[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen Klemmbaustein gemäß dem Oberbegriff des
geltenden Anspruchs 1 und einen Klemmbaustein gemäß dem Oberbegriff des geltenden
Anspruchs 8.
[0002] Die Firma Lego A/S bietet in ihrem LEGO Technic Set 42115 Lamborghini Siän FKP 37
Bremsscheiben und Bremssattel als Dekorelemente an. Laut Bauanleitung wird die Bremsscheibe
auf einer Achse bzw. Nabe montiert und der Bremssattel als separates Teil daneben
platziert.
[0003] Es ist Aufgabe der Erfindung, das bekannte System zu verbessern.
[0004] Die Aufgabe wird durch die Merkmale der unabhängigen Ansprüche gelöst. Bevorzugte
Weiterbildungen sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche.
[0005] Ausgehend von einem Klemmbaustein für ein Radlager eines Modellfahrzeuges einen Lagerkörper
mit einem Raddträger zum drehbaren Lagern eines Rades um eine Rotationsachse, einem
Spurstangenanschluss zum Anschluss einer Spurstange und einem Chassisanschluss zum
Übertragen von Gewichtskraft des Chassis auf das Rad besitzt der Lagerkörper erfindungsgemäß
wenigstens zwei Formschlusselemente, mit denen radial zur Rotationsachse ein Klemmbaustein
zum Halten eines Bremssattels verbindbar ist, um ihn in Umfangsrichtung um die Rotationsachse
formschlussig zu fixieren.
[0006] Ein Nachteil der eingangs genannten Lösung der Firma Lego besteht darin, dass der
Bremssattel nicht mechanisch mit dem Radlagermodul verbunden ist, sondern lediglich
als separates Dekorelement an der umgebenden Baustruktur befestigt wird. Dadurch fehlt
eine feste, technische Kopplung an den drehbar gelagerten Radträger, insbesondere
eine definierte Lage in Umfangsrichtung. Der Bremssattel ist somit nicht positionsstabil
gegenüber der Rotationslage des Rades und kann beim Spielbetrieb leicht dejustiert
oder versehentlich verschoben werden. Zudem ist keine einfache Austauschbarkeit oder
variierbare Positionierung des Bremssattels vorgesehen, sodass jede Änderung der Einbaulage
einen kompletten Umbau des umgebenden Modells erfordert.
[0007] Diese Nachteile werden durch das erfindungsgemäße Merkmal vermieden, wonach der Lagerkörper
wenigstens zwei Formschlusselemente besitzt, mit denen radial zur Rotationsachse ein
Klemmbaustein zum Halten eines Bremssattels verbindbar ist, um ihn in Umfangsrichtung
um die Rotationsachse formschlüssig zu fixieren. Die Formschlusselemente ermöglichen
das radiale Einführen des Bremssattelbausteins in eine definierte Montageposition,
in der er gegen Verdrehung gesichert ist. Die Verbindung erfolgt durch formschlüssige
Elemente, die speziell auf eine Kraftaufnahme in Umfangsrichtung ausgelegt sind, wodurch
der Bremssattel in einer stabilen, spielfesten Lage gegenüber dem drehbaren Radträger
gehalten werden kann.
[0008] Durch diese Ausgestaltung wird eine technisch definierte, belastbare und zugleich
spielgerechte Anbindung des Bremssattels an das Radlagermodul erreicht. Die modulare
Gestaltung erlaubt eine werkzeuglose Montage und Demontage sowie eine flexible Auswahl
unterschiedlicher Einbaupositionen, was die gestalterischen Möglichkeiten im Modellbau
deutlich erweitert. Zugleich wird durch die mechanisch definierte Kopplung sichergestellt,
dass der Bremssattel im Spielbetrieb funktionsgerecht in seiner Lage bleibt, ohne
dass zusätzliche Fixierungen oder externe Stützstrukturen erforderlich sind.
[0009] Zur klareren Trennung soll der soeben erläuterte Klemmbaustein nachstehend Radlagerklemmbaustein
genannt werden.
[0010] In einer Weiterbildung des genannten Radlagerklemmbausteines sind die Formschlusselemente
um die Rotationsachse herum mit einem gleichbleibenden Abstand im Umfangsrichtung
zueinander angeordnet. Auf diese Weise entsteht eine regelmäßige Rasterung, die die
winkelselektive Montage eines Bremssattels in verschiedenen Umfangspositionen erlaubt.
Dadurch kann die Position des Bremssattels flexibel an unterschiedliche Vorbildfahrzeuge
angepasst werden, unabhängig davon, ob dieser in der realen Konstruktion vorne, hinten
oder seitlich am Radträger sitzt. Die radiale Steckverbindung ermöglicht einen einfachen
Wechsel der Einbaulage ohne zusätzliche Baumaßnahmen, wobei die formschlüssige Fixierung
in jeder gewählten Position für eine stabile und wiederholgenaue Befestigung sorgt.
Diese Weiterbildung schafft die Grundlage für eine einheitliche, aber vielseitig einsetzbare
Schnittstelle, mit der sich unterschiedliche Fahrwerkskonzepte modellhaft umsetzen
lassen - ohne Sonderteile und bei gleichbleibender Systemkompatibilität.
[0011] In einer zusätzlichen Weiterbildung des genannten Radlagerklemmbausteines sind die
Formschlusselemente als Radialschlitze ausgebildet. Auf diese Weise wird die Herstellung
vereinfacht, da Radialschlitze in einem einzigen Spritzgießvorgang ohne bewegliche
Formkerne erzeugt werden können. Zudem ermöglichen sie eine besonders intuitive und
leicht zugängliche Montage des Bremssattels, da dieser einfach entlang einer geradlinigen
Führung eingeschoben werden kann. Durch die radiale Schlitzgeometrie ergibt sich außerdem
eine definierte Führung beim Einsetzen, was die korrekte Positionierung unterstützt
und unbeabsichtigtes Verkanten verhindert.
[0012] In einer besonderen Weiterbildung des genannten Radlagerklemmbausteines umfasst der
Lagerkörper zwei in Bezug auf die Rotationsachse konzentrisch zueinander angeordnete
Hülsen, wobei die Radialschlitze in die radial äußere Hülse eingeformt sind. Auf diese
Weise wird eine funktionale Trennung zwischen der Lagerstruktur und der Aufnahme des
Bremssattels erreicht, da die äußere Hülse gezielt als Trägerelement für die Positionierung
des Bremssattels dient, ohne die zentrale Lagergeometrie zu beeinflussen. Gleichzeitig
entsteht eine umlaufende, mechanisch stabile Fläche, in die die Radialschlitze gleichmäßig
eingebracht werden können, was die Wiederholgenauigkeit der Montagepositionen erhöht
und die Belastbarkeit der formschlüssigen Verbindung verbessert.
