TECHNISCHES GEBIET
[0001] Die vorliegende Offenbarung bezieht sich auf einen Drehkolbenmotor und ein Verfahren
zum Betreiben eines Drehkolbenmotors.
HINTERGRUND
[0003] Diese Drehkolbenmotoren umfassen einen Motorraum, in welchem zwei Rotoren auf einer
jeweiligen Welle angeordnet sind. Der Motorraum weist einen Einlass und einen Auslass
für ein Arbeitsfluid auf. Ein Arbeitsfluid kann durch den Motorraum strömen und dabei
die beiden Rotoren antreiben. Über die Wellen kann die Energie ausgegeben werden.
Die Rotoren haben jeweils einen Zahnkranz, so dass die Zähne der beiden Rotoren ineinandergreifen
und sich die Rotoren gemeinsam drehen.
[0004] Allgemein sollten für einen möglichst hohen Wirkungsgrad eines Drohkolbenmotors Reibungsverluste
so gering wie möglich gehalten werden. In Vorarbeiten der Erfindung wurde erkannt,
dass bei Drehkolbenmotoren ein Verkanten der beiden Rotoren problematisch ist. Durch
das Ineinandergreifen der Zahnkränze sind die beiden Rotoren gekoppelt, gleichzeitig
muss ein reibender Kontakt an den Stirnseiten der Rotoren zu einer Motorraumwand vermieden
werden. Eine stabile formschlüssige Verzahnung ohne Verklemmung ist jedoch bereits
durch Temperaturänderungen und daraus folgender thermischer Expansionen erschwert.
Weiter droht, dass es durch den Druck des Arbeitsfluides zu einer Neigung der Rotoren
kommt, womit die Reibung steigt oder ein Verklemmen eintreten kann. Ein Drehkolbenmotor
sollte jedoch über einen großen Drehzahlbereich und variable Drücke stabil und reibungsarm
laufen können. Vorarbeiten der Erfindung haben ergeben, dass bei bekannten Drehkolbenmotoren
eine starre Lagerung der Rotoren an ihrer jeweiligen Welle und Wirkungen des variablen
Drucks im Motorraum ausschlaggebend für Verkantungen und eine steigende Reibung mit
daraus resultierender Verringerung des Wirkungsgrades sind. Diese Probleme werden
durch die vorliegende Erfindung überwunden.
KURZFASSUNG
[0005] Als eine
Aufgabe der Erfindung kann angesehen werden, einen Drehkolbenmotor und ein Verfahren anzugeben,
welche Reibung und die Gefahr von Rotorenverkantungen minimieren und so einen möglichst
hohen Wirkungsgrad des Drehkolbenmotors bereitstellen.
[0006] Diese Aufgabe wird durch den Drehkolbenmotor und das Verfahren mit den Merkmalen
der unabhängigen Ansprüche gelöst.
[0007] Bei der Erfindung werden Rotoren mit einem Freiheitsgrad neigbar gelagert, wodurch
Verkantungen und reibende Kontakte vermieden werden können. Der Freiheitsgrad wird
über stark variierende Druckverhältnisse - vom Anlaufen des Motors bis zu hoher Rotationsfrequenz
im Dauerbetrieb - erhalten, indem Lüftungskanäle je nach Druckverhältnissen bzw. Rotationszahlen
ein Belüften oder Entlüften des Motorraums bewirken. Dies wird im Späteren näher beschrieben.
[0008] Ein Drehkolbenmotor gemäß einer Ausführung der Erfindung umfasst einen Motorraum,
in welchem zwei Rotoren auf einer jeweiligen Welle angeordnet sind. Die Rotoren weisen
ineinandergreifende Zähne auf. Der Motorraum hat einen Einlass und einen Auslass für
ein Arbeitsfluid und die Rotoren sind durch das Arbeitsfluid antreibbar. Jede Welle
weist einen Kugelkopf auf, auf welchem der jeweilige Rotor gelagert ist. Weiterhin
umfasst jeder Rotor zwei Rotorscheiben, welche auf derselben Welle gelagert sind und
zusammen den Kugelkopf der Welle umgeben. In jeder Welle ist ein Lüftungskanal gebildet,
über welchen der Motorraum mit einer Umgebung außerhalb des Motorraums zum Be- oder
Entlüften des Motorraums verbunden ist.
[0009] Bei einem erfindungsgemäßen Verfahren wird ein Drehkolbenmotor der Erfindung betrieben,
indem ein Arbeitsfluid durch den Motorraum des Drehkolbenmotors geleitet wird, um
dessen Rotoren anzutreiben.
[0010] Durch den Kugelkopf der Welle wird der Rotor mit einem Freiheitsgrad gelagert. Der
Rotor ist dadurch nicht starr mit der Welle gekoppelt, sondern kann sich leicht zu
der Welle neigen, im Unterschied zu den im Stand der Technik gezeigten Ausführungen
von Drehkolbenmotoren. Dadurch entsteht auch eine gewisse Beweglichkeit zwischen den
beiden miteinander verzahnten Rotoren, die auf verschiedenen Wellen gelagert sind.
Die Lüftungskanäle dienen dem Erhalt des Freiheitsgrades der flexibel gelagerten Rotoren
und ermöglichen erst eine stabile formschlüssige Verzahnung ohne Verklemmung über
verschiedene Druckverhältnisse und Drehfrequenzen hinweg.
[0011] Durch den Freiheitsgrad in der Lagerung der Rotoren können über einen großen Temperaturbereich
und einen großen Drehzahlbereich hinweg eine Verzahnung ohne Verklemmen erreicht werden,
wobei eine reibungsreduzierende Luftströmung an Stirnseiten der Rotoren erfolgt.
[0012] Zur Stirnseite hin sind die Rotoren zur Gehäusewand zwar im Wesentlichen abgedichtet,
es bleibt jedoch ein kleiner Luftspalt, durch welchen mit zunehmender Motorendrehzahl
eingesaugte Luft strömt. Je höher die Drehfrequenz, desto mehr Luft wird über die
Lüftungskanäle eingesaugt. Diese Luft bildet einen Luftfilm, der Reibung an den Stirnseiten
minimiert.
[0013] Damit sich die beiden auf verschiedenen Wellen gelagerten Drehkolben/Rotoren bei
einer Neigung zueinander nicht verkanten und stehenbleiben, ist auch die Teilung von
jedem Drehkolben in zumindest zwei Rotorscheiben relevant. In Axialrichtung ist der
Rotor somit durch zwei schmalere Teile gebildet, welche eine kleine Lücke zueinander
haben können und eine gewisse Beweglichkeit zueinander bieten, was einem Verkanten
mit einer Rotorscheibe des anderen Drehkolbens entgegenwirkt.
[0014] Konkrete Wirkungen der Lüftungskanäle zum Erhalt der Freiheitsgrade der Rotoren werden
mit Bezug auf beispielhafte Ausgestaltungen näher beschrieben. Die Lüftungskanäle
bewirken beim Anlaufen des Drehkolbenmotors ein Entlüften des Motorraums, das heißt,
ein Fluid (ein Anteil des Arbeitsfluides) aus dem Arbeits- /Motorraum strömt über
die Lüftungskanäle aus dem Motorraum aus. Mit steigender Drehzahl des Motors kommt
es zu einer Umkehr der Strömungsrichtung, so dass Umgebungsluft über die Lüftungskanäle
eingesaugt wird und gemeinsam mit dem Arbeitsfluid den Motorraum durchströmt. Das
Arbeitsfluid strömt durch einen Einlass in den Motorraum ein, an den Rotoren entlang,
um diese anzutreiben, und verlässt den Motorraum durch einen Auslass. Mit zunehmender
Drehzahl der Rotoren ist der Volumenstrom aus dem Auslass heraus größer als der Volumenstrom
durch den Einlass in den Motorraum hinein, weil zu dem Arbeitsfluid auch die über
die Lüftungskanäle eingesaugte Luft hinzukommt.
Optionale Gestaltungen
[0015] Varianten des erfindungsgemäßen Drehkolbenmotors und des erfindungsgemäßen Verfahrens
sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche und werden in der folgenden Beschreibung
erläutert.
Lüftungskanal
[0016] In jeder Welle ist ein Lüftungskanal gebildet, über welchen eine fluidische Verbindung
zwischen dem Motorraum und einer Umgebung des Motorraums erzeugt wird. Durch den Lüftungskanal
kann je nach Druckverhältnissen ein Fluid aus dem Motorraum ausströmen oder ein Fluid
(Luft) von außerhalb des Motorraums in den Motorraum einströmen. Bis auf die Lüftungskanäle
und mindestens einen Einlass und einen Auslass für Arbeitsfluid kann der Motorraum
luftdicht geschlossen gebildet sein.
[0017] Der Lüftungskanal umfasst einen Axialabschnitt, welcher axial innerhalb der Welle
verläuft und in einer axialen Lüftungsöffnung an einem Axialende der Welle mündet.
Die Welle kann optional lediglich an einem Axialende eine axiale Lüftungsöffnung aufweisen,
während sich an dem gegenüberliegenden Axialende keine Lüftungsöffnung befindet. Die
Welle erstreckt sich aus dem Motorraum heraus und die axiale Lüftungsöffnung befindet
sich außerhalb des Motorraums. Dadurch wird eine Verbindung mit einer Umgebung außerhalb
des Motors bereitgestellt. In einer Abwandlung kann das Axialende geschlossen sein
und die axiale Lüftungsöffnung durch mindestens eine seitliche Öffnung ersetzt sein,
welche sich an der Welle außerhalb des Motorraums befindet.
[0018] Jede Welle kann an ihrer Mantelfläche (in Axialrichtung gesehen innerhalb des Motorraums)
Lüftungsöffnungen aufweisen. Die Lüftungsöffnungen an der Mantelfläche stellen das
gegenüberliegende Ende des Lüftungskanals dar, so dass ein Fluid über die Lüftungsöffnungen
an der Mantelfläche in den Lüftungskanal einströmen und an der axialen Lüftungsöffnung
aus dem Lüftungskanal austreten kann, oder umgekehrt. Jede Lüftungsöffnung an der
Mantelfläche kann über einen jeweiligen Radialabschnitt (Radialkanal) des Lüftungskanals
mit dem Axialabschnitt des Lüftungskanals verbunden sein. Die Radialkanäle verlaufen
innerhalb der Welle und vom Axialabschnitt ausgehend radial nach außen. Sie können
senkrecht zum Axialabschnitt verlaufen. Alternativ können die Radialkanäle außer einer
radialen Richtungskomponente auch eine axiale Richtungskomponente haben und somit
schräg zum Axialabschnitt verlaufen. Ein Winkel zwischen einem Radialkanal und dem
Axialkanal kann entweder 90° betragen oder so gewählt sein, dass entlangströmendes
Fluid um weniger als 90° umgelenkt wird, um Strömungswiderstände zu reduzieren.
