[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Verpackungsfolie.
HINTERGRUND
[0002] Aufgrund der EU-Verpackungsrichtlinie (EU) 2025/40 (PPWR) werden immer mehr Verpackungen,
insbesondere Lebensmittelverpackungen, auf ein recyclingfähiges Material umgestellt.
Dies führt dazu, dass auch viele Produkte in Verpackungsmaterialien auf Papierbasis
verpackt werden.
[0003] Um einen hochwertigen Druck auf solchen papierbasierten Verpackungsmaterialien sicherstellen
zu können, ist es erforderlich, ein gestrichenes Papier zu verwenden. Bei dem gestrichenen
Papier handelt es sich um ein mit einem Bindemittelauftrag (auch genannt "Strich"
oder "Kreidestrich") beschichtetes Papier. Um der Verpackung die erforderliche optische
Gestalt zu verleihen, wird eine Farbschicht auf das gestrichene Papier aufgetragen
bzw. gedruckt.
[0004] Ein solches herkömmliches bedrucktes gestrichenes Papier hat den Nachteil, dass es
bei einer mechanischen Beanspruchung (z.B. bei der Ausbildung eines Beutels, beim
Abpacken, beim Transport, etc.) zu einem sogenannten "Weißbruch" kommen kann.
[0005] Bei dem Weißbruch handelt es sich um ein lokales Herausfallen des Kreidestrichs aus
dem bedruckten gestrichenen Papier. Der Weißbruch entsteht bei einer mechanischen
Beanspruchung, insbesondere beim Falzen, von herkömmlichem bedrucktem gestrichenem
Papier. Durch die mechanische Beanspruchung löst sich der bedruckte Kreidestrich vom
Papier und fällt heraus, wodurch das weiße Fasermaterial des Papiers nach außen hin
freigelegt wird. Dies führt folglich zu weißen Stellen auf der fertigen Verpackung,
welche das äußere Erscheinungsbild der Verpackung verschlechtern.
[0006] Ein Ansatz zur Vermeidung von Weißbruch besteht in der Verwendung von transparenten
Lacken, die entweder unter oder über der Farbschicht aufgetragen werden. Das Auftragen
von solchen transparenten Lacken kann das Auftreten eines Weißbruchs jedoch nicht
hinreichend vermeiden, da es der transparenten Lackschicht grundsätzlich auch an der
notwendigen Festigkeit fehlt.
[0007] Ein weiterer Ansatz zur Vermeidung von Weißbruch besteht darin, eine metallische
Transferfolie auf das unbedruckte gestrichene Papier zu übertragen und anschließend
eine Farbschicht auf die metallische Transferfolie zu drucken. Die Transferkaschierung
(auch "Kalttransfer" genannt) von metallischen Transferfolien wird bereits seit einigen
Jahren für die Veredelung von Karton und Papier zur Erzielung von optischen, metallisieren
Effekten eingesetzt. Allerdings verschlechtert sich die Recyclingfähigkeit solcher
Verpackungsfolien aufgrund der aufkaschierten metallischen Transferfolie.
[0008] In Anbetracht der stetig wachsenden Anforderungen betreffend die Recyclingfähigkeit
von Verpackungsmaterialien besteht ein Bedarf an Verpackungsmaterialien, die eine
gute Recyclingfähigkeit aufweisen und gleichzeitig bei Verformung weniger zu Weißbruch
neigen.
[0009] Es ist daher eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine papierbasierte Verpackungsfolie
bereitzustellen, die recyclingfähig ist und ein verbessertes Weißbruchverhalten aufweist.
ÜBERSICHT
[0010] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch eine Verpackungsfolie gemäß Anspruch 1 gelöst.
Die abhängigen Ansprüche definieren bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung.
[0011] Die erfindungsgemäße Verpackungsfolie umfasst ein gestrichenes Papier, umfassend
einen auf einer Oberfläche des Papiers aufgetragenen Bindemittelauftrag, eine Farbschicht,
und eine nicht-metallische Transferfolie.
