Einleitung
[0001] Die Erfindung betrifft ein Presspolster für den Einsatz in hydraulischen Ein- oder
Mehretagen-Heizpressen,
- mit einem Gewebe aus Schuss- und Kettfäden, jeweils bestehend aus Metall oder aufweisend
einen Metallanteil, sowie
- mit einem Elastomermaterial, das sich in Zwischenräumen zwischen den Schuss- und Kettfäden
des Gewebes befindet und diese vorzugsweise ausfüllt, wobei das Elastomermaterial
in teilvernetzter Form auf das Gewebe aufgebraucht und mit diesem räumlich vereinigt
und in einem vereinigten Zustand endvernetzt ist.
[0002] Darüber hinaus betrifft die Erfindung ein Verfahren zur Herstellung eines Presspolsters,
für den Einsatz in hydraulischen Ein- oder Mehretagen-Heizpressen, das Presspolster
aufweisend
- ein Gewebe aus Schuss- und Kettfäden, jeweils bestehend aus Metall oder aufweisend
einen Metallanteil, sowie
- ein Elastomermaterial, das sich in Zwischenräumen zwischen den Schuss- und Kettfäden
des Gewebes befindet und diese vorzugsweise ausfüllt,
wobei das Elastomermaterial in teilvernetzter Form auf das Gewebe aufgebracht und
mit diesem räumlich vereinigt und in einem vereinigten Zustand endvernetzt wird.
[0003] Derartige Presspolster werden auch als Druckausgleichsgewebe oder Druckausgleichsmatten
bezeichnet und werden benötigt, um in sogenannten Beschichtungspressen für einen hinreichenden
Ausgleich von Maßtoleranzen bei Heizplatten, Pressblechen und Beschichtungsmaterialien
zu sorgen. Für die Beschichtung von Holzwerkstoffplatten, wie beispielsweise Span-,
HDF-, MDF- oder Sperrholzplatten, werden Duroplastharze eingesetzt, die sehr druckempfindlich
bei der Oberflächenausbildung reagieren. Daher sollte in der Beschichtungspresse an
allen Stellen der Oberfläche ein möglichst gleichmäßiger Druck vorherrschen. Die Beschichtung
von Holzwerkstoffplatten wird meist in Ein- oder Mehretagen-Kurztaktpressen ohne Rückkühlung
durchgeführt. Um den Durchsatz bei derartigen Pressenanlagen zu maximieren und den
Energiebedarf zu minimieren, werden möglichst kurze Presszeiten angestrebt, wodurch
der Wärmeverlust an die Umgebung kleingehalten werden kann. Daher sollte die Wärmeübertragung
von den meist mit Thermoöl versorgten Heizplatten der Pressenanlagen über die Pressbleche,
die meist mit einem Oberflächenrelief zur realistischen Holznachbildung versehen sind,
auf die Harzoberflächen möglichst schnell geschehen, da kurze Presszeiten ein wichtiger
ökonomischer Faktor sind.
[0004] Die eingesetzten Duroplastharze können aus Melamin- und/oder Harnstoff- und/oder
Phenolharz bestehen. Bei dekorativen Beschichtungen, wie nachgebildeten Holzoberflächen
oder einer Fliesenoptik, werden größtenteils Melamin- oder Mischharze eingesetzt.
Für die Beschichtung werden Edelzellstoffpapiere mit einem Dekor bedruckt und anschließend
in Imprägnieranlagen mit einer wässrigen Harzlösung getränkt und getrocknet. Bei der
Trocknung werden die Harze bereits vorkondensiert und bei der anschließenden Kühlung
wird die Kondensation gestoppt. Die Endkondensation der Harze geschieht dann anschließend
unter Einwirkung von Druck und Temperatur in den Pressenanlagen.
[0005] Duroplastharze sind Kunststoffe, die nach der Endkondensation nicht mehr in den ursprünglichen
Zustand zurückversetzt werden können. Sie verhalten sich somit gegensätzlich zu sogenannten
Thermoplasten, die auch nach der Aushärtung durch Temperatureinwirkung reversibel
wieder in den schmelzflüssigen Zustand gebracht werden können. Duroplastharze vernetzen
räumlich irreversibel und spalten dabei Wasser und Formaldehyd ab. Aufgrund der unter
den vorherrschenden Druck- und Temperaturbedingungen stattfindenden gasförmigen Abspaltung
von Wasser und Formaldehyd muss das entstehende Gas - wegen des hermetischen Oberflächenabschlusses
durch die eingesetzten metallischen Pressbleche - in die Papierschicht und die Holzoberfläche
diffundieren. Bleiben Gasblasen in der Harzschicht stehen, das heißt, diffundieren
nicht in das Papier oder den Holzwerkstoff, so werden sie bleibend in der Harzoberfläche
eingebettet und ergeben nach der späteren Aushärtung durch die unterschiedlichen Lichtreflexionen
fehlerhafte Oberflächen in Form von sogenannten weißen Flecken. Daher ist es in der
Anfangsphase des Pressvorgangs notwendig, einen schnellen und gleichmäßigen Wärmedurchgang
zu erzielen. Das Presspolster spielt dabei eine wesentliche Rolle in der Wärmeübertragung
und Auspolsterung, das heißt Druckvergleichmäßigung, besonders bei der Herstellung
von sogenannten Flooring-Platten ("Fußbodenlaminat") die aus MDF- oder HDF-Platten
mit sehr harten Oberflächen bestehen. Die Rohdichten dieser Platten betragen bei HDF-Platten
zwischen 800 kg/m
3 und 1000 kg/m
3, so dass diese Platten quasi keine Federeigenschaften aufweisen. Es ist daher besonders
wichtig, ein Presspolster einzusetzen, das über sehr gute Rückstelleigenschaft in
Verbindung mit einem schnellen Wärmedurchgang verfügt.
