[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen Hydrozyklon, ein System mit mindestens einem
Hydrozyklon sowie ein Verfahren zum Abtrennen einer spezifisch schwereren Fraktion
aus einer dispersen Flüssigkeit.
[0002] Hydrozyklone sind Fliehkraftabscheider zur Trennung von Emulsionen und Suspensionen
durch Ausnutzung unterschiedlicher Dichten der abzutrennenden Stoffe. Die Emulsion
bzw. Suspension (allgemein sog. disperse Flüssigkeit) wird in einem Hydrozyklon allgemein
in einer Trennkammer auf eine Kreisbahn gelenkt, sodass sich ein erster Wirbel ausbildet,
der in Richtung eines sogenannten Unterlaufs strömt. Durch diesen Unterlauf kann die
spezifisch schwerere Fraktion der zu trennenden dispersen Flüssigkeit aus dem Hydrozyklon
entweichen. Da sich die Trennkammer in einem konischen Segment des Hydrozyklons in
Richtung des Unterlaufs verjüngt, bildet sich außerdem ein zweiter Wirbel, der sich
in Richtung eines dem Unterlauf entgegengesetzten Oberlaufs ausbreitet, durch den
die spezifisch leichtere Fraktion den Hydrozyklon verlässt. Um den Hydrozyklon beispielsweise
in eine Filteranlage oder eine elektrochemische Produktionsanlage integrieren zu können,
weist der Hydrozyklon ferner mindestens einen Einlass für die disperse Flüssigkeit
sowie Auslässe für die beiden Fraktionen auf.
[0003] Vor diesem Hintergrund ist es eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, einen Hydrozyklon
bereitzustellen, der sich vergleichsweise kosteneffizient herstellen lässt und relativ
flexibel an eine Einbau- bzw. Anschlusssituation angepasst sowie nachjustiert werden
kann. Darüber hinaus ist es eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein entsprechendes
System sowie ein entsprechendes Verfahren zum Abtrennen einer spezifisch schwereren
Fraktion aus einer dispersen Flüssigkeit bereitzustellen.
[0004] Diese Aufgabe wird durch einen Hydrozyklon mit den Merkmalen des Anspruchs 1, ein
System gemäß Anspruch 12 sowie ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 15 gelöst.
[0005] Der Hydrozyklon umfasst ein oberes Segment mit einem Einlass, ein unteres Segment
mit einer zumindest abschnittsweise konischen ersten Innenumfangsfläche, und eine
Fixiervorrichtung, die reversibel zwischen einer ersten Position und einer zweiten
Position bewegbar ist. Das obere Segment ist relativ zum unteren Segment um eine Mittellängsachse
des Hydrozyklons drehbar, wenn sich die Fixiervorrichtung in der ersten Position befindet.
Ferner ist das obere Segment verdrehsicher am unteren Segment befestigt, wenn sich
die Fixiervorrichtung in der zweiten Position befindet. Die konische erste Innenumfangsfläche
legt vorzugsweise eine Mittellängsachse des Hydrozyklons fest.
[0006] Dies ermöglicht, das obere Segment relativ zum unteren Segment zu verdrehen, nachdem
ein Teil des Hydrozyklons, insbesondere das untere Segment, bereits in seiner finalen
Einbaulage befestigt worden ist. Dementsprechend kann der Einlass flexibel positioniert
werden, um eine Zulaufleitung des Hydrozyklons präzise und effizient an den Hydrozyklon
anzuschließen. Ferner kann das obere Segment infolge eines Lösens der Fixiervorrichtung
(also durch Bewegen der Fixiervorrichtung aus ihrer zweiten Position in die erste
Position) in Umfangsrichtung verstellt werden, um die Ausrichtung des oberen Segments
bei Bedarf nachzujustieren.
[0007] Im Kontext der vorliegenden Offenbarung beziehen sich der Begriff "oben" auf den
Oberlauf des Hydrozyklons und der Begriff "unten" auf den Unterlauf des Hydrozyk-Ions.
D.h., oben / ober(e) kann oberlaufseitig(e) bedeuten. Unten / unter(e) kann unterlaufseitig(e)
bedeuten. Das obere Segment kann entsprechend benachbart und somit näher zum Oberlauf
angeordnet sein als das untere Segment. Umgekehrt ist das untere Segment entsprechend
benachbart und somit näher zum Unterlauf angeordnet als das obere Segment. Die Einbaulage
(Ausrichtung) des Hydrozyklons bleibt hiervon praktisch unberührt. Insbesondere ist
der Begriff "oben" nicht als vertikal oben / oberhalb bzw. der Begriff "unten" nicht
als vertikal unten zu verstehen.
[0008] Das obere Segment (auch als Zyklonzylinder, zylindrisches Segment oder (zylindrisches)
Oberteil bezeichnet) ist vorzugsweise als ein (integrales) Bauteil ausgebildet. Das
Bauteil kann reversibel (zerstörungsfrei), insbesondere mittels der Fixiervorrichtung,
am unteren Segment befestigbar sowie (ebenfalls reversibel) von dem unteren Segment
separierbar sein. Eine von dem oberen Segment und dem unteren Segment gebildete Zyklonwand
kann den Innenbereich des Hydrozyklons begrenzen.
[0009] Vorzugweise ist das obere Segment werkstoffeinstückig (d.h., fügestellenfrei / monolithisch
/ "aus einem Guss") ausgebildet. Insbesondere kann an das obere Segment ausschließlich
eine nachstehend näher beschriebene Oberlaufdüse, ein Zulaufanschluss, der am Einlass
des oberen Segments in den Innenbereich des Hydrozyklons mündet, das untere Segment
und/oder die Fixiervorrichtung gefügt sein. Hiervon kann lediglich der Zulaufanschluss
dauerhaft (zerstörungsfrei unlösbar) an das obere Segment gefügt sein; die Oberlaufdüse,
die Fixiervorrichtung und/oder das untere Segment können lösbar am oberen Segment
befestigt sein, insbesondere wenn sich die Fixiervorrichtung in der zweiten Position
befindet. Somit kann sich der Hydrozyk-Ion durch eine kompakte und vergleichsweise
stabile Bauweise auszeichnen. Wartungskosten können niedrig gehalten werden.
[0010] Das obere Segment umfasst vorzugsweise ein Durchgangsloch, welches sich von einer
axialen Oberfläche des oberen Segments (in dessen Mitte) axial durch das obere Segment
hindurch erstreckt. Dieses Durchgangsloch kann in axialer Richtung einen ersten Bereich
umfassen, der an der von dem unteren Segment abgewandten Oberfläche beginnt. Ferner
kann das Durchgangsloch zwischen dem ersten Bereich und dem Innenbereich des Hydrozyklons
einen zweiten Bereich umfassen. Ein Durchmesser des Durchgangslochs ist im ersten
Bereich vorzugsweise größer als im zweiten Bereich.
[0011] An einer Grenze zwischen dem ersten Bereich und dem zweiten Bereich kann entsprechend
eine radiale erste Bundfläche ausgebildet sein, an der eine Abdichtung zwischen dem
oberen Segment und der Oberlaufdüse vorgesehen sein kann. Zu diesem Zweck kann an
der ersten Bundfläche oder einer mit der ersten Bundfläche korrespondierenden, sich
radial erstreckenden Fläche der Oberlaufdüse eine erste Nut ausgebildet sein, in der
ein Dichtungsring (z.B. ein O-Ring) aufgenommen sein kann. Ferner kann an einem die
von dem unteren Segment abgewandte Oberfläche des oberen Segments enthaltenden ersten
Abschnitt des oberen Segments ein Gewinde (insbesondere ein Innengewinde) ausgebildet
sein, welches zum Eingriff mit einem mit diesem Gewinde korrespondierenden weiteren
Gewinde (insbesondere Außengewinde) der Oberlaufdüse vorgesehen ist. Ein zweiter Abschnitt
des oberen Segments kann den zweiten Bereich des Durchgangslochs festlegen.
[0012] Ein dritter Abschnitt des oberen Segments kann axial auf einer vom ersten Abschnitt
abgewandten Seite des zweiten Abschnitts vorgesehen sein und einen Innendurchmesser
aufweisen, der größer als der Innendurchmesser des ersten und/oder zweiten Abschnitts
des oberen Segments ist. Vorzugsweise ist eine Innenumfangsfläche (nachfolgend auch
als zweite Innenumfangsfläche bezeichnet) dieses dritten Abschnitts zylinderförmig
ausgestaltet. Die zweite Innenumfangsfläche des dritten Abschnitts ist somit vorzugsweise
Teil einer Trennkammer des Hydrozyklons. Diese zweite Innenumfangsfläche kann dabei
insbesondere den zylindrischen Raumteil des Hydrozyklons begrenzen. Höchstvorzugsweise
ist eine Außenumfangsfläche des oberen Segments zumindest im ersten bis dritten Abschnitt,
höchstvorzugsweise auch im vierten Abschnitt, zylinderförmig ausgestaltet, damit der
Hydrozyklon sehr effizient hergestellt werden kann.
