehenden Lichts sorgt. Diese »Scheibe« kann auch baulich auch in das Gehäuse integriert sein.

④ Von der Vorderseite ist die »Motivscheibe« sichtbar, ausgeführt beispiels-weise aus klarem Plexiglas, Acrylglas oder einem ähnlichen Klar- oder Mattglasmaterial. Auf der Rückseite befindet sich ein opaker weißer Aufdruck oder eine Beschichtung, aus der die entsprechenden Pfeile, Symbole, Texte oder Piktogramme ausgespart sind.



[0012] Alternativ lassen sich die LEDs auch unmittelbar auf, in oder hinter der Frontplatte platzieren.

[0013] Ein Taster für Aktivierung und Deaktivierung sitzt seitlich oder rückseitig am Gehäuse.

Abb. [03]



[0014] Die Variante zum Betrieb mit Batterie(n) oder aufladbarem Akku für die freie Montage an einer Wand mittels rückseitiger Montage- und Befestigungsplatte (schraubbar, klebbar oder mit Magneten) unterscheidet sich im Wesentlich nur durch das Fehlen des Steckers.

FORTSETZUNG BESCHREIBUNG


Abb. [04]



[0015] Eine Variante mit beispielsweise runder Formgebung. Varianten in unterschiedlichen Größen, Formen und Formaten sind ebenfalls möglich.

Abb. [05] und Abb. [06]



[0016] Der Aufbau der Version mit Steckdose entspricht in allen konstruktiven Punkten ebenfalls der Basisversion für die Verwendung in einer Steckdose, bietet jedoch den Erhalt der Steckdosenfunktionalität.

[0017] Durch die integrierte Steckdose ändern sich lediglich die Abmessungen der Bauhöhe und unter Umständen der Baubreite und der Bautiefe.

Abb. [07]



[0018] Die drehbare Version kann den Abmessungen der Basisversion entsprechen, ergänzt um ein Drehelement zwischen Stecker und Gehäuse, bzw. als bauliches Detail des Gehäuses. Das Drehelement ermöglicht die individuelle Anpassung der Fluchtwegrichtung.

[0019] Das Element rastet in 45° oder 90° Winkeln ein.

Abb. [08]



[0020] Die Version mit Steckdose und LED Bildschirm entspricht im konstruktiven Grundaufbau der Version mit Erhalt der Steckdose.

[0021] Anstelle der Bauteile »Gehäuse« mit LEDs, Mikrofon, Mikrocontroller, Akku etc. und Streuscheibe und Motivscheibe ist eine Einheit verbaut, die im oberen Teil mit einem LED Bildschirm bestückt ist. Dieser lässt sich in eine bestehende SmartHome Architektur (beispielsweise Funksystem) einbinden (beispielsweise 868 MHz Funk, Matter-over-Thread, WLAN oder BLE mit proprietärem Hub) und/oder über eine App ansteuern.

[0022] Standardmäßig kann der Bildschirm Uhrzeit und Raumtemperatur anzeigen. Alternativ kann er individuelle, über eine App auf den internen Speicher geladene Bildmotive anzeigen. Anzeigemodi lassen sich über eine entsprechende App individualisieren.

[0023] Im Aktivierungsfall schaltet die Leuchte automatisch auf den Notfallmodus (hell leuchtendes Symbol, Piktogramm oder Text).

Abb. [09]



[0024] Der modulare Aufbau der Notleuchte erlaubt die einfache Anpassung an internationale Steckersystem entsprechend den länderspezifischen Anforderungen und Normen. Dafür erfolgt in der Produktion der Austausch des Steckerelements.

FORTSETZUNG BESCHREIBUNG


Ohne Abbildung



[0025] Die Aktivierung der Notbeleuchtung kann auf eine oder mehrere, auch kombinierte Art erfolgen.

Lautstärke



[0026] Lautstärkesensor, Mikrofon oder Mikrocontroller reagieren auf die Lautstärke des Warntons eines Rauchwarnmelders (beispielsweise ab 85 Dezibel). Bei Erreichen der Lautstärke aktiviert sich die Notleuchte automatisch. Eine manuelle Abschaltung ist am Gerät möglich.

Frequenzhöhe



[0027] Frequenzhöhensensor, Mikrofon oder Mikrocontroller reagieren auf die Frequenzen von Rauchwarnmeldern (beispielsweise zwischen 3.000 und 4.000 Hertz) und aktivieren die Notleuchte automatisch.

[0028] Eine manuelle Abschaltung ist am Gerät möglich.