Stand der Technik
[0006] Aus der
EP 1 300 235 B1 ist ein Presspolster bekannt, das aus einem inneren Stützgewebe in Form eines Drahtgewebes
aus Metallfäden oder einer Mischung von Metallfäden und Kunststofffäden besteht. Dieses
Drahtgewebe wird in eine Form eingelegt, die oben offen ist und in die flüssiger Silikonkautschuk
eingefüllt wird, bei dem es sich um sogenanntes LSR (Liquid Silicon Rubber) -Material
handelt. Das fließfähige Silikonkautschuk-Material wird durch Abrakeln mit einer Art
Schaber, beziehungsweise Spachtel gleichmäßig über der Fläche des Drahtgewebes, das
die gesamte Fläche des späteren Presspolsters einnimmt, verteilt. Zur Steigerung der
Wärmeleitfähigkeit des Presspolsters kann der Silikonkautschuk mit Metallpulver oder
anderen gut wärmeleitfähigen Substanzen versehen werden. Nachdem das Silikonmaterial
gleichmäßig über das Drahtgewebe verteilt ist, wird das Silikonkautschuk-Material
durch Einwirkung von Temperatur in einem Ofen oder einer Pressenanlage ausgehärtet,
wodurch aus dem Silikonkautschuk ein endvernetztes Silikonelastormer entsteht.
[0007] Nachteilig an diesem bekannten Presspolster ist einerseits die aufwendige Herstellung.
Für jede Längen- und Breitenabmessung eines Presspolsters muss eine gesonderte Form
hergestellt werden. Darüber hinaus ist die Prozesstechnik bei der Verarbeitung flüssiger
Silikonkautschuk-Materialien aufwendig und es entsteht eine große Menge von Abfallmaterial.
[0008] Während das vorgenannte Presspolster aufgrund der durchgängigen und geschlossenen
Beschichtung beziehungsweise Ausfüllung mit dem Elastomermaterial eine Art steife
Matte bildet, sind aus dem Stand der Technik auch eine Vielzahl von Presspolstern
bekannt, die im fertigen Zustand als Gewebe ausgebildet sind. So beschreibt die
DE 20 2012 005 265 U1 ein Presspolstergewebe aus hochtemperaturbeständigen Elastomerfäden mit einem Seelenfaden,
wobei die Elastomerfäden in Kett- und/oder Schussrichtung verlaufen können. Darüber
hinaus enthält das bekannte Gewebe Wärmeleitfäden, die in Kett- und/oder Schussrichtung
verlaufen können, die Elastomerfäden kreuzen und einen wärmeleitenden Kontakt an den
Oberflächen des Presspolsters ermöglichen und in dem Verlauf von einer zur anderen
Oberfläche des Presspolsters für einen guten Wärmetransport sorgen. Vor der Vernetzung
der Elastomerfäden sollen die wärmeleitenden Kontaktfäden so ausgerüstet werden, dass
einzelne im wesentlichen freie wärmeleitende Kontaktfläche gebildet wird, wobei die
Fäden durch die Vernetzung fest in dem Elastomerwerkstoff verankert sein sollen. Bei
dem wärmeleitenden Kontaktfäden zu ca. 50 % in den Elastomerwerkstoff eingebettet
sind, kann nur eine begrenzte Wärmemenge von dem Presspolster übertragen werden. Aus
der
EP 0 713 762 A2 ist ein Presspolster für Hoch- und Niederdruckpressen bekannt, das verschiedene Materialien
umfasst. Hierzu zählen zum Beispiel Garn aus aromatischem Polyamid mit Metallfäden,
reine Metallfäden, hitzebeständiges Filament aus Gummi oder einer Gummimischung, hitzebeständiges
Silikon oder Silikonmischungen sowie deren Mischungen mit oder ohne Metallfäden.
[0009] In der
DE 20 2007 019 506 U1 wird ein Presspolster beschrieben, das in einer Laminatpresse eingesetzt werden soll.
Dieses Presspolster umfasst ein Gewebe aus wärmebeständigen Fäden, wobei zumindest
die Kette und/oder der Schuss einen Kern umfasst, der aus mehreren Fäden besteht.
Der Kern ist von einem Mantel aus Elastomermaterial umgeben. Neben den vorgenannten
wärmebeständigen Fäden sind in dem jeweils anderen Fadensystem Metallfäden vorhanden.
