[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum automatischen Öffnen einer Tür,
ein automatisches Türöffnungssystem zum automatischen Öffnen einer automatischen Tür,
sowie eine entsprechende automatische Tür. Ferner betrifft die Erfindung noch ein
entsprechendes Computerprogrammprodukt für solche automatische Türöffnungssysteme
bzw. automatische Türen, sowie ein computerimplementiertes Verfahren zum Verarbeiten
von Bewegungsdaten zur Entscheidung eines Öffnungsvorgangs einer automatischen Tür.
Schließlich betrifft die Erfindung ein Verfahren zum Übertragen von Betriebsinformationen
einer automatischen Basis-Tür auf eine weitere automatische Tür sowie ein System zum
Steuern von Zugängen durch automatische Türen.
[0002] Auf dem Gebiet der automatischen Türen, beispielsweise Drehtüren oder Schiebetüren,
ist bekannt, dass unterschiedliche Sensorvorrichtungen zum Einsatz kommen, um Personenbewegungen
in dem entsprechenden Erfassungsbereich vor der Tür zu erkennen und daraufhin die
Tür automatisch zu öffnen oder beispielsweise offen zu halten bzw. einen ansonsten
erfolgenden Schließvorgang zu unterdrücken.
[0003] Dabei ist im Stand der Technik auch das Problem bekannt, dass nicht jegliche Personenbewegungen
zu einer Öffnungsbewegung der Tür bzw. zu einem Offenhalten führen sollte, sondern
nur solche beobachteten Bewegungen, die auch von einer Person mit einem tatsächlichen
Begehungswunsch verursacht worden sind. Ein bekanntes Problem ist etwa, dass Querverkehr,
also nur an der entsprechenden Tür vorbeilaufende Personen, häufig zu ungewünschten
Öffnungsbewegungen der Tür führen. Zwar kann bei intelligenteren Türsystemen diese
falsche Türöffnungsbewegung manchmal auch nach der Initiierung erkannt werden und
die noch nicht ganz geöffnete Tür nochmals zugefahren werden, jedoch führen insgesamt
solche ungewünschten Öffnungsbewegungen oder ungewünscht langes Offenhalten von Türen
einerseits zu einer erhöhten Energieverbrauch, sowie auch zu einem größeren Verschleiß
der Tür und schließlich häufig auch zu einem Energieverlust von beheizten oder aber
auch gekühlten Räumen, insbesondere beispielsweise von Innenräumen eines Gebäudes,
wenn es sich etwa um eine automatische Außentüre handelt.
[0004] Ein Lösungsansatz, automatische Türen mit weniger solcher Fehlöffnungen zu betreiben,
ist in der
EP 4 095 341 B1 offenbart, von der die vorliegende Erfindung ausgeht und deren Inhalt in die vorliegende
Anmeldung als Referenz mit einbezogen sein soll. Gemäß
EP 4 095 341 B1 ist ein Lösungsansatz, die beobachteten Personen bzw. entsprechenden Bilddaten genauer
hinsichtlich etwa der Körperhaltung, Blickrichtung oder auch Fußstellung zu analysieren
und mithilfe dieser Informationen auf einen Begehungswunsch rückzuschließen, also
zu entscheiden, ob die die automatische Tür geöffnet werden bzw. geöffnet bleiben
soll oder eben nicht.
[0005] Das bekannte System kann jedoch noch dahingehend weiterentwickelt werden, dass es
für mehrere automatische Türen optimiert wird und mehrere hinsichtlich ihrer Charakteristika
wie etwa dem genauen Einsatzgebiet der Tür unterschiedliche Türen mit spezifischen
optimierten Systemen ausgestattet werden können.
[0006] Vor diesem Hintergrund ist es eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren
zum automatischen Öffnen einer Tür bereitzustellen, sowie ein automatisches Türöffnungssystem,
eine automatische Tür, ein entsprechendes Computerprogrammprodukt und ein computerimplementiertes
Verfahren zum Verarbeiten von Bewegungsdaten zur Entscheidung eines Öffnungsvorgangs
einer automatischen Tür bereitzustellen, mit dem bzw. mit der wenigstens eines der
oben beschriebenen Probleme adressiert wird. Insbesondere ist es eine Aufgabe, die
Fehlöffnungsvorgänge weiter zu reduzieren, indem die Türsteuerung auf das konkrete
Einsatzgebiet der Tür angepasst wird. Schließlich ist eine Aufgabe der Erfindung,
ein Verfahren zum Übertragen von Betriebsinformationen einer automatischen Basis-Tür
auf eine weitere automatische Tür sowie ein System zum Steuern von Zugängen durch
automatische Türen bereitzustellen, mit dem wenigstens eines der oben beschriebenen
Probleme adressiert wird. Insbesondere ist es eine Aufgabe, automatische Türen schneller
bzw. mit weniger Aufwand mit einer derart intelligenten Steuerung auszustatten, dass
Fehlöffnungsvorgänge weiter reduziert werden.
[0007] Diese Aufgabe wird in Bezug auf ein Verfahren zum automatischen Öffnen einer Tür
gemäß den Merkmalen des Oberbegriffs von Anspruch 1 durch die Merkmale des kennzeichnenden
Teils von Anspruch 1 gelöst, in Bezug auf ein automatisches Türöffnungssystem gemäß
den Merkmalen des Oberbegriffs von Anspruch 9 durch die Merkmale des kennzeichnenden
Teils von Anspruch 9, in Bezug auf eine automatische Tür durch eine automatische Tür
mit den Merkmalen von Anspruch 10, sowie in Bezug auf ein Computerprogrammprodukt
durch das Computerprogrammprodukt gemäß Anspruch 11. Schließlich wird die Aufgabe
in Bezug auf ein computerimplementiertes Verfahren zum Verarbeiten von Bewegungsdaten
zur Entscheidung eines Öffnungsvorgangs einer automatischen Tür gemäß den Merkmalen
des Oberbegriffs von Anspruch 12 durch die Merkmale des kennzeichnenden Teils von
Anspruch 12 gelöst, in Bezug auf ein Verfahren zum Übertragen von Betriebsinformationen
einer automatischen Basis-Tür auf eine weitere automatische Tür durch das Verfahren
gemäß Anspruch 14, sowie in Bezug auf ein System zum Steuern von Zugängen durch automatische
Türen durch das System gemäß Anspruch 15. Vorteilhafte Ausgestaltungen sind Gegenstand
der abhängigen Ansprüche sowie der nachfolgenden Beschreibung.
[0008] Zentral ist vorliegend die Erkenntnis, dass nicht mehr nur noch allein Bewegungsdaten
von Personen analysiert werden und Berücksichtigung finden, sondern eine präzisere
und effizientere Steuerung der Tür ermöglicht wird, indem die konkrete Einbausituation
der Tür in Einbaudaten abgebildet ist und diese Einbaudaten ebenfalls durch die Steuereinheit
bei ihrer Entscheidungsfindung über einen Türöffnungsvorgang Berücksichtigung finden.
Die Einbeziehung von Einbaudaten der Tür ermöglicht es zudem, unterschiedliche Einbausituationen
zu berücksichtigen und die Türsteuerung entsprechend anzupassen. Es kann ein lernendes
System vorgesehen sein, mit welchem die Einbausituation im Betrieb erfasst bzw. aktualisiert
werden kann, sowie auch ein System, welches von anderen bereits zuvor angelernten
Türen profitiert. So können die Einbaudaten werkseitig antrainiert sein, indem beispielswiese
eine Steuereinheit unterschiedliche für die entsprechende Einbausituation passende
Bewegungsmuster und hieraus abzuleitende Entscheidungen für einen Öffnungsvorgang
bereits im Werk anlernt, oder aber es können etwa bereits Erfahrungen einer konkret
eingebauten Türe mit einer gleichen oder zumindest ähnlichen Einbausituation genutzt
werden, um die neue Tür bereits intelligent mit den Erfahrungswerten auszustatten.
Die Einbaudaten liefern eine für die konkrete Einbausituation passende Parametrisierung
der automatischen Tür, sodass diese spezifisch auf die Bewegungsmuster der Personen
in jener Einbausituation ihr Entscheidungsfindung über Türöffnungsvorgänge anpassen
kann.
[0009] Im Einzelnen ist nach einem ersten unabhängigen Aspekt der Offenbarung, wie in Anspruch
1 wiedergegeben, ein Verfahren zum automatischen Öffnen einer Tür vorgeschlagen, welches
Verfahren zumindest die folgenden Schritte a) bis c) umfasst:
- a) Beobachten eines Erfassungsbereichs vor der Tür mit einer Sensorvorrichtung zum
Ermitteln von Bewegungsdaten mindestens einer Person.
