[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betrieb einer Einrichtung zum Durchführen
eines Arbeitseinsatzes einer selbstfahrenden Baumaschine von einem entfernt zur Baumaschine
lokalisierten Leitstand sowie eine Einrichtung zum Durchführen eines Arbeitseinsatzes
wenigstens einer selbstfahrenden Baumaschine von einem entfernt zur Baumaschine lokalisierten
Leitstand.
[0002] Der Betrieb, insbesondere automatisiert und ganz besonders teilautonom oder autonom
arbeitender, selbstfahrender Fahrzeuge nimmt stetig zu und kann auch für den Betrieb
einer oder mehrerer selbstfahrender Baumaschinen interessant sein. Ein System zur
Integration von Arbeitsaufträgen mit einem Leitstand und mehreren Baumaschinen ist
in der
DE 10 2020 132 691 A1 offenbart.
[0003] Es besteht allerdings trotz eines angestrebten zumindest hochautomatisierten, insbesondere
an sich teilautonomen oder vollständig autonomen, Betriebs solcher selbstfahrender
Baumaschinen der Wunsch, deren Betrieb weiterhin durch eine Person, häufig auch von
einer zur Baumaschine örtlich versetzten Person innerhalb eines Leitstandes, überwachen
zu lassen. Dazu werden geeigneten Datenübertragungsverbindungen benötigt. Ferner stellen
insbesondere sicherheitskritische Ereignisse beim Betrieb derartiger, insbesondere
autonom, selbstfahrender Baumaschinen und deren Handhabung nach wie vor eine Herausforderung
dar. Gleichzeitig geht der Betrieb leistungsfähiger Datenübertragungsverbindungen
zum Austausch von Daten zwischen beispielsweise einer oder mehrerer dieser Baumaschine
mit beispielsweise einem Leitstand, häufig mit vergleichsweise hohen Kosten einher,
denn diese Datenübertragungsverbindungen müssen regelmäßig gebührenpflichtig reserviert
und/oder deren Nutzung bei den jeweiligen Providern abhängig vom Nutzungszeitraum
und übertragenen Datenvolumen bezahlt werden. Besonders gravierend können diese Herausforderungen
dann werden, wenn mehrere, insbesondere autonom, selbstfahrende Baumaschinen gleichzeitig
und gemeinsam von einer Person beispielsweise aus einem Leitstand heraus überwacht
werden sollen.
[0004] Hiervon ausgehend ist es die Aufgabe der Erfindung, eine Möglichkeit anzugeben, den
Betrieb einer selbstfahrenden Baumaschine zu verbessern.
[0005] Die Lösung der Aufgabe gelingt mit einem Verfahren zum Betrieb einer Einrichtung
zum Durchführen eines Arbeitseinsatzes einer selbstfahrenden Baumaschine von einem
entfernt zur Baumaschine lokalisierten Leitstand sowie mit einer Einrichtung zum Durchführen
eines Arbeitseinsatzes wenigstens einer selbstfahrenden Baumaschine von einem entfernt
zur Baumaschine lokalisierten Leitstand gemäß den unabhängigen Ansprüchen. Bevorzugte
Weiterbildungen sind in den abhängigen Ansprüchen angegeben.
[0006] Ein erster Aspekt der Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betrieb einer Einrichtung
zum Durchführen eines Arbeitseinsatzes einer selbstfahrenden Baumaschine von einem
entfernt zur Baumaschine lokalisierten Leitstand.
[0007] Die Erfindung betrifft insbesondere eine Baumaschine, die wenigstens teilweise und
insbesondere vollständig eine oder mehrere Arbeits- und/oder Fahraufgaben ohne einen
dauerhaften und/oder kontinuierlichen manuellen Steuereingriff eines Bediener durchführt.
Dennoch kann der Betrieb der Baumaschine aber von einem, insbesondere fernab von der
Baumaschine lokalisierten Bediener bzw. Überwacher, beispielsweise an einem Leitstand,
überwacht werden. Selbst wenn die Baumaschine somit eine autonom selbstfahrende Baumaschine
ist, bedeutet dies im vorliegenden Sinne insbesondere, dass der Betrieb der Baumaschine
von einem, insbesondere auf der Baumaschine nicht mitfahrenden, Bediener/Überwacher
überwacht wird, insbesondere an bzw. von einem Leitstand. Eine solche Baumaschine
fährt und/oder arbeitet somit insbesondere ohne manuell vor Ort direkt an der Baumaschine
durch einen Fahrer vorgegebene Steuerbefehle. Dazu kann die Baumaschine eine Baumaschinensteuereinheit
aufweisen, beispielsweise in Form einer geeigneten Computereinrichtung. Der hochautomatisierte
bzw. im vorliegenden Sinne insbesondere auch autonome Betrieb kann dabei nicht nur
durch Fahrvorgaben, wie Fahrtrichtungs-, Fahrgeschwindigkeits- und/oder Lenkvorgaben,
die von der Baumaschinensteuereinheit vorgegeben werden, gekennzeichnet sein, sondern
sich auch auf den Betrieb eines oder mehrerer Arbeitsaggregate der Baumaschine erstrecken,
zu dem oder denen von der Baumaschinensteuereinheit ein oder mehrere geeignete Steuerbefehle
erzeugt werden. Unter Rückgriff auf die in der Norm SAE J3016 definierte Klassifizierung
nach Automatisierungsstufen kann dies somit insbesondere Baumaschine betreffen, die
die Vorrausetzungen der Stufen 3, 4 oder 5 dieser Norm erfüllen, wobei für alle Automatisierungsstufen
vorliegend die Überwachung des Betriebs der jeweiligen Baumaschine von einer von der
Baumaschine dislozierten Stelle aus, wie beispielsweise einem Leitstand mit einem
Teleoperationsarbeitsplatz, vorgesehen ist. Es kann somit insbesondere auch vorgesehen
sein, dass die Baumaschine Fahr- und Arbeitsaufgaben vollautonom durchführt, gleichzeitig
dennoch zumindest intervallartig von einem Bediener überwacht wird und in der nachstehend
noch näher beschriebenen Weise die Möglichkeit besteht, dass von einem Bediener vom
Leitstand aus Steuervorgaben an die Baumaschine übermittelt werden können. Die Erfindung
betrifft dabei insbesondere Straßen- und Erdbaumaschinen, ganz besonders umfassend
Bodenfräsmaschinen, wie beispielsweise Straßenfräsen, Stabilisierer und Recycler,
Asphaltfertiger, Beschicker und Bodenverdichtungsmaschinen, wie beispielsweise Walzenzüge,
Tandemwalzen, Gummiradwalzen und Müllverdichter. Beispiele für derartige Straßen-
und Erdbaumaschinen sind unter anderem in der
EP4074894A1 und der
DE102015015793A1 beschrieben. Arbeitsaggregate bezeichnen vorliegend insbesondere solche Einrichtungen
der jeweiligen Straßen- und Erdbaumaschinen, die zur Durchführung einer oder mehrerer
bestimmter Arbeitsfunktionen vorgesehen sind, die über einen reinen Fahrbetrieb der
jeweiligen Baumaschine hinausgehen.
[0008] Bodenverdichter umfassen beispielsweise neben den wenigstens teilweise als Walzbandagen
ausgebildeten Fahreinrichtungen häufig eine oder mehrere zwischen einem Schwingungserregungszustand
und einem Passivzustand verstellbare Schwingungserregungseinrichtungen, insbesondere
in Form sogenannter Unwuchterreger, die zu dynamischen Verdichtungsarbeiten herangezogen
werden können. Ergänzend oder alternativ kann ein Arbeitsaggregat derartiger Bodenverdichter
auch ein Schüttgutstreuer, eine Berieselungseinrichtung und/oder ein Kantenschneidgerät
sein, die jeweils zwischen einem Aktivzustand und einem Passivzustand und/oder in
ihrer Relativlage zur übrigen Baumaschine verstellbar sein können.
[0009] Bodenfräsmaschinen umfassen üblicherweise eine zwischen einem Fräsbetrieb und einem
Ruhebetrieb verstellbare Bodenfräseinrichtung, insbesondere in Form einer Fräswalze,
die im Fräsbetrieb rotierend in den aufzufräsenden Bodenuntergrund eingreift. Die
Drehzahl und/oder Schnitttiefe einer solchen Fräseinrichtung kann variabel sein. Weitere
Arbeitsaggregate derartiger Bodenfräsmaschinen können eine oder mehrere Berieselungseinrichtungen,
Absaugeinrichtungen, Staubabscheideeinrichtungen, eine oder mehrere Schüttgutfördereinrichtungen,
Dosiereinrichtungen für einen oder mehrere Zuschlagstoffe etc. sein, die ebenfalls
zumindest zwischen einem Aktivzustand und einem Passivzustand verstellbar sein können.
[0010] Asphaltfertiger können als Arbeitsaggregat insbesondere eine Einbaubohle umfassen,
die hinsichtlich ihrer Arbeitsbreite, Hubhöhe sowie ihres Anstellwinkels verstellbar
ist. Ferner kann eine Querverteileinrichtung umfasst sein, insbesondere in Form von
Förderschnecken, die hinsichtlich ihres Förderbetriebs und ihrer Hubhöhe relativ zum
Bodenuntergrund verstellbar sein kann. Weiterer Arbeitsaggregate solcher Asphaltfertiger
wie auch von Beschickern können eine oder mehrere Schüttgutfördereinrichtungen, insbesondere
Längsfördereinrichtungen, sowie verstellbare Materialbunkerwände sein. Auch diese
können wenigstens zwischen einem Aktivzustand und einem Passivzustand verstellbar
sein.
[0011] Entsprechend kann der, insbesondere hochautomatisierte, speziell autonome, Betrieb
der Baumaschine somit insbesondere auch Betriebsvorgaben für eines oder mehrerer der
jeweiligen Arbeitsaggregate umfassen, insbesondere ein Einstellen und Regeln einer
Relativlage eines Arbeitsaggregates relativ zu einer Bezugsstruktur, wie beispielsweise
dem Bodenuntergrund und/oder einem Maschinenrahmen, ein Aktivieren und/oder Deaktivieren
des oder der jeweiligen Arbeitsaggregate und/oder ein Steuern, insbesondere Regeln,
des Betriebs eines oder mehrerer Arbeitsaggregate, beispielsweise hinsichtlich einer
Aktivierung und Deaktivierung, eines oder mehrere Betriebsparameter, wie beispielsweise
einer Umdrehungsgeschwindigkeit, einer Stellposition etc.
[0012] Ein Leitstand bezeichnet vorliegend insbesondere nicht einen von der jeweiligen Baumaschine
umfassten Fahrstand und insbesondere auch nicht eine an sich bekannte handgehaltene
Fernbedienung, mit der die Baumaschine üblicherweise in Sichtweite von einem Bediener
fernbedient werden kann. Der Leitstand bezeichnet eine, insbesondere im Betrieb immobile,
Einrichtung, mit der wenigstens eine Überwachung der, insbesondere hochautomatisiert
oder autonom, selbstfahrenden Baumaschine aus der Ferne möglich ist. Ein solcher Leitstand
kann sich daher auch örtlich abgesetzt, beispielsweise auch bis zu mehrere hundert
Kilometer oder mehr entfernt, von der jeweiligen Baumaschine befinden. Der Leitstand
ist während des Betriebs der Baumaschine üblicherweise von einer Überwachungsperson
besetzt, die primär den, insbesondere hochautomatisierten, speziell autonomen, Betrieb
der Baumaschine überwachende Aufgaben vornimmt. Der Leitstand kann somit einen wenigstens
teilweise teleoperierten Betrieb der Baumaschine ermöglichen. Vorliegend kann es dazu
vorgesehen sein, dass insbesondere dann ein direkter und/oder indirekter teleoperativer
Betrieb erfolgt, wenn ein Betrieb im Steuermodus erfolgt.
[0013] Erfindungsgemäß ist ein Betrieb der Baumaschine und des Leitstandes in einem Überwachungsmodus
in einem Schritt bzw. Systemzustand a) der Einrichtung vorgesehen. Der Überwachungsmodus
bezeichnet insbesondere einen Betriebsmodus, in dem die Baumaschine hochautomatisiert,
insbesondere wenigstens teilweise und ganz besonders vollständig autonom, betrieben
wird, d.h. insbesondere Fahrvorgaben und/oder Betriebsvorgaben, wie beispielsweise
vorstehend angegeben, von der Baumaschinensteuereinheit durchgeführt werden und der
Leitstand im Wesentlichen nur der Überwachung des Betriebs der Baumaschine dient.
Der Überwachungsmodus bezeichnet somit einen Normalbetriebsmodus, der insbesondere
dann eingenommen wird, wenn die Baumaschine wie gewünscht und vorgesehen, insbesondere
im Rahmen eines Arbeitseinsatzes, betrieben wird.
[0014] Entsprechend kann es für den Überwachungsmodus vorgesehen sein, dass ein Erfassen
von die Baumaschine betreffenden Zustandsdaten an der Baumaschine mithilfe einer Sensoreinrichtung
erfolgt. Die Sensoreinrichtung kann dazu eine Vielzahl geeigneter Sensoren umfassen,
wie nachstehend noch näher beschrieben. Die Zustandsdaten können beispielsweise Bewegungsdaten
der Baumaschine betreffen, wie eine Fahrrichtung, eine Fahrgeschwindigkeit, einen
oder mehrere Lenkwinkel, Beschleunigungsdaten, eine Position und/oder Positionsänderung
der Baumaschine relativ zum Bodenuntergrund und/oder Gelände etc. Es können auch ergänzend
oder alternativ weitere interne Zustandsdaten der Baumaschine erfasst werden, wie
unter anderem der Aktivierungs- und/oder Deaktivierungszustand einer oder mehrerer
Einrichtungen, wie beispielsweise Motoren, Ventile, Aktoren, Pumpen etc., Stellpositionen
und/oder Stellpositionsveränderungen einer oder mehrerer verstellbarer Einrichtungen,
wie beispielsweise Aktoren, insbesondere Hydraulikzylinder und/oder alternative Stellglieder,
einen oder mehrere Lade- und/oder Füllstände, Drehmomente, Drücke etc. Weiter ergänzend
oder alternativ können auch ein oder mehrere externe Zustandsdaten der Baumaschine
von der Sensoreinrichtung erfasst werden, wie beispielsweise der Verlauf einer vor
und/oder neben und/oder hinter der Baumaschine befindlichen Bodenfläche, die Außenumgebung
der Baumaschine, aktuelle klimatische Bedingungen, Hindernisse, Abstände zu gegenüber
der Baumaschine externen Elementen, insbesondere zu Hindernissen etc. Diese Zustandsdaten
können beispielsweise mit Abstandssensoren, Kameras, insbesondere Video-Kameras, LIDAR-Sensoren,
Ultraschallsensoren, Kraftmesssensoren, Wegmesssensoren, Beschleunigungssensoren,
Füllstand- und/oder Ladezustandssensoren, Anschlagsensoren, insbesondere auch unter
Einbindung geeigneter Auswertecomputerprogramme, wie beispielsweise einer Bildverarbeitungssoftware
und/oder Betriebsüberwachungssoftware, im laufenden Betrieb der Baumaschine diskontinuierlich
oder kontinuierlich ermittelt werden.
[0015] Ausgehend vom dem Erfassen von die Baumaschine betreffenden Zustandsdaten an der
Baumaschine kann im Überwachungsbetriebsmodus ferner ein Übertragen der erfassten
Zustandsdaten von der Baumaschine über eine Überwachungsmodusübertragungsverbindung
an den Leitstand erfolgen. Die Überwachungsmodusübertragungsverbindung bezeichnet
somit eine Kommunikationsverbindung, über die insbesondere Zustandsdaten und/oder
damit korrelierende Daten von der Baumaschine an den entfernt dazu gelegenen Leitstand
übertragen werden können. Sofern nachfolgend von einer Übermittlung von Zustandsdaten
die Rede ist, schließt dies gleichermaßen eine ergänzende oder alternative Übermittlung
von mit den Zustandsdaten korrelierenden Daten ein. Dabei müssen nicht permanent sämtliche
der auf Seiten der Baumaschine erfassten Zustandsdaten übermittelt werden, sondern
unter Umständen auch nur eine Untermenge davon und/oder dies auch nur periodisch bzw.
getaktet in bestimmten Zeitabständen. Wesentlich ist, dass die übertragenen Zustandsdaten
mit hinreichender Sicherheit eine ausreichende Beobachtung des Betriebs der Baumaschine
an dem Leitstand ermöglichen. Der Umfang der konkret von der Baumaschine an den Leitstand
zu übertragenden Zustandsdaten kann daher auch abhängig beispielsweise von der Art
der Baumaschine, der Anzahl der an dem Leitstand insgesamt überwachten Baumaschinen,
dem konkreten Arbeitseinsatz und/oder -umfeld der Baumaschine, den aktuell vor Ort
der Baumaschine gegebenen klimatischen Bedingungen etc. variieren. Beispielsweise
können zur Überwachung der Bewegung der Baumaschine, insbesondere periodisch, Positions-
und/oder Positionsänderungsdaten übermittelt werden und darüberhinausgehende Zustandsdaten,
die die Position bzw. eine Positionsänderung der Baumaschine betreffen, wie beispielsweise
Lenkwinkel-, Fahrtrichtungs- und/oder Fahrgeschwindigkeitsdaten, obwohl sie gleichermaßen
von der Sensoreinrichtung der Baumaschine erfasst werden, im Rahmen des Überwachungsbetriebsmodus
nicht übertragen werden. Gleiches kann ergänzend oder alternativ für eines oder mehrere
der Arbeitsaggregate gelten. Beispielsweise kann es vorgesehen sein, dass allein die
Unterscheidung zwischen einem aktivierten und einem deaktivierten Betriebszustand
eines oder mehrerer Arbeitsaggregate übertragen wird, weitere Betriebseinzelheiten
aber, wie beispielsweise aktuelle Umdrehungsgeschwindigkeiten, Stellwege, Drücke,
Ladungen, Kraftbelastungen etc., obwohl sie gleichermaßen von der Sensoreinrichtung
der Baumaschine erfasst werden, nicht zu Überwachungszwecken an den Leitstand übertragen
werden. Es kann weiter ergänzend oder alternativ vorgesehen sein, dass insbesondere
von der Baumaschinensteuereinheit während der Betriebs der Baumaschine interne Überwachungsschritte
durchgeführt werden, um den vorgesehenen Betrieb der Baumaschine zu Überwachen. Dies
können beispielsweise die Prüfung einer Einhaltung definierter Schwellenwerte, der
Abgleich mit Betriebsvorgaben eines Arbeitsauftrages etc. sein. Die für diese Prüfung
erforderlichen Zustandsdaten müssen aber nicht notwendigerweise auch an den Leitstand
im laufenden Betrieb der Baumaschine übertragen werden oder nur vergleichsweise selten.
Es kann also insbesondere vorgesehen sein, dass von den im laufenden Betrieb von der
Sensoreinrichtung der Baumaschine erfassten Zustandsdaten nur eine Untermenge und
dies besonders bevorzugt auch nicht kontinuierlich, sondern in definierten Intervallen,
an den Leitstand übertragen wird, so dass das insgesamt im Überwachungsbetriebsmodus
an den Leitstand zu übertragende Datenvolumen bzw. die zu übertragenden Datenmenge
pro Zeiteinheit vergleichsweise klein gehalten werden kann. Zustandsdaten können auch
Identifikationsdaten der jeweiligen Baumaschine, wie beispielsweise eine Serial- und/oder
Versionsnummer oder sonstige Identifikationsnummer und/oder servicerelevante Daten
sein, wie beispielsweise Betriebsstunden, ein oder mehrere Füllstände, Softwareversionen
etc.