[0013] In einer bevorzugten Weiterbildung des angegebenen Radlagerklemmbausteins sind die
Hülsen durch Radialstreben miteinander verbunden. Auf diese Weise wird eine hohe Verwindungssteifigkeit
des Lagerkörpers erreicht, ohne die radiale Zugänglichkeit zu den Schlitzen der äußeren
Hülse einzuschränken. Die Radialstreben stabilisieren die konzentrische Ausrichtung
der Hülsen zueinander und ermöglichen eine materialsparende, spritzgussgerechte Konstruktion
bei gleichzeitig hoher struktureller Integrität.
[0014] In einer anderen Weiterbildung des angegebenen Radlagerklemmbausteins sind die Radialschlitze
axial geöffnet ausgebildet. Auf diese Weise wird eine spritzgussgerechte Entformung
der Radialschlitze ermöglicht, da keine Hinterschneidungen entstehen und auf bewegliche
Formkerne verzichtet werden kann. Gleichzeitig erleichtert die axiale Öffnung die
Montage des Bremssattels, da dieser ohne exakte Vorpositionierung in axialer Richtung
eingeführt und anschließend radial in die gewünschte Position geschoben werden kann.
[0015] In einer noch anderen Weiterbildung des angegebenen Radlagerklemmbausteines ist an
einer zum Rad gerichteten axialen Stirnfläche des Lagerkörpers eine ringförmige Gleitfläche
für das Rad ausgebildet. Auf diese Weise wird eine definierte, reibungsarme Abstützung
des Rads gegenüber dem Lagerkörper geschaffen, wodurch unerwünschte Reibmomente bei
der Drehbewegung reduziert und gleichmäßige Laufeigenschaften erzielt werden. Die
ringförmige Ausbildung ermöglicht eine flächige Kontaktzone mit kontrollierter Auflagegeometrie,
ohne punktuelle Druckspitzen zu erzeugen, was den Verschleiß minimiert und die Funktionalität
auch bei häufigem Spielbetrieb dauerhaft sicherstellt.
[0016] Gemäß einem weiteren Aspekt der Erfindung umfasst ein Klemmbaustein zum Halten eines
Bremssattels für ein Modellfahrzeug einen Anschlusskörper mit einem Bremssattelträger
zum Tragen des Bremssattels, und einer Anschlussschnittstelle an einer dem Bremssattelträger
gegenüberliegenden Seite zum Anschluss an einen der zuvor erläuterten Radlagerklemmbausteine.
Erfindungsgemäß besitzt die Anschlussschnittstelle wenigstens zwei Formschlusselemente,
die radial zur Rotationsachse mit dem Radlagerklemmbaustein verbindbar sind, um ihn
in Umfangsrichtung um die Rotationsachse formschlussig zu fixieren.
[0017] Durch die erfindungsgemäße Ausbildung der Anschlussschnittstelle mit wenigstens zwei
Formschlusselementen wird dem Bremssattelbaustein eine eindeutig definierte Positionierung
relativ zum Radlagermodul ermöglicht. Die Anbindung erfolgt durch einen radialen Einschub
in entsprechende Gegenformen des Radlagerklemmbaustein, wodurch eine präzise Ausrichtung
des Bremssattels in Umfangsrichtung sichergestellt ist. Die formschlüssige Verbindung
verhindert dabei zuverlässig ein unbeabsichtigtes Verdrehen des Bausteins um die Rotationsachse,
sodass der Bremssattel stets in technisch korrekter Lage zur Bremsscheibe gehalten
wird, ohne dass zusätzliche Haltemittel erforderlich sind.
[0018] Zur klareren Trennung soll der soeben genannte Klemmbaustein nachstehend Bremssattelklemmbaustein
genannt werden.
[0019] Die radiale Anbindung des Bremssattelklemmbausteins bietet zugleich eine hohe Modularität
und gestalterische Flexibilität. Da die Positionierung entlang des Umfangs über mehrere,
optional ausgestaltete Steckpositionen erfolgen kann, ist der Bremssattelklemmbaustein
in verschiedenen Winkellagen montierbar, etwa zur Anpassung an unterschiedliche Modellvarianten
oder zur gezielten Simulation von Bremsanlagen an Vorder- oder Hinterachse. Die Verbindung
ist werkzeuglos reversibel, was sowohl im Bauprozess als auch bei nachträglichen Umbauten
eine erhebliche Vereinfachung mit sich bringt und den spielzeuggerechten Einsatz fördert.
[0020] Die strukturierte Ausführung der Anschlussschnittstelle gewährleistet zudem eine
kraftschlüssige Abstützung bei Spielbeanspruchung und bewirkt eine reproduzierbare
und positionsstabile Montage. Der Bremssattelklemmbaustein wird durch seine erfindungsgemäße
Ausgestaltung als funktionales Modul in das Gesamtsystem des Radlagers integriert,
wobei seine konstruktive Ausrichtung und die Kompatibilität mit dem Lagerbaustein
zu einer technischen Einheit verschmelzen. Die gemeinsame Ausbildung beider Klemmbausteine
als komplementäre Formschlusselemente erlaubt eine gezielte Steuerung von Bauraum,
Einbaulage und Kraftübertragung im Modell, ohne Einschränkung der gestalterischen
Freiheit im Gesamtaufbau.
[0021] Zur klareren Trennung soll der soeben erläuterte Klemmbaustein nachstehend Bremssattelklemmbaustein
genannt werden.