[0012] Die nicht-metallische Transferfolie enthält keine metallischen Bestandteile, wodurch
die Recyclingfähigkeit der Verpackungsfolie verbessert wird. Im Vergleich zum Auftragen
eines transparenten Lacks unter oder über der Farbschicht verbessert die nicht-metallische
Transferfolie außerdem das Weißbruchverhalten der Verpackungsfolie, d.h. sie verringert
die Wahrscheinlichkeit des Auftretens eines Weißbruchs bei einer mechanischen Beanspruchung
der Verpackungsfolie. Dies wird insbesondere dadurch erreicht, dass die nicht-metallische
Transferfolie bereits in der Form einer Folie mittels Transferkaschierung auf das
bedruckte oder unbedruckte gestrichene Papier übertragen wird. Durch die hohe Festigkeit
der übertragenen Transferfolie kann dabei ein Weißbruch in der fertigen Verpackungsfolie
effektiv verhindert werden, was beim herkömmlichen Auftragen eines Lacks nicht möglich
ist.
[0013] Vorzugsweise ist die Transferfolie transparent.
[0014] Herkömmlich verwendete Transferfolien sind metallisch und somit nicht transparent
(d.h. sie sind nicht durchlässig für sichtbares Licht in einem Wellenlängenbereich
von ungefähr 400 - 780 nm). Dies hat zur Folge, dass die herkömmlich verwendeten metallischen
Transferfolien auf das unbedruckte gestrichene Papier aufgetragen werden müssen. Erst
im Anschluss darauf kann eine Farbschicht auf die aufgebrachte metallische Transferfolie
aufgedruckt werden. Die Transparenz der nicht-metallischen Transferfolie ermöglicht,
dass die Transferfolie auf das bereits bedruckte gestrichene Papier aufkaschiert werden
kann, wobei die Farbschicht in der fertigen Verpackungsfolie sichtbar bleibt. Dadurch
wird die Flexibilität bei der Gestaltung des Schichtaufbaus der Verpackungsfolie erhöht.
[0015] Vorzugsweise ist die Transferfolie aus einem anorganischen Material gebildet.
[0016] Weiter bevorzugt beträgt die Dicke der Transferfolie ≤ 2 µm.
[0017] Eine Transferfolie mit einer Dicke von ≤ 2 µm weist einerseits eine hohe Festigkeit
auf, wodurch ein Weißbruch bei einer mechanischen Beanspruchung der Verpackungsfolie
effektiv verhindert werden kann. Andererseits weist eine derartige Transferfolie eine
hinreichende Elastizität auf, wodurch sichergestellt wird, dass die Verpackungsfolie
für die weitere Verarbeitung sowie als fertige Verpackungsfolie verformbar ist. Beispielsweise
kann die Dicke der Transferfolie 1 µm, 1,1 µm, 1,2 µm, 1,3 µm, 1,4 µm, 1,5 µm, 1,6
µm, 1,7 µm, 1,8 µm, 1,9 µm, oder 2 µm betragen. Die Dicke der Transferfolie kann jedoch
auch weniger als 1 µm oder mehr als 2 µm betragen.
[0018] Vorzugsweise ist die Transferfolie benachbart zu der Farbschicht angeordnet.
[0019] Da die nicht-metallische Transferfolie benachbart zu der Farbschicht angeordnet ist,
ist sie direkt oder indirekt (beispielsweise über einen Kaschierklebstoff) mit der
Farbschicht verbunden. Dadurch kann die nicht-metallische Transferfolie durch ihre
Festigkeit und Elastizität einen Weißbruch in der Verpackungsfolie effektiv verhindern.
[0020] Vorzugsweise ist die Farbschicht zwischen der Transferfolie und dem gestrichenen
Papier angeordnet.
[0021] In dem Fall, dass die Farbschicht zwischen der Transferfolie und dem gestrichenen
Papier angeordnet ist, bildet die nicht-metallische Transferfolie die äußerste Schicht
der Verpackungsfolie. Da die nicht-metallische Transferfolie die äußerste Schicht
der Verpackungsfolie bildet, kann sie einen Farbabrieb der Farbschicht bei der weiteren
Verarbeitung der Verpackungsfolie verhindern. Darüber hinaus kann, gegenüber herkömmlichen
Verpackungsfolien, bei denen die vorstehend beschriebenen Lacke oder metallischen
Transferfolien zum Einsatz kommen, auf eine weitere äußerste Schutzschicht (z.B. eine
Schutzlackierung) verzichtet werden, wodurch Material eingespart werden kann und der
Herstellungsprozess der Verpackungsfolie vereinfacht wird. Mit anderen Worten kann
die Transferfolie sowohl die Aufgabe der Vermeidung von Weißbruch als auch eine Schutzfunktion
für die Farbschicht übernehmen.
[0022] Alternativ kann die Transferfolie zwischen der Farbschicht und dem gestrichenen Papier
angeordnet sein.