[0016] Die Übermittlung der Zustandsdaten von der Baumaschine an den Leitstand kann insbesondere
über die Überwachungsmodusübertragungsverbindung, ganz besonders im Überwachungsmodus,
erfolgen. Diese bezeichnet die Übertragungsstrecke der jeweiligen Zustandsdaten zwischen
der Baumaschine, konkret einem Signalausgang an der Baumaschine, beispielsweise in
Form einer geeigneten Sendeantenne, und dem Leitstand, konkret einem Signaleingang
am Leitstand, beispielsweise in Form einer geeigneten Empfangsantenne, beispielsweise
Wifi-, 4G-, 5G-Antennen oder sonstige geeignete Antennen. Das Übermitteln der Zustandsdaten
umfasst somit insbesondere ein Senden der Zustandsdaten von der Baumaschine mithilfe
einer den Signalausgang umfassenden geeigneten Sendeeinrichtung, ein Weiterleiten
der Zustandsdaten über die Überwachungsmodusübertragungsverbindung sowie ein Empfangen
der Zustandsdaten am Leitstand durch eine geeignete und den Signaleingang umfassende
Empfangseinrichtung. Die von der Überwachungsmodusübertragungsverbindung umfasste
Sendestrecke zwischen diesem Signalausgang und dem Signaleingang muss nicht homogen
und einheitlich ausgebildet sein, sondern kann auch mehrere Etappen bzw. Abschnitte
umfassen, beispielsweise ausgehend von dem Signalausgang auf Seiten der Baumaschine
hin zu einem lokalen Router, der die entsprechenden Zustandsdaten über eine Kabelverbindung,
beispielsweise eine Glasfaserkabelverbindung, gegebenenfalls ebenfalls über mehrere
aneinander anschließende Abschnitte, bis hin zum Signaleingang am Leitstand übermittelt.
[0017] Das Übertragen der Zustandsdaten kann vorzugsweise, insbesondere ausschließlich,
unidirektional von der Baumaschine hin zum Leitstand erfolgen. Die Überwachungsmodusübertragungsverbindung
kann somit als eine Art Einbahnstraße fungieren, so dass auch auf diese Weise das
im Rahmen des Überwachungsmodus zu übertragende Datenvolumen vergleichsweise geringgehalten
werden kann, da die Überwachungsmodusübertragungsverbindung in diesem Fall nicht notwendigerweise
einen Rückkanal zur Übertragung von Daten vom Leitstand zur Baumaschine aufweisen
muss.
[0018] Zusätzlich zu einem Betrieb im Überwachungsmodus sieht das erfindungsgemäße Verfahren
ferner einen Betrieb der Baumaschine und des Leitstandes, insbesondere der Einrichtung
zum Durchführen eines Arbeitseinsatzes einer, insbesondere hochautomatisierten, ganz
besonders autonomen, selbstfahrenden Baumaschine von einem entfernt zur Baumaschine
lokalisierten Leitstand, in einem Steuermodus gemäß einem Schritt bzw. Betriebszustand
b) vor.
[0019] Auch hier erfolgt das Erfassen von die Baumaschine betreffenden Zustandsdaten an
der Baumaschine mithilfe der Sensoreinrichtung. Es wird an dieser Stelle daher auch
auf die vorhergehenden Angaben zum möglichen Erfassen von die Baumaschine betreffenden
Zustandsdaten genommen. Ergänzend wird festgehalten, dass die im Überwachungsmodus
und im Steuermodus erfassten Zustandsdaten identisch sein können aber nicht müssen.
Insbesondere kann es vorgesehen sein, dass im Steuermodus gegenüber dem Überwachungsmodus
wenigstens teilweise andere und/oder mehr und/oder detailliertere Zustandsdaten erfasst
werden, um einen umfassenderen und/oder präziseren Eindruck über den aktuellen Zustand
der Baumaschine erlangen zu können.
[0020] Im Steuermodus erfolgt ebenfalls ein Übertragen der erfassten Zustandsdaten von der
Baumaschine an den Leitstand, allerdings dann wenigstens teilweise und insbesondere
ausschließlich über eine Steuermodusübertragungsverbindung. Dies kann insbesondere
ein Senden von Zustandsdaten von der Baumaschine und ein Empfangen der gesendeten
Zustandsdaten am Leitstand umfassen. Es kann nun aber vorgesehen sein, dass gegenüber
dem Überwachungsmodus hin zum Steuermodus ein wenigstens teilweiser Wechsel der Übertragungsstrecke
erfolgt, konkret von der Überwachungsmodusübertragungsverbindung hin zur Steuermodusübertragungsverbindung.
Auch die Steuermodusübertragungsverbindung bezeichnet eine Übertragungsstrecke, beispielsweise
der jeweiligen Zustandsdaten zwischen der Baumaschine, konkret einem Signalausgang,
beispielsweise einer geeigneten Sendeantenne, an der Baumaschine, und dem Leitstand,
konkret einem Signaleingang, beispielsweise einer geeigneten Empfangsantenne, am Leitstand.
Hierbei kann es sich um gegenüber dem Überwachungsmodus dieselben Signalein- und -ausgänge,
insbesondere beispielsweise auch um dieselben Antennen ("multi-tasking"), handeln
oder um hierzu separate. Bei den Antennen kann es sich beispielsweise um Wifi-, 4G-,
5G-Antennen oder sonstige geeignete Antennen handeln. Das Übermitteln der Zustandsdaten
im Steuermodus kann somit ebenfalls insbesondere ein Senden der Zustandsdaten von
der Baumaschine mithilfe einer den Signalausgang umfassenden geeigneten Sendeeinrichtung,
ein Weiterleiten der Zustandsdaten über die Steuermodusübertragungsverbindung sowie
ein Empfangen der Zustandsdaten am Leitstand durch eine geeignete und den Signaleingang
umfassende Empfangseinrichtung. Auch die von der Überwachungsmodusübertragungsverbindung
umfasste Sendestrecke zwischen diesem Signalausgang und dem Signaleingang muss nicht
homogen und einheitlich ausgebildet sein, sondern kann auch mehrere Etappen bzw. Abschnitte
umfassen. Sie kann beispielsweise neben kabelgebundenen Übertragungsabschnitten, wie
beispielsweise über ein Erdkabel, auch kabellose Übertragungsabschnitte, wie beispielsweise
als Teil eines oder mehrerer lokaler Netzwerke und/oder zwischen Antennen und/oder
eine satellitengestützte Sendestrecke, umfassen. Das Wechseln zwischen den beiden
Übertragungsverbindungen kann beispielsweise automatisch erfolgen, beispielsweise
dann, wenn ein oder mehrere vordefinierte Betriebsereignisse eintreten bzw. sich Betriebs-
und/oder Zustandsparameter der Baumaschine ändern. Es kann aber auch vorgesehen sein,
dass das Umschalten bzw. zumindest das Aktivieren der Steuermodusübertragungsverbindung
manuell von einem Bediener, insbesondere am Leitstand, initiiert wird. Dies kann beispielsweise
zu Servicezwecken und/oder zur Ferndiagnose oder ähnlichem sinnvoll sein.
[0021] Es kann aber ergänzend oder alternativ auch vorgesehen sein, dass die Steuermodusübertragungsverbindung
eine Übersendung von Daten vom Leitstand zu der Baumaschine ermöglicht. Damit können
somit beispielsweise Steuerbefehle vom Leitstand aus über die Steuermodusübertragungsverbindung
an die Baumaschine übertragen werden. Die Steuermodusübertragungsverbindung kann gegenüber
der Überwachungsmodusübertragungsverbindung insbesondere für einen bidirektionalen
Austausch von Daten zwischen der Baumaschine und dem Leitstand ausgebildet sein. Dies
bedeutet, dass im Steuermodus über die Steuermodusübertragungsverbindung somit sowohl
Zustandsdaten von der Baumaschine zum Leitstand übertragen werden können und andersherum
Daten, insbesondere Steuerdaten, vom Leitstand zur Baumaschine. Das Übertragen der
Zustandsdaten im Überwachungsmodus über die Überwachungsmodusübertragungsverbindung
kann somit vorzugsweise, insbesondere ausschließlich, unidirektional von der Baumaschine
hin zum Leitstand erfolgen. Im Steuermodus kann es bevorzugt sein, wenn die Kommunikation
zwischen der Baumaschine und dem Leitstand über die Steuermodusübertragungsverbindung
bidirektional zwischen der Baumaschine und dem Leitstand erfolgt, zumindest aber Steuerdaten
von dem Leitstand an die Baumaschine über die Steuermodusübertragungsverbindung übermittelt
werden können.
[0022] Im Steuermodus kann somit auch ein, insbesondere manuelles, Erzeugen von Steuerdaten
bzw. Steuerbefehlen am Leitstand vorgesehen sein. Konkret kann dies somit bedeuten,
dass der Leitstand eine Benutzerschnittstelle umfasst, über die ein Bediener am Leitstand
Steuerbefehle eingeben kann und diese anschließend, insbesondere in Form von Steuerdaten,
über die Steuermodusübertragungsverbindung vom Leitstand an die Baumaschine übertragen
werden können. Der Bediener kann somit im Steuermodus vom Leitstand aus über die Steuermodusübertragungsverbindung
Einfluss auf den Betrieb und/oder Betriebszustand der Baumaschine nehmen und insbesondere
nicht nur, wie im Überwachungsmodus, den Betrieb der Baumaschine überwachen. Der Leitstand
kann dazu eine geeignete Leitstandsteuereinheit, insbesondere umfassend eine oder
mehrere Computereinrichtungen mit einem oder mehreren geeigneten Computerprogrammen,
umfassen.
[0023] Der Steuermodus umfasst entsprechend daher insbesondere auch ein Übertragen der Steuerdaten
von dem Leitstand an die Baumaschine über die Steuermodusübertragungsverbindung. Dies
kann konkret ein Senden der Steuerdaten über einen Signalausgang am Leitstand und
ein Empfangen der Steuerdaten an einem Signaleingang an der wenigstens einen Baumaschine
umfassen. Auch hier kann es sich um eine oder mehrere geeignete Antennen handeln.
Es kann somit vorgesehen sein, dass sowohl der Leitstand als auch die wenigsten eine
Baumaschine jeweils eine Sende- und Empfangseinrichtung umfassen, die wenigstens zum
Austausch von Daten zwischen dem Leitstand und der Baumaschine über die Steuermodusübertragungsverbindung
ausgebildet sind. Die jeweiligen Sende- und Empfangseinrichtungen können dazu ausgebildet
sein, sowohl eine Kommunikation über die Überwachungsmodusübertragungsverbindung als
auch über die Steuermodusübertragungsverbindung zu ermöglichen. Alternativ ist es
möglich, dass der Leitstand und/oder die Baumaschine jeweils eine Sende- und Empfangseinrichtung
für eine Kommunikation einerseits nur über die die Überwachungsmodusübertragungsverbindung
und andererseits nur über die Steuermodusübertragungsverbindung umfassen.
[0024] Im Steuermodus kann es ferner vorgesehen sein, dass die von der wenigstens einen
Baumaschine über die Steuermodusübertragungsverbindung erhaltenen Steuerdaten auf/an/von
der Baumaschine durchgeführt bzw. die entsprechenden Steuerbefehle umgesetzt werden.
Dies kann über die Baumaschinensteuereinheit an der Baumaschine gesteuert werden.
Mögliche derartige Steuerbefehle können beispielsweise Fahr- und/oder Lenkbefehle,
Aktivierungs- und/oder Deaktivierungsbefehle für ein oder mehrere Funktionseinrichtungen
der Baumaschine, Aktivierungs- und/oder Deaktivierungsbefehle für Teile der Sensoreinrichtung,
Computerprogramme und/oder Teile davon, insbesondere Updates hierfür, etc. sein.
[0025] Es ist erfindungsgemäß nun vorgesehen, dass die Steuermodusübertragungsverbindung
gegenüber der Überwachungsmodusübertragungsverbindung eine geringere Latenz und/oder
eine höhere Datenübertragungsrate und/oder größere Bandbreite aufweist. Dies ist insbesondere
im Hinblick auf eine maximal mögliche Auslastung der jeweiligen Übertragungsverbindung
zu verstehen. Ideal kann es dabei sein, wenn die Latenz der Steuermodusübertragungsverbindung
maximal halb so groß ist wie die Latenz der Überwachungsmodusübertragungsverbindung,
idealerweise maximal ein Zehntel der Latenz der Überwachungsmodusübertragungsverbindung
beträgt. Ergänzend oder alternativ kann es vorteilhaft sein, wenn die, insbesondere
maximal verfügbare, Datenübertragungsrate der Steuermodusübertragungsverbindung wenigstens
doppelt so groß ist wie die, insbesondere maximal verfügbare, maximale Datenübertragungsrate
der Überwachungsmodusübertragungsverbindung, insbesondere sogar wenigstens um den
Faktor 10 höher.
[0026] Die Latenz der Übertragungsverbindung bezeichnet vorliegend insbesondere die Verzögerungszeit
beim Übersenden der Daten (Zustandsdaten und/oder Steuerdaten) zwischen dem jeweiligen
Sender, beispielsweise im Überwachungsmodus der Baumaschine, und dem Empfänger, beispielsweise
im Überwachungsmodus dem Leitstand. Die vorliegend relevante Latenz bzw. Latenzzeit
erstreckt sich insbesondere nicht auf Übertragungs- und/oder Verarbeitungszeiten innerhalb
des Leitstandes und/oder innerhalb der Baumaschine, sondern auf die Latenz der Übertragungsstrecke
zwischen diesen beiden Elementen. Die Latenz der Übertragungsverbindung kann in einer
Zeiteinheit, beispielsweise Sekunden, angegeben werden. Sie kann insbesondere von
der Art der Übertragungsverbindung und/oder der Entfernung zwischen dem Sender und
dem Empfänger bzw. der Länge der Übertragungsverbindung und/oder einer aktuellen Netzbelastung
abhängen. Zur Ermittlung der Latenz einer Datenübertragungsstrecke ist es beispielsweise
möglich, ein oder mehrere zu übermittelten Datenpakete mit einem Zeitstempel zu versehen
und auf diese Weise die zeitliche Differenz zwischen einer Absendung und einem Empfang
des jeweiligen Datenpaketes zu ermitteln.
[0027] Die Datenübertragungsrate bezeichnet vorliegend insbesondere die Geschwindigkeit,
mit der Daten zwischen dem Empfänger und dem Sender, beispielsweise vorliegend also
zwischen der wenigstens einen Baumaschine und dem Leitstand, oder die jeweilige Übertragungsverbindung
übertragen werden können. Sie kann beispielsweise in Bits bzw. Bytes pro Sekunde angegeben
werden. Zur Ermittlung einer aktuellen, insbesondere auch aktuell maximalen, Datenübertragungsrate
ist es möglich, ein oder mehrere Datenpakete mit einer bekannten Größe zu übermitteln
und, erneut beispielsweise mithilfe einer Zeitstempels, die für die Datenübertragung
erforderliche Zeitspanne zu bestimmen.
[0028] Die Bandbreite bezeichnet vorliegend insbesondere eine, insbesondere vorgegebene,
maximale Datenmenge, die in einer bestimmten Zeitspanne übertragen werden kann. Sie
bezieht sich auf die Kapazität, mit der Daten übertragen werden können. Sie kann beispielsweise
in Hertz Hz angegeben werden. Diese kann beispielsweise mittels eines Oszilloskopes
auch gemessen werden.
[0029] Damit erfolgt somit ein Übertragen von Daten zwischen der Baumaschine und dem Leitstand
im Überwachungsmodus über eine Datenübertragungsverbindung, die gegenüber der Datenübertragungsverbindung
im Steuermodus hinsichtlich der Latenz und/oder Übertragungsrate weniger leistungsfähig
ist. Diese verringerte Leistungsfähigkeit hinsichtlich der Übertragungsgeschwindigkeit
kann im Überwachungsmodus jedoch hinnehmbar sein, denn in diesem Betriebsmodus operiert
die Baumaschine vorzugsweise hochautomatisiert, insbesondere autonom, und planmäßig.
Es ist somit keine, insbesondere praktisch sofortige, Übertragung von Steuerdaten
für an der Baumaschine umzusetzender Steuerbefehle vom Leitstand aus erforderlich.
Es kann in diesem Fall daher auch ausreichend sein, wenn mit vergleichsweise großer
zeitlicher Verzögerung lediglich am Leitstand überwacht wird, dass die wenigstens
eine Baumaschine aktuell ordnungsgemäß betrieben wird. Es kann in diesem Fall somit
zur Überwachung beispielsweise bereits genügen, wenn in regelmäßigen Abständen nur
Positionsdaten und/oder Statusmeldungen und/oder intervallartig Umfeldaufnahmen von
der Baumaschine an den Leitstand übermittelt werden. Derartige Datenübertragungsverbindungen,
die für eine Nutzung als Überwachungsmodusübertragungsverbindung mit einer relativ
großen Latenz und/oder einer relativ niedrigen Datenübertragungsrate und/oder relativ
schmalen Bandbreite geeignet sind bzw. herangezogen werden können, können üblicherweise
vergleichsweise kostengünstig genutzt werden.
[0030] Im Steuermodus kann es sich dagegen anders verhalten, denn dieser kann beispielsweise
dann eingenommen werden, wenn die Baumaschine nicht ordnungsgemäß arbeitet, beispielsweise
aufgrund einer maschineninternen Störung, bzw. nicht ordnungsgemäß arbeiten kann,
beispielsweise aufgrund eines unzulässigen und/oder unerwarteten Ereignisses im Umfeld
der Baumaschine. Im Steuermodus kann es daher auch erstrebenswert sein, eine Bildübertragung,
beispielsweise als Videofeed, in praktisch Echtzeit bzw. möglichst nahe an einer Echtzeitdarstellung
am Leitstand verfügbar zu haben, um beispielsweise ein zuverlässiges und situationsadäquates
Eingreifen eines Bedieners über den Leitstand zu ermöglichen. Bei einem wenigstens
teilweisen Betrieb der Baumaschine vom Leitstand aus bzw. im teleoperierten Betrieb
ist es vorteilhaft, wenn eine hinsichtlich Latenz und/oder Datenübertragungsrate leistungsfähigere
Datenübertragungsverbindung zur Verfügung steht. Ferner, ergänzend oder alternativ,
ist es vorteilhaft, wenn eine bidirektionale Kommunikation zwischen der Baumaschine
und dem Leitstand über die genutzt Datenübertragungsverbindung ermöglicht wird, beispielsweise
zur Übermittlung von Zustandsdaten der Baumaschine an den Leitstand und/oder zur Übermittelung
von Steuerbefehlen bzw. Steuerdaten von dem Leitstand aus an die Baumaschine, insbesondere
praktisch ohne Zeitversatz bzw. mit möglichst geringem Zeitversatz. Datenübertragungsverbindungen,
die für eine Nutzung als Steuermodusübertragungsverbindung mit einer relativ geringen
Latenz und/oder einer relativ hohen Datenübertragungsrate und/oder relativ großen
Bandbreite genutzt werden können, ermöglichen einen vergleichsweise schnellen Datenaustausch
zwischen der Baumaschine und dem Leitstand, so dass beispielsweise eine nahe an Echtzeit
liegende Übertragung eines Videofeeds und/oder eine relativ schnelle Übertragung von
Steuerbefehlen etc. im teleoperierten Betrieb bzw. im Steuermodus möglich ist. Auch
vergleichsweise umfangreiche Daten können im Idealfall in diesem Fall zwischen der
Baumaschine und dem Leitstand nahezu ohne nennenswerten Zeitversatz bzw. mit nur sehr
geringem Zeitversatz ausgetauscht werden. Derartige Datenübertragungsverbindungen
sind allerdings häufig vergleichsweise kostenintensiv und/oder müssen im Vorfeld angemietet
und/oder reserviert werden. Da die Nutzung der Steuermodusübertragungsverbindung im
vorliegenden Verfahren aber auf den eher in Ausnahmefällen auftretenden Steuermodus
beschränkt ist, der nicht den üblichen Betriebseinsatz der Baumaschine betrifft, sondern
eher seltener auftretende Ereignisse, wie beispielsweise einen Störfall und/oder einen
Notsituation und/oder Wartungsarbeiten, ist dies vorliegend aber hinnehmbar und damit
ein sowohl wirtschaftlich und betriebstechnisch sinnvoller Kompromiss.
