[0001] Die Erfindung betrifft ein Haushaltsgerät nach dem Oberbegriff des Anspruch 1. Insbesondere
betrifft die Erfindung ein tragbares Haushaltsgerät zur Aufnahme von kleinen Partikeln.
Die ist bei einer Ausgestaltung ein Gerät zur Aufnahme von Staub nach der Art eines
Staubwedels. Das Haushaltsgerät weist einen Träger zum Halten des Haushaltsgerätes
in der Hand eines Benutzers auf, der mit dem partikelaufnehmenden Element unmittelbar
oder mittelbar fest oder lösbar verbunden ist. Das partikelaufnehmende Element wiederum
weist beispielsweise eine flache oder um einen Haltebereich umlaufende Auflageseite
auf, mit der es über eine zu reinigende Oberfläche bewegbar ist.
[0002] Ein gattungsgemäßes Haushaltsgerät als Reinigungsgerät ist aus der
EP 2 051 614 A1 oder der
EP 2 049 003 A1 bekannt. Bei diesen Reinigungsgeräten wird ein partikelaufnehmendes Element in Form
eines Vliesstoffs als trockenes Blatt zur Reinigung von Oberflächen wie Böden oder
als Staubtuch verwendet und hierzu auf ein Schwert eines Handgriffs aufgesteckt.
[0003] Die bekannten Haushaltsgeräte haben den Nachteil, dass das partikelaufnehmende Element
nach der Reinigung der Oberflächen entnommen oder von dem Schwert abgezogen werden
muss, wobei das verunreinigte Element hierzu vom Benutzer angefasst werden muss und
sich Staubpartikel dabei wieder lösen und damit die Umgebung verunreinigen können.
Insbesondere für Allergiker kann die Entfernung des partikelaufnehmenden Elementes
problematisch sein.
[0004] Reinigungstextilien mit einer Polyvinylalkohol-Beschichtung (PVA-Beschichtung) sind
aus der
DE 10 2015 010 966 A1 und der
EP 3 004 452 B1 bekannt. Hier wird insbesondere eine Vernetzung des Polyvinylalkohols zu einem Polyvinylfluorid
(PVF) verwendet, um die Wasserlöslichkeit des PVA aufzuheben und ein schwammartiges
Textil zu schaffen. Auch die
DE 103 45 086 A1 beschreibt ein Textil auf Basis von Polyvinylalkoholfasern, die zur Erzielung einer
Wasserfestigkeit final mit Harz getränkt werden. Gleiches gilt für die
CA 2 296 490 A1. Bei allen genannten Reinigungstextilien wird der Polyvinylalkohol genutzt, um während
der Fertigung die Schrumpfung durch die Wasserlöslichkeit auszunutzen, nachfolgend
wird aber durch eine Beschichtung ein dauerhaft verwendbarer Stoff erzeugt.
[0005] Aufgabe der Erfindung ist es daher, ein Haushaltsgerät zur Aufnahme von kleinen Partikeln
zu schaffen, das ein möglichst angenehmes, mit geringer Verunreinigung durch sich
lösende Partikel verbundenes Entnehmen und Ersetzen des sich verbrauchendenden partikelaufnehmenden
Elements erlaubt.
[0006] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Haushaltsgerät nach Anspruch 1 gelöst.
Dabei ist das partikelaufnehmende Element zumindest im Bereich der partikelauf-nehmenden,
mit der zu reinigenden Oberfläche in Kontakt kommenden Reinigungsfläche aus einem
wasserlöslichen Material gefertigt.
[0007] Die erfindungsgemäßen Haushaltsgeräte können bei vielen Anwendungen Staubwedel oder
die eingangs genannten Reinigungsgeräte mit aufsteckbarem Bezug sein. Allerdings ist
die Erfindung hierauf nicht beschränkt, sondern vielmehr für alle Anwendungen einsetzbar,
bei denen ein Bezug von einem Träger nach Aufbrauchen der Reinigungswirkung oder Erschöpfen
der Reinigungskraft bzw. der Partikelaufnahmefähigkeit gewechselt werden soll.
[0008] Der Träger ist dabei bevorzugt kein Schwamm und keine Textillage, sondern ein fester
Träger, der in der Hand des Benutzers, bevorzugt über einen Handgriff oder Stiel gehalten
wird und an dem das partikelaufnehmende Element als Reinigungstextil gehalten ist.
