[0001] Die Erfindung betrifft einen Schalungskern zur Herstellung eines Hohlkörpers aus
einer Gießmasse gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Bevorzugt kann die Erfindung im Zusammenhang mit Betonwerkstoffen zur Anwendung gelangen,
so dass nachfolgend insbesondere auf das Beispiel der Betonwerkstoffverarbeitung eingegangen
wird. Die Erfindung ist jedoch nicht auf den Werkstoff Beton beschränkt, sondern ist
gleichermaßen anwendbar für weitere härtbare Gießmassen.
[0003] Eine Gießmasse ist vorliegend definiert als ein ursprünglich fließfähiger, formloser
Werkstoff, welcher durch Aushärtung eine endgültige, geometrische Form erlangt, beispielsweise
Betonwerkstoffe, Kunststoffe oder dergleichen. Aushärten im Kontext der vorliegenden
Erfindung umfasst den Phasenübergang von einer fließfähigen Gießmasse zu einem festen
Formkörper und wird gleichbedeutend verwendet für Begriffe wie Erstarren, (Ver-)festigen,
Abbinden, Reagieren oder Ähnliche.
[0004] Ein Hohlkörper bezeichnet vorliegend einen dreidimensionalen Formkörper, welcher
im Stand der Technik durch Umgießen eines Schalungskerns hergestellt wird. Der Schalungskern
weist eine innere als Innenschalung bezeichnete Schalwand und eine die Innenschalung
stützende Stützstruktur auf und ist insbesondere Teil einer Schalungsvorrichtung.
Gemeinsam mit einer Außenschalung begrenzt die Innenschalung einen Gießraum, welcher
der Geometrie des Hohlkörpers im Wesentlichen entspricht. Aus der Praxis bekannte,
insbesondere großformatige (Beton-)Hohlkörper, sind beispielsweise raumbildende, (quasi-)monolithische
Bauelemente wie Raumzellen, Garagen oder dergleichen. Um einen Schalungskern aus dem
Hohlkörper entnehmen zu können, weisen diese eine Anzahl Entnahmeöffnungen auf.
[0005] Unter einer Anzahl ist im Kontext der vorgestellten Erfindung eine Einzahl oder Mehrzahl
eines entsprechenden Merkmals zu verstehen.
[0006] Aus der Praxis bekannt sind Schalungskerne in Art einer verlorenen Innenschalung.
Das heißt nach erfolgtem Aushärten der Gießmasse, insbesondere des Betonwerkstoffes,
wird die Innenschalung zerstört, so dass diese aus dem Hohlkörper entfernt werden
kann. In der Serienfertigung und der Herstellung von großformatigen Bauteilen bieten
sich allerdings Schalungskerne an, die ohne Zerstörung entnommen werden können. Nicht
immer lassen sich dabei Entformungsschrägen oder Ähnliches vorsehen, weil rechtwinkliges
Mauerwerk und auch geodätisch ebene Böden gewünscht sind.
[0007] Weiterhin bekannt sind Schalungskerne, die beweglich ausgestaltet sind. Dabei ist
der Schalungskern aus einer Schalungskonfiguration mit einem ersten Schalungskernquerschnitt
kontrahierbar in eine Entnahmekonfiguration mit einem zweiten, kleineren Schalungskernquerschnitt.
Die Schalungskonfiguration umfasst die Bauteile beziehungsweise Bauteilabmessungen
des Schalungskerns vor und / oder während eines Schalungsvorgangs zur Herstellung
eines Hohlkörpers. Sobald die Bauteile des Schalungskerns Abmessungen eingenommen
haben, welche eine Entnahme des Schalungskerns, insbesondere zerstörungsfreie Entnahme
des Schalungskerns, aus dem Hohlkörper gestatten, ist die Entnahmekonfiguration erreicht.
Das Kontrahieren beziehungsweise Schrumpfen des Schalungskerns bewirkt somit, dass
dieser durch eine Entnahmeöffnung zerstörungsfrei aus dem Hohlkörper entnommen werden
kann.
[0008] DE 14 34 748 A1 beschreibt eine Schalungsvorrichtung zur Herstellung großformatiger Betonhohlkörper
mit gegeneinander verstellbaren Schalungselementen, die mittels hydraulisch oder pneumatisch
betätigbarer Aktoren beweglich sind zur Kontraktion des Schalungskerns, ausbildend
einen verringerten Schalungskernquerschnitt.
[0009] DE 295 19 298 U1 beschreibt eine Schalungsvorrichtung zur Herstellung kleinformatiger Bauteile, nämlich
von Betonkränzen für Schornsteine. Der Schalungskern wird zur Einstellung der Entnahmekonfiguration
kontrahiert, indem mittels Spindeln der Abstand zwischen gegenüberliegenden Schalungselementen,
und damit der Schalungskernquerschnitt, reduziert wird.
[0010] Problematisch am Stand der Technik sind unter anderem die Verbindungsstellen zwischen
den zueinander bewegbaren Schalungselementen. Diese können zu unerwünschten, versetzten
Flächen am fertigen Betonteil führen, zu Fugen im Betonteil und / oder Rippen am Betonteil.
Außerdem gelingt das bekannte Kontrahieren meist nur in einer bestimmten Umfangsrichtung
des Kerns. Vor allem wenn zusätzlich zu Seiten- auch Boden- und / oder Deckenschalungselemente
für den Schalungskern vorgesehen sind, wird die Mechanik zwischen den einzelnen Schalungselementen
komplex, sowie die Übergänge zwischen den Schalungselementen problematisch. Hinzu
kommt, dass die Mechanik und die Übergangsbereiche durch Gießmassenreste, insbesondere
eines Betonwerkstoffes, beeinträchtigt werden können, wodurch die Gängigkeit und der
Verschleiß der Mechanik zur Herausforderung werden. Das führt nicht zuletzt wegen
erhöhtem Wartungsaufwand zu hohen Fertigungskosten.
[0011] Daher ist es Aufgabe der vorgestellten Erfindung, eine Lösung zum präzisen, kostengünstigen
und einfachen Herstellen eines Hohlkörpers bereitzustellen.
[0012] Gelöst wird die Aufgabe durch einen Schalungskern nach den Merkmalen des Anspruchs
1 und durch ein Herstellungsverfahren nach den Merkmalen des Anspruchs 12. Merkmale
der Erfindung werden nachfolgend erörtert. Weitere vorteilhafte Aspekte, Details und
Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den nebengeordneten und abhängigen
Ansprüchen und aus der Beschreibung.
[0013] Gemäß einem ersten Aspekt betrifft die Erfindung einen Schalungskern zur Herstellung
eines Hohlkörpers aus einer Gießmasse, wobei der Hohlkörper zumindest eine Entnahmeöffnung
aufweist, umfassend eine als Innenschalung bezeichnete, innere Schalwand, und eine
die Innenschalung stützende Stützstruktur, wobei die Innenschalung kontrahierbar ausgebildet
ist, derart, dass der Schalungskern in einer Entnahmekonfiguration einen kleineren
Querschnitt aufweist als in einer Schalungskonfiguration, wobei die Innenschalung
im Wesentlichen einen thermoplastischen Kunststoff aufweist und dazu eingerichtet
ist, dass eine in der Innenschalung wirksame Temperaturverringerung die Kontraktion
der Innenschalung veranlasst, derart, dass der Schalungskern in der Entnahmekonfiguration
durch die Entnahmeöffnung aus dem Hohlkörper zerstörungsfrei entnehmbar ist.