Besonders an diesem Presspolster ist die Gestaltung der Aufbau des vorgenannten Fadenkerns,
dessen Einzelfäden im Wesentlichen parallel zueinander und parallel zu der Längsachse
des Kerns verlaufen.
[0010] Die
DE 103 37 403 A1 beschreibt ein Presspolster, dessen Besonderheit darin besteht, dass die Fäden, die
das Polymermaterial aufweisen, einen Anteil eines Gases von mindestens einem Prozent
enthalten, wodurch die Feder- und Rückstelleigenschaften des Presspolsters verbessert
werden sollen. Die
EP 0 842 764 A1 offenbart ein Presspolster aus einem textilen Garn, das unter hoher mechanischer
Beanspruchung eine verlängerte Einsatzdauer zeigen soll. Charakteristisch für dieses
vorbekannte Presspolster ist die Verwendung von schwer entflammbaren Fasern aus einem
Melaminharz.
[0011] Aus der
EP 0 735 949 B1 und der
EP 1 136 248 A1 sind Presspolster bekannt, bei denen die Kettfäden und/oder die Schussfäden ein Silikonelastomer
oder ein Blend- oder Copolymer, bestehend aus Silikonkautschuk und Floursilikonkautschuk,
aufweist. Die das vorgenannte Elastomermaterial aufweisenden Fäden weisen als Seele
einen die Zugfestigkeit erhöhenden und damit die Webbarkeit erst ermöglichenden Seelenfaden
aus Metall auf. Schließlich ist in der
DE 197 00 371 C1 noch ein Verfahren zur Herstellung eines Presspolsters beschrieben, das in einer
Heizpresse zur Herstellung von Hochdrucklaminaten oder zur Oberflächenvergütung von
plattenförmigem Pressgut eingesetzt werden soll. Das Presspolster soll einseitig mit
einem temperaturbeständigen Klebstoff, der beispielsweise in Folienform ausgebildet
sein kann, versehen werden. Damit wird das Presspolstern an den jeweiligen Heizplatten
verklebt. Diese Art der Fixierung soll den Wärmetransport von der Heizplatte auf das
Pressgut verbessern.
[0012] Sämtliche vorgenannten Presspolster können die Anforderungen an eine hohe Wärmeleitfähigkeit
und damit die Ermöglichung kurzer Presszyklen, bei gleichzeitig hoher Temperaturbeständigkeit
des Elastomermaterials und somit langer Lebensdauer des Presspolsters sowie ferner
guten Druckverteilungs- und Rückstelleigenschaften nicht genügen. Im Hinblick auf
die vorgenannte
EP 1 300 235 B1 ist sowohl die Herstellung als auch die Wärmebeständigkeit des Elastomermaterials
als nachteilig zu bezeichnen.
Aufgabe
[0013] Ausgehend von dem Stand der Technik der vorgenannten Art liegt der Erfindung die
Aufgabe zugrunde, ein Presspolster dahingehend weiterzuentwickeln, dass die Wärmeleitfähigkeit
hoch, die Feder- und Rückstelleigenschaften sehr gut und gleichzeitig eine Beständigkeit
gegen Abrasion auch bei sehr hohen Presstemperaturen sowie die Dimensionsstabilität
sehr gut ist.
Lösung
[0014] Ausgehend von einem Presspolster, der eingangs beschriebenen Art wird die vorgenannte
Aufgabe dadurch gelöst, dass das in teilvernetzter Form vorliegende Elastomermaterial
als Flächengebilde auf das Gewebe aufgebracht und mit diesem durch Einwirkung von
Druck und Temperatur räumlich vereinigt und in einem vereinigten Zustand endvernetzt
ist.
[0015] Die Erfindung verlässt somit bewusst das Aufbringen eines fließfähigen Elastomermaterials
(beziehungsweise eines Kautschukmaterials, das nach seiner Endvernetzung das federnde
Elastomermaterial bildet) und nutzt vielmehr zwar ebenfalls ein nur teilvernetztes
Elastomermaterial (beziehungsweise Kautschukmaterial), das allerdings nicht fließfähig,
sondern formstabil ist und als Flächengebilde vorliegt. Unter einem Flächengebilde
im Sinne der vorliegenden Anmeldung ist ein zwar flexibles, aber seine Grundform erhaltendes
Material, beispielsweise in Form einer plastisch verformbaren Platte oder einer plastisch
verformbaren Bahnware oder Folie zu verstehen. Die Dicke des erfindungsgemäß eingesetzten
Flächengebildes aus einem Elastomermaterial beträgt - abhängig von der Dicke des fertigen
Presspolsters - ungefähr zwischen 0,1 mm und 1,5 mm
(Herr Dr. Espe, sind diese Werte zutreffend?). Das Flächengebilde kann als geschlossene Bahnware oder "Platte" ausgebildet sein,
aber auch Löcher oder Durchbrüche aufweisen, die - sofern gewünscht - auch zu einer
inhomogenen Dickenverteilung über die Fläche des Flächengebildes (z.B. mit gleichverteilten
Perforationen) sowie gegebenenfalls auch über die Fläche des Presspolsters führen
können.