Bei dieser Ausgestaltung ist also der Aspekt der Neuentwicklung, dass ein stabiler,
wasserfester Träger verwendet wird, an dem das partikelaufnehmende Element angeordnet
ist und der unter fließendes Wasser gehalten werden kann oder in ein Wasserreservoir
eingetunkt werden kann, so dass sich das partikelaufnehmende Element auflöst und dem
Benutzer erspart bleibt, das partikelaufnehmende Element anzufassen und vom Träger
abzuziehen.
[0009] Durch die Verwendung eines wasserlöslichen Trägermaterials für die Schicht des partikelaufnehmenden
Elementes wird es nun also möglich, anstelle des Abziehens dieser verbrauchten Schicht
diese einfach unter fließendes Wasser zu halten oder in einen Behälter zu tunken,
wo sie sich auflöst und die aufgenommenen Partikel freigibt. Nachfolgend wird die
Erfindung anhand eines Staubwedels beschrieben, wobei die Aufnahme von Staub nicht
notwendigerweise die einzige Anwendung der Erfindung ist. Letztlich kann die Erfindung
in Verbindung mit allen Anwendungen benutzt werden, bei denen Partikel von einer Schicht
aufgenommen werden.
[0010] Damit der Benutzer mit dem aufgenommenen Schmutz nicht in Kontakt kommt, kann es
schon ausreichend sein, dass nur die schmutzaufnehmende Schicht des partikelaufnehmenden
Elementes unter Wassereinwirkung aufgelöst und damit der Schmutz bzw. der Staub entfernt
wird. Anschließend kann der verbleibende Bereich des partikelaufnehmenden Elementes
dann einfach und ohne Verunreinigung der Hand abgezogen und das Element ersetzt werden.
Bevorzugt wird jedoch das gesamte partikelaufnehmende Element unter Wassereinwirkung
aufgelöst, so dass nur der Träger übrigbleibt. In diesem Fall muss der Benutzer lediglich
das neue, unverbrauchte partikelaufnehmende Element auf den Träger aufstecken um weiterarbeiten
zu können.
[0011] Die durch die Erfindung angestrebte Wirkung ist also, dass vermieden wird, dass die
schmutzbeladenen Bereiche des Haushaltsgerätes berühren muss, wobei hierzu die Auflösung
des Trägermaterials, das den Schmutz nach Bewegen des Haushaltsgerätes über die zu
reinigende Oberfläche aufgenommen hat, genutzt wird. Um den Auflösungseffekt zu erreichen,
ist es grundsätzlich ausreichend, wenn im Falle einer Materialmischung eine ausreichend
große Menge an wasserlöslichem Material vorhanden ist, die nach ihrer Auflösung den
Zerfall des schmutzbeladenen Trägermaterials bewirkt.
[0012] Natürlich sollte aus Umweltschutzgründen darauf geachtet werden, dass sich nicht
auflösende und in den Abfluss gelangende Materialien ebenso wie das sich auflösende
Material hinsichtlich der Umweltverträglichkeit und auch hinsichtlich des Risikos,
den Abfluss zu verstopfen, unproblematisch sind. Aus diesem Grund wird ein hoher Anteil
an natürlichem Material, insbesondere Cellulose- oder Pflanzenfasern oder ähnlichem
Material, bevorzugt werden.
[0013] Um das erfindungsgemäße Auflösen des schmutzbeladenen Trägermaterials erreichen zu
können, kann es bereits ausreichend sein, wenn 70 Gew.-% des Materials des partikelaufnehmenden
Elementes wasserlöslich sind. Bevorzugt können dies 90 Gew.-% sein, besonders bevorzugt
ist natürlich, wenn sich das gesamte partikelaufnehmende Element auflöst. Ausnahmen
hiervon können eingelagerte, reinigungsaktive Partikel, wie beispielsweise abrasiv
wirkende Schleifpartikel, nach außen hervorragende Borsten, starre Fasern, eine antistatische
Wirkung fördernde Kunststofffasern mit kurzer Länge oder ähnlich Zugaben sein.
[0014] Das wasserlösliche Material kann ein Kunststoffmaterial, beispielsweise Polyvinylalkohol
(PVA) sein. Alternativ sind auch, ohne dass die Liste Anspruch auf Vollständigkeit
erheben würde, Verbundmaterialien aus Papier, ein cellulosehaltiges Material, stärkebasiertes
Material oder Carboxymethylcellulose (CMC) einsetzbar. Carboxymethylcellulose ist
ein Celluloseether, ein Derivat der Cellulose, bei dem ein Teil der Hydroxygruppen
als Ether mit einer Carboxymethyl-Gruppe verknüpft ist.