[0014] Mit anderen Worten liegt der Erfindung der Gedanke zugrunde, eine thermisch induzierte
Verformung einer Kunststoff-Innenschalung für die Kontraktion einer Innenschalung
gezielt zu nutzen, insbesondere für eine Verkürzung von Schalwänden und damit einhergehend
für eine verringerte Beabstandung von Schalungselementen. Die Verformung schafft einen
(Entformungs-)Spalt zwischen der Innenschalung und einem im Wesentlichen ausgehärteten
Hohlkörper und löst damit die Innenschalung von der Hohlkörperoberfläche. Der Spalt
kann in der Entnahmekonfiguration vorteilhaft 1 bis 30 mm betragen, vorzugsweise 10
bis 20, besonders bevorzugt 15 mm. Die vorgeschlagene Lösung ist insbesondere vorteilhaft,
als dass eine einfache Umsetzung in der Praxis erfolgen kann, ohne dass es dafür umfassender
Anschaffungen bedarf. Denn die in der Praxis verbreiteten Umgebungsbedingungen im
Hinblick auf Lufttemperatur und Luftfeuchte müssen nicht wesentlich verändert werden.
[0015] Überraschenderweise erweist sich eine Schalwand, welche im Wesentlichen einen thermoplastischen
Kunststoff umfasst, beziehungsweise welche insbesondere aus einem thermoplastischen
Kunststoff besteht, als besonders geeignet, um eine hinreichende Kontraktion bereitzustellen,
so dass eine zerstörungsfreie Entnahme des Schalungskerns aus dem Hohlkörper ermöglicht
ist, das heißt ohne eine Zerstörung beziehungsweise Beschädigung des Hohlkörpers oder
einer Zerstörung der Innenschalung selbst. Erste nichtöffentliche Prototypen habe
gezeigt, dass die erforderliche Temperaturverringerung vergleichsweise gering ist.
Eine bevorzugte Absenkung einer auf die Innenschalung wirksamen Prozesstemperatur
kann beispielsweise zwischen 5 und 50 K betragen, insbesondere zwischen 10 und 40
K, besonders bevorzugt zwischen 15 und 30 K.
[0016] Vorteilhaft kann die Innenschalung einen oder mehrere der nachfolgenden Liste von
Gruppen von Kunststoffen umfassen: Polyethylen (PE), Polyvinyläther (PVE), Polyvinylbutyral
(PVB), Polyvinylacetat (PVA), thermoplastisches Polyurethan (TPU), Acrylate-Polymer.
Bei einem Längenausdehungskoeffizienten von 200 * 10
-6/K bei 20 °C und einer Temperaturdifferenz von circa 50 K kontrahiert PE beispielsweise
um circa 1 %. Die resultierenden Dimensionsänderungen sind ausreichend, um die Innenschalung
von der zumindest teilweise ausgehärteten Gießmasse zu lösen. Insbesondere PVE ist
mechanisch hoch belastbar, verschleißfest und ist gekennzeichnet durch eine ausgeprägte
chemische Beständigkeit. Weiterhin konnte nachgewiesen werden, dass beispielsweise
gegenüber einem Betonwerkstoff keine wesentliche Haftung ausgebildet wird zum Vorteil
einer qualitativ erhöhten Oberflächengüte nach der Entnahme des Schalungskerns aus
dem Hohlkörper. Eine gute Beschichtbarkeit und die Möglichkeit einer präzisen Bearbeitung
sind weitere Vorteile, welche insbesondere mit PVE einhergehen.
[0017] Mutatis mutandis kann alternativ oder zusätzlich eine temperaturunterstützte Expansion
der Innenschalung vorgesehen sein, indem die Kunststoff-Innenschalung dazu eingerichtet
ist, dass eine in der Innenschalung wirksame Temperaturerhöhung die Expansion der
Innenschalung veranlasst. Die Bereitstellung eines Schalungskerns in einer Schalungskonfiguration
mit möglichst großen Bauteilabmessungen können ein vergleichsweises großes Abmessungsdelta
zwischen der Schalungskonfiguration und der Entnahmekonfiguration veranlassen. Dadurch
wird unter anderem die Entnahme vereinfacht, denn bereits geringe positive und / oder
negative Abweichungen von einer Umgebungstemperatur können ausreichen, um eine für
die Entnahmekonfiguration hinreichende Kontraktion zu bewirken. Sofern nachfolgend
eine Kontraktion thematisiert wird, ist im Sinne der Erfindung gleichermaßen eine
Expansion mitumfasst, es sei denn, eine Expansion ist technisch oder ausdrücklich
ausgeschlossen.
[0018] Gemäß einer Ausgestaltung kann bspw. vorgesehen sein, dass die Stützstruktur im Wesentlichen
Kunststoff aufweist und dazu eingerichtet ist, der Kontraktion der Innenschalung zu
folgen.
[0019] Die Stützstruktur dient insbesondere dazu, das Eigengewicht der Innenschalung zu
tragen und die durch das Gewicht der Gießmasse auf die Innenschalung einwirkende Kraft
abzuleiten. Die Innenschalung kann auf der Stützstruktur gelagert sein, beispielsweise
in Art eines Gleitlagers, um die Kontraktionsbewegung der Innenschalung von der Stützstruktur
im Wesentlichen entkoppeln zu können. Alternativ oder zusätzlich können Kopplungspunkte
vorgesehen, in welchen die Innenschalung im Wesentlichen bewegungsintolerant mit der
Stützstruktur verbunden ist. Insbesondere für derartige Kopplungspunkte kann vorgesehen
sein, dass die Stützstruktur im Wesentlichen einen thermoplastischen Kunststoff aufweist,
insbesondere in der Art und / oder in dem Anteil des Kunststoffs der Innenschalung.
Infolgedessen kann neben der in der Innenschalung wirksamen Temperaturverringerung
ebenso eine in der Stützstruktur wirksame Temperaturverringerung vorgesehen sein,
welche gleichermaßen eine Kontraktion veranlasst und somit der Kontraktion der Innenschalung
bevorzugt folgt. Auf diese Weise können unbeabsichtigte Verformungen der Innenschalung
oder Zerstörungen des Schalungskerns vermieden werden.
[0020] Gemäß einer Weiterentwicklung kann optional vorgesehen sein, dass die Stützstruktur
eine Anzahl Rippen aufweist, die zumindest abschnittsweise mehrlagig ausgestaltet
sind.
[0021] Mit anderen Worten können mehrere, insbesondere plattenartige Elemente, die bevorzugt
mittels Klebung und / oder Verschraubung miteinander verbunden sind, eine gemeinsame
Stützrippe ausbilden. Plattenartige Kunststoff-Elemente sind am Markt erhältlich und
können besonders einfach für die vorgesehene Stützstruktur beschafft werden. Vorteilhaft
können einzelne Elemente der Stützrippen im Längsquerschnitt konisch ausgestaltet
sein. Mehrlagige Stützrippen kennzeichnen eine besonders erfinderische Weiterentwicklung,
welcher ein eigenständiger Erfindungswert zugrunde liegt.
[0022] Weiterhin kann in einer Ausgestaltung vorgesehen sein, dass bevorzugt eine Vielzahl
einander stoßende Schalungselemente die Innenschalung ausbildet, insbesondere dass
eine Anzahl Seitenschalungselemente, Deckenschalungselemente und / oder Bodenschalungselemente
die Innenschalung ausbildet, wobei vorzugsweise wenigstens zwei Schalungselemente
entlang eines Stoßes im Wesentlichen gießmassendicht miteinander verbunden sind.