- b) Entscheiden mithilfe einer Steuereinheit, auf Grundlage der der Steuereinheit bereitgestellten,
zuvor ermittelten Bewegungsdaten, ob die Tür geöffnet werden oder geöffnet bleiben
soll.
- c) Durchführen einer Öffnungsbewegung der Tür, falls in Schritt b) entschieden wird,
dass die Tür geöffnet werden soll bzw. Beibehalten einer Offenstellung, falls in Schritt
b) entschieden wird, dass die Tür geöffnet bleiben soll.
[0010] Das vorschlagsgemäße Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, dass die Steuereinheit
in Schritt b) die Entscheidung basierend sowohl auf den ermittelten Bewegungsdaten
als auch auf eine Einbausituation der Tür klassifizierenden Einbaudaten trifft.
[0011] Die Einbaudaten können spezifische Parameter und/oder Konfigurationen umfassen, die
die räumliche Anordnung und/oder die Umgebungsbedingungen der Tür repräsentieren bzw.
beschreiben. Dazu können etwa Informationen über die Nähe zu Wänden, Ecken oder Durchgängen
gehören, bzw. die Art des angrenzenden Bereichs (z.B. Flur, offener Raum, Passier-Bereich
mit Hindernissen für ein freies Bewegen von Personen) und insbesondere die typischen
Bewegungsmuster von Personen in der Umgebung der Tür.
[0012] Dabei können Einbaudaten statische Informationen sein, die einmalig bei der Installation
der Tür festgelegt bzw. einmal der Tür übermittelt oder in der Tür aus einem Paket
mehrerer Datensätze ausgewählt werden, oder aber dynamische Daten, die während des
Betriebs der Tür kontinuierlich aktualisiert werden können, um auf Veränderungen in
der Umgebung oder im Nutzungsverhalten zu reagieren.
[0013] Bei den Einbaudaten kann es sich um einen Datensatz oder eben mehrere (auswählbare)
Datensätze handeln, in der oder in denen eine gewisse Entscheidungslogik hinterlegt
ist, mithilfe welcher Entscheidungslogik die Steuereinheit bei den ihr übermittelten,
gerade von der Tür erfassten Bewegungsmustern über eine Türöffnung bzw. ein Offenhalten
entscheiden kann. Es kann sich auch um einen KI-Algorithmus bzw. ein intelligentes
System handeln, sodass aufgrund der Einbaudaten die Steuereinheit passend für die
Einbausituation intelligent gemacht wurde, um bestmöglich die für ihre Einbausituation
passsenden Bewegungsmuster erkennen und so zielgerichtet die Öffnungsvorgänge steuern
zu können.
[0014] Beispielsweise kann die Steuereinheit die Einbaudaten verwenden, um die Sensorempfindlichkeit
und/oder die Entscheidungslogik anzupassen. Beispielsweise lässt sich die Sensorempfindlichkeit
in einem belebten Flur reduzieren, um Fehlöffnungen durch Querverkehr zu minimieren.
[0015] Die Einbaudaten können also dazu genutzt werden, spezifische Bewegungsmuster zu identifizieren,
die auf einen tatsächlichen Begehungswunsch hinweisen. Dies kann auch durch maschinelles
Lernen geschehen, bei dem die Steuereinheit aus historischen Bewegungsdaten lernt,
welche Muster typischerweise zu einer Türöffnung führen sollten.
[0016] In diesem Zusammenhang sei auch auf die bereits erwähnte Offenbarung
EP 4 095 341 B1 verwiesen, deren Inhalt hier in die vorliegende Anmeldung über Referenz mit einbezogen
sein soll. Die Offenbarung beschreibt ebenfalls verbesserte Türöffnungsverfahren unter
Nutzung von spezifischen erfassten Wahrscheinlichkeitswerten bzw. Anpassungen von
Schwellenwerten unter Analyse der zur Verfügung gestellten Bilddaten, mit der prinzipiellen
Möglichkeit der Verwendung von KI-Algorithmen. Insbesondere wird dort ein Türbetriebssystem
offenbart, das eine Steuereinheit und mindestens eine Sensorvorrichtung umfasst, wobei
die Steuereinheit konfiguriert ist, Beobachtungsbilddaten zu empfangen und zu verarbeiten,
um die Wahrscheinlichkeit zu bestimmen, dass eine Person die Tür passieren möchte.
Diese Technik kann auch bei der vorliegenden Erfindung eingesetzt werden, um die Genauigkeit
und Effizienz der Türsteuerung weiter zu verbessern. Ebenso sei auf die Motion-IQ-Technologie
der Anmelderin verwiesen, die auch bei den vorliegenden Anmeldungsgegenständen Anwendung
finden kann.
[0017] Vorzugsweise kann entsprechend die Steuereinheit konfiguriert sein, Beobachtungsbilddaten
zu empfangen und zu verarbeiten. Dies kann das Erkennen von Individuen unter anderen
Objekten im Erfassungsbereich umfassen, einschließlich der Unterscheidung zwischen
Individuen und Nicht-Individuen basierend auf der Form eines erkannten Objekts. Die
Erkennung und Analyse von Individuen kann durch künstliche Intelligenz unterstützt
werden. Dies beinhaltet das Extrahieren von Körperhaltungsinformationen und Blickrichtungsinformationen,
um die Absicht der Person zu bestimmen, die Tür zu passieren. Basierend auf den extrahierten
Informationen (Körperhaltung und Blickrichtung) kann ein Wahrscheinlichkeitswert berechnet
werden, der die Wahrscheinlichkeit darstellt, dass die jeweilige Person die Tür passieren
möchte. Die Steuereinheit kann entscheiden, ob die Tür geöffnet werden soll, indem
sie den Wahrscheinlichkeitswert mit einem vordefinierten Schwellenwert vergleicht.
Wenn der Wahrscheinlichkeitswert höher als der Schwellenwert ist, wird die Tür geöffnet.
Die Erkennung und Analyse von Individuen sowie die Extraktion von Merkmalen können
durch maschinelles Lernen verbessert werden. Dies kann die Verwendung von Trainingsdaten
umfassen, um die Genauigkeit der Erkennung und Analyse zu erhöhen.
[0018] Insbesondere kann die Verwendung von KI-Algorithmen zur Analyse von Bewegungsdaten
und zur Anpassung der Türsteuerung basierend auf den ermittelten Wahrscheinlichkeitswerten
dazu beitragen, Fehlöffnungen zu minimieren und den Energieverbrauch zu optimieren.
[0019] In einer dynamischen Umgebung können die Einbaudaten regelmäßig überprüft und angepasst
werden, um sicherzustellen, dass die Türsteuerung optimal auf aktuelle Bedingungen
abgestimmt ist. Dies kann durch die Integration von Echtzeit-Datenanalysen und adaptiven
Algorithmen erfolgen.
[0020] Durch die Berücksichtigung der Einbaudaten kann die Türsteuerung präziser und effizienter
gestaltet werden, was zu einer Reduzierung von Fehlöffnungen und einem geringeren
Energieverbrauch führen kann.
[0021] Grundsätzlich können als Sensorvorrichtung ein oder mehrere Sensoren zum Einsatz
kommen, unter anderem Radar-Sensoren, Lidar-Sensoren, optische Sensoren bzw. Kameras,
sowie Ultraschallsensoren oder Infrarot-Sensoren, sowie Kombinationen der vorgenannten
Sensoren.
[0022] Gemäß einem Ausführungsbeispiel des Verfahrens zum automatischen Öffnen einer Tür
ist vorgesehen, dass die Einbaudaten derart statisch sind, dass sie, zum Betreiben
der Tür, vorbestimmt werden.
[0023] Alternativ kann auch vorgesehen sein, dass die Einbaudaten derart dynamisch sind,
dass sie, während des Betreibens der Tür, anpassbar sind. Insbesondere können die
Einbaudaten mithilfe von auf ermittelten Bewegungsdaten basierenden Bewegungsmustern
überprüft werden und aktualisierbar sind oder aktualisiert werden.
[0024] Vorzugsweise kann die Steuereinheit so konfiguriert sein, dass sie mindestens zwei
verschiedene Einbausituationen der Tür berücksichtigt, weiterhin, dass sie mindestens
drei verschiedene Einbausituationen der Tür berücksichtigt.
[0025] Gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel des Verfahrens zum automatischen Öffnen
einer Tür ist vorgesehen, dass die Einbaudaten hinsichtlich zumindest zwei Einbausituationen,
vorzugsweise wenigstens drei Einbausituationen, der Tür auswählbar sind. Insbesondere
sind die Einbaudaten initial zum Betreiben der Tür einstellbar.
