[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betrieb eines Hörgeräts mit einem neuronalen
Netz. Ferner betrifft die Erfindung ein Verfahren zum Trainieren eines neuronalen
Netzes sowie ein Hörgerät.
[0002] Personen, die unter einer Verminderung des Hörvermögens leiden, verwenden üblicherweise
ein Hörhilfegerät. Hierbei wird meist mittels eines elektromechanischen Schallwandlers
ein Umgebungsschall erfasst. Die anhand des Umgebungsschalls erstellten elektrischen
(Audio-)Signale werden mittels einer Verstärkerschaltung verstärkt und mittels eines
weiteren elektromechanischen Wandlers in Form eines Hörers in den Gehörgang der Person
eingeleitet. Meist erfolgt zudem eine Bearbeitung der erfassten Audiosignale, wofür
üblicherweise ein Signalprozessor der Verstärkerschaltung verwendet wird. Hierbei
ist die Verstärkung auf einen etwaigen Hörverlust des Hörhilfegeräteträgers abgestimmt,
der im Weiteren auch als Nutzer oder Träger bezeichnet wird.
[0003] Je nach aktueller Situation kann es erforderlich sein, die Bearbeitung zu verändern,
um eine bessere Verständlichkeit für den Nutzer zu erreichen. Insbesondere bei Sprache
ist es wünschenswert, für unterschiedliche Silben oder Laute unterschiedliche Bearbeitungen
zu wählen. So führt beispielsweise das Verringern bei bestimmten Frequenzen zu einer
verbesserten Verständlichkeit bei bestimmten Silben, wohingegen dies zu einer verringerten
Verständlichkeit bei anderen Silben führt.
[0004] Eine Schwierigkeit bei dieser Verarbeitung besteht in der Unterscheidung zwischen
Sprachanteilen und Störgeräuschanteilen im vom Hörgerät verarbeiteten Signal. Besonders
geeignet zur Lösung dieses Problems sind künstliche neuronale Netzwerke (im folgenden
einfach neuronale Netze genannt). Besonders geeignet für die Verarbeitung von Audiosignalen
sind neuronale Netze mit vorwärtsgerichteten ("feedforward") Komponenten, bei welchen
nur die aktuellen Eingangswerte den Zustand beeinflussen, sowie rekurrenten Komponenten,
bei welchen der Zustand auch vom Ergebnis vergangener Verarbeitungsschritte beeinflusst
wird. Damit neuronale Netze zur Unterscheidung von Sprach- und Störgeräuschanteilen
im Signal geeignet sind, sind allerdings sehr große Netzwerke mit vielen Schichten
nötig, das heißt, die Netze bestehen aus einer großen Zahl an Neuronen. Dies trifft
auch auf andere typische Anwendungsfälle von neuronalen Netzen für Audiosignalverarbeitung
zu. Durch ihre Größe weisen diese neuronalen Netze einen großen Hardware- und Energiebedarf
auf, was für ein Hörgerät nicht wünschenswert ist, da diese möglichst kleinbauend
und energiesparsam ausgestaltet sein sollen.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein besonders geeignetes Verfahren zum
Betrieb eines Hörgeräts sowie ein besonders geeignetes Verfahren zum Trainieren eines
neuronales Netz als auch ein besonders geeignetes Hörgerät anzugeben, wobei insbesondere
ein Komfort für einen Nutzer erhöht ist, und wobei zweckmäßigerweise Hardwareressourcen
und/oder ein Energiebedarf verringert sind.
[0006] Hinsichtlich des Verfahrens zum Betrieb eines Hörgeräts wird diese Aufgabe durch
die Merkmale des Anspruchs 1, hinsichtlich des Verfahrens zum Trainieren eines neuronalen
Netzes durch die Merkmale des Anspruchs und hinsichtlich des Hörgeräts durch die Merkmale
des Anspruchs 5 und hinsichtlich des Hörgeräts durch die Merkmale des Anspruchs 8
erfindungsgemäß gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen und Ausgestaltungen sind Gegenstand
der jeweiligen Unteransprüche.
[0007] Das Verfahren dient dem Betrieb eines Hörgeräts. Beispielsweise ist das Hörgerät
ein Kopfhörer oder umfasst einen Kopfhörer, und das Hörgerät ist zum Beispiel ein
Headset. Besonders bevorzugt ist das Hörgerät jedoch ein Hörhilfegerät. Das Hörhilfegerät
dient der Unterstützung einer unter einer Verminderung des Hörvermögens leidenden
Person. Mit anderen Worten ist das Hörhilfegerät ein medizinisches Gerät, mittels
dessen beispielsweise ein partieller Hörverlust ausgeglichen wird. Das Hörhilfegerät
ist beispielsweise ein "Receiver-in-the-canal"-Hörhilfegerät (RIC; Ex-Hörer-Hörhilfegerät),
ein Im-Ohr-Hörhilfegerät, wie ein "in-the-ear"-Hörhilfegerät, ein "in-the-canal"-Hörhilfegerät
(ITC) oder ein "complete-in-canal"-Hörhilfegerät (CIC), eine Hörbrille oder ein Taschenhörhilfegerät.
Alternativ ist das Hörhilfegerät ein Hinter-dem-Ohr-Hörhilfegerät ("Behind-the-Ear"-Hörhilfegerät),
das hinter einer Ohrmuschel getragen wird.
[0008] Das Hörgerät ist vorgesehen und eingerichtet, am menschlichen Körper getragen zu
werden. Mit anderen Worten umfasst das Hörgerät bevorzugt eine Haltevorrichtung, mittels
derer eine Befestigung am menschlichen Körper möglich ist. Sofern es sich bei dem
Hörgerät um ein Hörhilfegerät handelt, ist das Hörgerät vorgesehen und eingerichtet,
beispielsweise hinter dem Ohr oder innerhalb eines Gehörgangs angeordnet zu werden.
Insbesondere ist das Hörgerät kabellos und dafür vorgesehen und eingerichtet, zumindest
teilweise in einen Gehörgang eingeführt zu werden.
[0009] Das Hörgerät umfasst vorzugsweise ein Mikrofon, das dem Erfassen von Schall dient.
Insbesondere wird bei Betrieb mittels des Mikrofons ein Umgebungsschall, also Schallwellen,
erfasst, oder zumindest ein Teil hiervon. Das Mikrofon ist zweckmäßigerweise zumindest
teilweise innerhalb eines Gehäuses des Hörgeräts angeordnet und somit zumindest teilweise
geschützt. Bei dem Mikrofon handelt es sich geeigneterweise um einen elektromechanischen
Schallwandler. Das Mikrofon weist beispielsweise lediglich eine einzige Mikrofoneinheit
oder mehrere Mikrofoneinheiten auf, die miteinander wechselwirken. Jede der Mikrofoneinheiten
weist zweckmäßigerweise eine Membran auf, die anhand von Schallwellen in Schwingungen
versetzt wird, wobei die Schwingungen mittels eines entsprechenden Aufnahmegeräts,
wie eines Magneten, der in einer Spule bewegt wird, in ein elektrisches Signal gewandelt
wird. Alternativ hierzu sind die Mikrofoneinheiten kapazitiv ausgestaltet, und es
wird der Umstand ausgenutzt, dass sich eine anliegende elektrische Spannung verändert,
wenn sich die Distanz der Membran zu einer statischen Fläche der Mikrofoneinheit ändert.