[0022] In einer Weiterbildung umfasst der genannte Bremssattelklemmbaustein wenigstens drei
in Umfangsrichtung um die Rotationsachse gesehen hintereinander angeordnete Formschlusselemente,
wobei die beiden in Umfangsrichtung gesehenen äußeren Formschlusselemente als aufeinander
zu gerichtete Haken ausgebildet sind. Auf diese Weise wird nicht nur ein Formschluss
in Umfangsrichtung erzielt, der ein Verdrehen des Bremssattelklemmbausteins relativ
zum Radlager verhindert, sondern zugleich ein Formschluss in radialer Richtung erreicht,
der ein unbeabsichtigtes Herausziehen oder Lösen des Bausteins entgegen der Einschubrichtung
unterbindet. Die als Haken ausgebildeten äußeren Formschlusselemente greifen beim
Einschub hinter entsprechende Gegenkonturen am Radlagerklemmbaustein und erzeugen
so eine mechanische Verriegelung, die sowohl die Drehbewegung blockiert als auch den
Baustein gegen Zugbelastung stabil fixiert. Besonders vorteilhaft wirkt hierbei eine
axiale Öffnung der Radialschlitze im Radlagerklemmbaustein, da sie ein einfaches Einführen
der Haken von außen entlang der Einschubrichtung ermöglicht und zugleich das Lösen
des Bremssattelklemmbausteins durch gezielte Axialbewegung unterstützt, ohne dass
die Haltekraft der Verrastung beeinträchtigt wird. Dadurch entsteht eine besonders
stabile, spielfeste Verbindung, die ohne zusätzliche Befestigungsmittel auskommt und
zugleich werkzeuglos lösbar bleibt.
[0023] In einer zusätzlichen Weiterbildung des angegebenen Bremssattelklemmbausteins die
Haken als Schnapphaken ausgebildet sind. Auf diese Weise wird eine besonders montagefreundliche
und wiederlösbare Verbindung geschaffen, da die Schnapphaken beim radialen Einschub
des Bremssattelklemmbausteins selbsttätig hinter die zugehörigen Formelemente am Radlagerklemmbaustein
einschnappen und so eine formschlüssige Verrastung erzeugen. Die Einbaulage wird dabei
durch die Geometrie der Schnapphaken eindeutig vorgegeben, wobei deren Wirkrichtung
bevorzugt so ausgelegt ist, dass sie einem radial nach außen gerichteten Abzugsmoment
entgegenwirken. Sollte aus gestalterischen oder fertigungstechnischen Gründen eine
vollständige Rückhaltung durch Schnapphaken nicht möglich oder gewünscht sein, so
kann alternativ eine rein gleitende Formschlussverbindung vorgesehen werden, bei der
die Fixierung durch Anschlag oder Reibschluss erfolgt, wobei die Grundfunktion der
Positionierung in Umfangsrichtung erhalten bleibt.
[0024] In einer noch anderen Weiterbildung des angegebenen Bremssattelklemmbausteins sind
die Formschlusselemente in einem wenigstens teilweise einhausenden Gehäuse gehalten,
aus dem die Formschlusselemente radial zur Rotationsachse hin herausragen. Auf diese
Weise werden die Formschlusselemente konstruktiv gefasst und geschützt, wodurch ihre
mechanische Belastbarkeit und Dauerfestigkeit bei wiederholter Montage und Demontage
verbessert wird. Die zumindest teilweise Einhausung ermöglicht eine gezielte Führung
des Einschubvorgangs, indem sie den Bewegungsweg des Bremssattels kanalisiert und
ein Verkanten oder Verhaken beim Einführen in die Radialschlitze des Radlagerklemmbausteins
wirkungsvoll verhindert. Gleichzeitig wird durch die räumliche Abgrenzung sichergestellt,
dass benachbarte Bauteile oder bewegliche Strukturen nicht unbeabsichtigt mit den
Formschlusselementen interferieren, was die Betriebssicherheit und Kompatibilität
innerhalb komplexer Modellstrukturen erhöht.
[0025] In einer besonderen Weiterbildung des angegebenen Bremssattelklemmbausteins umfasst
das Gehäuse eine Stützwand, über die der Anschlusskörper radial auf den Lagerkörper
auflegbar ist. Auf diese Weise wird eine definierte radiale Abstützung des Bremssattelklemmbausteins
gegenüber dem Radlagerklemmbaustein geschaffen, die zusätzlich zur formschlüssigen
Verbindung eine kraftschlüssige Auflage bildet. Die Stützwand nimmt dabei beim Einschub
auftretende Radialkräfte auf und verhindert ein Durchbiegen oder Verkanten des Anschlusskörpers,
insbesondere bei spieltypischen Belastungen oder bei Krafteinwirkung während des Zusammenbaus.
Zudem erleichtert die Stützwand die Positionierung des Bausteins während des Einschubvorgangs,
da sie als Anlagefläche dient und so das gleichmäßige Einführen der Formschlusselemente
unterstützt.
[0026] In einer zusätzlichen besonderen Weiterbildung des angegebenen Bremssattelklemmbausteins
ist die Stützwand zwischen zwei Stützfüßen gehalten. Auf diese Weise wird die Stützwand
konstruktiv eingefasst und in ihrer Lage gegenüber dem Anschlusskörper stabilisiert,
wodurch eine höhere Steifigkeit und Belastbarkeit der radialen Auflagefläche erreicht
wird. Die beidseitige Abstützung durch die Stützfüße verhindert ein Verdrehen oder
Ausknicken der Stützwand unter Last und verbessert die Kraftverteilung bei radialem
Andruck auf den Radlagerklemmbaustein. Zudem entsteht eine definierte Einbaulage des
Bremssattelklemmbausteins, da die Stützfüße eine zusätzliche Führung bieten und den
axialen Versatz bei der Montage begrenzen.
[0027] Auf diese Weise wird eine flächige und spannungsarme Abstützung des Bremssattelklemmbausteins
am Radlagerklemmbaustein erreicht, auch wenn geringe Toleranzen oder Schrägstellungen
zwischen den Bauteilen vorliegen. Die radial geneigte Auflagefläche ermöglicht eine
selbstausrichtende Anlage beim Einschieben und verbessert dadurch die Passgenauigkeit
und den Formschluss der Verbindung. Gleichzeitig wird die Gefahr lokaler Spannungsüberhöhungen
oder punktueller Kantenpressung reduziert, was die mechanische Belastbarkeit der Auflagerzone
erhöht und Materialverschleiß bei häufigem Ein- und Ausbau verringert.
[0028] In einer besonders bevorzugten Weiterbildung des angegebenen Bremssattelklemmbausteins
besitzt jeder Stützfuß zwischen der Auflagefläche und der der Stützwand eine Mantelfläche,
die so angeordnet ist, dass sich die Mantelflächen der beiden Stützfüße in Umfangsrichtung
um die Rotationsachse gesehen gegenüberliegen. Die Mantelflächen begrenzen seitlich
einen zwischen den Stützfüßen angeordneten Freiraum, der die Ausbildung eines mittleren
Stützwandfußes ermöglicht. Der zwischen den Mantelflächen liegende Freiraum trägt
zur Toleranzfreiheit und Montagesicherheit bei, ohne dass die Mantelflächen selbst
eine funktionale Führungs- oder Haltewirkung übernehmen. Ihre geometrische Anordnung
erleichtert das Einschieben des Bremssattelklemmbausteins in axialer Richtung, ohne
den Bauraum unnötig zu vergrößern oder störende Kanten auszubilden.