[0019] Die Lüftungsöffnungen an der Mantelfläche einer Welle können allgemein an verschiedenen
Positionen in Axialrichtung angeordnet sein und/oder an verschiedenen Positionen in
Umfangsrichtung der Welle. Für eine möglichst gleichmäßige Be-/Entlüftung kann es
vorteilhaft sein, wenn an mindestens zwei oder mindestens drei verschiedenen Positionen
in Umfangsrichtung der Welle Lüftungsöffnungen vorgesehen sind. Diese Lüftungsöffnungen
können gleichmäßig in Umfangsrichtung verteilt sein, beispielsweise können drei Lüftungsöffnungen
in 120°-Schritten in Umfangsrichtung um die Welle verteilt sein. In Axialrichtung
können Lüftungsöffnungen symmetrisch zu einer axialen Mitte (der Mitte des Kugelkopfes
der Welle) angeordnet sein. Insbesondere können sich Lüftungskanäle an mindestens
zwei verschiedenen Höhen in Axialrichtung befinden, benachbart zu den zwei Rotorscheiben,
insbesondere in Axialrichtung der Welle gesehen oberhalb und unterhalb des Kugelkopfes.
Alternativ oder zusätzlich kann mindestens eine der Lüftungsöffnungen am Kugelkopf
gebildet sein, also in Axialrichtung der Welle gesehen nicht ober- oder unterhalb
des Kugelkopfes, sondern am Kugelkopf selbst, insbesondere mittig am Kugelkopf. Vorzugsweise
sind am Kugelkopf mehrere, z.B. drei, Lüftungsöffnungen gleichmäßig in Umfangsrichtung
verteilt gebildet.
[0020] Genauere Positionen von Lüftungsöffnungen und die damit verbundenen Wirkungen werden
im Folgenden näher erläutert.
[0021] Jeder Rotor kann eine obere und einer untere Grundseite haben, welche jeweils senkrecht
zu einer Rotordrehachse verlaufen. Die Grundseiten der Rotoren können insbesondere
eben sein und können parallel zu einer benachbarten Motorraumwand stehen. Zwischen
einer der Grundseiten des Rotors und einer benachbarten Motorraumwand ist eine (kleine)
Lücke gebildet; ein reibender Kontakt sollte vermieden werden. Mindestens eine (insbesondere
mindestens drei oder genau drei) der Lüftungsöffnungen kann/können sich an der Lücke
zwischen einer der Grundseiten des Rotors und der benachbarten Motorraumwand befinden
bzw. benachbart zu einer der Grundseiten des Rotors und der benachbarten Motorraumwand
sein. Diese Anordnung von Lüftungsöffnungen an der Mantelfläche der Welle kann gleichermaßen
für die obere Grundseite wie für die untere Grundseite des Rotors zutreffen. Mit der
oberen und unteren Grundseite des Rotors werden bei einer Gestaltung des Rotors aus
zwei aneinander liegenden Rotorscheiben die voneinander entfernten Seiten der beiden
Rotorscheiben bezeichnet, nicht die einander zugewandten Seiten der Rotorscheiben.
[0022] In anderen Worten können die axialen Enden des Rotors durch eine obere und eine untere
Grundseite gebildet sein, wobei sich Lüftungsöffnungen in Axialrichtung gesehen neben
den (oder auf Höhe der bzw. im Bereich der) axialen Enden der Rotorscheiben befinden.
Jede dieser Lüftungsöffnungen kann sich auch in Axialrichtung gesehen zwischen einem
der axialen Enden des Rotors und einer zu diesem axialen Ende benachbarten Gehäusewand
(Gehäusegrundfläche) befinden.
[0023] Durch die beschriebenen Lüftungsöffnungen im Bereich der oberen und unteren Grundseite
des Rotors wird ein Luftfilm zwischen den Grundseiten und einer benachbarten Gehäusewand
(bzw. einer später näher beschriebenen Dichtplatte an der Gehäusewand) erreicht. Beim
Anlaufen des Motors und somit beim Druckaufbau an Rotoren kann an den Grundseiten
Arbeitsfluid entlangströmen und über die Luftkanäle zum Teil aus dem Motorraum austreten,
wodurch ein gleichmäßigerer Druck über die Grundseiten erreicht wird und einem Verkanten
der Rotoren entgegengewirkt wird. Auch kann der Aufbau ungewollter Druckpolster vermieden
werden. Bei höherer Drehzahl bewirkt die nun einströmende Luft einen Luftfilm, welcher
einen reibenden Kontakt an den Grundseiten der Rotoren minimiert und im Fall der später
beschriebenen Dichtplatten ein Verbiegen der Dichtplatten vermeidet, womit Reibung
und auch Beschädigungen der Dichtplatten vermieden werden.
Dichtplatten und Anordnung von Lüftungsöffnungen der Wellen neben den Dichtplatten
[0024] Der Motorraum kann durch zwei gegenüberliegende (insbesondere parallele) Gehäusegrundflächen
begrenzt sein. Die Gehäusegrundflächen stehen parallel zu Grundseiten der Rotoren
und somit senkrecht zu einer jeweiligen Drehachse der Rotoren. Zwischen den Grundseiten
(=Stirnseiten) der Rotoren und der jeweils benachbarten Gehäusegrundfläche kann eine
jeweilige Dichtplatte angeordnet sein. Eine Dichtplatte kann im Wesentlichen die gesamte
Gehäusegrundfläche bedecken. Insbesondere kann eine Dichtplatte zwei Öffnungen aufweisen,
durch welche sich die zwei Wellen der zwei Rotoren erstrecken. Im Übrigen kann die
Dichtplatte den gesamten Bereich der Grundseiten der beiden Rotoren abdecken.
[0025] Zumindest einige der Lüftungsöffnungen können sich benachbart zu der Dichtplatte
befinden, insbesondere direkt neben der Dichtplatte bzw. in Axialrichtung auf Höhe
der Dichtplatte. Für zwei Dichtplatten können somit Lüftungsöffnungen in Axialrichtung
an zwei verschiedenen Höhen, benachbart zu jeweils einer der Dichtplatten, angeordnet
sein.
[0026] Druckluft bzw. das Arbeitsfluid, welches hinter die stirnseitigen Dichtplatten strömen
könnte, kann über die Lüftungsöffnungen in den Lüftungskanal eintreten und so entweichen,
womit die Dichtplatten in ihrer Position bleiben und die Rotoren nicht eingeklemmt
werden. Hierzu trägt auch eine später näher beschriebene Lüftungsnut an der Dichtplatte
bei.
[0027] Die Dichtung (Dichtplatte) kann zunächst auf Stirnseiten der Rotoren aufliegen. Bei
höheren Drehzahlen kommt es wegen des Venturi-Effekts bzw. eines Unterdrucks zu einem
Einsaugen von Luft über die Lüftungskanäle. Die eingesaugte Luft bewirkt einen Luftstrom
an der Dichtplatte, so dass es keinen Kontakt zwischen der Rotorstirnfläche und der
Dichtplatte gibt.
[0028] So wird mit zunehmender Drehzahl die Entlüftung zur Belüftung. Dadurch kann mit zunehmender
Drehzahl der Rotoren Luft über die axialen Lüftungsöffnungen eingesogen werden und
zwischen den Dichtplatten und den benachbarten Grundseiten der Rotoren strömen, womit
es mit zunehmender Drehzahl der Rotoren keinen Kontakt zwischen den Grundseiten der
Rotoren und den Dichtplatten gibt. Die Dichtplatten werden von der entlangströmenden
Luft aufgrund des Diffusor-Effekts nach außen gedrückt und liegen auf dem entstandenen
Luftpolster der einströmenden Luft auf, stirnseitig der Rotoren.
[0029] Jede Dichtplatte kann zwei Öffnungen umfassen, durch welche sich die Wellen der zwei
Rotoren erstrecken. Die zwei Öffnungen können jeweils als Kreisform mit zusätzlicher
Entlüftungsnut geformt sein bzw. eine Kreisform mit Entlüftungsnut umfassen. Ein Durchmesser
der Kreisform ist entsprechend einem Durchmesser der Wellen gewählt. Die Entlüftungsnut
stellt einen Luftkanal an der Welle entlang zwischen gegenüberliegenden Seiten der
Dichtplatte bereit. Durch diese Gestaltung wird unterstützt, dass sich keine Druckluft/Arbeitsfluid
hinter der Dichtplatte sammelt, sondern über die Entlüftungsnut und anschließend über
die Lüftungskanäle entweichen kann.
[0030] Optional oder zusätzlich kann die Dichtplatte an den zwei Öffnungen bzw. um die zwei
Öffnungen herum jeweils eine ringförmige Vertiefung aufweisen, wobei sich ein oder
mehrere Lüftungsöffnungen der Welle gerade neben der ringförmigen Vertiefung befinden
können oder über Entlüftungsnuten der Dichtplatte mit dem Bereich der ringförmigen
Vertiefung fluidisch verbunden sind. Die Vertiefung ist auf der Dichtplattenseite
zu der Gehäusewand hin geformt.
Welle mit Kugelkopf und zugehöriger Rotor aus zwei Rotorscheiben
[0031] Jede Welle hat einen Kugelkopf, auf welchem der jeweilige Rotor gehalten ist. Ein
Kugelkopf bildet eine in etwa kugelförmige Verdickung der Welle. In einem Querschnitt
entlang der Längsachse der Welle hat die Welle somit keine konstante Breite, sondern
mittig am Kugelkopf eine maximale Breite. Im Querschnitt hat die Welle eine Kreissegmentform
oder eine rundliche Form. Hierdurch kann sich ein aufliegender Rotor relativ zur Längsachse
der Welle leicht neigen.
[0032] Jeder Rotor umfasst zumindest zwei Rotorscheiben (Rotorteile), welche in Axialrichtung
nebeneinander auf derselben Welle gelagert sind und zusammen den Kugelkopf umgeben.
Vorzugsweise bilden genau zwei Rotorscheiben (Rotorhälften) einen Rotor, da bei mehr
als zwei axial nebeneinander liegenden Rotorscheiben der Aufbau komplexer und prinzipiell
eher nachteiliger würde.
[0033] Die zwei Rotorscheiben, die einen Rotor bilden, können an ihren einander zugewandten
Seiten jeweils eine pfannenförmige (kugelsegmentförmige) Vertiefung aufweisen. Die
pfannenförmigen Vertiefungen liegen auf dem Kugelkopf auf und sind entsprechend dem
Kugelkopf geformt. In der Mitte der pfannenförmigen Vertiefungen ist jeweils eine
Axialöffnung gebildet, durch welche sich die Welle hindurch erstreckt. Die zwei Rotorscheiben
können sich in Axialrichtung jeweils bis zu einer Mitte des Kugelkopfes erstrecken
und können die gleiche Dicke (das heißt die gleiche Ausdehnung in Richtung der Längsachse
der Welle) haben.