[0023] Wenn die Transferfolie zwischen der Farbschicht und dem gestrichenen Papier angeordnet
ist, ist sie direkt oder indirekt (beispielsweise über einen Kaschierklebstoff) mit
der Farbschicht verbunden. Somit kann die Transferfolie durch ihre Festigkeit und
Elastizität einen Weißbruch in der Verpackungsfolie bei einer mechanischen Beanspruchung
effektiv verhindern.
[0024] Vorzugsweise umfasst die Verpackungsfolie ferner eine Schutzlackierung, wobei die
Schutzlackierung auf der Farbschicht aufgetragen ist.
[0025] Wenn die nicht-metallische Transferfolie zwischen der Farbschicht und dem gestrichenen
Papier angeordnet ist, ist die Farbschicht bezogen auf den Schichtaufbau weiter außen
angeordnet als die nicht-metallische Transferfolie. In diesem Fall kann eine Schutzlackierung
auf die Farbschicht aufgetragen werden, die die äußerste Schicht der Verpackungsfolie
bildet und die darunterliegende Farbschicht vor Farbabrieb bei der weiteren Verarbeitung
und bei der Benutzung der Verpackungsfolie schützt.
[0026] Vorzugsweise beträgt die Dicke der Schutzlackierung 2 - 5 µm.
[0027] Eine Dicke der Schutzlackierung von 2 - 5 µm stellt ein optimales Verhältnis zwischen
dem erforderlichen Materialeinsatz und der notwendigen Verformbarkeit der Verpackungsfolie
dar und erlaubt einen effektiven Schutz vor Farbabrieb. Die Dicke der Schutzlackierung
kann z.B. 2 µm, 2,1 µm, 2,2 µm, 2,3 µm, 2,4 µm, 2,5 µm, 2,6 µm, 2,7 µm, 2,8 µm, 2,9
µm, 3 µm, 3,1 µm, 3,2 µm, 3,3 µm, 3,4 µm, 3,5 µm, 3,6 µm, 3,7 µm, 3,8 µm, 3,9 µm,
4 µm, 4,1 µm, 4,2 µm, 4,3 µm, 4,4 µm, 4,5 µm, 4,6 µm, 4,7 µm, 4,8 µm, 4,9 µm, oder
5 µm betragen. Besonders bevorzugt beträgt die Dicke der Schutzlackierung 3 - 4 µm.
[0028] Vorzugsweise beträgt die Dicke der Farbschicht 2 - 3 µm.
[0029] Eine Dicke der Farbschicht von 2 - 3 µm stellt eine hervorragende Druckqualität sicher
(im Hinblick auf z.B. die Auflösung, Deckkraft, etc. des Drucks). Die Dicke der Farbschicht
kann z.B. 2 µm, 2,1 µm, 2,2 µm, 2,3 µm, 2,4 µm, 2,5 µm, 2,6 µm, 2,7 µm, 2,8 µm, 2,9
µm, oder 3 µm betragen. Die Dicke der Farbschicht kann jedoch auch weniger als 2 µm
oder mehr als 3 µm betragen.
[0030] Vorzugsweise beträgt die Grammatur des Papiers 50 - 150 g/m
2. Besonders bevorzugt beträgt die Grammatur des Papiers 80 - 120 g/m
2.
[0031] Die Grammatur des für die Verpackungsfolie verwendeten Papiers in einem solchen Bereich
stellt eine gute Festigkeit des Papiers sicher, wodurch die Reißfestigkeit der Verpackungsfolie
verbessert werden kann. Weiter bevorzugt kann die Grammatur des Papiers z.B. 50 g/m
2, 60 g/m
2, 70 g/m
2, 80 g/m
2, 90 g/m
2, 100 g/m
2, 110 g/m
2, 120 g/m
2, 130 g/m
2, 140 g/m
2, oder 150 g/m
2 betragen.
KURZE BESCHREIBUNG DER FIGUREN
[0032] Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung werden nachfolgend anhand der Figuren
als nicht einschränkende Beispiele erläutert.
Fig. 1 zeigt eine explodierte Querschnittsansicht eines Schichtaufbaus einer Verpackungsfolie
gemäß einer ersten Ausführungsform.
Fig. 2 zeigt eine explodierte Querschnittsansicht eines Schichtaufbaus einer Verpackungsfolie
gemäß einer zweiten Ausführungsform.