[0031] Das Senden und/oder Empfangen von über die Überwachungsmodusübertragungsverbindung
und/oder die Steuermodusübertragungsverbindung übermittelten Daten von/an der Baumaschine
kann insbesondere drahtlos erfolgen. Das Senden und/oder Empfangen von über die Überwachungsmodusübertragungsverbindung
und/oder die Steuermodusübertragungsverbindung übermittelten Daten an dem Leitstand
kann beispielsweise durch einen Ethernetanschluss, drahtlos, insbesondere über eine
eigene Antenne, ein Anschlusskabel für Satellitenkommunikation oder ähnliches realisiert
werden kann. Zur Ver- und/oder Entschlüsselung von Daten können ferner zusätzliche
Recheneinheiten vorgesehen sein.
[0032] Es kann vorgesehen sein, dass während des Betriebs der Baumaschine im Überwachungsmodus
die Steuermodusübertragungsverbindung ungenutzt ist bzw. über die Steuermodusübertragungsverbindung
keine Daten, insbesondere Steuerdaten und/oder Zustandsdaten, zwischen der Baumaschine
und dem Leitstand uni- oder bidirektional übertragen werden. Es ist aber vorteilhaft,
wenn die Steuermodusübertragungsverbindung im Überwachungsmodus verfügbar gehalten
wird. Dies kann beispielsweise durch ein Reservieren einer Steuermodusübertragungsverbindung
oder ähnlichem erfolgen.
[0033] Es kann zudem vorgesehen sein, dass vor einer Aufnahme eines Fahr- und/oder Arbeitsbetriebs
und/oder einer Aktivierung eines oder mehrerer, insbesondere mechanisch arbeitender,
Aggregate der Baumaschine ein Prüfen dahingehend erfolgt, ob eine Steuermodusübertragungsverbindung
zumindest verfügbar ist oder nicht. Dies kann beispielsweise durch eine Übertragung
eines Testdatensatzes über die Steuermodusübertragungsverbindung von der Baumaschine
zum Leitstand und/oder vom Leitstand zur Baumaschine erfolgen. Dies kann von der Baumaschinensteuereinheit
und/oder der Leitstandsteuereinheit gesteuert werden. Es ist möglich, dass die Aufnahme
des Betriebs der Baumaschine im Überwachungsmodus erst dann möglich ist, wenn vorher
die Verfügbarkeit der Steuermodusübertragungsverbindung, wie vorstehend beschrieben,
überprüft worden ist.
[0034] Ergänzend oder alternativ ist es auch möglich, dass während des Betriebs der Baumaschine
im Überwachungsmodus in regelmäßigen Abständen ein Verfügbarkeitssignal zwischen der
Baumaschine und dem Leitstand über die Steuermodusübertragungsverbindung ausgetauscht
wird. Es kann also eine Verfügbarkeits- und/oder Integritätsprüfung der Steuermodusübertragungsverbindung
auch im laufenden Betrieb der Baumaschine im Überwachungsmodus vorgesehen sein. Dies
kann uni- oder auch bidirektional zwischen der Baumaschine und dem Leitstand erfolgen
und von der Baumaschinensteuereinheit und/oder der Leitstandsteuereinheit gesteuert
und/oder überwacht werden. Es ist möglich, dass dann, wenn festgestellt wird, dass
die Steuermodusübertragungsverbindung aktuell gar nicht, nicht mehr oder zumindest
nicht voll funktionsfähig verfügbar ist, der Betrieb der Baumaschine im Überwachungsmodus
ganz oder zumindest teilweise von der Baumaschinensteuereinheit und/oder der Leitstandsteuereinheit
eingestellt und/oder reduziert wird und/oder zumindest eine Informationsmeldung an
den Bediener am Leitstand ausgegeben und/oder dies an der Baumaschine angezeigt wird.
[0035] Es ist möglich, dass im Schritt a) von der Baumaschine an den Leitstand zu übertragende
Zustandsdaten auf Seiten der Baumaschine komprimiert und auf Seiten des Leitstandes
von der Baumaschine empfangene komprimierte Zustandsdaten dekomprimiert werden. Dazu
können die Sende- und/oder Empfangseinrichtungen der Baumaschine und/oder des Leitstandes
und/oder die Baumaschinensteuereinheit und/oder die Leitstandsteuereinheit eine oder
mehrere geeignete Computerprogramme umfassen. Auf diese Weise kann das im Überwachungsmodus
über die weniger leistungsfähige Überwachungsmodusübertragungsverbindung zu übertragende
Datenvolumen weiter reduziert werden, auch wenn durch die beiden zusätzlich erforderlichen
Datenverarbeitungsschritte dadurch die Verfügbarkeit der Zustandsdaten am Leitstand
weiter verzögert werden kann.
[0036] Der Überwachungsmodus sowie die im Überwachungsmodus von der Baumaschine an den Leitstand
übertragenen Zustandsdaten können insbesondere dazu dienen, im Sinne einer Beaufsichtigung
beurteilen zu können, ob die wenigstens eine Baumaschine aktuell ordnungsgemäß arbeitet
und/oder ob unter Umständen Fehlfunktionen vorliegen, insbesondere solche, die potentiell
ein manuelles Eingreifen in den Betrieb der Baumaschine durch den am Leitstand befindlichen
Operator erfordern. Dies kann im laufenden Betrieb der Baumaschine anhand definierter
Kriterien, beispielsweise anhand definierter akzeptabler Betriebsparameterintervalle
und/oder Schwellenwerte etc., durch die Baumaschinensteuereinheit und/oder die Leitstandsteuereinheit
erfolgen. Für das Aktivieren der vorstehend beschriebenen Steuermodusübertragungsverbindung
können dagegen ein oder mehrere Aktivierungsereignisse definiert werden und es kann
ein Prüfen durch die Baumaschinensteuereinheit und/oder die Leitstandsteuereinheit
und/oder durch den Operator am Leitstand im laufenden Überwachungsmodus erfolgen,
ob auf der Grundlage der verfügbaren Zustandsdaten ein Aktivierungsereignis vorliegt
oder nicht. Im Schritt a) im Überwachungsmodus kann es somit vorgesehen sein, dass
ein Auswerten der Zustandsdaten dahingehend erfolgt, ob ein Aktivierungsereignis vorliegt
oder nicht. Wird dabei, beispielsweise von der Baumaschinensteuereinheit und/oder
der Leitstandsteuereinheit und/oder dem Operator, festgestellt, dass ein Aktivierungsereignis
vorliegt, kann es vorgesehen sein, dass die Steuermodusübertragungsverbindung zur
Datenübertragung wenigstens von dem Leitstand zur Baumaschine aktiviert wird. Das
Auswerten und/oder Prüfen auf das Vorliegen eines Aktivierungsereignisses kann somit
auf Seiten der Baumaschine und/oder am Leitstand erfolgen. Es ist möglich, dass, insbesondere
in der bzw. durch die Baumaschinensteuereinheit und/oder der Leitstandsteuereinheit,
das Vorliegen definierter Ereignisse und/oder das Auftreten unerwarteter Zustandsdaten
und/oder bestimmter Betriebsereignisse und/oder -situationen, Betriebsparameterbereiche
und/oder das Über- und/oder Unterschreiten eines oder mehrerer Grenzwerte etc. geprüft
wird. Wird das Vorliegen eines Aktivierungsereignisses festgestellt, kann das Aktivieren
der Steuermodusübertragungsverbindung von der Baumaschine bzw. der Baumaschinensteuereinheit
direkt oder über ein entsprechendes Signal, das über die Überwachungsmodusübertragungsverbindung
übertragen wird, und/oder von dem Leitstand bzw. der Leitstandsteuereinheit aus erfolgen.
Die Aktivierung der Steuermodusübertragungsverbindung kann somit beispielsweise automatisch
dann erfolgen, wenn ein Aktivierungsereignis vorliegt. Ergänzend oder alternativ ist
es auch möglich, dass die Steuermodusübertragungsverbindung manuell initiiert wird.
Auch dies kann am Leitstand und/oder, sofern sie dazu ausgebildet ist, an der Baumaschine
erfolgen.
[0037] Es ist vorteilhaft, wenn am Leitstand und/oder an der Baumaschine ein Anzeigen erfolgt,
ob die Steuermodusübertragungsverbindung und/oder die Überwachungsmodusübertragungsverbindung
aktuell verfügbar ist und/oder zur Datenübertragung genutzt wird. Dies kann mittels
einer geeigneten Anzeigeeinrichtung, beispielsweise mithilfe einer Anzeigebildschirms,
an dem Leitstand und/oder an der Baumaschine erfolgen.
[0038] Hinsichtlich der konkreten Definition eines oder mehrerer Aktivierungsereignisse
bestehen verschiedene bevorzugte Möglichkeiten. Beispielsweise kann es vorgesehen
sein, dass ein Aktivieren der Steuermodusübertragungsverbindung in Abhängigkeit von
einem prozessabhängigen und/oder sicherheitsabhängigen und/oder serviceabhängigen
Aktivierungsereignis erfolgt. Prozessabhängige Aktivierungsereignisse können Situationen
sein, in denen der Arbeitsprozess und/oder der Betriebsprozess der Baumaschine nicht
innerhalb eines oder mehrerer definierter Parameter arbeitet. Dies kann beispielsweise
einen von einem Sollwert abweichenden Betriebsparameter eines oder mehrerer Arbeitsaggregate
und/oder Positions- und/oder Positionsänderungsparameter und/oder Lageparameter, beispielsweise
eine Quer- und/oder Längsneigung, Fahrbetriebsparameter etc. der Baumaschine betreffen.
Ergänzend oder alternativ zu diesen gegenüber der Baumaschine eher externen Betriebsparametern
können auch interne Betriebsparameter zur Prüfung auf prozessabhängige Aktivierungsereignisse
herangezogen werden. Dies kann beispielsweise Füllzustände eines oder mehrerer Betriebsfluide
und/oder einen Ladezustand eines elektrischen Energiespeichers und/oder Drehzahlen,
Drehmomente, Drehgeschwindigkeiten, Verstellgeschwindigkeiten etc. eines oder mehrerer
Aggregate der Baumaschine betreffen. Auch Kombinationen mehrerer derartiger Parameter
zur Prüfung des Vorliegens eines Aktivierungsereignisses sind denkbar und von der
Erfindung umfasst, beispielsweise dann, wenn Schlupf an einer oder mehreren der Fahreinrichtungen
der Baumaschine auftritt etc. Sicherheitsabhängige Aktivierungsereignisse betreffen
Ereignisse, unter denen nicht mehr gewährleistet ist, dass ein sicherer Betrieb der
Baumaschine erfolgt. Dies kann die Funktionsintegrität einzelner oder mehrerer Komponenten
der Baumaschine selbst betreffen und/oder das Umfeld der Baumaschine, beispielsweise
dann, wenn sie auf Kollisionskurs mit einem oder mehreren Hindernissen ist und/oder
ein definiertes Arbeitsareal verlässt und/oder im Umfeld der Baumaschine sicherheitsrelevante
Ereignisse auftreten, beispielsweise sich Personen zu nah an der Baumaschine aufhalten
etc. Serviceabhängige Aktivierungsereignisse können Ereignisse, wie beispielsweise
eine Identitätsprüfung eines oder mehrerer Bediener und/oder die Vorgabe eines Arbeitsplans
und/oder Wartungs- und/oder Reparaturereignisse sein. Dies kann insbesondere ein aktives
Initiieren der Steuermodusübertragungsverbindung von einem Bediener am Leitstand bedeuten
und umfassen. Schließlich kann auch ein Vandalismusschutz und/oder eine Vandalismusabwehr
ein Aktivierungsereignis darstellen, insbesondere dann, wenn die Baumaschine in einem
Standbetrieb im Überwachungsmodus überwacht wird bzw. ihr Umfeld überwacht wird und
unberechtigte Aktivitäten an der Baumaschine festgestellt werden. Bei einem Aktivieren
der Steuermodusübertragungsverbindung ist es dann beispielsweise möglich, dass an
der Baumaschine unbefugt aktive Personen vom Leitstand aus durch den Bediener am Leitstand
informiert und/oder ermahnt werden.
[0039] Grundsätzlich ist es möglich, dass das Auswerten der Zustandsdaten dahingehend, ob
ein Aktivierungsereignis vorliegt, auf Seiten der Baumaschine und/oder auf Seiten
des Leitstandes mithilfe der Baumaschinensteuereinheit und/oder der Leitstandsteuereinheit
erfolgt. Ideal ist es, wenn beispielsweise eine Prüfung auf prozessabhängige Aktivierungsereignisse
wenigstens mithilfe der Baumaschinensteuereinheit, eine Prüfung auf sicherheitsabhängige
Aktivierungsereignisse sowohl durch die Baumaschinensteuereinheit als auch durch die
Leitstandsteuereinheit und eine Prüfung auf serviceabhängige Aktivierungsereignisse
durch die Leitstandsteuereinheit und/oder die Baumaschinensteuereinheit erfolgt. Die
von der Baumaschinensteuereinheit und von der Leitstandsteuereinheit der jeweiligen
Prüfung zu Grunde gelegten Zustandsdaten können, wenn beide Steuereinheiten parallel
auf das Vorliegen eines Aktivierungsereignisses prüfen, voneinander abweichen. Insbesondere
kann es beispielsweise bevorzugt sein, wenn die Baumaschinensteuereinheit bei der
Prüfung auf prozessabhängige Aktivierungsereignisse im Wesentlichen auf Zustandsdaten
einzelner oder mehrerer Komponenten und/oder Aggregate der Baumaschine bzw. Betriebsdaten
der Baumaschine und/oder Ereignisse im Arbeitsfeld und Umfeld der Baumaschine zurückgreift
und die Leitstandsteuereinheit eher auf die Positions- bzw. Positionsänderungsdaten
der Baumaschine zurückgreift.
[0040] Die Baumaschine wird im Überwachungsmodus vorzugsweise in einem hochautomatisierten,
insbesondere autonomen, Betriebsmodus betrieben. Dies kann bedeuteten, dass die Baumaschinensteuereinheit,
beispielsweise auf der Grundlage verfügbarer Zustandsdaten und/oder einer Arbeitsplanvorgabe,
selbsttätig Steuerbefehle erzeugt und ausführt. Während eines Betriebs der Baumaschine
im Steuermodus gemäß dem Schritt b) kann es dagegen bevorzugt sein, wenn auf Seiten
der Baumaschine erzeugte autonome Steuerbefehle wenigstens teilweise und insbesondere
vollständig unterdrückt oder zumindest gegenüber von dem Leitstand über die Steuermodusübertragungsverbindung
empfangenen Steuerdaten nachrangig ausgeführt werden. Es kann an dieser Stelle auch
vorgesehen sein, dass ein Deaktivieren jeglicher autonomer Funktionen der Baumaschinen
erfolgt und diese vollständig und ausschließlich über vom Leitstand an die Baumaschine
übermittelte Steuerbefehle gesteuert wird. Für den Fall, dass die Baumaschine bzw.
die Baumaschinensteuereinheit auch im Steuermodus noch autonom, insbesondere wenigstens
teilautonom bzw. hochautomatisiert, bzw. autonome Steuerbefehle erzeugt, ist es vorteilhaft,
wenn wenigstens die Baumaschinensteuereinheit prüft, ob ein aktuell von der Baumaschinensteuereinheit,
insbesondere autonom, erzeugter Steuerbefehl im Widerspruch zu einem vom Leitstand
empfangenen aktuellen Steuerbefehl steht. Ist dies der Fall, kann es vorgesehen sein,
dass die Baumaschinensteuereinheit dann den vom Leitstand empfangenen aktuellen Steuerbefehl
gegenüber dem, insbesondere autonom, von ihr erzeugten Steuerbefehl priorisiert und/oder
den von ihr erzeugten, insbesondere autonomen, Steuerbefehl unterdrückt bzw. nicht
ausführt. Weiter ergänzend oder alternativ kann es vorgesehen sein, dass der, insbesondere
autonome, Steuerbefehl erst dann zur Ausführung von der Baumaschinensteuereinheit
freigegeben wird, wenn kein Wiederspruch mehr zu einem von dem Leitstand empfangenen
Steuerbefehl besteht.
[0041] Es ist möglich, dass im Schritt b) wenigstens vom Leitstand an die Baumaschine über
die Steuermodusübertragungsverbindung zu übertragende Steuerdaten auf Seiten des Leitstandes,
insbesondere durch die Leitstandsteuereinheit, verschlüsselt und auf Seiten der Baumaschine,
insbesondere durch die Baumaschinensteuereinheit, über die Steuermodusübertragungsverbindung
empfangene verschlüsselte Steuerdaten entschlüsselt werden. Derartige Ver- und Entschlüsselungsprozesse
können beispielsweise mithilfe geeigneter Zertifikatdateien oder ähnlichem durchgeführt
werden.
[0042] Ergänzend oder alternativ ist es möglich, dass im Schritt b) eine Berechtigungsprüfung
und/oder Identitätsprüfung und/oder maschinenspezifische Zuordnungsprüfung auf Seiten
der Baumaschine, insbesondere durch die Baumaschinensteuereinheit, erfolgt. Die Berechtigungsprüfung
kann beispielsweise eine dahingehende Prüfung umfassen, ob es sich bei dem mit der
Baumaschine kommunizierenden Leitstand überhaupt um einen berechtigten Leitstand und/oder
eine berechtigte Bedienperson bzw. um einen berechtigten Teleoperator am Leitstand
handelt. Die Berechtigungs- und/oder Identitätsprüfung kann sich dabei auf jegliche
vom Leitstand empfangene Steuerbefehle beziehen oder nur auf eine Untergruppe von
Steuerbefehlen. Es kann beispielsweise vorgesehen sein, dass bestimmte die Wartung
betreffende Steuerbefehle ausschließlich von einem bestimmten Leitstand und/oder einer
bestimmten Bedienperson am Leitstand übermittelt und an der Baumaschine ausgeführt
werden dürfen. Die maschinenspezifische Zuordnungsprüfung betrifft dagegen eine dahingehende
Prüfung, ob es sich bei dem von der Baumaschine empfangenen Steuerbefehl um einen
Steuerbefehl handelt, der von der Baumaschine in ihrer aktuellen Konfiguration und/oder
Spezifikation überhaupt ausgeführt werden kann. Dies kann beispielsweise eine Prüfung
dahingehend umfassen, ob Steuerbefehle, die optionale und/oder variable Komponenten
und/oder bestimmte Computerprogrammversionen der jeweiligen Baumaschine betreffen,
in Bezug auf die aktuelle Konfiguration der Baumaschine überhaupt ausgeführt werden
können und/oder sollen.
[0043] Entsprechend kann es vorgesehen sein, dass im Schritt b) vom Leitstand an die Baumaschine
übertragene Steuerdaten einen Berechtigungsnachweis umfassen bzw. wenigstens zu Beginn
einer Kommunikation über die Steuermodusübertragungsverbindung und/oder zu Beginn
eines Empfangs eines neuen Steuerbefehls das Übersenden eines solchen Berechtigungsnachweises
vom Leitstand, insbesondere über die Steuermodusübertragungsverbindung, erfolgt. Die
von dem Berechtigungsnachweis umfassten Informationen können eine Benutzeridentität
und/oder -lokalisation, eine Leitstandidentität und/oder -lokalisation, eine Berechtigungsstufe
und/oder einen Berechtigungsumfang, eine Funktionsumfangsberechtigung etc. umfassen.
Diese können an der Baumaschine von der Baumaschinensteuereinheit geprüft werden.
[0044] Es ist vorteilhaft, wenn wenigstens im Schritt b) die über die Steuermodusübertragungsverbindung
übertragenen Steuerdaten und/oder Zustandsdaten wenigstens teilweise über eine satellitengestützte
Datenübertragungsverbindung zwischen dem Leitstand und der Baumaschine übertragen
werden. Die Nutzung derartiger Datenübertragungsverbindungen ist zwar in der Regel
vergleichsweise kostenintensiv. Allerdings zeichnen sich solche Datenübertragungsverbindungen
häufig nicht nur durch ihre praktisch globale Reichweite aus, sondern auch durch ihre
vergleichsweise geringe Latenz und ihre möglichen hohen Übertragungsraten und/oder
möglichen großen Bandbreite gegenüber konventionellen Datenübertragungsverbindungen
zum vorliegenden Einsatz zur Kommunikation zwischen dem Leitstand und der Baumaschine
aus.