Kraftübertragung zwischen Rotorscheiben und Welle, mit Be-/Entlüftung
[0034] Kraftübertragungselemente können zur Kraftübertragung zwischen den Rotorscheiben
und der zugehörigen Welle vorhanden sein. Jedes Kraftübertragungselement kann sich
von einer Aufnahme in der Welle (bzw. im Kugelkopf der Welle) bis in eine Aufnahmenut
in den Rotorscheiben erstrecken. Jedes Kraftübertragungselement kann somit in eine
jeweilige Aufnahme in der Welle eingesteckt sein und sich aus der Aufnahme radial
hinauserstrecken, in eine Aufnahmenut einer Rotorscheibe hinein. Durch die zweiteilige
Rotorgestaltung aus zwei Rotorscheiben mit jeweiliger Aufnahmenut kann sich ein Kraftübertragungselement
in die beiden zueinander ausgerichteten Aufnahmenuten der zwei Rotorscheiben erstrecken.
[0035] Die Aufnahmen der Welle sind Vertiefungen, z.B. Ausfräsungen, in welche die Kraftübertagungselemente
eingesteckt werden können. Die Aufnahmen der Welle befinden sich zumindest im Kugelkopf
und können in Axialrichtung der Welle über den Kugelkopf hinausgehen, also in Axialrichtung
länger sein als der rundliche Kugelkopfbereich.
[0036] Die Aufnahmenuten der Rotorscheiben sind Kerben an der Rotorscheiben-Innenseite,
d.h. an einer zentralen Öffnung, durch welche die Welle ragt.
[0037] Eine Längsrichtung der Aufnahmenuten verläuft in Axialrichtung der Welle oder hat
zumindest eine Richtungskomponente in Axialrichtung. Eine Tiefe der Aufnahmenuten
ist in Radialrichtung bemessen.
[0038] Die Kraftübertragungselemente können optional mit Spiel in den Aufnahmenuten der
Rotorscheiben und/oder den Aufnahmen der Welle gehalten sein, für eine verbesserte
Beweglichkeit zwischen den Rotorscheiben und der zugehörigen Welle. Durch das Spiel
sind die Kraftübertragungselemente nicht in sowohl den Aufnahmenuten als auch den
Aufnahmen eingeklemmt, insbesondere liegt keine Presspassung an sowohl den Aufnahmenuten
als auch den Aufnahmen vor. Vielmehr verbleibt in Umfangsrichtung eine kleine Lücke
zwischen den Kraftübertragungselemente und einer Wand der Aufnahmenuten und/oder der
Aufnahmen. Es kann vorgesehen sein, dass die Kraftübertragungselemente an der Welle
starr fixiert oder ohne Spiel gehalten werden, während ein Spiel an den Aufnahmen
der Rotorscheiben besteht.
[0039] In jeder Aufnahme oder zumindest manchen der Aufnahmen der Welle kann eine der Lüftungsöffnungen
des Lüftungskanals gebildet sein. In Umfangsrichtung der Welle gesehen sind die Lüftungsöffnungen
also gerade so gewählt, dass sie mit den Aufnahmen zusammenfallen. Hierdurch wird
die Be- und Entlüftung auch für die Bereiche um die Kraftübertragungselemente erreicht.
Ein ungewolltes Druckpolster wird somit in diesen Bereichen vermieden, insbesondere
beim Anlaufen des Motors, womit Verklemmungen entgegengewirkt wird.
[0040] Jedes Kraftübertragungselement kann einen Lüftungsdurchlass aufweisen, welcher passend
zur Lüftungsöffnung des Lüftungskanals der Welle angeordnet ist. Der Lüftungsdurchlass
verläuft bezüglich der Welle radial nach außen und dient einem Be-/Entlüften des Kugelbereichs,
also eines Bereiches zwischen Kugelkopf und Rotorscheiben.
[0041] Form der Kraftübertragungselemente: Jedes Kraftübertragungselement kann durch einen
länglichen Körper gebildet sein, dessen Längsachse in Axialrichtung der Welle ausgerichtet
ist. Der längliche Körper kann eine Verbreiterung mittig in seiner Längsrichtung haben.
Im Bereich der Verbreiterung ist der Lüftungsdurchlass gebildet. Die Aufnahme am Kugelkopf
hat ebenfalls eine in Axialrichtung gesehen mittige Verbreiterung, so dass durch die
Verbreiterung das Kraftübertragungselement in Axialrichtung in der Aufnahme am Kugelkopf
gehalten ist, also nicht in Axialrichtung aus der Aufnahme am Kugelkopf austreten
kann. Die Verbreiterung des Kraftübertragungselements liegt im zusammengebauten Zustand
vollständig innerhalb des Kugelkopfes. Indem die Verbreiterung des Kraftübertragungselements
nicht radial aus dem Kugelkopf herausragt, können bei einem Zusammenbau des Motors
zunächst die Kraftübertragungselemente radial in die Aufnahmen am Kugelkopf hineingesteckt
werden und anschließend können die Rotorscheiben in Axialrichtung auf den Kugelkopf
aufgesetzt werden.
Rotorenfederung für Flexibilität zwischen den Rotorhälften
[0042] Jeder Rotor kann mindestens ein Federelement zwischen seinen Rotorscheiben aufweisen,
um einen Freiheitsgrad zwischen den Rotorscheiben zu erhalten. Das Federelement ist
zwischen den Rotorscheiben eingeklemmt und wird so in Position gehalten. Es wird ein
elastisches, verformbares Material für das Federelement verwendet, beispielsweise
Silikon oder ein Gummimaterial. Das Federelement kann als Ring gebildet sein, welcher
die Welle umgibt. Unter einem Ring soll eine geschlossene Form verstanden werden,
wobei der Ring nicht kreisförmig sein muss, sondern z.B. kleeblattförmig sein kann.
Diese Form des Federelements kann abhängig von der Querschnittsform der Rotorscheiben
gewählt sein, welche z.B. mehrere Aussparungen aufweisen kann, in welche Arbeitszähne
des anderen Rotors eingreifen. In einem Schnitt durch das Federelement kann dieses
rundlich, insbesondere kreisförmig, geformt sein oder mit ebenen Flächen zu den zwei
Rotorscheiben hin.
[0043] Die Rotorscheiben, die einen Rotor bilden, können an ihren einander zugewandten Seiten
jeweils eine Aufnahmerille für das Federelement aufweisen. Die Aufnahmerille kann
passend zum Federelement geformt sein. Eine Dicke des Federelements (das heißt die
Ausdehnung in Längsrichtung der Welle) ist größer als die Summe der Tiefen der beiden
Aufnahmerillen der beiden Rotorscheiben, so dass die beiden Rotorscheiben durch das
Federelement (geringfügig) voneinander beabstandet sind. Das Federelement bewirkt
auch eine Dichtung zwischen den Rotorscheiben, wobei aber die durch das Federelement
bewirkte Flexibilität zwischen den Rotorscheiben eine hervorzuhebende Rolle spielt,
um den Freiheitsgrad zwischen den Rotorscheiben zu bewahren, und Horizontalbewegungen
auszugleichen. Eine starre Verbindung zwischen den Rotorhälften wird vermieden. Eine
Rotorscheibe einer Welle kann mit der Rotorscheibe der anderen Welle verzahnt sein
und sollte sich passend für diese Verzahnung neigen können. Durch den vom Federelement
bewahrten Freiheitsgrad kann sich eine Rotorscheibe neigen, ohne dass die andere Rotorscheibe
derselben Welle sich starr in identischer Weise neigen müsste. Schlussendlich wird
hierdurch eine optimale Eindichtung ohne Verklemmung erreicht. Da das Federelement
etwas Spiel zwischen den Rotorhälften bewirkt, können reibende Kontakte der Rotorgrundseiten
zur Gehäusewand bzw. zur Dichtung an der Gehäusewand besser vermieden werden.
Außenform der Rotoren
[0044] Die Rotoren können radial hervorstehende Arbeitszähne aufweisen, gegen welche das
Arbeitsfluid beim Durchströmen des Motorraums drückt und so die Rotoren antreibt.
Jeder Rotor kann beispielsweise zwei oder drei in Umfangsrichtung gleichmäßig verteilte
Arbeitszähne aufweisen. Die Rotoren weisen außerdem Aussparungen auf, in welche die
Arbeitszähne des jeweils anderen Rotors eingreifen. Die Rotorscheiben, die zusammen
einen Rotor bilden, bilden gemeinsam die Arbeitszähne und Aussparungen.
[0045] Optional kann jeder Arbeitszahn der Rotoren einen Aufnahmeschlitz aufweisen, in welchem
eine Dichtleiste angeordnet ist. Die Dichtleisten erstrecken sich radial aus den Arbeitszähnen
heraus, um eine Dichtung zu einem Motorenraumgehäuse zu bewirken.
[0046] Jeder Aufnahmeschlitz kann radial nach innen in eine Zylinderbohrung münden, wobei
ein Durchmesser der Zylinderbohrung größer ist als eine Breite des angrenzenden Aufnahmeschlitzes.
Unter einer Zylinderbohrung kann ein Loch mit Längsachse parallel zur Längsachse der
Welle verstanden werden.
[0047] In jeder Zylinderbohrung kann eine Dichtleistenfederung aufgenommen sein, wobei die
im Aufnahmeschlitz aufgenommene Dichtleiste in die Zylinderbohrung hineinragt und
von der Dichtleistenfederung nach außen gedrückt wird.
[0048] Die Dichtleiste kann an ihren axialen Enden radial nach innen in die Zylinderbohrung
hervorstehende Verschlussflügel aufweisen. Die Dichtleistenfederung ist axial zwischen
den Verschlussflügeln angeordnet, so dass die Verschlussflügel ein axiales Austreten
der Dichtleiste aus der Zylinderbohrung verhindern. Die Verschlussflügel riegeln somit
die Zylinderbohrungen ab, verhindern jedoch keinen Fluidstrom hierdurch.
[0049] In jeder Zylinderbohrung kann als Dichtleistenfederung ein (nicht hohler) Silikonfaden
aufgenommen sein. Ein Durchmesser des Silikonfadens ist größer als eine Breite des
Aufnahmeschlitzes, so dass der Silikonfaden nicht aus der Zylinderbohrung heraus in
den Aufnahmeschlitz gelangen kann.
[0050] Alternativ kann in jeder Zylinderbohrung als Dichtleistenfederung ein hohler Schlauch
aufgenommen sein. Der hohle Schlauch ist fluidisch mit dem Motorraum verbunden, so
dass bei einem Druckaufbau im Motorraum beim Anlaufen der Rotoren durch einströmendes
Arbeitsfluid auch im hohlen Schlauch ein Druckaufbau erfolgt, womit die Dichtleisten
nach außen gedrückt werden. Druckluft strömt somit auch in die hohlen Schläuche, welche
gegen die Dichtleisten drücken und bis zu einer bestimmten Drehzahl die Kraft für
die dichtende Wirkung der Dichtleisten bereitstellen. Bei höherer Drehzahl übernimmt
hingegen die Fliehkraft der Dichtleisten die dichtende Wirkung.