[0013] Der Zulaufanschluss kann direkt an das obere Segment, vorzugsweise an den dritten
Abschnitt des oberen Segments, gefügt sein. Vorteilhaft ist der Zulaufanschluss hierbei
stoffschlüssig mit dem oberen Segment verbunden. Die Öffnung des Einlasses kann vorzugsweise
ebenfalls in dem dritten Abschnitt ausgebildet sein. Bevorzugt weist die Öffnung des
Einlasses bei Betrachtung entlang der Längsachse des Zulaufanschlusses einen rechteckigen
Querschnitt auf. Somit kann der Einlass im Wesentlichen strömungsoptimiert als Flachdüse
ausgebildet sein. Der am Einlass in den Innenbereich mündende (durch den Zulaufanschluss
festgelegte) Zulauf kann als tangentialer Zulauf ausgebildet sein.
[0014] Darüber hinaus kann das obere Segment auf einer von dem zweiten Abschnitt entgegengesetzten
Seite des dritten Abschnitts einen vierten Abschnitt umfassen. In dem vierten Abschnitt
kann ein Innendurchmesser des oberen Segments größer sein als in dem ersten, zweiten
und/oder dritten Abschnitt des oberen Segments. Dementsprechend kann an einer Grenze
zwischen dem dritten Abschnitt und dem vierten Abschnitt eine sich von der Innenumfangsfläche
des dritten Abschnitts radial auswärts erstreckende, zweite Bundfläche ausgebildet
sein.
[0015] Wenn sich die Fixiervorrichtung in der zweiten Position befindet, kann das untere
Segment die zweite Bundfläche kontaktieren. Zur Abdichtung des Innenbereichs des Hydrozyklons
gegenüber der Umgebung an der zweiten Bundfläche kann in dieser zweiten Bundfläche
und/oder in einer mit der zweiten Bundfläche korrespondierenden Oberfläche des unteren
Segments eine umlaufende, zweite Nut ausgebildet sein, in der ein Dichtungsring vorgesehen
sein kann. Eine Außenumfangsfläche des vierten Abschnitts des oberen Segments kann
mit einem Gewinde (im Folgenden auch als zweites Gewinde bezeichnet) ausgebildet sein.
Dieses (zweite) Gewinde kann bevorzugt ein Außengewinde sein.
[0016] Das untere Segment (auch als Zyklonkonus, konisches Segment oder (konisches) Unterteil
bezeichnet) ist vorzugsweise als ein weiteres (integrales) Bauteil ausgebildet. Abweichend
vom oberen Segment kann das untere Segment bevorzugt nicht als Ganzes fügestellenfrei
ausgebildet sein. Vielmehr kann das untere Segment mehrere axial aneinandergrenzende
Abschnitte umfassen, die aneinandergefügt sind. Eine Anzahl dieser Abschnitte kann
beispielsweise mindestens 2, mindestens 3 oder mindestens 4 betragen. Vorzugsweise
sind die Abschnitte des unteren Segments selbst jeweils werkstoffeinstückig (fügestellenfrei
/ monolithisch). Ferner können die Abschnitte, beispielsweise durch Schweißen, stoffschlüssig
miteinander verbunden sein. Die erste Innenumfangsfläche des Hydrozyklons kann am
Übergang zwischen dem ersten Abschnitt des unteren Segments und dem zweiten Abschnitt
des unteren Segments fluchten. Ein Übergang zwischen der zweiten Innenumfangsfläche
des oberen Segments (am dritten Abschnitt) und der ersten Innenumfangsfläche des unteren
Segments kann bevorzugt stufenlos ausgebildet sein.
[0017] Vorteilhaft lässt sich das untere Segment mit seiner zumindest abschnittsweise konischen
Innenumfangsfläche somit aus einem vergleichsweise einfachen Halbzeug (beispielsweise
einer Stange aus Vollmaterial oder einem dickwandigen Rohr) kostengünstig und effizient
zerspanend, zum Beispiel durch Drehen, herstellen. Somit kann das untere Segment besonders
robust sein. Höchstvorzugsweise ist eine Außenumfangsfläche des unteren Segments über
mindestens 80 % oder mindestens 90 % der axialen Länge des unteren Segments zylinderförmig
ausgebildet. Mit anderen Worten kann eine Kontur des unteren Segments im Querschnitt
senkrecht zur Mittellängsachse betrachtet über mindestens 80 % oder mindestens 90
% der axialen Länge des unteren Segments kreisförmig sein.
[0018] Vorzugsweise sind alle Bauteile des Hydrozyklons, die den Innenbereich begrenzen
(insbesondere das untere Segment und das obere Segment) aus Kunststoff, beispielsweise
einem hochfesten Kunststoff, hergestellt. Ferner können auch der Zulaufanschluss,
die Oberlaufdüse und/oder die Unterlaufdüse aus Kunststoff hergestellt sein. Insbesondere
können das obere Segment und das untere Segment jeweils aus einem ersten Kunststoff
hergestellt sein. Die Abschnitte des unteren Segments können jeweils aus einem zweiten
Kunststoff ausgebildet sein. Der zweite Kunststoff kann der gleiche sein wie der erste
Kunststoff. Jeder der hier genannten Kunststoffe kann einer der folgenden sein: Polypropylen
(PP), Polypropylen-Natur (PP-N), Polyvinylchlorid (PVC), Polytetrafluorethylen (PTFE),
Polyvinylidenfluorid (PVDF).
[0019] Vorzugsweise ist die Fixiervorrichtung verliersicher am unteren Segment gehalten.
D. h., die Fixiervorrichtung kann nicht nur in ihrer zweiten Position, in der sie
das untere Segment am oberen Segment befestigt, sondern dauerhaft (solange der Hydrozyklon
nicht beschädigt wird) unverlierbar am unteren Segment angebracht sein. In diesem
Zustand kann die Fixiervorrichtung zwischen ihrer ersten Position und ihrer zweiten
Position sowie einer oder mehreren Zwischenpositionen axial verlagerbar sein.
[0020] Vorteilhaft kann die Verliersicherung realisiert sein, indem am unteren Segment ein
erster axialer Anschlag sowie ein zweiter axialer Anschlag für die Fixiervorrichtung
ausgebildet sind, wobei der erste Anschlag und der zweite Anschlag für die Fixiervorrichtung
unüberwindbar sind. Hierzu kann sich die Fixiervorrichtung grundsätzlich entlang des
gesamten Außenumfangs des unteren Segments erstrecken und einen Innendurchmesser aufweisen,
der geringer als ein Außendurchmesser des ersten Anschlages sowie des zweiten Anschlages
sein kann. Das untere Segment kann einen zum oberen Segment benachbarten oberen Endbereich
mit einem radialen Vorsprung (auch als Kragen bezeichnet) aufweisen. Dieser radiale
Vorsprung kann unterseitig eine dritte Bundfläche umfassen, die den ersten Anschlag
für die Fixiervorrichtung ausbilden kann. In der zweiten Position kontaktiert die
Fixiervorrichtung vorzugsweise den ersten Anschlag. Der zweite Anschlag kann hingegen
von dem nachstehend näher beschriebenen Befestigungsflansch gebildet sein. In der
ersten Position kann die Fixiervorrichtung beispielhaft an diesem Befestigungsflansch
anliegen.
[0021] Auf vorteilhaft synergetische Art und Weise kann der radiale Vorsprung nicht nur
als Verliersicherung sondern auch der eingangs spezifizierten verdrehsicheren Fixierung
des oberen Segments am unteren Segment dienen. Ein weiterer Synergieeffekt kann durch
den Befestigungsflansch realisiert werden, der nicht nur die einfache Befestigung
des Hydrozyklons in seiner Einbaulage ermöglicht, sondern auch ein Entfernen der Fixiervorrichtung
vom unteren Segment verhindert. Insofern kann sowohl dem radialen Vorsprung als auch
dem nachstehend beschriebenen Befestigungsflansch eine Doppelfunktion zukommen.
[0022] Allgemein kann die Fixiervorrichtung dazu eingerichtet sein, das obere Segment und
das untere Segment axial gegeneinander zu pressen, wenn sich die Fixiervorrichtung
in der zweiten Position befindet. Dabei kann die Fixiervorrichtung dazu angeordnet
sein, das obere Segment gegen das untere Segment zu ziehen, wenn sich die Fixiervorrichtung
in der zweiten Position befindet. Insbesondere kann die Fixiervorrichtung dazu eingerichtet
sein, in ihrer zweiten Position in axialer Richtung Druck auf den radialen Vorsprung
auszuüben. Die Fixiervorrichtung kann sich dabei auf der von dem oberen Segment abgewandten
Seite (unterseitig) am radialen Vorsprung abstützen, um das obere Segment mittels
der Schraubverbindung gegen das untere Segment zu pressen (in der zweiten Position).
[0023] Um diese Kraftwirkung zu ermöglichen, kann die Fixiervorrichtung in einer Variante
ein erstes Gewinde umfassen. Das erste Gewinde kann mit dem am oberen Segment, insbesondere
am vierten Abschnitt des oberen Segments, ausgebildeten zweiten Gewinde in Eingriff
stehen, wenn sich die Fixiervorrichtung in der ersten und/oder zweiten Position befindet.
Bevorzugt kann die Fixiervorrichtung in dieser Variante eine Überwurfmutter umfassen
oder als Überwurfmutter ausgebildet sein. Das erste Gewinde kann also an der Überwurfmutter
ausgebildet sein. Bei dem ersten Gewinde kann es sich entsprechend um ein Innengewinde
handeln. Ein dritter Anschlag der Überwurfmutter kann am vom oberen Segment abgewandten
unteren Ende der Überwurfmutter ausgebildet sein. Er kann sich radial einwärts erstrecken.