[0029] Die oben beschriebenen Eigenschaften, Merkmale und Vorteile dieser Erfindung sowie
die Art und Weise wie diese erreicht werden, werden verständlicher im Zusammenhang
mit der folgenden Beschreibung der Ausführungsbeispiele, die im Zusammenhang mit der
Zeichnung näher erläutert werden. Es zeigen:
Fig. 1 eine Ansicht eines unfertig aufgebauten Klemmbausteinmodells,
Fig. 2a eine Explosionsansicht eines Radlagers und eines daran befestigbaren Rades,
Fig. 2b das Radlagers und das daran befestigte Rad der Fig. 2a in einer Schnittansicht,
Fig. 3 in einer perspektivischen Explosionsansicht einen Radlagerklemmbaustein und
einen Bremssattelklemmbaustein, und
Fig. 4 in einer perspektivischen eine Radlagerbaugruppe aus einem Radlagerklemmbaustein,
einem Bremssattelklemmbaustein und einem Bremsscheibenbaustein.
[0030] In den Figuren werden gleiche technische Elemente mit gleichen Bezugszeichen versehen
und nur einmal beschrieben. Die Figuren sind rein schematisch und geben vor allem
nicht die tatsächlichen geometrischen Verhältnisse wieder.
[0031] Es wird auf Fig. 1 Bezug genommen, welche eine Ansicht eines noch nicht vollständig
aufgebauten Klemmbausteinmodells 2 zeigt.
[0032] Das Klemmbausteinmodell 2 ist in der dargestellten Ausführung als in einer Längsrichtung
4 bewegbares Fahrzeug ausgebildet, das sich in der Längsrichtung 4, einer Querrichtung
6 (quer zur Längsrichtung 4) sowie einer Höhenrichtung 8 (quer zur Längsrichtung 4
und zur Querrichtung 6) erstreckt.
[0033] Das gezeigte Fahrzeug besteht aus einer Vielzahl von Klemmbausteinen 10, die in Fig.
1 aus Gründen der Übersichtlichkeit nicht alle einzeln referenziert sind. Jeder Klemmbaustein
10 ist als wiederverwendbares Element zum modularen und skalierbaren Aufbau des Klemmbausteinmodells
2 ausgebildet. Die Bausteine 10 folgen einem standardisierten Rastermaß, das eine
nahtlose Verbindung unterschiedlich großer und geformter Bausteine gewährleistet.
Die Verbindung erfolgt durch ein mechanisches Klemmprinzip, bei dem nicht weiter referenzierte
Vorsprünge - wie Noppen oder Stifte - in komplementäre, ebenfalls nicht referenzierte
Vertiefungen eingepresst werden, wodurch eine stabile, aber lösbare Verbindung geschaffen
wird. Diese modulare Bauweise erlaubt nahezu unbegrenzte Kombinationsmöglichkeiten,
sodass die Bausteine 10 flexibel zusammengesetzt, getrennt und wiederverwendet werden
können.
[0034] Das in Fig. 1 gezeigte Fahrzeug dient lediglich als beispielhafte Ausführungsform
des Klemmbausteinmodells 2 und wird daher im Folgenden nur in seinen wesentlichen
Elementen erläutert. Es umfasst ein Chassis 12, das fahrbar auf Rädern getragen ist.
Im Bauzustand gemäß Fig. 1 sind die Radachsen 14 bereits montiert, die Räder 13 jedoch
noch nicht aufgesteckt. An der in Längsrichtung 4 gesehenen Vorderseite des Fahrzeugs
sind Bausteine vorgesehen, die im montierten Zustand als Vorderlichter 16 fungieren.
In analoger Weise sind an der rückwärtigen Stirnseite des Fahrzeugs Bausteine vorgesehen,
die im Endzustand Rücklichter 18 sowie Bremslichter 20 bilden.
[0035] In Fig. 1 sind die Räder 13 unmittelbar auf den Radachsen 14 gehalten, was sich insbesondere
für motorisierte Klemmbausteinmodelle 2 oder solche, in denen Funktionsdetails - etwa
die Bremsanlage - möglichst realitätsnah abgebildet werden sollen, als ungeeignet
erweist. Aus diesem Grund wird im Folgenden eine alternative Radbaugruppe 22 beschrieben,
auf die unter Bezugnahme auf die Figuren 2a und 2b näher eingegangen wird.
[0036] Die Radbaugruppe 22 umfasst eines der Räder 13, das zur Montage auf einen ersten
Klemmbaustein 23 mit einem Nabenflansch 24 eingerichtet ist. Das Rad 13 ist hohlzylindrisch
ausgeführt und an einer Stirnseite geöffnet, sodass es auf den Nabenflansch 24 aufgeschoben
werden kann.
[0037] Der Nabenflansch 24 ist rotationssymmetrisch um eine Rotationsachse 26 der Radbaugruppe
22 ausgebildet und weist an seiner dem Rad 13 zugewandten Stirnseite mehrere - in
der vorliegenden Ausführung sechs - Aufnahmeöffnungen 28 auf, die gleichmäßig im Umfang
um die Rotationsachse 26 verteilt sind. Die Aufnahmeöffnungen 28 sind in einer gemeinsamen
radialen Ebene angeordnet und dienen, wie nachfolgend näher beschrieben wird, zur
formschlüssigen Übertragung eines um die Rotationsachse 26 wirkenden Drehmoments zwischen
Nabenflansch 24 und Rad 13.
[0038] Die gleichmäßige, drehsymmetrische Anordnung der Aufnahmeöffnungen 28 erlaubt eine
montagefreundliche und toleranzunempfindliche Verbindung, da das Rad 13 in mehreren
Relativstellungen zur Achse aufgesetzt werden kann, ohne dass eine definierte Ausrichtposition
erforderlich ist. Darüber hinaus gewährleistet die Mehrfachverteilung der Aufnahmeöffnungen
eine gleichmäßige Krafteinleitung und damit eine hohe Dauerbelastbarkeit der Verbindung.