Arbeitsfluid und Anwendungen des Drehkolbenmotors
[0051] Das Arbeitsfluid, welches die Rotoren antreibt, kann prinzipiell ein beliebiges Fluid
sein und wird abhängig von der Anwendung des Motors gewählt. Beispielsweise kann das
Arbeitsfluid (Druck-)Luft, also ein Gas oder Gasgemisch, sein oder umfassen. Das Arbeitsfluid
kann auch ein Dampf sein oder umfassen, insbesondere Wasserdampf. Es kann sich bei
dem Arbeitsfluid auch um Abgase/Verbrennungsprodukte handeln, die durch die Verbrennung
eines Kraftstoffs entstanden sind. Der Kraftstoff kann z.B. ölbasiert sein, insbesondere
ein fossiler Kraftstoff, oder auf Wasserstoffgas oder Methanol basieren. Kraftstoff
kann z.B. außerhalb des Motors verbrannt werden, wobei durch die Verbrennung die erzeugten
Verbrennungsprodukte/-gase einen erhöhten Druck haben und dieser erhöhte Druck zum
Antreiben der Rotoren genutzt wird.
[0052] Der Drehkolbenmotor kann ein Druckluftmotor sein. In diesem Fall können an jeder
Welle insbesondere drei Kraftübertragungselemente (in 120°-Schritten in Umfangsrichtung
verteilt) angeordnet sein für eine Kraftübertragung von den Rotorscheiben auf die
Welle. Ist der Drehkolbenmotor hingegen ein Dampfmotor oder Teil eines Verbrennungsmotors,
können höhere Arbeitsdrücke vorliegen, weshalb eine höhere Anzahl an Kraftübertragungselementen
gewählt wird, beispielsweise an jeder Welle sechs Kraftaufnehmer, die insbesondere
in 60°-Schritten in Umfangsrichtung verteilt angeordnet sind.
[0053] Der Drehkolbenmotor kann Teil eines ORC-Prozesses (ORC: Organic Rankine Cycle) sein,
in welchem eine Wärmenutzung erfolgt.
[0054] Ein Motorsystem kann aus mehreren der beschriebenen Drehkolbenmotoren gebildet sein,
wobei die Drehkolbenmotoren parallel oder seriell von Arbeitsfluid durchströmt werden.
Bei einer seriellen Anordnung durchströmt Arbeitsfluid zunächst einen der Drehkolbenmotoren
und anschließend einen weiteren der Drehkolbenmotoren. Die nacheinander durchströmten
Drehkolbenmotoren stellen somit kaskadierte Motoreinheiten dar.
[0055] Bei einen Dampfantrieb oder einer Wasserstoffgasverbrennung erfolgt eine Entspannung
und somit Volumenvergrößerung über optional mehrere kaskadierte Motoreinheiten (Entspannungseinheiten)
hinweg. In dieser Gestaltung kann ein höherer isotroper Wirkungsgrad erreicht werden.
Das Volumen des Motorraums (und somit das für das Arbeitsfluid um die Rotoren herum
verfügbare Volumen im Motorraum) kann bei einer kaskadierten Gestaltung von einem
Drehkolbenmotor zum nächsten zunehmen. Beispielsweise können drei seriell genutzte
Drehkolbenmotoren Volumina von 350cm
3, 660cm
3 und 967cm
3 haben. Hierdurch wird dem Umstand Rechnung getragen, dass durch die Entspannung mit
jeder Motoreinheit das Volumen des Arbeitsfluides zunimmt.
[0056] Bei einer Gestaltung als Wasserstoffmotor kann auf eine externe Schwungmasse verzichtet
werden, das heißt die Rotoren sind die Schwungmasse. Eine Zündung bzw. Verbrennung
von Wasserstoffgas erfolgt nicht im Motorraum, in welchem sich die Rotoren befinden,
sondern zuvor in z.B. einer hierfür ergänzten Vorkammer oder in einem Rail, das am
Motor angebaut ist. Mit dem Rail können mehrere Drehkolbenmotoren optional schaltbar
verbunden sein: Für eine hohe Leistung / ein hohes Drehmoment können mehrere (z.B.
drei) Drehkolbenmotoren parallel genutzt werden, so dass ein direkter Durchlass vom
Rail zu jedem dieser Drehkolbenmotoren geöffnet wird. Alternativ wird eine Verbindung
vom Rail zu einem oder mehreren der Drehkolbenmotoren geschlossen und dafür wird eine
schaltbare Verbindung von einem der Drehkolbenmotoren zum anderen geöffnet. Dadurch
kann einer der Drehkolbenmotoren wahlweise parallel oder seriell zu einem anderen
der Drehkolbenmotoren genutzt werden. Es kann somit zwischen einem besonders hohen
Wirkungsgrad bei einem seriellen Betrieb oder (bei z.B. gesteigerter Verbrennungsrate
eines Kraftstoffs wie Wasserstoffgas) einer höheren Leistungsausgabe im parallelen
Betrieb gewechselt werden.
Allgemeine Eigenschaften
[0057] Unter "Luft" kann vorliegend ein beliebiges Gasgemisch, ein beliebiges Gas oder auch
eine Mischung mit einer Flüssigkeit oder ein Dampf verstanden werden. Insbesondere
kann Luft, die über Lüftungskanäle in den Motorraum einströmt, Umgebungsluft sein,
wie sie außerhalb des Motorraums vorliegt. Prinzipiell kann aber auch eine Vorbehandlung
der über die Lüftungskanäle einströmenden Luft erfolgen, z.B. eine Zugabe motorpflegender
Substanzen, eine Filterung (Blockierung) schädlicher Partikel und/oder eine Zugabe
bzw. eine Entfernung von Elementen, wodurch die einströmende Luft beispielsweise in
ihrer Zusammensetzung dem Arbeitsfluid ähnlicher wird.
[0058] Zum schnelleren Verständnis wird der Begriff "Lüftungskanal" verwendet, wobei ein
prinzipiell beliebiges Fluid durch diesen Kanal strömen kann, insbesondere kann das
Arbeitsfluid ausströmen oder ein Umgebungsfluid, welches sich außerhalb des Motorraums
befindet, einströmen.
[0059] Es sind prinzipiell auch Abwandlungen der beschriebenen Ausführungen möglich, durch
welche die beschriebenen Vorteile oder Wirkungen nur in kleinerem Ausmaß erreicht
werden. Beispielsweise sollte in jeder Welle ein Lüftungskanal gebildet sein, wobei
prinzipiell eine gewisse Be- und Entlüftung des Motorraums bereits erreicht wird,
wenn lediglich mindestens in einer der Wellen ein Lüftungskanal gebildet ist. Ein
zumindest gegenüber dem Stand der Technik etwas verbesserter Wirkungsgrad kann prinzipiell
bereits bei Abwandlungen erreicht werden, in denen allein die Gestaltung mit Kugelkopf
oder die Lüftungskanäle vorgesehen sind.
[0060] Als Welle wird vorliegend ein Schaft verstanden, welcher mit einem Rotor gekoppelt
ist und sich bei Drehung des Rotors ebenfalls dreht. Über die Welle kann Rotationsenergie
aus dem Drehkolbenmotor ausgegeben werden. Die Welle kann in prinzipiell bekannter
und beliebiger Weise mit weiteren Komponenten zur Leistungsausgabe verbunden werden.
[0061] Unter einer axialen Richtung wird eine Richtung parallel zur Längsachse der Welle(n)
verstanden bzw. parallel zur Rotationsachse der Wellen oder Rotoren. Eine Radialrichtung
ist eine Richtung senkrecht hierzu, von der Welle ausgehend radial nach außen oder
umgekehrt. Beschreibungen von Komponenten mit Bezug auf die axiale oder radiale Richtung
sind, soweit nicht anders angegeben, auf die jeweils zugehörige Welle bezogen.
[0062] Im Singular beschriebene Eigenschaften sollen die Varianten "genau ein(e)" als auch
"mindestens "ein(e)" abdecken. Beispielsweise kann der Motorraum einen oder mehrere
Einlässe und/oder einen oder mehrere Auslässe aufweisen.
[0063] In Abwandlungen der beschriebenen Varianten sind weitere der beschriebenen Komponenten
vorhanden. Beispielsweise können anstelle der zwei beschriebenen Rotorscheiben auch
vier Rotorscheiben gemeinsam einen Rotor bilden. Auch hiermit wird der gewünschte
Freiheitsgrad zwischen Rotorscheiben erreicht, wobei aber der Gesamtaufbau und die
Dichtung komplexer wird. Zwischen benachbarten Rotorscheiben wird jeweils ein Federelement,
wie beschrieben, verwendet.
[0064] Die als zusätzliche Vorrichtungsmerkmale beschriebenen Eigenschaften der Erfindung
ergeben bei bestimmungsgemäßer Verwendung auch Varianten des erfindungsgemäßen Verfahrens.
In umgekehrter Weise kann die Vorrichtung auch zum Ausführen der beschriebenen Verfahrensvarianten
eingerichtet sein.
KURZBESCHREIBUNG DER FIGUREN
[0065] Ausführungsbeispiele werden nachstehend mit Bezug auf die Figuren beschrieben. Gleiche
und gleich wirkende Bestandteile sind in der Regel mit denselben Bezugszeichen gekennzeichnet.
- FIG. 1
- ist eine schematische Perspektivdarstellung eines Drehkolbenmotors eines Ausführungsbeispiels
der Erfindung;
- FIG. 2
- zeigt Komponenten eines Rotors mit zugehöriger Welle des Drehkolbenmotors;
- FIG. 3
- ist eine Explosionsdarstellung des Rotors mit zugehöriger Welle;
- FIG. 4
- zeigt den Rotor mit zugehöriger Welle in einem Schnitt entlang der Längsachse der
Welle;
- FIG. 5
- zeigt seine seitliche Draufsicht auf die Welle;
- FIG. 6
- zeigt eine Perspektivansicht der Welle mit einer der zugehörigen Dichtleisten;
- FIG. 7
- zeigt eine Dichtplatte des Drehkolbenmotors;
- FIG. 8
- zeigt Teile des Drehkolbenmotors in einem Schnitt entlang der Längsachse einer der
Wellen;
- FIG. 9
- ist ein Foto des geöffneten Motorenraumgehäuses eines Drehkolbenmotors eines Ausführungsbeispiels
der Erfindung; und
- FIG. 10
- zeigt eine Perspektivansicht des Drehkolbenmotors mit geschlossenem Motorraumgehäuse.
DETAILLIERTE BESCHREIBUNG VON AUSFÜHRUNGSBEISPIELEN
[0066] Mit Bezug auf FIG. 1 werden zunächst überwiegend allgemeinere Eigenschaften eines
erfindungsgemäßen Drehkolbenmotors beschrieben, während die meisten Unterschiede gegenüber
bekannten Drehkolbenmotoren anschließend mit Bezug auf die weiteren Figuren erläutert
werden.
FIG. 1
[0067] Ein Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Drehkolbenmotors ist schematisch
in FIG. 1 gezeigt. Der Drehkolbenmotor 1 umfasst ein Gehäuse (Motorenraumgehäuse)
2, welches einen Motorraum 3 umgibt. In FIG. 1 ist das Motorenraumgehäuse 2 ohne abschließendes
Oberteil / Deckel gezeigt, damit der Motorraum 3 mit den darin aufgenommenen Komponenten
sichtbar ist.