[0023] Insbesondere für die Herstellung großformatiger Hohlkörper kann es erforderlich sein,
dass gemäß einer besonderen Ausgestaltung die Innenschalung Schalungsflächen aufweist,
die besonders bevorzugt eine Quaderform definieren, wobei zwei Schalungsflächen zwei
gegenüberliegende Außenflächen der Quaderform ausbilden. Hierdurch lassen sich Bauteile
herstellen, die einen Hohlraum aufweisen, der in mehreren Raumrichtungen geschlossen
ausgebildet ist, insbesondere in fünf Raumrichtungen. Vorzugsweise bilden die Schalungsflächen
keine Entformungsschrägen aus, insbesondere sollten die Schalungsflächen in Entformungsrichtung
parallel zueinander ausgerichtet sein. Damit lassen sich Hohlkörper mit parallelen
Wandungen erzeugen.
[0024] In einer Weiterentwicklung kann vorgesehen sein, dass insbesondere ein erstes Schalungselement
mit einem zweiten Schalungselement verschraubt ist.
[0025] Eine Verschraubung zweier, einander stoßende Schalungselemente, vorzugsweise mittels
Senkschrauben oder dergleichen, stellt eine besonders einfache und sichere Verbindungsmöglichkeit
dar. Zudem ist eine kraft- bzw. formschlüssige Verbindung besonders vorteilhaft, als
dass keine wesentlichen verbindungstechnisch bedingten Spannungen in die Schalungselemente
eingetragen werden, wie es beispielsweise regelmäßig der Fall ist bei einer stoffschlüssigen
Verbindung, wie bei einer Schweißung oder dergleichen. Erste nicht-öffentliche Versuche
haben gezeigt, dass entsprechende Spannungen das temperaturinduzierte Verformungsverhalten
beeinflussen können, so dass die Maßhaltigkeit einer Schalung im ungünstigen Fall
beeinträchtigt wird.
[0026] Besonders zweckmäßig kann bspw. im Bereich des Stoßes eine Dichtung, vorzugsweise
aus einem Elastomerwerkstoff, angeordnet sein, und zwar unabhängig von der konkreten
Ausgestaltung der Verbindungstechnik. Eine zusätzliche Dichtung kann das unbeabsichtigte
Austreten einer Gießmasse verringern oder unterbinden, was in Verbindung mit einer
Schraubverbindung besonders wirksam ist, da die Anpresskräfte mittels Schraubung einstellbar
sind.
[0027] Eine Schraubverbindung ist fernerhin von Vorteil, da eine Relativbewegung der Schalungselemente
zueinander, insbesondere eine translatorische Bewegung, wahlweise ermöglicht werden
kann, um mögliche, mitunter sehr geringe Kontraktionsunterschiede zwischen Schalungselementen
kompensieren zu können. Dazu kann eine Anzahl Langlöcher, erweiterte Bohrungen und
/ oder Ähnliches in den Schalungselementen vorgesehen sein, so dass ein Schraubenschaft
im Langloch bzw. in der Bohrung Bewegungstoleranzen aufweist.
[0028] In einer Weiterentwicklung kann vorgesehen sein, dass bspw. die Innenschalung wenigstens
fünf Seitenschalungselemente umfasst, wobei vier Seitenschalungselemente parallel
zu einer Entformungsrichtung ausgerichtet sind und ein fünftes Seitenschalungselemente
quer dazu ausgerichtet ist, wobei vorzugsweise jedes der vier Seitenschalungselemente
mit jeweils zwei weiteren der vier Seitenschalungselemente im Wesentlichen gießmassendicht
verbunden ist, und wobei insbesondere das fünfte Seitenschalungselemente mit jedem
der vier weiteren Seitenschalungselementen im Wesentlichen gießmassendicht verbunden
ist.
[0029] Hohlkörper, die als raumbildende, (quasi-)monolithische Bauelemente wie Raumzellen,
Garagen oder dergleichen ausgebildet sind, werden unter entsprechend kontrollierbaren
Bedingungen vorgefertigt und seriell hergestellt. Regelmäßig sind dabei rechtwinklige
Formen gewünscht, weswegen man auf Entformungsschrägen verzichten muss. Der bekannte
Schalungsvorgang dafür nimmt regelmäßig mehrere Stunden in Anspruch und die verwendeten
Schalungsvorrichtungen sind, wie zuvor geschildert, mechanisch sehr komplex. Besonders
vorteilhaft kann der Schalungskern in einer Weiterentwicklung daher wenigstens fünf
Seitenschalungselemente aufweisen, wobei drei Seitenschalungselemente zur Schalung
jeweils einer Seitenwand des Hohlkörpers bestimmt sind und zwei weitere Seitenschalungselemente
der Schalung von Decke beziehungsweise Boden dienen.
[0030] Bevorzugt können Seitenschalungselemente jeweils zwischen einem Decken- und einem
Bodenschalungselement angeordnet sein.
[0031] Der vorliegenden Erfindung liegt die Überlegung zugrunde, die technische Komplexität
der bekannten Schalungskerne wesentlich zu vereinfachen. Die Nutzung einer Innenschalung
mit im Wesentlichen thermoplastischem Kunststoff ermöglicht einen weitestgehenden
Verzicht auf komplexe hydraulische oder pneumatische Schalungssysteme, was mit den
folgenden Vorteilen einhergeht:
▪ Erstens können die Anschaffungskosten herabgesetzt werden, da die Beschaffungskosten
der vorgeschlagenen Innenschalung bzw. Schalungselemente günstiger ist als die Beschaffung
der zuvor genannten, bekannten Systeme.
▪ Zweitens lassen erste Erkenntnisse zu Prototypen den Schluss zu, dass ein mit der
Erfindung einhergehender Wartungsaufwand deutlich geringer ist als bei den bekannten
Systemen. Insbesondere sind geringere Betriebsstoffmengen erforderlich, wie Hydraulikflüssigkeit,
Schmiermittel oder Ähnliches.
▪ Drittens ist ein erfindungsgemäßer Schalungskern deutlich gewichtsreduziert, so
dass durch den damit verbundenen Mobilitätsgewinn neue Anwendungsfelder eröffnet werden,
beispielsweise ein Schalungsprozess vor Ort auf der Baustelle oder ein Schalungsprozess
in bestimmten Regionen, die für Schwerlasttransporte nur schwer oder nur mit erhöhtem
Aufwand erreichbar sind.
▪ Viertens lassen die ersten Prototypen erkennen, dass die Handhabung eines Schalungskerns
vereinfacht wird, da keine Klapp-, Falt- und / oder Zerlegungsmechanismen zum Entformen
erforderlich sind. Dadurch können die Anforderungen an den Kenntnisstand und das Ausbildungsniveau
eines Handhabenden herabgesetzt werden und eine Einweisung kann beschleunigt werden.
▪ Fünftens ermöglicht der vorgeschlagene Ansatz, dass auf Entformungsschrägen im Wesentlichen
verzichtet werden kann.
[0032] Insbesondere bei einer erfindungsgemäßen Benutzung in Entwicklungsländern oder Katastrophengebieten
können die beschriebenen Maßnahmen einen wesentlichen Beitrag leisten, um in einer
schnellen und einfachen Weise (neuen) Wohn- beziehungsweise Schutzraum durch Hohlkörper
in Gestalt von Raumzellen oder dergleichen bereitzustellen.