[0045] Es kann vorgesehen sein, dass während des Vorliegens einer aktivierten Steuermodusübertragungsverbindung
im Steuermodus parallel Daten, insbesondere wenigstens ein Teil der Zustandsdaten
der Baumaschine, über die Überwachungsmodusübertragungsverbindung übertragen werden.
In diesem Fall erfolgt somit eine parallele Datenübertragung über beide Datenübertragungsverbindungen.
In diesem Fall kann es bevorzugt sein, dass die Kommunikation bzw. Datenübertragung
von dem Leitstand zur Baumaschine ausschließlich über die Steuermodusübertragungsverbindung
erfolgt. Es ist ferner ergänzend oder alternativ bevorzugt, wenn sicherheitsrelevante
Zustandsdaten, insbesondere Bild- und Videodaten, ganz besonders exklusiv, über die
Steuermodusübertragungsverbindung von der Baumaschine an die Leitstelle übermittelt
werden und die über die Überwachungsmodusübertragungsverbindung übermittelten Daten
sich auf Zustandsdaten beschränken, die nicht akut sicherheitsrelevant sind und/oder
auch verzögerte Reaktionen vom Leitstand aus erlauben. Konkret können dies beispielsweise
Füllstand- und/oder Ladestanddaten der Baumaschine sein, da sich diese regelmäßig
nur vergleichsweise langsam verändern. Es versteht sich allerdings, dass die Zuordnung,
welche Art von Zustandsdaten als nicht akut sicherheitsrelevant betrachtet werden,
abhängig vom aktuellen Einsatzszenario und/oder vom Typ der Baumaschine und/oder vom
aktuellen Aktivierungsereignis variieren kann.
[0046] Alternativ zur vorhergehenden Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens ist
es allerdings auch möglich, dass während eines Betriebs der Baumaschine im Steuermodus
gemäß dem Schritt b) ein vollständiges Abschalten bzw. Deaktivieren bzw. Ignorieren
der Überwachungsmodusübertragungsverbindung und die Kommunikation zwischen dem Leitstand
und der Baumaschine exklusiv über die leistungsfähigere Steuermodusübertragungsverbindung
erfolgt.
[0047] Auf Baustellen, insbesondere Straßenbaustellen, werden häufig gleichzeitig mehr als
eine Baumaschine betrieben. Bei einem solchen Betriebsszenario treten die Vorteile
der Erfindung besonders deutlich hervor, insbesondere, wenn gleichzeitig mehr als
eine hochautomatisiert, insbesondere autonom, selbstfahrende Baumaschine betrieben
werden. Es ist dann bevorzugt, wenn im Überwachungsmodus gemäß Schritt a) parallel
mehrere Baumaschinen Zustandsdaten an den einen Leitstand übermitteln und bei einer
Aktivierung des Steuermodus eine der mehreren Baumaschinen, konkret insbesondere nur
diejenige Baumaschine, bei der ein Aktivierungsereignis aufgetreten und ermittelt
worden ist bzw. die von einem solchen betroffen ist, gemäß Schritt b) in den Steuermodus
umschaltet und die übrigen der mehreren Baumaschinen aber weiterhin im Überwachungsmodus
gemäß Schritt a) betrieben werden. Auf diese Weise kann die Steuerdatenübertragungsleitung
besonders effizient für die eine vom Aktivierungsereignis betroffene Baumaschine genutzt
werden und die weiteren Baumaschinen können weiterhin im Überwachungsmodus mit einer
über die Überwachungsübertragungsleitung erfolgenden Kommunikation betrieben werden.
[0048] Es kann vorgesehen sein, dass bei einer Aktivierung des Steuermodus der einen der
mehreren Baumaschinen gemäß Schritt b) eine Übermittlung einer Statusmitteilung an
die übrigen der mehreren Baumaschinen erfolgt. Die Statusmitteilung kann insbesondere
die Information umfassen, dass bei dieser Baumaschine ein Aktivierungsereignis aufgetreten
ist und/oder diese aktuell im Steuermodus betrieben wird. Die Übermittlung dieser
Statusmittelung kann über eine direkte Kommunikationsverbindung zwischen den einzelnen
Baumaschinen, über ein lokales Kommunikationsnetzwerk, über das die einzelnen Baumaschinen
miteinander kommunizieren, und/oder über die Überwachungsmodusübertragungsverbindung
(die in diesem Fall bidirektional ausgeführt ist) und/oder über die Steuermodusübertragungsverbindung
erfolgen. Es ist möglich, dass diejenigen Baumaschinen, die weiterhin im Überwachungsmodus
betrieben werden bzw. bei denen das Aktivierungsereignis nicht aufgetreten ist, nach
dem Empfang der jeweiligen Statusmitteilung hinsichtlich wenigstens eines Betriebsparameters
in einem Schutzbetriebsmodus gegenüber einem Normalbetriebsmodus in einem beschränkten
Umfang betrieben werden. Dies kann von der jeweiligen Baumaschinensteuereinheit dieser
Baumaschinen gesteuert werden. Diese Umfangsbeschränkung kann beispielsweise die lokale
Definition eines zulässigen Arbeits- und/oder Bewegungsareals der Baumaschine und/oder
einer maximal zulässigen Fahrgeschwindigkeit und/oder einer maximal zulässigen Arbeitsintensität
eines Arbeitsaggregates, wie beispielsweise eines Schwingungserregers, etc. betreffen.
Auf diese Weise kann erreicht werden, dass Baumaschinen, die sich im Umfeld einer
defekten Baumaschine, insbesondere hochautomatisiert, ganz besonders autonom, selbstfahrend
bewegen, sicherer betrieben werden können. Es ist möglich, dass diese Beschränkung
des Betriebs zentral vom Leitstand und/oder durch einzelne der Baumaschinensteuereinheiten
aufgehoben wird, selbst dann, wenn sich die eine von dem Aktivierungsereignis betroffene
Baumaschine noch im Steuermodus befindet. Ergänzend oder alternativ kann es auch vorgesehen
sein, dass die eine von dem Aktivierungsereignis betroffenen Baumaschine nach einer
Beseitigung/Behebung der dem Aktivierungsereignis zu Grunde liegenden Ursache erneut
eine aktualisierte Statusmittelung in der vorstehend beschriebenen Weise an die weiteren
Baumaschinen übermittelt. Dies kann eine Rückkehr mehrerer und insbesondere aller
Baumaschinen in den Überwachungsmodus und/oder den Normalbetriebsmodus auslösen.
[0049] Bei einer Aktivierung des Steuermodus der einen der mehreren Baumaschinen gemäß Schritt
b) ist es möglich, dass weitere der mehreren Baumaschinen angehalten und/oder abgeschaltet
werden. Dies kann durch eine Übermittlung eines oder mehrerer Steuerbefehle über die
Überwachungsmodusübertragungsverbindung und/oder unter zumindest übergangsweiser Nutzung
der Steuermodusübertragungsverbindung erfolgen. Dieser angehaltene und/oder abgeschaltete
Zustand kann zumindest solange aufrechterhalten werden, bis die eine der mehreren
Baumaschinen wieder in den Überwachungsmodus zurückgekehrt ist und/oder beispielsweise
eine definierte Parkposition erreicht hat und/oder eine aktive Freigabe über den Leitstand
erfolgt ist. Die Übermittlung auch dieser Information bzw. eines entsprechenden Steuerbefehls
kann durch eine Übermittlung eines oder mehrerer Steuerbefehle über die Überwachungsmodusübertragungsverbindung
und/oder unter zumindest übergangsweiser Nutzung der Steuermodusübertragungsverbindung
erfolgen.
[0050] Die vorstehend beschriebenen möglichen Auswirkungen der Umschaltung einer der Baumaschinen
in den Steuermodus auf die weiteren Baumaschinen können abhängig vom aktuellen Aktivierungsereignis
variieren. Je gravierender beispielsweise das Aktivierungsereignis der einen Baumaschine
ist, desto umfassender können auch die Auswirkungen auf den Betrieb der weiteren Baumaschinen
sein und umgekehrt. Besteht beispielsweise eine akute von der Baumaschine, die von
dem Aktivierungsereignis betroffen ist, ausgehende Gefahr, kann es vorteilhaft sein,
den Betrieb der weiteren Baumaschinen kontrolliert einzustellen. Handelt es sich bei
dem Aktivierungsereignis dagegen eher um ein beispielsweise nicht sicherheitsrelevantes
Ereignis, beispielsweise um einen marginalen Leistungsabfall, einen zu niedrigen Füllstand
eines Betriebsfluids etc., kann es vorgesehen sein, dass dies gar keine Auswirkung
auf den Betrieb der weiteren Baumaschinen hat. Zur Zuordnung, welche Eskalationsgrade
an Auswirkung ein Aktivierungsereignis einer der Baumaschine auf die weiteren der
Baumaschinen hat, kann es vorgesehen sein, dass die Baumaschinensteuereinheiten und/oder
die Leitstandsteuereinheit beispielsweise eine Aktivierungsereignisbibliothek umfasst,
in der solche Zuordnung vorab definiert sind. Ergänzend oder alternativ kann hierzu
auch auf einen oder mehrere KI-Algorithmen und/oder maschinelles Lernen zurückgegriffen
werden.
[0051] Weiter ergänzend oder alternativ ist es auch möglich, dass für den Fall, wenn die
Steuermodusübertragungsverbindung im Schritt b) und/oder die Überwachungsmodusübertragungsverbindung
im Schritt a) von der einen Baumaschine der mehreren Baumaschinen, insbesondere dann,
wenn sie von einem Aktivierungsereignis betroffen ist, nicht hergestellt werden kann,
die eine Baumaschine eine Signalübertragungsverbindung zu einer der mehreren anderen
Baumaschinen herstellt und diese als Zwischenglied zur Herstellung der Steuermodusübertragungsverbindung
nutzt. In diesem Fall kann es vorgesehen sein, dass diese als Datenübertragungszwischenglied
wirkende Baumaschine dann, wenn es sich hierbei ebenfalls um eine, insbesondere hochautomatisiert,
besonders autonom, selbstfahrende Baumaschine handelt, wiederum ihren Arbeitsbetrieb
einstellt und/oder sich lokal der von dem Aktivierungsereignis betroffenen Baumaschine
annähert.
[0052] Ein weiterer Aspekt der Erfindung betrifft eine Einrichtung zum Durchführen eines
Arbeitseinsatzes wenigstens einer, insbesondere hochautomatisiert, ganz besonderes
autonom, selbstfahrenden Baumaschine von einem entfernt zur Baumaschine lokalisierten
Leitstand. Diese Einrichtung bzw. das die wenigstens eine Baumaschine und den Leitstand
umfassende Gesamtsystem kann insbesondere zur Durchführung eines erfindungsgemäßen
Verfahrens ausgebildet sein.
[0053] Die Einrichtung umfasst wenigstens eine, insbesondere hochautomatisiert, ganz besonderes
autonom, selbstfahrende Baumaschine. Teil der Baumaschine ist eine Sensoreinrichtung
zur Erfassung von Zustandsdaten der Baumaschine, insbesondere im Betrieb der Baumaschine.
Die Sensoreinrichtung kann dazu einen oder mehrere geeignete Sensoren umfassen, wie
vorstehend bereits zum erfindungsgemäßen Verfahren beschrieben, worauf insbesondere
auch an dieser Stelle Bezug genommen wird. Die Baumaschine kann ferner eine Baumaschinensteuereinheit
aufweisen, an die die Sensoreinrichtung die von dem wenigstens einen oder den mehreren
Sensoren erfassten Zustandsdaten übermittelt, beispielsweise mittels einer oder mehrerer
kabelgebundener und/oder kabelloser Datenübertragungsverbindungen innerhalb der Baumaschine.
Die Baumaschinensteuereinheit kann zur Erzeugung eines oder mehrerer, insbesondere
autonomer, Steuerbefehle der Baumaschine ausgebildet sein.
[0054] Teil der Einrichtung ist ferner ein entfernt zur Baumaschine lokalisierter Leitstand
zur Überwachung des Betriebs der wenigstens einen Baumaschine. Bei dem Leitstand kann
es sich insbesondere um eine Teleoperationseinrichtung bzw. einen Teleoperationsarbeitsplatz
mit einem, insbesondere humanen, Teleoperator handeln. Die Teleoperationseinrichtung
kann insbesondere auch zur gleichzeitigen Überwachung mehrerer, insbesondere hochautomatisiert,
ganz besonderes autonom, selbstfahrender Baumaschinen geeignet sein. Die erfindungsgemäße
Einrichtung kann somit neben dem einen Leitstand auch gleichzeitig mehrere Baumaschinen
umfassen. Vom Leitstand kann eine Leitstandsteuereinheit umfasst sein, die beispielsweise
zur Übermittlung manuell an dem Leitstand eingegebener Steuerbefehle mithilfe einer
geeigneten Kommunikationseinrichtung an die wenigstens eine Baumaschine ausgebildet
ist.
[0055] Es kann eine Überwachungsmodusübertragungsverbindung von der Einrichtung umfasst
sein, über die von der Sensoreinrichtung erfasste Zustandsdaten der Baumaschine an
den Leitstand im Betrieb der wenigstens einen Baumaschine übertragen werden. Auf diese
Weise kann somit ein entfernt von der Baumaschine lokalisierter Teleoperator am Leitstand
den aktuellen Betrieb der Baumaschine anhand am Leitstand verfügbarer Zustandsdaten
der Baumaschine prüfen und überwachen, auch wenn diese insbesondere hochautomatisiert,
ganz besonderes autonom, betrieben wird und dabei selbständig Fahrbewegungen und/oder
Arbeitsaufgaben durchführt. Zu möglichen Ausbildungsdetails der Überwachungsmodusübertragungsverbindung
wird insbesondere auch auf die vorhergehenden Angaben zum erfindungsgemäßen Verfahren
Bezug genommen und diese für sich oder in Kombination miteinander in Bezug genommen.
Die Überwachungsmodusübertragungsverbindung kann somit primär im Normalbetrieb der
Baumaschine bzw., wenn diese in einem Überwachungsmodus, insbesondere wie zu erfindungsgemäßen
Verfahren definiert, betrieben wird, eine Möglichkeit zu Verfügung stellen, den Betrieb
der Baumaschine wenigstens teilweise vom Leitstand aus zu überwachen bzw. nachzuvollziehen.
[0056] Es kann nun vorgesehen sein, dass die Einrichtung ferner eine Steuermodusübertragungsverbindung
umfasst. Diese kann insbesondere zur Übertragung von Steuerdaten von dem Leitstand
an die wenigstens eine Baumaschine ausgebildet sein. Sie kann auch zur Übertragung
von Überwachungsdaten und/oder Zustandsdaten von der Baumaschine an den Leitstand
genutzt werden. Wesentlich ist, dass die Nutzung der Steuermodusübertragungsverbindung
auf einen Betrieb der Einrichtung in einem Steuermodus beschränkt sein kann, insbesondere
einen Steuermodus, wie zum erfindungsgemäßen Verfahren definiert. Mit einer Umschaltung
der Betriebs der Einrichtung vom Überwachungsmodus in den Steuermodus kann somit eine
Umschaltung von der Überwachungsmodusübertragungsverbindung auf die Steuermodusübertragungsverbindung
und/oder zumindest eine Aktivierung und eine ergänzend zur Überwachungsmodusübertragungsverbindung
erfolgende Kommunikation über die Steuermodusübertragungsverbindung vorgesehen sein.
[0057] Bei der Steuermodusübertragungsverbindung kann es sich insbesondere um eine Datenübertragungsverbindung
handeln, die gegenüber der Überwachungsmodusübertragungsverbindung eine geringere
Latenz und/oder eine höhere Datenübertragungsrate aufweist. Zu möglichen Ausbildungsdetails
der Steuermodusübertragungsverbindung wird insbesondere auch auf die vorhergehenden
Angaben zum erfindungsgemäßen Verfahren Bezug genommen und für sich oder in Kombination
miteinander in Bezug genommen.
[0058] Konkret kann dies bedeuten, dass die Steuermodusübertragungsverbindung beispielsweise
derart ausgebildet ist, dass ihre Latenz zwischen einem Signalausgang/-eingang am
Leitstand und einem Signaleingang/-ausgang an der wenigstens einen Baumaschine maximal
500ms, insbesondere maximal 250ms, ganz besonders maximal 50ms und idealerweise maximal
10ms beträgt.
[0059] Die Latenz der Überwachungsmodusübertragungsverbindung kann dagegen erheblich größer
sein. Beispielsweise ist es vorteilhaft, wenn die Latenz der Überwachungsübertragungseinrichtung
minimal 1s, insbesondere minimal 2s, beträgt.
[0060] Ergänzend oder alternativ kann die Steuermodusübertragungsverbindung derart ausgebildet
sein, dass ihre Datenübertragungsrate zwischen einem Signalausgang/-eingang am Leitstand
und einem Signaleingang/-ausgang an der wenigstens einen Baumaschine wenigstens beispielsweise
wenigstens 1Mbit/s beträgt. Die Steuermodusübertragungsverbindung kann somit beispielsweise
auch derart ausgebildet sein, dass sie, da es sich hier um eine teleoperative Datenleitung
handeln kann, beispielsweise eine Datenübertragungsrate von wenigstens 50Mbit/s, insbesondere
von wenigstens 100Mbit/s, aufweist. Bei einer Bild- bzw. Videoübertragung von der
Baumaschine zum Leitstand kann es bevorzugt sein, wenn die Datenübertragungsrate wenigstens
so hoch ist, dass eine Übertragung von 30 Bildern pro Sekunde (fps = frames per second)
möglich ist. Auch wenn dies offensichtlich auch von der Anzahl der bildaufnehmenden
Einheiten und/oder der Bildaufnahmequalität abhängt, ändert dies nichts daran, dass
eine Übertragungsrate für ein und dasselbe Bildaufnahmesystem von maximal 2 Bildern
pro Sekunde für die Überwachungsmodusübertragungsverbindung ausreichend ist, wohingegen
die Steuermodusübertragungsverbindung eine Übertragungsrate aufweisen sollte, die
auf der Grundlage desselben Bildaufnahmesystems eine Übertragungsrate aufweist, mit
der eine Übertragung von wenigstens 30 Bildern pro Sekunde von der Baumaschine hin
zum Leitstand möglich ist.
[0061] Für die Überwachungsmodusübertragungsverbindung kann es dagegen ausreichend sein,
dass die Datenübertragungsrate maximal 500kbit/s, insbesondere 100kbit/s, oder sogar
noch deutlich weniger beträgt.
[0062] Die Steuermodusübertragungsverbindung kann hinsichtlich ihrer Bandbreite üblicherweise
systembedingt vorgegeben sein.
[0063] Es ist vorteilhaft, wenn die wenigstens eine Baumaschine eine Baumaschinensteuereinheit
aufweist. Hierbei kann es sich um eine Computereinrichtung mit einem oder mehrere
Computerprogrammen handeln, die insbesondere auch zur Durchführung hochautomatisierter,
ganz besonderes autonomer, Fahr- und/oder Arbeitsfunktionen der Baumaschine ausgebildet
sind. Die Baumaschinensteuereinheit kann zudem dazu ausgebildet sein, die Übermittlung
von Überwachungsdaten im Überwachungsmodus über die Überwachungsmodusübertragungsverbindung
zu steuern.
[0064] Es ist weiter ergänzend oder alternativ möglich, dass die Baumaschinensteuereinheit
ein oder mehrere Module, insbesondere in Form wenigstens eines oder mehrerer Computerprogramme,
aufweist. Ein Modul bezeichnet vorliegend insbesondere eine Funktionseinheit zur Durchführung
einer oder mehrerer Funktionen, insbesondere mithilfe eines oder mehrerer Computerprogramme.
[0065] Hierbei kann es sich beispielsweise um ein Prüfmodul handeln, welches insbesondere
dazu ausgebildet sein kann, im Betrieb der Baumaschine im Überwachungsmodus oder zumindest
zu Beginn eines solchen Betriebs zu prüfen, ob eine Steuermodusübertragungsverbindung
verfügbar ist oder nicht. Dies kann konkret beispielsweise durch eine Testübertragung
eines Verfügbarkeitssignals über die Steuermodusübertragungsverbindung und/oder die
Auswertung eines von dem Leitstand über die Steuermodusübertragungsverbindung übermittelten
Verfügbarkeits- und/oder Antwortsignals erfolgen.