[0068] Am Motorraum 3 sind ein Einlass 4 für Arbeitsfluid und ein Auslass 5 für das Arbeitsfluid
gebildet. Außerdem sind im Motorraum 3 zwei Rotoren 30 auf einer jeweiligen Welle
10 angeordnet. Die Rotoren 30 verfügen jeweils an ihrer Mantelfläche über einen Zahnkranz
bzw. Zähne 39, die mit den Zähnen 39 des jeweils anderen Rotors 30 ineinandergreifen,
so dass die Rotoren 30 gemeinsam (mit entgegengesetztem Drehsinn) rotieren und dabei
kein Arbeitsfluid zwischen den beiden Rotoren 30 hindurch gelangen kann.
[0069] Der Einlass 4 und Auslass 5 sind so angeordnet, dass Arbeitsfluid vom Einlass 4 nur
zum Auslass 5 gelangen kann, wenn es beim Durchströmen des Motorraums 3 die beiden
Rotoren 30 in Drehung versetzt. Hierfür verfügen die Rotoren 30 an ihrer Mantelfläche
radial hervorstehende Arbeitszähne 40. Daher drückt Arbeitsfluid beim Durchströmen
des Motorraums gegen die Arbeitszähne 40 und dreht hierdurch die beiden Rotoren 30.
Jeder Arbeitszahn 40 verfügt über eine in diesem aufgenommene Dichtleiste 20, welche
radial aus dem Arbeitszahn 40 hervorsteht, bis an eine Wand des Motorenraumgehäuses
2. Die beiden Rotoren 30 weisen jeweils an ihrer Mantelfläche Aussparungen 41 auf,
in welche die Arbeitszähne 40 des jeweils anderen Rotors 30 dichtend eingreifen können.
Jede Dichtleiste 20 wird durch eine zugehörige Dichtleistenfederung 23 radial nach
außen gedrückt, was später näher beschrieben wird.
[0070] Der Begriff "radial" wird vorliegend mit Bezug auf eine Drehachse beziehungsweise
die Wellen 10 verstanden. Beispielsweise sollen radial hervorstehende Arbeitszähne
40 der Rotoren 30 so verstanden werden, dass die Arbeitszähne 40 mit Bezug auf die
Drehachse oder die jeweilige Welle 10 radial nach außen hervorstehen. Entsprechend
wird unter "axial" eine Richtung parallel zur Drehachse oder zur Längsrichtung der
Wellen 10 verstanden. Die beiden Wellen 10 sind parallel zueinander gelagert.
[0071] Zur Kraftübertragung zwischen Rotoren 30 und zugehöriger Welle 10 sind Kraftübertragungselemente
26 vorhanden. Am Umfang jeder Welle 10 befinden sich mehrere radial aus der Welle
10 hervorstehende Kraftübertragungselemente 26, welche in den jeweiligen Rotor 30
hineinragen. Dadurch drehen sich die Rotoren 30 nur gemeinsam mit der jeweiligen Welle
10. Im Gegensatz zu herkömmlichen Drehkolbenmotoren bieten die Kraftübertragungselemente
26 jedoch ein gewisses Spiel für eine Beweglichkeit zwischen einem der Rotoren 30
und der zugehörigen Welle 10, was später näher beschrieben wird.
[0072] Im Unterschied zu bekannten Drehkolbenmotoren ist außerdem innerhalb jeder Welle
10 ein jeweiliger Lüftungskanal 11 gebildet. Über den Lüftungskanal 11 kann ein Be-
oder Entlüften des Motorraums 3 erfolgen, was im Späteren detaillierter dargelegt
wird.
[0073] Zwischen einer Stirnseite der Rotoren 30 und einer hierzu parallelen Grundseite des
Motorenraumgehäuses 2 kann eine Dichtplatte 60 angeordnet sein. Durch die Dichtplatte
60 ist die Stirnseite der Rotoren 30 von der ebenen Grundseite des Motorenraumgehäuses
2 getrennt. Unter einer Stirnseite der Rotoren 30 soll eine Seite verstanden werden,
welche senkrecht zur Drehachse der Rotoren 30 steht und somit auch im Wesentlichen
senkrecht zur äußeren Mantelfläche der Rotoren 30. Im gezeigten Beispiel ist die Dichtplatte
60 unterhalb der Rotoren 30 teilweise sichtbar. Eine gleichartige Dichtplatte kann
im zusammengebauten Zustand oberhalb der Rotoren 30, zu einer Abdeckung des Motorraumes
hin, ergänzt sein.
[0074] Als nächstes wird der Aufbau eines Rotors 30 näher mit Bezug auf die folgenden Figuren
beschrieben.
FIG. 2 und 3
[0075] FIG. 2 zeigt Komponenten eines Rotors 30 mit zugehöriger Welle 10. Als Explosionsdarstellung
sind der Rotor 30 und die Welle 10 in FIG. 3 dargestellt.
[0076] Beide Rotoren 30 des Drehkolbenmotors können in gleicher Weise gebildet sein.
[0077] Durch die erfindungsgemäße Gestaltung wird ein besonders reibungsarmer Lauf der Rotoren
30 erreicht, wobei Verkantungen zwischen den Rotoren 30 oder reibende Kontakte zu
den Dichtplatten an den Grundseiten des Motorenraumgehäuses vermieden werden. Hierfür
ist eine zweiteilige Gestaltung des Rotors 30 mit beweglicher Lagerung an einer speziell
geformten Welle 10 relevant, sowie die Be- und Entlüftung des Motorraums mit Lüftungskanälen.
[0078] Wie in FIG. 3 gezeigt, umfasst der Rotor 30 zwei Rotorscheiben 31, 32, welche auf
derselben Wellen 10 gelagert sind. Zur besseren Sichtbarkeit des Aufbaus ist in FIG.
2 nur eine der beiden Rotorscheiben 31, 32 gezeigt. In einem Axialabschnitt der Welle
10, in welchem die Rotorscheiben 31, 32 gehalten sind, ist eine Mantelfläche der Welle
10 nicht gerade, insbesondere nicht parallel zur Drehachse der Welle 10, sondern konvex
bzw. rundlich gebogen und dadurch verdickt. So bildet die Welle 10 einen Kugelkopf
16, an dem die Rotorscheiben 31, 32 gelagert sind.
[0079] Die beiden Rotorscheiben 31, 32 verfügen jeweils über eine mittige Bohrung 34 bzw.
axiale Öffnung, durch welche die Welle 10 ragt. Wie am besten aus FIG. 3 ersichtlich,
ist die Innenfläche jeder Rotorscheibe 31, 32, welche die Bohrung 34 definiert, passend
zu der rundlichen Form des Kugelkopfes 16 gestaltet. Die Innenfläche der Rotorscheiben
31, 32 ist somit nicht gerade oder parallel zur Drehachse, sondern hat eine konkave
Form. Dadurch bildet jede Innenfläche eine pfannenförmige Vertiefung 34 oder Kugelpfanne,
analog zur Form des Kugelkopfes 16. Durch diese Form variiert ein Durchmesser der
Bohrung 34 einer Rotorscheibe 31, 32. Der Durchmesser der Bohrung 34 wächst in axialer
Richtung monoton in Richtung zur jeweils anderen Rotorscheibe 32, 31 hin.
[0080] Durch die Lagerung der Rotorscheiben 31, 32 an dem Kugelkopf 16 der Welle 10 können
sich die Rotorscheiben 31, 32 geringfügig gegenüber der Welle 10 bewegen, insbesondere
neigen. Dies ist wichtig, um unter anderem ein Verkanten und Stehenbleiben des Motors
beim Ineinandergreifen der Zahnkränze verschiedener Rotoren zu vermeiden. Da die Zahnkränze
abdichtend ineinandergreifen, ist ein Kontakt notwendig. Gleichzeitig kann eine gewisse
(im Stand der Technik in der Regel unerwünschte) Neigung der Rotoren, auch bei herkömmlichen
starr mit der Welle verbundenen Rotoren, nie ganz vermieden werden. Bei einer Neigung
können abdichtend ineinandergreifende Zahnkränze jedoch leicht verkanten bzw. mit
einer Gehäusewand/Dichtungsplatte kollidieren. Um dem entgegenzuwirken, ist die zweiteilige
Rotorengestaltung relevant, durch welche gegenüber einem einteiligen Rotor die Radialabmessung
jeder Rotorscheibe nur halb so groß ist, womit die Ausschlagslänge bei einem bestimmten
Neigungswinkel vorteilhafterweise entsprechend kleiner ist. Hierfür ist aber auch
relevant, dass die beiden Rotorscheiben 31, 32 nicht starr miteinander gekoppelt sind,
sondern eine Beweglichkeit zwischen den Rotorscheiben 31, 32 möglich ist. Dazu wird
eine Rotorenfederung verwendet, das heißt ein Federelement 50 aus z.B. Silikon oder
einem anderen verformbaren Material. Das Federelement 50 befindet sich zwischen den
beiden Rotorscheiben 31, 32, die zusammen einen Rotor 30 bilden. Bei einer Neigung
oder Bewegung einer der Rotorscheiben 31, 32 wird das Federelement 50 verformt, ohne
dass die andere der Rotorscheiben 32, 31 sich identisch neigen oder bewegen müsste.
Das Federelement 50 kann ringförmig um die Welle 10 gebildet sein. Unter ringförmig
wird dabei verstanden, dass das Federelement 50 eine geschlossene Form um die Welle
10 bildet, wobei es aber nicht eine Kreisform in einem Querschnitt senkrecht zur Drehachse
der Rotoren haben muss. Im gezeigten Beispiel hat es eher die Form eines vierblättrigen
Kleeblatts, wobei die Anzahl an Blättern bzw. radial nach außen hervorstehenden Bereichen
des Federelements 50 gleich der Anzahl an Arbeitszähnen 40 plus zugehöriger Aussparungen
41 sein kann. Durch die Abweichung von einer Kreisform werden die Stabilität und Positionssicherheit
des Federelements 50 erhöht. Wie in FIG. 3 gezeigt, kann jede Rotorscheibe 31, 32
auf ihrer Stirnseite, welche der jeweils anderen Rotorscheibe zugewandt ist, eine
Aufnahmerille 38 für das Federelement 50 haben. Die Form der Aufnahmerille 38 entspricht
der Form des Federelementes 50. Ein Durchmesser des Federelements 50 (das heißt dessen
Abmessung in Axialrichtung der Welle 10) ist geringfügig größer als die Summe der
Tiefen der Aufnahmerillen 38 beider Rotorscheiben 31, 32 (das heißt der Abmessungen
der Aufnahmerillen 38 in Axialrichtung der Welle 10), so dass ein dichtender Kontakt
zwischen den Rotorscheiben 31, 32 durch das Federelement 50 erreicht wird und eine
gewisse Beweglichkeit zwischen den Rotorscheiben 31, 32 bei weiterhin bestehendem
dichtenden Kontakt möglich ist.