[0024] Vorzugsweise ist das zweite Gewinde (in radialer Richtung) zumindest abschnittsweise
zwischen dem unteren Segment und der Fixiervorrichtung angeordnet, wenn sich die Fixiervorrichtung
in der ersten und/oder zweiten Position befindet. Insbesondere kann der vierte Abschnitt
des oberen Segments hülsenförmig ausgebildet sein. Der vierte Abschnitt des oberen
Segments kann an seiner Außenumfangsfläche oder an seiner Innenumfangsfläche das zweite
Gewinde aufweisen. Alternativ kann das erste Gewinde zumindest abschnittsweise zwischen
dem unteren Segment und dem oberen Segment angeordnet sein, wenn sich die Fixiervorrichtung
in der ersten und/oder zweiten Position befindet. In letzterem Fall kann derjenige
axiale Teil der Fixiervorrichtung, an dem das erste Gewinde ausgebildet ist, hülsenförmig
ausgestaltet sein.
[0025] In allen hier beschriebenen Varianten kann die Fixiervorrichtung in ihrer ersten
Position und/oder in ihrer zweiten Position mit dem oberen Segment in Eingriff stehen.
Die am radialen Vorsprung vorhandene (dritte) Bundfläche kann als am unteren Segment
radial auswärts abragender Kragen wirken, der von dem an der Fixiervorrichtung radial
innen vorgesehenen dritten Anschlag kontaktiert wird, und zwar zumindest dann, wenn
sich die Fixiervorrichtung in der zweiten Position befindet, optional auch, wenn sich
die Fixiervorrichtung in der ersten Position befindet. Dies gilt unabhängig davon,
welches von dem an der Fixiervorrichtung ausgebildeten ersten Gewinde und dem am oberen
Segment ausgebildeten zweiten Gewinde als Innengewinde bzw. Außengewinde ausgebildet
ist.
[0026] Im Ergebnis kann das obere Segment auf das untere Segment aufsetzbar oder aufsteckbar,
durch Verdrehen um die Mittellängsachse in seiner Position einstellbar und sodann
wie folgt mittels der Fixiervorrichtung am unteren Segment befestigbar sein. Wenn
beispielsweise das obere Segment mit dem unteren Segment in Kontakt steht, kann die
Fixiervorrichtung (insbesondere die Überwurfmutter) mit dem oberen Segment in Eingriff
gebracht werden. Hierbei kann das erste Gewinde in Eingriff mit dem zweiten Gewinde
gelangen. Solange sich die Fixiervorrichtung in ihrer ersten Position befindet, in
der sie noch nicht mit dem oberen Segment verspannt ist, kann sich das obere Segment
mitsamt der Fixiervorrichtung einerseits begrenzt durch den als Anschlag für die dritte
Bundfläche der Überwurfmutter dienenden radialen Vorsprung und andererseits begrenzt
durch eine axial obere Endfläche des unteren Segments, die einen Anschlag für die
zweite Bundfläche ausbilden kann, axial verlagern lassen. In diesem Zustand kann das
obere Segment noch um die Mittellängsachse gedreht werden.
[0027] Indem die Fixiervorrichtung sodann in ihre zweite Position gebracht wird, kann sich
ein Reibschluss zwischen dem unteren Segment und dem oberen Segment (insbesondere
am oberen Ende des unteren Segments) ausbilden, der sich als Verdrehsicherung auswirkt.
Dies kann insbesondere durch Festschrauben der Überwurfmutter auf das zweite Gewinde
erfolgen. Somit lässt sich die gewünschte Befestigung vergleichsweise schnell und
einfach realisieren. Bei Bedarf kann die Fixiervorrichtung/die Überwurfmutter wieder
in ihre erste Position gebracht werden, in der der Eingriff zwischen dem ersten und
zweiten Gewinde teilweise oder vollständig gelöst ist, um das obere Segment durch
Verdrehen um die Mittellängsachse nachzujustieren.
[0028] In einer weiteren Variante umfasst der Hydrozyklon außerdem einen an der von dem
unteren Segment abgewandten, oberseitigen Oberfläche des oberen Segments anliegenden
(ersten) Flanschring. Ferner kann eine Schraubverbindungseinrichtung vorgesehen sein,
mittels derer der Flanschring mit der Fixiervorrichtung verschraubt sein kann, wenn
sich die Fixiervorrichtung in der ersten Position und/oder zweiten Position befindet.
Vorzugsweise ist die Fixiervorrichtung bei dieser Variante ebenfalls als Flanschring
(nachstehend zweiter Flanschring) ausgebildet. Die Schraubverbindungseinrichtung kann
dazu eingerichtet sein, den radialen Vorsprung des unteren Segments und das obere
Segment zwischen dem ersten Flanschring und dem zweiten Flanschring einzuspannen,
um das obere Segment verdrehsicher am unteren Segment zu befestigen (wobei sich die
Fixiervorrichtung/der zweite Flanschring in der zweiten Position befindet). Zu diesem
Zweck kann die Schraubverbindungseinrichtung mehrere parallel zur Mittellängsachse
verlaufende Bolzen umfassen, die außerhalb einer Außenumfangsfläche des oberen Segments
angeordnet sind. Endseitig an den Bolzen können jeweils ein Bolzenkopf oder eine Mutter
vorgesehen sein, um die Vorspannung zu realisieren.
[0029] Es wurde gesagt, dass der Hydrozyklon den vorstehend genannten Befestigungsflansch
umfassen kann, der sowohl als Verliersicherung für die Fixiervorrichtung wirken als
auch für die Befestigung des Hydrozyklons in seiner Einbaulage genutzt werden kann.
Vorzugsweise erstreckt sich der Befestigungsflansch auf einer dem oberen Segment entgegengesetzten
Seite der Fixiervorrichtung von dem unteren Segment radial auswärts. Der Befestigungsflansch
ist bevorzugt als Flanschring ausgebildet; er kann sich umfänglich insbesondere entlang
des gesamten Außenumfangs des unteren Segments erstrecken.
[0030] In einer besonders vorteilhaften Ausgestaltung ist der Flanschring ebenfalls aus
Kunststoff und höchstvorzugsweise aus dem gleichen Material hergestellt wie das untere
Segment oder derjenige Abschnitt des unteren Segments, an den der Befestigungsflansch
gefügt ist. Außerdem ist bevorzugt, dass der Befestigungsflansch stoffschlüssig, insbesondere
mittels einer Schweißnaht, fest mit dem unteren Segment verbunden ist. Der Hydrozyklon
lässt sich auf diese Weise vergleichsweise einfach herstellen, indem die Fixiervorrichtung
an einem dem radialen Vorsprung entgegengesetzten, unteren Ende auf das untere Segment
aufgesetzt wird und der Befestigungsflansch anschließend ebenfalls vom unteren Ende
auf das untere Segment aufgesetzt sowie schließlich als Anschlag am unteren Segment
befestigt wird. Vorteilhaft synergetisch kann der dritte Flanschring als weiteres
kostengünstiges Bauteil am außenseitig zylinderförmigen Hydrozyklon verwendet werden.
[0031] Oberlaufseitig kann der Hydrozyklon ferner eine Oberlaufdüse umfassen. Vorteilhaft
ist diese Oberlaufdüse von der Fixiervorrichtung beabstandet angeordnet. Ferner kann
die Oberlaufdüse vorteilhaft in das obere Segment eingeschraubt sein. Dies ermöglicht,
die Oberlaufdüse ohne Beeinflussung der Verbindung zwischen dem oberen Segment und
dem unteren Segment vergleichsweise schnell und einfach auszutauschen. Der Hydrozyklon
kann somit effizient, kostengünstig und materialschonend gewartet werden. Auf synergetische
Art und Weise lassen sich mit dieser Ausgestaltung außerdem Wartungsintervalle vergrößern.
[0032] Diesbezüglich ist insbesondere von Vorteil, dass der Hydrozyklon als Bausatz mit
mehreren derartigen Oberlaufdüsen ausgestattet ist, die gegeneinander auswechselbar
sind und unterschiedlich große Innenquerschnitte aufweisen können. Insbesondere können
eine erste Oberlaufdüse mit einem ersten Innendurchmesser und eine zweite Oberlaufdüse
mit einem zweiten Innendurchmesser vorgesehen sein. Der zweite Innendurchmesser kann
kleiner als der erste Innendurchmesser sein. Bei jedem hier genannten Innendurchmesser
der Oberlaufdüse kann es sich um einen mindesten Innendurchmesser eines Tauchrohres
der Oberlaufdüse handeln. Ein Verbindungsabschnitt (z.B. Außengewinde) der ersten
Oberlaufdüse und der zweiten Oberlaufdüse, der zur Verbindung mit dem oberen Segment
vorgesehen ist, kann identisch sein, um die Auswechselbarkeit zu ermöglichen.
[0033] Ausgehend von der an sich bekannten Gesetzmäßigkeit, dass ein Anstieg einer Druckdifferenz
zwischen dem Einlass und dem Oberlauf allgemein mit einer Reduktion der Trennkorngröße
des Hydrozyklons einhergeht, hat der Erfinder erkannt, dass bei der praktischen Verwendung
des Hydrozyklons eine Erhöhung der Strömungsgeschwindigkeit am Einlass durch eine
Druckerhöhung stromauf des Einlasses (beispielsweise durch entsprechende Erhöhung
einer Förderleistung einer Fördervorrichtung für das in den Hydrozyklon eingeleitete
Medium) nicht nur eine für die Trennkorngröße relevante Veränderung (insbesondere
Erhöhung) des Druckes am Einlass zur Folge haben kann, sondern dass es im Hydrozyklon
auch vermehrt zu Kavitation kommen kann. Es wurde bestimmt, dass die Kavitation insbesondere
bei lokal niedrigen statischen Drücken in Kombination mit hohen Strömungsgeschwindigkeiten
des Mediums auftreten kann. Die Folge kann ein erhöhter Verschleiß sein.