Dabei liegt die elektrische Spannung insbesondere zwischen der Membran und der statischen
Fläche an. Die Mikrofoneinheiten sind vorzugsweise omnidirektional ausgestaltet. Auf
diese oder andere Weise ist es zumindest möglich, mittels des Mikrofons ein Audiosignal
zu erzeugen oder zumindest bereitzustellen, das auf dem auf das Mikrofon auftreffendem
Schall, nämlich insbesondere dem Umgebungsschall, basiert.
[0010] Zweckmäßigerweise weist das Hörgerät einen Hörer zum Ausgeben eines Ausgangssignals
auf. Das Ausgangssignal ist hierbei insbesondere ein elektrisches Signal, und beispielsweise
digital oder geeigneterweise analog ausgestaltete. Der Hörer ist vorzugsweise ein
elektromechanischer Schallwandler, zum Beispiel ein Lautsprecher. Je nach Ausgestaltung
des Hörgeräts ist im bestimmungsgemäßen Zustand der Hörer zumindest teilweise innerhalb
eines Gehörgangs eines Nutzers des Hörgeräts, also einer Person, die auch als Träger,
Nutzer oder Hörgeräteträgers bezeichnet wird, angeordnet oder zumindest akustisch
mit diesem verbunden. Das Hörgerät dient insbesondere hauptsächlich dem Ausgeben des
Ausgangssignals mittels des Hörers, wobei ein entsprechender Schall erstellt wird.
Mit anderen Worten ist die Hauptfunktion des Hörgeräts bevorzugt das Ausgeben des
Ausgangssignals.
[0011] Das Hörgerät umfasst geeigneterweise eine Signalverarbeitungseinheit, mittels derer
das etwaige Mikrofon und der etwaige Hörer signaltechnisch verbunden sind. Zweckmäßigerweise
weist das Hörgerät einen Signalprozessor auf, der zum Beispiel die Signalverarbeitungseinheit
bildet oder zumindest ein Bestandteil hiervon ist. Der Signalprozessor ist beispielsweise
ein digitaler Signalprozessor (DSP) oder mittels analoger Komponenten realisiert.
Mittels des Signalprozessors oder zumindest der Signalverarbeitungseinheit erfolgt
insbesondere eine Anpassung des mittels des Mikrofons erstellten Audiosignals, sodass
vorzugsweise das Ausgangssignal erstellt ist. Zumindest ist die Signalverarbeitungseinheit
hierfür geeignet, insbesondere vorgesehen und eingerichtet. Zweckmäßigerweise ist
zwischen dem Mikrofon und der Signalverarbeitungseinheit, beispielsweise dem Signalprozessor,
ein A/D-Wandler angeordnet, sofern der Signalprozessor als digitaler Signalprozessor
ausgestaltet ist. Besonders bevorzugt umfasst das Hörgerät zusätzlich einen Verstärker,
oder der Verstärker ist mittels der Signalverarbeitungseinheit zumindest teilweise
gebildet. Beispielsweise ist der Verstärker signaltechnisch dem Signalprozessor vor-
oder nachgeschaltet.
[0012] Das Hörgerät umfasst ferner ein neuronales Netz. Das neuronale Netz ist ein künstliches
neuronales Netz/neuronales Netzwerk. Das neuronale Netz weist mehreren Neuronen auf.
[0013] Die Neuronen sind insbesondere auf unterschiedliche Schichten aufgeteilt, die hintereinander
angeordnet sind. Jedem Neuron ist ein Gewichtungsvektor zugeordnet, der verschiedene
Gewichte umfasst. Die Anzahl der Gewichte ist hierbei insbesondere gleich oder größer
zu der Anzahl der Neuronen der jeweils vorgelagerten etwaigen Lage. Insbesondere weisen
hierbei die Gewichtungsvektoren, die Neuronen unterschiedlicher Schichten zugeordnet
sind, eine unterschiedliche Anzahl an Gewichten auf. Die Gewichte sind binär ausgestaltet.
Somit liegen lediglich zwei unterschiedlichen Ausprägungen für jedes Gewicht vor,
beispielsweise 0 (Null) und 1, oder besonders bevorzugt -1 und 1. Somit unterscheiden
sich die beiden möglichen Ausprägungen des Gewichts lediglich anhand des Vorzeichens.
Folglich ist es möglich, jedes Gewicht lediglich mittels eines einzigen Bits zu repräsentieren.
Beispielsweise wird das neuronale Netz eigenständig verwendet. Alternativ hierzu ist
das neuronale Netz ein Bestandteil eines übergeordneten neuronalen Netzes, bei dem
beispielsweise die Gewichte nicht binär sind. Somit weist das übergeordnete neuronalen
Netz das neuronale Netz mit den binären Gewichten auf.
[0014] Bei dem Verfahren wird jedem Neuron ein Eingangsvektor zugeführt, der verschiedene
Werte aufweist. Die Anzahl der Werte entspricht dabei der Anzahl der Gewichte des
jeweils zugeordneten Gewichtungsvektors. Die Werte sind binär ausgestaltet und weisen
somit ebenfalls lediglich zwei unterschiedliche Ausprägungen auf. Beispielsweise sind
diese 0 (Null) und 1 oder vorzugsweise -1 und 1. Somit unterscheiden sich die verschiedenen
Ausprägungen der Werte lediglich anhand des Vorzeichens. Auch hier ist es möglich,
jeden der Werte lediglich mittels eines einzigen Bits zu repräsentieren. Beispielsweise
werden zu Beginn die Werte binarisiert, insbesondere mittels eines anderen Verfahrens,
oder in einem vorgelagerten Arbeitsschritt. Hierbei erfolgt beispielsweise ein Vergleich
mit einem Schwellwert, um die zwei unterschiedlichen Ausprägungen des jeweiligen Werts
zu realisieren.
[0015] Der Eingangsvektor und der Gewichtungsvektor werden miteinander verarbeitet, sodass
eine Übertragungsfunktion erstellt wird. Mit anderen Worten werden der Eingangsvektor
und der Gewichtungsvektor verarbeitet, um die Übertragungsfunktion zu erhalten. Diese
wird auch als Propagierungsfunktion bezeichnet. Insbesondere wird hierfür eine Vektormultiplikation
durchgeführt. Zweckmäßigerweise wird das Skalarprodukt des Gewichtungsvektors und
des Eingangsvektors erstellt.
[0016] Die Übertragungsfunktion wird mit einer Aktivierungsfunktion bearbeitet und ein Ergebnis
bereitgestellt. Dieses ist ebenfalls binär, und die Aktivierungsfunktion ist entsprechend
ausgestaltet. Somit weist das Ergebnis lediglich eine von zwei Ausprägungen auf, die
zweckmäßigerweise -1 und 1 sind. Insbesondere wird das binäre Ergebnis nachfolgend
als einer der Werte eines anderen Eingangsvektor herangezogen, der einem anderen Neuron
zugeführt wird, vorzugsweise einer nachgelagerten etwaigen Schicht. Beispielsweise
werden dabei lediglich die Werte in einer Richtung zwischen den Schichten ausgetauscht.