[0015] Insoweit das wasserlösliche Material in Faserform vorliegt, kann das partikelaufnehmende
Element vollständig bzw. die mit den aufzunehmenden Partikeln in Berührung kommende
Schicht aus einem gewebten Textil, einem Vlies oder einem Gewirk bestehen. Im Falle
eines schäumbaren Materials kann auch ein geschäumter Kunststoff verwendet werden.
[0016] Zusätzlich zu dem Grundgedanken, zumindest die partikelaufnehmende Schicht aus wasserlöslichem
Material zu fertigen, kann das partikelaufnehmende Element auch einen inneren Kern
aufweisen, der aus dem gleichen oder einem anderen Material gefertigt sein kann. Wie
auch im Falle des aus einheitlichem Material gefertigten partikelaufnehmenden Elementes
kann dieser Kern mit Reinigungsmitteln oder ähnlichen Zusätzen, insbesondere duftspendenden
Stoffen versetzt sein. So können hier zum Beispiel wasserlösliche Partikel eines Reinigungsmittels
in einem Matrixwerkstoff des inneren Kerns gehalten sein. Auch ein Tränken eines saugfähigen,
inneren Kerns mit einem flüssigen Reinigungsmittel ist möglich.
[0017] Der Träger des Haushaltsgerätes kann grundsätzlich eine einfache Form aufweisen,
wenn es sich zum Beispiel bei dem Haushaltsgerät um einen Staubwedel handelt. In diesem
Fall kann der Träger zum Beispiel einen Handgriff aufweisen, von dem aus sich ein
Grundkörper abgewinkelt erstreckt, der in ein vorderes Schwert ausläuft, an dem das
partikelaufnehmende Element befestigt werden kann.
[0018] Die Befestigung des partikelaufnehmenden Elementes kann auf bekannte Weise erfolgen.
Besonders bevorzugt ist zum Beispiel eine Befestigung über eine Einstecktasche oder
auf der Oberseite des partikelaufnehmenden Elementes angeordnete Laschen, in die das
Schwert eingesteckt werden kann. Das Schwert kann zum Beispiel aus zwei federnden,
weitgehend parallel zueinander verlaufenden Armen bestehen, die beim Einstecken zusammengedrückt
werden und so durch die Federkraft ein unbeabsichtigtes Abrutschen des partikelaufnehmenden
Elementes verhindern. Solche Verbindungen sind aus dem Stand der Technik allgemein
bekannt.
[0019] Es sind natürlich auch andere Verbindungen des partikelaufnehmenden Elementes mit
dem Träger möglich, beispielsweise Druckknöpfe oder Klemmverbindungen. Solche Verbindungen
bieten sich insbesondere dann an, wenn sich nur der aufnehmende Teilbereich des partikelaufnehmenden
Elementes unter Wassereinwirkung auflösen kann und soll. Soll dagegen das gesamte
partikelaufnehmende Element aufgelöst werden, werden sich Lösungen anbieten, bei denen
auch die Verbindung mit dem Träger vollständig aufgelöst wird.
[0020] Eine weitere, sehr einfache Ausgestaltung eines Trägers besteht in einer Materiallage,
beispielsweise aus Stoff oder Papier, die mit der Oberseite des partikelaufnehmenden
Elementes verbunden ist. Diese Lage ist so groß, dass der Benutzer seine Hand in die
dadurch entstehende Tasche einstecken kann und das Haushaltsgerät wie einen Handschuh
zum Abwischen von Oberflächen benutzen kann.
[0021] Der Träger des Haushaltsgerätes kann grundsätzlich aus allen Materialien gefertigt
werden. Insbesondere, wenn er bevorzugt wiederverwendbar sein soll, bietet sich Holz
oder Kunststoff an. Dies ist ein wesentliches Ausführungsbespiel zur Umsetzung der
Erfindung.
[0022] Der Träger ist mit Ausnahme einer gewissen, materialbedingten Elastizität formstabil
und wiederverwendbar und weist bevorzugt einen vom Benutzer greifbaren Anfassbereich
in Form eines Griffs, einer Halteschlaufe, eines für das einfache Halten mit der ergonomisch
Hand geformten Bereichs oder in Form eines Stiels auf, an dem das partikelaufnehmende
Element angebracht ist. Die Befestigung ist so ausgestaltet, dass nach Auflösen des
partikelaufnehmenden Elementes ein neues partikelaufnehmendes Element am Träger befestigt
werden kann. Dies kann durch Aufstecken, Festklemmen oder über andere übliche Verbindungen
erfolgen.
