[0001] Die Erfindung betrifft eine Regelarmatur zur Stromerzeugung und zur Regelung eines
Volumenstroms und/oder eines Druckes in Rohrleitungssystemen bestehend aus einem Gehäuse,
mit einem Einlass und einen Auslass, wobei die Regelarmatur einen Körper aufweist,
der als Laufrad ausgebildet ist, das mit einem Ventilsitz zusammenwirkt. Das Laufrad
steht über eine Welle mit einer elektromechanischen Anordnung in Verbindung, die einen
Generator zur Stromerzeugung umfasst.
[0002] Regelarmaturen werden überall dort eingesetzt, wo die Volumenströme fließfähiger
Medien in Rohrleitungen geregelt werden müssen. Dazu werden Regelarmaturen in vier
Grundbauarten ausgeführt: als Kugelhahn, als Absperrklappe, als Membranventil und
als Kegel-Sitz-Ventil.
[0003] Das Regelprinzip ist bei allen vier Bauformen identisch. Ein Volumenstrom wird ausgehend
von einem maximalen Durchflussquerschnitt durch mechanisch wirkende Drosseleinrichtungen
wie Kugeln mit Durchgangsbohrungen, gelagerte Klappen, flexible Membranen, Regelkegel
sowie Hubzylindern reduziert oder, im umgekehrten Fall, ausgehend von einer vollständigen
Unterbindung des Volumenstroms durch eine der oben genannten mechanisch wirkenden
Drosseleinrichtungen erhöht. Zwischen den jeweiligen Maximalwerten, also 100 Prozent
Durchflussrate bzw. 0 Prozent Durchflussrate, können bauart- und konstruktionsabhängig
unterschiedlich viele Zwischenwerte eingeregelt werden.
[0004] Zu den wichtigsten technischen Kriterien für die Auslegung von Regelarmaturen unter
Berücksichtigung des jeweiligen Einsatzzweckes zählen neben der Kennlinie der Regelarmatur
die Antriebsarten für die Verstellung der mechanisch wirkenden Drosseleinrichtungen,
die physikalischen und chemischen Eigenschaften des Strömungsmediums, die spezifischen
Druck- und Temperaturverhältnisse, die geforderte Durchflussmenge und die Einbauumgebung.
[0005] Unter Beachtung dieser Parameter können Regelarmaturen in einem definierten Umfang
weitestgehend an die Erfordernisse der jeweiligen Regelaufgabe angepasst werden. Beim
Betrieb können allerdings sowohl systemimmanent als auch durch das Über- oder Unterschreiten
bestimmter Betriebsparameter durch externe Ereignisse instabile Situationen auftreten,
die außerhalb der geplanten Regelungsbreite liegen.
[0006] So ist beispielsweise bei Kegel-Sitz-Ventilen die Kennlinie der Armatur durch die
Geometrie der Kegel-Sitz-Konstruktion entweder als lineare oder als gleichprozentige
Kennlinie vorgegeben. Zwar können die Regelkegel nach der Inbetriebnahme der Armatur
ausgetauscht werden, um unterschiedliche Kennlinien zu realisieren, während des Betriebs
ist eine Variation der Regelcharakteristik, wie sie z. B. bei atypischen Betriebszuständen
wünschenswert sein könnte, jedoch ausgeschlossen.
[0007] Weiterhin ist die Feinregulierung des Volumenstromes durch die mechanischen Drosselelemente
abhängig von den Möglichkeiten der jeweiligen Antriebsart. Sowohl die, in der Regel
schlecht reproduzierbare, manuelle Verstellung als auch pneumatische oder elektrische
Antriebe ermöglichen die Einstellung in einem Stellverhältnis von 1 : 10 für einfache
Regelaufgaben bis hin zu maximal 1 : 100 bei anspruchsvollen Regelaufgaben. Dabei
erfolgt die Regelung jedoch in jedem Fall in festgelegten Einzelschritten. Eine stufenlose
Regelung des Volumenstroms ist nicht gegeben.