Mit anderen Worten handelt sich bei dem neuronalen Netz zweckmäßigerweise um ein vorwärtsgerichtetes
neuronales Netz. Bevorzugt jedoch ist auch möglich, dass das Ergebnis der gleichen
Schicht oder einer vorhergehenden Schicht zugeführt wird. Dies stellt den Unterschied
zu einem lediglich vorwärtsgerichteten neuronalen Netz dar und bei dem neuronalen
Netz handelt es sich zweckmäßigerweise um ein rekurrentes neuronales Netz. Besonders
bevorzugt weist das neuronale Netz rekurrente Anteile als auch vorwärtsgerichtete
Anteile auf.
[0017] Vorzugsweise wird dies bei jedem Neuron des neuronalen Netzes durchgeführt, und insbesondere
mittels der letzten Lage der Neuronen wird ein vollständiges Ergebnis bereitgestellt,
insbesondere ein Ergebnisvektor oder ein bestimmter Ergebniswert.
[0018] Aufgrund einer derartigen Ausgestaltung ist jedes Gewicht, jeder Werte und jedes
Ergebnis lediglich mittels eines einzigen Bits repräsentierbar, weswegen ein Speicherbedarf
vergleichsweise gering ist. Auch sind die durchzuführenden Rechenoperationen vergleichsweise
aufwandsarm und deren Anzahl ist gering, sodass einerseits die Bereitstellung des
Ergebnisses beschleunigt ist, wobei Hardwareressourcen verringert sind. Andererseits
ist eine hierfür benötigte Energie verringert. Ferner ist keine Normalisierung erforderlich
und erfolgt zweckmäßigerweise nicht, da lediglich binäre Werte/Gewichte/Ergebnisse
verwendet werden. Somit ist auch deswegen die Anzahl an benötigten Rechenoperationen
verringert, was Hardwareressourcen und den Energiebedarf weiter verringert. Somit
ist es möglich, das Hörgerät vergleichsweise kleinbauend und leicht auszugestalten,
wobei Herstellungskosten nicht übermäßig erhöht sind. Zumindest ist insbesondere eine
Akkulaufzeit verlängert. Folglich ist eine Akzeptanz und somit ein Komfort für den
Nutzer erhöht. Dabei ist eine Abarbeitung von bestimmten Funktionen oder Aufgaben
des Hörgeräts mittels des neuronalen Netzes ermöglicht, sodass eine Genauigkeit bei
der Durchführung und/oder ein Komfort für den Nutzer erhöht ist.
[0019] Beispielsweise wird als Übertragungsfunktion das Skalarprodukt des Gewichtungsvektors
mit dem Eingangsvektor erstellt, wofür insbesondere jedes Gewicht mit dem jeweils
zugeordneten Wert multipliziert wird, und wobei die auf diese Weise erstellten Produkte
aufsummiert werden. Besonders bevorzugt jedoch wird hierfür die XNOR-Operation herangezogen,
also insbesondere eine Äquivalenzfunktion durchgeführt. Zweckmäßigerweise wird also
ein XNOR-Gatter verwendet. Somit wird anstatt des Erstellens des Produkts lediglich
überprüft, ob das jeweilige Gewicht gleich dem jeweiligen Wert ist. Wenn dies der
Fall ist, wird eine mögliche Ausprägung genommen, und ansonsten eine andere mögliche
Ausprägung. Insbesondere sind hierbei die möglichen Ausprägungen der Gewichte und
der Werte jeweils -1 und 1, und als Ergebnis der XNOR-Operation wird somit ebenfalls
entweder -1 oder 1 ausgegeben. Eine derartige Rechenoperation ist mittels Software
oder Hardware vergleichsweise zeitsparendes und ressourcenschonend durchzuführen,
und es ist keine Multiplikation erforderlich. Dabei ist das Ergebnis der XNOR-Operation
gleich dem Ergebnis des Produkts ist. Somit sind Hardwareressourcen und der Energiebedarf
weiter verringert, wobei dennoch das gleiche Ergebnis erhalten wird
[0020] Beispielsweise wird als Aktivierungsfunktion eine Vergleichsfunktion herangezogen
, und zum Erstellen des Ergebnisses wird die Übertragungsfunktion mit einem vorgegebenen
Grenzwert verglichen. Wenn die Übertragungsfunktion größer als dieser ist, wird die
eine mögliche Ausprägung und ansonsten die andere mögliche Ausprägung als jeweiliges
Ergebnis verwendet. Hierbei ist der Grenzwert beispielsweise beliebig oder vorzugsweise
gleich 0 (Null). Besonders bevorzugt wird als Aktivierungsfunktion lediglich das Vorzeichen
der Übertragungsfunktion herangezogen. Wenn die Übertragungsfunktion positiv ist,
ist das Vorzeichen 1 und ansonsten -1. Dies entspricht im Wesentlichen dem Vergleich
mit einem Grenzwert von 0, wobei jedoch eine Verarbeitung erleichtert ist. So ist
es bei der Verwendung des Vorzechens lediglich erforderlich, das Bit, mittels dessen
das Vorzeichen repräsentiert ist, auszulesen und als das Ergebnis zu verwenden. Ein
expliziter Vergleich mit dem Grenzwert hingegen ist nicht erforderlich. Somit ist
die Anzahl an benötigten Rechenoperationen weiter verringert, und somit habe auch
die nötigen Hardwareressourcen sowie ein Energiebedarf. Auch ist auf diese Weise keine
anschließende Normalisierung erforderlich. Zweckmäßigerweise wird für das binäre Ergebnis
entweder 1 oder -1 verwendet.
[0021] Beispielsweise wird der Eingangsvektor anhand von Messdaten eines Sensors des Hörgeräts
ermittelt, beispielsweise erstellt. Als Sensor wird zum Beispiel ein Bewegungssensor
verwendet. Besonders bevorzugt jedoch wird der Eingangsvektor anhand von erfassten
Audiosignalen erstellt, also insbesondere anhand einer Zeitreihe. Dabei korrespondiert
der Eingangsvektor, beispielsweise direkt zu dem Audiosignal oder zumindest zu dem
teilweise bearbeiteten Audiosignal, zumindest bei der ersten Lage des neuronalen Netzes.
Bei den nachfolgenden Schichten hingegen ist der Eingangsvektor zweckmäßigerweise
mittels der Ergebnisse der jeweils vorhergehenden Lage gebildet. Diese basieren jedoch
ebenfalls auf dem Audiosignal, sodass auch dort die jeweiligen Eingangsvektoren anhand
des erfassten Audiosignals erstellt sind. Somit ist es ermöglicht, mittels des neuronalen
Netzes eine aktuelle Umgebung des Hörgeräts vergleichsweise genau zu ermitteln.