[0039] An der dem Rad 13 abgewandten Rückseite des Nabenflansches 24 schließt sich eine
Bremsscheibe 30 an, die koaxial zur Rotationsachse 26 liegt und drehfest mit dem Nabenflansch
24 verbunden ist. Die Bremsscheibe 30 ist gemäß Fig. 2a mit mehreren Verziehungsaussparungen
versehen, welche der stilisierten Darstellung von Kühlluftdurchbrüchen realer Bremsscheiben
dienen.
[0040] Konzentrisch zum Nabenflansch 24 ist eine Bolzenaufnahme 32 geführt, an deren Mantelfläche
zwei - in Umfangsrichtung gesehen - drehsymmetrisch angeordnete Bajonettnuten 34 ausgebildet
sind. Auf diese wird im Weiteren näher eingegangen. Die Bolzenaufnahme 32 ist in ein
Aufnahmerohr 38 eingebettet, das auf der dem Rad 13 zugewandten Seite durch die Aufnahmeöffnungen
28 radial umschlossen ist und sich auf der gegenüberliegenden Seite - jenseits der
Bremsscheibe 30 - als Rohrfortsatz ausbildet. An dessen rückwärtigem Ende ist ein
Kardangelenkpartner 40 zur Kopplung an ein Antriebselement angeformt.
[0041] Der Kardangelenkpartner 40 ist durch einen Radträger in Form einer Lageröffnung 42
eines Radlagerklemmbausteins 44 geführt, sodass das Aufnahmerohr 38 im zusammengebauten
Zustand drehbar in der Lageröffnung 42 gelagert ist. Am Radlagerklemmbausteins 44
sind als Chassisanschluss Kugelgelenkaufnahmen 46 ausgebildet, die eine drehbare Lagerung
des Radlagers 44 zur Nachbildung einer Lenkfunktion ermöglichen und die Schwerkraft
des Chassis 12 des Fahrzeuges 2 auf das jeweilige Rad 13 übertragen. Über in an sich
bekannter Weise befestigte Spurstangenanschlüsse 48 können Lenkkräfte eingeleitet
werden, welche den Radlagerklemmbaustein 44 um die Kugelgelenkaufnahmen 46 schwenken.
Das Kardangelenk sorgt in diesem Zusammenhang für eine flexible Übertragung von Antriebskräften
bei gleichzeitiger Beweglichkeit.
[0042] Zur weiteren Funktionsmodellierung kann am Radlagerklemmbaustein 44 ein Bremssattelklemmbaustein
50 befestigt werden auf dessen genaue Ausgestaltung sowie auf weitere Details des
Radlagerklemmbaustein 44 an späterer Stelle im Einzelnen eingegangen wird.
[0043] Wie bereits zuvor ausgeführt, sind die Aufnahmeöffnungen 28 in einer gemeinsamen
radialen Ebene angeordnet und zur Drehmomentübertragung zwischen Nabenflansch 24 und
Rad 13 vorgesehen. Hierzu weist das Rad 13 eine Radfelge 52 auf, die stirnseitig -
dem Nabenflansch 24 axial gegenüberliegend - mit einer Deckplatte 54 verschlossen
ist. Die Deckplatte 54 ist mit mehreren, nicht näher referenzierten Durchgangsöffnungen
versehen, durch welche stilisierte Speichen modelliert werden. An der Deckplatte 54
sind auf der dem Nabenflansch 24 zugewandten Seite mehrere Drehmomentübertragungsstifte
56 radial auf einer gemeinsamen Ebene und in äquidistanten Umfangsabständen um die
Rotationsachse 26 gehalten. Diese lassen sich in die korrespondierenden Aufnahmeöffnungen
28 axial einschieben. Die Drehmomentübertragungsstifte 56 können grundsätzlich in
Anlehnung an LEGO-Technic-Pins, beispielsweise gemäß Teilenummer 2780, ausgebildet
sein und dort - sofern erwünscht - verrasten. Eine Verrastung oder Klemmung ist für
die Funktion der Drehmomentübertragung jedoch nicht erforderlich; es genügt ein formschlüssiger
Eingriff.
[0044] Unabhängig von der Drehmomentübertragung wird das Rad 13 über einen Sicherungsbolzen
58 am Klemmbaustein 23 mit dem Nabenflansch 24 axial befestigt. Der Sicherungsbolzen
58 umfasst ein Hohlrohr 59 mit einem in die Bolzenaufnahme 32 einführbaren ersten
Ende, das mit zwei radial abstehenden und drehsymmetrisch zur Rotationsachse 26 angeordneten
Bajonettnasen 60 versehen ist. Am dem ersten Ende gegenüberliegenden zweiten Ende
des Hohlrohrs 59 ist ein Fixierflansch 62 ausgebildet. Nicht alle Bajonettnasen 60
sind in den Figuren separat mit Bezugszeichen versehen.
[0045] Zur axialen Sicherung des Rades 13 am Nabenflansch 24 wird der Sicherungsbolzen 58
durch eine zentrale Aufnahmeöffnung 64 hindurchgeführt. Die Bajonettnasen 60 werden
dabei in die Bajonettnuten 34 der Bolzenaufnahme 32 eingeführt und axial in Richtung
des Kardangelenks 40 verschoben. Sobald der Fixierflansch 62 an der Deckplatte 54
des Rades 13 anliegt, wird der Sicherungsbolzen 58 um die Rotationsachse 26 verdreht,
sodass die Bajonettnasen 60 auf radial innen liegenden Halteschultern 66 im Aufnahmerohr
38 zur Anlage kommen und der Sicherungsbolzen 58 nicht mehr axial aus der Bolzenaufnahme
32 herausgezogen werden kann. Damit ist das Rad 13 axial am Nabenflansch 24 gesichert.
[0046] Mit Bezug auf die Figuren 3 und 4 soll nun auf die Ausgestaltung des Radlagerklemmbaustein
44 sowie des Bremssattelklemmbausteins 50 näher eingegangen werden.
[0047] Der Radlagerklemmbaustein 44 umfasst einen einstückig ausgebildeten Lagerkörper 72,
der insgesamt rotationssymmetrisch um die Rotationsachse 26 ausgebildet ist. Koaxial
zur Rotationsachse 26 ist die zur drehbaren Aufnahme des Aufnahmerohrs 38 der Radbaugruppe
22 dienende Lageröffnung 42 durch den Lagerkörper 72 geführt, so dass Lageröffnung
42 die Lagerfunktion des Radlagerklemmbausteins 44 ausbildet.