[0008] Sodann treten bei Strömungsmedien in Rohrsystemen durch den Transport selbst, überwiegend
jedoch durch die Drosselwirkung von Regelarmaturen verursacht, Druck- und Temperaturveränderungen
auf, die zu Instabilitäten im Regelkreis führen können. Diese physikalischen Zustandsänderungen
können in Abhängigkeit von den physikalischen und chemischen Eigenschaften des jeweiligen
Strömungsmediums zusätzlich unerwünschte Veränderungen verursachen.
[0009] In der
EP 2 365 210 A1 wird eine Wasserturbine mit Regelungsvorrichtung und Generator zur Erzeugung von
elektrischer Energie offenbart. Der Fokus dieser Erfindung bezieht sich auf ein optimiertes
Turbinenkonzept, bei dem Francisturbinen mit verstellbaren Leitschaufeln zum Einsatz
in Kleinwasserkraftwerken kommen. Durch eine Anpassung an die variablen Wassermengen
und die variablen Druckverhältnisse, wie sie bei natürlichen Oberflächengewässern
auftreten, soll die Gewinnung elektrischer Energie durch die Francisturbine verbessert
werden. Dabei wird eine vorteilhafte Ausführung mit einem Drucksensor zur Messung
des Ausgangswasserdruckes beschrieben. Durch eine Regeleinrichtung kann dann mittels
eines Stellmotors eine Verstellung der Leitschaufeln der Francisturbine oder aber
die abzugebende elektrische Leistung so geregelt werden, dass der Ausgangswasserdruck
am Drucksensor annähernd konstant gehalten, zumindest aber begrenzt werden kann. Zur
weiteren Regelung der Turbinendrehzahl wird zusätzlich ein vom Generator erzeugter
Bremswiderstand vorgeschlagen.
Auch wenn einzelne Elemente der beschriebenen Wasserturbine Ähnlichkeiten zu Komponenten
der vorliegenden Anmeldung aufweisen, weicht das grundsätzliche Ziel dieser Erfindung,
die Erzeugung von elektrischer Energie aus strömenden Oberflächengewässern, von den
mit der vorliegenden Anmeldung avisierten Zielen, der Stromgewinnung und der Regelung
von Volumenströmen in Rohrleitungssystemen, deutlich ab.
[0010] Die Idee, den Absperrkörper einer Regelarmatur als Laufrad auszubilden, wird in der
DE 10 2015 100 929 A1 beschrieben.
[0011] Ein in ein Rohrleitungssystem einbaubares Stellventil weist ein Laufrad auf, welches
von einem strömenden Medium angetrieben wird. Dieses Laufrad ist mit einem Generator
zur Stromerzeugung verbunden. Dabei ist das Laufrad oder die Laufradachse axial verschiebbar,
wodurch auch ein vollständiger Verschluss des Rohrleitungssystems erreicht werden
kann. In einer besonderen Ausführungsform der Erfindung sollen die Flügel des Laufrades
nicht starr, sondern im Anströmwinkel verstellbar ausgeführt werden. Hierdurch ergibt
sich die Möglichkeit einer Regelung des Volumenstroms. Allerdings weist diese Anordnung
signifikante Nachteile auf, insbesondere im Hinblick auf die Regelcharakteristik.
Das in der genannten Druckschrift beschriebene Stellventil ist in seiner Regelkennlinie
sehr unflexibel, was die Einsatzmöglichkeiten stark einschränkt.
[0012] Die Aufgaben der Erfindung bestehen darin, eine Regelarmatur bereitzustellen, die
dadurch gekennzeichnet ist, dass sie mindestens ein Sensorsystem und eine Auswerteeinheit
zur Regelung einer Bremsvorrichtung umfasst. Hierdurch wird eine gezielte Anpassung
der Regelcharakteristik erreicht. Insbesondere wird die Möglichkeit geschaffen, die
Ventilkennlinie variabel und präzise an unterschiedliche Einsatzbedingungen anzupassen.
[0013] Weiterhin soll die bei der Drosselung von Volumenströmen entstehende Umwandlung von
kinetischer Energie in Wärmeenergie auf ein Mindestmaß reduziert werden, indem die
kinetische Energie des Strömungsmediums in nutzbare elektrische Energie umgewandelt
wird.
[0014] Diese Aufgaben werden durch die erfindungsgemäße Regelarmatur, wie sie im Hauptanspruch
beschrieben ist, gelöst. Zudem betrifft die Erfindung ein Verfahren zur Steuerung
der Regelarmatur, das in einem nebengeordneten Hauptanspruch erläutert wird.