[0016] Die Verwendung eines Flächengebildes, also eines formstabilen Materials, hat im Vergleich
mit der aus der
EP 1 300 325 B1 bekannten Verwendung eines flüssigen Kautschukmaterials sowohl Vorteile in der Verarbeitung
als auch in den Materialeigenschaften des auf diese Weise erhaltenen Presspolsters:
In produktionstechnischer Sicht ist die Verarbeitung formstabiler Darreichungsformen
des teilvernetzten Elastomermaterials wesentlich "sauberer" als ein Arbeiten mit flüssigem,
beziehungsweise fließfähigem, Kautschukmaterial: während sich das erfindungsgemäße
Flächengebilde definiert und geometriegenau zerteilen, insbesondere in Teilstücke
beliebiger Größe unterteilen lässt, ist bei dem vorbekannten Prozess des Flüssig-Aufragens
jeweils eine speziell an die späteren Presspolstermaße angepasste Form notwendig,
um ein undefiniertes Fließen des Material zu vermeiden. Darüber hinaus erfordert die
Arbeit mit flüssigem Kautschukmaterial aufwendige Reinigungsprozesse nach dem Beenden
der Arbeit, sowohl bei der Form als auch bei dem Werkzeug.
[0017] Außerdem bietet das bei der Presspolsterherstellung gemäß der
EP 1 300 235 B1 zwingend zu verwendende flüssige Kautschukmaterial (dort: LSR-Silikon) bei der späteren
Verwendung als Presspolster deutlich schlechtere Materialeigenschaften als ein HTV/HCR-Silikon,
das vorzugsweise bei dem erfindungsgemäßen Presspolster bzw. Verfahren eingesetzt
werden kann. Die Vorteile von HTV-Silikonkautschuk und dem daraus erhaltenen HTV-Silikon-Elastomer
sind seine große Hitzebeständigkeit, die bis zu 300° C, in Einzelfällen sogar mehr,
reicht, ohne dass ein Zersetzungsprozess eintritt. HTV-Silikon ist darüber hinaus
deutlich haltbarer als LSR-Kautschuk und widerstandsfähiger gegen Verschleiß sowie
Umwelteinflüsse. Trotz seiner sehr guten mechanischen Festigkeitswerte bleibt HTV/HCR-Silikonelastomer
flexibel und behält seine Eigenschaften über lange Zeiten. Außerdem zeichnet sich
HTV-Elastomermaterial durch seine große Beständigkeit gegen eine Vielzahl von Chemikalien,
insbesondere Öle und Lösungsmittel, aus.
[0018] Trotz seiner Formbeständigkeit besitzt das erfindungsgemäß verwendete Flächengebilde
aus dem teilvernetzten Elastomermaterial eine solche "Rest-Fließfähigkeit" beziehungsweise
zumindest plastische Verformbarkeit, dass das Elastormermaterial in die Zwischenräume
des Gewebes hineingedrückt werden kann und diese Zwischenräume - zumindest größtenteils
- ausfüllt. Ein derartiger "Vereinigungsprozess" zwischen dem stützenden Gewebe und
dem umgebenden, beziehungsweise ausfüllenden, Elastomermaterial kann erstaunlicherweise
- wie in entsprechenden Versuchen herausgefunden wurde - sogar einseitig erfolgen,
das heißt es wird lediglich von einer Seite des Gewebes her ein Flächengebilde in
die Gewebezwischenräume eingepresst. Auf diese Weise wird nach der Endvernetzung des
Elastomermaterials ein klassischer Verbundwerkstoff erzeugt, bei dem das Gewebe die
Verstärkungsphase bildet ("Stützgewebe") und das Elastomermaterial die sogenannte
Matrix.
[0019] Alternativ zu der vorstehend beschriebenen einseitigen Aufbringung beziehungsweise
Einbringung des Elastomermaterials in das Flächengebilde, ist es auch möglich und
besonders vorteilhaft, wenn von beiden Seiten des Gewebes her jeweils aus teilvernetztem
Elastomermaterial bestehendes Flächengebilde aufgebracht ist und vorzugsweise das
Elastomermaterial symmetrisch zu einer Mittelebene des Gewebes ausgerichtet ist. Der
von dem unter Druck fließenden Teil von Elastomermaterial zurückzulegende Weg bis
zu einer quasi-vollständigen Ausfüllung der Zwischenräume des Gewebes ist in diesem
Fall nur halb so groß wie bei einer einseitigen Auf- beziehungsweise Einbringung.
[0020] Wenn zumindest auf einer Seite des Presspolsters Teilbereiche des Gewebes, vorzugsweise
Kröpfungen der Schuss- und/oder Kettfäden des Gewebes, über jeweils einer Oberfläche
des Elastomermaterials vorstehen, ist die Wärmeleitfähigkeit des so erhaltenen Presspolsters
besonders hoch, was insbesondere dann gilt, wenn die Schuss- und/oder Kettfäden des
Gewebes aus Metall bestehen.
[0021] Besonders vorteilhaft ist es, wenn das Elastomermaterial ein Silikonelastomer oder
ein Fluorelastomer oder ein Fluorsilikonelastomer oder ein Co- oder Blendelastomer
aus einem der vorgenannten Elastomermaterialien ist.