[0048] Die zur Anbindung an ein nicht weiter dargestelltes Lenkmodul des Fahrzeuges 2 vorgesehenen
Spurstangenanschlüsse 48 am Lagerkörper 72 besitzen je eine Kreuzaufnahme 73 zur Anbindung
an eine nicht weiter gezeigte Spurstange des Fahrzeuges 2. Die Spurstangenanschlüsse
48 sind dabei so angeordnet, dass der Radlagerklemmbaustein 44 um eine Schwenkachse
74 schwenkbar ist, die durch die beiden Kugelgelenkaufnahmen 46 definiert wird. Dies
ermöglicht eine Lenkbewegung im aufgebauten Klemmbausteinmodell des Fahrzeuges 2.
Dabei wird eine durch die nicht weiter gezeigte Spurstange eingeleitete translatorische
Bewegung in Querrichtung 6 über die formschlüssige Verbindung in der Kreuzaufnahme
73 in ein Drehmoment um die genannte Schwenkachse 74 umgesetzt, sodass der gesamte
Radlagerklemmbaustein 44 relativ zum Chassis 12 verschwenkt wird. Die Kreuzaufnahme
73 dient somit als Krafteinleitungspunkt, der die Bewegungsenergie der Spurstange
richtungsdefiniert aufnimmt und gezielt in eine lenkwirksame Rotation des Lagerkörpers
72 überführt.
[0049] Der Lagerkörper 72 umfasst eine innere Hülse 75 und eine bezüglich der Rotationsachse
26 konzentrisch angeordnete, die innere Hülse 75 radial umgebende äußere Hülse 76.
In die äußere Hülse 76 sind entlang der Umfangsrichtung in gleichmäßigen Schlitzabständen
77 mehrere Radialschlitze 78 eingeformt. Die Radialschlitze 78 verlaufen jeweils von
einer in Querrichtung 4 und aus Richtung des Fahrzeuginneren gesehenen äußeren Stirnseite
der Hülse 76 radial nach innen, so dass sie die äußere Hülse 76 aus Sicht der Rotationsachse
26 radial durchdringen und in axialer Richtung geöffnet sind. Die Radialschlitze 78
sind jeweils mit im Wesentlichen parallelen nicht weiter mit einem Bezugszeichen referenzierten
Flanken ausgeführt, sodass sein Querschnitt in Umfangsrichtung betrachtet im Wesentlichen
rechteckig ist.
[0050] Die Radialschlitze 78 des Radlagerklemmbausteins 44 dienen der Aufnahme entsprechender
Formschlusselemente des Bremssattelklemmbausteins 50, der - wie später noch näher
erläutert - radial von außen auf den Lagerkörper 72 aufsteckbar ist. Der Bremssattelklemmbaustein
50 umfasst einen Anschlusskörper 79, an dem stirnseitig ein Bremssattelmodell 80 angeformt
ist. Am Bremssattelmodell 80 sind verschiedene funktionslose Gestaltungselemente angeformt,
die das Bremssattelmodell 80 einen realen Bremssattel nachempfinden, um eine Bremsenoptik
zu erzeugen. Der Anschlusskörper 79 und das Bremssattelmodell 80 können einstückig
miteinander verbunden sein.
[0051] An der dem Bremssattelmodell 80 gegenüberliegenden Seite ist am Anschlusskörper 78
eine Anschlussschnittstelle 81 ausgebildet, über die der Bremssattelklemmbaustein
50 mit dem Radlagerklemmbaustein 44 verbindbar ist. Die Anschlussschnittstelle 81
weist in der dargestellten Ausführung ein erstes Formschlusselement 82, ein zweites
Formschlusselement 83 und ein drittes Formschlusselement 84 auf, die in Umfangsrichtung
um die Rotationsachse 26 gesehen hintereinander angeordnet sind. Das erste und dritte
Formschlusselement 82, 84 bilden in einer Umfangsrichtung um die Rotationsachse 28
gesehen die beiden äußeren Formschlusselemente 82 und 84 und sind jeweils als aufeinander
zu gerichtete Schnapphaken ausgeführt, die beim radialen Einschieben in korrespondierende
Radialschlitze 78 einschnappen und dort formschlüssig gegen Umfangsbewegung fixiert
sind. Zwischen den beiden Schnapphaken ist das zweite Formschlusselement 83 als zentraler
Zentrierstift ausgeführt, der in einen zwischen dem ersten und dritten Formschlusselement
82, 84 liegenden Radialschlitz 78 eingeführt wird und beim Zusammenfügen des Bremssattelklemmbausteins
50 und des Radlagerklemmbausteins 44 zur radialsymmetrischen Führung und Positionierung
dient.
[0052] Die drei Formschlusselemente 82, 83, 84 sind im Bereich eines wenigstens teilweise
einhausenden Gehäuses 85 geführt, das die Formschlusselemente mechanisch fasst und
gegen äußere Krafteinwirkungen schützt. Aus dem Gehäuse 85 ragen die Formschlusselemente
radial zur Rotationsachse 26 hin aus, sodass sie beim Zusammensetzen mit dem Radlagerklemmbaustein
44 in die Radialschlitze 78 eingreifen können. Das Gehäuse 85 umfasst in der Richtung
der Rotationsachse 26 gesehen an der axialen Vorderseite und an der axialen Rückseite
je eine quer zur Rotationsachse 26 verlaufende Stützwand 86. Die Stützwände 86 sind
zwischen Stützfüße 87 gehalten, die in Querrichtung 6 beidseitig über die beiden Stützwände
86 hinausragen. Zwischen den beiden Stützfüßen 87 ist an jeder Stützwand 86 ein weiterer,
mittig ausgerichteter Stützwandfuß 90 angeordnet, der im Bereich zwischen den Stützfüßen
87 radial zur Rotationsachse 26 hin hervortritt.
[0053] Die Stützfüße 87 und die Stützwandfüße 90 dienen primär der radialen Abstützung des
Anschlusskörpers 79 beim Zusammenfügen der beiden Klemmbausteine 44, 50. Die Stützfüße
87 weisen dazu jeweils eine radial geneigte Auflagefläche 88 auf, über die sich der
Bremssattelklemmbaustein 50 beim Einschieben schräg auf die Außenkontur der äußeren
Hülse 76 auflegen kann. Zwischen den Auflageflächen 88 und der Stützwand 86 ist an
jedem Stützfuß eine Mantelfläche 89 ausgebildet, die in Umfangsrichtung zur Rotationsachse
26 gesehen einander zugewandt sind. Die Mantelflächen 89 dienen dabei nicht der Führung
oder formschlüssigen Fixierung, sondern begrenzen seitlich einen Freiraum, der zwischen
den Stützfüßen 87 und dem mittleren Stützwandfuß 90 verbleibt. Dieser Freiraum erleichtert
das radiale Einführen des Bremssattelklemmbausteins 50 in den Radlagerklemmbaustein
44, indem er einen gewissen Toleranzausgleich ermöglicht, die Gefahr von Kantenversatz
reduziert und die Entformung bei der Herstellung erleichtert. Die Mantelflächen 89
selbst haben dabei keine unmittelbare Wirkfunktion im Sinne der erfindungsgemäßen
Verbindung.