[0023] Es ist auch nicht notwendig, dass sich das vollständige partikelaufnehmende Element
auflöst, es können auch insbesondere nicht mit dem aufgenommenen Schmutz in Verbindung
gekommene Bereiche zurückbleiben, die insbesondere die Bereiche sein können, mit denen
das partikelaufnehmende Element am Träger befestigt war. Diese Eigenschaft kann durch
ein anderes Material oder durch Behandeln dieser nicht auslösbaren Bereiche, zum Beispiel
das Tränken oder Beschichten mit Harz erzeugt werden.
[0024] Nach dem Auflösen des verschmutzten Teils des partikelaufnehmendes Elementes kann
der Benutzer dann verbleibende, nicht so stark verschmutzte Reste entfernen und ein
neues partikelaufnehmende Element an dem Träger befestigen.
[0025] Alternativ kann der Träger auch ganz oder teilweise ebenfalls aus wasserlöslichem
Material gefertigt werden, wenn dies gewünscht ist. Dies ist in der Regel dann der
Fall, wenn das Haushaltsgerät nur für die einmalige Benutzung vorgesehen ist.
In diesem Fall können der Träger und das partikelaufnehmende Element auch integral miteinander
verbunden sein, so dass der Träger gleichzeitig das partikelaufnehmende Element bildet
und im Bereich der Fläche, die der Benutzer über die zu reinigende Oberfläche führt,
flächig ausgebildet ist, wobei er in diesem Fall bevorzugt eine besondere Beschichtung
aufweist, die eine erhöhte Fähigkeit zur Aufnahme von Partikeln aufweist.
[0026] Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung
bevorzugter Ausführungsbeispiele anhand der Zeichnungen.
[0027] In den Zeichnungen zeigt:
- Fig. 1
- eine erste Ausgestaltung eines erfindungsgemäßen Haushaltsgeräts in einer dreidimensionalen
Ansicht,
- Fig. 2
- einen Träger ähnlich zu dem in Figur 1 dargestellten Träger des Haushaltsgerätes in
einer Einzelteildarstellung,
- Fig. 3
- eine zweite Ausgestaltung eines erfindungsgemäßen Haushaltsgeräts in einer dreidimensionalen
Ansicht,
- Fig. 4
- eine dritte Ausgestaltung eines erfindungsgemäßen Haushaltsgeräts in einer dreidimensionalen
Ansicht, teilweise im Schnitt,
- Fig. 5
- die in Figur 4 darstellte Ausgestaltung in einer dreidimensionalen Ansicht und
- Fig. 6
- die beispielhafte Anwendung der Erfindung anhand der Ausgestaltung nach den Figuren
4 und 5.
[0028] In Figur 1 ist ein erfindungsgemäßes Haushaltsgerät dargestellt. Das Haushaltsgerät
weist einen Träger 1 mit einem Griff 2 auf. In einem Mittelbereich, hier angrenzend
an den Griff 2, ist der Träger 1 nach unten abgewinkelt und geht in ein vorderes Schwert
als Haltebereich 3 über, an dem ein partikelaufnehmendes Element 4 gehalten ist.
[0029] Der Griff 2 ist hier als einfacher Handgriff ausgebildet. Natürlich können hier auch
Einsteckhülsen integriert werden, so dass das Haushaltsgerät zum Beispiel an einen
Teleskopstiel angeordnet werden kann, um höhere Flächen zu erreichen. Ferner kann
der Träger 1 auch ein Gelenk zwischen dem Griff 2 bzw. der Einsteckhülse umfassen,
sodass der Winkel zwischen der von der die reinigungsaktive Fläche bildenden Unterseite
des hier flachen, partikelaufnehmenden Elementes 4 und der Griffachse des Griffs 2
einstellbar ist. Dies ermöglicht es zum Beispiel hohe Flächen auf einem Schrank oder
auf hochliegenden Regalböden leicht zu erreichen.