[0015] Bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen, der
Beschreibung und der Figur zu finden.
[0016] Das in einem Gehäuse zwischen einer Einlassöffnung und einer Auslassöffnung angeordnete,
nicht axial verschiebbare Laufrad wird von der kinetischen Energie eines im Rohrleitungssystem
strömenden Mediums angetrieben. In Abhängigkeit von der spezifischen Geometrie des
Ventilsitzes und der spezifischen Ausgestaltung des Laufrads wird der Volumenstrom
im Rohrleitungssystem durch das Laufrad variabel reduziert bzw. gesteigert. Die insbesondere
bei einem hohen Volumenstrom bzw. bei hohem Druck vom Strömungsmedium auf das Laufrad
übertragene kinetische Energie wird mittels einer Welle auf einen Generator übertragen,
der die kinetische Energie in Elektrizität umwandelt.
[0017] Die auf diese Weise erzeugte elektrische Energie kann entweder direkt in das lokale
Stromnetz eingespeist und/oder vorteilhaft in einer Batterie gespeichert werden.
[0018] Die in einer Batterie gespeicherte elektrische Energie kann immer dann genutzt werden,
wenn der Volumenstrom im Rohrleitungssystem betriebsbedingt durch das Laufrad reduziert
werden soll.
[0019] Da der Auslegungspunkt einer Anlage so gestaltet werden kann, dass überwiegend ein
Volumenstrom nahe dem Maximum angestrebt wird, können über die Laufzeit einer Anlage,
die mit erfindungsgemäßen Regelarmaturen ausgestatteten ist, die Betriebskosten signifikant
gesenkt und ein Beitrag zur Reduktion der CO
2 -Emissionen geleistet werden.
[0020] Ein wesentlicher Bestandteil der erfindungsgemäßen Regelarmatur ist das integrierte
Sensorsystem, das mit einer Auswerteeinheit in Verbindung steht, über die eine Bremsvorrichtung
geregelt wird. Diese Bremsvorrichtung ist vorzugsweise in die mechanische Anordnung
der Armatur integriert und ermöglicht eine präzise Regelung der Bewegungen des Laufrads.
Hierdurch können unterschiedliche Kennlinien während des Betriebs variabel realisiert
werden. Im Vergleich zu herkömmlichen Regelarmaturen mit festgelegter Kennlinie und
einem schrittweise abgestuften Stellverhältnis weist die erfindungsmäßige Regelarmatur
aufgrund der variablen Kennlinie ein deutlich breiteres Anwendungsspektrum auf und
ermöglicht darüber hinaus aufgrund des stufenlosen Stellverhältnisses eine wesentlich
feinere Dosierung des Strömungsmediums.
[0021] Die spezifische Geometrie des Ventilsitzes wird den anlagenspezifischen Anforderungen
entsprechend ausgelegt. Die tatsächliche Ausformung des Ventilsitzes basiert maßgeblich
auf der ausgewählten Laufradgeometrie.
[0022] Es muss gewährleistet sein, dass der Spalt zwischen dem Ventilsitz und den Turbinenschaufeln
so gestaltet wird, dass eine Berührung der beiden Bauteile auch dann ausgeschlossen
ist, wenn beispielsweise stärkere Vibrationen auftreten. Andererseits darf die Spaltweite
nicht zu großzügig gewählt werden, damit Maßnahmen zur Reduktion des Volumenstroms
effektive Wirkung zeigen.
[0023] Die spezifische Ausformung des Laufrads wird ebenfalls von den anlagenspezifischen
Anforderungen bestimmt. In einer bevorzugten Variante wird das Laufrad als Turbinenrad
ausgeführt. Die Bauteile des Turbinenrads werden so ausgestaltet, dass eine möglichst
laminare Umströmung der Turbinenschaufeln gegeben ist, damit dem Strömungsmedium bei
gegebenem Volumenstrom ein Maximum an Bewegungsenergie entzogen werden kann. Andererseits
soll im Falle einer betriebsbedingt erforderlichen Reduktion des Volumenstromes die
Wirkung der Bremsvorrichtung möglichst effizient auf das Strömungsmedium übertragen
werden. Vorzugsweise sind die Turbinenschaufeln starr angeordnet; anlagenspezifisch
können jedoch auch Schaufeln mit einstellbarem Anströmwinkel zum Einsatz kommen.