[0022] Alternativ oder besonders bevorzugt in Kombination hierzu wird anhand der Ergebnisse,
also zumindest eines Teils der mittels der Neuronen bereitgestellten Ergebnisse, insbesondere
der Ergebnisse der Neuronen der letzten Lage des neuronalen Netzes, eine Prognose
für die zukünftige Audiosignale erstellt, was insbesondere den "output" des neuronalen
Netzes darstellt. Mit anderen Worten wird insbesondere anhand des Ergebnisvektors
oder des Ergebniswerts die Prognose erstellt, oder diese entsprechen der Prognose.
Zusammenfassend wird eine Annahme getroffen, wie sich die akustische Umgebung des
Hörgeräts verändern wird, insbesondere wie ein aktueller Satz oder Wort weitergeführt
wird, Hierfür werden insbesondere die Eingangsvektor anhand der erfassten Audiosignalen
erstellt. Somit wird ein insbesondere die Annahme getroffen, was die nachfolgende
Silbe sein wird. Zweckmäßigerweise wird anhand der Prognose eine Anpassung der etwaigen
Signalverarbeitungseinheit durchgeführt, wobei vorzugsweise die etwaige Bearbeitung
des erfassten Audiosignals verändert wird. Wenn dann das nachfolgende Audiosignal
der Prognose entspricht, ist für den Nutzer die Verständlichkeit verbessert. Da es
sich beispielsweise um ein rekurrentes neuronales Netz handelt, mittels dessen Zeitreihen
vergleichsweise effektiv analysiert werden können, ist die Genauigkeit der Prognose
insbesondere verbessert.
[0023] Bevorzugt hängt die genaue Ausgestaltung der Prognose/ des "outputs" vom Anwendungszweck
des neuronalen Netzes ab, wird jedoch bevorzugt von anderen Komponenten des Hörgeräts
weiterverarbeitet. Bevorzugt wird die Prognose/ der "output" verwendet, um die Schallausgabe
am etwaigen Hörer zu beeinflussen, beispielsweise indem das Netzwerk eine Schätzung
von Sprach- und Störgeräuschanteilen im Audiosignal erzeugt, welche dazu verwendet
wird, frequenzabhängige Verstärkungsfaktoren einzustellen. Auf diese Weise wird für
den Nutzer die Verständlichkeit verbessert. Da es sich beispielsweise um ein rekurrentes
neuronales Netz handelt, mittels dessen Zeitreihen vergleichsweise effektiv analysiert
werden können, ist die Genauigkeit der Unterscheidung von Sprache und Störgeräuschen
insbesondere verbessert.
[0024] Das andere Verfahren dient dem Trainieren eines neuronalen Netzes für ein Hörgerät,
das mehreren Neuronen aufweist, und das beispielsweise ein rekurrentes neuronales
Netz ist oder zumindest der rekurrente Anteile aufweist Jedem Neuron ist dabei ein
Gewichtungsvektor mit binären Gewichten zugeordnet, zumindest wenn das neuronale Netz
fertig angelernt, also trainiert ist. Im angelernten Zustand, also wenn das neuronale
Netz verwendet wird, wird jedem Neuron ein Eingangsvektor mit binären Werten zugeführt.
Die Gewichtungsvektoren und Eingangsvektoren werden miteinander verarbeitet, um eine
jeweilige Übertragungsfunktion zu erhalten. Die Übertragungsfunktion wird mit einer
Aktivierungsfunktion derart bearbeitet, dass ein binäres Ergebnis bereitgestellt wird.
[0025] Das Verfahren dient dabei insbesondere dem Ermitteln der Gewichte. Das Verfahren
wird hierbei beispielsweise mittels des Hörgeräts selbst durchgeführt oder zum Beispiel
von einem Hersteller des Hörgeräts. In diesem Fall wird insbesondere das Hörgerät
mit dem bereits fertig angelernten, also trainierten, neuronalen Netz ausgeliefert.
Bei dem Verfahren werden hierbei mehrere Trainingsschritte durchgeführt, und bei jedem
Trainingsschritt werden insbesondere die Gewichte geeignet angepasst. Vorzugsweise
werden dabei die Trainingsschritte zeitlich nacheinander durchgeführt.
[0026] Bei jedem Trainingsschritt werden zweckmäßigerweise zunächst die Gewichte verändert.
Dies erfolgt beispielsweise beliebig, wobei zweckmäßigerweise bestimmte Vorgaben eingehalten
werden, oder in einer vorgegebenen Art und Weise. Gemäß dem Verfahren werden zunächst
die Gewichte binarisiert. Mit anderen Worten wird jedem Gewicht eine von lediglich
zwei möglichen Ausprägungen zugeordnet. Mit anderen Worten erfolgt eine Digitalisierung,
oder eine binäre Abbildung eines vorhandenen Gewichts auf eine der zwei Ausprägungen.
Zweckmäßigerweise ist aber eine der Ausprägungen -1 und die andere 1.
[0027] Die binarisierten Gewichte werden normalisiert. Somit ist sichergestellt, dass alle
Gewichtungsvektoren bei diesem Trainingsschritt und/oder bei nachfolgenden Trainingsschritten
stets die gleiche Norm aufweisen, also insbesondere die gleiche Länge. Zur Normalisierung
wird jedes Gewicht mit einer jeweiligen Normalisierungskonstanten multipliziert. Hierbei
ist die Normalisierungskonstanten für sämtliche Gewichte gleich, die dem gleichen
Gewichtungsvektor zugeordnet sind. Dabei ist es möglich, dass sich die unterschiedlichen
Gewichtungsvektoren zugeordneten Normalisierungskonstanten unterscheiden. Zusammenfassend
gilt insbesondere jede Normalisierungskonstante lediglich für die Gewichte, die dem
jeweils gleichen Gewichtungsvektor zugeordnet sind. Die Normalisierungskonstanten
ist reziprok proportional zur euklidischen Norm des jeweiligen Gewichtungsvektors.
Mit anderen wird hierfür jedes Gewicht durch die euklidische Norm geteilt, oder die
Normalisierungskonstante umfasst noch weiter Bestandteile. Beispielsweise erfolgt
zusätzlich eine Multiplikation mit einem bestimmten Faktor. Die euklidische Norm entspricht
insbesondere der Länge des Gewichtungsvektors. Da die Gewichte vor der Normalisierung
jedoch binär sind, und vorzugsweise gleich -1 oder 1, ist die Normierungskonstante
somit gleich der Anzahl der Gewichte des jeweiligen Gewichtungsvektors. Die Normalisierungskonstante
ist somit stets gleich und nicht von Statistiken oder dergleichen abhängig, weswegen
zur Durchführung des Trainings lediglich geringe Hardwareressourcen erforderlich sind.
[0028] Nachfolgend wird für jedes Neuron anhand des jeweiligen Gewichtungsvektors, der nunmehr
nominiert ist, die jeweilige Übertragungsfunktion erstellt. Hierfür werden der Gewichtungsvektoren
mit einem zugeführten Eingangsvektor verarbeitet, wobei die die Gewichte aufgrund
der Normierung nicht lediglich die Ausprägung von -1 und 1 aufweisen. Insbesondere
entspricht die Übertragungsfunktion dem Skalarprodukt aus dem Gewichtungsvektor und
dem zugeführten Eingangsvektor. Nachfolgend wird die Übertragungsfunktion mit der
Aktivierungsfunktion derart bearbeitet, dass das binäre Ergebnis bereitgestellt wird.