[0081] Eine Kraftübertragung zwischen den Rotorscheiben 31, 32 und der Welle 10 erfolgt
über Kraftübertragungselemente 26. Die Welle 10 verfügt an ihrer Mantelfläche über
Aufnahmen/Ausfräsungen 17, wobei in jede Aufnahme 17 eines der Kraftübertragungselemente
26 eingesetzt ist. Die Kraftübertragungselemente 26 ragen radial zumindest teilweise
aus den Aufnahmen 17 heraus und in entsprechende Aufnahmenuten (Kerben) 36 in den
Rotorscheiben 31, 32 hinein. Die Aufnahmenuten 36 sind an den pfannenförmigen Vertiefungen
35 der Rotorscheiben 31, 32 gebildet.
[0082] Die Aufnahmenuten 36 können sich wie dargestellt in Axialrichtung über die gesamte
Länge beider Rotorscheiben 31, 32 erstrecken (oder alternativ zumindest über die gesamte
Länge von einer der Rotorscheiben 31, 32 und von dort weiter in die andere Rotorscheibe
hinein). Hierdurch können beim Zusammenbau des Motors zunächst die Kraftübertragungselemente
26 in die Aufnahmen 17 der Welle 10 eingesteckt werden (wobei die Steckrichtung eine
radiale Richtung ist), und anschließend können die beiden Rotorscheiben 31, 32 in
axialer Richtung auf die Welle 10 geschoben werden. Dabei werden die beiden Rotorscheiben
31, 32 von entgegengesetzten Axialenden auf die Welle 10 geschoben und eine Drehstellung
der Rotorscheiben 31, 32 wird so gewählt, dass der aus der Welle 10 hervorstehende
Teil der Kraftübertragungselemente 26 in axialer Richtung in die Aufnahmenuten 36
hinein geschoben wird.
[0083] Die FIG. 2 und 3 zeigen außerdem, wie die Dichtleisten 20 an den Rotorscheiben 31,
32 gehalten sind. Jeder Arbeitszahn 40 der Rotorscheiben 31 und 32 enthält einen Aufnahmeschlitz
42, welcher sich blattförmig in radialer und axialer Richtung im Arbeitszahn 40 erstreckt.
Eine Dichtleiste 20 hat eine Platten- oder Blattform und ist in den Aufnahmeschlitz
42 der Rotorscheibe 31 und den hierzu ausgerichteten Aufnahmeschlitz 42 der Rotorscheibe
32 eingesetzt. Damit die Dichtleiste 20 nicht in radialer Richtung aus dem Aufnahmeschlitz
42 austreten kann, hat die Dichtleiste 20 ein Dichtleistenloch 21, in welches ein
Verriegelungselement 22 eingesetzt ist. Das Verriegelungselement 22 ragt senkrecht
aus der durch die plattenförmige Dichtleiste 20 definierten Ebene heraus (diese Ebene
der Dichtleiste 20 erstreckt sich in radialer und axialer Richtung). Der Aufnahmeschlitz
42 hat mittig in radialer Richtung eine Verbreiterung zur Aufnahme des Verriegelungselements
22. Für einen Zusammenbau des Motors wird zunächst die in FIG. 2 gezeigte Situation
hergestellt, in welcher erst eine der Rotorscheiben (hier die Rotorscheibe 31) auf
die Welle 10 gesetzt ist und die Dichtleiste 20 zusammen mit dem zugehörigen Verriegelungselement
22 in den Aufnahmeschlitz 42 der Rotorscheibe 31 (in axialer Richtung) eingeschoben
wird. Danach wird die zweite Rotorscheibe 32 auf die Welle geschoben und in diesem
Zuge wird das Verriegelungselement 22 in den Aufnahmeschlitzen 42 der beiden Rotorscheiben
31, 32 eingeschlossen.
[0084] Jeder Aufnahmeschlitz 42 mündet in radialer Richtung in eine Zylinderbohrung 43,
welche breiter als der Aufnahmeschlitz 42 ist. Eine Längsrichtung der Zylinderbohrung
43 ist parallel zur Axialrichtung der Welle 10. Die Zylinderbohrung 43 erstreckt sich
vorzugsweise, wie dargestellt, in Axialrichtung vollständig durch beide Rotorscheiben
31, 32 hindurch. In jeder Zylinderbohrung 43 ist eine Dichtleistenfederung 23 aufgenommen.
Die Dichtleiste 20 ist so dimensioniert, dass sie in die Zylinderbohrung 43 hinein
und gegen die Dichtleistenfederung 23 ragt. Dadurch wird die Dichtleistenfederung
23 in Radialrichtung komprimiert und drückt die Dichtleiste 20 radial nach außen.
Dies ist, zumindest bei niedrigen Drehzahlen des Motors, die maßgebliche Kraft für
eine dichtende Wirkung zwischen den Dichtleisten 20 und dem Motorraumgehäuse.
[0085] Wie am besten in FIG. 3 sichtbar, kann die Dichtleiste 20 an ihren beiden Enden in
axialer Richtung weiter in die Zylinderbohrung 43 hineinragen als in ihrem mittigen
Bereich, wodurch zwei radial hervorstehende Verschlussflügel 24 gebildet werden. Die
Verschlussflügel 24 verhindern, dass die Dichtleistenfederung 23 axial aus der Zylinderbohrung
43 austreten kann. Hierfür befindet sich die Dichtleistenfederung 23 in axialer Richtung
gesehen zwischen den beiden Verschlussflügeln 24.
[0086] Die Verschlussflügel 24 verhindern zwar ein Austreten der Dichtleistenfederung 23
axial aus der Zylinderbohrung 43, dichten aber nicht die Zylinderbohrung 43 ab. Dadurch
können ein Druckausgleich bzw. ein gewisser Fluidstrom durch die Zylinderbohrung 43
erfolgen. Andernfalls würde der steigende Druck im Motorraum dem Druck der Dichtleistenfederung
23 gegen die Dichtleiste 20 übermäßig entgegenwirken. Insbesondere bei einer Gestaltung
der Dichtleistenfederung 23 als hohler Schlauch ist dies relevant. Alternativ zu einem
hohlen Schlauch kann auch eine Silikonschnur aus einem Vollmaterial oder eine Schnur
aus einem anderen elastisch verformbaren Material als Dichtleistenfederung 23 verwendet
werden.
[0087] Der Drehkolbenmotor der Erfindung nutzt auch eine spezielle Be- und Entlüftung, welche
bedeutsam ist, um unerwünschte Druckpolster zu vermeiden und so den Freiheitsgrad
zwischen den Rotoren und den Rotorscheiben 31, 32 zu bewahren und einen reibenden
Kontakte an den Dichtplatten (und auch Verformungen der Dichtplatten, welche zu einer
Zerstörung der Dichtplatten führen könnten) zu vermeiden. Dazu wird ein Lüftungskanal
in jeder Welle genutzt. Die FIG. 2 und 3 zeigen eine axiale Lüftungsöffnung 12 des
Lüftungskanals an einem Axialende der Welle 10 sowie mehrere radiale Lüftungsöffnungen
13, 14 und 15 an der Mantelfläche der Welle 10. Der Lüftungskanal wird näher mit Bezug
auf die folgenden Figuren beschrieben.
FIG. 4 bis 6
[0088] FIG. 4 zeigt einen Querschnitt durch einen Rotor 30 mit zugehöriger Welle 10. Der
Querschnitt ist ein Schnitt mittig entlang der Längsachse der Welle 10. FIG. 5 zeigt
eine zugehörige Seitenansicht und FIG. 6 eine Perspektivansicht. Zur besseren Sichtbarkeit
der Lüftungsöffnungen ist in den FIG. 5 und 6 der Rotor 30 nicht gezeigt.
[0089] Wie am besten in FIG. 4 ersichtlich, hat die Welle 10 eine axiale Bohrung, welche
einen Axialkanal / Axialabschnitt 12A des Lüftungskanals 11 bildet. Der Lüftungskanal
10 erstreckt sich ab einem axialen Ende der Welle 10, wo eine Axialöffnung / axiale
Lüftungsöffnung 12 gebildet ist. Der Axialabschnitt 12A kann optional sacklochförmig
innerhalb der Welle 10 enden oder alternativ durchgängig bis an das gegenüberliegende
Axialende der Welle 10 verlaufen und dort eine Axialöffnung bilden.
[0090] Wichtig sind radiale Lüftungsöffnungen 13, 14, 15, welche an der Mantelfläche der
Welle 10 gebildet sind. Als Mantelfläche wird die Außenseite der Welle 10, welche
nicht eine der beiden Axialenden ist, verstanden. Die radialen Lüftungsöffnungen 13,
14, 15 sind mit dem Axialabschnitt 12A verbunden, nämlich durch Radialkanäle / Radialabschnitte
13A, 14A, 15A des Lüftungskanals 11. Im dargestellten Beispiel verlaufen die Radialabschnitte
13A, 14A, 15A radial vom Axialabschnitt 12A aus nach außen. Alternativ können die
Radialabschnitte 13A, 14A, 15A aber auch eine Axialkomponente haben und somit nicht
senkrecht, sondern schräg zum Axialabschnitt 12A verlaufen.
[0091] Die radialen Lüftungsöffnungen 13, 14 und 15 befinden sich an unterschiedlichen Positionen
in Axialrichtung. In der Schnittansicht von FIG. 4 sind nur eine radiale Lüftungsöffnung
13, eine radiale Lüftungsöffnung 14 und eine radiale Lüftungsöffnung 15 sichtbar.
Es sind jedoch in Umfangsrichtung um die Welle 10 verteilt jeweils mehrere radiale
Lüftungsöffnungen 13, mehrere radiale Lüftungsöffnungen 14 und mehrere radiale Lüftungsöffnungen
15 vorhanden, z.B. jeweils drei.
[0092] Die radialen Lüftungsöffnungen 15 befinden sich mittig in axialer Richtung, das heißt
mittig am Kugelkopf 16 der Welle 10. Die radialen Lüftungsöffnungen 13 befinden sich
an bzw. neben einer oberen Grundseite 32A des Rotors 30, welche eine Grundseite/Stirnseite
der Rotorscheibe 32 zur Gehäusewand hin (nicht zur anderen Rotorscheibe 31 hin) ist.
Analog befinden sich die radialen Lüftungsöffnungen 14 an bzw. neben einer unteren
Grundseite 31A des Rotors 30, welche eine Grundseite/Stirnseite der Rotorscheibe 31
zur Gehäusewand hin (nicht zur anderen Rotorscheibe 32 hin) ist.
[0093] Die radialen Lüftungsöffnungen 13-15 dienen einer Be-/Entlüftung von Bereichen des
Motorraums, wobei eine Luftströmung in FIG. 4 mit gestrichelten Linien veranschaulicht
ist. Die radialen Lüftungsöffnungen 15 führen zu dem Bereich zwischen den Rotorhälften,
das heißt zwischen den Rotorscheiben 31 und 32. Wie in FIG. 4 gezeigt, kann jedes
Kraftübertragungselement 26 hierfür einen jeweiligen Lüftungsdurchlass 27 aufweisen,
das heißt ein Loch, das radial (bezüglich der Welle 10) durch das Kraftübertragungselement
26 verläuft. Die radialen Lüftungsöffnungen 15 fördern einen Druckausgleich im Bereich
zwischen den Rotorscheiben 31 und 32 in Bezug auf den übrigen Motorraum. Andernfalls
könnten ungewollte Druckverhältnisse der Beweglichkeit der Rotorscheiben 31 und 32
relativ zueinander entgegenwirken. Beispielsweise wird bei einer Neigung oder Verschiebung
der Rotorscheibe 31 relativ zur anderen Rotorscheibe 32 ein Bereich zwischen den Rotorscheiben
31, 32 (insbesondere am Kraftübertragungselement 26 und benachbart zum Federelement
50 vergrößert oder verkleinert, womit das dort befindliche Fluid komprimiert oder
entspannt würde. Die damit einhergehenden Druckunterschiede können über die radialen
Lüftungskanäle abgebaut werden.