[0034] Zur Vermeidung dieser Kavitation kann die Erfindung vorsehen, dass entsprechend die
zweite Oberlaufdüse gegen die erste Oberlaufdüse mit dem kleineren Innendurchmesser
ausgetauscht werden kann. Somit kann die Strömungsgeschwindigkeit im Hydrozyklon bei
gleich bleibendem zulaufseitigem statischem Druck verringert und Kavitation ebenfalls
reduziert werden. Folglich ermöglicht die austauschbare Oberlaufdüse auf synergetische
Art und Weise nicht nur, den Hydrozyklon effizient zu warten, sondern auch Wartungsintervalle
zu vergrößern.
[0035] Es wurde gesagt, dass der Hydrozyklon als Baugruppe zusammengesetzt sein kann. Bei
den Teilen dieser Baugruppe kann es sich insbesondere um Folgende handeln: das obere
Segment samt dem daran gefügten Zulaufanschluss; das untere Segment samt dem daran
angebrachten Befestigungsflansch; die Fixiervorrichtung; die Oberlaufdüse; die Unterlaufdüse;
und/oder eine weitere Überwurfmutter zur Fixierung der Unterlaufdüse am unterlaufseitigen
Ende des unteren Segments.
[0036] In einer weiteren bevorzugten Variante umfasst der Hydrozyklon somit die Unterlaufdüse
mit einer weiteren Innenumfangsfläche. Vorzugsweise weist die weitere Innenumfangsfläche
einen an eine Auslassöffnung der Unterlaufdüse grenzenden zylindrischen Abschnitt
auf. Dies ermöglicht, den Auslasswinkel der Unterlaufdüse, in dem die spezifisch schwerere
Fraktion den Hydrozyklon durch die Unterlaufdüse verlässt, zu verkleinern, um die
spezifisch schwerere Fraktion nach dem Ausströmen besser sammeln zu können. Die Innenumfangsfläche
der Unterlaufdüse kann ferner einen konischen Abschnitt aufweisen. Ein innenumfänglicher
Übergang zwischen dem unteren Segment und der Unterlaufdüse kann stufenfrei ausgebildet
sein. Ein Öffnungswinkel des konischen Abschnitts der Unterlaufdüse kann bevorzugt
größer sein als ein Öffnungswinkel der konischen Innenumfangsfläche des unteren Segments,
um den Austrag durch den Unterlauf zu verbessern.
[0037] Eine Außenumfangsfläche der Unterlaufdüse kann außerdem überwiegend zylinderförmig
sein. Am dem unteren Segment zugewandten Ende der Unterlaufdüse kann ein sich radial
auswärts erstreckender Kragen als Anschlag für eine zur Fixierung der Unterlaufdüse
am unteren Segment vorgesehene weitere Überwurfmutter ausgebildet sein. Diese Überwurfmutter
kann ein Innengewinde umfassen, das zum Eingriff mit einem am unteren Segment ausgebildeten
Außengewinde vorgesehen sein kann. An einer Kontaktfläche zwischen dem unteren Segment
und der Unterlaufdüse kann zur Abdichtung eine umlaufende Dichtung in einer Nut vorgesehen
sein.
[0038] Das hier vorgeschlagene System umfasst mindestens einen vorstehend im Detail beschriebenen
Hydrozyklon sowie einen Sammelbehälter mit einem Deckel, der mindestens ein Durchgangsloch
umfasst. Vorzugsweise durchsetzt das untere Segment des Hydrozyklons das Durchgangsloch.
Ferner kann das untere Segment bezüglich der Mittellängsachse des Hydrozyklons verdrehsicher
an dem Deckel befestigt sein.
[0039] Höchstvorzugsweise ist der Befestigungsflansch auf dem Deckel abgestützt. Insbesondere
kann das untere Segment (und somit auch der Hydrozyklon) direkt am Deckel befestigt
sein. Vorzugsweise ist das untere Segment mittels einer Schraubbolzenverbindung am
Deckel befestigt. Zu diesem Zweck können am Befestigungsflansch Durchgangslöcher ausgebildet
sein, die jeweils vom im Deckel abschnittsweise aufgenommenen und am Deckel befestigten
Bolzen durchsetzt sein können.
[0040] Somit kann bei der Montage des Systems vorteilhaft zunächst jeder der Hydrozyklone
des Systems am Deckel befestigt und sodann das obere Segment auf das untere Segment
aufgesetzt und vorpositioniert werden. Nach der Vorpositionierung kann sich die Fixiervorrichtung
in ihrer ersten Position befinden, in der das obere Segment noch um die Mittellängsachse
drehbar ist, wenngleich die Fixiervorrichtung bereits (nicht fest) mit dem oberen
Segment verbunden sein kann. Sodann können flexibel entweder zuerst die Fixiervorrichtung
in ihre zweite Position gebracht werden und der Hydrozyklon bzw. die Hydrozyklone
an fluidleitende Systemkomponenten wie die Zulaufleitung und eine Oberlaufleitung
angeschlossen werden oder zunächst der Anschluss und sodann die verdrehsichere Befestigung
ausgeführt werden. Die Montage lässt sich somit flexibel und dennoch genau, sicher
und effizient ausführen.
[0041] Insbesondere wenn das System mindestens zwei Hydrozyklone (optional mindestens drei,
mindestens vier, mindestens sieben Hydrozyklone) umfasst, kann das System ferner einen
Fluidverteiler aufweisen. Dieser Fluidverteiler kann dem Verteilen der von dem System
aufzuteilenden ("zu filtrierenden") dispersen Flüssigkeit dienen. Vorzugsweise sind
alle Hydrozyklone parallel zueinander im System und/oder am Fluidverteiler angeschlossen.
Zu diesem Zweck kann der Fluidverteiler einen Einlass und mindestens zwei Auslässe
umfassen. Die Anzahl von Auslässen des Fluidverteilers entspricht bevorzugt der Anzahl
von Hydrozyklonen des Systems. Die Auslässe des Fluidverteilers können jeweils mit
einem der Hydrozyklone fluidleitend verbunden sein, d.h., jeweils einem Hydrozyklon
zugeordnet sein.
[0042] In einer bevorzugten Variante kann ein konischer Abschnitt des Fluidverteilers in
einen Innenbereich des Fluidverteilers ragen. Eine Spitze des konischen Abschnitts
kann dabei in Richtung des Einlasses weisen, um eine homogene Verteilung des Mediums
/ der dispersen Flüssigkeit zu ermöglichen. Vorzugsweise ist außerdem ein Auslass
des Sammelbehälters über mindestens einen drucklosen Filter fluidleitend mit einem
Fluidbehälter des Systems (beispielsweise einem Ansatzbehälter für einen elektrochemischen
Prozess) verbunden. Der drucklose Filter kann beispielsweise ein Beutelfilter sein.
Somit lässt sich synergetisch nicht nur eine kontinuierliche, konstante Filtration
bzw. Abtrennung mit vergleichsweise großen Flussraten sondern auch eine Filtrierung
der spezifisch schwereren Fraktion erreichen, um Materialbedarf und Kosten zu reduzieren.
[0043] Ein hier vorgeschlagenes Verfahren wird zum Abtrennen (zumindest) einer spezifisch
schwereren Fraktion aus einer dispersen Flüssigkeit verwendet. Es versteht sich, dass
die disperse Flüssigkeit die spezifisch schwerere Fraktion und eine spezifisch leichtere
Fraktion umfasst, wobei letztere ebenfalls abgetrennt werden kann. Bei der dispersen
Flüssigkeit kann es sich bevorzugt um eine Emulsion oder eine Suspension handeln.
Somit kann das Verfahren insbesondere das Abtrennen von Feststoffpartikeln aus der
Suspension umfassen. Außerdem kann das Verfahren umfassen, die disperse Flüssigkeit
(insbesondere Suspension) unter Druck zu setzen und die unter Druck gesetzte disperse
Flüssigkeit (Suspension) in den jeweiligen Einlass des mindestens einen, vorstehend
im Detail beschriebenen Hydrozyklons einzuleiten. Darüber hinaus kann das Verfahren
mittels eines vorstehend beschriebenen Systems durchgeführt werden, wobei die unter
Druck gesetzte disperse Flüssigkeit entsprechend in jeden Hydrozyk-Ion dieses Systems
eingeleitet wird.
[0044] Dieses Verfahren kann ferner beliebige, insbesondere alle, der vorstehend in Zusammenhang
mit dem Hydrozyklon sowie dem System beschriebenen Merkmale aufweisen. Insbesondere
kann das Verfahren beliebige Funktionen des Hydrozyk-Ions/des Systems und deren Komponenten
als Verfahrensschritte enthalten.