[0026] Vorzugsweise können die Einbausituationen folgende umfassen:
- eine spezifische Einbausituation in Bezug auf einen angrenzenden Wandverlauf und/oder
in Bezug auf einen benachbarten Wandverlauf; und/oder
- eine spezifische Einbausituationen in Bezug auf einen begehbaren Bereich in einer
unmittelbaren Umgebung der Tür; und/oder
- eine spezifische Einbausituationen in Bezug auf eine Funktionalität mindestens eines
die Tür umgebenden Raumes bzw. des die Tür aufweisenden Gebäudes.
[0027] Es kann folglich vorgesehen sein, dass die Einbausituationen die Lage der Tür in
Bezug auf Wandverläufe in der Umgebung der Tür umfassen und/oder dass die Einbausituationen
die Lage der Tür in Bezug auf begehbare Bereiche in der Umgebung der Tür umfassen.
[0028] Gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel des Verfahrens zum automatischen Öffnen
einer Tür ist vorgesehen, dass eine spezifische Einbausituation eine Eck-Einbausituation
umfasst. Vorzugsweise ist die Tür zum Betrieb nahe einer Ecke oder eines benachbarten
Durchgangs konfiguriert, wobei die Tür innerhalb von 3 m, vorzugsweise 2 m, benachbart
zu der Ecke oder zu dem Durchgang einer Wand, in der die Tür eingebaut ist, angeordnet
ist. Es befindet sich also innerhalb eines kurzen Abstands zur Tür bzw. zur für die
Personen hindurchtretbaren Türöffnung eine Ecke derselben Wand bzw. ein weiterer möglicher
Durchgang an derselben Wand. Bei solchen Türen kann es insbesondere zu spezifischen
Bewegungsmustern von Personen kommen, wobei die Personenbewegungen zunächst vermuten
lassen können, als würde die Person auf die Tür zulaufen, dabei möchte sie jedoch
gar nicht durch die Tür hindurchtreten, sondern an dieser vorbei um die naheliegende
Ecke bzw. den benachbarten Durchgang schreiten. Türen mit einer solchen Einbausituation
können bevorzugt bestimmte Bewegungsmuster, die solche "auf die Tür zwar zulaufende
jedoch an der Tür vorbeilaufende Personen" charakterisieren über eine Parametrisierung
mittels der Einbaudaten kennen bzw. angelernt bekommen, sodass weniger Fehlöffnungsvorgänge
bzw. ein weniger langes fehlerhaftes Offenhalten einer Tür resultieren.
[0029] Gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel des Verfahrens zum automatischen Öffnen
einer Tür ist vorgesehen, dass eine spezifische Einbausituation eine Zentral-Einbausituation
umfasst. Vorzugsweise ist die Tür zum Betrieb zentral in einer Wand konfiguriert,
wobei die Tür ohne benachbarte Ecke und ohne benachbarten Durchgang innerhalb von
mindestens 2 m, vorzugsweise mindestens 3 m, in einer Wand eingebaut ist.
[0030] Gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel des Verfahrens zum automatischen Öffnen
einer Tür ist vorgesehen, dass eine spezifische Einbausituation eine Flur-Einbausituation
umfasst. Vorzugsweise ist die Tür zum Betrieb in einem Flur konfiguriert, wobei die
Tür in einer Seitenwand des Flurs mit einer gegenüberliegenden Wand innerhalb von
4 m, vorzugsweise 3 m, eingebaut ist. Es befindet sich also innerhalb eines kurzen
Abstands gegenüberliegend zur Tür bzw. gegenüberliegend zur für die Personen hindurchtretbaren
Türöffnung eine weitere Wand. Bei solchen Türen in einer sogenannten Flur-Situation
kann es insbesondere zu einem erhöhten Querverkehr relativ nahe der Tür kommen, ohne
dass die entsprechenden Personen jedoch durch die Tür hindurchtreten möchten. Entsprechende
spezifische Bewegungsmustern von Personen, bei denen die Personenbewegungen zunächst
vermuten lassen können, als würde die Person auf die Tür zulaufen, dabei möchte sie
jedoch gar nicht durch die Tür hindurchtreten, sondern quer an dieser vorbeilaufen,
können vorschlagsgemäß der Tür über eine Parametrisierung mittels der Einbaudaten
bekannt sein bzw. über eine Parametrisierung mittels der Einbaudaten von der Tür angelernt
werden, sodass weniger Fehlöffnungsvorgänge bzw. ein weniger langes fehlerhaftes Offenhalten
einer Tür resultieren.
[0031] Gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel des Verfahrens zum automatischen Öffnen
einer Tür ist vorgesehen, dass eine spezifische Einbausituation eine Passier-Einbausituation
umfasst. Vorzugsweise ist die Tür zum Betrieb in einem begrenzten Passier-Bereich,
insbesondere an eine Straße angrenzend, beispielsweise auf einem Bürgersteig, konfiguriert,
wobei die Tür in einer Wand mit einem gegenüberliegenden unbegehbaren Bereich innerhalb
von 4 m, vorzugsweise 3 m, eingebaut ist. Es befindet sich also innerhalb eines kurzen
Abstands gegenüberliegend zur Tür bzw. gegenüberliegend zur für die Personen hindurchtretbaren
Türöffnung eine Art Hindernis, das verhindert, dass Personen dort entlanglaufen können.
Bei solchen Türen in einer sogenannten Passier-Situation kann es insbesondere zu einem
erhöhten Querverkehr relativ nahe der Tür kommen, ohne dass die entsprechenden Personen
jedoch durch die Tür hindurchtreten möchten. Entsprechende spezifische Bewegungsmustern
von Personen, bei denen die Personenbewegungen zunächst vermuten lassen können, als
würde die Person auf die Tür zulaufen, dabei möchte sie jedoch gar nicht durch die
Tür hindurchtreten, sondern quer an dieser vorbeilaufen, können vorschlagsgemäß der
Tür über eine Parametrisierung mittels der Einbaudaten bekannt sein bzw. über eine
Parametrisierung mittels der Einbaudaten von der Tür angelernt werden, sodass weniger
Fehlöffnungsvorgänge bzw. bzw. ein weniger langes fehlerhaftes Offenhalten einer Tür
resultieren.
[0032] Gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel des Verfahrens zum automatischen Öffnen
einer Tür ist vorgesehen, dass eine spezifische Einbausituation eine Anwendungsgebiet-Einbausituation
umfasst. Vorzugsweise ist die Tür zum Betrieb für bestimmte spezifische hindurchtretende
Personengruppen konfiguriert. Beispielsweise können für automatische Türen in einem
Einkaufszentrum oder in einem Flughafen oder in einem Hotel andere spezifische Bewegungsmuster
von Personen typisch sein, welche spezifischen Bewegungsmuster wiederum über die Einbaudaten
eingelernt und der Tür zur Entscheidungsfindung zur Verfügung gestellt werden können.
Dies kann in weniger Fehlöffnungsvorgängen bzw. in weniger langem fehlerhaften Offenhalten
einer Tür resultieren. Ein weiteres Beispiel für ein entsprechendes Anwendungsgebiet
sind Türen in Gebäuden, die Einrichtungen mit Kindern bzw. Kleinkindern sind, bei
denen bestimmte Bewegungsmuster, die spezifisch für Kleinkind-Bewegungen sind, gerade
bei der Entscheidungsfindung derart berücksichtigt werden, dass beispielsweise Türen
nicht geöffnet werden.
[0033] Gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel des Verfahrens zum automatischen Öffnen
einer Tür ist vorgesehen, dass die Einbaudaten als extrahierte Einbaudaten aus einer
automatischen Basis Tür extrahiert worden sind oder werden. Insbesondere können also
alte oder auch parallel noch in Betrieb befindliche Türen als eine Art Vorlage dienen
und die dortigen Erfahrungen in Bezug auf die konkrete Einbausituation an die neue
bzw. aktuelle automatische Tür in Form einer Parametrisierung in Form der Einbaudaten
übertragen werden. Dies kann über die Bereitstellung von spezifischen vergangenen
Trainingsdaten erfolgen, etwa auch von auf Werk antrainierten oder eben anderen im
Einsatz befindlichen Türen, erfolgen, oder aber auch quasi live, indem Einbaudaten
online, beispielsweise über eine Cloud-Anwendung, von einer Basis-Tür auf die aktuelle
übertragen werden. Die Basis-Tür betrifft dabei eine Tür mit einer gleichen oder zumindest
ähnlichen Einbausituation. Vorteilhaft kann sodann nur die Basis-Tür derart intelligent
ausgestattet sein, dass sie anhand der dort erfassten Bewegungsmuster weiter lernt
und damit entsprechende Einbaudaten aktualisiert bzw. verbessert, während die weitere
oder weiteren Türen, welche von der Basis-Tür über die zur Verfügung gestellt bekommenen
Einbaudaten wiederum lernen/lernt, sodann einfacher ausgestaltet sein kann und beispielsweise
nicht selbstlernend sein muss.