[0029] Vorzugsweise wird dies für sämtliche Neuronen des neuronalen Netzes durchgeführt,
wobei pro Trainingsschritt insbesondere einmalig sämtliche Neuronen verwendet werden.
Zweckmäßigerweise wird mittels des neuronalen Netzwerks der etwaige Ergebnisvektor
oder der Ergebniswert ausgegeben. Vorzugsweise wird anhand dessen und einer Kostenfunktion
ein weiterer Wert ermittelt. Bei der Durchführung der Kostenfunktion erfolgt insbesondere
ein Vergleich mit einem gewünschten Ergebnisvektor/Ergebniswert, der, vorzugsweise
ebenso wie zumindest ein Teil der Eingangsvektoren, mittels Trainingsdaten bereitgestellt
ist.
[0030] Beispielsweise bestehen bestimmte Vorgaben bei der Wahl der Gewichte zu Beginn jedes
Trainingsschritt. Bevorzugt jedoch sind hierbei keine Vorgaben vorhanden, und die
Gewichte können zu Beginn, insbesondere zu Beginn des Trainings, oder bei jedem Trainingsschritt,
im Wesentlichen beliebig gewählt werden. Somit kann insbesondere ein bereits bestehender
Algorithmus verwendet werden, weswegen ein Aufwand reduziert ist. Auch ist es möglich,
das Verfahren auf einer bereits bestehenden Hardware oder Software vergleichsweise
effizient umzusetzen.
[0031] Zweckmäßig werden nach dem Durchführen der Trainingsschritte, also wenn insbesondere
der bereitgestellte Ergebnisvektor/Ergebniswert ausreichend genau mit den Trainingsdaten
übereinstimmt, die Gewichte binarisiert und mit dem Vorzeichen der jeweiligen Normierungskonstanten
multipliziert. Somit weist dann jeder der Gewichtungsvektoren lediglich die binären
Gewichte auf. Somit ist es nachfolgend möglich, die Gewichtungsvektoren direkt zum
Betrieb des Hörgeräts zu verwenden.
[0032] Das Hörgerät ist beispielsweise ein Headset oder besonders bevorzugt ein Hörhilfegerät.
Zum Beispiel ist das Hörhilfegerät ein "Receiver-in-the-canal"-Hörhilfegerät (RIC;
Ex-Hörer-Hörhilfegerät), ein Im-Ohr-Hörhilfegerät, wie ein "in-the-ear"-Hörhilfegerät,
ein "in-the-canal"-Hörhilfegerät (ITC) oder ein "complete-in-canal"-Hörhilfegerät
(CIC), eine Hörbrille oder ein Taschenhörhilfegerät. Alternativ ist das Hörhilfegerät
ein Hinter-dem-Ohr-Hörhilfegerät ("Behind-the-Ear"-Hörhilfegerät), das hinter einer
Ohrmuschel getragen wird.
[0033] Das Hörgerät weist vorzugsweise ein Mikrofon auf. Dieses ist beispielsweise omnidirektional
ausgestaltet, oder geeigneterweise ist es möglich, eine Richtcharakteristik des Mikrofons
zu verändern. Hierfür weist das Mikrofon vorzugsweise zwei oder mehr Mikrofoneinheiten
auf. Das Mikrofon ist hierbei zum Erfassen eines Umgebungsschalls geeignet, insbesondere
vorgesehen und eingerichtet. Zweckmäßigerweise wird mittels des Mikrofons ein Audiosignal
erstellt, wenn der Umgebungsschall erfasst wird. Das Hörgerät, weist zweckmäßigerweise
eine Signalverarbeitungseinheit auf, die vorzugsweise signaltechnisch mit dem Mikrofon
verbunden ist. Insbesondere wird hierbei bei Betrieb das Audiosignal der Signalverarbeitungseinheit
zugeleitet. Vorzugsweise umfasst das Hörgerät einen Hörer, mittels dessen das bearbeitete
Audiosignal ausgegeben wird, und das zweckmäßigerweise signaltechnisch mit der Signalverarbeitungseinheit
verbunden ist.
[0034] Das Hörgerät weist ferner ein neuronales Netz mit mehreren Neuronen auf. Geeigneterweise
sind hierbei die Neuronen auf verschiedene Schichten aufgeteilt. Zum Beispiel ist
das neuronale Netz lediglich mittels Software realisiert, oder das Hörgerät weist
hierfür dedizierte Hardware auf, insbesondere einen hierauf angepassten Chip. Vorzugsweise
ist das neuronale Netz der Signalverarbeitungseinheit zugeordnet. Beispielsweise ist
das neuronale Netz lediglich ein rekurrentes neuronales Netz oder lediglich ein vorwärtsgerichtetes
neuronales Netz. Bevorzugt jedoch weist das neuronale Netz sowohl rekurrente als auch
vorwärtsgerichtete Anteile auf.
[0035] Jedem Neuron ist, zumindest im Normalbetrieb, ein Gewichtungsvektor mit binären Gewichten
zugeordnet. Das Hörgerät ist gemäß einem Verfahren betrieben, bei dem jedem Neuron
ein Eingangsvektor mit binären Werten zugeführt und mit dem Gewichtungsvektor verarbeitet
wird, um eine Übertragungsfunktion zu erhalten. Die Übertragungsfunktion wird mit
einer Aktivierungsfunktion derart bearbeitet wird, dass ein binäres Ergebnis bereitgestellt
wird. Alternativ oder Vorzugsweise in Kombination hierzu wird mittels des Hörgeräts
ein Verfahren zum Trainieren des neuronales Netz durchgeführt, beispielsweise lediglich
einmalig, oder auch während der Nutzung, zweckmäßigerweise in bestimmten zeitlichen
Abständen. Hierbei werden die Gewichte binarisiert und normalisiert, wofür diese mit
einer jeweiligen Normalisierungskonstanten multipliziert werden, die reziprok proportional
zur euklidischen Norm des jeweiligen Gewichtungsvektors ist. Für jedes Neuron wird
anhand des jeweiligen Gewichtungsvektors die jeweilige Übertragungsfunktion erstellt,
und die Übertragungsfunktion wird mit der Aktivierungsfunktion derart bearbeitet,
dass ein binäres Ergebnis bereitgestellt wird.
[0036] Zweckmäßigerweise ist die Signalverarbeitungseinheit geeignet, insbesondere vorgesehen
und eingerichtet, zumindest teilweise eines oder beide Verfahren durchzuführen.
[0037] Die im Zusammenhang mit den beiden Verfahren erläuterten Weiterbildungen und Vorteile
sind sinngemäß auch auf das Hörgerät sowie untereinander zu übertragen und umgekehrt.