[0094] Die radialen Lüftungsöffnungen 13-15 haben aber auch darüber hinaus gehende Wirkungen:
Bei einem Anlaufen des Motors (und noch verhältnismäßig geringen Drehzahlen) steigt
der Druck im Motorraum, wobei über die radialen Lüftungsöffnungen 13-15 Arbeitsfluid
den Motorraum verlassen kann und dadurch ungewollten Druckdifferenzen entgegenwirkt,
welche zu Verkantungen der Rotoren 30 oder übermäßiger Reibung zwischen Rotoren 30
und Dichtplatten 60 führen könnten. Andernfalls könnte Arbeitsfluid beim Anlaufen
des Motors die Rotoren auseinanderdrücken und zu einer Leckage führen. Mit zunehmender
Drehzahl des Motors steigt die Strömungsgeschwindigkeit des Arbeitsfluides im Motorraum,
und im Lüftungskanal 11 kommt es zu einer Umkehr der Strömungsrichtung. Es verlässt
nicht mehr Arbeitsfluid den Motorraum durch den Lüftungskanal 11, vielmehr strömt
ein Fluid (z.B. Umgebungsluft) über den Lüftungskanal 11 in den Motorraum ein. In
einem Dauerbetrieb des Drehkolbenmotors mit Druckluft als Arbeitsfluid wurde beispielhaft
ein Verhältnis von ca. 82:69 zwischen Druckluft, die über den Auslass ausströmt, und
Druckluft, die über den Einlass einströmt, gemessen.
[0095] Die über die Lüftungskanäle einströmende Luft bildet insbesondere einen reibungsarmen
Luftfilm zwischen dem Rotor 30 und den Dichtplatten am Motorraumgehäuse. Die Strömung
an den Dichtplatten sowie der Aufbau der Dichtplatte wird weiter mit Bezug auf die
folgenden Figuren beschrieben.
FIG. 7 bis 9
[0096] FIG. 7 zeigt schematisch eine Perspektivansicht einer Dichtplatte 60. FIG. 8 ist
ein Querschnitt eines Abschnitts des Drehkolbenmotors 1 und zeigt die Positionierung
der Dichtplatten 60. FIG. 9 ist ein Foto des geöffneten Motorenraumgehäuses 2 und
zeigt eine der Dichtplatten 60 an einer Grundseite (Gehäusegrundfläche) des Motorraumes.
In FIG. 9 unterscheidet sich grafisch das metallische Motorenraumgehäuse 2 von dem
dunkleren Material der elastisch verformbaren Dichtplatte 60. Die FIG. 7 und 8 sind
für eine bessere Sichtbarkeit von Komponenten schematisiert, womit Größenverhältnisse
und Lücken zwischen Komponenten nicht zwingend konkreten Umsetzungen entsprechen.
[0097] Wie am besten in FIG. 7 ersichtlich, umfasst die Dichtplatte 60 zwei Öffnungen 61,
durch welche sich im zusammengebauten Zustand die beiden Wellen 10 erstrecken. Die
Öffnungen 61 können im Wesentlichen eine Kreisform haben. Die Kreisform wird jedoch
durch eine oder mehrere Entlüftungsnuten 65 unterbrochen, im dargestellten Beispiel
drei Entlüftungsnuten 65. Durch die Entlüftungsnuten 65 wird die Öffnung 61 radial
vergrößert. Die Entlüftungsnut 65 bietet im zusammengebauten Zustand eine fluidische
Verbindung zwischen einer Stirnseite 62 der Dichtplatte 60, welche den Rotoren 30
zugewandt ist, und einer gegenüberliegenden Rückseite 63 der Dichtplatte 60, welche
dem Motorraumgehäuse zugewandt ist, das heißt den Gehäusegrundflächen 6 und 7, siehe
insbesondere FIG. 8. Je nach Drehstellung der Welle 10 ist die Entlüftungsnut 65 direkt
an der Lüftungsöffnung 13 oder 14 und ist fluidisch mit dieser verbunden. Außerdem
ist um die Öffnung 61 eine ringförmige Vertiefung 64 auf der Rückseite 63 der Dichtplatte
60 gebildet. Im Bereich der ringförmigen Vertiefung 64 hat die Öffnung 61 somit einen
größeren Durchmesser als über ihren übrigen Axialbereich. Somit bildet die ringförmige
Vertiefung 64 einen ringförmigen freien Bereich. Über diesen kann gegebenenfalls hinter
der Dichtplatte 60 befindliches Fluid entweichen und weiter über die Entlüftungsnut
65 und den radialen Lüftungsöffnungen 13 oder 14 (bei niedrigen Drehzahlen) aus dem
Motorraum austreten.
[0098] Die Entlüftungsnuten 65 der Dichtplatte 60 sind bedeutsam, damit (Arbeits-)Fluid,
das sich zwischen der Dichtplatte 60 und dem Motorraumgehäuse 2 befinden könnte, ausströmen
kann. Insbesondere kann die Dichtplatte 60 gegen das Motorraumgehäuse 2 gedrückt werden,
ohne dass sich dabei Lufttaschen / Fluidpolster zwischen der Dichtplatte 60 und dem
Motorraumgehäuse 2 bilden, da über die Entlüftungsnuten 65 das Fluid entweichen kann.
Hierdurch werden Verformungen der Dichtplatte 60 vermieden, welche zu einer Kollision
mit einem der Rotoren 30 führen könnten.
[0099] Im Fall von Druckluft als Arbeitsfluid wirkt in den Motorraum strömende Druckluft
nicht nur auf die Rotoren 30, sondern auch stirnseitig auf die Dichtplatten 60, die
eine sehr große Angriffsfläche bieten. Ohne Entlüftungsnuten 65 droht es dabei zu
Verformungen zu kommen, d.h. die Dichtplatten 60 verbiegen sich und klemmen die Rotoren
30 ein, so dass der Motor schlechter oder gar nicht anläuft. Zudem können die Dichtplatten
60 zerstört werden. Durch die Entlüftungsnuten 65 kann die Druckluft beim Starten
des Motors die Entlüftungsnuten 65 passieren und über kleine Kanäle abgeblasen werden.
Dadurch entsteht, bevor die Rotoren 30 drehen, ein Druckausgleich, welcher verhindert,
dass sich die Dichtplatten 60 verbiegen. Mit erhöhter Drehzahl der Rotoren 30 entsteht
ein Unterdruck, welcher Luft von außen über die Entlüftungsnuten 65 in den Arbeitsraum
einsaugt. Dadurch bildet sich ein Luftpolster zwischen der Stirnseite 62 und den Rotoren
30, so dass es keine Berührung zwischen den Rotoren-Stirnflächen und der Dichtplatte
60 gibt.
[0100] Durch die Lüftungskanäle und das zweiteilige Rotordesign können somit Reibungen,
Verkantungen und Verklemmungen vermieden werden, so dass ein besonders hoher Wirkungsgrad
bei minimalem Verschleiß resultiert.
FIG. 10
[0101] Zur Vollständigkeit wird in FIG. 10 schematisch ein Drehkolbenmotor mit geschlossenem
Motorraumgehäuse gezeigt. Der Einlass 4 für Arbeitsfluid ist sichtbar. Außerdem ist
gezeigt, dass die axialen Lüftungsöffnungen 12 der beiden Welle 10 zu einer Umgebung
des Drehkolbenmotors führen, so dass Umgebungsluft über die axialen Lüftungsöffnungen
12 eintreten kann.
[0102] Drehkolbenmotoren in der beschriebenen Art können für verschiedene Anwendungen und
mit verschiedenen Arbeitsfluiden genutzt werden. Als Beispiel ist im oberen Bereich
von FIG. 10 (und im unteren Bereich von FIG. 1) eine Welle gezeigt, welche einer variablen
Übersetzung dient und an welche Lasten angeschlossen werden können. Alternativ können
Lasten aber auch direkt an die Rotorenwellen angeschlossen werden.
[0103] Die zu den verschiedenen Figuren beschriebene Eigenschaften können miteinander kombiniert
werden. Die beschriebenen Ausführungsbeispiele sind rein illustrativ und Abwandlungen
hiervon sind im Rahmen der beigefügten Ansprüche möglich.
Bezugszeichenliste
[0104]
- 1
- Drehkolbenmotor
- 2
- Motorenraumgehäuse
- 3
- Motorraum
- 4
- Einlass für Arbeitsfluid
- 5
- Auslass für Arbeitsfluid
- 6, 7
- einander gegenüberliegende Gehäusegrundflächen, welche den Motorraum 3 definieren
- 10
- Welle eines Rotors 30
- 11
- Lüftungskanal in der Welle 10
- 12A
- Axialabschnitt des Lüftungskanals 11
- 12
- axiale Lüftungsöffnung der Welle
- 13, 14, 15
- radiale Lüftungsöffnungen für Be- / Entlüftung von Bereichen des Motorraums
- 13A, 14A, 15A
- Radialabschnitte des Lüftungskanals 11
- 16
- Kugelkopf der Welle
- 17
- Aufnahme/Ausfräsung für das Kraftübertragungselement (und versehen mit Lüftungsöffnung
15 zum Be-/Entlüften des Kugelbereichs)
- 20
- Dichtleiste
- 21
- Dichtleistenloch für Verriegelungselement 22
- 22
- Verriegelungselement für die Dichtleiste
- 23
- Dichtleistenfederung (Rundschnur, Silikon-Vollmaterial)
- 24
- Radial hervorstehende Verschlussflügel der Dichtleiste 20
- 26
- Kraftübertragungselemente
- 27
- Lüftungsdurchlass der Kraftübertragungselemente 26
- 30
- Rotoren, jeweils gebildet durch zwei Rotorscheiben 31, 32
- 31, 32
- Rotorscheiben des zweiteiligen Rotors
- 31A
- Untere Grundseite des Rotors / Stirnseite der Rotorscheibe 31 zur Gehäusewand hin
- 32A
- Obere Grundseite des Rotors / Stirnseite der Rotorscheibe 32 zur Gehäusewand hin
- 34
- Bohrung/Öffnung der Rotoren bzw. Rotorscheiben für die Welle
- 35
- Kugelpfanne / pfannenförmige Vertiefung der Rotorscheibe 31, 32
- 36
- Aufnahmenuten in den Rotorscheiben für die Kraftübertragungselemente 26
- 38
- Aufnahmerille in den Rotorscheiben 31, 32 für die Rotorenfederung 50
- 39
- Zähne der Rotorscheiben 31, 32
- 40
- Arbeitszähne der Rotoren 30
- 41
- Aussparungen eines Rotors zum Eingreifen der Arbeitszähne des anderen Rotors
- 42
- Aufnahmeschlitz im Arbeitszahn 40 zur Aufnahme der Dichtleiste 20
- 43
- Zylinderbohrung zur Aufnahme der Dichtleistenfederung 23
- 50
- Rotorenfederung / Federelement
- 60
- Dichtplatte
- 61
- Öffnungen der Dichtplatte für die Wellen
- 62
- Stirnseite der Dichtplatte, welche den Rotoren zugewandt ist
- 63
- Rückseite der Dichtplatte, welche am Motorraumgehäuse anliegt
- 64
- ringförmige Vertiefung auf der Stirnseite der Dichtplatte
- 65
- Entlüftungsnuten an den Öffnungen der Dichtplatte
1. Ein Drehkolbenmotor, umfassend:
einen Motorraum (3), in welchem zwei Rotoren (30) auf einer jeweiligen Welle (10)
angeordnet sind, wobei die Rotoren (30) ineinandergreifende Zähne (39) aufweisen,
wobei der Motorraum (3) einen Einlass (4) und einen Auslass (5) für ein Arbeitsfluid
aufweist und die Rotoren (30) durch das Arbeitsfluid antreibbar sind,
dadurch gekennzeichnet,
dass jede Welle (10) einen Kugelkopf (16) aufweist, auf welchem der jeweilige Rotor (30)
gelagert ist,
dass jeder Rotor (30) zwei Rotorscheiben (31, 32) aufweist, welche auf derselben Welle
(10) gelagert sind und zusammen den Kugelkopf (16) umgeben,
wobei in jeder Welle (10) ein Lüftungskanal (11) gebildet ist, über welchen der Motorraum
(3) mit einer Umgebung außerhalb des Motorraums (3) zum Be- oder Entlüften des Motorraums
(3) verbunden ist.