[0034] Gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel des Verfahrens zum automatischen Öffnen
einer Tür ist vorgesehen, dass die Einbaudaten als Datensatz für einen Algorithmus
oder als Algorithmus selbst vorliegen. Es kann sich bevorzugt um einen KI-Algorithmus
handeln. Vorzugsweise ist der Algorithmus, insbesondere der KI-Algorithmus, konfiguriert,
die ermittelten Bewegungsdaten zu analysieren und basierend auf dieser Analyse einen
Wahrscheinlichkeitswert zu ermitteln, der die Wahrscheinlichkeit darstellt, dass die
Tür tatsächlich geöffnet werden oder geöffnet bleiben soll. Vorzugsweise weist die
Steuereinheit eine Entscheidungslogik auf, die die Öffnungsbewegung der Tür veranlasst,
wenn der Wahrscheinlichkeitswert einen vordefinierten Schwellenwert überschreitet.
Vorzugsweise wird ein Ergebnis, ob die Öffnungsbewegung zutreffend veranlasst oder
nicht veranlasst worden ist, zur Aktualisierung des Datensatzes oder Algorithmus,
insbesondere KI-Algorithmus, verwendet.
[0035] Insbesondere bei Verwendung eines KI-Algorithmus können historischen Bewegungsdaten,
entweder anderer Türen mit ähnlichen oder gleichen Einbausituationen oder aber auch
derselben Tür, als Erfahrungswerte bzw. Trainingsdaten des Algorithmus genutzt werden,
um die Entscheidung über einen Öffnungsvorgang der automatischen Tür zielgenauer treffen
zu können.
[0036] Gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel des Verfahrens zum automatischen Öffnen
einer Tür ist vorgesehen, dass die Tür eine Gebäudetür, insbesondere eine Innentür
oder Außentür, und/oder eine Schiebetür oder eine Drehtür ist.
[0037] Nach einem weiteren unabhängigen Aspekt der vorliegenden Offenbarung ist ein automatisches
Türöffnungssystem zum automatischen Öffnen einer automatischen Tür vorgeschlagen,
wie in Anspruch 9 wiedergegeben, welches automatische Türöffnungssystem zumindest
Folgendes umfasst:
- a) eine Sensorvorrichtung zum Ermitteln von Bewegungsdaten mindestens einer Person
in einem Erfassungsbereich vor der automatischen Tür;
- b) eine Steuereinheit, die konfiguriert ist, auf Grundlage der zuvor ermittelten Bewegungsdaten
zu entscheiden, ob die automatische Tür geöffnet werden oder geöffnet bleiben soll;
- c) eine Antriebseinheit, die konfiguriert ist, eine Öffnungsbewegung der automatischen
Tür durchzuführen, falls durch die Steuereinheit entschieden wird, dass die automatische
Tür geöffnet werden soll.
[0038] Das vorschlagsgemäße automatische Türöffnungssystem ist dadurch gekennzeichnet, dass
die Steuereinheit konfiguriert ist, die Entscheidung basierend sowohl auf den ermittelten
Bewegungsdaten als auch auf eine Einbausituation der automatischen Tür klassifizierenden
Einbaudaten zu treffen.
[0039] Das vorschlagsgemäße automatische Türöffnungssystem, wie vorstehend bzw. in Anspruch
9 bzw. nachfolgend beschrieben, ist insbesondere zum Durchführen eines vorschlagsgemäßen
Verfahrens zum automatischen Öffnen einer Tür, wie vorstehend bzw. in einem der Ansprüche
1 bis 8 bzw. nachfolgend beschrieben, eingerichtet.
[0040] Das vorschlagsgemäße Verfahren zum automatischen Öffnen einer Tür, wie vorstehend
bzw. in einem der Ansprüche 1 bis 8 bzw. nachfolgend beschrieben, ist insbesondere
zum Betreiben eines vorschlagsgemäßen automatischen Türöffnungssystems, wie vorstehend
bzw. in Anspruch 9 nachfolgend beschrieben, bzw. zum Betreiben einer vorschlagsgemäßen
automatischen Tür, wie in Anspruch 10 bzw. nachfolgend beschrieben, eingerichtet.
[0041] Vorangehend bzw. auch nachfolgend lediglich in Bezug auf eine Art eines Gegenstandes
der Erfindung, beispielsweise lediglich in Bezug auf ein Verfahren zum automatischen
Öffnen einer Tür, beschriebene Merkmale können in technischer sinnvoller Weise auf
die weiteren Anspruchsgegenstände, etwa in Form des automatischen Türöffnungssystems,
angepasst übertragen werden und weitere vorschlagsgemäße Ausgestaltungen ausbilden.
Insbesondere kann das vorschlagsgemäße automatische Türöffnungssystem bzw. können
ihre Komponenten dazu eingerichtet sein, die beschriebenen Verfahrensschritte auszuführen.
Merkmale können ebenso in technisch sinnvoller Weise zwischen den nebengeordneten
unabhängigen Verfahrensgegenständen bzw. Vorrichtungen und Systemen übertragen werden
und jeweils eigenständige Ausführungsbeispiele ausbilden.
[0042] Nach einem weiteren unabhängigen Aspekt der vorliegenden Offenbarung ist eine automatische
Tür vorgeschlagen, wie in Anspruch 10 wiedergegeben, welche automatische Tür durch
ein vorschlagsgemäßes automatisches Türöffnungssystem, wie vorstehend bzw. in Anspruch
9 bzw. nachfolgend beschrieben, gekennzeichnet ist. Insbesondere kann es sich bei
der vorschlagsgemäßen automatischen Tür um eine Gebäudetür, insbesondere eine Innentür
oder Außentür, handeln. Weiterhin kann es sich bei der vorschlagsgemäßen automatischen
Tür um eine Schiebetür oder eine Drehtür handeln.
[0043] Die vorschlagsgemäße automatische Tür, wie vorstehend bzw. in Anspruch 10 bzw. nachfolgend
beschrieben, ist insbesondere zum Durchführen eines vorschlagsgemäßen Verfahrens zum
automatischen Öffnen einer Tür, wie vorstehend bzw. in einem der Ansprüche 1 bis 8
bzw. nachfolgend beschrieben, eingerichtet.
[0044] Nach einem weiteren unabhängigen Aspekt der vorliegenden Offenbarung ist ein Computerprogrammprodukt
vorgeschlagen, wie in Anspruch 11 wiedergegeben, welches Computerprogrammprodukt Befehle
umfasst, die bewirken, dass das vorschlagsgemäße automatische Türöffnungssystem, wie
vorstehend bzw. in Anspruch 9 bzw. nachfolgend beschrieben, oder die vorschlagsgemäße
automatische Tür, wie vorstehend bzw. in Anspruch 10 bzw. nachfolgend beschrieben,
die Verfahrensschritte des vorschlagsgemäßen Verfahrens zum automatischen Öffnen einer
Tür, wie vorstehend bzw. in einem der Ansprüche 1 bis 8 bzw. nachfolgend beschrieben,
ausführt.
[0045] Nach einem weiteren unabhängigen Aspekt der vorliegenden Offenbarung ist, wie in
Anspruch 12 wiedergegeben, ein computerimplementiertes Verfahren zum Verarbeiten von
Bewegungsdaten zur Entscheidung eines Öffnungsvorgangs einer automatischen Tür, insbesondere
einer vorschlagsgemäßen automatischen Tür, wie vorstehend bzw. in Anspruch 10 bzw.
nachfolgend beschrieben, vorgeschlagen, welches computerimplementierte Verfahren zumindest
folgende Schritte umfasst:
- Bereitstellen eines trainierten Algorithmus, welcher trainierte Algorithmus eingerichtet
ist, eine Entscheidung eines Öffnungsvorgangs einer automatischen Tür basierend auf
Bewegungsdaten zu treffen, wobei der trainierte Algorithmus anhand von historischen
Bewegungsdaten mit bekannten Entscheidungen entsprechender Öffnungsvorgänge trainiert
ist.
- Ermitteln von aktuellen Bewegungsdaten mindestens einer Person, mit einer Sensorvorrichtung
mittels Beobachtens eines Erfassungsbereiches vor der automatischen Tür.
- Entscheiden, ob die automatische Tür geöffnet werden oder geöffnet bleiben soll, indem
der trainierte Algorithmus auf die zuvor ermittelten aktuellen Bewegungsdaten angewandt
wird.