[0022] Eine Ausgestaltung der Erfindung besteht darüber hinaus darin, dass das Elastomermaterial
aus einem Silikonkautschuk der Gattung HTV/HCR oder einem Fluorkautschuk oder einem
Fluorsilikonkautschuk jeweils mit niederviskoser Einstellung hergestellt ist.
[0023] Gemäß einer Weiterbildung des erfindungsgemäßen Presspolsters ist es vorgesehen,
dass Kettfäden, vorzugsweise sämtliche Kettfäden, des Gewebes und/oder Schussfäden,
vorzugsweise sämtliche Schussfäden, des Gewebes aus einer Mehrzahl von einzelnen Drähten,
die vorzugsweise miteinander verlitzt sind, bestehen und/oder mindestens einen Kunststofffaden,
vorzugsweise aus einem aromatischen Polyamid oder aus einem Melaminharz, aufweisen,
der vorzugsweise mit den Drähten der betreffenden Kett- und/oder Schussfäden des Gewebes
verlitzt ist oder deren Seelenfaden bildet.
[0024] Um die Wärmeleitfähigkeit zu steigern, können in das Flächengebilde des Elastomermaterials
wärmeleitende Partikel, insbesondere Metallpartikel oder Quarzpartikel oder solche
aus Bariumtitanat, Berylliumoxid oder Aluminiumoxid, eingebettet sein.
[0025] Ausgehend von einem Verfahren der eingangs beschriebenen Art wird die zugrunde liegende
Aufgabe dadurch gelöst, dass das in teilvernetzter Form vorliegende Elastomermaterial
als Flächengebilde auf das Gewebe aufgebracht und mit diesem durch Einwirkung von
Druck und Temperatur räumlich vereinigt und in einem vereinigten Zustand endvernetzt
wird. Die bereits weiter oben in Verbindung mit dem erfindungsgemäßen Presspolster
beschriebenen Vorteile ergeben sich in gleicher Weise bei der Ausführung des erfindungsgemäßen
Verfahrens.
[0026] Die Herstellung des erfindungsgemäßen Presspolsters kann auf besonders rationelle
und effiziente Weise erfolgen, wenn das Flächengebilde aus dem teilvernetzten Elastomermaterial
und/oder das Gewebe als Bahnmaterial vorliegt und dass
- Elastomer-Bahnmaterial und Gewebe-Bahnmaterial oder
- Elastomer-Bahnmaterial und das Gewebe oder
- das Flächengebilde aus Elastomermaterial und Gewebe-Bahnmaterial
[0027] in einer Vereinigungszone räumlich vereinigt werden und in einer Vernetzungszone
endvernetzt werden, wobei vorzugsweise in einer einzigen Vereinigungszone Elastomermaterial,
insbesondere Elastomer-Bahnmaterial, von zwei Seiten an das Gewebe heran und in dessen
Zwischenräume hineingeführt wird. Die Verwendung von Bahnmaterial ermöglicht die Ausführung
des erfindungsgemäßen Verfahrens als kontinuierlichen Prozess und bietet den Vorteil
einer hohen Produktivität in Verbindung mit geringen Verlusten oder Abfällen. So kann
beispielsweise aus einer Bahn des Gewebes und einer Bahn oder zwei Bahnen des Flächengebildes
fortlaufend durch Vereinigen und Endvernetzen eine Bahn des erfindungsgemäßen Presspolsters
erzeugt werden. Diese kann zu einem späteren Zeitpunkt in durch bloßes Ablägen oder
zusätzlich auch noch Reduzieren in der Breite in einzelne Presspolster mit den benötigten
Längen- und Breitenmaßen konfektioniert werden. Zuvor ist zur besseren Lagerung und
zwecks Transports auch die Aufwicklung der Presspolsterbahn zu einer Rolle, beziehungsweise
zu einem Wickel, möglich. Ebenso kann das Gewebe zuvor von einer Rolle, beziehungsweise
einem Wickel, abgewickelt und dem Vereinigungs- und Endvernetzungsprozess zugeführt
werden. Gleiches gilt für das Flächengebilde des Elastomermaterials. Dieses Flächengebilde
lässt sich aber auch unmittelbar vor dem Vereinigungs- und Endvernetzungsprozess durch
entsprechende Extrusion als Bahn herstellen und ohne Zwischenlagerung oder Größen-
beziehungsweise Formatänderung sogleich zu der gewünschten Presspolsterbahn weiterverarbeiten.