[0033] Gemäß einer Ausgestaltung kann vorgesehen sein, dass vorzugsweise die Wandstärke
der Innenschalung, insbesondere die Wandstärke eines Schalungselements, zumindest
abschnittsweise mindestens 15 mm beträgt, vorzugsweise zwischen 15 mm und 40 mm beträgt,
besonders bevorzugt zwischen 20 mm und 30 mm.
[0034] In internen Versuchen konnte gezeigt werden, dass Schalwandstärken der genannten
Dimensionen, insbesondere eine Wandstärke von 25 mm, eine temperaturinduzierte Kontraktion
und / oder Expansion der Innenschalung ausbilden können, welche für eine gewünschte
Entnahme- beziehungsweise Schalungskonfiguration hinreichend ist und gleichzeitig
eine hinreichend belastbare Innenschalung ausbildet.
[0035] Fernerhin bietet sich eine nähere Ausgestaltung an, gemäß der bspw. die Innenschalung
ein erstes Schalungselement und ein zweites Schalungselement aufweist, wobei das erste
Schalungselement eine erste Wandstärke aufweist und das zweite Schalungselement zumindest
bereichsweise eine von der ersten abweichende, zweite Wandstärke.
[0036] Vorzugsweise in Abhängigkeit der Schalungsanforderungen, betreffend beispielsweise
die Belastbarkeit der Innenschalung, das Ausmaß der beabsichtigten Kontraktion beziehungsweise
Expansion und / oder das beabsichtige Schalungsgewicht, kann eine Innenschalung bspw.
eine oder mehrere Schalungselemente aufweisen.
[0037] Weiterhin kann vorgesehen sein, dass insbesondere ein Schalungselement im Wesentlichen
einstückig ausgestaltet ist oder mehrere Teile ein Schalungselement bilden. Insbesondere
für großformatige Schalungselemente kann es vorteilhaft sein, mehrere Teile zu einem
Schalungselement zusammenzufügen, um beispielsweise die Anschaffungskosten herabzusetzen.
Mehrere Teile sind zudem logistisch praktikabel, da genehmigungspflichtige Sondertransporte
vermieden werden können. Alternativ oder zusätzlich können bspw. Innenschalung, Schalungselemente
und / oder Schalungselementteile divergierende Wandstärken aufweisen. Die Wandstärkenunterschiede
können dabei zwischen einer Anzahl Schalungselementen und / oder Schalungselementteilen
bestehen. Ebenso können innerhalb eines Schalungselements beziehungsweise eines Schalungselementteils
Bereiche mit unterschiedlichen Wandstärken vorgesehen sein. Durch diese möglichen
Anpassungen kann beispielsweise anwendungsspezifisch eine Erhöhung der Belastbarkeit
mittels vergrößerter Wandstärke verwirklicht werden, wobei Bereiche mit reduzierter
Wandstärke zu einem reduzierten Gesamtgewicht oder zu einer optimierten Gewichtsverteilung
beitragen können. Bereiche unterschiedlicher Wandstärken innerhalb einer Anzahl Schalungselemente
und / oder Schalungselementteile kann beispielsweise mittels Fräsvorgang für einen
bereichsweisen Materialabtrag oder dergleichen geschaffen werden.
[0038] Eine gezielte Ausgestaltung der Wandstärke hat sich zudem im Hinblick auf die thermischen
Eigenschaften als besonders zweckmäßig erwiesen, als dass eine schmale Innenschalung
früher beziehungsweise schneller eine Wärmemenge abgeben kann, und damit einhergehend
kontrahiert, als breitere Wandstärken.
[0039] Vorzugsweise eine Temperiereinrichtung mit einer Anzahl Energieübertragungselementen,
welche energieübertragungswirksam verbunden sind mit der Innenschalung, können gemäß
einer Weiterentwicklung vorgesehen sein.
[0040] Ein möglichst frühes Entschalen eines Hohlkörpers wird bevorzugt, um die Auslastung
einer Schalung und damit die Produktivität zu steigern. Eine Gießmasse ist in Gestalt
eines Hohlkörpers frühestens zu entschalen, nachdem die Gießmasse eine hinreichende
Eigenfestigkeit erreicht hat und handhabbar ist.
Im technischen Gebiet der Betonwerkstoffe wird dieses Mindestmaß der Eigenfestigkeit
mit Grünstandsfestigkeit bezeichnet. Demzufolge kann durch eine zeitpunktoptimierte
Kontraktion unmittelbar nach Erreichen einer hinreichenden Eigenfestigkeit eine Prozessoptimierung
erfolgen. Dazu kann bspw. eine Temperiereinrichtung vorgesehen sein, mit welcher eine
mittels Temperaturverringerung veranlasste Kontraktion der Innenschalung im Hinblick
auf den Zeitpunkt beziehungsweise die Zeitspanne sowie in Bezug auf das Ausmaß regelbar
ist.
[0041] Die Temperiereinrichtung kann eine Temperaturänderung insbesondere mit einer Anzahl
Energieübertragungselementen in der Innenschalung bewirken, und zwar eine Temperaturerhöhung
zur Expansion und / oder eine Temperaturverringerung zur Kontraktion. Beispielsweise
können Energieübertragungselemente aus Metall oder dergleichen vorgesehen, welche
temperiert werden und vorzugsweise unmittelbar der Innenschalung anliegen zur Ausbildung
einer im Wesentlichen konduktiven Wärmeübertragung. Ebenso können die Energieübertragungselemente
beispielsweise eine konvektive, medienbasierte Wärmeströmung umfassen zur Energieübertragung.
Ferner können Energieübertragungselemente beispielsweise eine Strahlungsquelle umfassen,
um Wärme im Wesentlichen berührungslos übertragen zu können. Die beschriebenen Energieübertragungsarten
können einzeln oder in beliebiger Kombination verwirklicht sein.
[0042] In einer Ausgestaltung kann vorgesehen sein, dass bspw. eine Anzahl Energieübertragungselemente
eine Fluidleitung aufweist, wobei eine Fluidleitung zumindest abschnittsweise innerhalb
der Innenschalung verläuft und / oder benachbart zur Innenschalung verläuft. In diesem
Kontext ist eine Anordnung benachbart, sofern bei einer Energieübertragung ein abstandsbedingter
Energieverlust kleiner als 50 % ist. Erste Versuchen haben gezeigt, dass benachbart
einen Außenabstand kleiner / gleich 50 cm umfasst, vorzugsweise kleiner / gleich 25
cm.
[0043] Für eine innerhalb der Innenschalung verlaufende Fluidleitung kann bspw. die Innenschalung
eine Anzahl Kavernen aufweisen, welche eine Durchführung der Fluidleitung ermöglicht.
Alternativ oder zusätzlich kann die Anzahl Kavernen durchströmungswirksam die Fluidleitung
schaffen, ohne dass eine zusätzliche Fluidleitung in Gestalt einer Rohr- und / oder
Schlauchleitung erforderlich wäre. Besonders vorteilhaft können die Fluidleitungen
mit Temperiermitteln beaufschlagt werden, welche dazu eingerichtet sind, Wärmeenergie
zur Innenschalung zu transportieren zur Expansion der Innenschalung und / oder Wärmeenergie
von der Innenschalung abzuleiten zur Kontraktion der Innenschalung. Vorzugsweise ist
eine Vielzahl Fluidleitungen vorgesehen. Vorzugsweise ist die Fluidleitung mit Ausnahme
eines Fluidzugangs fluiddicht ausgebildet. Damit lässt sich ein Kontakt zwischen dem
Fluid und der Gießmasse vermeiden.