[0046] Das vorschlagsgemäße computerimplementierte Verfahren ist dadurch gekennzeichnet,
dass die Entscheidung basierend sowohl auf den ermittelten aktuellen Bewegungsdaten
als auch auf eine Einbausituation der automatischen Tür klassifizierenden Einbaudaten
getroffen wird.
[0047] Das vorschlagsgemäße computerimplementierte Verfahren zum Verarbeiten von Bewegungsdaten
zur Entscheidung eines Öffnungsvorgangs einer automatischen Tür, wie vorstehend bzw.
in Anspruch 12 bzw. nachfolgend beschrieben, ist insbesondere zum Betreiben eines
vorschlagsgemäßen automatischen Türöffnungssystems, wie vorstehend bzw. in Anspruch
9 bzw. nachfolgend beschrieben, bzw. zum Betreiben einer vorschlagsgemäßen automatischen
Tür, wie vorstehend bzw. in Anspruch 10 bzw. nachfolgend beschrieben, eingerichtet.
[0048] Das vorschlagsgemäße automatische Türöffnungssystem (wie vorstehend bzw. in Anspruch
9 bzw. nachfolgend beschrieben) sowie die vorschlagsgemäße automatische Tür (wie vorstehend
bzw. in Anspruch 10 bzw. nachfolgend beschrieben) sind insbesondere zum Durchführen
des vorschlagsgemäßen computerimplementierten Verfahrens zum Verarbeiten von Bewegungsdaten
zur Entscheidung eines Öffnungsvorgangs einer automatischen Tür, wie vorstehend bzw.
in Anspruch 12 bzw. nachfolgend beschrieben, eingerichtet.
[0049] Gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel des computerimplementierten Verfahrens ist
vorgesehen, dass der trainierte Algorithmus spezifisch für nur eine spezifische Einbausituation
der automatischen Tür trainiert ist. Alternativ kann vorgesehen sein, dass der trainierte
Algorithmus für mehrere unterschiedliche spezifische Einbausituationen der automatischen
Tür trainiert ist.
[0050] Vorzugsweise kann dabei die konkrete spezifische Einbausituation der automatischen
Tür bei Anwendung des computerimplementierten Verfahrens ausgewählt werden oder bei
Durchführung des computerimplementierten Verfahrens selbsterkannt werden.
[0051] Nach einem weiteren unabhängigen Aspekt der vorliegenden Offenbarung ist ein Computerprogrammprodukt
vorgeschlagen, welches Computerprogrammprodukt Befehle umfasst, die bewirken, dass
das vorschlagsgemäße automatische Türöffnungssystem, wie vorstehend bzw. in Anspruch
9 bzw. nachfolgend beschrieben, oder die vorschlagsgemäße automatische Tür, wie vorstehend
bzw. in Anspruch 10 bzw. nachfolgend beschrieben, die Verfahrensschritte des vorschlagsgemäßen
computerimplementierten Verfahrens zum Verarbeiten von Bewegungsdaten zur Entscheidung
eines Öffnungsvorgangs einer automatischen Tür, wie vorstehend bzw. in einem der Ansprüche
12 oder 13 bzw. nachfolgend beschrieben, ausführt.
[0052] Nach einem weiteren unabhängigen Aspekt der vorliegenden Offenbarung ist, wie in
Anspruch 14 wiedergegeben, ein Verfahren zum Übertragen von Betriebsinformationen
einer automatischen Basis-Tür auf eine weitere automatische Tür, insbesondere auf
eine vorschlagsgemäße automatische Tür wie vorstehend bzw. in Anspruch 10 bzw. nachfolgend
beschrieben, vorgeschlagen, welches Verfahren durch zumindest folgende Schritte gekennzeichnet
ist:
- a) Extrahieren von Einbaudaten der automatischen Basis-Tür, indem für eine Einbausituation
der automatischen Basis-Tür spezifische Betriebsdaten extrahiert werden.
- b) Übertragen der extrahierten Einbaudaten der automatischen Basis-Tür auf eine Steuereinheit
der weiteren automatischen Tür mit einer zumindest ähnlichen Einbausituation, um eine
Entscheidungsfindung der weiteren automatischen Tür zu optimieren
[0053] Dabei wird die Steuereinheit der weiteren automatischen Tür eingerichtet, die Entscheidung
basierend sowohl auf durch die weitere automatische Tür ermittelten Bewegungsdaten
als auch auf den extrahierten Einbaudaten der automatischen Basis-Tür zu treffen.
[0054] Nach einem weiteren unabhängigen Aspekt der vorliegenden Offenbarung ist ein System
zum Steuern von Zugängen durch automatische Türen vorgeschlagen, wie in Anspruch 15
wiedergegeben, wobei die wenigstens zwei automatischen Türen eine automatische Basis-Tür
und zumindest eine weitere automatische Tür, insbesondere eine vorschlagsgemäße automatische
Tür wie vorstehend bzw. in Anspruch 10 bzw. nachfolgend beschrieben, umfassen, sowie
wobei wie folgt:
- die automatische Basis-Tür mit einer Sensorvorrichtung zum Ermitteln von Bewegungsdaten
mindestens einer Person und mit einer Einheit zum Extrahieren von Einbaudaten ausgestattet
ist, indem für eine Einbausituation der automatischen Basis-Tür spezifische Betriebsdaten
extrahiert werden; und
- die weitere automatische Tür mit einer Sensorvorrichtung zum Ermitteln von Bewegungsdaten
mindestens einer Person und einer Steuereinheit ausgestattet ist.
[0055] Dabei weist das System ein Mittel zum Übertragen der extrahierten Einbaudaten der
automatischen Basis-Tür auf die Steuereinheit der weiteren automatischen Tür auf,
sowie ist die Steuereinheit der weiteren automatischen Tür eingerichtet, eine Entscheidung
eines Öffnungsvorgangs basierend sowohl auf den durch die weitere automatische Tür
ermittelten Bewegungsdaten als auch auf den extrahierten Einbaudaten der automatischen
Basis-Tür zu treffen.
[0056] Das vorschlagsgemäße System zum Steuern von Zugängen durch automatische Türen, wie
vorstehend bzw. in Anspruch 15 bzw. nachfolgend beschrieben, ist insbesondere zum
Durchführen eines vorschlagsgemäßen Verfahrens zum Übertragen von Betriebsinformationen
einer automatischen Basis-Tür auf eine weitere automatische Tür, wie vorstehend bzw.
in Anspruch 14 bzw. nachfolgend beschrieben, eingerichtet.
[0057] Das vorschlagsgemäße Verfahren zum Übertragen von Betriebsinformationen einer automatischen
Basis-Tür auf eine weitere automatische Tür, wie vorstehend bzw. in Anspruch 14 bzw.
nachfolgend beschrieben, ist insbesondere zum Betreiben eines vorschlagsgemäßen Systems
zum Steuern von Zugängen durch automatische Türen, wie vorstehend bzw. in Anspruch
15 bzw. nachfolgend beschrieben, eingerichtet.
[0058] Nach einem weiteren unabhängigen Aspekt der vorliegenden Offenbarung ist ein Computerprogrammprodukt
vorgeschlagen, welches Computerprogrammprodukt Befehle umfasst, die bewirken, dass
das vorschlagsgemäße System zum Steuern von Zugängen durch automatische Türen, wie
vorstehend bzw. in Anspruch 15 bzw. nachfolgend beschrieben, die Verfahrensschritte
des vorschlagsgemäßen Verfahrens zum Übertragen von Betriebsinformationen einer automatischen
Basis-Tür auf eine weitere automatische Tür, wie vorstehend bzw. in Anspruch 14 bzw.
nachfolgend beschrieben, ausführt
[0059] Weitere vorteilhafte und bevorzugte Ausgestaltungen ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung mit Bezug auf die Figuren. In der lediglich Ausführungsbeispiele wiedergebenden
Zeichnung zeigt:
- Fig. 1
- eine schematische Draufsicht auf eine vorschlagsgemäße automatische Tür, vorliegend
eine Drehtür, gemäß einer Zentral-Einbausituation mit illustrierten Personen sowie
Personenbewegungen im Erfassungsbereich vor der Tür;
- Fig. 2
- eine schematische Draufsicht auf eine vorschlagsgemäße automatische Tür, vorliegend
eine Drehtür, gemäß einer Flur-Einbausituation mit illustrierten Personen sowie Personenbewegungen
im Erfassungsbereich vor der Tür;
- Fig. 3
- eine schematische Draufsicht auf eine vorschlagsgemäße automatische Tür, vorliegend
eine Drehtür, gemäß einer Eck-Einbausituation mit illustrierten Personen sowie Personenbewegungen
im Erfassungsbereich vor der Tür;
- Fig. 4
- eine schematische Ansicht eines vorschlagsgemäßen Systems zum Steuern von Zugängen
durch automatische Türen;
- Fig. 5
- ein Flussdiagramm eines vorschlagsgemäßen Verfahrens zum automatischen Öffnen einer
Tür;
- Fig. 6
- ein Flussdiagramm eines vorschlagsgemäßen computerimplementierten Verfahrens zum Verarbeiten
von Bewegungsdaten zur Entscheidung eines Öffnungsvorgangs einer automatischen Tür;
und
- Fig. 7
- ein Flussdiagramm eines vorschlagsgemäßen Verfahrens zum Übertragen von Betriebsinformationen
einer automatischen Basis-Tür auf eine weitere automatische Tür.