[0028] Während es grundsätzlich möglich ist, dass die Vereinigungszone und die Endvernetzungszone
räumlich auseinanderfallen, ist es zu bevorzugen, dass diese räumlich zusammenfallen
oder sich räumlich zumindest zu einem überwiegenden Flächenanteil überlappen. Die
Kompaktheit einer Anlage zur Durchführung des erfindungsgemäßen Herstellverfahrens
wird dadurch verbessert. Das Ergebnis des Vereinigungsvorgangs von Gewebe- und Flächengebilde,
das heißt teilvernetztem Elastomermaterial, wird durch Temperaturerhöhung und die
damit einhergehende Viskositätserniedrigung verbessert, wobei hierdurch sogleich der
Endvernetzungsprozess in Gang gesetzt wird. Beide Prozesse, nämlich der der Vereinigung
und der der Endvernetzung lassen sich mitunter räumlich und zeitlich bei dem erfindungsgemäßen
Verfahren kaum unterscheiden, beziehungsweise gehen ineinander über. Bei einer Trennung
von Vereinigung und Endvernetzung kann letztere beispielsweise in einem gesonderten
Ofen, beziehungsweise einer Wärmebehandlungszone erfolgen, wobei dies sowohl für einen
kontinuierlichen, durchlaufenden Prozess gilt, wie auch für einen intermittierenden
Prozess, bei dem sukzessive vorkonfektionierte Gewebestücke bestimmter Größe mit ebenfalls
vorkonfektionierten Stücken des Flächengebildes (von meist übereinstimmender Größe)
miteinander vereinigt werden und sodann in einer als Ofen oder Wärmebehandlungskammer
ausgeführten Endvernetzungszone "ausvulkanisiert", das heißt endvernetzt, werden.
Als besonders vorteilhaft hat es sich herausgestellt, wenn die Vereinigungszone sich
in einer Andruckwalzen-Einrichtung, insbesondere einem Kalander, befindet, die mindestens
zwei Andruckwalzen aufweist, deren Drehachsen parallel zueinander ausgerichtet sind
und die zwischen sich einen parallel zu den Drehachsen verlaufenden Spalt begrenzen,
dessen Breite geringer ist als eine Summe aus der Dicke des Gewebes und der Dicke
des Flächengebildes aus dem Elastomermaterial oder den Dicken zweier auf gegenüberliegenden
Seiten an das Gewebe herangeführten Flächengebilden. Die zuvor beschriebene Andruckwalzen-Einrichtung
ist insbesondere als sogenannter Kalander bekannt, der allerdings nicht als eine Art
Extruder, sondern vielmehr eine Art "Laminiereinrichtung" dient. Die Vereinigungszone
wird hier von besagtem Spalt gebildet. Auch die Endvernetzungszone kann sich in dem
Spalt befinden, wobei in diesem Fall die den Spalt ausbildenden Andruckwalzen typischerweise
beheizt sind (oder eine Heizeinrichtung den Spaltbereich von außen aufheizt) und die
zur Endvernetzung erforderliche Temperatur in das teilvernetzte Elastomermaterial
einbringen.
Ausführungsbeispiele
[0029] Die Erfindung wird nachfolgend anhand einer Vorrichtung zur Durchführung des erfindungsgemäßen
Verfahrens und zur Herstellung des erfindungsgemäßen Presspolsters näher beschrieben.
Es zeigt:
- Fig. 1:
- eine schematische Ansicht einer Vorrichtung mit einer Andruckwalzen-Einrichtung und
- Fig. 2:
- einen Querschnitt durch ein Presspolster, hergestellt mit einer Vorrichtung gemäß
Fig. 1
[0030] Eine in Figur 1 abgebildete Vorrichtung 1 zur Herstellung eines Presspolsters 2 weist
eine Andruckwalzen-Einrichtung 3, eine erste Abwickeleinrichtung 4, eine zweite Abwickeleinrichtung
5 und eine dritte Abwickeleinrichtung 6 auf. Darüber hinaus gehört auch eine Aufwickeleinrichtung
7. Letztere dient der Aufwicklung des in Form von Bahnware anfallenden und aus der
Andruckwalzen-Einrichtung 3 austretenden Presspolsters 2. Um ein einzelnes Presspolster
mit individuellen Abmessungen zu erzeugen, ist ein Ablängen der Bahnware sowie ein
eventuelles weiteres Zuschneiden zur Breitenreduzierung erforderlich.
[0031] Die Andruckwalzen-Einrichtung 3 umfasst eine obere Andruckwalze 8 und eine untere
Andruckwalze 9, die parallel zueinander ausgerichtet sind und zwischen sich einen
Spalt S begrenzen, durch den eine Bahn eines auf der Abwickeleinrichtung 5 aufgewickelten
Gewebes 10 und jeweils eine Bahn eines Flächengebildes 11 aus einem teilvernetzten
Elastomermaterial, die auf den beiden Abwickeleinrichtungen 6 und 7 aufgewickelt ist,
führbar ist. Die beiden Bahnen des Flächengebildes 11 werden auf gegenüberliegenden
Seiten eines Gewebes 10 an dieses herangeführt. Zur exakten Führung sowohl der beiden
Bahnen des Flächengebildes 11 als auch des Gewebes 10 sind diverse Führungswalzen
F vorhanden, zwischen den die jeweilige Bahn führbar ist.
[0032] Aufgrund des sich verjüngenden Spalts S werden die beiden Bahnen des Flächengebildes
11 von beiden Seiten in die Zwischenräume in dem Gewebe 10 gepresst, was daraus resultiert,
dass die lichte Breite des Spaltes S zwischen den beiden Andruckwalzen 8 und 9 (gemessen
ohne hindurchgeführtes Gewebe 10 sowie ohne die beiden hindurchgeführten Flächengebilde
11) geringer ist als die Summe der Dicken des Gewebes 10 sowie der zwei Flächengebilde
11, vorzugsweise gleich der oder geringer als die Dicke des Gewebes 10 ist.