2. Der Drehkolbenmotor nach dem unmittelbar vorstehenden Anspruch,
wobei der Lüftungskanal (11) einen Axialabschnitt (12A) umfasst, welcher axial innerhalb
der Welle (10) verläuft und sich bis an eine axiale Lüftungsöffnung (12) der Welle
(10) erstreckt,
wobei sich die Welle (10) aus dem Motorraum (3) heraus erstreckt und sich die axiale
Lüftungsöffnung (12) außerhalb des Motorraums (3) befindet.
3. Der Drehkolbenmotor nach dem unmittelbar vorstehenden Anspruch,
wobei jede Welle (10) an ihrer Mantelfläche Lüftungsöffnungen (13-15) aufweist, welche
über Radialabschnitte (13A-15A) des Lüftungskanals (11) mit dem Axialabschnitt (12A)
verbunden sind,
wobei mindestens eine der Lüftungsöffnungen (15) im Kugelkopf (16) gebildet ist.
4. Der Drehkolbenmotor nach Anspruch 2 oder 3,
wobei axiale Enden des Rotors (30) durch eine obere und eine untere Grundseite (31A,
32A) gebildet sind,
wobei sich zumindest mehrere der Lüftungsöffnungen (13, 14) in Axialrichtung gesehen
neben den axialen Enden des Rotors (30) befinden.
5. Der Drehkolbenmotor nach dem unmittelbar vorstehenden Anspruch,
wobei der Motorraum (3) durch zwei gegenüberliegende Gehäusegrundflächen (6, 7) begrenzt
wird, wobei die Gehäusegrundflächen (6, 7) parallel zu Grundseiten (31A, 32A) der
Rotoren (30) und somit senkrecht zu einer jeweiligen Drehachse der Rotoren (30) stehen,
wobei zwischen den Grundseiten (31A, 32A) der Rotoren (30) und der jeweils benachbarten
Gehäusegrundfläche (6, 7) eine jeweilige Dichtplatte (60) angeordnet ist,
wobei sich zumindest einige der Lüftungsöffnungen (13, 14) benachbart zur Dichtplatte
(60) befinden.
6. Der Drehkolbenmotor nach dem unmittelbar vorstehenden Anspruch,
wobei jede Dichtplatte (60) zwei Öffnungen (61) umfasst, durch welche sich die Wellen
(10) der zwei Rotoren (30) erstrecken,
wobei die zwei Öffnungen (61) jeweils als Kreisform mit zusätzlicher Entlüftungsnut
(65) geformt sind, wobei ein Durchmesser der Kreisform entsprechend zu einem Durchmesser
der Wellen (10) gewählt ist und die Entlüftungsnut (65) einen Luftkanal an der Welle
(10) entlang zwischen gegenüberliegenden Seiten der Dichtplatte (60) bereitstellt.
7. Der Drehkolbenmotor nach Anspruch 5 oder 6,
wobei die Dichtplatte (60) an den zwei Öffnungen (61) auf einer den Rotoren (30) abgewandten
Rückseite (63) jeweils eine ringförmige Vertiefung (64) aufweist, wobei sich neben
der ringförmigen Vertiefung (64) eine oder mehrere der Lüftungsöffnungen (13, 14)
der Welle (10) befinden.
8. Der Drehkolbenmotor nach einem der vorstehenden Ansprüche,
wobei die Rotorscheiben (31, 32), die denselben Rotor (30) bilden, an ihren einander
zugewandten Seiten jeweils eine pfannenförmige Vertiefung (35) aufweisen, welche auf
dem Kugelkopf (16) aufliegt und entsprechend dem Kugelkopf (16) geformt ist;
wobei die Rotorscheiben (31, 32) in einer Mitte ihrer pfannenförmigen Vertiefungen
(35) jeweils eine Öffnung (34) aufweisen, durch welche sich die Welle (10) hindurch
erstreckt; und
wobei sich die zwei Rotorscheiben (31, 32) in Axialrichtung jeweils bis zu einer Mitte
des Kugelkopfes (16) erstrecken.
9. Der Drehkolbenmotor nach einem der vorstehenden Ansprüche,
wobei Kraftübertragungselemente (26) zur Kraftübertragung zwischen den Rotorscheiben
(31, 32) und der Welle (10) vorhanden sind, wobei sich jedes Kraftübertragungselement
(26) von einer Aufnahme (17) in der Welle (10) bis in eine Aufnahmenut (36) in den
Rotorscheiben (31, 32) erstreckt.
10. Der Drehkolbenmotor nach dem unmittelbar vorstehenden Anspruch,
wobei die Kraftübertragungselemente (26) mit Spiel in den Aufnahmenuten (36) der Rotorscheiben
(31, 32) und/oder den Aufnahmen (17) der Welle (10) gehalten sind, um eine Beweglichkeit
zwischen den Rotorscheiben (31, 32) und der zugehörigen Welle (10) zu erhalten.
11. Der Drehkolbenmotor nach Anspruch 9 oder 10,
wobei in jeder Aufnahme (17), innerhalb des Kugelkopfes (16), eine der Lüftungsöffnungen
(15) des Lüftungskanals (11) gebildet ist;
wobei jedes Kraftübertragungselement (26) einen Lüftungsdurchlass (27) aufweist, welcher
passend zu der im Kugelkopf (16) gebildeten Lüftungsöffnung (15) angeordnet ist und
bezüglich der Welle (10) radial nach außen verläuft, um einen Bereich zwischen dem
Kugelkopf (16) und den Rotorscheiben (31, 32) zu be- oder entlüften.
12. Der Drehkolbenmotor nach einem der vorstehenden Ansprüche,
wobei jeder Rotor (30) ein Federelement (50) zwischen den Rotorscheiben (31, 32) aufweist,
um einen Freiheitsgrad zwischen den Rotorscheiben (31, 32) zu erhalten;
wobei die Rotorscheiben (31, 32) an ihrer einander zugewandten Seite eine Aufnahmerille
(38) für das Federelement (50) aufweisen.
13. Der Drehkolbenmotor nach einem der vorstehenden Ansprüche,
wobei die Rotoren (30) radial hervorstehende Arbeitszähne (40) aufweisen, gegen welche
das Arbeitsfluid beim Durchströmen des Motorraums (3) drückt und so die Rotoren (30)
antreibt;
wobei die Rotoren (30) Aussparungen (41) aufweisen, in welche die Arbeitszähne (40)
des jeweils anderen Rotors (30) eingreifen;
wobei jeder Arbeitszahn (40) der Rotoren (30) einen Aufnahmeschlitz (42) aufweist,
in welchem eine Dichtleiste (20) angeordnet ist, wobei sich die Dichtleisten (20)
radial aus den Arbeitszähnen (40) heraus erstrecken, um eine Dichtung zu einem Motorenraumgehäuse
(2) zu bewirken;
wobei jeder Aufnahmeschlitz (42) radial nach innen in eine Zylinderbohrung (43) mündet,
wobei in jeder Zylinderbohrung (43) eine Dichtleistenfederung (43) aufgenommen ist,
wobei die im Aufnahmeschlitz (42) aufgenommene Dichtleiste (20) in die Zylinderbohrung
(43) hineinragt und von der Dichtleistenfederung (43) nach außen gedrückt wird;
wobei die Dichtleiste (20) radial nach innen in die Zylinderbohrung (43) hervorstehende
Verschlussflügel (24) aufweist, wobei die Dichtleistenfederung (43) axial zwischen
den Verschlussflügeln (24) angeordnet ist, so dass die Verschlussflügel (24) ein axiales
Austreten der Dichtleiste (20) aus der Zylinderbohrung (43) verhindern.
14. Der Drehkolbenmotor nach dem unmittelbar vorstehenden Anspruch,
wobei die Dichtleistenfederung (43) ein Silikonfaden ist; oder
wobei die Dichtleistenfederung (43) ein hohler Schlauch ist, welcher fluidisch mit
dem Motorraum (3) verbunden ist, so dass bei einem Druckaufbau im Motorraum (3) beim
Anlaufen der Rotoren (30) durch einströmendes Arbeitsfluid auch im hohlen Schlauch
ein Druckaufbau erfolgt, welcher die Dichtleisten (20) nach außen drückt.
15. Ein Verfahren zum Betreiben eines Drehkolbenmotors nach einem der vorstehenden Ansprüche,
wobei ein Arbeitsfluid durch den Drehkolbenmotor geleitet wird, um dessen Rotoren
(30) anzutreiben.
16. Das Verfahren nach dem unmittelbar vorstehenden Anspruch, wenn dieser von einem der
Ansprüche 5-7 abhängt,
wobei mit zunehmender Drehzahl der Rotoren (30) Luft über die axialen Lüftungsöffnungen
(12) eingesogen wird und zwischen den Dichtplatten (60) und den benachbarten Grundseiten
(31A, 32A) der Rotoren (30) strömt, womit es mit zunehmender Drehzahl der Rotoren
(30) keinen Kontakt zwischen den Grundseiten (31A, 32A) der Rotoren (30) und den Dichtplatten
(60) gibt.