Ausfall der Netzspannung (Versionen für die Steckdose)



[0029] Bei Ausfall (auch kurzzeitig) der Stromversorgung über die Netzspannung aktiviert sich die Notleuchte automatisch und schaltet auf die interne Stromversogung der Leuchte über den internen Akku um.

[0030] Eine manuelle Abschaltung ist am Gerät möglich.

Warntongeber



[0031] Bei Aktivierung der Notleuchte wird gleichzeitig ein Alarmton abgegeben. Dieser Ton erzeugt Aufmerksamkeit, ist aber nicht so alarmierend und schrill wie der Warnton eines Rauchwarnmelders. Der Fokus liegt auf der Alarmierung bei Stromausfall, bzw. Abfall der Netzspannung, da dies auf einen Fehler im elektrischen Netz oder einen Schwelbrand hindeuten könnte. Eine manuelle Abschaltung ist am Gerät möglich.

Dauernachtlichtfunktion



[0032] Mit der Zusatzfunktion Dauerlicht kann die Notleuchte als Nachtlicht verwendet werden. Die Leuchtkraft ist dabei auf etwa 5-10 Prozent reduziert. Bei Aktivierung schaltet die Notleuchte sofort auf volle Leuchtkraft um. Eine manuelle Abschaltung ist am Gerät möglich.

SmartHome Integration



[0033] Das SmartHome Modul erlaubt die Integration der Notleuchte(n) in eine bestehende SmartHome Architektur (Funksystem) und die mögliche Vernetzung mit installierten Rauchwarnmeldern und weiteren Geräten.


Ansprüche

1. Fluchtweg-, bzw. Orientierungsleuchte mit oder ohne integriertem Akku für die Verwendung in einer handelsüblichen Steckdose, die durch das Auslösen (Alarmieren) eines oder mehrerer Rauchwarnmelder aktiviert wird (durch das »Erkennen« des Warntones)
 
2. Fluchtweg-, bzw. Orientierungsleuchte mit Stromversorgung durch eine oder mehrere Batterien oder einen oder mehrere aufladbare Akkus für die Verwendung unabhängig vom Vorhandensein einer Steckdose. Die Aktivierung erfolgt ebenfalls durch das Auslösen (Alarmieren) eines oder mehrerer Rauchwarnmelder (durch das »Erkennen« des Warntones)
 
3. Fluchtweg-, bzw. Orientierungsleuchte mit Steckdose, bzw. Erhalt der Steckdose, die durch das Auslösen (Alarmieren) eines oder mehrerer Rauchwarnmelder aktiviert wird (durch das »Erkennen« des Warntones)
 
4. Fluchtweg-, bzw. Orientierungsleuchte mit Drehfunktion (Ausrichtung der Fluchtwegmarkierung) für die Verwendung in einer handelsüblichen Steckdose, die durch das Auslösen (Alarmieren) eines oder mehrerer Rauchwarnmelder aktiviert wird (durch das »Erkennen« des Warntones)
 
5. Fluchtweg-, bzw. Orientierungsleuchte mit Digitalbildschirm für die Verwendung in einer handelsüblichen Steckdose, die durch das Auslösen (Alarmieren) eines oder mehrerer Rauchwarnmelder aktiviert wird (durch das »Erkennen« des Warntones)
Aktivierungstechnik für alle Versionen, einzeln oder beliebig kombiniert
 
6. mit Lautstärkemessung
(Lautstärkesensor und/ode Mikrofon und/oder Mikrocontroller oder ähnliche Technologie)
 
7. mit Frequenzhöhenmessung
(Lautstärkesensor und/ode Mikrofon und/oder Mikrocontroller oder ähnliche Technologie)
 
8. durch Ausfall der Netzspannung/Stromversorgung (Bei Versionen, die für den Betrieb in einer Steckdose vorgesehen sind)
 
9. mit Warntongeber
 
10. mit Dauernachtlichtfunktion
 
11. mit »SmartHome« Integration. Anstelle des »Erkennens« des Warntones einer oder mehrerer Rauchwarnmelder erfolgt die Aktivierung der Leuchte(n) durch eine elektronische, digitale oder sonstige Verbindung, Einbindung oder Vernetzung (beispielsweise Funksystem, beispielsweise 868 MHz Funk, Matter-over-Thread, WLAN oder BLE mit proprietärem Hub oder ähnliche Technologien) mit einem oder mehreren Rauchwarnmeldern.
 
12. mit variablem Steckersystem (länderspezifisch)
 




Zeichnung




























Recherchenbericht









Recherchenbericht