[0044] Bevorzugt beträgt die kleinste Erstreckung des Schalungskerns wenigstens zwei Meter.
Damit wird durch Kontraktion der Innenschalung ein hinreichend großer Entformungsspalt
erzeugt und der Schalungskern ist zur Herstellung von raumbildenden Bauelementen,
Raumzellen, Garagen und Ähnlichem geeignet.
[0045] Gemäß einem zweiten Aspekt betrifft die Erfindung eine Schalungsvorrichtung zur Herstellung
eines Hohlkörpers aus einer Gießmasse, wobei der Hohlkörper zumindest eine Entnahmeöffnung
aufweist, umfassend einen Schalungskern mit einer kontrahierbaren als Innenschalung
bezeichneten, inneren Schalwand, und einer als Außenschalung bezeichneten, äußeren
Schalwand, wobei Innenschalung und Außenschalung einen Gießraum begrenzen, welcher
der Geometrie des Hohlkörpers im Wesentlichen entspricht, wobei der Schalungskern
eine Anzahl der zuvor und nachfolgend beschriebenen Merkmale einzeln oder in Kombination
aufweisen kann.
[0046] Die Außenschalung kann bevorzugt eine herkömmlich aus Platten zusammengebaute Form
sein, die zum Entformen demontiert oder abgehoben wird. Alternativ oder zusätzlich
kann vorgesehen sein, dass der Hohlkörper nach dem Aushärten aus der Außenschalung
entnommen wird. Der Schalungskern kann beispielsweise mit Abstandshaltern, insbesondere
aus einer Gießmasse, in der Außenschalung (schwebend) gehalten sein.
[0047] Bevorzugt kann der Gießraum kastenförmig ausgebildet sein, insbesondere mit einem
Boden und vorzugsweise lotrecht an den Boden angrenzenden Wänden, vorzugsweise drei
Wänden. Damit eignet er sich zur Herstellung von kastenförmigen Hohlkörpern.
[0048] In einer bevorzugten Ausgestaltung kann vorgesehen sein, dass die Schalungsvorrichtung
liegend ausgerichtet ist, derart, dass die Entnahmeöffnung im Wesentlichen in horizontaler
Richtung öffnet.
[0049] Insbesondere die elasto-mechanischen Eigenschaften eines Hohlkörpers werden maßgeblich
durch die Verteilung der Gießmasse im Gießraum, beziehungsweise durch die Verteilung
der Bestandteile der Gießmasse, während des Schalvorgangs beeinflusst. Es hat sich
gezeigt, dass eine liegend ausgerichtete Schalungsvorrichtung, das heißt eine in Bezug
auf die Längsachse des Hohlkörpers während des Schalungsvorgangs im Wesentlichen horizontal
ausgerichtete Schalungsvorrichtung, eine positive Wirkung auf die genannten Eigenschaften
hat.
[0050] Ein weiterer Aspekt der Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines Hohlkörpers
aus einer Gießmasse, wobei der Hohlkörper zumindest eine Entnahmeöffnung aufweist,
umfassend die folgenden Schritte: Bereitstellen einer Schalungsvorrichtung mit einer
Außenschalung und einem eine Innenschalung aufweisenden Schalungskern, wobei Außenschalung
und Innenschalung einen Gießraum begrenzen, Befüllen des Gießraums mit einer Gießmasse,
zumindest teilweises Aushärten der Gießmasse, Kontrahieren der Innenschalung mittels
einer in der Innenschalung wirksamen Temperaturverringerung, Entnehmen des Schalungskerns
durch die Entnahmeöffnung.
[0051] Vorzugsweise kann vorgesehen sein, dass der Schalungskern im Wesentlichen in horizontaler
Richtung aus dem Hohlkörper entnommen wird, das heißt in diesem Fall beispielsweise
gezogen wird. Das Entschalen der Außenschalung kann vor oder nach der Entnahme des
Schalungskerns erfolgen.
[0052] In einer bevorzugten Weiterentwicklung kann vorgesehen sein, dass während des Aushärtens
der Gießmasse ein Fluid zur Innenschalung geleitet wird, wobei das Fluid insbesondere
eine Temperatur aufweist, die niedriger ist als eine momentane Temperatur der Gießmasse
beim Abbinden, derart, dass durch die Temperaturverringerung das Kontrahieren der
Innenschalung unterstützt wird.
[0053] Eine aktive Kühlung mit Kühlmitteln, insbesondere (Kühl-)Fluiden, kann die Kontraktion
bspw. beschleunigen, indem der Innenschalung insbesondere Wärmeenergie entzogen wird.
Zudem kann dadurch der Zeitpunkt präzise geregelt werden, in welchem sich eine Entnahmekonfiguration
einstellt, und zwar nach einer ausreichenden Kontraktion der Innenschalung.
[0054] Vorteilhaft kann vorgesehen sein, dass das Verfahren bspw. weiterhin umfasst: Expandieren
der Innenschalung mittels einer in der Innenschalung wirksamen Temperaturerhöhung.
[0055] Das Expandieren der Innenschalung kann erfolgen vor, während und / oder nach dem
Befüllen. Ebenso kann ein Expandieren während des Abbindens erfolgen. Letztere Expansion
ist jedoch nur möglich, solange die Gießmasse hinreichend verform- beziehungsweise
verdrängbar ist, also der Aushärtungsgrad der Gießmasse einen Grenzwert noch nicht
überschritten hat. So ist beispielsweise die Verformung beziehungsweise Verdrängung
eines aushärtenden Betonwerkstoffes nicht mehr möglich, wenn dieser insbesondere die
zuvor erläuterte Grünstandsfestigkeit erreicht hat.
[0056] Gemäß einer bevorzugten Weiterentwicklung kann vorgesehen sein, dass für die Temperaturerhöhung
Wärmeenergie genutzt wird, die beim Aushärten der Gießmasse entsteht.
[0057] Das Aushärten einer Gießmasse ist regelmäßig reaktionsbedingt mit einer Wärmeentwicklung
verbunden. Beispielsweise ist bekannt, dass Betonwerkstoffe beim Aushärten eine sogenannte
Hydratationswärme entwickeln, die beispielsweise nach zwei bis drei Stunden Schalungsdauer
20 K höher liegen kann als die Gießmassentemperatur zu Beginn eines Schalungsvorgangs,
das heißt beim Befüllen eines Gießraums einer Schalungsvorrichtung. Die zunehmende,
in der Innenschalung wirksame Temperatur kann eine Expansion der Innenschalung veranlassen,
so dass die Größe des Gießraums über die Expansionsdauer verringert wird und der Betonwerkstoff
im Gießraum verdrängt und / oder komprimiert wird. Die Ausnutzung der Hydrationswärme
ist besonders vorteilhaft, da im Wesentlichen vorzugsweise keine externe Wärmeenergiezufuhr
erforderlich ist. Dadurch kann das Verfahren besonders ressourcenschonend sein.
[0058] In einer Ausgestaltung kann vorgesehen sein, dass optional zum Expandieren ein Fluid
vor und / oder während des Befüllens des Gießraums und / oder beim Aushärten der Gießmasse
zur Innenschalung geleitet wird, wobei das Fluid insbesondere eine Temperatur aufweist,
die höher ist als eine Temperatur der Gießmasse beim Befüllen des Gießraums.