[0066] Ergänzend oder alternativ kann die Baumaschinensteuereinheit ein De- und/oder Komprimiermodul
umfassen. Dieses kann zum Komprimieren von an die Leitstandsteuereinheit zu übermittelnden
Daten und/oder zum Dekomprimieren von komprimierten Daten, die von dem Leitstand empfangen
wurden, ausgebildet sein. Ergänzend oder alternativ kann auch ein Ver- und/oder Entschlüsselungsmodul
zum Verschlüsseln von an die Baumaschine zu übertragenden und/oder zum Entschlüsseln
von verschlüsselten Daten, die vom Leitstand empfangen worden sind, vorgesehen sein.
[0067] Die Baumaschinensteuereinheit kann weiter ergänzend oder alternativ ein Auswertemodul
umfassen, das beispielsweise in der Weise ausgebildet sein kann, dass es an der Baumaschine,
insbesondere von der Sensoreinrichtung, gewonnene Zustandsdaten auswertet und beispielsweise
auf das Vorliegen und/oder Nichtvorliegen eines Aktivierungsereignisses hin prüft.
Dies kann anhand vom Auswertemodul umfasster Ereignisbibliotheken und/oder mithilfe
einer Plausibilitätskontrolle, bei der beispielsweise geprüft wird, ob eine oder mehrere
verfügbare Zustandsdaten plausibel, beispielsweise innerhalb möglicher und/oder, ganz
besonders relativ zueinander, sinnvoller Bereiche und/oder innerhalb berechtigter
Grenzen liegen oder nicht, erfolgen.
[0068] Weiter ergänzend oder alternativ kann die Baumaschinensteuereinheit ein Betriebssteuermodul
umfassen, das derart ausgebildet ist, dass es eine hochautomatisierte, ganz besonders
autonome, Steuerung von Fahr- und/oder Lenk- und/oder Arbeitsfunktionen der Baumaschine
steuert. Dazu kann es vorgesehen sein, dass das Betriebssteuermodul insbesondere derart
ausgebildet ist, dass es in Abhängigkeit von einem oder mehrere Zustandsdaten selbsttätig
entsprechende Steuerbefehle zur Durchführung von Fahr- und/oder Lenk- und/oder Arbeitsfunktionen
der Baumaschine erzeugt und innerhalb der Baumaschine zur Durchführung übermittelt.
[0069] Weiter ergänzend oder alternativ kann die Baumaschinensteuereinheit ein Umschaltmodul
umfassen, welches ein Um- und/oder Hinzuschalten der Steuermodusübertragungsverbindung
bei einem Vorliegen eines Aktivierungsereignisses und/oder einer Prüfung eines Vorliegens
einer Steuermodusübertragungsverbindung steuert und/oder auswertet. Weiter ergänzend
oder alternativ ist es beispielsweise auch möglich, dass das Umschaltmodul derart
ausgebildet ist, dass es bei einer Aktivierung der Steuermodusübertragungsverbindung
die Überwachungsmodusübertragungsverbindung deaktiviert und/oder sperrt und/oder einen
zueinander parallelen Betrieb der beiden Übertragungsverbindungen steuert und/oder
koordiniert. Dies kann insbesondere ein Zuordnen von verfügbaren Zustandsdaten der
Baumaschine zu der Steuermodusübertragungsverbindung und/oder der Überwachungsmodusübertragungsverbindung
umfassen.
[0070] Die Baumaschinensteuereinheit kann auch ein Berechtigungsprüfmodul umfassen, dass
derart ausgebildet sein kann, dass es eine Kommunikation der Baumaschine mit dem Leitstand,
insbesondere der Leitstandsteuereinheit, auf eine oder mehrere Berechtigungen hin
prüft, beispielsweise in Bezug auf eine Berechtigung eines Leitstandes an sich und/oder
einer Bedienperson eines Leitstandes. Ergänzend oder alternativ kann es vorgesehen
sein, dass das Berechtigungsprüfmodul prüft, ob es sich bei einzelnen oder mehreren
der vom Leitstand empfangenen Steuerdaten bzw. den damit verbundenen Steuerbefehlen
um berechtigte Steuerdaten und/oder Steuerbefehle handelt oder nicht und im Fall unberechtigter
Steuerbefehle und/oder Steuerdaten diese beispielsweise nicht ausführt und/oder unterdrückt
und/oder eine entsprechende Rückmeldung an den Leitstand übermittelt, insbesondere
über die Steuermodusübertragungsverbindung und/oder die Überwachungsmodusübertragungsverbindung.
[0071] Die Baumaschinensteuereinheit kann weiter ergänzend oder alternativ ein Dokumentationsmodul
umfassen, welches zur wenigstens teilweisen und insbesondere vollständigen Dokumentation
insbesondere der mit dem Leitstand und/oder anderen Baumaschinen ausgetauschten Daten
ausgebildet ist und hierzu beispielsweise eine geeignete Speichereinrichtung umfassen
kann oder zumindest mit einer solchen in Verbindung steht. Das Dokumentationsmodus
kann ergänzend oder alternativ auch zur Speicherung baumaschineninterner Daten, die
nicht an den Leitstand und/oder eine oder mehrere andere Baumaschinen übermittelt
und/oder von diesem empfangen worden sind, ausgebildet sein.
[0072] Die Baumaschinensteuereinheit kann schließlich weiter ergänzend oder alternativ auch
ein Umfeldüberwachungsmodul umfassen. Dieses kann beispielsweise derart ausgebildet
sein, dass es auf der Grundlage von Zustandsdaten ermittelt, ob die Baumaschine an
sich und/oder in Bezug auf ihr Umfeld sicher betrieben werden kann und/oder ob eine
Gefahr für die Baumaschine selbst und/oder das Umfeld der Baumaschine aufgrund des
aktuellen Zustandes der Baumaschine besteht. Derartige Gefahren können beispielsweise
insbesondere potentielle Kollisionsrisiken, die Anwesenheit eines oder mehrerer Personen
im Umfeld der Baumaschine etc. sein. Insbesondere beispielsweise zur Hindernis- und/oder
Personenidentifikation kann das Umfeldüberwachungsmodul eine geeignete Bildverarbeitungssoftware
etc. umfassen.
[0073] Es ist ergänzend oder alternativ vorteilhaft, wenn der wenigstens eine Leitstand
eine Leitstandsteuereinheit aufweist. Auch hierbei kann es sich um eine Computereinrichtung
mit einem oder mehreren Computerprogrammen handeln, die insbesondere auch zur Durchführung
von Überwachungsfunktionen und/oder -aufgaben ausgebildet sind. Die Leitstandsteuereinheit
kann zudem dazu ausgebildet sein, die Übermittlung von Steuerdaten im Steuermodus
über die Steuermodusübertragungsverbindung zu steuern.
[0074] Hierzu kann die Leitstandsteuereinheit ein oder mehrere Module, insbesondere in Form
wenigstens eines oder mehrerer Computerprogramme, aufweisen.
[0075] So kann die Leitstandsteuereinheit beispielsweise derart ausgebildet sein, dass sie
ein Prüfmodul umfasst. Dies kann insbesondere derart ausgebildet sein, dass es im
laufenden Betrieb der Baumaschine prüft, und/oder überwacht, ob die Überwachungsmodusübertragungsverbindung
funktionsfähig ist bzw. Zustandsdaten über diese Übertragungsverbindung empfangen
werden und/oder die Steuerdatenübertragungsverbindung verfügbar ist oder nicht. Dies
kann beispielweise derart erfolgen, dass eine Testübertragung eines Verfügbarkeitssignals
über die Überwachungsmodusübertragungsverbindung erfolgt bzw. eine solches Verfügbarkeitssignal
in regelmäßigen Abständen von der Baumaschine unabhängig zur Übermittlung weiterer
Zustandsdaten übertragen wird. Ergänzend oder alternativ kann das Prüfmodul auch dazu
ausgebildet sein, die Verfügbarkeit der Steuermodusübertragungsverbindung zu prüfen.
Dazu kann es vorgesehen sein, dass die Leitstandsteuereinheit in regelmäßigen Abständen
ein Verfügbarkeitssignal über die Steuermodusübertragungsverbindung an die Baumaschine
absendet, dadurch ein Antwortsignal anfordert und den Empfang dieses Antwortsignals,
sei es über die Steuermodusübertragungsverbindung und/oder die Überwachungsmodusübertragungsverbindung
abwartet und prüft.
[0076] Die Leitstandsteuereinheit kann ein De-/Komprimiermodul und/oder ein Ver-/Entschlüsselungsmodul
umfassen, insbesondere zum Komprimieren und/oder Verschlüsseln von an die Baumaschine,
insbesondere über die Steuermodusübertragungsverbindung, zu übertragenden Daten und/oder
zum Dekomprimieren und/oder Entschlüsseln von komprimierten und/oder verschlüsselten
von der Baumaschine empfangenen Daten, insbesondere von Zustandsdaten.
[0077] Teil der Leitstandsteuereinheit kann ein Auswertemodul sein. Dieses kann dazu ausgebildet
sein, auf der Grundlage von über die Überwachungsmodusübertragungsverbindung von der
Baumaschine erhaltenen Zustandsdaten zu prüfen, ob ein Aktivierungsereignis vorliegt
oder nicht. Dies kann ausschließlich auf der Grundlage von Zustandsdaten erfolgen
und/oder alternativ unter weiterer Berücksichtigung zusätzlicher Informationen und/oder
Prüfparameter, wie beispielsweise einer Plausibilitätskontrolle. Die Plausibilitätskontrolle
kann beispielsweise eine Prüfung dahingehend umfassen, dass eine Entwicklung von Zustandsdaten
und/oder das Verhältnis von Zustandsdaten zueinander sinnvoll und realistisch ist
oder nicht. Zur Identifikation des Vorliegens eines Auslöseereignis kann es vorgesehen
sein, dass die Leitstandsteuereinheit eine Datenbank bzw. Bibliothek mit durch einen
oder mehrere Grenzwerte und/oder Bereiche etc. definierten Auslöseereignissen umfasst.
[0078] Die Leitstandsteuereinheit kann ergänzend oder alternativ ein Berechtigungsprüfmodul
umfassen. Dieses kann derart ausgebildet sein, dass es eine Kommunikation des Leitstandes
mit der Baumaschine, insbesondere der Baumaschinensteuereinheit, auf eine oder mehrere
Berechtigungen hin prüft, beispielsweise in Bezug auf eine Berechtigung einer Baumaschine
an sich und/oder eine Berechtigung einer Bedienperson des Leitstandes.
[0079] Teil der Leitstandsteuereinheit kann ein Dokumentationsmodul sein, welches zur wenigstens
teilweisen und insbesondere vollständigen Kommunikation mit der Baumaschine ausgebildet
ist. Es kann zum Speichern von Daten, insbesondere Zustandsdaten, die von der Baumaschine
empfangen worden sind, und/oder von Daten betreffend Eingaben eines Bedieners der
Leitstandes und/oder von Daten, insbesondere Steuerdaten, die von dem Leitstand an
die Baumaschine übermittelt worden sind, ausgebildet sein. Hierzu kann die Leitstandsteuereinheit
beispielsweise eine geeignete Speichereinrichtung umfassen oder zumindest mit einer
solchen in Verbindung stehen.
[0080] Ein weiteres ergänzend oder alternativ von der Leitstandsteuereinheit umfasstes Modul
kann ein Umfeldüberwachungsmodul sein. Dieses kann dazu ausgebildet sein, auf der
Grundlage der von der Baumaschinen empfangenen Zustandsdaten das Umfeld der Baumaschine,
insbesondere im Hinblick auf bestehende Kollisionsrisiken etc., zu überwachen. Dabei
kann es insbesondere auch vorgesehen sein, dass die Leitstandsteuereinheit hierzu
auch Zustandsdaten berücksichtigt, die sie von anderen als der einen Baumaschinen
bzw. von gegenüber der einen Baumaschine zusätzlichen Baumaschinen erhalten hat.
[0081] Bei der Steuermodusübertragungsverbindung handelt es sich, wie vorstehend bereits
erwähnt, um eine Übertragungsverbindung mit einer gegenüber der Überwachungsmodusübertragungsverbindung
vergleichsweise geringen Latenz und/oder einer vergleichsweise hohen Datenübertragungsrate.
Entsprechend kann es insbesondere bevorzugt sein, wenn die Steuermodusübertragungsverbindung
beispielsweise eine exklusive Datenübertragungsverbindung zwischen dem Leitstand und
der Baumaschine ist, wie sie beispielsweise im Vorfeld bei einem oder mehreren Serviceanbietern
gebucht werden kann. Ergänzend oder alternativ kann es auch vorgesehen sein, dass
eine Option bevorzugter Datenübertragung bei einem solchen Serviceanbieter gebucht
wird. Sowohl die Steuermodusübertragungsverbindung als auch die Überwachungsmodusübertragungsverbindung
können wenigstens abschnittsweise als eine erdkabelgebundene, beispielsweise Glasfaser,
eine drahtlose, beispielsweise über ein lokales Wifi und/oder 5G und/oder satellitengestützte,
oder sonstige geeignete Datenübertragungsverbindung ausgebildet sein. Dabei kann es
beispielsweise auch vorgesehen sein, dass sowohl die Steuermodusübertragungsverbindung
als auch die Überwachungsmodusübertragungsverbindung wenigstens teilweise über dieselben
Wegstrecken verlaufen oder auf zueinander verschiedenen Wegstrecken. Es können lokale
Übertragungssysteme, wie beispielsweise Bluetooth, 5G-Campusnetzwerke etc., mit eingebunden
sein.
[0082] Der Leitstand und die Baumaschine können derart ausgebildet sein, dass sie im Steuermodus
Daten über die Steuermodusübertragungsverbindung bidirektional austauschen. Auf diese
Weise ist es beispielsweise auch möglich, dass die Einrichtung im Steuermodus derart
betrieben wird , dass der Leitstand und die Baumaschine exklusiv über die Steuermodusübertragungsverbindung
miteinander kommunizieren und dazu Daten miteinander austauschen.
[0083] Die Überwachungsmodusübertragungsverbindung bzw. die von ihr gebildete Datenübertragungsstrecke
ist bevorzugt derart ausgebildet, dass sie wenigstens abschnittsweise als eine erdkabelgestützte,
insbesondere glasfasergestützte, Datenübertragungsverbindung ausgebildet ist. Derartige
Datenübertragungsverbindungen sind vergleichsweise robust und erlauben in der Regel
preisgünstige Datenübertragungen. Dies kann beispielsweise auch unter wenigstens teilweiser
Einbindung einer 2G- oder 3G-Mobilfunkverbindung und/oder LoRaWAN erfolgen.
[0084] Es ist bevorzugt, wenn die Einrichtung derart ausgebildet ist, dass im Überwachungsmodus
und/oder im Steuermodus Daten über die Überwachungsmodusübertragungsverbindung ausschließlich
unidirektional von der Baumaschine zum Leitstand übertragen werden. Insbesondere für
den Betrieb im Steuermodus kann dies bedeuten, dass Zustandsdaten der Baumaschine
auch gleichzeitig über die Überwachungsmodusübertragungsverbindung und die Steuermodusübertragungsverbindung
von der Baumaschine an den Leitstand übertragen werden, Steuerdaten vom Leitstand
an die Baumaschine aber exklusiv nur über die Steuermodusübertragungsverbindung vom
Leitstand an die Baumaschine übertragen werden. Bei den im Steuermodus über die Überwachungsmodusübertragungsverbindung
von der Baumaschine an den Leitstand übertragenen Zustandsdaten kann es sich insbesondere
um Zustandsdaten handeln, die sich üblicherweise vergleichsweise langsam ändern und/oder
die nicht sicherheitsrelevant sind. Dies können beispielsweise maschineninterne Betriebsparameter,
wie beispielsweise ein Füllstand etc., maschinenexterne Betriebsparameter, wie beispielsweise
klimatische Umgebungsbedingungen etc. sein. Es kann ergänzend oder alternativ vorgesehen
sein, dass bestimmte Zustandsparameter exklusiv und stets über die Steuermodusübertragungsverbindung
im Steuermodus übertragen werden. Hierbei kann es sich beispielsweise insbesondere
um sicherheitsrelevante Zustandsinformationen, wie beispielsweise Zustandsdaten zu
einer Umfeldüberwachung, beispielsweise in Form eines Videofeeds, etc. handeln. Ergänzend
oder alternativ kann es sich hierbei um den Fahr- und/oder Arbeitsbetrieb betreffende
Zustandsdaten handeln, beispielsweise eine aktuell einstellte Fahrstufe, eine Lenkart,
eine Vibrationsvoreinstellung, eine Steueransteuerung und/oder Berieselungseinstellungen,
Einstellungswerte eines oder mehrerer Assistenzsysteme, etc.
[0085] Grundsätzlich können die Leitstandsteuereinheit und/oder die Baumaschinensteuereinheit
insbesondere derart ausgebildet sein, dass sie einen Prozessor, einen Arbeitsspeicher
und jeweils wenigstens eine Kommunikationsvorrichtung, insbesondere mit einem Signaleingang
und mit einem Signalausgang, umfassen. Der Prozessor kann in Hardware, Firmware und/oder
einer Kombination aus Hardware und Software implementiert sein, die so programmiert
werden kann, dass sie eine oder mehrere der vorstehenden Funktionen ausführt. Der
Arbeitsspeicher kann einen Direktzugriffsspeicher (RAM), einen Festwertspeicher (ROM)
und/oder eine andere Art von dynamischer oder statischer Speichervorrichtung, die
Informationen und/oder Anweisungen zur Ausführung durch den Prozessor speichert, aufweisen.
Zur Herstellung der Überwachungsmodusübertragungsverbindung und/oder der Steuermodusübertragungsverbindung
können der Baumaschine und/oder der Leitstand eine oder mehrere Kommunikationsvorrichtungen
bzw. Sende- und/oder Empfangseinrichtungen umfassen, beispielsweise eine oder mehrere
Antennen. Diese können Komponenten für ein lokales Netzwerk (LAN) (z. B. eine Ethernet-Komponente),
Komponenten für ein drahtloses lokales Netzwerk (WLAN) (z. B. eine Wi-Fi-Komponente),
Komponenten für die Hochfrequenzkommunikation (HF-Kommunikation) (z. B. eine Bluetooth
®-Komponente), Komponenten zur Herstellung einer Datenübertragungsverbindung mit einem
Satellitenkommunikationssystem (zum Beispiel Starlink, OneWeb), wie beispielsweise
einer oder mehrerer geeigneter Sende- und/oder Empfangsantennen, Komponenten lokal
oder global genutzter Mobilfunknetze, wie beispielsweise 5G-Campusnetze und/oder 5G-Mobilfunk,
etc. sein. Es kann vorgesehen sein, dass eine oder mehrere der Antennen jeweils von
mehreren Verstärkern angesteuert wird. Es können je Antenne pro Übertragungsmedium
zum Beispiel spezifische Antennen vorgesehen sein, beispielsweise für Wifi 2,4GHz
und 5GHz. Es ist möglich, dass die eine oder mehreren Kommunikationsvorrichtungen
derart ausgebildet und betrieben werden, dass wenigstens eine Antenne für eine jeweilige
Datenübertragung das Frequenzband und/oder softwareseitig das Übertragungsprotokoll
wechselt. Wird beispielsweise eine WLAN-Übertragung genutzt, kann hier zwar bei einer
Umschaltung zwischen der Überwachungsmodusübertragungsverbindung und der Steuermodusübertragungsverbindung
auf ein gleiches Protokoll und/oder eine gleiche Antenne zurückgegriffen werden, das
Frequenzband aber gewechselt werden, beispielsweise zwischen 2,4GHz, 5GHz und 6GHz.
Bei der Verwendung von Mobilfunkfrequenzen kann es vorgesehen sein, dass ein Umschalten
im LTE-Standard (4G) vom Band 28 für die Überwachungsmodusübertragungsverbindung ins
Band 7 für die Steuermodusübertragungsverbindung erfolgt. Es kann speziell für die
Übertragung eines oder mehrerer Steuersignale zur Baumaschine vorgesehen sein, dass
Teil der Steuermodusübertragungsverbindung eine Funkstrecke nutzt.