In letzterem Fall wird das Material der beiden plastisch verformbaren Flächengebilde
11 vollständig in das Gewebe 10 hineingedrückt. Die Gewebezwischenräume werden dabei
im Wesentlichen vollständig ausgefüllt und die Kett- und Schussfäden des Gewebes 10
eng von dem Elastomermaterial umschlossen.
[0033] Ist die Dicke des Gewebes 10 kleiner als die Breite des Spaltes S, wird das Gewebe
10 bei dem Spaltdurchgang elastisch komprimiert, weshalb nach dem Spaltdurchgang das
Gewebe 10 wieder expandiert, wobei metallische Fäden (hier: die Kettfäden, alternativ
oder zusätzlich aber auch die Schussfäden) des Gewebes 10 aus dem Elastomermaterial
heraustreten und somit aufgrund des Überstands über eine Oberfläche oder beide Oberflächen
des fertigen Presspolsters 2 eine besonders hohe Wärmeleitfähigkeit beim späteren
Einsatz des Presspolsters im Pressbetrieb bietet.
[0034] Eine Endvernetzung des Elastomermaterials findet entweder im Bereich des Spaltes
S zwischen den beiden Andruckwalzen 8 und 9 (wozu eine davon oder beide beheizbar
ist bzw. sind) oder in einer nachgeschalteten Heizeinrichtung 12 statt. Letztere ist
insbesondere dann zu bevorzugen, wenn ein wie vorstehend beschriebener Überstand von
Metallfäden des Gewebes 10 über eine Oberfläche O oder beide Oberflächen O des Presspolsters
2 erreicht werden soll. Die Temperatur, bei der die Endvernetzung stattfindet, sollte
zwischen 140 °C und 180 °C stattfinden.
[0035] Das in Figur 2 im Schnitt schematisch gezeigte Gewebe 10 besteht aus Kettfäden 13,
im Wesentlichen bestehend aus Kupfer, in Form von sechs miteinander verlitzten Einzelfäden
aus Kupferdraht mit einem Durchmesser von 0,20 mm und einem stabilisierenden Kunststofffaden
aus Meta-Aramid mit einem Durchmesser von 0,25 mm und aus Schussfäden 14, im Wesentlichen
bestehend aus Messing, in Form von sieben miteinander verlitzten Einzelfäden aus Messingdraht
mit einem Durchmesser von 0,20 mm. Das Gewebe 10 ist in Tuchbindung hergestellt, die
Schusszahl betrug 400/m. Die Dicke des "unbeschichteten" ("ungefüllten") Gewebes 10
beträgt ca. 2,2 mm bis 2,5 mm.
[0036] Jede Bahn des elastomeren (vorvernetzter Kautschuk) Flächengebildes 11 besteht aus
HTV/HCR-Silikon mit niedriger Viskositätseinstellung, besitzt ein Flächengewicht von
ca. 700 g/m
2 bis 1.400 g/m
2 und eine Dicke von ca. 0,5 mm bis. 1,0 mm.
[0037] Das nach der unter Wärmeeinwirkung Vereinigung im Spalt S erhaltene Presspolster
2 besitzt weiterhin die ursprüngliche Dicke des Gewebes 10 (ca. 2,20 mm bis 2,50 mm),
weil das Elastomermaterial E der Flächengebilde 11 vollständig in den Zwischenräumen
des Gewebes 10 aufgenommen wurde und sogar die Fäden des Gewebes 10 einen leichten
beidseitigen Überstand über die Presspolsteroberflächen aufweisen, um den Wärmeübergang
mittels metallischen Kontakt zu der Heizplatte/dem Pressblech zu steigern. Das Flächengewicht
des fertigen Presspolsters 2 beträgt ca. 3.900 g/m
2 bis 4.000 g/m
2.
Bezugszeichenliste
[0038]
- 1
- Vorrichtung
- 2
- Presspolster
- 3
- Andruckwalzen-Vorrichtung
- 4
- Abwickeleinrichtung
- 5
- Abwickeleinrichtung
- 6
- Abwickeleinrichtung
- 7
- Aufwickeleinrichtung
- 8
- obere Andruckwalze
- 9
- untere Andruckwalze
- 10
- Gewebe
- 11
- Flächengebilde
- 12
- Heizeinrichtung
- 13
- Kettfaden
- 14
- Schussfaden
- F
- Führungswalze
- E
- Elastomermaterial
- S
- Spalt
- O
- Oberfläche
- Ü
- Überstand
1. Presspolster (2), für den Einsatz in hydraulischen Ein- oder Mehretagen-Heizpressen,
- mit einem Gewebe (10) aus Schuss-(14) - und Kettfäden (13), jeweils bestehend aus
Metall, sowie
- mit einem Elastomermaterial, das sich in Zwischenräumen zwischen den
Schuss- (14) und Kettfäden (13) des Gewebes (10) befindet und diese vorzugsweise ausfüllt,
wobei das Elastomermaterial in teilvernetzter Form auf das Gewebe (10) aufgebracht
und mit diesem räumlich vereinigt und in einem vereinigten Zustand endvernetzt ist,
dadurch gekennzeichnet, dass
das in teilvernetzter Form vorliegende Elastomermaterial als Flächengebilde (11) auf
das Gewebe (10) aufgebracht und mit diesem durch Einwirkung von Druck und Temperatur
räumlich vereinigt und in einem vereinigten Zustand endvernetzt ist.