[0030] Im gezeigten Ausführungsbeispiel ist das partikelaufnehmende Element 4 als Flächengebilde
dargestellt. Dies ist allerdings nur als Beispiel zu verstehen. Alternativ können
hier auch Mopp-ähnliche Köpfe mit Puscheln aus wasserlöslichem Material oder sogar
auch Bürstenaufsätze mit auflösbaren Borsten als partikelaufnehmende Elemente 4 Verwendung
finden. In diesen Fällen werden die partikelaufnehmende Elemente 4 bevorzugt auf den
Träger 1, wie oben beschrieben, aufgesteckt, so dass sie austauschbar sind.
[0031] Ferner ist es möglich, dass die Verbindung zwischen Träger 1 und dem partikelaufnehmenden
Element 4 dünn ausgeführt wird und wasserlöslich ist, so dass sich die Verbindung
zwischen Träger 1 und partikelaufnehmende Element 4 schneller auflöst als das übrige
Material des partikelaufnehmenden Elementes 4. Dies ist zum Beispiel hilfreich, wenn
das Haushaltsgerät in einen Putzeimer eingetunkt wird, so dass sich schnell vom Träger
1 lösen soll, um diesen für einen weiteren Reinigungsprozess einem neuen partikelauflösenden
Element 4 bereitzustellen. Das benutzte, verunreinigte partikelauflösende Element
4 kann dann nach Lösen vom Träger 1 im Putzwasser absinken und sich mit der Zeit nach
und nach auflösen.
[0032] Bei einer weiteren bevorzugten Anwendung der Erfindung wird ein Set bereitgestellt,
das beispielsweise aus dem hier dargestellten Haushaltsgerät besteht, wobei das Set
eine Mehrzahl unterschiedlich ausgebildeter partikelauflösender Elemente 4 umfasst,
die jeweils auf den Träger 1 aufgesteckt werden können. Bei einem solchen universell
verwendbaren Set ist bevorzugt der Griff 2 flexibel mit einer Einsteckhülse ausgebildet,
so dass das Set auch eine Verlängerung in Form eines kurzen und/oder langen Stiels
und/oder Teleskopstiels umfassen kann. Natürlich können in diesem Fall im Set auch
Reinigungselemente enthalten sein, die sich nicht unter Wassereinwirkung auflösen.
Dies können Schwämme, Bürsten oder ähnliche Reinigungselemente sein.
[0033] Das partikelaufnehmende Element 4 kann, wie im gezeigten Ausführungsbeispiel, nur
an der Unterseite des Haltebereichs 3 befestigt sein. Dies ist praktisch, wenn flache
Flächen gereinigt oder von Staub befreit werden sollen. Im Falle von Ecken in einem
Zimmer, aus denen beispielsweise ein Spinnengewebe entfernt werden soll, oder bei
Staubentfernung zwischen Gegenständen in einem Regal wäre es dagegen hilfreicher,
wenn sich der reinigungsaktive Bereich des partikelaufnehmenden Elementes 4 rund um
den Haltebereich 3 erstreckt. Damit ein solches partikelaufnehmendes Element 4 auch
in Verbindung mit dem hier gezeigten abgewinkelten Träger 1 verwendet werden kann,
kann das partikelaufnehmende Element 4 einen Verlängerungsbereich aufweisen, mit dem
es auf den Haltebereich 3 aufgesteckt wird. Dieser kann wasserlöslich oder als Einwegartikel
ausgebildet sein. Dies ermöglicht es, den notwendigen Abstand und gegebenenfalls auch
einen anderen Winkel relativ zum Mittelbereich des Trägers 1 zu realisieren.
[0034] In Figur 2 ist ein Träger 1, der sehr ähnlich zu dem in Figur 1 dargestellten Träger
1 ist, aus einem anderen Blickwinkel von unten gezeigt. Hier ist zu erkennen, dass
auf der Unterseite des Trägers 1 im Haltebereich 3 eine Klettfläche 5 vorgesehen ist.
Diese Klettfläche 5 korrespondiert mit einem entsprechenden Bereich des partikelaufnehmenden
Elementes 4 (hier nicht dargestellt) zur Befestigung des partikelaufnehmenden Elementes
4 am Träger 1. In Abwandlung zu Figur 1 ist hier der Griff 2 als Einsteckhülse ausgebildet,
so dass ein Teleskopstiel mit den Träger 1 befestigt werden kann.
[0035] Das Schwert als Haltebereich 3 ist hier als flaches Element dargestellt. Natürlich
kann dieses Schwert auch rund ausgebildet sein oder jede andere Form aufweisen. Ferner
kann sich die Klettfläche 5 vollständig um das Schwert herum erstrecken oder es können
mehrere Klettflächen 5 auf verschiedenen Seiten des Haltebereichs 3 vorgesehen sein.