[0059] Bspw. in Kombination mit der zuvor beschriebenen Nutzung einer reaktionsbedingten
Wärmeentwicklung, oder alternativ dazu, kann eine aktive Temperierung der Innenschalung
beispielsweise mittels eines Temperier-Fluids erreicht werden, welches zur Innenschalung
geleitet wird. Zur Gießmassentemperatur vergleichsweise erhöhte Fluid-Temperaturen
können genutzt werden, um eine Expansion der Innenschalung zu bewirken, und zwar bis
zu dem Zeitpunkt, in welchem die Gießmasse keine weitere Verformung beziehungsweise
Dehnung in den Gießraum mehr erlaubt. Alternativ oder zusätzlich kann ein Temperier-Fluid
zur Kühlung der Innenschalung genutzt werden, indem ein Temperier-Fluid eingeleitet
wird, dessen Temperatur geringer ist als eine momentane Temperatur der Innenschalung.
Die abnehmende Temperatur der Innenschalung bewirkt die Kontraktion, so dass die Innenschalung
beziehungsweise ein Schalungskern zerstörungsfrei entnommen werden kann. Besonders
einfach kann als Fluid bevorzugt Wasser und / oder Wasserdampf genutzt werden, da
Wasser umweltfreundlich ist, regelmäßig verfügbar ist und Kontakt mit der Gießmasse,
beispielsweise mit einem Betonwerkstoff, nach einem teilweisen Aushärten unkritisch
ist.
[0060] Eine aktive Temperierung ist vorteilhaft, da erstens die Expansion des Schalungskerns
ermöglicht beziehungsweise vergrößert werden kann, so dass der Querschnittsunterschied
zwischen Entnahmekonfiguration und Schalungskonfiguration stärker ausgeprägt ist.
Dies erlaubt eine zerstörungsfreie Entnahme. Zweitens kann die Einstellung einer Entnahmekonfiguration
schneller erfolgen zur Verkürzung der Prozesszeiten.
[0061] Vorteilhaft kann bspw. eine Strahlungsquelle vorgesehen sein, deren Strahlen auf
die Innenschalung ausgerichtet sind. Beispielsweise kann eine Infrarotstrahlung genutzt
werden, um die Innenschalung zu erwärmen und damit einhergehend zu expandieren. Strahlungsbasierte
Verfahren sind besonders einfach installier- oder nachrüstbar.
[0062] Ergänzt kann das Verfahren bspw. um einen Schritt sein, gemäß dem die Außenschalung
nach dem zumindest teilweisen Aushärten der Gießmasse entfernt wird. Das Entnehmen
des Schalungskerns kann vor, während oder nach der Entfernung der Außenschalung erfolgen.
[0063] Das Verfahren wird vorzugsweise mit einem Betonwerkstoff ausgeführt, welcher beim
Aushärtenlassen Hydrationswärme abgibt, wobei verfahrensgemäß eine Expansion der Innenschalung
durch diese Hydrationswärme eintritt.
[0064] Besonders vorteilhaft kann vorgesehen sein, dass insbesondere eine zuvor beschriebene
Schalungsvorrichtung, bspw. gemäß Anspruch 11, vorzugsweise mit einem Schalungskern
der vor- und nachfolgend beschriebenen Art, genutzt wird im Rahmen des vorgeschlagenen
Verfahrens.
[0065] Ein weiterer Aspekt der Erfindung betrifft einen Hohlkörper, insbesondere Betonhohlkörper,
vorzugsweise in Art einer Raumzelle, welcher mittels eines Verfahrens der beschriebenen
Art hergestellt wird, insbesondere nach einem Verfahren der Ansprüche 12 bis 15.
[0066] Diese Gestaltungsmerkmale können im Zusammenhang mit der Erfindung verwirklicht werden
oder auch unabhängig von der Erfindung eigenständig erfinderisch sein, und sie können
entweder einzeln und unabhängig voneinander oder auch in einer beliebigen Kombination
verwirklicht werden, einschließlich der Verwirklichung sämtlicher genannter Merkmale,
sofern eine Kombination nicht ausdrücklich oder technisch zwingend ausgeschlossen
ist.
[0067] Weitere Merkmale, Einzelheiten und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus dem Wortlaut
der Ansprüche sowie aus der folgenden Beschreibung von Ausführungsbeispielen anhand
der rein schematischen Zeichnungen, wobei einzelne Merkmale oder eine Kombination
von Merkmalen der dargestellten Ausführungsbeispiele auch unabhängig von der übrigen
Ausgestaltung verwirklicht sein können. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Vorderansicht eines Schalungskerns;
- Fig. 2
- eine Schnittansicht entlang der in Fig. 1 dargestellten Schnittlinie A-A;
- Fig. 3
- eine Schnittansicht entlang der in Fig. 1 dargestellten Schnittlinie B-B; und
- Fig. 4
- eine Übersicht eines Herstellungsverfahrens.
[0068] Fig. 1 zeigt in Art einer Vorderansicht einen Schalungskern 1 einer Schalungsvorrichtung
in Schalungskonfiguration, so dass der Innenschalung 10 des Schalungskerns die einen
Hohlkörper 2 schaffende Gießmasse, hier ein Betonwerkstoff B, unmittelbar anliegt.
Aus Darstellungsgründen nicht eingezeichnet ist eine Außenschalung der Schalungsvorrichtung,
welche gemeinsam mit der Innenschalung 10 einen Gießraum begrenzt, welcher der Geometrie
des herzustellenden Hohlkörpers 2 im Wesentlichen entspricht.
[0069] Die Innenschalung umfasst vier Schalungselemente 11, und zwar zwei Seitenschalungselemente
12, ein Deckenschalungselement 13 und ein Bodenschalungselement 14. Decken- und Bodenschalungselement
13, 14 sind jeweils über die Seitenschalungselemente 12 miteinander verbunden, wobei
die Stöße der Schalungselemente 11 jeweils gießmassendicht und derart ausgestaltet
sind, dass die Seitenschalungselemente 12 zwischen Decken- beziehungsweise Bodenschalungselement
13, 14 angeordnet sind. Nicht dargestellte Senkschrauben schaffen eine dauerhafte
Verbindung der jeweiligen Stöße. Die Seitenschalungselemente 12, das Decken- und das
Bodenschalungselement 13, 14 definieren eine Quaderform, ohne dabei wesentliche Entformungsschrägen
auszubilden. Vielmehr sind die Schalungselemente 11 parallel zur Entformungsrichtung
ER (Fig. 2) ausgerichtet.
[0070] Die Schalungsvorrichtung ist liegend ausgerichtet, so dass die Entnahmeöffnung 20
des Hohlkörpers 2 im Wesentlichen in horizontaler Richtung öffnet.
[0071] In dem dargestellten Ausführungsbeispiel umfassen die Seitenschalungselemente 12,
das Decken- und das Bodenschalungselement 13, 14 bevorzugt jeweils vier Schalungselemente
11, wobei die Schalungselemente 11 aus Polyvinyläther bestehen und eine Wandstärke
von 25 mm aufweisen. Die Seitenschalungselemente 12 sind jeweils 3490 mm lang und
2500 mm breit. Decken- und Bodenschalungselement 13, 14 sind jeweils 3490 mm lang
und 1800 mm breit.