[0060] Fig. 1 zeigt eine schematische Draufsicht auf eine vorschlagsgemäße automatische
Tür 10, vorliegend eine Drehtür (rotierende Öffnungsbewegung über einen punktierten
Teilkreis angedeutet), gemäß einer Zentral-Einbausituation. Die Tür 10 ist zentral
in einer Wand 12 ohne benachbarte Ecke und ohne benachbarten Durchgang in der Nähe,
sowie weiterhin ohne etwa eine gegenüberliegende Wand eingebaut. Die Tür 10 ist also
prinzipiell auch frei zugänglich bzw. der vor ihr liegende Bereich frei begehbar.
Im Erfassungsbereich 14 vor der automatischen Tür 10 sind Personen 16 sowie deren
Bewegungspfade 18 mit gestrichelten Pfeilen illustriert.
[0061] Die Tür 10 bzw. ihr entsprechendes automatisches Türöffnungssystem weist eine Sensorvorrichtung
20 auf, welche Bewegungsdaten der Personen 16 in dem Erfassungsbereich 14 erfasst
und diese an die Steuereinheit 22 der Tür 10 übermittelt. Die Steuereinheit 22 analysiert
die Bewegungsdaten unter zusätzlicher Berücksichtigung von die konkrete Einbausituation
der automatischen Tür 10 als Zentral-Tür klassifizierenden Einbaudaten und entscheidet,
ob die Tür 10 geöffnet werden soll. Die Einbaudaten umfassen hier die zentrale Position
der Tür in der Wand 12, sowie eine Entscheidungslogik bzw. einen intelligenten Algorithmus,
wie bzw. mit dessen Hilfe auf gewisse Bewegungsmuster von Personen 16 in der spezifischen
Einbausituation über die Türöffnung zu entscheiden ist. Sollte die Entscheidungsfindung
der Steuereinheit 22 derart ausgehen, dass die Tür 10 geöffnet werden soll, so öffnet
eine nicht dargestellte Antriebseinheit die Tür 10 automatisch.
[0062] Fig. 2 zeigt eine schematische Draufsicht auf eine weitere vorschlagsgemäße automatische
Tür 10, vorliegend erneut eine Drehtür, wobei sich die Tür 10 von der Tür 10 gemäß
Fig. 1 lediglich durch die Einbausituation unterscheidet, indem hier in Fig. 2 eine
Flur-Einbausituation vorliegt. Die Tür 10 ist demnach in einer Seitenwand eines Flurs
eingebaut, wobei die gegenüberliegende Wand 26 innerhalb eines Abstands von 4 m liegt.
Erneut sind Personen 16 und deren Bewegungspfade 18 im Erfassungsbereich 14 vor der
Tür 10 dargestellt. Durch die nun abweichenden Einbaudaten ist die Entscheidungslogik
bzw. der verwendete KI-Algorithmus (bzw. dessen Konfiguration oder Datensatz) eine
andere/ein anderer, sodass auf spezifische Bewegungsmuster hinsichtlich der Entscheidungsfindung
einer Türöffnung noch anders reagiert wird, als in der Situation gemäß Fig. 1.
[0063] Fig. 3 zeigt eine schematische Draufsicht auf eine weitere vorschlagsgemäße automatische
Tür 10, vorliegend erneut eine Drehtür, wobei sich die Tür 10 von der Tür 10 gemäß
Fig. 1 bzw. Fig. 2 lediglich durch die Einbausituation unterscheidet, indem hier in
Fig. 3 eine Eck-Einbausituation vorliegt. Die Tür 10 ist demnach nahe einer Ecke 28
angeordnet. Alternativ könnte es sich auch um eine nahe eines benachbarten Durchgangs
angeordnete Tür handeln. Die Ecke 28 ist innerhalb von 2 m benachbart zu der Tür 10
in derselben Wand 12 angeordnet. Personen 16 und deren Bewegungspfade 18 im Erfassungsbereich
14 vor der Tür 10 sind erneut illustriert. Durch die nun abweichenden Einbaudaten
ist die Entscheidungslogik bzw. der verwendete KI-Algorithmus (bzw. dessen Konfiguration
oder Datensatz) eine andere/ein anderer, sodass auf spezifische Bewegungsmuster hinsichtlich
der Entscheidungsfindung einer Türöffnung noch anders reagiert wird, als in der Situation
gemäß Fig. 1 bzw. Fig. 2. Als Beispiel sei auf die Person 16 mit gepunktet gekennzeichneten
Bewegungspfad verwiesen. Diese Person 16 würde aufgrund der erfassten Bewegungsdaten
und der anfänglich noch auf die Tür 10 zulaufend erscheinenden Bewegung in den Ausführungen
gemäß Fig. 1 bzw. Fig. 2 gegebenenfalls noch einen Öffnungsvorgang der jeweiligen
Tür auslösen, während vorliegend gemäß Fig. 3 jedoch aufgrund der benachbarten Ecke
28 und der damit verbundenen Möglichkeit, dass diese Person 16 auch an der Tür 10
und Ecke 28 vorbeilaufen wollen könnte, zunächst länger mit einem möglichen Öffnungsvorgang
abgewartet und schließlich tatsächlich auch gegen einen solchen Öffnungsvorgang entschieden,
da der Bewegungspfad der Person 16 tatsächlich an der Ecke 28 vorbei gerichtet ist.
Die zur Verfügung gestellten Einbaudaten und damit verbundene Intelligenz der Tür
10 gemäß Fig. 3 verhindern somit unnötige Öffnungsvorgänge.
[0064] Fig. 4 zeigt eine schematische Ansicht eines vorschlagsgemäßen Systems zum Steuern
von Zugängen durch automatische Türen. Das System umfasst eine erste automatische
Tür 11 in Form einer Basis-Tür 11, mit einer Sensorvorrichtung 20 und einer Steuereinheit
22. Die Steuereinheit 22 ist mit einer Kommunikationsschnittstelle 32 ausgestattet,
die Daten mit externen Systemen austauschen kann. Die Einbaudaten 34, welche im Falle
der Basis-Tür 11 aufgrund ihrer Eigenschaft als eine intelligente Tür mit einer Feedback-Funktion
gewonnen wurden, über welche Feedback-Funktion die Basis-Tür 11 ihre getroffenen Entscheidungen
über Türöffnungen, basierend auf den ihrerseits erfassten Bewegungen, sowie sodann
tatsächlich hindurchtretenden Personen, als korrekt oder inkorrekt charakterisiert,
werden in der Steuereinheit 22 gespeichert und können zur Anpassung der Türsteuerung
der Basis-Tür 11 verwendet werden. So können die Erfahrungen der Basis-Tür 11, die
für ihre Einbausituation spezifisch sind, gewonnen und abgespeichert werden, um künftige
Entscheidungsfindungen verbessert ablaufen zu lassen.
[0065] Das in Fig. 4 dargestellte und vorschlagsgemäße System weist weiterhin noch eine
weitere automatische Tür 10 auf, bei der es sich auch um eine Tür 10, wie vorstehend
bereits dargestellt und beschrieben handeln kann. Über die Steuereinheit 22 der Basis-Tür
11 bzw. die Kommunikationsschnittstelle 32 können die zuvor beschriebenen gewonnenen
Einbaudaten 34 extrahiert und auch an eine Steuereinheit 22 der besagten weiteren
automatischen Tür 10 mit einer zumindest ähnlichen Einbausituation übertragen werden,
um die Entscheidungsfindung über Türöffnungen dieser weiteren automatischen Tür 10
zu optimieren. Es kann also die weitere automatische Tür 10 von den Erfahrungen der
Basis-Tür 11 profitieren. Vorteilhaft muss die weitere automatische Tür 11 sodann
auch nicht mehr so intelligent ausgestaltet werden, und beispielsweise keinen KI-Algorithmus
aufweisen, wie zum Beispiel noch die Basis-Tür 11, welche Basis-Tür 11 sozusagen die
Arbeit in Form der spezifischen Informationsgewinnung für die spezifische Einbausituation
übernimmt.