[0038] Nachfolgend wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand einer Zeichnung näher
erläutert. Darin zeigen:
- Fig. 1
- schematisch vereinfacht ein Hörgerät mit einem neuronalen Netz,
- Fig. 2
- schematisch das mehrere Neuronen aufweisende neuronale Netz,
- Fig. 3
- ein Verfahren zum Betrieb des Hörgeräts,
- Fig. 4
- schematisch ein Neuron, und
- Fig. 5
- ein Verfahren zum Trainieren des neuronalen Netzes.
[0039] Einander entsprechende Teile sind in allen Figuren mit den gleichen Bezugszeichen
versehen.
[0040] In Figur 1 ist schematisch vereinfacht ein Hörgerät 2 gezeigt. Das Hörgerät 2 weist
ein Gehäuse 4 auf, innerhalb dessen ein Mikrofon 6 angeordnet ist. Das Mikrofon 6
weist mehrere nicht näher dargestellte Mikrofoneinheiten auf, die jeweils als elektromechanischer
Schallwandler oder kapazitiver Schallwandler ausgestaltet sind. Dem Mikrofon 6 ist
signaltechnisch eine Signalverarbeitungseinheit 8 nachgeschaltet. Der Signalverarbeitungseinheit
8 ist signaltechnisch ein Hörer 10 nachgeschaltet, mittels dessen es möglich ist,
bei bestimmungsgemäßer Verwendung durch einen Nutzer Schall in einen Gehörgang des
nicht näher dargestellten Nutzers auszugeben.
[0041] Die Signalverarbeitungseinheit 8 weist eine Bearbeitungseinheit 12 auf, mittels derer
ein bei Betrieb mittels des Mikrofons 6 bereitgestelltes Audiosignal 14 bearbeitet
wird, sodass ein Ausgangssignal 16 bereitgestellt wird. Hierbei erfolgt eine frequenzselektive
Verstärkung und/oder Dämpfung, sodass beispielsweise ein Rauschen oder sonstige störende
Geräusche unterdrückt werden. Die Bearbeitungseinheit 12 weist hierfür beispielsweise
einen digitalen Soundprozessor auf. Auch wird zum Beispiel eine Kompression durchgeführt,
sodass ein Frequenzspektrum des Ausgangssignals 16 im Vergleich zu dem Audiosignal
14 verkleinert ist. Das Ausgangssignal 16 wird zu dem Hörer 10 geleitet, sodass der
mittels des Hörers 10 ausgegebene Schall zu dem Ausgangssignal 16 korrespondiert.
[0042] Die Signalverarbeitungseinheit 8 umfasst ferner ein neuronales Netz 18, dem ebenfalls
das Audiosignal 14 zugeführt wird, und das rekurrente Anteile aufweist. Mittels des
neuronalen Netzes 18 wird eine Prognose 20 für zukünftige Audiosignale erstellt, die
der Bearbeitungseinheit 12 zugeführt wird. In Abhängigkeit der Prognose 20 erfolgt
eine Einstellung der Bearbeitungseinheit 12, also insbesondere die Auswahl von Verstärkungsfaktoren
für unterschiedliche Frequenzen. Dabei wird die Bearbeitungseinheit 12 auf das wahrscheinlich
zeitlich nachfolgende und mittels des Mikrofons 6 bereitgestellte Audiosignal 14 eingestellt,
sodass eine verbesserte Bearbeitung erfolgt. Somit ist bei dem mittels des Hörers
12 ausgegebene Schall für den Nutzer eine Verständlichkeit erhöht. Zusammenfassend
wird insbesondere anhand des neuronalen Netzes 18 aus dem Audiosignal 14 und beispielsweise
aus anderen Sensordaten, z.B. Beschleunigungswerten, Zwischenwerte berechnet, die
die Prognose 20 darstellen, und die für die Bearbeitung des Audiosignals 14 nützlich
sind. Zum Beispiel wird die An- oder Abwesenheit von Sprache geschätzt ("voice activity
detection").
[0043] In Figur 2 ist schematisch vereinfacht das neuronale Netz 18 dargestellt, das auch
lediglich als neuronales Netz bezeichnet ist. Das neuronale Netz 18 weist mehrere
Neuronen 22 auf, die unterschiedlichen Schichten 24 zugeordnet sind, wobei in dem
dargestellten Beispiel drei Schichten 24 gezeigt. Mittels jedes Neurons 22 wird ein
Ergebnis 26 bereitgestellt, das den Neuronen 22 der jeweils nachfolgenden Lage 24
zugeordnet wird. Jedoch ist es auch möglich, dass eines oder mehrerer der Ergebnis
26 einem der Neuron 22 der gleichen Lage 24 oder einer der vorhergehenden Schichten
24 zugeleitet wird. Der Übersichtlichkeit halber sind in Figur 2 lediglich einige
der Ergebnis 26 gezeigt. Der ersten der Lage 24 wird dabei das Audiosignal 24 zugeordnet,
und die Ergebnisse 26 der Neuronen 22 der letzten der Schichten 24 bilden die Prognose
20.
[0044] In Figur 3 ist ein Verfahren 28 zum Betrieb des Hörgeräts 2 dargestellt. In einem
ersten Arbeitsschritt 30 wird mittels des Mikrofons 6 das Audiosignal 14 bereitgestellt.
Dieses wird zu dem neuronalen Netz 18 geleitet. In einem nachfolgenden zweiten Arbeitsschritt
32 wird anhand des erfassten Audiosignals 18 ein Eingangsvektor 34 erstellt, der den
Neuronen 22 der ersten Lage 24 zugeführt wird, von denen eines in Figur 4 schematisch
gezeigt ist. Der Eingangsvektor 34 weist dabei mehrere binäre Werte 36 auf, die auch
lediglich als Werte bezeichnet sind. Die Werte 36 können hierbei zwei unterschiedliche
Ausprägungen annehmen nehmen, nämlich -1 und 1.
[0045] In einem sich anschließenden dritten Arbeitsschritt 38 wird der jeweils zugeführte
Eingangsvektor 34 mit einem dem jeweiligen Neuronen 22 zugeordneten Gewichtungsvektor
40 verarbeitet, sodass eine Übertragungsfunktion 42 erstellt wird. Mit anderen Worten
wird der Eingangsvektor 34 mit dem Gewichtungsvektor 40 verarbeitet, um die Übertragungsfunktion
42 zu erhalten. Der Gewichtungsvektor 40 weist mehrere binärer Gewichte 44 auf, die
auch lediglich als Gewichte bezeichnet werden. Jedes binäre Gewicht 44 kann lediglich
zwei Ausprägungen annehmen, nämlich entweder -1 und 1. Die Anzahl der binären Gewichte
44 ist dabei gleich der Anzahl der binären Werte 36 des jeweils zugeführten Eingangsvektor
34, und jedem der Gewichte 44 ist jeweils einer der Werte 36 zugeordnet.
[0046] Zum Erstellen der Übertragungsfunktion 42 wird eine XNOR-Operation durchgeführt.
Dabei wird überprüft, ob das jeweilige binäre Gewicht 44 gleich dem jeweils zugeordneten
binären Werten 36 ist. Wenn diese übereinstimmen wird als Resultat der XNOR -Operation
1 und ansonsten -1 herangezogen. Die Summe der Resultate entspricht der Übertragungsfunktion
42. Zusammenfassend wird als Übertragungsfunktion 42 die Summe der Operation XNOR
auf alle binären Werte 36 und der jeweils zugeordneten binären Gewichte 44 herangezogen.