DETAILLIERTE BESCHREIBUNG
[0033] In der nachfolgenden detaillierten Beschreibung werden bevorzugte Ausführungsformen
der Verpackungsfolie 1, 2 gemäß der vorliegenden Erfindung beschrieben. Die an der
Papierschicht 11, 21 gelegene Seite entspricht der Seite der Verpackungsfolie 1, 2,
die dem in der Verpackungsfolie 1, 2 zu verpackenden Produkt zugewandt ist. Diese
Seite kann auch als "innere Seite" oder "Innenseite" bezeichnet werden. Die gegenüberliegende
Seite der Verpackungsfolie 1, 2 entspricht der Seite, die von dem darin zu verpackenden
Produkt abgewandt ist. Diese Seite kann auch als "äußere Seite" oder "Außenseite"
bezeichnet werden.
Erste Ausführungsform
[0034] Fig. 1 zeigt eine explodierte Querschnittsansicht des Schichtaufbaus der Verpackungsfolie
1 gemäß der ersten Ausführungsform.
[0035] Die Verpackungsfolie 1 gemäß der ersten Ausführungsform umfasst eine Papierschicht
11, einen Bindemittelauftrag 12, einen Kaschierklebstoff 13, eine Transferfolie 14,
eine Farbschicht 15 sowie eine Schutzlackierung 16.
[0036] Die Papierschicht 11 und der Bindemittelauftrag 12 bilden zusammen ein sogenanntes
gestrichenes Papier. Der Bindemittelauftrag 12 kann ein herkömmliches Anstrichmittel
sein, das Pigmente, Bindemittel und Additive umfasst.
[0037] Bei der Verpackungsfolie 1 gemäß der ersten Ausführungsform ist die Transferfolie
14 über einen Kaschierklebstoff 13 auf das gestrichene Papier aufkaschiert. Dazu wird
die Transferfolie 14 auf einer Trägerfolie (nicht dargestellt) bereitgestellt, wobei
die Transferfolie 14 zunächst auf der Trägerfolie haftet. Ein Kaschierklebstoff 13
wird entweder auf die der Trägerfolie abgewandten Seite der Transferfolie 14 oder
auf die mit dem Bindemittelauftrag 12 versehene Seite der Papierschicht 11 aufgebracht.
Die Transferfolie 14 wird dann auf das gestrichene Papier aufkaschiert, wobei sich
die Transferfolie 14 mit dem gestrichenen Papier über den Kaschierklebstoff 13 verbindet.
Anschließend wird die Trägerfolie abgezogen, wobei die Transferfolie 14 auf dem gestrichenen
Papier verbleibt.
[0038] Die aufkaschierte nicht-metallische Transferfolie 14 verbessert das Weißbruchverhalten
der Verpackungsfolie 1, d.h. sie verringert die Wahrscheinlichkeit des Auftretens
eines Weißbruchs bei einer mechanischen Beanspruchung der Verpackungsfolie 1. Dies
wird insbesondere dadurch erreicht, dass die Transferfolie 14 bereits in der Form
einer Folie mittels Transferkaschierung auf das gestrichene Papier übertragen wird
und anschließend eine Farbschicht 15 auf die Transferfolie 14 aufgetragen wird. Durch
die hohe Festigkeit der aufkaschierten Transferfolie 14 kann dabei ein Weißbruch in
der fertigen Verpackungsfolie effektiv verhindert werden, was beim herkömmlichen Auftragen
eines Lacks nicht möglich ist.
[0039] Es ist zu beachten, dass der Kaschierklebstoff 13 optional ist. Die Transferfolie
14 kann auch bereits von sich aus auf dem gestrichenen Papier hinreichend haften,
ohne dass ein Kaschierklebstoff 13 notwendig ist.
[0040] Die Transferfolie 14 ist aus einem nicht-metallischen Material gebildet. Vorzugsweise
ist dieses nicht-metallische Material ein anorganisches Material. Die nicht-metallische
Transferfolie 14 enthält somit, wie auch die anderen Schichten der Verpackungsfolie
1, keine metallischen Bestandteile, wodurch die Recyclingfähigkeit der Verpackungsfolie
1 erhalten bleibt. Die Transferfolie 14 der ersten Ausführungsform kann transparent
sein, muss jedoch nicht notwendigerweise transparent sein.
[0041] Auf der Transferfolie 14 ist die Farbschicht 15 aufgetragen. Die Farbschicht 15 kann
zum Beispiel auf der Transferfolie 14 aufgedruckt sein und verleiht der Verpackungsfolie
1 die erforderlichen optischen Eigenschaften. Zum Beispiel kann die Farbschicht das
Verpackungsdesign enthalten und weitere Informationen über das darin verpackte Produkt
bereitstellen.