[0045] Bevorzugte Ausführungsformen eines Hydrozyklons, eines Systems mit mindestens einem
solchen Hydrozyklon sowie eines Verfahrens zum Abtrennen werden nun genauer unter
Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen erläutert, wobei
- Figur 1
- eine Variante eines Hydrozyklons in einer perspektivischen Gesamtansicht zeigt, wobei
sich die Fixiervorrichtung in ihrer zweiten Position befindet;
- Figur 2
- den Hydrozyklon aus Figur 1 in einer Vorderansicht zeigt, wobei sich die Fixiervorrichtung
in ihrer zweiten Position befindet;
- Figur 3
- den Hydrozyklon aus Figur 1 in einer perspektivischen Explosionsansicht zeigt;
- Figur 4
- den Hydrozyklon aus Figur 1 in einer Seitenansicht mit Blickrichtung entlang des Zulaufanschlusses
zeigt, wobei sich die Fixiervorrichtung in ihrer zweiten Position befindet;
- Figur 5
- eine weitere Variante eines Hydrozyklons in einer perspektivischen Gesamtansicht zeigt,
wobei sich die Fixiervorrichtung in ihrer zweiten Position befindet;
- Figur 6
- den Hydrozyklon aus Figur 5 in einer die Mittellängsachse enthaltenden Längsschnittsansicht
zeigt, wobei sich die Fixiervorrichtung in ihrer zweiten Position befindet;
- Figur 7
- den Hydrozyklon aus Figur 5 in einer Vorderansicht zeigt, wobei sich die Fixiervorrichtung
in ihrer zweiten Position befindet;
- Figur 8
- den Hydrozyklon aus Figur 5 in einer Seitenansicht mit Blickrichtung entlang des Zulaufanschlusses
zeigt, wobei sich die Fixiervorrichtung in ihrer zweiten Position befindet;
- Figur 9
- ein System mit dem Hydrozyklon aus Figur 1 in einer Vorderansicht zeigt, wobei sich
die Fixiervorrichtung in ihrer zweiten Position befindet;
- Figur 10
- ein weiteres System mit mehreren Hydrozyklonen gemäß Figur 5 in einer perspektivischen
Gesamtansicht zeigt, wobei sich die Fixiervorrichtungen der Hydrozyklone in deren
zweiten Positionen befinden;
- Figur 11
- das System aus Figur 10 in einer schematischen Darstellung zeigt;
- Figur 12
- einen Fluidsammler des Systems aus Figur 10 in einer Querschnittsansicht zeigt;
- Figur 13
- einen Fluidsammler eines weiteren Systems mit sieben Hydrozyklonen in einer Schnittansicht
zeigt;
- Figur 14
- einen Fluidverteiler des weiteren Systems gemäß Figur 13 zeigt;
- Figur 15
- einen Fluidverteiler in Kombination mit dem Hydrozyklon aus Figur 5 zeigt;
- Figur 16
- einen Fluidverteiler in Kombination mit dem Hydrozyklon aus Figur 1 zeigt; und
- Figur 17
- ein Verfahren zum Abtrennen einer spezifisch schwereren Fraktion aus einer dispersen
Flüssigkeit zeigt.
[0046] Die Figuren 1 bis 4 zeigen einen Hydrozyklon 10. Der Hydrozyklon 10 kann allgemein
zum Abtrennen einer spezifisch schwereren Fraktion (und einer spezifisch leichteren
Fraktion) aus einer dispersen Flüssigkeit verwendet werden. Insbesondere kann der
Hydrozyklon 10 dazu dienen, die disperse Flüssigkeit (insbesondere eine Emulsion oder
eine Suspension) in eine durch einen Unterlauf des Hydrozyklons entweichende spezifisch
schwerere Fraktion und eine durch einen Oberlauf des Hydrozyklons entweichende spezifisch
leichtere Fraktion zu trennen. Allgemein umfasst der Hydrozyk-Ion zu diesem Zweck
ein oberes Segment 12, ein unteres Segment 20 sowie eine Fixiervorrichtung 30, die
dazu eingerichtet ist, das untere Segment 20 fest mit dem oberen Segment 12 zu verbinden.
[0047] Das obere Segment 12 umfasst einen Einlass 14, an dem ein Zulaufanschluss 15 in den
Innenbereich einer durch das obere Segment 12 und das untere Segment 20 festgelegten
Trennkammer münden kann. Das untere Segment 20 weist eine zumindest abschnittsweise
konische erste Innenumfangsfläche 22 auf. Die Fixiervorrichtung 30 ist reversibel
zwischen einer ersten Position und einer in den Figuren 1 bis 4 dargestellten zweiten
Position bewegbar/verlagerbar. Wenn sich die Fixiervorrichtung 30 in der ersten Position
befindet, ist das obere Segment 12 relativ zum unteren Segment 20 um eine Mittellängsachse
M des Hydrozyklons 10 drehbar. Die Fixiervorrichtung kann dabei axial relativ zum
unteren Segment 20 verlagerbar sein. Wenn sich die Fixiervorrichtung 30 hingegen in
der zweiten Position befindet, ist das obere Segment 12 verdrehsicher am unteren Segment
20 befestigt. In diesem Zustand ist die Fixiervorrichtung 30 nur relativ zum unteren
Segment 20 verlagerbar, indem diese Verdrehsicherung freigegeben wird. Wie aus Figur
1 ersichtlich und nachstehend im Detail erläutert, ist die Fixiervorrichtung 30 verliersicher
am unteren Segment 20 gehalten.
[0048] Das obere Segment 12, das untere Segment 20 sowie die Fixiervorrichtung 30 sind jeweils
als zerstörungsfrei separierbare Bauteile ausgebildet. Vorliegend ist das obere Segment
12 selbst fügestellenfrei (aus einem Werkstück) hergestellt. Das untere Segment 20
umfasst einen ersten Abschnitt 28 und einen zweiten Abschnitt 29. Der erste Abschnitt
28 ist (fügestellenfrei) aus einem einzigen Werkstück hergestellt. Der zweite Abschnitt
29 ist aus einem anderen einzigen Werkstück hergestellt. Die Fixiervorrichtung 30
kann ebenfalls aus einem einzigen Werkstück hergestellt sein. Vorzugsweise ist das
Material des oberen Segments 12 dasselbe Material wie das Material des ersten Abschnitts
28, das Material des zweiten Abschnitts 29 und/oder das Material der Fixiervorrichtung
30. Bei diesem Material handelt es sich vorliegend um einen Kunststoff, insbesondere
um Polypropylen (PP) oder Polyvinylidenfluorid (PVDF). Die Abschnitte des unteren
Segments 20 können axial aneinandergrenzen und stoffschlüssig (insbesondere durch
Schweißen) direkt aneinandergefügt sein. Dies ermöglicht, die Produktionspräzision
bei der Herstellung des unteren Segments effizienzsteigernd auszunutzen, indem die
Innenumfangsfläche 22 mit mehreren, von dem ersten Abschnitt 28 und den zweiten Abschnitt
29 ausgebildeten konischen Abschnitten gesondert zerspanend geformt wird.
[0049] Strukturell zeichnet sich der Hydrozyklon 10 vorteilhaft dadurch aus, dass er aus
kostengünstigen, vergleichsweise einfachen Halbzeugen (insbesondere Stangen) präzise
zerspanend hergestellt werden kann. Das obere Segment 12 kann innenseitig einen zylindrischen
Raumteil des Hydrozyklons 10 begrenzen. Von einer von dem unteren Segment 20 abgewandten
Oberfläche 11 (oberlaufseitige Stirnfläche) des Hydrozyklons 10 erstreckt sich axial
eine Aufnahme für eine Oberlaufdüse 50 bis zum zylindrischen Raumteil des Innenbereichs
23 des Hydrozyklons 10. Somit ist die Oberlaufdüse 50 von der Fixiervorrichtung 30
getrennt/beabstandet angeordnet, um gesondert austauschbar zu sein, ohne die Befestigungsfunktion
der Fixiervorrichtung 30 zu beeinflussen.
[0050] Die Oberlaufdüse 50 ist bevorzugt in dieser Aufnahme verschraubt. Dabei kann ein
Gewinde der Oberlaufdüse 50 mit einem an einem ersten Abschnitt 17 des oberen Segments
12 vorgesehenen Gewinde in Eingriff stehen und eine axiale Durchgangsbohrung in einem
zweiten Abschnitt 18 des oberen Segments 12 durchsetzen. Ein Tauchrohr 52 der Oberlaufdüse
50 ragt dabei axial über eine den zylindrischen Raumteil oberseitig (durch den zweiten
Abschnitt 18) begrenzende, radial ausgerichtete Innenoberfläche des oberen Segments
12 hinaus in den zylindrischen Raumteil hinein. Somit kann die spezifisch leichtere
Fraktion strömungsoptimiert aus dem Hydrozyklon 10 entweichen. Darüber hinaus kann
der Hydrozyklon 10 als Bausatz mehrere gegeneinander austauschbare Oberlaufdüsen 50
mit unterschiedlichen Tauchrohr-Innendurchmessern umfassen, um den Hydrozyklon 10
strömungsoptimiert sowie effizient an den gewünschten Einsatzzweck anpassen zu können.