[0047] In einem nachfolgenden vierten Arbeitsschritt 46 wird die Übertragungsfunktion 42
mit einer Aktivierungsfunktion 48 bearbeitet, sodass das jeweilige Ergebnis 26 bereitgestellt
wird. Dabei wird als Aktivierungsfunktion 48 das Vorzeichen der Übertragungsfunktion
42 herangezogen. Das Ergebnis 26 ist somit ebenfalls binäre, und entspricht 1, wenn
die Übertragungsfunktion positiv ist und ansonsten -1.
[0048] Die auf diese Weise ermittelten Ergebnis 26 einer der Schichten 24 werden zu dem
Eingangsvektor 34 für die nachfolgende Lage 24 zusammengefasst. Gegebenenfalls werden
auch andere Ergebnisse 26 zu dem jeweiligen Eingangsvektor 34 hinzugefügt.
[0049] Der zweite bis vierte Arbeitsschritte 32-46 werden für sämtliche Neuronen 22 durchgeführt,
insbesondere schichtenweise, oder gegebenenfalls auch in einer anderen Reihenfolge.
Da sämtliche Ergebnisse 26, zumindest indirekt, anhand der erfassten Audiosignalen
18 erstellt sind, werden folglich alle Eingangsvektoren 34 anhand der erfassten Audiosignalen
18 erstellt. Die Ergebnis 26 der letzten Lage 24 werden abschließend zu der Prognose
20 zusammengefasst.
[0050] Nachdem mittels sämtlicher Neuronen 22 zumindest einmalig das jeweilige Ergebnis
26 erstellt wurde, wird ein fünfter Arbeitsschritt 50 durchgeführt, und die Prognose
20 ausgegeben, anhand derer dann insbesondere die Bearbeitungseinheit 12 eingestellt
wird. Mittels dieser wird dann das Audiosignal 24 entsprechend der Erstellung bearbeitet,
sodass das Ausgangssignal 16 erstellt werden kann.
[0051] Für die Bereitstellung der Prognose 20 ist dabei als Speicherplatz für jedes der
Gewichte 44 lediglich 1 Bit und für jeden der Werte 36 ebenfalls nur 1 Bit erforderlich
im Vergleich zu 8 Bit bei der Verwendung von nicht binären Werten/Gewichten. Somit
ist ein erforderlicher Speicherbedarf auf ungefähr ein Achtel reduziert. Bei der Durchführung
der XNOR-Operation kann eine in einem jeweiligen Chip hinterlegte boolesche Operation
herangezogen werden, und es ist keine Multiplikation mit mehreren einzelnen Rechenoperationen
erforderlich. Ferner erfolgt keine Normalisierung, und zum Durchführen der Aktivierungsfunktion
48 wird lediglich das Bit ausgelesen, das dem Vorzeichen der Übertragungsfunktion
42 zugeordnet ist. Somit sind auch hier keine Rechenoperationen erforderlich. Zusammenfassend
erfolgt das Ermitteln der Prognose 20 vergleichsweise ressourcenschonend, weswegen
ein Energiebedarf zur Durchführung des Verfahrens 28 zum Betrieb des Hörgeräts 2 vergleichsweise
gering ist.
[0052] In Figur 5 ist ein Verfahren 52 zum Trainieren des neuronalen Netzes 18 gezeigt.
Dieses wird beispielsweise von einem Hersteller des Hörgeräts 2 durchgeführt, insbesondere
bevor das Hörgerät 2 dem Nutzer zur Verfügung gestellt wird. Alternativ hierzu wird
das Verfahren 52 zum Trainieren des neuronalen Netzes 18 von dem Nutzer durchgeführt,
beispielsweise bei Aufnahme der Nutzung, oder wenn der Nutzer dieses bereits für einen
bestimmten Zeitraum in Benutzung hatte, beispielsweise eine Woche oder einen Monat.
In einer weiteren Alternative wird das Verfahren 52 zum Trainieren des neuronalen
Netzes 18 mehrmals in bestimmten zeitlichen Abständen durchgeführt. Das Verfahren
52 zum Trainieren des neuronalen Netzes 18 wird dabei insbesondere mittels des Hörgeräts
2 selbst durchgeführt.
[0053] Das Verfahren 52 zum Trainieren des neuronalen Netzes 18 wird in einem sechsten Arbeitsschritt
54 begonnen. In diesem werden zunächst sämtliche Gewichte 44 beliebig gewählt. Mit
anderen Worten besteht keine Einschränkung hinsichtlich der Ausprägung, und diese
können aus einem kontinuierlichen Wertebereich ausgewählt werden.
[0054] In eine sich anschließenden siebten Arbeitsschritt 56 werden die Gewichte 44 binarisiert.
Mit anderen Worten wird jedes Gewicht 44 auf einer von lediglich zwei unterschiedlichen
Ausprägungen abgebildet, in dem Beispiel entweder auf -1 oder auf 1. Somit weisen
sämtliche Gewichte 44 nach Durchführung des siebten Arbeitsschritts 56 eine von zwei
unterschiedlichen Ausprägungen auf. Sofern das neuronale Netz 14 ein Bestandteil eines
übergeordneten neuronalen Netzes ist, das vollständig trainiert wird, ist es möglich,
dass das übergeordnete neuronalen Netz nicht-binäre Gewichte aufweist, die jedoch
kein Bestandteil des neuronalen Netzes 14 sind.
[0055] In einem sich anschließenden achten Arbeitsschritt 58 werden die Gewichte 44 normalisiert.
Hierfür werden diese mit einer Normierungskonstanten 60 multipliziert. Die Normierungskonstante
60 ist dabei das reziproke der euklidischen Norm des jeweiligen Gewichtungsvektors
40. Da die Gewichte 44 entweder 1 oder -1 sind, entspricht die euklidische Norm der
Anzahl der Gewichte 44 des jeweiligen Gewichtungsvektors 40. Somit wird jedes der
Gewichte 44 durch die Anzahl der Gewichte 44 des zugeordneten Gewichtungsvektors 40
geteilt. Je nachdem, wie viele Ergebnisse 26 dem jeweiligen Neuron 22 zugeführt werden,
also in Abhängigkeit der Verknüpfung des neuronalen Netzes 18, unterscheiden sich
die Normierungskonstanten 60 unterschiedlicher Gewichtungsvektoren 40.
[0056] In einem sich anschließenden neunten Arbeitsschritt 62 wird für jedes Neuron 22 mittels
des jeweils zugeordneten Gewichtungsvektors 40, der die normalisierten Gewichte 44
aufweist, die Übertragungsfunktion 42 erstellt. Hierfür wird jedem Neuron 22 jeweils
der entsprechende Eingangsvektor 34 mit den binären Werten 36 zugeführt und das Skalarprodukt
mit dem Gewichtungsvektor 40 gebildet. Der Eingangsvektor 34, der für die erste Lage
24 verwendet wird, ist dabei anhand von Trainingsdaten bereitgestellt und weist lediglich
binäre Werte auf.