Letzteres ermöglicht es, mehrere, gegebenenfalls auch unterschiedliche Elemente an
dem Träger 1 zu befestigen, wobei wenigstens eines dieser Elemente dann das partikelaufnehmende
Element 4 ist. Das andere Element kann beispielsweise bürstenartig sein oder auch
zum ersten partikelaufnehmenden Element 4 identisch sein, um die gleiche Funktion
auf beiden Seiten des Haltebereichs 3 bereitstellen zu können.
[0036] In Figur 3 ist eine andere Ausgestaltung des Haushaltsgerätes dargestellt. Hierbei
handelt es sich um eine besonders einfache und preisgünstige Variante. Das partikelaufnehmende
Element 4 ist hier als flaches Flächengebilde ausgebildet. An seinen Rändern ist im
oberen Bereich eine Lage aus einem Papier- oder Stoffmaterial befestigt, die als Haltebereich
3 dient. Hier ist also der Träger 1 vollständig vom Haltebereich 3 gebildet. Durch
diese zusätzliche Lage, die zum Beispiel am Rand mit dem partikelaufnehmende Element
4 verklebt oder vernäht sein kann, bildet sich eine einsteckt Tasche für die Hand
des Benutzers, sodass dieser das Haushaltsgerät wie ein Handschuh benutzen kann.
[0037] In Figur 4 wiederum ist eine dritte Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Haushaltsgerätes
dargestellt, die etwas komplexer aufgebaut ist. Auch hier ist der Träger 1 mit einem
Handgriff 2 versehen, wobei im mittleren Bereich der Träger 1, wie im Falle der in
Figur 1 dargestellten Variante, nach unten abgewinkelt ist und sich dann in einen
vorderen Haltebereich 4 verlängert, der parallel zum Handgriff 2 verläuft. Dies ist
allerdings nur eine beispielhafte Anwendung, auch ein geradliniger Träger 1 kann natürlich
ebenso umgesetzt werden, wie jede andere Form einer winkligen Ausgestaltung, insbesondere
mit einem relativ zum Griff 1 abgewinkelten Haltebereich 3.
[0038] Im hinteren Bereich des Griffs 2 ist bei der gezeigten Ausführungsform ein Depot
7 für zusätzliches Reinigungsmittel vorgesehen. Dieses Depot 7 kann für verschiedene
Zwecke genutzt werden und auf verschiedene Weise ausgebildet sein. So kann beispielsweise
von dem Depot 7 eine Leitung durch den Träger 1 nach vorne geführt sein, so dass ein
Druck auf das Depot 7 zusätzliches Reinigungsmittel oder Duftmittel in den Bereich
des Haltebereichs fördert und von dort über Durchgangsöffnungen in das partikelaufnehmende
Element 4 oder ein anderes, sich ebenfalls am Träger 1 befindliches Reinigungselement
fördert.
[0039] Alternativ kann das Depot 7 Duftmittel oder Reinigungsmittel auch unmittelbar an
die Umgebung über eine Ausgabeöffnung abgeben, so dass der Benutzer diesen Medienstrom
aktiv nutzen kann. Dies bietet sich insbesondere bei einem Mittel zur Fleckentfernung
oder bei einem Fettlösemittel an. Im gezeigten Ausführungsbeispiel ist das Depot 7
ein separates Reservoir hinter dem als Handgriff ausgebildeten Griff 2. Dies ist nicht
unbedingt notwendig, auch der Griff 2 selbst kann als Depot 7 ausgebildet sein, wobei
er bei einer Ausgestaltung zur Aktivierung einer Pumpwirkung elastisch ausgebildet
sein kann.
[0040] Ein optionales Zweiwegeventil am Ende des Griffs 2 oder des Depots 7 kann ferner
genutzt werden, um das hier bevorratete und bereitgestellte Mittel, zum Beispiel Reinigungsmittel
oder Duftstoffe, in das Depot 7 zum Beispiel aus einer Nachfüllflasche einzusaugen
oder es, wie bei einem Gasfeuerzeug, über eine Nachfüllflasche zu befüllen.
[0041] Bei einer weiteren möglichen Anwendung wird der Träger 1 nach Benutzen und Auflösen
des partikelaufnehmenden Elementes 4 einer anderen Verwendung zugeführt. Dies kann
insbesondere dann genutzt werden, wenn der Träger 1 ebenfalls wasserlöslich ist. So
kann zum Beispiel das gesamte Haushaltsgerät nach der Benutzung, entweder am Stück
oder in Einzelteile zerlegt, oder auch nur das hintere Ende des Griffs 2 in eine Toilette
eingelegt werden, so dass sich aus dem Depot 7 nach Auflösung der Depotwandung Toilettenreiniger
freisetzt.