[0042] Die äußerste Schicht der Verpackungsfolie 1 gemäß der ersten Ausführungsform wird
durch die Schutzlackierung 16 gebildet, die auf der Farbschicht 15 aufgetragen ist.
[0043] Die Schutzlackierung 16 schützt die darunterliegende Farbschicht 15 vor Farbabrieb
bei der weiteren Verarbeitung der Verpackungsfolie 1. Dadurch kann sichergestellt
werden, dass die Verpackungsfolie 1 auch nach weiteren Verarbeitungsschritten, wie
z.B. dem Bilden eines Verpackungsbeutels oder dem Verschließen der Verpackungsfolie
1, eine hohe Druckqualität aufweist.
[0044] Es ist zu beachten, dass die Schutzlackierung 16 optional ist. Die Farbschicht 15
kann auch bereits von sich aus hinreichend vor Farbabrieb geschützt sein, ohne dass
die Schutzlackierung 16 erforderlich ist.
Zweite Ausführungsform
[0045] Fig. 2 zeigt eine explodierte Querschnittsansicht des Schichtaufbaus der Verpackungsfolie
2 gemäß der zweiten Ausführungsform. Die Papierschicht 21 und der Bindemittelauftrag
22 sind im Wesentlichen gleich der Papierschicht 11 und dem Bindemittelauftrag 12
der ersten Ausführungsform, weshalb auf eine wiederholende Beschreibung dieser Elemente
verzichtet wird.
[0046] Die Verpackungsfolie 2 gemäß der zweiten Ausführungsform unterscheidet sich von der
Verpackungsfolie 1 gemäß der ersten Ausführungsform unter anderem dadurch, dass die
Farbschicht 25 direkt auf das gestrichene Papier aufgetragen ist.
[0047] Ferner ist die nicht-metallische Transferfolie in der zweiten Ausführungsform eine
nicht-metallische, transparente Transferfolie 24, die für sichtbares Licht in einem
Wellenlängenbereich von ungefähr 400 - 780 nm durchlässig ist. Die transparente Transferfolie
24 ist über einen Kaschierklebstoff 23 auf der Farbschicht 25 aufgetragen.
[0048] Es ist zu beachten, dass der Kaschierklebstoff 23 optional ist. Die Transferfolie
24 kann auch bereits von sich aus auf der Farbschicht hinreichend haften, ohne dass
ein Kaschierklebstoff 23 notwendig ist.
[0049] Ähnlich wie in der ersten Ausführungsform wird die Transferfolie 24 gemäß der zweiten
Ausführungsform bereits in der Form einer Folie mittels Transferkaschierung auf das
bedruckte gestrichene Papier übertragen und wird vorzugsweise über den Kaschierklebstoff
23 mit der Farbschicht 25 verbunden. Durch die hohe Festigkeit der übertragenen Transferfolie
24 kann ein Weißbruch in der fertigen Verpackungsfolie 2 effektiv verhindert werden,
was beim herkömmlichen Auftragen eines Lacks nicht möglich ist.
[0050] Die Transferfolie 24 ist aus einem nicht-metallischen, transparenten Material gebildet,
und kann aus dem gleichen Material gebildet sein, wie die Transferfolie 14 gemäß der
ersten Ausführungsform. Die Transferfolie 24 enthält somit, wie auch die anderen Schichten
der Verpackungsfolie 2, keine metallischen Bestandteile, wodurch die Recyclingfähigkeit
der Verpackungsfolie 2 erhalten bleibt.
[0051] Da die Transferfolie 24 transparent ist, kann die Farbschicht 25 zwischen der Transferfolie
24 und dem gestrichenen Papier angeordnet sein, wobei die Farbschicht 25 nach außen
hin (d.h. betrachtet von der Seite der transparenten Transferfolie 24 aus bzw. von
oben in Fig. 2) sichtbar bleibt. Die Transferfolie 24 gemäß der zweiten Ausführungsform
kann daher die Farbschicht 25 vor Farbabrieb während der weiteren Verarbeitung der
Verpackungsfolie schützen. Die Transferfolie 24 übernimmt bzw. integriert somit zusätzlich
die Aufgabe des Schutzes der Farbschicht 25 vor Farbabrieb. Eine zusätzliche Schutzlackierung,
die die äußerste Schicht der Verpackungsfolie bildet, ist in der Verpackungsfolie
2 somit nicht erforderlich, wodurch der Schichtaufbau der Verpackungsfolie 2 und das
Herstellungsverfahren der Verpackungsfolie 2 vereinfacht wird.