[0057] Zudem wird basierend auf der jeweils erstellte Übertragungsfunktion 42 mit der Aktivierungsfunktion
48 bearbeitet, sodass das binäre Ergebnis 26 erstellt wird. Wenn die Übertragungsfunktion
42 positiv ist, wird als Ergebnis 26 der Wert 1 und ansonsten -1 herangezogen. Dies
wird für sämtliche Neuronen 22 durchgeführt, sodass die Prognose 20 erstellt ist.
Diese wird mit einer erwarteten Prognose verglichen, die mittels der Trainingsdaten
bereitgestellt ist. In Abhängigkeit hiervon wird werden die Gewichte 44 verändert,
und erneut der siebte bis neunte Arbeitsschritt 56-62 durchgeführt. Dies erfolgte
so lange, bis die erstellte Prognose 20 mit der erwarteten Prognose ausreichend genau
übereinstimmt.
[0058] Wenn dies der Fall ist, wird ein zehnter Arbeitsschritt 64 durchgeführt. In diesem
werden die Gewichte 44, die aufgrund der in dem achten Arbeitsschritt 58 letztmalig
durchgeführten Normalisierung unterschiedliche Werte aufweisen können, binarisiert,
also entweder auf -1 oder 1 gesetzt. Wenn dabei das jeweilige Gewicht 44 positiv ist,
wird 1 und ansonsten -1 verwendet. Anschließend werden diese mit dem Vorzeichen der
jeweiligen Normalisierungskonstanten 60 multipliziert. Da diese stets positiv ist,
erfolgt somit eine Multiplikation mit 1. Nachfolgend ist weist jeder der Gewichtungsvektoren
40 nunmehr lediglich die binären Gewichte 44 auf, und das neuronale Netz 18 ist angelernt
und kann für das Durchführen des Verfahrens 28 zum Betrieb des Hörgeräts 2 verwendet
werden.
[0059] In einer nicht näher dargestellten Variante wird die Binarisierung der Gewichte 44
lediglich bei der letztmaligen Wiederholung des siebten Arbeitsschritts 56 durchgeführt
oder erst mit dem zehnten Arbeitsschritt 64. In diesem Fall wird in dem siebten Arbeitsschritts
56 vorzugsweise der Wertebereich für die Gewichte 44 vorgegeben, sodass diese insbesondere
lediglich zwischen -1 und 1 liegen können, wobei jedoch mehrere Ausprägungen möglich
sind. Bei mehrmaligem Durchführen des siebten Arbeitsschritts 64 nähern sich dann
die möglichen Ausprägungen immer mehr entweder -1 oder 1 an.
[0060] Die Erfindung ist nicht auf das vorstehend beschriebene Ausführungsbeispiel beschränkt.
Vielmehr können auch andere Varianten der Erfindung von dem Fachmann hieraus abgeleitet
werden, ohne den Gegenstand der Erfindung zu verlassen. Insbesondere sind ferner alle
im Zusammenhang mit dem Ausführungsbeispiel beschriebene Einzelmerkmale auch auf andere
Weise miteinander kombinierbar, ohne den Gegenstand der Erfindung zu verlassen.
Bezugszeichenliste
[0061]
- 2
- Hörgerät
- 4
- Gehäuse
- 6
- Mikrofon
- 8
- Signalverarbeitungseinheit
- 10
- Hörer
- 12
- Bearbeitungseinheit
- 14
- Audiosignal
- 16
- Ausgangssignal
- 18
- neuronales Netz
- 20
- Prognose
- 22
- Neuron
- 24
- Lage
- 26
- Ergebnis
- 28
- Verfahren zum Betrieb des Hörgeräts
- 30
- erster Arbeitsschritt
- 32
- zweiter Arbeitsschritt
- 34
- Eingangsvektor
- 36
- binärer Wert
- 38
- dritter Arbeitsschritt
- 40
- Gewichtungsvektor
- 42
- Übertragungsfunktion
- 44
- binäres Gewicht
- 46
- vierter Arbeitsschritt
- 48
- Aktivierungsfunktion
- 50
- fünfter Arbeitsschritt
- 52
- Verfahren zum Trainieren des neuronalen Netzes
- 54
- sechster Arbeitsschritt
- 56
- siebter Arbeitsschritt
- 58
- achter Arbeitsschritt
- 60
- Normalisierungskonstante
- 62
- neunter Arbeitsschritt
- 64
- zehnter Arbeitsschritt
1. Verfahren (28) zum Betrieb eines Hörgeräts (2), das ein neuronales Netz (18) mit mehreren
Neuronen (22) aufweist, denen jeweils ein Gewichtungsvektor (40) mit binären Gewichten
(44) zugeordnet ist, wobei jedem Neuron (22) ein Eingangsvektor (34) mit binären Werten
(36) zugeführt und mit dem Gewichtungsvektor (40) verarbeitet wird, um eine Übertragungsfunktion
(42) zu erhalten, und wobei die Übertragungsfunktion (42) mit einer Aktivierungsfunktion
(48) derart bearbeitet wird, dass ein binäres Ergebnis (26) bereitgestellt wird.
2. Verfahren (28) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass als Übertragungsfunktion (42) die Summe der Operation XNOR auf alle Werte (36) mit
dem jeweils zugeordneten Gewicht (44) herangezogen wird.
3. Verfahren (28) nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass als Aktivierungsfunktion (46) das Vorzeichen der Übertragungsfunktion (42) herangezogen
wird.
4. Verfahren (28) nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Eingangsvektor (34) anhand von erfassten Audiosignalen (18) erstellt wird, und/oder
dass anhand der Ergebnisse (26) eine Prognose (20) für zukünftige Audiosignale erstellt
wird.
5. Verfahren (52) zum Trainieren eines neuronalen Netzes (18) nach einem der Ansprüche
1 bis 4, wobei bei jedem Trainingsschritt
- die Gewichte (44) binarisiert werden,
- die Gewichte (44) normalisiert werden, wofür diese mit einer jeweiligen Normalisierungskonstanten
(60) multipliziert werden, die reziprok proportional zur euklidischen Norm des jeweiligen
Gewichtungsvektors (44) ist,
- für jedes Neuron (22) anhand des jeweiligen Gewichtungsvektors (44) die jeweilige
Übertragungsfunktion (42) erstellt wird, und
- die Übertragungsfunktion (48) mit der Aktivierungsfunktion (48) derart bearbeitet
wird, dass das binäre Ergebnis (26) bereitgestellt wird.
6. Verfahren (52) nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass zu Beginn die Gewichte (44) beliebig gewählt werden.
7. Verfahren (52) nach Anspruch 5 oder 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass nach dem Durchführen der Trainingsschritte die Gewichte (44) binarisiert und mit
dem Vorzeichen der jeweiligen Normalisierungskonstanten (60) multipliziert werden.
8. Hörgerät (2), das ein neuronales Netz (18) mit mehreren Neuronen (22) aufweist, und
das gemäß einem Verfahren (28, 52) nach einem der Ansprüche 1 bis 7 betrieben ist.