[0086] Die Erfindung wird nachstehend anhand der in den Figuren gezeigten Ausführungsbeispiele
näher erläutert. Es zeigen schematisch:
- Fig. 1
- eine Ansicht auf eine Einrichtung zum Durchführen eines Arbeitseinsatzes wenigstens
einer hochautomatisiert, ganz besonderes autonom, selbstfahrenden Baumaschine von
einem entfernt zur Baumaschine lokalisierten Leitstand in einem Überwachungsmodus;
- Fig. 2
- eine Ansicht auf eine Einrichtung zum Durchführen eines Arbeitseinsatzes wenigstens
einer hochautomatisiert, ganz besonderes autonom, selbstfahrenden Baumaschine von
einem entfernt zur Baumaschine lokalisierten Leitstand wenigstens teilweise in einem
Steuermodus;
- Fig. 3
- eine Ansicht zur Veranschaulichung eines möglichen Aufbaus einer Baumaschine;
- Fig. 4
- eine Ansicht zur Veranschaulichung eines möglichen Aufbaus eines Leitstandes;
- Fig. 5
- ein Ablaufdiagramm eines Verfahrens zum Betrieb einer Einrichtung zum Durchführen
eines Arbeitseinsatzes einer hochautomatisiert, ganz besonderes autonom, selbstfahrenden
Baumaschine von einem entfernt zur Baumaschine lokalisierten Leitstand;
- Fig. 6
- eine Verlaufskurve des Betriebs einer Einrichtung in einem Überwachungsmodus und in
einem Steuermodus;
- Fig. 7A
- eine Verlaufskurve einer Datenübertragungsrate im Überwachungsmodus über eine Überwachungsmodusübertragungsverbindung
von einer Baumaschine zu einem Leitstand;
- Fig. 7B
- eine Verlaufskurve einer Datenübertragungsrate im Überwachungsmodus über die Überwachungsmodusübertragungsverbindung
aus Fig. 7A von dem Leitstand zu der Baumaschine;
- Fig. 8A
- eine Verlaufskurve einer Datenübertragungsrate im Steuermodus über eine Steuermodusübertragungsverbindung
von einer Baumaschine zu einem Leitstand;
- Fig. 8B
- eine Verlaufskurve einer Datenübertragungsrate im Steuermodus über die Steuermodusübertragungsverbindung
aus Fig. 8B von dem Leitstand zu der Baumaschine;
- Fig. 9
- eine Seitenansicht auf eine als Gummiradwalze ausgebildete Baumaschine;
- Fig. 10
- eine Seitenansicht auf eine als Müllverdichter ausgebildete Baumaschine;
- Fig. 11
- eine Seitenansicht auf eine als Walzenzug ausgebildete Baumaschine;
- Fig. 12
- eine Seitenansicht auf eine als Straßenfertiger ausgebildete Baumaschine; und
- Fig. 13
- eine Seitenansicht auf eine als Bodenfräsmaschine ausgebildete Baumaschine.
[0087] Gleiche beziehungsweise gleich wirkende Bauteile sind in den Figuren mit den gleichen
Bezugszeichen bezeichnet. Sich wiederholende Bauteile sind nicht notwendigerweise
in jeder Figur gesondert bezeichnet.
[0088] Fig. 1 zeigt eine Einrichtung 1 bzw. ein System zum Durchführen eines Arbeitseinsatzes
wenigstens einer, insbesondere hochautomatisiert, ganz besonderes wenigstens teilweise
und speziell voll autonom, selbstfahrenden Baumaschine 2 von einem entfernt zur Baumaschine
2 lokalisierten Leitstand 3. Die Einrichtung 1 umfasst wenigstens eine Baumaschine
2. Sie kann eine oder mehrere weitere Baumaschine 2A etc. aufweisen, wobei in der
Fig. 1 beispielhaft lediglich eine weitere Baumaschine 2A angegeben ist. Teil der
Einrichtung 1 ist ferner ein Leitstand 3.
[0089] Bei der oder den Baumaschinen 2, 2A etc. kann es sich um hochautomatisiert, ganz
besonderes autonom, selbstfahrende Baumaschinen 2 handeln. Derartige Baumaschinen
2 können jeweils eine Baumaschinensteuereinheit 4 umfassen, die im laufenden Betrieb
der jeweiligen Baumaschine 1 selbständig Fahrbefehle und/oder sonstige Steuerdaten
bzw. Steuerbefehle für einen Fahr- und/oder Arbeitsbetrieb der Baumaschine 2 erzeugen
kann. Mögliche Aufbaudetails einer solchen Baumaschine 2, 2A etc. werden in den nachstehenden
Figuren noch näher beschrieben.
[0090] Bei dem Leitstand 3 kann es sich um eine Bedienstelle fernab von der oder den Baumaschinen
2, 2A etc. handeln. Der Leitstand 3 kann somit auch als Teleoperationsarbeitsplatz
mit einer Bedienperson bzw. einem Teleoperator bezeichnet werden. Der Leitstand 3
kann sich dadurch auszeichnen, dass er nicht mit der Baumaschine 2 zusammen bewegt
wird und die Baumaschine 2 sich auch nicht in Sichtweite des Leitstandes 3 befindet,
sondern insbesondere an einer gänzlich anderen Örtlichkeit. Der Leitstand 3 kann mehrere
hundert oder mehr Kilometer von der oder den Baumaschinen 2, 2A, 2B etc. entfernt
sein. Der Leitstand 3 kann immobil bzw. ortsfest sein. Von dem Leitstand 3 kann ein
Bediener bzw. Teleoperator, wie nachstehend noch weiter beispielhaft aufgezeigt, Einfluss
auf den Betrieb der einen oder der mehreren Baumaschinen 2, 2A etc. nehmen. Mögliche
Aufbaudetails eines solchen Leitstandes 3 werden in den nachstehenden Figuren noch
näher beschrieben.
[0091] Gemäß der Fig. 1 kann die Einrichtung 1 derart ausgebildet sein, dass jede der Baumaschinen
2, 2A mit dem Leitstand 3 über wenigstens eine Überwachungsmodusübertragungsverbindung
6 in Kommunikationsverbindung steht bzw. mit diesem Daten uni- oder bidirektional
austauschen kann. Dazu kann es beispielsweise vorgesehen sein, dass die Baumaschinen
2, 2A jeweils eine Sendeeinrichtung 7 umfassen. Diese ist zur Aussendung von Zustandsdaten
der jeweiligen Baumaschine 2, 2A ausgebildet. Zur Übertragung dieser Zustandsdaten
kann die Überwachungsmodusübertragungsverbindung 6 zwischen einem Signalausgang an
der jeweiligen Baumaschine 2, 2A und einem Signaleingang an dem Leitstand 3 ein oder
mehrere Übertragungsstreckenabschnitte umfassen. Hierbei kann es sich beispielsweise,
wie beim Ausführungsbeispiel in der Fig. 1, um einen ersten Abschnitt 6.1, beispielsweise
in Form eines lokalen kabellosen Netzwerkes zwischen der jeweiligen Baumaschine 2,
2A etc. und einem Baustellenrouter 9, der beispielsweise durch ein lokales kabelloses
Netzwerk gebildet wird, und/oder um einen zweiten Abschnitt 6.2 zwischen dem Baustellenrouter
9 und dem Leitstand 3 handeln, der beispielsweise durch ein Erdkabel (Abschnitt mit
Erdkabel ist exemplarisch mit 6.3 angegeben), insbesondere beispielsweise ein Glasfaserkabel
oder ähnliches bereitgestellt werden kann. Im Ausführungsbeispiel gemäß der Fig. 1
handelt es sich bei den Überwachungsmodusübertragungsverbindungen 6 um unidirektionale
Datenübertragungsverbindungen. Es kann vorgesehen sein, dass diese aber auch zur bidirektionalen
Datenübermittlung ausgebildet sind.
[0092] Fig. 1 veranschaulicht weiter, dass ergänzend zu der oder den Überwachungsmodusübertragungsverbindungen
6 ferner eine oder mehrere Steuermodusübertragungsverbindungen 10 vorhanden sein können.
Bei diesen kann es sich um Datenübertragungsverbindungen handeln, die gegenüber der
oder den Überwachungsmodusübertragungsverbindungen 6 zwischen dem jeweiligen Signalausgang
an der jeweiligen Baumaschine 2, 2A bis zum jeweiligen Signaleingang am Leitstand
3 eine geringere Latenz und/oder eine höhere Datenübertragungsrate und/oder eine größere
Bandbreite aufweisen. Eine Datenübertragung zwischen einer oder mehreren der Baumaschinen
2, 2A etc. und dem Leitstand 3 ist somit über die Steuermodusübertragungsverbindung
10 deutlich schneller und/oder bezüglich der zu übertragenden Daten umfangreicher
pro Zeiteinheit möglich als über die eine oder mehreren Überwachungsmodusübertragungsverbindungen
6. Auch die Übertragungsstrecke zwischen der jeweiligen Baumaschine 2, 2A und dem
Leitstand 3 kann einen oder mehrere Abschnitte umfassen. Vorliegend sind beispielsweise
ein erster Abschnitt 10.1 in Form einer kabellosen Datenübertragungsverbindung ausgehend
von einem Signalausgang an der Baumaschine 2, 2A zu einer lokalen Sende-Empfängerantenne
11, von dort ein zweite Abschnitt 10.2 hin zu einem Kommunikationssatelliten 12 und
ein dritter Abschnitt 10.3 von diesem zu einem Signaleingang, insbesondere als Teil
eines geeigneten Empfängers, am Leitstand vorgesehen. Die Abschnitte 10.2 und 10.3
bilden somit zusammen eine satellitengestützte Datenübertragungsverbindung. Teil der
Steuermodusübertragungsverbindung kann ergänzend oder alternativ auch ein weiterer
Abschnitt 10.4, beispielsweise in Form eines Erdkabels, sein.
[0093] Die Figuren 1 und 2 verdeutlichen, dass die Überwachungsmodusübertragungsverbindung
6 und die Steuermodusübertragungsverbindung zwischen dem Leitstand 3 und der einen
oder den mehreren Baumaschinen 2, 2A etc. unterschiedlichen Pfaden folgen. Diese können
somit einen hinsichtlich des Verlauf ihrer konkreten Übertragungsstrecken einen räumlich
zueinander verschiedenen Verlauf haben und/oder sich hinsichtlich der über die jeweiligen
Übertragungsstrecken beteiligten Komponenten voneinander unterscheiden.
[0094] In der Fig. 1 befindet sich die Einrichtung 1 in einem Überwachungsmodus. Dies kann
insbesondere bedeuten, dass an der jeweiligen Baumaschine 2, 2A gewonnene Zustandsdaten,
insbesondere ausschließlich, über die Überwachungsmodusübertragungsverbindungen 6
von der jeweiligen Baumaschine 2, 2A an den Leitstand 3 übertragen werden. In der
Fig. 1 ist dies dadurch verdeutlicht, dass aktive Übertragungsverbindungen mit einem
durchgezogenen Pfeil angegeben sind und nicht-aktive Übertragungsverbindungen (konkret
also die, insbesondere ausschließlich von Abschnitten der Steuermodusübertragungsverbindung
10 gebildeten Übertragungsabschnitte) mit einem gestrichelten Pfeil dargestellt sind.
Die Zustandsdaten werden von den jeweiligen Baumaschinen 2, 2A mithilfe einer Sensoreinrichtung
13 erfasst, die einen oder mehrere geeignete Sensoren umfassen kann, wie nachstehend
noch näher erläutert. Es müssen insbesondere im Überwachungsmodus nicht alle von der
Sensoreinrichtung 13 erfassten Zustandsdaten an den Leitstand 3 übermittelt werden.
Fig. 1 veranschaulicht ferner, dass es möglich ist, dass gleichzeitig mehrere Baumaschinen
2, 2A zentral von einem gemeinsamen Leitstand 3 überwacht werden können.
[0095] Der Überwachungsmodus entspricht einem Betriebsmodus der Einrichtung 1, in dem beispielsweise
alle von der Baumaschine 2, 2A durchgeführten Bewegungen und/oder Arbeitsfunktionen
ordnungsgemäß, beispielsweise wie anhand eines vorgegebenen Arbeitsplanes der jeweiligen
Baumaschine 2, 2A vorgeschrieben, funktionieren und/oder im Umfeld der jeweiligen
Baumaschine 2, 2A keine potentiellen Risiken detektiert bzw. identifiziert werden.
Es können allerdings Einsatzsituationen eintreten, bei denen eine oder mehrere Abweichungen
beim Betrieb einer oder mehrerer der Baumaschinen 2, 2A auftreten, beispielsweise
dann, wenn eine oder mehrere Betriebskomponenten einer der Baumaschinen 2, 2A defekt
ist und/oder von der Baumaschine 2, 2A mitgeführte Verbrauchsressourcen bald aufgebraucht
sein werden oder aufgebraucht sind, wie beispielsweise Treibstoff, elektrische Energie
und/oder ein oder mehrere Betriebsfluide, und/oder Betriebsrisiken, beispielsweise
im Umfeld der jeweiligen Baumaschine 2, 2A, wie potentielle Kollisionen etc., auftreten.
Werden eine oder mehrere dieser Risiken detektiert, wird dies nachstehend auch als
Aktivierungsereignis bezeichnet, wobei die Detektion des Eintretens und/oder Vorliegens
eines solchen Aktivierungsereignisses auf Seiten der Baumaschine 2, 2A, insbesondere
durch die Baumaschinensteuereinheit 4, und/oder auf Seiten des Leitstandes 3, insbesondere
durch die Baumaschinensteuereinheit 5, erfolgen kann. Es kann in diesem Zusammenhang
ferner vorgesehen sein, dass bei einem gleichzeitigen bzw. einander zeitlich überlappenden
Vorliegen mehrerer Aktivierungsereignisse die einzelnen Aktivierungsereignisse priorisiert
werden. Hierzu kann beispielsweise auch zwischen umgehend zu berücksichtigenden und
erst später zu berücksichtigenden Aktivierungsereignissen unterschieden werden. Stellt
beispielsweise die Baumaschine 2 ihre Arbeit ein und/oder steckt fest und/oder ähnliches,
kann dies ein umgehend zu berücksichtigendes Aktivierungsereignis mit einer sofortigen
Umschaltung in den Steuermodus sein. Anders kann es sich verhalten, wenn sich beispielsweise
ein erst zukünftiger Handlungsbedarf ankündigt, wie beispielsweise beim Unterschreiten
eines Schwellenwertes eines Füllstandes eines oder mehrerer Betriebsfluide, deren
erforderliche Auffüllung in vergleichsweise naher Zukunft erfolgen soll.
[0096] Im Fall des Vorliegens und der Detektion eines solchen Auslöse- bzw. Aktivierungsereignisses
kann es nun vorgesehen sein, dass die Einrichtung 1 wenigstens teilweise von dem Überwachungsmodus
in einen Steuermodus umschaltet und dazu die Kommunikation des Leitstandes 3 mit einer
oder mehrerer der Baumaschinen 2, 2A ergänzend oder alternativ zur Überwachungsmodusübertragungsverbindung
6 über die Steuermodusübertragungsverbindung 10 aktiviert und durchführt. Dies kann
insbesondere bidirektional zwischen der jeweiligen Baumaschine 2, 2A und dem Leitstand
3 erfolgen.
[0097] In der Fig. 2 ist dies beispielhaft für die Baumaschine 2 veranschaulicht, die von
einem symbolartig angedeuteten Aktivierungsereignis 14 betroffen ist. Fig. 2 verdeutlicht,
dass die Steuermodusübertragungsverbindung 10 zwischen der Baumaschine 2 und dem Leitstand
3 aktiviert ist und zwischen dem Leitstand 3 und der Baumaschine 2 Daten ausgetauscht
werden können bzw. ausgetauscht werden. Insbesondere können, ganz besonders umfangreichere,
Zustandsdaten von der Baumaschine 2 an den Leitstand 3 in praktisch Echtzeit übermittelt
werden, beispielsweise in Form eines Audio- und/oder Videofeeds, und/oder einen oder
mehrere Steuerbefehle kodierende Steuerdaten von dem Leitstand 3 an die Baumaschine
2 übermittelt werden. Dabei kann es vorgesehen sein, dass die Baumaschine 2 im Steuermodus
gar nicht mehr über die Überwachungsmodusübertragungsverbindung 6 und nur noch exklusiv
über die Steuermodusübertragungsverbindung 10 mit dem Leitstand 3 kommuniziert oder,
wie in Fig. 2 beispielhaft angegeben, gleichzeitig nach wie vor auch Zustandsdaten
über die Überwachungsmodusübertragungsverbindung 6 an den Leitstand 3 überträgt. Da
es sich bei der Steuermodusübertragungsverbindung 10 gegenüber der Überwachungsmodusübertragungsverbindung
6 hinsichtlich der Latenz um eine schnellere und/oder hinsichtlich der Datenübertragungsrate
bzw. der pro Zeiteinheit übertragenen/übertragbaren Datenmenge um eine leistungsfähigere
und/oder hinsichtlich der verfügbaren Bandbreite um eine umfassendere Datenübertragungsverbindung
handelt, besteht somit für den Fall des Vorliegens eines Aktivierungsereignisses praktisch
in Echtzeit oder zumindest deutlich näher daran vom Leitstand 3 aus das Geschehen
vor Ort zu beobachten und/oder Steuerbefehle zur Ausführung an der Baumaschine 2 vorzugeben.
Da derartig leistungsfähige Datenübertragungsverbindungen aber häufig nur in beschränktem
Umfang zur Verfügung stehen und/oder deren Nutzung vergleichsweise kostenintensiv
ist, ist es vorteilhaft, die Nutzung der Steuermodusübertragungsverbindung 10 auf
diese gegenüber dem Normalbetrieb abweichenden Betriebsphasen der Einrichtung 1 zu
konzentrieren.
[0098] Die Figuren 3 und 4 veranschaulichen beispielhaft weitere möglichen Einzelheiten
zum Aufbau der Baumaschinen 2 etc. (Fig. 3) und des Leitstandes 4.
[0099] Bei der Baumaschine 2 kann es sich um eine selbstfahrende Baumaschine handeln, die
sowohl Fahrbewegungen als auch Arbeitsfunktionen hochautomatisiert oder sogar vollständig
autonom durchführt. Es kann auch vorgesehen sein, dass die Baumaschine teilautonom
betrieben wird und/oder sie einen Fahrstand 15 aufweist. Sie kann aber auch ohne einen
solchen Fahrstand zur Aufnahme wenigstens einer Bedienperson ausgebildet sein. D.h.,
sie kann insbesondere auch derart ausgebildet sein, dass sie ohne physische Präsenz
eines humanen Bedieners, weder auf der Baumaschine noch in Sichtweite der Baumaschine,
und aufgrund von der Baumaschine autonom vorgegebener Steuerbefehle betrieben werden
kann.
[0100] Gemäß Fig. 3 kann es vorgesehen sein, dass die Baumaschine 2 einen Maschinenrahmen
16, der insbesondere die wesentliche Tragstruktur der Baumaschine 2 bilden kann, umfasst.
Dieser kann von einer oder mehreren Fahreinrichtungen 17 getragen werden, die beispielsweise
in Form von Walzbandagen, Rädern und/oder Kettenlaufwerken ausgebildet sein können.
Die Baumaschine 2 kann ferner ein oder mehrere Arbeitsaggregate 18 umfassen, die zur
Durchführung einer oder mehrerer Arbeitsfunktionen ausgebildet sind. Bei der in der
Fig. 3 beispielhaft als Bodenverdichtungsmaschine vom Typ Tandemwalze ausgebildeten
Baumaschine 2 kann es sich bei den Arbeitsaggregaten 18 beispielsweise um den als
Walzbandagen ausgebildeten Fahreinrichtungen zugeordnete Schwingungserregungseinrichtungen
bzw. sogenannte Unwuchterreger handeln. Zur Bereitstellung der für den Fahr- und Arbeitsbetrieb
der Baumaschine 2 erforderlichen Antriebsenergie kann die Baumaschine 2 einen oder
mehrere Antriebsmotoren 19, beispielsweise in Form eines oder mehrerer Verbrennungs-
und/oder Elektromotoren etc., aufweisen. Es kann vorgesehen sein, dass sich die Baumaschine
2 im Fahr- und Arbeitsbetrieb in Vorwärtsrichtung A und/oder in Rückwärtsrichtung
B bewegt.