[0042] Das partikelaufnehmende Element 4 ist hier zweischichtig ausgebildet. Es weist einen
inneren Kern 6 (hier schraffiert dargestellt) auf, der auf den Haltebereich 3 des
Trägers 1 aufgesteckt ist. Der innere Kern 6 umgibt den gesamten Umfang des Haltebereichs
3. Dieser innere Kern 6 kann beispielsweise aus einem geschäumten, wasserlöslichen
oder nicht wasserlöslichen Material bestehen. Er kann zusätzlich oder alternativ zur
oben beschriebenen Funktion des Depots 7 mit Reinigungsmitteln oder Duftstoffen versetzt
sein, die sich bei Gebrauch, entweder durch Diffusion oder durch Druck, in den äußeren
Bereich des partikelaufnehmenden Elementes 4 bewegen.
[0043] Rund um den inneren Kern 6 herum ist die eigentliche reinigungsaktive Schicht des
partikelaufnehmenden Elementes 4 vorgesehen. Diese ist, wie auch schon im Falle der
Ausgestaltung nach Figur 1, von einem wasserlöslichen Material gebildet, das hier
nach der Art eines üblichen Staubwedels auf dem inneren Kern 6 angeordnet ist.
[0044] Der Staubwedel besteht aus einzelnen, einseitig befestigten, gekräuselten Fäden,
die zu einem losen Bündel zusammengefasst sind.
[0045] Figur 5 zeigt die Ausgestaltung nach Figur 4 in einer anderen Ansicht. In Figur 6
wiederum ist die Anwendung der Ausgestaltung nach den Figuren 4 und 5 schematisch
dargestellt.
[0046] Der Benutzer verwendet das Haushaltsgerät bei dieser Ausgestaltung wie einen üblichen
Staubwedel. Nachdem die Aufnahmemöglichkeit für Staub des partikelaufnehmenden Elementes
4 erschöpft ist, hält er das Haushaltsgerät unter fließendes Wasser oder tunkt es
in ein Wasserreservoir ein. Das partikelaufnehmende Element 4 löst sich nun auf und
wird mit dem Wasser abgespült. Auf diese Weise wird vermieden, dass der Benutzer das
verunreinigte und verbrauchte partikelaufnehmende Element 4 berühren muss oder Staubpartikel
sich lösen und zum Beispiel eingeatmet werden.
[0047] Insbesondere für Allergiker ist die sofortige Benetzung des beladenen Materials mit
Wasser hilfreich, da diese die Luftverunreinigung mit Staubpartikel oder auch aufgenommenen
Pollen verhindert. Wie in Figur 6 zu erkennen ist, löst sich mit der Zeit das Partikel
aufnehmen Element 4 auf und es verbleibt der Haltebereich 3 des Trägers 1 zur Neubestückung.
[0048] Die in dieser Beschreibung erläuterte Anwendung der Erfindung auf ein handgehaltenes,
vergleichsweise kleines Haushaltsgerät ist lediglich als Beispiel aufzufassen. Insbesondere
kann die Erfindung auch in Verbindung mit Teleskopstangen, größeren Geräten und auch
Geräten zur Bodenreinigung Verwendung finden. So kann auch der Bezug eines Wischmopps
auf gleiche Weise wasserlöslich ausgestaltet sein. Letztlich kann die Erfindung überall
dort zur Anwendung kommen, wo Schmutz durch das partikelauflösende Element 4 aufgenommen
werden soll und vermieden werden soll, dass der Benutzer die verunreinigten Oberflächen
des partikelauflösen Elementes 4 berühren muss.
Bezugszeichenliste:
[0049]
- 1
- Träger
- 2
- Griff
- 3
- Haltebereich
- 4
- Partikelaufnehmendes Element
- 5
- Klettfläche
- 6
- Innerer Kern des partikelaufnehmenden Elements
- 7
- Depot für zusätzliches Reinigungsmittel
1. Haushaltsgerät zur Aufnahme von kleinen Partikeln, insbesondere Staub, mit einem Träger
(1) zum Halten des Haushaltsgerätes in der Hand eines Benutzers, der mit einem partikelaufnehmenden
Element (4), das lösbar oder fest mit dem Träger (1) unmittelbar oder mittelbar verbunden
ist und zumindest eine Auflageseite aufweist, mit der es über eine zu reinigende Oberfläche
bewegbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass
das partikelaufnehmende Element (4) im Bereich der partikelaufnehmenden, mit der zu
reinigenden Oberfläche in Kontakt kommenden Oberfläche aus einem wasserlöslichen Material
besteht.
2. Haushaltsgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das partikelaufnehmende Element (4) mindestens zu 70 Gew.-%, bevorzugt mindestens
zu 90 Gew.-% und besonders bevorzugt vollständig aus einem wasserlöslichen Material
gefertigt ist.
3. Haushaltsgerät nach einem der beiden vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das partikelaufnehmende Element (4) ein Trägerelement und zumindest eine, mit dem
Trägerelement verbundene partikelaufnehmende Reinigungsschicht aufweist, wobei die
Reinigungsschicht mindestens zu 70 Gew.-%, bevorzugt mindestens zu 90 Gew.-% und besonders
bevorzugt vollständig aus einem wasserlöslichen Material gefertigt ist.
4. Haushaltsgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das partikelaufnehmende Element (4) ein wasserlösliches Matrixmaterial und hierin
gehaltene, reinigungsverstärkende Partikel in Form von abrasiv wirkenden Schleifpartikeln,
Borsten oder starren Fasern aufweist.
5. Haushaltsgerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das partikelaufnehmende Element (4) eine äußere Schicht aus einem gewebten Textil,
einem Vlies, einem Gewirk oder aus geschäumtem Kunststoff aufweist.
6. Haushaltsgerät nach dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass das partikelaufnehmende Element (4) eine innere Schicht oder einen inneren Kern (6)
aus einem Schaum oder aus Textil aufweist, wobei die innere Schicht oder der innere
Kern (6) wasserlösliche Partikel eines Reinigungsmittels enthält oder mit einem flüssigen
Reinigungsmittel getränkt ist.
7. Haushaltsgerät nach dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass der Träger (1) einen Handgriff (2) und einen mit dem Handgriff (2) unmittelbar oder
mittelbar verbundenen Haltebereich (3) aufweist, an dem das partikelaufnehmende Element
(4) befestigbar ist.
8. Haushaltsgerät nach dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass der Haltebereich (3) in Form eines schmalen Schwertes ausgebildet ist, das in eine
Einstecktasche oder Haltelaschen am partikelaufnehmenden Element (4) einsteckbar ist
oder dass der Haltebereich eine Klettfläche (5) aufweist, an der das partikelaufnehmende
Element (4) mit einer korrespondierenden Klettfläche befestigbar ist.
9. Haushaltsgerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Träger (1) aus Pappe oder einem wasserlöslichen Material besteht.
10. Haushaltsgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Träger (1) von einem Eingriff gebildet ist, in den eine Hand eines Benutzers
handschuhartig einsteckbar ist, wobei der Eingriff von einer oberen Textil- oder Papierlage
und der Oberseite des partikelaufnehmenden Elementes (4) gebildet ist.
11. Haushaltsgerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das wasserlösliche Material ein wasserlöslicher Kunststoff, insbesondere ein Polyvenylalkohol
(PVA), ein Papierverbundmaterial, Cellulose-Material, ein stärkebasiertes Material
oder Carboxymethylcellulose (CMC) ist.
12. Haushaltsgerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in den Träger (1), insbesondere im Bereich eines Handgriffs, ein zusätzliches Depot
(7) für flüssiges Reinigungsmittel in Form eines Hohlraums mit elastischer Wandung
vorgesehen ist.
13. Haushaltsgerät nach dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass das Depot (7) eine Ausgabeöffnung aufweist und durch Druck auf die Wandung über die
Ausgabeöffnung Reinigungsmittel in eine Abgaberichtung abzugeben vermag.
14. Haushaltsgerät nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass das Depot eine Wandung mit einem nach außen ragendem Bereich aus wasserlöslichem
Material aufweist oder das der Träger (1) die Wandung bildet, die zumindest im Bereich
des Depots (7) zumindest abschnittweise aus wasserlöslichem Material besteht.
15. Haushaltsgerät zur Aufnahme von kleinen Partikeln nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass das partikelaufnehmende Element (4) antistatische Vliesstrukturen aufweist und das
Haushaltsgerät als Staubwedel ausgebildet ist.