[0051] Am Einlass 14 mündet der Zulaufanschluss 15, der vorteilhaft als tangentialer Zulauf
ausgebildet ist, in den Innenbereich 23 des Hydrozyklons 10. Der Einlass 14 kann an
einem relativ zum zweiten Abschnitt 18 des oberen Segments 12 unterlaufseitig angrenzenden
dritten Abschnitt 19 des oberen Segments 12 ausgebildet sein. Der Zulaufanschluss
15 ist aus einem separaten Werkstück (als solcher fügestellenfrei), bevorzugt aus
dem gleichen Material wie das obere Segment 12, als Bauteil zerstörungsfrei unlösbar
(insbesondere stoffschlüssig) an das obere Segment gefügt. Somit zeichnet sich das
obere Segment 12 mit dem daran vorgesehenen Zulaufanschluss 15 dadurch aus, dass es
kosteneffizient herstellbar ist. Der Einlass 14 weist vorzugsweise bei Betrachtung
entlang einer Längsachse des Zulaufanschlusses 15 einen rechtwinkligen Querschnitt
auf; der Zulaufanschluss 15 ist also zur Strömungsoptimierung als Flachdüse ausgebildet.
[0052] Um das untere Segment 12 in der vorgenannten zweiten Position der Fixiervorrichtung
30 verdrehsicher mit dem oberen Segment 12 zu koppeln, ist bevorzugt zwischen einem
unterlaufseitigen Endflächenabschnitt des oberen Segments 12 und einem oberlaufseitigen
Endflächenabschnitt des unteren Segment 20 ein Reibeschluss ausgebildet, wenn sich
die Fixiervorrichtung 30 in ihrer zweiten Position befindet. Zu diesem Zweck weist
ein relativ zum dritten Abschnitt 19 des oberen Segments 12 unterlaufseitig angeordneter
vierter Abschnitt 21 des oberen Segments 12 einen größeren Innendurchmesser auf als
der dritte Abschnitt 19. Die dadurch vorhandene, dem Unterlauf des Hydrozyklons 10
zugewandte Oberfläche bildet somit den unterlaufseitigen Endflächenabschnitt des oberen
Segments 12 aus. Im (zum oberen Segment 12 benachbarten) oberen Endbereich 24 des
unteren Segments 20 weist letzteres einen radialen (hier radial auswärts gerichteten)
Vorsprung 26 auf, der einen Anschlag (in dieser Beschreibung auch als dritter Anschlag
bezeichnet) für die Fixiervorrichtung 30 bildet.
[0053] Die Fixiervorrichtung 30 ist wie aus den Figuren 1 und 2 ersichtlich dazu angeordnet,
das obere Segment 12 und das untere Segment 20 axial gegeneinander zu pressen, wenn
sich die Fixiervorrichtung 30 in der zweiten Position befindet. Insbesondere ist die
Fixiervorrichtung 30 hierzu eingerichtet, in ihrer zweiten Position in axialer Richtung
A Druck auf den radialen Vorsprung 26 auszuüben. Zu diesem Zweck ist die Fixiervorrichtung
30 in dieser Variante vorteilhaft als Überwurfmutter ausgebildet.
[0054] Die Fixiervorrichtung 30 umfasst somit ein erstes Gewinde 32 (hier in Form eines
Innengewindes). Am oberen Segment 12, insbesondere am hülsenförmigen vierten Abschnitt
21, ist ferner ein mit dem ersten Gewinde 32 korrespondierendes zweites Gewinde 16
(hier ein Außengewinde) ausgebildet. Das erste Gewinde 32 und das zweite Gewinde 16
stehen wie in den Figuren 1 und 2 gezeigt miteinander in Eingriff, wenn sich die Fixiervorrichtung
30 in der zweiten Position befindet. Vermöge der hülsenförmigen Ausgestaltung des
vierten Abschnitts 21 lässt sich dabei das zweite Gewinde 16, vorteilhaft bauraumeffizient,
zumindest abschnittsweise zwischen dem unteren Segment 20 und der Fixiervorrichtung
30 anordnen, wenn sich die Fixiervorrichtung 30 in der zweiten Position befindet.
[0055] Zur Verliersicherung der Fixiervorrichtung 30 am unteren Segment 20 umfasst der Hydrozyklon
10 ferner einen als Flanschring ausgebildeten, am unteren Segment 20 befestigten Befestigungsflansch
40, der sich auf einer dem oberen Segment 12 entgegengesetzten Seite der Fixiervorrichtung
30 von dem unteren Segment 20 radial auswärts erstreckt. Oberlaufseitig ist der radiale
Vorsprung 26 dazu eingerichtet, die axiale Bewegung der Fixiervorrichtung 30 zu begrenzen.
Unterlaufseitig bildet der Befestigungsflansch 40 einen weiteren Anschlag für die
Fixiervorrichtung 30. D. h. der Befestigungsflansch 40 ist dazu eingerichtet, eine
axial abwärts gerichtete Bewegung der Fixiervorrichtung 30 zu begrenzen.
[0056] Es wurde gesagt, dass die Fixiervorrichtung 30 in ihrer ersten Position ein Drehen
des oberen Segments 12 relativ zum unteren Segment 20 um die Mittellängsachse M zulässt.
Dementsprechend kann die erste Position der Fixiervorrichtung 30 eine Position sein,
in der sich der Anschlag der Fixiervorrichtung 30 (Überwurfmutter) zwischen dem Befestigungsflansch
40 und dem radialen Vorsprung 26 befindet, ohne den radialen Vorsprung 26 zu kontaktieren.
In der zweiten Position können dieser Anschlag der Fixiervorrichtung 30 den radialen
Vorsprung 26 kontaktieren und die Fixiervorrichtung 30 derart mit dem oberen Segment
12 in Eingriff stehen, dass ein Kraftschluss / Reibschluss zwischen dem unteren Segment
20 und dem oberen Segment 12 ausgebildet ist. Zur einfachen Vorpositionierung kann
die Fixiervorrichtung 30 außerdem in ihrer ersten Position und/oder in ihrer zweiten
Position mit dem oberen Segment 12 in Eingriff stehen. Vorzugsweise besteht der Eingriff
in der ersten Position nur teilweise, d.h., die Fixiervorrichtung 30 / Überwurfmutter
ist in diesem Fall nicht festgezogen.
[0057] An einem von dem oberen Segment abgewandten Ende ist eine Unterlaufdüse 54 am unteren
Segment 20 befestigt. Die Unterlaufdüse 54 umfasst eine weitere Innenumfangsfläche
56 mit einem an eine Auslassöffnung 60 der Unterlaufdüse 54 grenzenden zylindrischen
Abschnitt 58. Wie aus Figur 1 ersichtlich, unterscheiden sich die Öffnungswinkel der
ersten Innenumfangsfläche 22 und der weiteren Innenumfangsfläche 56 derart, dass sich
der Unterlauf in der Unterlaufdüse 54 nach unten hin schneller verjüngt als der konische
Raumteil des Innenbereichs 23. Die Unterlaufdüse 54 weist analog zum unteren Segment
20 einen Kragen auf, den ein Anschlag einer zur Fixierung der Unterlaufdüse 54 am
unteren Segment 20 angeordneten Überwurfmutter unterseitig kontaktiert. Ferner kann
der Hydrozyklon 10 als Bausatz mehrere Unterlaufdüsen 54 mit unterschiedlich geformten
zweiten Innenumfangsflächen 56 umfassen, um für die gewünschten Einsatzbedingungen
optimiert ausgestattet zu werden.
[0058] Ein in den Figuren 5 bis 8 gezeigter weiterer Hydrozyklon 10 unterscheidet sich dadurch
von dem Hydrozyklon 10 aus Figur 1, dass Ersterer ferner einen an einer von dem unteren
Segment 20 abgewandten Oberfläche 11 des oberen Segments 12 anliegenden ersten Flanschring
34 und eine Schraubverbindungseinrichtung 36 umfasst mittels derer der erste Flanschring
34 mit der Fixiervorrichtung 30 verschraubt ist, wenn sich die Fixiervorrichtung 30
in der ersten Position und/oder zweiten Position befindet. Die zweite Position ist
in den Figuren 5 bis 8 gezeigt. In der ersten Position kann die Fixiervorrichtung
30 von dem radialen Vorsprung 26 beabstandet sein.
[0059] Vorzugsweise ist diese Fixiervorrichtung 30 in dieser Variante als zweiter Flanschring
statt als Überwurfmutter ausgebildet.
[0060] Die Schraubverbindungseinrichtung 36 umfasst mehrere Bolzenverbindungen, die in Umfangsrichtung
in regelmäßigen Abständen um das obere Segment herum positioniert sein können. Durch
Festziehen dieser Bolzenverbindungen lässt sich der radiale Vorsprung in einer Richtung
parallel zur Mittellängsachse M gegen eine Unterseite des oberen Segments 12 pressen,
um dort zwecks der eingangs genannten Verdrehsicherung einen Reibschluss herzustellen.
Jede Bolzenverbindung umfasst in dieser Variante einen Bolzen mit einem Bolzenkopf
und einem Gewindeabschnitt, wobei sich der Gewindeabschnitt parallel zur Mittellängsachse
M entlang einer Außenumfangsfläche des oberen Segments 12 erstreckt. An einem dem
Bolzenkopf jeweils entgegengesetzten Ende ist eine Mutter, beispielsweise eine Hutmutter,
aufgeschraubt, die sich am dort befindlichen (ersten beziehungsweise zweiten) Flanschring
auf einer dem anderen Flanschring entgegengesetzten Seite abstützt. Im Übrigen umfasst
der Hydrozyklon 10 aus den Figuren 5 bis 8 alle Merkmale des Hydrozyklons 10 aus Figur
1.