[0101] Die Baumaschine 2 kann eine Sende- und/oder Empfangseinrichtung 20 umfassen. Diese
kann einen Signalausgang 22 zur Absendung von Zustandsdaten von der Baumaschine 2
und zu deren Übermittlung über die Überwachungsmodusübertragungsverbindung 6 an den
Leitstand 3 umfassen. Sie kann einen weiteren Signalausgang 23 zur Absendung von Zustandsdaten
von der Baumaschine 2 und zu deren Übermittlung über die Steuermodusübertragungsverbindung
10 an den Leitstand 3 umfassen. Es kann ferner vorgesehen sein, dass die Sende- und/oder
Empfangseinrichtung 20 weiter ergänzend oder alternativ einen Signaleingang 21 umfasst,
insbesondere zum Empfang von Steuerdaten, die vom Leitstand 3 über die Steuermodusübertragungsverbindung
10 an die Baumaschine 2 übersendet werden. Es versteht sich, dass die einzelnen Signalausgänge
22 und 23 und/oder der oder die Signaleingänge 21 separat oder auch miteinander kombiniert
ausgebildet sein können. Es können auch weitere Signalein- und/oder -ausgänge 24 von
der Sende- und/oder Empfangseinrichtung 20 umfasst sein.
[0102] Die Baumaschine 2 kann ferner eine Sensoreinrichtung 13 mit einer Vielzahl von Sensoren
umfassen, über die Zustandsdaten der Baumaschine 2 ermittelt und, wenigstens teilweise,
an den Leitstand 3 übermittelt werden können. Dazu kann die Sensoreinrichtung 13 beispielsweise
zur Ermittlung maschineninterner Zustandsdaten einen oder mehrere geeignete Sensoren,
wie beispielsweise einen oder mehrere Motorsensoren 25 und/oder Ladezustandssensoren
26 und/oder Füllstandsensoren 27 und/oder Beschleunigungssensoren 28 und/oder Stellweg-
und/oder Positionssensoren 29 und/oder weitere Sensoren umfassen, wie beispielsweise
Sensoren zur Erfassung eines Aktivierungszustandes einer oder mehrerer aktivierbarer
Einrichtungen der Baumaschine, zur Erfassung einer oder mehrerer Kraftbelastungen
und/oder Drehmomente, Sensoren zur Erfassung einer oder mehrerer Betriebstemperaturen
etc. Die Sensoreinrichtung 13 kann ergänzend oder alternativ auch einen oder mehrere
Sensoren zur Erfassung von Zustandsdaten bezüglich eines Bewegungsverhaltens der Baumaschine
2 in einem Gelände aufweisen. Hierbei kann es sich beispielsweise um einen oder mehrere
Fahrgeschwindigkeitssensoren 31, Fahrrichtungssensoren 32, Lenksensoren 33, Neigungssensoren,
Positionssensoren 34 (insbesondere in Form eines oder mehrerer GNSS-Sensoren und/oder
Empfangssensoren eines lokalen Bezugssystems, beispielsweise mittels einer oder mehrerer
Totalstationen) und/oder weitere Sensoren 35 handeln. Die Sensoreinrichtung 13 kann
weiter ergänzend oder alternativ auch zur Erfassung externer Zustandsdaten der Baumaschine
2 ausgebildet sein und dazu beispielsweise einen oder mehrere Abstandssensoren 36,
beispielsweise Ultraschallsensoren, und/oder eine oder mehrere Kameras 37, insbesondere
Videokameras, einen oder mehrere LIDAR-Sensoren 38 und/oder sonstige Sensoren 39 zur
Erfassung der aktuellen Außenumgebung der Baumaschine 2 aufweisen. Dies können beispielsweise
auch ein oder mehrere Sensoren zur Erfassung von klimatischen Bedingungen, wie beispielsweise
einer Außentemperatur und/oder einer Außenluftfeuchtigkeit, zur Erfassung einer Oberflächentemperatur
etc., sein.
[0103] Insbesondere auch zur Durchführung hochautomatisierter, insbesondere autonomer, Fahr-
und/oder Arbeitsfunktionen und/oder zur Prüfung der Kommunikation mit dem Leitstand
3 und/oder zur Prüfung der an der Baumaschine 2 ermittelten Zustandsdaten kann die
Baumaschinensteuereinheit 4 ein oder mehrere Module, insbesondere in Form eines oder
mehrerer Computerprogramme, umfassen. Hierbei kann es sich beispielsweise um ein Betriebssteuermodul
40, über das insbesondere beispielsweise Fahr- und/oder Arbeitsfunktionen der Baumaschine
2 gesteuert werden, handeln. Ergänzend oder alternativ kann es sich hierbei um ein
Dokumentationsmodul 41, über das Zustands- und/oder Betriebsdaten der Baumaschine
2 in einer geeigneten Speichereinrichtung gespeichert werden können, und/oder ein
Berechtigungsprüfmodul 42, das zur Prüfung des Vorliegens einer berechtigten Kommunikation
mit dem Leitstand 3 und/oder einem den Leitstand 3 und/oder die Baumaschine 2 vor
Ort bedienenden Operators und/oder zur Prüfung des Vorliegens berechtigter Steuerbefehle,
handeln. Weiter ergänzend oder alternativ kann ein solches Modul ein Auswertemodul
43, das insbesondere zur wenigstens teilweisen Auswertung der erfassten Zustandsdaten
der Baumaschine 2 ausgebildet ist, und/oder ein Prüfmodul 44, welches zur Prüfung
dahingehend ausgebildet ist, ob aktuell ein Aktivierungsereignis vorliegt und/oder
eine Steuermodusübertragungsverbindung und/oder Überwachungsmodusübertragungsverbindung
verfügbar ist, sein. Es können ferner für sich oder ergänzend ein oder mehrere weitere
Module 45, beispielsweise ein Umschalt- und/oder Koordinationsmodul, um den Datenaustausch
über die Steuermodusübertragungsverbindung und/oder die Überwachungsmodusübertragungsverbindung
mit dem Leitstand und/oder einer oder mehrerer weiterer Baumaschinen 2A zu koordinieren,
ein Umfeldüberwachungsmodul, um das Umfeld der Baumaschine 2, insbesondere im laufenden
Betrieb, auf Betriebsrisiken hin zu überwachen, wie beispielsweise gefahrenbehaftete
Betriebssituationen (beispielsweise in der Nähe der Baumaschine 2 befindliche Personen),
drohende Kollisionen mit beispielsweise statischen und/oder sich bewegenden Hindernissen
etc., vorgesehen sein. Weiter ergänzend oder alternativ kann beispielsweise auch ein
De- und/oder Komprimiermodul und/oder ein Ver- und/oder Entschlüsselungsmodul von
der Baumaschine 2 umfasst sein.
[0104] Teil der Baumaschine 1 kann schließlich auch eine Anzeige- und/oder Signalisiereinrichtung
46 sein, beispielsweise umfassend einen oder mehrere Lautsprecher und/oder Mikrophone
47 und/oder visuell wahrnehmbare Anzeigeeinrichtungen 48, wie beispielsweise Anzeigeleuchten,
Displays etc., und/oder weitere Anzeigeeinrichtungen.
[0105] Der Leitstand 3 kann gemäß Fig. 4 eine Sende- und/oder Empfangseinrichtung 50 umfassen.
Diese kann einen Signaleingang 51 für den Empfang von über die Überwachungsmodusübertragungsverbindung
übermittelte Zustandsdaten der Baumaschine 2 aufweisen. Zur Kommunikation über die
Steuermodusübertragungsverbindung kann ein Signaleingang 52 und ein Signalausgang
53 vorgesehen sein. Es können ergänzend oder alternativ weitere Signalein- und/oder
-ausgänge von der Sende- und/oder Empfangseinrichtung 50 umfasst sein.
[0106] Die Leitstandsteuereinheit 5 kann ebenfalls ein oder mehrere Module, insbesondere
in Form eines oder mehrerer Computerprogramme, umfassen. Dies können beispielsweise
ein Dokumentationsmodul 55, ein Betriebssteuermodul 56, ein Auswertemodul 57, ein
Prüfmodul 58, ein Berechtigungsprüfmodul 59 und/oder ein oder mehrere weitere Module,
wie beispielsweise ein Komprimier- und/oder Dekomprimiermodul zum Komprimieren/Dekomprimieren
von zu sendenden und/oder empfangenen Daten und/oder ein Verschlüsselungs- und/oder
Entschlüsselungsmodul zum Verschlüsseln/Entschlüsseln von zu sendenden und/oder empfangenen
Daten, sein. Hinsichtlich der einzelnen durch diese Module durchführbaren Funktionen
wird auf die vorherstehenden Angaben Bezug genommen.
[0107] Teil der Leitstandes 3 können ferner eine oder mehrere Anzeige- und/oder Signalisiereinrichtungen
61, wie beispielsweise ein oder mehrere Anzeigebildschirme und/oder eine oder mehrere
VR-Brillen etc., und/oder eine oder mehrere Eingabeeinrichtungen 62, wie beispielweise
eine Tastatur, eine oder mehrere Steuerhebel etc., sein.
[0108] Der Leitstand 3 kann zur gleichzeitigen Kommunikation mit der wenigstens einen Baumaschine
2 sowie weiteren Baumaschinen 2A etc. ausgebildet sein. Dazu kann es vorgesehen sein,
dass jede der aktuell vom Leitstand 3 überwachten Baumaschinen 2, 2A individuell vom
Leitstand 3 überwacht werden kann und jeder der Baumaschinen 2, 2A somit individuelle
Daten, beispielsweise eigene Zustandsdaten 63, Maschinenkonfigurationsdaten 64 und/oder
Positionsdaten 65, zugeordnet werden. Insofern kann der Leitstand 3 beispielsweise
auch derart ausgebildet sein, dass er für jede der Baumaschinen 2, 2A unabhängig voneinander
etc. prüft, ob ein Aktivierungsereignis vorliegt oder nicht, und/oder mit einer oder
mehreren dieser Baumaschine 2, 2A etc. bei Bedarf individuell und selektiv über die
Steuermodusübertragungsverbindung kommuniziert.
[0109] Fig. 5 veranschaulicht mögliche Schritte eines beispielhaften Verfahrens 66 zum Betrieb
einer Einrichtung 1 zum Durchführen eines Arbeitseinsatzes einer, insbesondere hochautomatisierten,
ganz besonderes autonom, selbstfahrenden Baumaschine von einem entfernt zur Baumaschine
lokalisierten Leitstand. Zu möglichen Ausführungen und Weiterbildungen der einzelnen
an dem Verfahren beteiligten Komponenten, wie insbesondere des Leitstandes 3 sowie
der einen oder der mehreren Baumaschinen 2, 2A, wird insbesondere auf die vorhergehenden
Angaben Bezug genommen. Das Verfahren 66 kann grob in zwei Betriebsphasen eingeteilt
werden, konkret einen Betrieb 67 in einem Überwachungsmodus und einen Betrieb 68 in
einem Steuermodus. Insbesondere bei einer Überwachung mehrerer Baumaschinen mithilfe
eines gemeinsamen Leitstandes, wie vorstehend beschrieben, kann es auch vorgesehen
sein, dass der Leitstand gleichzeitig mit einer oder mehreren Baumaschinen im Überwachungsmodus
kommuniziert und mit einer oder mehreren anderen Baumaschinen im Steuermodus.
[0110] Für den Überwachungsmodus kann in einem Schritt 69 zunächst ein Aufnehmen des Betriebs
der einen oder der mehreren Baumaschinen 2, 2A vorgesehen sein. Dies kann beispielsweise
durch ein Starten der Baumaschine 2, 2A oder einen ähnlichen Initialisierungsvorgang
erfolgen. So kann es beispielsweise auch möglich sein, diesen Schritt vom Leitstand
3 aus zu starten. Zur entsprechenden Signalübertragung vom Leitstand 3 aus an die
eine oder mehreren Baumaschinen 2, 2A kann auf die Überwachungsmodusübertragungsverbindung
und/oder die Steuermodusübertragungsverbindung zurückgegriffen werden. Es ist möglich,
dass die Baumaschine 2, 2A in diesem Fall ein Empfangs- bzw. Bestätigungssignal an
den Leitstand 3 in Antwort auf einen Empfang eines entsprechenden Signals vom Leitstand
3 an den Leitstand 3 übermittelt. Dies kann über die Überwachungsmodusübertragungsverbindung
und/oder die Steuermodusübertragungsverbindung erfolgen, wobei es bevorzugt ist, dass
die Kommunikation zwischen dem Leitstand und der oder den Baumaschinen 2, 2A in diesem
Fall derart erfolgt, dass zur Übertragung des oder der Signale vom Leitstand an die
Baumaschine eine der beiden Übertragungsverbindungen und zur Übertragung des oder
der Signale von der einen oder den mehreren Baumaschinen an den Leitstand die jeweils
andere Übertragungsverbindung genutzt wird. Auf diese Weise kann gleich zu Beginn
des Verfahrens gleichzeitig geprüft werden, ob sowohl die Überwachungsmodusübertragungsverbindung
als auch die Steuermodusübertragungsverbindung verfügbar und funktionsfähig sind.
Es kann vorgesehen sein, dass das Verfahren 66 bei einer solchen Aufnahme des Betriebs
zunächst stets im Überwachungsmodus oder im Steuermodus startet.
[0111] In einem Schritt 70 kann ein Ermitteln von, insbesondere aktuellen, Zustandsdaten
durch die jeweilige Baumaschine 2, 2A, insbesondere beispielsweise durch eine Sensoreinrichtung
wie vorstehend beschrieben, vorgesehen sein. Dies kann beispielsweise die Aufnahme
maschineninterner Zustandsdaten und/oder externer Zustandsdaten, wie beispielsweise
dem Umfeld der Baumaschine 2, 2A, bedeuten. Die aufgenommenen Zustandsdaten können
von der Baumaschinensteuereinheit 4 verarbeitet werden, beispielsweise dahingehend
geprüft werden, ob einzelne oder mehrere Komponenten der Baumaschine 2, 2A aktiviert,
deaktiviert und/oder funktionsfähig sind, und/oder wenigstens teilweise für sich und/oder
als Ergebnis einer solchen Prüfung an den Leitstand 3, insbesondere über die Überwachungsmodusübertragungsverbindung,
übertragen werden. Das Übertragen 71 kann somit ein Senden 72 von Zustandsdaten an
sich und/oder von Ergebnissen von auf der Grundlage von Zustandsdaten an der Baumaschine
1 durch insbesondere die Baumaschinensteuereinheit durchgeführten Prüfungen, insbesondere
mittels einer geeigneten Sende- und/oder Empfangseinrichtung, und ein Empfangen 73
dieser Zustandsdaten und/oder durchgeführten Ergebnisse von Prüfungen an dem Leitstand
3, insbesondere mittels einer geeigneten Sende- und/oder Empfangseinrichtung, umfassen.
Es wird an dieser Stelle vorsorglich festgehalten, dass im Sinne der vorliegenden
Offenbarung eine Übertragung von Zustandsdaten gleichermaßen auch ergänzend oder alternativ
eine Übertragung von Ergebnissen von Prüfungen auf der Grundlage von Zustandsdaten
umfassen kann.
[0112] Basierend auf den an der Baumaschine 2, 2A ermittelten und/oder der an den Leitstand
3 übertragenen Daten, insbesondere Zustandsdaten, kann nun in einem Schritt 74 ein
Prüfen erfolgen, ob die Einrichtung 1 insgesamt und/oder die Baumaschine 2, 2A und/oder
der Leitstand 3 und/oder die Überwachungsmodusübertragungsverbindung und/oder die
Steuermodusübertragungsverbindung ordnungsgemäß funktionieren und/oder sich in einem
zulässigen Betriebszustand befinden. Es kann mit anderen Worten eine Prüfung dahingehend
erfolgen, ob aktuell ein Aktivierungsereignis vorliegt oder nicht. Dies kann eine
Prüfung auf das Vorliegen beispielsweise prozessabhängiger und/oder sicherheitsabhängiger
und/oder serviceabhängiger Aktivierungsereignisse umfassen. Ist dies nicht der Fall
(d.h., wenn kein Aktivierungsereignis vorliegt), kann es vorgesehen sein, dass im
laufenden Betrieb der Einrichtung im Überwachungsmodus erneut der Schritt 70 initialisiert
wird und auf diese Weise eine Prüf- und Überwachungsschleife erhalten wird. Liegt
dagegen ein Aktivierungsereignis vor, kann es vorgesehen sein, dass eine Umschaltung
in den Steuermodus erfolgt, wie nachstehend noch näher erläutert. Das Prüfen auf das
Vorliegen und/oder Nichtvorliegen eines Aktivierungsereignisses kann durch die Baumaschinensteuereinheit
4 und/oder die Leitstandsteuereinheit 5 und/oder beispielsweise durch einen Teleoperator
manuell am Leitstand 3 durchgeführt werden.
[0113] Mit dem Aufnehmen 69 des Betriebs bzw. durch dieses angestoßen kann, insbesondere
parallel bzw. gleichzeitig zur den Schritten 70 ff., ein Abfragen/Verifizieren 75
erfolgen, ob die Überwachungsmodusübertragungsverbindung und/oder die Steuermodusübertragungsverbindung
verfügbar und funktionsfähig sind. Dazu kann ein Prüfen 76 erfolgen, beispielsweise
mittels eines Übermittelns 77 eines Testsignals über die jeweilige Übertragungsverbindung.
Dies kann unidirektional oder auch bidirektional auf der jeweilige Übertragungsverbindung
zwischen dem Leitstand und der jeweiligen Baumaschine 2, 2A erfolgen. Bewertungsgrößen
für dieses Prüfen können beispielsweise eine aktuelle Latenz und/oder eine aktuelle
Datenübertragungsrate der jeweiligen Übertragungsverbindung sein. Führt das Prüfen
zu dem Ergebnis, dass die Überwachungsmodusübertragungsverbindung und/oder die Steuermodusübertragungsverbindung
nicht verfügbar und/oder nicht funktionsfähig ist, kann ein Stoppen 78 des Betriebs
der Baumaschine 2, 2A erfolgen, beispielsweise, in dem eine Fahrbewegung angehalten
und/oder ein Aktivierungszustand der Baumaschine 2, 2A deaktiviert wird. Führt das
Prüfen 76 dagegen zu dem Ergebnis, dass die Überwachungsmodusübertragungsverbindung
und/oder die Steuermodusübertragungsverbindung verfügbar und/oder funktionsfähig ist,
kann ein Freigeben 79 des Betriebs im Überwachungsmodus erfolgen. Die Schritte 75
bis 79 können ergänzend oder alternativ auch durch den Schritt 70 initialisiert und/oder
im Rahmen dessen durchgeführt werden und ebenfalls in der Form einer Überwachungsschleife
ausgeführt werden.