[0066] Fig. 5 zeigt ein Flussdiagramm eines vorschlagsgemäßen Verfahrens zum automatischen
Öffnen einer Tür. Das Verfahren umfasst die folgenden Schritte: Im Schritt S1 erfolgt
ein Beobachten eines Erfassungsbereichs vor der Tür mit einer Sensorvorrichtung zum
Ermitteln von Bewegungsdaten mindestens einer Person. In Schritt S2 erfolgt ein Entscheiden
mithilfe einer Steuereinheit, auf Grundlage der der Steuereinheit bereitgestellten,
zuvor ermittelten Bewegungsdaten sowie weiterhin basierend auf die Einbausituation
der Tür klassifizierenden Einbaudaten, ob die Tür geöffnet werden oder geöffnet bleiben
soll. In Schritt S3 erfolgt sodann gegebenenfalls ein Durchführen einer Öffnungsbewegung
der Tür bzw. ein Offenhalten der geöffneten Tür, falls in Schritt b) entschieden wird,
dass die Tür geöffnet werden bzw. geöffnet bleiben soll.
[0067] Fig. 6 zeigt ein Flussdiagramm eines vorschlagsgemäßen computerimplementierten Verfahrens
zum Verarbeiten von Bewegungsdaten zur Entscheidung eines Öffnungsvorgangs einer automatischen
Tür. Das Verfahren umfasst die folgenden Schritte: Im Schritt S1' erfolgt ein Bereitstellen
eines trainierten Algorithmus, welcher eingerichtet ist, eine Entscheidung eines Öffnungsvorgangs
einer automatischen Tür basierend auf Bewegungsdaten zu treffen, wobei der trainierte
Algorithmus anhand von historischen Bewegungsdaten mit bekannten Entscheidungen entsprechender
Öffnungsvorgänge trainiert ist. Das Training kann beispielsweise für die Tür auf Werk
unter Versuchsbedingungen bzw. in Feldversuchen stattfinden, oder aber eine andere
Tür wird im Einsatz trainiert. Im Schritt S2' erfolgt ein Ermitteln von aktuellen
Bewegungsdaten mindestens einer Person, und zwar mit einer Sensorvorrichtung mittels
Beobachtens eines Erfassungsbereiches vor der automatischen Tür. Im Schritt S3' erfolgt
sodann ein Entscheiden, ob die automatische Tür geöffnet werden oder geöffnet bleiben
soll, indem der trainierte Algorithmus auf die zuvor ermittelten aktuellen Bewegungsdaten
angewandt wird, wobei diese Entscheidung basierend sowohl auf den ermittelten aktuellen
Bewegungsdaten als auch auf eine Einbausituation der automatischen Tür klassifizierenden
Einbaudaten getroffen wird.
[0068] Fig. 7 zeigt ein Flussdiagramm eines vorschlagsgemäßen Verfahrens zum Übertragen
von Betriebsinformationen einer automatischen Basis-Tür auf eine weitere automatische
Tür. Das Verfahren umfasst die folgenden Schritte: Im Schritt Si'" erfolgt ein Extrahieren
von Einbaudaten der automatischen Basis-Tür, indem für eine Einbausituation der automatischen
Basis-Tür spezifische Betriebsdaten extrahiert werden. Sodann erfolgt im Schritt S2‴
ein Übertragen der extrahierten Einbaudaten der automatischen Basis-Tür auf eine Steuereinheit
der weiteren automatischen Tür mit einer zumindest ähnlichen Einbausituation, um eine
Entscheidungsfindung der weiteren automatischen Tür zu optimieren. Dabei wird die
Steuereinheit der weiteren automatischen Tür eingerichtet, die Entscheidung basierend
sowohl auf durch die weitere automatische Tür ermittelten Bewegungsdaten als auch
auf den extrahierten Einbaudaten der automatischen Basis-Tür zu treffen. Die Parametrisierung
der weiteren automatische Tür erfolgt also durch Übernahme von Einbaudaten der Basis-Tür,
worüber die Erfahrungswerte und spezifischen erkannten Bewegungsmuster sowie daraus
abzuleitende Entscheidungsfindungen über Türöffnungen von der Basis-Tür durch die
weitere automatische Tür genutzt werden, um die Öffnungsvorgänge zu optimieren. Dies
ist vorteilhaft, damit mehrere Türen mit gleichen bzw. ähnlichen Einbausituationen
nicht jedes Mal erneut angelernt oder parametrisiert werden müssen. Es kann eine Vielzahl
von unterschiedlichen Türen, je nach ihrer spezifischen Eibausituation, eine passende
Konfiguration erhalten und bestmöglich auf spezifische Bewegungsmuster von Personen
reagieren.
Bezugszeichenliste
[0069]
- 10
- automatische Tür
- 11
- automatische Basis-Tür
- 12
- Wand
- 14
- Erfassungsbereich
- 16
- Person
- 18
- Bewegungspfad
- 20
- Sensorvorrichtung
- 22
- Steuereinheit
- 26
- gegenüberliegende Wand
- 28
- Ecke
- 32
- Kommunikationsschnittstelle
- 34
- Einbaudaten
1. Verfahren zum automatischen Öffnen einer Tür (10), umfassend zumindest folgende Schritte:
a) Beobachten eines Erfassungsbereichs (14) vor der Tür (10) mit einer Sensorvorrichtung
(20) zum Ermitteln von Bewegungsdaten mindestens einer Person (16);
b) Entscheiden mithilfe einer Steuereinheit (22), auf Grundlage der der Steuereinheit
(22) bereitgestellten, zuvor ermittelten Bewegungsdaten, ob die Tür (10) geöffnet
werden oder geöffnet bleiben soll;
c) Durchführen einer Öffnungsbewegung der Tür (10), falls in Schritt b) entschieden
wird, dass die Tür (10) geöffnet werden soll;
dadurch gekennzeichnet, dass
die Steuereinheit (22) in Schritt b) die Entscheidung basierend sowohl auf den ermittelten
Bewegungsdaten als auch auf Einbaudaten (34), die die Einbausituation der Tür (10)
klassifizieren, trifft.
2. Verfahren nach Anspruch 1, wobei die Einbaudaten (34) derart statisch sind, dass sie,
zum Betreiben der Tür (10), vorbestimmt werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1, wobei die Einbaudaten (34) derart dynamisch sind, dass
sie, während des Betreibens der Tür (10), anpassbar sind; wobei, vorzugsweise, mithilfe
von auf ermittelten Bewegungsdaten basierenden Bewegungsmustern die Einbaudaten (34)
überprüft werden und aktualisierbar sind oder aktualisiert werden.
4. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die Einbaudaten (34) hinsichtlich
zumindest zwei Einbausituationen, vorzugsweise wenigstens drei Einbausituationen,
der Tür (10) auswählbar, vorzugsweise weiterhin initial zum Betreiben der Tür (10)
einstellbar, sind; wobei, vorzugsweise, die Einbausituationen folgende umfassen:
- eine spezifische Einbausituation in Bezug auf einen angrenzenden Wandverlauf und/oder
in Bezug auf einen benachbarten Wandverlauf;
und/oder
- eine spezifische Einbausituationen in Bezug auf einen begehbaren Bereich in einer
unmittelbaren Umgebung der Tür (10);
und/oder
- eine spezifische Einbausituationen in Bezug auf eine Funktionalität mindestens eines
die Tür (10) umgebenden Raumes bzw. des die Tür (10) aufweisenden Gebäudes.
5. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei eine/die spezifische Einbausituation
folgende umfasst/umfassen:
eine Eck-Einbausituation;
wobei, vorzugsweise, die Tür (10) zum Betrieb nahe einer Ecke (28) oder eines benachbarten
Durchgangs konfiguriert ist, wobei die Tür (10) innerhalb von 3 m, vorzugsweise 2
m, benachbart zu der Ecke (28) oder zu dem Durchgang einer Wand (12), in der die Tür
(10) eingebaut ist, angeordnet ist;
und/oder
- eine Zentral-Einbausituation;
wobei, vorzugsweise, die Tür (10) zum Betrieb zentral in einer Wand (12) konfiguriert
ist, wobei die Tür (10) ohne benachbarte Ecke (28) und ohne benachbarten Durchgang
innerhalb von mindestens 2 m,
vorzugsweise mindestens 3 m, in einer Wand (12) eingebaut ist; und/oder
- eine Flur-Einbausituation;
wobei, vorzugsweise, die Tür (10) zum Betrieb in einem Flur konfiguriert ist, wobei
die Tür (10) in einer Seitenwand des Flurs mit einer gegenüberliegenden Wand (26)
innerhalb von 4 m,
vorzugsweise 3 m, eingebaut ist;
und/oder
- eine Passier-Einbausituation;
wobei, vorzugsweise, die Tür (10) zum Betrieb in einem begrenzten Passier-Bereich,
insbesondere an eine Straße angrenzend,
beispielsweise auf einem Bürgersteig, konfiguriert ist, wobei die Tür (10) in einer
Wand (12) mit einem gegenüberliegenden unbegehbaren Bereich innerhalb von 4 m, vorzugsweise
3 m,
eingebaut ist;
und/oder
- eine Anwendungsgebiet-Einbausituation;
wobei, vorzugsweise, die Tür (10) zum Betrieb für bestimmte spezifische hindurchtretende
Personengruppen konfiguriert ist.
6. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die Einbaudaten (34) als extrahierte
Einbaudaten (34) aus einer automatischen Basis-Tür (10) extrahiert worden sind oder
werden.
7. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die Einbaudaten (34) als Datensatz
für einen Algorithmus, insbesondere einen KI-Algorithmus, oder als Algorithmus, insbesondere
KI-Algorithmus, selbst vorliegen;
wobei, vorzugsweise, der Algorithmus, insbesondere der KI-Algorithmus, konfiguriert
ist, die ermittelten Bewegungsdaten zu analysieren und basierend auf dieser Analyse
einen Wahrscheinlichkeitswert zu ermitteln, der die Wahrscheinlichkeit darstellt,
dass die Tür (10) tatsächlich ob die Tür (10) geöffnet werden oder geöffnet bleiben
soll;
wobei, vorzugsweise, die Steuereinheit (22) eine Entscheidungslogik aufweist, die
die Öffnungsbewegung der Tür (10) veranlasst, wenn der Wahrscheinlichkeitswert einen
vordefinierten Schwellenwert überschreitet; wobei, vorzugsweise, ein Ergebnis, ob
die Öffnungsbewegung zutreffend veranlasst oder nicht veranlasst worden ist, zur Aktualisierung
des Datensatzes oder Algorithmus, insbesondere KI-Algorithmus, verwendet wird.
8. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die Tür (10) eine Gebäudetür,
insbesondere eine Innentür oder Außentür, und/oder eine Schiebetür oder eine Drehtür
ist.
9. Automatisches Türöffnungssystem zum automatischen Öffnen einer automatischen Tür (10),
zumindest umfassend:
a) eine Sensorvorrichtung (20) zum Ermitteln von Bewegungsdaten mindestens einer Person
(16) in einem Erfassungsbereich (14) vor der automatischen Tür (10);
b) eine Steuereinheit (22), die konfiguriert ist, auf Grundlage der zuvor ermittelten
Bewegungsdaten zu entscheiden, ob die automatische Tür (10) geöffnet werden oder geöffnet
bleiben soll;
c) eine Antriebseinheit, die konfiguriert ist, eine Öffnungsbewegung der automatischen
Tür (10) durchzuführen, falls durch die Steuereinheit (22) entschieden wird, dass
die automatische Tür (10) geöffnet werden soll;
dadurch gekennzeichnet, dass
die Steuereinheit (22) konfiguriert ist, die Entscheidung basierend sowohl auf den
ermittelten Bewegungsdaten als auch auf Einbaudaten (34), die die Einbausituation
der Tür (10) klassifizieren, zu treffen.
10. Automatische Tür (10)
gekennzeichnet durch ein automatisches Türöffnungssystem nach Anspruch 9;
wobei, vorzugsweise, die Tür (10) eine Gebäudetür, insbesondere eine Innentür oder
Außentür, und/oder
eine Schiebetür oder eine Drehtür ist.
11. Computerprogrammprodukt, umfassend Befehle, die bewirken, dass das automatische Türöffnungssystem
nach Anspruch 9 oder die automatische Tür (10) nach Anspruch 10 die Verfahrensschritte
nach einem der Ansprüche 1 bis 8 ausführt.
12. Computerimplementiertes Verfahren zum Verarbeiten von Bewegungsdaten zur Entscheidung
eines Öffnungsvorgangs einer automatischen Tür (10), insbesondere nach Anspruch 10,
umfassend zumindest folgende Schritte:
- Bereitstellen eines trainierten Algorithmus, welcher trainierte Algorithmus eingerichtet
ist, eine Entscheidung eines Öffnungsvorgangs einer automatischen Tür (10) basierend
auf Bewegungsdaten zu treffen, wobei der trainierte Algorithmus anhand von historischen
Bewegungsdaten mit bekannten Entscheidungen entsprechender Öffnungsvorgänge trainiert
ist;
- Ermitteln von aktuellen Bewegungsdaten mindestens einer Person (16), mit einer Sensorvorrichtung
(20) mittels Beobachtens eines Erfassungsbereiches vor der automatischen Tür (10);
- Entscheiden, ob die automatische Tür (10) geöffnet werden oder geöffnet bleiben
soll, indem der trainierte Algorithmus auf die zuvor ermittelten aktuellen Bewegungsdaten
angewandt wird;
dadurch gekennzeichnet, dass
die Entscheidung basierend sowohl auf den ermittelten aktuellen Bewegungsdaten als
auch auf Einbaudaten (34), die die Einbausituation der Tür (10) klassifizieren, getroffen
wird.
13. Computerimplementiertes Verfahren nach Anspruch 12, wobei der trainierte Algorithmus
spezifisch für nur eine spezifische Einbausituation der automatischen Tür (10) trainiert
ist;
oder wobei der trainierte Algorithmus für mehrere unterschiedliche spezifische Einbausituationen
der automatischen Tür (10) trainiert ist;
wobei, vorzugsweise, die konkrete spezifische Einbausituation der automatischen Tür
(10) bei Anwendung des computerimplementierten Verfahrens ausgewählt oder bei Durchführung
des computerimplementierten Verfahrens selbsterkannt wird.
14. Verfahren zum Übertragen von Betriebsinformationen einer automatischen Basis-Tür (11)
auf eine weitere automatische Tür (10), insbesondere nach Anspruch 10,
gekennzeichnet durch zumindest folgende Schritte:
a) Extrahieren von Einbaudaten (34) der automatischen Basis-Tür (11), indem für eine
Einbausituation der automatischen Basis-Tür (11) spezifische Betriebsdaten extrahiert
werden;
b) Übertragen der extrahierten Einbaudaten (34) der automatischen Basis-Tür (11) auf
eine Steuereinheit (22) der weiteren automatischen Tür (10) mit einer zumindest ähnlichen
Einbausituation, um eine Entscheidungsfindung der weiteren automatischen Tür (10)
zu optimieren;
wobei die Steuereinheit (22) der weiteren automatischen Tür (10) eingerichtet wird,
die Entscheidung basierend sowohl auf durch die weitere automatische Tür (10) ermittelten
Bewegungsdaten als auch auf den extrahierten Einbaudaten (34) der automatischen Basis-Tür
(11) zu treffen.
15. System zum Steuern von Zugängen durch automatische Türen, zumindest umfassend zwei
automatische Türen, wobei die wenigstens zwei automatischen Türen eine automatische
Basis-Tür (11) und zumindest eine weitere automatische Tür (10), insbesondere nach
Anspruch 10, umfassen, wobei:
- die automatische Basis-Tür (11) mit einer Sensorvorrichtung (20) zum Ermitteln von
Bewegungsdaten mindestens einer Person (16) und mit einer Einheit zum Extrahieren
von Einbaudaten (34) ausgestattet ist, indem für eine Einbausituation der automatischen
Basis-Tür (11) spezifische Betriebsdaten extrahiert werden; und
- die weitere automatische Tür (10) mit einer Sensorvorrichtung (20) zum Ermitteln
von Bewegungsdaten mindestens einer Person (16) und einer Steuereinheit (22) ausgestattet
ist;
wobei das System ein Mittel zum Übertragen der extrahierten Einbaudaten (34) der automatischen
Basis-Tür (11) auf die Steuereinheit (22) der weiteren automatischen Tür (10) aufweist,
und wobei die Steuereinheit (22) der weiteren automatischen Tür (10) eingerichtet
ist, eine Entscheidung eines Öffnungsvorgangs basierend sowohl auf den durch die weitere
automatische Tür (10) ermittelten Bewegungsdaten als auch auf den extrahierten Einbaudaten
(34) der automatischen Basis-Tür (11) zu treffen.