2. Presspolster nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass von beiden Seiten des Gewebes (10) her jeweils aus teilvernetztem Elastomermaterial
bestehendes Flächengebilde (11) aufgebracht ist und vorzugsweise das Elastomermaterial
symmetrisch zu einer Mittelebene des Gewebes (10) ausgerichtet ist.
3. Presspolster nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest auf einer Seite des Presspolsters (2) Teilbereiche des Gewebes (10), vorzugsweise
Kröpfungen der Schuss- (14) und/oder Kettfäden (13) des Gewebes (10), über jeweils
einer Oberfläche (O) des Elastomermaterials vorstehen.
4. Presspolster nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Elastomermaterial ein Silikonelastomer oder ein Fluorelastomer oder ein Floursilikonelastomer
oder ein Co- oder Blendelastomer aus einem der vorgenannten Elastomermaterialien ist.
5. Presspolster nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Elastomermaterial aus einem Silikonkautschuk der Gattung HTV/HCR oder einem Fluorkautschuk
oder einem Fluorsilikonkautschuk jeweils mit niederviskoser Einstellung hergestellt
ist.
6. Presspolster nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass Kettfäden (13), vorzugsweise sämtliche Kettfäden (13), des Gewebes (10) und/oder
Schussfäden (14), vorzugsweise sämtliche Schussfäden (14), des Gewebes (10) aus einer
Mehrzahl von einzelnen Drähten, die vorzugsweise miteinander verlitzt sind, bestehen
und/oder mindestens einen Kunststofffaden, vorzugsweise aus einem aromatischen Polyamid
oder aus einem Melaminharz, aufweisen, der vorzugsweise mit den Drähten der betreffenden
Kett (13)- und oder Schussfäden (14) des Gewebes (10) verlitzt ist oder deren Seelenfaden
bildet.
7. Presspolster nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass in das Flächengebilde (11) des Elastomermaterials wärmeleitende Partikel, insbesondere
Metallpartikel oder Quarzpartikel oder solche aus Bariumtitanat, Berylliumoxid oder
Aluminiumoxid, eingebettet sind.
8. Verfahren zur Herstellung eines Presspolsters (2), für den Einsatz in hydraulischen
Ein- oder Mehretagen-Heizpressen, das Presspolster (2) aufweisend
- ein Gewebe (10) aus Schuss- (14) und Kettfäden (13), jeweils bestehend aus Metall,
sowie
- ein Elastomermaterial, das sich in Zwischenräumen zwischen den Schuss
(14)- und Kettfäden (13) des Gewebes befindet und diese vorzugsweise ausfüllt,
wobei das Elastomermaterial in teilvernetzter Form auf das Gewebe (10) aufgebracht
und mit diesem räumlich vereinigt und in einem vereinigten Zustand endvernetzt wird,
dadurch gekennzeichnet, dass das in teilvernetzter Form vorliegende Elastomermaterial als Flächengebilde (11)
auf das Gewebe (10) aufgebracht und mit diesem durch Einwirkung von Druck und Temperatur
räumlich vereinigt und in einem vereinigten Zustand endvernetzt wird.
9. Verfahren nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet, dass das Flächengebilde (11) aus dem teilvernetzten Elastomermaterial und/oder das Gewebe
(10) als Bahnmaterial vorliegt und dass
- Elastomer-Bahnmaterial und Gewebe-Bahnmaterial oder
- Elastomer-Bahnmaterial und das Gewebe oder
- das Flächengebilde (11) aus Elastomermaterial und Gewebe-Bahnmaterial
in einer Vereinigungszone räumlich vereinigt werden und in einer Vernetzungszone endvernetzt
werden, wobei vorzugsweise in einer einzigen Vereinigungszone Elastomermaterial, insbesondere
Elastomer-Bahnmaterial, von zwei Seiten an das Gewebe (10) heran und in dessen Zwischenräume
hineingeführt wird.
10. Verfahren nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Vereinigungszone und die Endvernetzungszone räumlich auseinanderfallen oder räumlich
zusammenfallen oder sich räumlich zumindest zu einem überwiegenden Flächenanteil überlappen.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Vereinigungszone sich in einer Andruckwalzen-Einrichtung (3), insbesondere einem
Kalander, befindet, die mindestens zwei Andruckwalzen (8, 9) aufweist, deren Drehachsen
parallel zueinander ausgerichtet sind und die zwischen sich einen parallel zu den
Drehachsen verlaufenden Spalt (S) begrenzen, dessen Breite geringer ist als eine Summe
aus der Dicke des Gewebes (10) und der Dicke des mindestens einen Flächengebildes
(11) aus dem Elastomermaterial oder den dicken zweier auf gegenüberliegenden Seiten
an das Gewebe (10) herangeführten Flächengebilden (11).