[0072] Verringert sich die auf die Innenschalung 10 wirksame Temperatur, kontrahiert die
Innenschalung 10 zu einer Entnahmekonfiguration, so dass sich die Innenschalung 10
von dem Hohlkörper 2 löst und ein Entformungsspalt geschaffen wird. Der gebildete
Entformungsspalt ist ausreichend, um den Schalungskern 1 in Entformungsrichtung ER
durch die Entnahmeöffnung 20 zerstörungsfrei entnehmen zu können.
[0073] Weiterhin ist in Fig. 1 eine rippenartige Stützstruktur 15 zu sehen, welche die Innenschalung
10 stützt und ebenfalls im Wesentlichen aus Polyvinyläther besteht. Die entlang der
Seitenschalungselemente 12 aufrecht angeordneten Seitenrippen 16 weisen Seitenrippenelement
16k auf, die im Längsquerschnitt konisch ausgestaltet sind und von dem Bodenschalungselement
14 in Richtung des Deckenschalungselements 13 verjüngend ausgestaltet sind. Deckenrippen
und Bodenrippen 17, 18 umfassen Deckrippenbeziehungsweise Bodenrippenelemente 17e,
18e und sind im Wesentlichen gleich lang ausgebildet, wobei vereinzelte Bodenrippenelemente
18h deutlich breiter beziehungsweise höher ausgestaltet sind als die Deckenrippen
17. Einander überdeckende Rippenabschnitte sind mittels gepunkteter Linie dargestellt.
[0074] Eine Schnittansicht entlang der in Fig. 1 dargestellten Schnittlinie A-A zeigt Fig.
2, wobei das zweite Seitenschalungselement 12 aus Darstellungsgründen nicht eingezeichnet
ist. Decken- und Bodenschalungselement 13, 14 liegen dem Betonwerkstoff B des Hohlkörpers
2 unmittelbar an. In einer im Wesentlichen horizontal ausgerichteten Entformungsrichtung
ER kann der Schalungskern 1 in einer Entnahmekonfiguration entnommen werden.
[0075] Die Schalungselemente 11 beziehungsweise die Innenschalung 10 werden durch eine mehrlagige
Stützstruktur 15 gestützt. Elemente der Deckenrippen 17 und der Bodenrippen 18 greifen
dabei jeweils ineinander mit Elementen der Seitenrippen 16, so dass eine besonders
verformungssteife, ineinander verzahnte Stützstruktur 15 geschaffen wird. Die Seitenrippen
16 weisen jeweils zwei konisch geformte Seitenrippenelemente 16k auf mit einer Länge
von 2500 mm, so dass diese Seitenrippenelemente 16k jeweils unmittelbar an die Decken-
und Bodenschalungselemente 13, 14 stoßen. Demgegenüber stehen weitere Seitenrippenelemente
16e Bodenrippenelementen 18e auf, insbesondere den hohen Bodenrippenelementen 18h,
beziehungsweise schließen an Deckenrippenelemente 17e an.
[0076] Mittels Bolzen 19 sind mehrere Rippenelemente 16a, 16k, 17e, 18e, 18h lamellenartig
miteinander verbunden. Sämtliche Rippenelemente 16a, 16k, 17e, 18e, 18h weisen eine
einheitliche Wandstärke von 25 mm auf. Weiterhin kennzeichnet die Stützstruktur 15
dasselbe Kontraktionsverhalten wie die Innenschalung 10, was insbesondere einer verlängerten
Gebrauchstauglichkeit zuträglich ist.
[0077] Eine Schnittansicht entlang der in Fig. 1 dargestellten Schnittlinie B-B zeigt Fig.
3, wobei das Bodenschalungselement 14 aus Darstellungsgründen nicht eingezeichnet
ist. Die Seitenschalungselemente 12 liegen dem Betonwerkstoff B des Hohlkörpers 2
unmittelbar an.
[0078] Eine Deckenrippe 17 weist im Wesentlichen ein Deckenrippenelement 17e auf, an welches
jeweils vier konische Seitenrippenelemente 16k über Rippenflanken seitlich anschließen
und welches endseitig jeweils unmittelbar an die Seitenschalungselemente stößt. Mittels
Bolzen 19 sind die Rippenelemente 16a, 16k, 17e miteinander verbunden.
[0079] Fig. 4 zeigt den Ablauf eines beispielhaften Verfahrens 100 zur Herstellung eines
Hohlkörpers 2 aus einer Gießmasse. Zunächst wird eine Schalungsvorrichtung mit einer
Außenschalung und einem eine Innenschalung 10 aufweisenden Schalungskern 1 bereitgestellt
110, wobei Außenschalung und Innenschalung 10 einen Gießraum begrenzen. Weiterhin
wird der Gießraum mit einer Gießmasse befüllt 120, insbesondere mit einem Betonwerkstoff
B. Vor dem Befüllen werden regelmäßig Bewehrungen in den Gießraum eingebracht und
schwebend gelagert. Nachdem Befüllen 120 erfolgt ein zumindest teilweises Aushärten
130 der Gießmasse, und zwar bis zu einem Aushärtungsgrad, in welchem der Hohlkörper
2 im Wesentlichen monolithisch handhabbar ist. Nach Erreichen eines hinreichenden
Aushärtungsgrads wird die Innenschalung 10 kontrahiert 140 mittels einer in der Innenschalung
10 wirksamen Temperaturverringerung. Durch die Kontraktion 140 wird eine Entnahmekonfiguration
ausgebildet, in welcher der Schalungskern 1 einen kleineren Querschnitt aufweist als
in einer Schalungskonfiguration, insbesondere eine Schalungskonfiguration im Zeitpunkt
des Befüllens 120. Anschließend erfolgt das Entnehmen 150 des Schalungskerns 1 durch
die Entnahmeöffnung 20 des Hohlkörpers 2 in Entformungsrichtung ER.
[0080] Wie zuvor erläutert, wird beim Aushärten 130 des Betonwerkstoffes B Hydrationswärme
freigesetzt, welche auf die Innschalung 10 einwirkt und ein Expandieren der Innenschalung
10 bewirkt. Nach erreichen eines Kulminationspunktes, in welchem die Innenschalung
10 eine möglichst große Expansion eingenommen hat, kann eine aktive Kühlung der Innenschalung
10 erfolgen, beispielsweise mittels Kühlfluid. Das Kühlen der Innenschalung 10 unterstützt
das Kontrahieren 140 und beschleunigt erstens das Aushärten 130 des Betonwerkstoffes
B und zweitens die Prozesszeit bis zur Einstellung der Entnahmekonfiguration.
[0081] Die Erfindung ist nicht auf eine der vorbeschriebenen Ausführungsformen beschränkt,
sondern in vielfältiger Weise abwandelbar.
[0082] Sämtliche aus den Ansprüchen, der Beschreibung und der Zeichnung hervorgehenden Merkmale
und Vorteile, einschließlich konstruktiver Einzelheiten, räumlicher Anordnungen und
Verfahrensschritten, können sowohl für sich als auch in den verschiedensten Kombinationen
erfindungswesentlich sein.