[0054] Zwischen der inneren Hülse 75 und der äußeren Hülse 76 erstrecken sich mehrere radial
gerichtete Streben 91, die die konzentrische Ausrichtung der Hülsen zueinander sichern
und den Lagerkörper 72 insgesamt versteifen. Von den Streben 91 sind in Fig. 4 der
Übersichtlichkeit halber nicht alle mit einem eigenen Bezugszeichen versehen. Die
Streben 91 sind stufenförmig ausgebildet, wobei sich jeweils entlang der radialen
Erstreckung ein nicht weiter referenzierter axialer Versatz ergibt. Die axialen Stufen
sind in Richtung der Rückseite des Lagerkörpers 72 ausgebildet und bewirken, dass
die betreffenden Streben abschnittsweise in unterschiedlichen Höhenlagen enden. Die
Stufen sind jeweils innerhalb der entsprechenden Strebe 91 ausgebildet, sodass die
jeweilige Strebe 91 an einem radialen Abschnitt eine andere axiale Höhe aufweist als
an einem benachbarten Abschnitt. Diese Staffelung ist von der Rückseite des Lagerkörpers
72 aus erkennbar und unterscheidet sich zwischen den einzelnen Streben, wobei in der
gezeigten Ausführungsform zumindest zwei unterschiedliche Höhenlagen realisiert sind.
[0055] Die genannte Staffelung der Streben 91 ist auf der axialen Stirnseite des Lagerkörpers
72 deutlich erkennbar ausgebildet. Dort ist konzentrisch zur inneren Hülse 75 ein
zusätzlicher ringförmiger Abschnitt 92 vorgesehen, der gemeinsam mit der äußeren Hülse
76 einen axialen Abschluss des Lagerkörpers bildet. Zwischen der inneren Hülse 75
und dem Ringabschnitt 92 verlaufen die Streben 91, wobei einzelne der Streben stufenförmig
ausgebildet sind, sodass deren radial gerichtete Stege abschnittsweise in unterschiedlichen
axialen Höhenlagen enden. Auf der Stirnseite ergibt sich dadurch ein unterbrochener
Ringbereich mit abschnittsweise erhabenen und vertieften Zonen. Die stirnseitig erkennbaren
Erhebungen bilden ein regelmäßig um die Rotationsachse 26 verteiltes Höhenprofil aus,
das in der dargestellten Ausführungsform alternierend mit den tieferliegenden Strebenbereichen
wechselt.
[0056] Abschließend soll noch auf das Zusammensetzen des Radlagerklemmbaustein 44 und des
Bremssattelklemmbaustein 50 eingegangen werden. Nach Wahl einer Umfangsposition gemäß
dem Raster der Schlitzabstände 77 wird der Bremssattelklemmbaustein 50 zunächst grob
vor dem Radlagerklemmbaustein 44 ausgerichtet, so dass die Anschlussschnittstelle
81 dem Kranz der Radialschlitze 78 der äußeren Hülse 76 gegenübersteht. Beim Ansetzen
legt sich der Anschlusskörper 79 mit den radial geneigten Auflageflächen 88 der seitlichen
Stützfüße 87 sowie der radialen Außenfläche des mittleren Stützwandfußes 90 selbsttätig
an die Außenkontur der äußeren Hülse 76 an und richtet sich dadurch in Radial- und
Axialrichtung aus; die Mantelflächen 89 haben hierbei keine Führungsfunktion.
[0057] Anschließend wird der Bremssattelklemmbaustein 50 radial zur Rotationsachse 26 hingeschoben,
wobei zuerst der zentrale Zentrierstift 83 in den hierfür ausgewählten mittleren Radialschlitz
78 eintaucht. Die parallel verlaufenden Flanken des Schlitzes führen den Zentrierstift
83 spielfrei in Einschubrichtung und fixieren die Anschlussschnittstelle 81 bereits
grob in Umfangsrichtung. Mit fortschreitendem Einschub gelangen die beiderseits in
Umfangsrichtung beabstandeten Schnapphaken 82 und 84 vor die benachbarten Radialschlitze
78. Deren Anlauffasen gleiten über die schlitzseitigen Mundkanten; die Hakenarme werden
elastisch zur Rotationsachse 26 hin verformt, bis die Hakennasen die inneren Schlitzkanten
passiert haben. Unmittelbar danach federn die Haken wieder zurück und liegen hinter
den inneren Schlitzkanten an, so dass eine formschlüssige Sicherung in Umfangsrichtung
hergestellt ist und zugleich ein radialer Rückhalteffekt gegen ein Herausziehen entgegen
der Einschubrichtung entsteht. Während dieses Vorgangs bleibt der Anschlusskörper
79 über die Stützfüße 87 und den Stützwandfuß 90 flächig abgestützt, so dass Kippmomente
begrenzt und Querkräfte in den Lagerkörper 72 eingeleitet werden.
[0058] Im Endzustand greifen der Zentrierstift 83 und die Schnapphaken 82, 84 jeweils in
drei nebeneinanderliegende Radialschlitze 78 ein (Stift in den mittleren, Haken in
die beiden seitlichen). Der Zentrierstift 83 stellt die mittige Führung sicher, die
Schnapphaken 82, 84 übernehmen die drehfeste Fixierung in Umfangsrichtung und bewirken
die radiale Haltesicherung. Zum Lösen kann der Bremssattelklemmbaustein 50 durch zusammendrückendes
Versetzen der Hakenarme 82, 84 zur Rotationsachse 26 hin entrastet und anschließend
radial nach außen herausgezogen werden; die axiale Öffnung der Radialschlitze 78 unterstützt
dabei sowohl das Einführen als auch das Entnehmen, ohne dass Hinterschneidungen im
Schlitz erforderlich sind.