[0114] Es kann vorgesehen sein, dass vor dem Senden 72 auf Seiten der Baumaschine 2, 2A
ein, insbesondere durch die Baumaschinensteuereinheit 4 durchgeführtes, Komprimieren
und/oder Verschlüsseln 81 der über die Überwachungsmodusübertragungsverbindung an
den Leitstand zu übermittelnden Zustandsdaten erfolgt. Entsprechend ist es möglich,
dass auf Seiten des Leitstandes 3 ein, insbesondere durch die Leitstandsteuereinheit
5 durchgeführtes, Dekomprimieren und/oder Entschlüsseln 82 der über die Überwachungsmodusübertragungsverbindung
am Leitstand erhaltenen bzw. empfangenen Zustandsdaten erfolgt
[0115] Für den Fall, dass im Schritt 74, beispielsweise durch die Baumaschinensteuereinheit
4 und/oder die Leitstandsteuereinheit 5, festgestellt wird, dass die Einrichtung 1
oder Teile derselben nicht ordnungsgemäß funktionieren und/oder sich nicht in einem
zulässigen Betriebszustand befinden bzw. ein Aktivierungsereignis vorliegt, kann es
vorgesehen sein, dass hierdurch veranlasst das Herstellen 82 einer Signalübertragungsverbindung
zwischen der Baumaschine 2, 2A und dem Leitstand 3 über die Steuermodusübertragungsverbindung
10 erfolgt. Dies kann von der Baumaschinensteuereinheit 4 und/oder der Leitstandsteuereinheit
5 initialisiert werden. Anschließend kann eine Prüfung 83 vorgesehen sein, beispielsweise
durch die Baumaschinensteuereinheit und/oder die Leitstandsteuereinheit, ob die Steuermodusübertragungsverbindung
hergestellt werden konnte bzw. kann oder nicht. Führt das Prüfen 83 zu dem Ergebnis,
dass die Steuermodusübertragungsverbindung nicht verfügbar und/oder nicht funktionsfähig
ist, kann ein Stoppen 78 des Betriebs der Baumaschine 2, 2A erfolgen, beispielsweise,
indem eine Fahrbewegung angehalten und/oder ein Aktivierungszustand der Baumaschine
2, 2A deaktiviert wird. Führt das Prüfen 83 dagegen zu dem Ergebnis, dass die Steuermodusübertragungsverbindung
hergestellt werden konnte, kann in einem Schritt 84 ein Aktivieren des Steuermodus
bzw. ein Aufnehmen des Betriebs im Steuermodus vorgesehen sein. Dies kann von der
Baumaschinensteuereinheit 4 und/oder der Leitstandsteuereinheit 5 durchgeführt werden.
Es kann zudem vorgesehen sein, dass in Reaktion auf den Schritt 84 oder als Teil desselben
ein Umschalten bzw. Ändern eines Betriebsmodusstatus an der Baumaschinensteuereinheit
4 und/oder der Leitstandsteuereinheit 5 hin zu einem Betrieb im Steuermodus erfolgt.
Es kann weiter ergänzend oder alternativ vorgesehen sein, dass die Aktivierung des
Steuermodus zwischen der Baumaschine 2, 2A und dem Leitstand 3 in eine Richtung oder
in beide Richtungen ausgetauscht wird. Es kann zudem vorgesehen sein, dass über die
eine Baumaschine 2 und den Leitstand 3 weitere Baumaschinen 2A durch eine Übermittlung
eines oder mehrerer geeigneter Signale darüber informiert werden, dass die eine Baumaschine
2 mit dem Leitstand 3 nunmehr im Steuermodus kommuniziert. Diese Übermittlung kann
zwischen der einen Baumaschine 2 und der wenigstens einen weiteren Baumaschine 2A
direkt erfolgen oder beispielsweise über und/oder durch den Leitstand 3.
[0116] Ist der Steuermodus gemäß Schritt 84 aktiviert, können in einem Schritt 85 ein oder
mehrere Steuerbefehle am Leitstand erzeugt werden, beispielsweise durch die Leitstandsteuereinheit
5 und/oder durch manuelle Eingaben eines am Leitstand tätigen Bedieners. Dazu kann
der Bedienstand ein oder mehrere geeignete Eingabemittel, wie beispielsweise eine
Tastatur etc., aufweisen. Diese Steuerbefehle können anschließend, insbesondere in
Form von Steuerdaten, über die Steuermodusübertragungsverbindung im Schritt 86 vom
Leitstand 3 an die Baumaschine 2, 2A übermittelt werden, wobei dies ein Senden 87
des einen oder der mehreren Steuerbefehle, insbesondere in Form von Steuerdaten, über
einen Signalausgang am Leitstand und/oder das Empfangen 88 des einen oder der mehreren
Steuerbefehle an einem Signaleingang der Baumaschine 2, 2A umfassen kann. Auch hier
können diese Steuerdaten auf Seiten des Leitstandes 3, insbesondere durch die Leitstandsteuereinheit
5, in einem Schritt 80 komprimiert und/oder verschlüsselt werden, und auf Seiten der
Baumaschine 2, 2A, insbesondere durch die Baumaschinensteuereinheit 4, in einem Schritt
81 dekomprimiert und/oder entschlüsselt werden.
[0117] Im Schritt 89 kann es nun vorgesehen sein, dass ein Ausführen des einen oder der
mehreren vom Leitstand 3 über die Steuermodusübertragungsverbindung an die Baumaschine
2, 2A übertragenen Steuerbefehle an der Baumaschine erfolgt. Dies kann einen oder
mehrere Schritte umfassen, die in der Fig. 5 aber nicht separat angeführt sind. Gleichermaßen
kann es vorgesehen sein, dass im Rahmen des Steuermodus nach wie vor Zustandsdaten,
beispielsweise im Schritt 89, an der Baumaschine erfasst und über die Steuermodusübertragungsverbindung
und/oder die Überwachungsmodusübertragungsverbindung an den Leitstand übertragen werden.
[0118] Der Steuermodus kann, beispielsweise dann, wenn die ein Aktivierungsereignis auslösende
Ursache behoben und/oder nicht mehr vorliegt, in einem Schritt 90 beendet werden.
Dies kann insbesondere auf Seiten des Leitstandes, ganz besonders durch eine entsprechende
Eingabe eines Teleoperators am Leitstand, erfolgen. Das Beenden 90 kann derart erfolgen,
dass der Betrieb der Einrichtung 1 oder zumindest der Baumaschine 2, 2A endet, beispielsweise
durch Einnehmen 91 eines deaktivierten Zustandes, umfassend das Abschalten eines Motors
und/oder das Einnehmen einer Park- und/oder Transportposition etc. Damit kann das
Verfahren 66 an sich beendet sein. Das Beenden 90 des Betriebs im Steuermodus kann
aber auch derart erfolgen, dass ein Freigeben 92 zum erneuten Übergang in den Überwachungsmodus
erfolgt, wobei daraufhin ein Prüfen 93 vorgesehen sein kann, ob das und/oder ein Aktivierungsereignis
noch vorliegt oder nicht. Ist dies der Fall, verbleibt es beim Betrieb im Steuermodus
bzw. dieser wird erneut eingenommen. Ist dies nicht der Fall, kann das Verfahren 66
in den Schritten 60 oder 70 im Überwachungsmodus weiter fortgesetzt werden.
[0119] Es versteht sich, dass die Kommunikation bei einem Betrieb 67 im Überwachungsmodus
zwischen der Baumaschine 2, 2A und dem Leitstand 3 vorzugsweise ausschließlich über
die Überwachungsmodusübertragungsverbindung erfolgen kann, insbesondere exklusiv unidirektional
von der Baumaschine 2, 2A zum Leitstand 3. Für den Betrieb 68 im Steuermodus kann
es vorgesehen sein, dass in diesem Fall ebenfalls zumindest die Kommunikation zu derjenigen
Baumaschine 2, 2A, für die das Vorliegen eines Aktivierungsereignisses ermittelt worden
ist, ausschließlich über die Steuermodusübertragungsverbindung erfolgt, insbesondere
bidirektional zwischen dem Leitstand 3 und der entsprechenden Baumaschine 2, 2A. Ergänzend
hierzu kann es vorgesehen sein, dass gleichzeitig auch eine Kommunikation zwischen
der entsprechenden Baumaschine 2, 2A und dem Leitstand 3 über die Überwachungsmodusübertragungsverbindung
erfolgt und/oder der Leitstand 3 mit einer oder mehreren anderen Baumaschinen weiterhin,
insbesondere ausschließlich, über die Überwachungsmodusübertragungsverbindung kommuniziert,
insbesondere Zustandsdaten von dieser oder diesen Baumaschinen übermittelt werden.
Es kann somit ausgehend von einem Betrieb 67 im Überwachungsmodus und einer Kommunikation
über die Überwachungsmodusübertragungsverbindung ein Umschalten 94 und/oder Hinzufügen
einer Kommunikation über die Steuermodusübertragungsverbindung erfolgen, wenn ein
Aktivierungsereignisses im laufenden Betreib einer oder mehrerer der Baumaschinen
2, 2A eingetreten und/oder detektiert worden ist, vorzugsweise von der Baumaschinensteuereinheit
4 und/oder der Leitstandsteuereinheit 5.
[0120] Die Figuren 6, 7A, 7B, 8A und 8B veranschaulichen einen möglichen, insbesondere dem
Verfahren 66 zugrunde liegenden, Ablauf anhand weiterer Diagramme.
[0121] Fig. 6 gibt an, ob die Einrichtung 1 in Bezug auf die Kommunikation mit einer Baumaschine
2 aktuell in dem Überwachungsmodus 95 oder in dem Steuermodus 96 erfolgt. Im Zeitraum
t1 bis t2 sowie ab t3 erfolgt im vorliegenden Ausführungsbeispiel somit der Betrieb
im Überwachungsmodus 95 und nicht im Steuermodus 96 und im Zeitraum t2 bis 3 im Steuermodus
96 und nicht im Überwachungsmodus 95. Zum Zeitpunkt t2 erfolgt somit die Detektion
eines Aktivierungsereignisses und zum Zeitpunkt t3 die Rückkehr zum Überwachungsmodus
95.
[0122] Die Figuren 7A und 7B geben die aktuelle Datentransferrate zwischen der Baumaschine
2 und dem Leitstand 3 über die Überwachungsmodusübertragungsverbindung wieder, wobei
Fig. 7A den Datentransfer von der Baumaschine 2 zum Leitstand 3 und die Fig. 7B den
Datentransfer von dem Leitstand 3 zur Baumaschine 2 veranschaulicht. Die Figuren 7A
und 7B verdeutlichen entsprechend, dass im vorliegenden Ausführungsbeispiel die Überwachungsmodusübertragungsverbindung
als unidirektionale Datenübertragungsverbindung von der Baumaschine 2 zum Leitstand
3 ausgebildet ist (Fig. 7A), denn in die Gegenrichtung werden vom Leitstand 3 weder
im Überwachungsmodus noch im Steuermodus Daten übertragen (Fig. 7B). Es kann jedoch
auch vorgesehen sein, dass die Überwachungsmodusübertragungsverbindung als bidirektionale
Kommunikationsverbindung ausgetauscht ist. Die Figuren 7A und 7B veranschaulichen,
dass das über die Überwachungsmodusübertragungsverbindung zu übertragende Datenvolumen
verhältnismäßig gering ist, sowohl im Überwachungsmodus als auch im Steuermodus.
[0123] Die Figuren 7A und 7B veranschaulichen weiter, dass es für den Betrieb im Steuermodus
(t2 bis t3) vorgesehen sein kann, dass gar keine Daten über die Überwachungsmodusübertragungsverbindung
zwischen der Baumaschine 2 und dem Leitstand 3 mehr ausgetauscht werden oder, wie
in der Fig. 7A mit der gestrichelten Linie in diesem Zeitbereich angegeben, weiterhin
Daten übermittelt werden können, insbesondere exklusiv von der Baumaschine 2 zum Leitstand
3.
[0124] Die Figuren 8A und 8B zeigen, dass das im Steuermodus insbesondere von dem Leitstand
3 zur Baumaschine 2 (Fig. 8B) zu übertragende Datenvolumen dagegen vergleichsweise
groß sein kann und damit eine verhältnismäßig hohe Datenübertragungsrate benötigt
wird. Ergänzend oder alternativ kann es zudem vorgesehen sein, dass auch ein vergleichsweise
großes Datenvolumen von der Baumaschine 2 zum Leitstand 3 (Fig. 8A) übertragen werden
soll, beispielsweise aufgrund einer für den Steuermodus gewünschten Videoübertragung
etc. Damit die Baumaschine 2 im Steuermodus vom Leitstand 3 aus somit nahezu in Echtzeit
betrieben werden und/oder beispielsweise das Umfeld der Baumaschine 2 vom Leitstand
3 aus nahezu in Echtzeit in Augenschein genommen werden kann, ist es vorteilhaft,
wenn die Steuermodusübertragungsverbindung im Vergleich zur Überwachungsmodusübertragungsverbindung
eine geringere Latenz und/oder eine höhere Datenübertragungsrate aufweist bzw. ermöglicht.
[0125] Insbesondere die Figuren 8A und 8B veranschaulichen ferner, dass während des Betriebs
im Überwachungsmodus beispielweise eine Verfügbarkeitsprüfung dahingehend ablaufen
kann, ob die in dieser Phase zur Übertragung von Zustandsdaten ungenutzte Steuermodusübertragungsverbindung,
wenn auch praktisch ungenutzt, grundsätzlich verfügbar und funktionsfähig ist oder
nicht. Dazu können beispielsweise in regelmäßigen Abständen Verfügbarkeitssignale
97 und 98 zwischen der Baumaschine 2 und dem Leitstand 3 über die Steuermodusübertragungsverbindung
ausgetauscht werden. Konkret kann beispielsweise zum Zeitpunkt t4 das erste Verfügbarkeitssignal
97 von der Baumaschine 2 zum Leitstand 3 gesendet werden und dieser mit dem Verfügbarkeitssignal
98 zum Zeitpunkt t5 darauf antworten. Ergänzend oder alternativ können auch für sich
unabhängig in definierten Zeitabständen solche Verfügbarkeitssignale 97, 98 zwischen
der Baumaschine 2 und dem Leitstand uni- oder bidirektional ausgetauscht werden. Zusätzliche
Bewertungsgrößen für dieses Prüfen der Verfügbarkeit können beispielsweise ferner
eine aktuelle Latenz und/oder eine aktuelle Datenübertragungsrate der jeweiligen Übertragungsverbindung
sein
[0126] Es kann weiter ergänzend oder alternativ vorgesehen sein, dass vor einer Aktivierung
des Überwachungsmodus eine Verfügbarkeits- und/oder Integritätsprüfung der Steuermodusübertragungsverbindung
erfolgt, wie in den Figuren 8A und 8B beispielsweise mit den Verfügbarkeitssignalen
99 und 100 zu den Zeitpunkten t6 und t7 angegeben. Dies kann in analoger Weise auch
für die Überwachungsmodusübertragungsverbindung erfolgen.
[0127] Bei den in der Fig. 1 beispielhaft dargestellten Baumaschinen 2 und 2A handelt es
sich um Bodenverdichtungsmaschinen, insbesondere um Tandemwalzen. Die Figuren 9 bis
13 veranschaulichen weitere Typen von Baumaschinen, insbesondere Straßenbaumaschine,
die besonders geeignet zur Verwendung in dem vorstehend beschriebenen Verfahren 66
und/oder als Komponente der vorstehend beschriebenen Einrichtung 1 geeignet sind.
Fig. 9 zeigt eine Baumaschine 2 vom Typ Gummiradwalze, Fig. 10 eine Baumaschine 2
vom Typ Müllverdichter, Fig. 11 eine Baumaschine 2 vom Typ Walzenzug, Fig. 12 eine
Baumaschine 2 vom Typ Straßenfertiger und Fig. 13 eine Baumaschine vom Typ Bodenfräsmaschine,
insbesondere Straßenfräse. Sämtliche dieser Baumaschinen 2 können im Umfang der vorliegenden
Beschreibung als hochautomatisierte, ganz besonderes autonom, selbstfahrende und insbesondere
auch hochautomatisiert, ganz besonderes autonom, arbeitende Baumaschinen 2 ausgebildet
sein und eine Baumaschinensteuereinheit 4 sowie die weiteren vorstehend zur Baumaschine
2 beschriebenen Einrichtungen umfassen.
BEZUGSZEICHENLISTE
[0128]
- A
- Vorwärtsrichtung
- B
- Rückwärtsrichtung
- 1
- Einrichtung
- 2
- selbstfahrende Baumaschine
- 2A
- weitere Baumaschine
- 3
- Leitstand
- 4
- Baumaschinensteuereinheit
- 5
- Leitstandsteuereinheit
- 6
- Überwachungsmodusübertragungsverbindung
- 6.1
- erster Abschnitt
- 6.2
- zweiter Abschnitt
- 6.3
- weiterer Abschnitt (Erdkabel)
- 7
- Sendeeinrichtung
- 9
- Baustellenrouter
- 10
- Steuermodusübertragungsverbindung
- 10.1
- erster Abschnitt
- 10.2
- zweiter Abschnitt
- 10.3
- dritter Abschnitt
- 10.4
- weiterer Abschnitt (Erdkabel)
- 11
- lokale Sende-Empfängerantenne
- 12
- Kommunikationssatellit
- 13
- Sensoreinrichtung
- 14
- Aktivierungsereignisses
- 15
- Fahrstand
- 16
- Maschinenrahmen
- 17
- Fahreinrichtungen
- 18
- Arbeitsaggregat
- 19
- Antriebsmotor
- 20
- Sende-/Empfangseinrichtung Baumaschine
- 21
- Signaleingang an der wenigstens einen Baumaschine
- 22
- Signalausgang an der wenigstens einen Baumaschine
- 23
- Signalausgang an der wenigstens einen Baumaschine
- 24
- weitere Signalein- und/oder -ausgänge
- 25
- Motorsensor
- 26
- Ladezustandssensor
- 27
- Füllstandsensor
- 28
- Beschleunigungssensor
- 29
- Stellweg- und/oder Positionssensor
- 30
- weiterer Sensor
- 31
- Fahrgeschwindigkeitssensor
- 32
- Fahrrichtungssensor
- 33
- Lenksensor
- 34
- Positionssensor
- 35
- weiterer Sensor
- 36
- Abstandssensor
- 37
- Kamera
- 38
- LIDAR-Sensor
- 39
- sonstige Sensoren
- 40
- Betriebssteuermodul
- 41
- Dokumentationsmodul
- 42
- Berechtigungsprüfmodul
- 43
- Auswertemodul
- 44
- Prüfmodul
- 45
- weiteres Modul
- 46
- Anzeige- und Signalisiereinrichtung
- 47
- Lautsprecher und/oder Mikrophon
- 48
- visuell wahrnehmbare Anzeigeeinrichtung
- 49
- weitere Anzeigeeinrichtung
- 50
- Sende-/Empfangseinrichtung Baumaschine
- 51
- Signaleingang an dem Leitstand
- 52
- Signaleingang an dem Leitstand
- 53
- Signalausgang an dem Leitstand
- 54
- weitere Signalein- und/oder -ausgänge
- 55
- Dokumentationsmodul
- 56
- Betriebssteuermodul
- 57
- Auswertemodul
- 58
- Prüfmodul
- 59
- Berechtigungsprüfmodul
- 60
- weiteres Modul
- 61
- Anzeige- und Signalisiereinrichtung
- 62
- Eingabeeinrichtung
- 63
- Zustandsdaten
- 64
- Maschinenkonfigurationsdaten
- 65
- Positionsdaten
- 66
- Verfahren zum Betrieb einer Einrichtung zum Durchführen eines Arbeitseinsatzes einer,
insbesondere hochautomatisiert, ganz besonderes autonom, selbstfahrenden Baumaschine
von einem entfernt zur Baumaschine lokalisierten Leitstand
- 67
- Betrieb im Überwachungsmodus
- 68
- Betrieb im Steuermodus
- 69
- Aufnehmen eines Betriebs im Überwachungsmodus
- 70
- Ermitteln von Zustandsdaten
- 71
- Übertragen
- 72
- Senden
- 73
- Empfangen
- 74
- Prüfen
- 75
- Abfragen
- 76
- Prüfen
- 77
- Übermitteln
- 78
- Stoppen
- 79
- Freigeben
- 80
- Komprimieren/Verschlüsseln
- 81
- Dekomprimieren/Entschlüsseln
- 82
- Herstellen einer Verbindung über die Steuermodusübertragungsverbindung
- 83
- Prüfen
- 84
- Aktivieren des Steuermodus
- 85
- Erzeugen von Steuerbefehlen
- 86
- Übermitteln
- 87
- Senden
- 88
- Empfangen
- 89
- Ausführen
- 90
- Beenden
- 91
- Einnehmen eines deaktivierten Zustandes
- 92
- Freigeben zum Übergang in den Überwachungsmodus
- 93
- Prüfen
- 94
- Umschalten
- 95
- Überwachungsmodus
- 96
- Steuermodus
- 97
- Verfügbarkeitssignal
- 98
- Verfügbarkeitssignal
- 99
- Verfügbarkeitssignal
- 100
- Verfügbarkeitssignal