Bezugszeichenliste
[0083]
- 1
- Schalungskern
- 2
- Hohlkörper
- 10
- Innenschalung
- 11
- Schalungselement
- 12
- Seitenschalungselement
- 13
- Deckenschalungselement
- 14
- Bodenschalungselement
- 15
- Stützstruktur
- 16
- Seitenrippe
- 16e
- Seitenrippenelement
- 16k
- konisches Seitenrippenelement
- 17
- Deckenrippe
- 17e
- Deckenrippenelement
- 18
- Bodenrippe
- 18e
- Bodenrippenelement
- 18h
- hohes Bodenrippenelement
- 19
- Bolzen
- 20
- Entnahmeöffnung
- 100
- Herstellungsverfahren
- 110
- Bereitstellen einer Schalungsvorrichtung
- 120
- Befüllen des Gießraums
- 130
- Aushärten der Gießmasse
- 140
- Kontrahieren der Innenschalung
- 150
- Entnehmen des Schalungskerns
- B
- Betonwerkstoff
- ER
- Entformungsrichtung
1. Schalungskern (1) zur Herstellung eines Hohlkörpers (2) aus einer Gießmasse,
wobei der Hohlkörper (2) zumindest eine Entnahmeöffnung (20) aufweist, umfassend
▪ eine als Innenschalung (10) bezeichnete, innere Schalwand,
▪ und eine die Innenschalung (10) stützende Stützstruktur (15),
wobei die Innenschalung (10) kontrahierbar ausgebildet ist, derart, dass der Schalungskern
(1) in einer Entnahmekonfiguration einen kleineren Querschnitt aufweist als in einer
Schalungskonfiguration,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Innenschalung (10) im Wesentlichen einen thermoplastischen Kunststoff aufweist
und dazu eingerichtet ist, dass eine in der Innenschalung (10) wirksame Temperaturverringerung
die Kontraktion der Innenschalung (10) veranlasst, derart, dass der Schalungskern
(1) in der Entnahmekonfiguration durch die Entnahmeöffnung (20) aus dem Hohlkörper
(2) zerstörungsfrei entnehmbar ist.
2. Schalungskern (1) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Stützstruktur (15) im Wesentlichen Kunststoff aufweist und dazu eingerichtet
ist, der Kontraktion der Innenschalung (10) zu folgen.
3. Schalungskern (1) nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Stützstruktur (15) eine Anzahl Rippen (16, 17, 18) aufweist, die zumindest abschnittsweise
mehrlagig ausgestaltet sind.
4. Schalungskern (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass eine Vielzahl einander stoßende Schalungselemente (11) die Innenschalung (10) ausbildet,
insbesondere dass eine Anzahl Seitenschalungselemente (12), Deckenschalungselemente
(13) und / oder Bodenschalungselemente (14) die Innenschalung (10) ausbildet,
wobei wenigstens zwei Schalungselemente (11) entlang eines Stoßes im Wesentlichen
gießmassendicht miteinander verbunden sind.
5. Schalungskern (1) nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass ein erstes Schalungselement (11) mit einem zweiten Schalungselement (11) verschraubt
ist.
6. Schalungskern (1) nach Anspruch 4 oder 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Innenschalung (10) wenigstens fünf Seitenschalungselemente (12) umfasst, wobei
vier Seitenschalungselemente (12) parallel zu einer Entformungsrichtung (ER) ausgerichtet
sind und ein fünftes Seitenschalungselemente (12) quer dazu ausgerichtet ist,
wobei jedes der vier Seitenschalungselemente (12) mit jeweils zwei weiteren der vier
Seitenschalungselemente (12) im Wesentlichen gießmassendicht verbunden ist, und wobei
das fünfte Seitenschalungselemente (12) mit jedem der vier weiteren Seitenschalungselementen
(12) im Wesentlichen gießmassendicht verbunden ist.
7. Schalungskern (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Wandstärke der Innenschalung (10), insbesondere die Wandstärke eines Schalungselements
(11), zumindest abschnittsweise mindestens 15 mm beträgt, vorzugsweise zwischen 15
mm und 40 mm beträgt, besonders bevorzugt zwischen 20 mm und 30 mm.
8. Schalungskern (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Innenschalung (10) ein erstes Schalungselement (11) und ein zweites Schalungselement
(11) aufweist,
wobei das erste Schalungselement (11) eine erste Wandstärke aufweist und das zweite
Schalungselement (11) zumindest bereichsweise eine von der ersten abweichende, zweite
Wandstärke.
9. Schalungskern (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
gekennzeichnet durch
eine Temperiereinrichtung mit einer Anzahl Energieübertragungselementen, welche energieübertragungswirksam
verbunden sind mit der Innenschalung (10).
10. Schalungskern (1) nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass eine Anzahl Energieübertragungselemente eine Fluidleitung aufweist, wobei eine Fluidleitung
zumindest abschnittsweise innerhalb der Innenschalung (10) verläuft und / oder benachbart
zur Innenschalung (10) verläuft.
11. Schalungsvorrichtung zur Herstellung eines Hohlkörpers (2) aus einer Gießmasse,
wobei der Hohlkörper (2) zumindest eine Entnahmeöffnung (20) aufweist, umfassend
▪ einen Schalungskern (1) mit einer kontrahierbaren als Innenschalung (10) bezeichneten,
inneren Schalwand,
▪ und einer als Außenschalung bezeichneten, äußeren Schalwand,
wobei Innenschalung (10) und Außenschalung einen Gießraum begrenzen, welcher der Geometrie
des Hohlkörpers (2) im Wesentlichen entspricht,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Schalungskern (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche ausgestaltet ist, wobei
vorzugsweise die Schalungsvorrichtung liegend ausgerichtet ist, derart, dass die Entnahmeöffnung
(20) im Wesentlichen in horizontaler Richtung öffnet.
12. Verfahren (100) zur Herstellung eines Hohlkörpers (2) aus einer Gießmasse, wobei der
Hohlkörper (2) zumindest eine Entnahmeöffnung (20) aufweist, umfassend die folgenden
Schritte:
▪ Bereitstellen (110) einer Schalungsvorrichtung mit einer Außenschalung und einem
eine Innenschalung (10) aufweisenden Schalungskern (1),
wobei Außenschalung und Innenschalung (10) einen Gießraum begrenzen,
▪ Befüllen (120) des Gießraums mit einer Gießmasse,
▪ Zumindest teilweises Aushärten (130) der Gießmasse,
▪ Kontrahieren (140) der Innenschalung (10) mittels einer in der Innenschalung (10)
wirksamen Temperaturverringerung,
▪ Entnehmen (150) des Schalungskerns (1) durch die Entnahmeöffnung (20).
13. Verfahren (100) nach Anspruch 12,
dadurch gekennzeichnet,
dass während des Aushärtens (130) der Gießmasse ein Fluid zur Innenschalung (10) geleitet
wird, wobei das Fluid eine Temperatur aufweist, die niedriger ist als eine momentane
Temperatur der Gießmasse beim Aushärten (130), derart, dass durch die Temperaturverringerung
das Kontrahieren (140) der Innenschalung (10) unterstützt wird.
14. Verfahren (100) nach Anspruch 12 oder 13,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Verfahren (100) weiterhin umfasst:
▪ Expandieren der Innenschalung (10) mittels einer in der Innenschalung (10) wirksamen
Temperaturerhöhung,
wobei vorzugsweise für die Temperaturerhöhung Wärmeenergie genutzt wird, die beim
Aushärten (130) der Gießmasse entsteht.
15. Verfahren (100) nach Anspruch 14,
dadurch gekennzeichnet,
dass zum Expandieren ein Fluid vor und / oder während des Befüllens (120) des Gießraums
und / oder beim Aushärten (130) der Gießmasse zur Innenschalung (10) geleitet wird,
wobei das Fluid eine Temperatur aufweist, die höher ist als eine Temperatur der Gießmasse
beim Befüllen (120) des Gießraums.