[0061] Ein in Figur 9 gezeigtes System 100 umfasst den Hydrozyklon 10 aus Figur 1. Darüber
hinaus kann das System 100 einen Sammelbehälter 110 mit einem Deckel 112 aufweisen,
wobei der Deckel 112 mindestens ein Durchgangsloch umfasst. Wenn das System 100 (wie
in der nachstehend beschriebenen Variante) mehrere Hydrozyklone 10 umfasst, kann jeder
Hydrozyklon 10 einem Durchgangsloch zugeordnet sein. Insofern gilt nachstehend für
den Hydrozyklon 10 beziehungsweise das Durchgangsloch gesagtes entsprechend für alle
übrigen Hydrozyklone 10 sowie Durchgangslöcher.
[0062] Das untere Segment 20 des Hydrozyklons 10 durchsetzt das Durchgangsloch und ist vorzugsweise
bezüglich der Mittellängsachse M des Hydrozyklons 10 verdrehsicher an dem Deckel 112
befestigt. Zu diesem Zweck kann der Befestigungsflansch 40 des Hydrozyklons 10 ein
oder mehrere Löcher 42, 44 umfassen, mit denen zugehörige Bolzen (nicht dargestellt)
zur Befestigung des jeweiligen Hydrozyklons 10 am Deckel 112 in Eingriff stehen. Wie
aus Figur 9 ersichtlich, ist der Befestigungsflansch 40 vorteilhaft auf dem Deckel
112 abgestützt. Ein weiterer Synergieeffekt des sich radial auswärts vom unteren Segment
20 erstreckenden Befestigungsflansches 40 besteht somit darin, dem Hydrozyklon 10
Stabilität am Deckel 112 zu verleihen. Aufgrund der verdrehsicheren Befestigung des
unteren Segments 20 am Deckel 112 lässt sich die Fixiervorrichtung 30 auf vergleichsweise
präzise Weise in ihre zweite Position verlagern.
[0063] Ein Zuströmpfad, entlang dessen die disperse Flüssigkeit dem Hydrozyklon 10 zugeführt
wird, verläuft vorzugsweise durch einen oder mehrere der nachfolgend genannten Systemteile,
die am Zuströmpfad bevorzugt in dieser Reihenfolge angeordnet sein können, wobei diese
Systemteile entsprechend fluidleitend miteinander verbunden sein können (vgl. auch
Figur 11): ein Fluidbehälter 118 (insbesondere Ansatzbehälter) für die disperse Flüssigkeit;
ein erster Hahn 132; eine Fördervorrichtung 134 (insbesondere Betriebspumpe); eine
Durchflussmesseinrichtung 136; ein zweiter Hahn 138; eine Zulauf-Druckanzeige 140;
und, sofern optional mehrere Hydrozyklone 10 vorgesehen sind, ein Fluidverteiler 120.
Die Unterlaufdüse 54 ist bevorzugt im Innenbereich des Sammelbehälters 110 angeordnet,
sodass die spezifisch schwerere Fraktion (bei einer Suspension insbesondere die Feststoffpartikel)
nach Ausbreitung durch die jeweilige Auslassöffnung 60 freiströmend (d.h., ohne zusätzliche
Strömungsleitung) in den Sammelbehälter 110 gelangen. Optional kann ferner an der
Unterlaufdüse 54 zur Strömungsverbesserung ein Abtropfrohr 55 vorgesehen sein (siehe
Figur 9). Vorzugsweise ist der Sammelbehälter 110 durch den Deckel 112 gegenüber der
Umgebung des Systems 100 abgedichtet. Ein an der Oberlaufdüse 50 beginnender Oberlauf-Strömungspfad
kann über eine weitere Druckanzeige 152 und einen dritten Hahn 154 zu einem Prozessbad
führen.
[0064] Darüber hinaus kann der Sammelbehälter 110 mit einer Hebevorrichtung versehen sein,
die eine Hebepumpe 119 umfassen kann. Die Hebevorrichtung kann dazu eingerichtet sein,
die Hebepumpe 119 nur dann zu betreiben, wenn sich ein Füllstand im Sammelbehälter
110 zwischen einem vorbestimmten unteren ersten Niveau 142 und einem vorbestimmten
höheren zweiten Niveau 144 befindet. Zu diesem Zweck kann das System 100 eine Einrichtung
zur Erfassung des Füllstandes im Sammelbehälter 110 enthalten. Ferner kann ein Überlaufschutz
145 vorgesehen sein, mittels dessen der Sammelbehälter 110 fluidleitend mit dem Fluidbehälter
118 so verbunden ist, dass nur Fluid aus dem Sammelbehälter 110 ab einem dritten Niveau
146 in den Fluidbehälter 118 strömen kann, wobei das dritte Niveau 146 oberhalb des
zweiten Niveaus 144 liegt.
[0065] Ein Auslass 114 des Sammelbehälters 110 kann vorteilhaft über mindestens einen drucklosen
Filter 116, 117 fluidleitend mit dem Fluidbehälter 118 verbunden sein, um restliche
Flüssigkeit in den Fluidbehälter 118 zu rezirkulieren, und somit Ressourcen zu schonen.
Bei dem mindestens einen drucklosen Filter 116, 117 kann es sich jeweils um einen
Beutelfilter handeln. Drucklose Filter zeichnen sich grundsätzlich dadurch aus, dass
die Filtration im Wesentlichen durch die Schwerkraft erfolgt. Somit ermöglicht das
System insgesamt sehr hohe Filtrationsraten bei gleichzeitig großen Wartungsintervallen
und geringem Materialeinsatz. Der Hydrozyklon 10 umfasst sämtliche in Zusammenhang
mit den Figuren 1 bis 4 beschriebene Merkmale.
[0066] Ein in Figur 10 gezeigtes weiteres System 100 unterscheidet sich dadurch von dem
System 100 aus Figur 9, dass Ersteres mehrere Hydrozyklone 10 umfasst. Folglich umfasst
das System 100 gemäß Figur 10 außerdem den Fluidverteiler 120 (siehe auch Figur 14).
Der Fluidverteiler 120 hat einen Einlass 122 und mindestens zwei Auslässe 124, 126.
Die Anzahl der Auslässe 124, 126 entspricht der Anzahl der Hydrozyklone 10 des Systems
100. Jedem Auslass 124, 126 kann ein Hydrozyklon 10 zugeordnet sein. Der Auslass 124
ist hier fluidleitend mit dem Einlass 14 eines in Figur 10 links dargestellten ersten
der Hydrozyklone 10 (insbesondere über den Zulaufanschluss 15 dieses ersten Hydrozyklons
10) verbunden. Der Auslass 126 ist fluidleitend mit dem Einlass 14 eines in Figur
10 rechts dargestellten zweiten der Hydrozyklone 10 (insbesondere über den Zulaufanschluss
15 dieses zweiten Hydrozyklons 10) verbunden.
[0067] Um eine homogene Aufteilung der Strömung am Einlass 122 des Fluidverteilers 120 auf
elegante, strömungswiderstandsreduzierte Art und Weise zur ermöglichen, ist der Fluidverteiler
120 mit einem konischen Abschnitt 128 ausgestattet. Dieser konische Abschnitt 128
ragt in einen Innenbereich des Fluidverteilers 120. Eine Spitze 129 des konischen
Abschnitts 128 weist in Richtung des Einlasses 122. Somit ist der konische Abschnitt
128 dazu angeordnet, die (allgemein geradlinige) Strömung am Einlass vorzugsweise
stromabwärts der Spitze 129 in einen ringförmigen Strömungskanal 131 zu leiten, damit
die disperse Flüssigkeit von dort durch Anschlussleitungen zu den Auslässen 124, 126
strömt.
[0068] In Figur 14 ist beispielhaft ein Fluidverteiler 120 gezeigt, der mehrere (in der
Variante aus Figur 14 sieben) Auslässe umfasst. Der Übersichtlichkeit halber sind
in Figur 14 nur die Anschlussleitungen 133, 135 mit Bezugszeichen versehen. Die Figuren
15 und 16 verdeutlichen, wie derartige Fluidverteiler 120 an Hydrozyklonen 10 gemäß
Figur 5 beziehungsweise Figur 1 angeschlossen werden können. Der Fluidverteiler 120
des Systems 100 aus Figur 11 ist analog mit zwei Anschlussleitungen und zwei Auslässen
ausgebildet.
[0069] Darüber hinaus umfasst das System 100 gemäß Figur 10 und 11 einen in Figur 12 zeigten
Fluidsammler 150, der grundsätzlich ähnlich zum Fluidverteiler 120 ausgestaltet ist,
jedoch in umgekehrter Richtung durchströmt wird. Insbesondere, ist der Fluidsammler
150 mit einem konischen Abschnitt 152 ausgestattet. Dieser konische Abschnitt 152
ragt in einen Innenbereich des Fluidsammlers 150. Eine Spitze 154 des konischen Abschnitts
152 weist in Richtung eines Auslasses 156 des Fluidsammlers 150. Somit ist der konische
Abschnitt 152 dazu angeordnet, die durch Einlässe 158, 160 in den Fluidsammler 150
einströmenden spezifisch leichteren Fraktionen möglichst turbulenzarm entlang der
konischen Oberfläche in Richtung des Auslasses 156 zu leiten. Ein in Figur 13 beispielhaft
dargestellter Fluidsammler 150 umfasst weitere Einlässe (von denen zwei mit den Bezugszeichen
162 bzw. 164 versehen sind) und ist somit für ein System 100 mit mehreren weiteren
Hydrozyklonen 10 vorgesehen. Vorliegend zeigt die Figur 13 beispielhaft einen für
ein System 100 mit sieben Hydrozyklonen 10 vorgesehenen Fluidsammler 150 in einer
Schnittansicht (entsprechend dem Fluidverteiler 120 aus Figur 14). Somit umfasst der
Fluidsammler 150 zusätzlich zu den Einlässen 158, 160, 162, 164 drei weitere Einlässe,
die (aufgrund der Schnittansicht) nicht dargestellt sind. Im Übrigen umfasst das System
100 aus Figur 10 alle Merkmale des Systems 100 aus Figur 9.