Bezugszeichenliste
[0059]
2 - Klemmbausteinmodell
4 - Längsrichtung
6 - Querrichtung
8 - Höhenrichtung
10 - Klemmbaustein allgemein
12 - Chassis
13 - Rad
14 - Radachse
16 - Vorderlicht
18 - Rücklicht
20 - Bremslicht
22 - Radbaugruppe
23 - erster Klemmbaustein (mit Nabenflansch)
24 - Nabenflansch
26 - Rotationsachse
28 - Aufnahmeöffnung im Nabenflansch
30 - Bremsscheibe
32 - Bolzenaufnahme
34 - Bajonettnut
38 - Aufnahmerohr
40 - Kardangelenkpartner
42 - Lageröffnung
44 - Radlagerklemmbaustein
46 - Kugelgelenkaufnahme
48 - Spurstangenanschluss
50 - Bremssattelklemmbaustein
52 - Radfelge
54 - Deckplatte der Radfelge
56 - Drehmomentübertragungsstift
58 - Sicherungsbolzen
59 - Hohlrohr des Sicherungsbolzens
60 - Bajonettnase
62 - Fixierflansch
64 - zentrale Aufnahmeöffnung in der Deckplatte
66 - Halteschulter im Aufnahmerohr
72 - Lagerkörper des Radlagerklemmbausteins
73 - Kreuzaufnahme am Spurstangenanschluss
74 - Schwenkachse (durch Kugelgelenkaufnahmen definiert)
75 - innere Hülse
76 - äußere Hülse
77 - Schlitzabstand
78 - Radialschlitz
79 - Anschlusskörper des Bremssattelklemmbausteins
80 - Bremssattelmodell
81 - Anschlussschnittstelle
82 - erstes Formschlusselement (Schnapphaken)
83 - zweites Formschlusselement (Zentrierstift)
84 - drittes Formschlusselement (Schnapphaken)
85 - Gehäuse
86 - Stützwand
87 - seitlicher Stützfuß
88 - Auflagefläche
89 - Mantelfläche (seitliche Begrenzungsfläche)
90 - mittlerer Stützwandfuß
91 - Strebe (radial)
92 - ringförmiger Abschnitt / Auflagering
1. Klemmbaustein (44) für ein Radlager eines Modellfahrzeuges, umfassend einen Lagerkörper
(72) mit
- einem Radträger zum drehbaren Lagern eines Rades (13) um eine Rotationsachse (26),
- einem Spurstangenanschluss (48) zum Anschluss einer Spurstange, und
- einem Chassisanschluss zum Übertragen von Gewichtskraft des Chassis (12) auf das
Rad,
dadurch gekennzeichnet, dass
- der Lagerkörper (72) wenigstens zwei Formschlusselemente (78) besitzt, mit denen
radial zur Rotationsachse (26) ein Klemmbaustein (50) zum Halten eines Bremssattels
(80) verbindbar ist, um ihn in Umfangsrichtung um die Rotationsachse (26) formschlüssig
zu fixieren.
2. Klemmbaustein (44) nach Anspruch 1, wobei die Formschlusselemente (78) um die Rotationsachse
(26) herum mit einem gleichbleibenden Abstand in Umfangsrichtung zueinander angeordnet
sind.
3. Klemmbaustein (44) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Formschlusselemente
(78) als Radialschlitze ausgebildet sind.
4. Klemmbaustein (44) nach Anspruch 3, wobei der Lagerkörper (72) zwei in Bezug auf die
Rotationsachse (26) konzentrisch zueinander angeordnete Hülsen umfasst und die Radialschlitze
(78) in die radial äußere Hülse (76) eingeformt sind.
5. Klemmbaustein (44) nach Anspruch 4, wobei die Hülsen (75, 76) durch Radialstreben
(91) miteinander verbunden sind.
6. Klemmbaustein (44) nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei die Radialschlitze
(78) axial geöffnet ausgebildet sind.
7. Klemmbaustein (44) nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei an einer zum Rad (13)
gerichteten axialen Stirnfläche des Lagerkörpers (72) ein ringförmiger Abschnitt (92)
als Gleitfläche für das Rad (13) ausgebildet ist.
8. Klemmbaustein (50) zum Halten eines Bremssattels (80) für ein Modellfahrzeug, umfassend
einen Anschlusskörper (79) mit
- einem Bremssattelträger (84) zum Tragen des Bremssattels (80), und
- einer Anschlussschnittstelle (81) an einer dem Bremssattelträger (84) gegenüberliegenden
Seite zum Anschluss an einen Klemmbaustein (44) nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
- die Anschlussschnittstelle (81) wenigstens zwei Formschlusselemente (82, 83, 84)
besitzt, die radial zur Rotationsachse (26) mit dem Klemmbaustein (44) nach einem
der vorstehenden Ansprüche verbindbar sind, um ihn in Umfangsrichtung um die Rotationsachse
(26) formschlüssig zu fixieren.
9. Klemmbaustein (50) nach Anspruch 8, umfassend wenigstens drei in Umfangsrichtung um
die Rotationsachse (26) gesehen hintereinander angeordnete Formschlusselemente (82,
83, 84), wobei die beiden in Umfangsrichtung gesehenen äußeren Formschlusselemente
(82, 84) als aufeinander zu gerichtete Haken ausgebildet sind.
10. Klemmbaustein (50) nach Anspruch 9, wobei die Haken (82, 84) als Schnapphaken ausgebildet
sind.
11. Klemmbaustein (50) nach einem der Ansprüche 8 bis 10, wobei die Formschlusselemente
(82, 83, 84) in einem wenigstens teilweise einhausenden Gehäuse (85) gehalten sind,
aus dem die Formschlusselemente radial zur Rotationsachse (26) hin herausragen.
12. Klemmbaustein (50) nach Anspruch 11, wobei das Gehäuse (85) eine Stützwand (86) umfasst,
über die der Anschlusskörper (79) radial auf den Lagerkörper (72) auflegbar ist.
13. Klemmbaustein (50) nach Anspruch 12, wobei die Stützwand (86) zwischen zwei Stützfüßen
(87) gehalten ist.
14. Klemmbaustein (50) nach Anspruch 13, wobei jeder Stützfuß (87) an seiner zum Lagerkörper
(72) ausrichtbaren Seite eine radial geneigte Auflagefläche (88) besitzt.
15. Klemmbaustein (50) nach Anspruch 14, wobei jeder Stützfuß (87) zwischen der Auflagefläche
(88) und der Stützwand (86) eine Mantelfläche (89) besitzt, die so angeordnet ist,
dass die Mantelflächen (89) der beiden Stützfüße (87) in der Umfangsrichtung um die
Rotationsachse (26) gesehen aufeinander zu gerichtet sind.