[0052] Vorstehend wurde der Fall betrachtet, dass die Verpackungsfolie 1, 2 eine einzelne
Farbschicht 15, 25 umfasst. Die Verpackungsfolie der vorliegenden Erfindung ist jedoch
nicht darauf limitiert. Es ist auch möglich, dass die Farbschicht zwei oder mehr Farbschichten
umfasst, die übereinander aufgebracht werden. Beispiele für solche Farbschichten können
eine Grundierungsschicht, eine Druckschicht, eine Versiegelungsschicht, etc. enthalten.
[0053] Ebenfalls wurde vorstehend der Fall betrachtet, dass die Dicke der Transferfolie
≤ 2 µm beträgt. Die Verpackungsfolie der vorliegenden Erfindung ist jedoch nicht darauf
limitiert. Es ist ebenfalls möglich, dass die Dicke der Transferfolie ≥ 2 µm beträgt.
[0054] Des Weiteren kann das Material der Transferfolie von dem vorstehend beschriebenen
Material abweichen. Das Material der Transferfolie muss lediglich nicht-metallisch
sein.
[0055] Außerdem wurde vorstehend der Fall betrachtet, dass die Transferfolie vorzugsweise
transparent ist. Die Transferfolie kann jedoch auch eine teilweise Durchlässigkeit
bzw. Transparenz für sichtbares Licht in einem Wellenlängenbereich von ungefähr 400
- 780 nm aufweisen. Beispielsweise kann die Transferfolie eine Transparenz von 10%,
20%, 30%, 40%, 50%, 60%, 70%, 80%, 90% oder 100% aufweisen.
[0056] Weitere vorteilhafte Ausführungsformen und Abwandlungen ergeben sich für den Fachmann
aus den hier beschriebenen Ausführungsbeispielen und werden von ihm als zur Erfindung
gehörig verstanden.
BEZUGSZEICHENLISTE
[0057]
- 1
- Verpackungsfolie
- 11
- Papierschicht
- 12
- Bindemittelauftrag
- 13
- Kaschierklebstoff
- 14
- Transferfolie
- 15
- Farbschicht
- 16
- Schutzlackierung
- 2
- Verpackungsfolie
- 21
- Papierschicht
- 22
- Bindemittelauftrag
- 23
- Kaschierklebstoff
- 24
- Transferfolie
- 25
- Farbschicht
1. Verpackungsfolie, umfassend
ein gestrichenes Papier, umfassend einen auf einer Oberfläche des Papiers aufgetragenen
Bindemittelauftrag,
eine Farbschicht, und
eine nicht-metallische Transferfolie.
2. Verpackungsfolie nach Anspruch 1,
wobei die Transferfolie transparent ist.
3. Verpackungsfolie nach Anspruch 1 oder 2,
wobei die Transferfolie aus einem anorganischen Material gebildet ist.
4. Verpackungsfolie nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
wobei die Dicke der Transferfolie ≤ 2 µm beträgt.
5. Verpackungsfolie nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
wobei die Transferfolie benachbart zu der Farbschicht angeordnet ist.
6. Verpackungsfolie nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
wobei die Farbschicht zwischen der Transferfolie und dem gestrichenen Papier angeordnet
ist.
7. Verpackungsfolie einem der Ansprüche 1 bis 5,
wobei die Transferfolie zwischen der Farbschicht und dem gestrichenen Papier angeordnet
ist.
8. Verpackungsfolie nach Anspruch 7, ferner umfassend
eine Schutzlackierung, wobei die Schutzlackierung auf der Farbschicht aufgetragen
ist.
9. Verpackungsfolie nach Anspruch 8,
wobei die Dicke der Schutzlackierung 2 - 5 µm beträgt.
10. Verpackungsfolie nach einem der Ansprüche 1 bis 9,
wobei die Dicke der Farbschicht 2 - 3 µm beträgt.
11. Verpackungsfolie nach einem der Ansprüche 1 bis 10,
wobei die Grammatur des Papiers 50 - 150 g/m2 beträgt.
12. Verpackungsfolie nach Anspruch 11,
wobei die Grammatur des Papiers 80 - 120 g/m2 beträgt.