[0070] Ein in Figur 17 stark schematisiert dargestelltes Verfahren 200 zum Abtrennen einer
spezifisch schwereren Fraktion aus einer dispersen Flüssigkeit, insbesondere von Feststoffpartikeln
aus einer Suspension, umfasst die folgenden Schritte. Im Schritt 202 wird die disperse
Flüssigkeit unter Druck gesetzt. Vorzugsweise kann dies mittels der Fördervorrichtung
134 durchgeführt werden. Im anschließenden Schritt 204 kann die unter Druck gesetzte
disperse Flüssigkeit in den jeweiligen Einlass 14 mindestens eines Hydrozyklons 10
gemäß einer der Figuren 1 bis 8 eingeleitet werden. Die Flüssigkeit kann somit in
die spezifisch schwerere Fraktion und die spezifisch leichtere Fraktion aufgeteilt
werden.
[0071] Erfindungsgemäß sind somit Hydrozyklone, Systeme sowie Verfahren realisiert, die
eine sehr hohe Dichtheit und Betriebssicherheit ermöglichen können. Die Hydrozyklone
10 können vorteilhaft für chemische Prozesse geeignet sein, bei denen eine hohe stoffliche
Reinheit entscheidend ist. Im Ergebnis kann die Erfindung entlang der gesamten Wertschöpfungskette
von der Produktion der Hydrozyklone sowie der Systeme bis zur chemisch-verfahrenstechnischen
Verwendung auf synergetische Art und Weise eine erhebliche Effizienzsteigerung ermöglichen.
Synergetisch können bei der Herstellung, der Wartung und während des laufenden Betriebs
nicht nur materielle Ressourcen geschont, sondern auch wesentliche Vorgänge und Prozesse
beschleunigt werden.
[0072] Die in dieser Offenbarung verwendeten Begriffe "umfassend", "aufweisend", "mit" und
Ähnliche sind als nicht abschließend zu verstehen. Insbesondere bedeutet der Begriff
"umfassend ein/e" in diesem Kontext "umfassend mindestens ein/e", d.h. "umfassend
ein/e" schließt nicht aus, dass weitere entsprechende Elemente vorhanden sind. Mindestens
ein/e bedeutet vorliegend ein/e oder mehrere. Aus Gründen der Leserlichkeit ist in
dieser Offenbarung der Ausdruck "mindestens" teilweise weggelassen. Sofern ein Merkmal
der vorliegenden Offenbarung in der Einzahl bzw. unbestimmt beschrieben ist, soll
gleichzeitig auch seine Mehrzahl mitoffenbart sein. Zumindest abschnittsweise/teilweise
ist als abschnittsweise/teilweise oder vollständig zu verstehen. Die Begriffe "erste(r)",
"zweite(r)" usw. dienen lediglich der Nummerierung.
1. Hydrozyklon (10), umfassend
ein oberes Segment (12) mit einem Einlass (14),
ein unteres Segment (20) mit einer zumindest abschnittsweise konischen ersten Innenumfangsfläche
(22), und
eine Fixiervorrichtung (30), die reversibel zwischen einer ersten Position und einer
zweiten Position bewegbar ist,
wobei das obere Segment (12) relativ zum unteren Segment (20) um eine Mittellängsachse
(M) des Hydrozyklons (10) drehbar ist, wenn sich die Fixiervorrichtung (30) in der
ersten Position befindet, und
wobei das obere Segment (12) verdrehsicher am unteren Segment (20) befestigt ist,
wenn sich die Fixiervorrichtung (30) in der zweiten Position befindet.
2. Hydrozyklon (10) nach Anspruch 1,
wobei die Fixiervorrichtung (30) verliersicher am unteren Segment (20) gehalten ist.
3. Hydrozyklon (10) nach Anspruch 1 oder 2,
wobei die Fixiervorrichtung (30) dazu angeordnet ist, das obere Segment (12) und das
untere Segment (20) axial gegeneinander zu pressen, wenn sich die Fixiervorrichtung
(30) in der zweiten Position befindet.
4. Hydrozyklon (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei das untere Segment (20) einen zum oberen Segment (12) benachbarten Endbereich
(24) mit einem radialen Vorsprung (26) aufweist,
wobei die Fixiervorrichtung (30) dazu eingerichtet ist, in ihrer zweiten Position
in axialer Richtung (A) Druck auf den radialen Vorsprung (26) auszuüben.
5. Hydrozyklon (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
ferner umfassend einen Befestigungsflansch (40), der sich auf einer dem oberen Segment
(12) entgegengesetzten Seite der Fixiervorrichtung (30) von dem unteren Segment (20)
radial auswärts erstreckt.
6. Hydrozyklon (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei die Fixiervorrichtung (30) in ihrer ersten Position und/oder in ihrer zweiten
Position mit dem oberen Segment (12) in Eingriff steht.
7. Hydrozyklon (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei die Fixiervorrichtung (30) ein erstes Gewinde (32) umfasst und das erste Gewinde
(32) mit einem am oberen Segment (12) ausgebildeten zweiten Gewinde (16) in Eingriff
steht, wenn sich die Fixiervorrichtung (30) in der zweiten Position befindet,
wobei bevorzugt das zweite Gewinde (16) zumindest abschnittsweise zwischen dem unteren
Segment (20) und der Fixiervorrichtung (30) angeordnet ist, wenn sich die Fixiervorrichtung
(30) in der zweiten Position befindet.
8. Hydrozyklon (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
ferner umfassend einen an einer von dem unteren Segment (20) abgewandten Oberfläche
(11) des oberen Segments (12) anliegenden Flanschring (34) und eine Schraubverbindungseinrichtung
(36) mittels derer der Flanschring (34) mit der Fixiervorrichtung (30) verschraubt
ist, wenn sich die Fixiervorrichtung (30) in der ersten Position und/oder zweiten
Position befindet.
9. Hydrozyklon (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, ferner umfassend:
mindestens eine von der Fixiervorrichtung (30) beabstandete Oberlaufdüse (50), die
in das obere Segment (12) eingeschraubt ist; und/oder
mindestens eine Unterlaufdüse (54) mit einer weiteren Innenumfangsfläche (56), die
einen an eine Auslassöffnung (60) der Unterlaufdüse (54) grenzenden zylindrischen
Abschnitt (58) aufweist.
10. Hydrozyklon (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei das obere Segment (12) und das untere Segment (20) jeweils aus einem ersten
Kunststoff hergestellt sind,
und/oder wobei das obere Segment (12) werkstoffeinstückig ausgebildet ist.
11. Hydrozyklon (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei das untere Segment (20) mehrere axial aneinandergrenzende, stoffschlüssig miteinander
verbundene Abschnitte (28, 29) umfasst,
wobei die Abschnitte (28, 29) jeweils vorzugsweise werkstoffeinstückig und/oder aus
einem zweiten Kunststoff ausgebildet sind.
12. System (100), umfassend
mindestens einen Hydrozyklon (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche und
einen Sammelbehälter (110) mit einem Deckel (112), der mindestens ein Durchgangsloch
umfasst,
wobei das untere Segment (20) des Hydrozyklons (10) das Durchgangsloch durchsetzt
und bezüglich der Mittellängsachse (M) des Hydrozyklons (10) verdrehsicher an dem
Deckel (112) befestigt ist.
13. System (100) nach Anspruch 12 in Verbindung mit Anspruch 5, wobei der Befestigungsflansch
(40) auf dem Deckel (112) abgestützt ist.
14. System (100) nach einem der beiden vorhergehenden Ansprüche,
wobei mindestens zwei Hydrozyklone (10) vorgesehen sind,
wobei das System (100) ferner einen Fluidverteiler (120) umfasst,
wobei der Fluidverteiler (120) einen Einlass (122) und mindestens zwei Auslässe (124,
126) umfasst, die mit jeweils einem der Hydrozyklone (10) fluidleitend verbunden sind,
wobei ein konischer Abschnitt (128) des Fluidverteilers (120) in einen Innenbereich
des Fluidverteilers (120) ragt und eine Spitze (129) des konischen Abschnitts (128)
in Richtung des Einlasses (122) weist, und
wobei vorzugsweise ein Auslass (114) des Sammelbehälters (110) über mindestens einen
drucklosen Filter (116, 117) fluidleitend mit einem Fluidbehälter (118) des Systems
(100) verbunden ist.
15. Verfahren (200) zum Abtrennen einer spezifisch schwereren Fraktion aus einer dispersen
Flüssigkeit, insbesondere von Feststoffpartikeln aus einer Suspension, umfassend die
Schritte:
unter Druck Setzen (202) der dispersen Flüssigkeit; und
Einleiten (204) der unter Druck gesetzten dispersen Flüssigkeit in den jeweiligen
Einlass (14) mindestens eines Hydrozyklons (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 11.