[0024] Zur Reduktion des Volumenstroms in einem Rohrleitungssystem ist die Integration einer
drehzahlgesteuerten Bremsvorrichtung in die elektromechanische Anordnung vorteilhaft.
Die Bremsvorrichtung stellt einen variablen Widerstand dar, der auf den Generator
angewendet wird, um das System feinabzustimmen.
[0025] Diese drehzahlgesteuerte Bremsvorrichtung kann als elektromagnetische Bremse ausgeführt
werden. Bei diesem Typ wird die Rotation durch magnetische Felder, in Abhängigkeit
von der Stromzufuhr, verlangsamt.
[0026] Eine weitere bevorzugte Ausführungsform der drehzahlgesteuerten Bremsvorrichtung
ist die Wirbelstrombremse. Diese wirkt durch ein rotierendes Bauteil, das Wirbelströme
induziert, die der Rotation entgegenwirken.
[0027] Der Auslegungspunkt einer Anlage, in der ein Volumenstrom durch den Einsatz von erfindungsgemäßen
Armaturen geregelt wird, ist so festgelegt, dass in mehr als ca.
[0028] 80% der Betriebszeit eine Bremswirkung nicht erforderlich ist. Dieser Betriebszustand
begünstigt eine möglichst hohe Nutzung der kinetischen Energie des Strömungsmediums
zur Erzeugung von elektrischer Energie. Dementsprechend ist ein Energieeinsatz zur
Erzeugung einer Bremswirkung auf kurze Phasen begrenzt. Die zur Erzeugung der Bremswirkung
erforderliche Energie kann dem lokalen Stromnetz entnommen werden. Vorteilhaft kann
hier eine Batterie zum Einsatz kommen, in der der während des Standardbetriebs erzeugte
Strom gespeichert wurde.
[0029] Zum Sensorsystem der Regelarmatur zählen Drucksensoren und/oder Durchflusssensoren,
die vorzugsweise am Einlass, also in Strömungsrichtung vor dem Laufrad und am Auslass,
also in Strömungsrichtung nach dem Laufrad angeordnet sind. Die verwendeten Bauartvarianten
werden anlagenspezifisch ausgelegt. Die ermittelten Messwerte werden zu einer Auswerteeinheit
weitergeleitet.
[0030] Verfahrenstechnisch werden die kontinuierlich von den Drucksensoren und/oder Durchflusssensoren
erfassten Messwerte an eine Auswerteeinheit übermittelt. Dort wird der zwischen den
Messpunkten herrschende Differenzdruck (ΔP = P1 - P2) oder das Durchflussvolumen ermittelt
und die Bremsvorrichtung wird auf Grundlage eines in der Auswerteeinheit hinterlegten
Regelalgorithmus dynamisch angepasst, so dass eine maximale Systemeffizienz resultiert.
[0031] Zum Sensorsystem der Regelarmatur zählen weiterhin Messeinrichtungen zur Erfassung
eines Drehmoments (M) und einer Winkelgeschwindigkeit (ω) des Generators. Diese Sensoren
sind vorzugsweise innerhalb der elektromechanischen Anordnung eingerichtet. Die verwendeten
Bauartvarianten werden anlagenspezifisch ausgelegt.
[0032] Verfahrenstechnisch werden in Echtzeit das Drehmoment (M) und die Winkelgeschwindigkeit
(ω) des Generators ermittelt. Diese Messwerte werden an eine Auswerteeinheit weitergeleitet.
Durch einen in der Auswerteeinheit hinterlegten Algorithmus wird ein Steuerstrom im
Bereich von 4 - 20 mA generiert. Aus der dynamischen Anpassung der Drehzahl des Generators
(8) resultiert eine variable Kennlinie der Regelarmatur. Die Regelung des Volumenstroms
in einem Rohrleitungssystem gelingt dementsprechend mit hoher Effizienz und mit stufenloser
Dosierung.
[0033] Ebenfalls zum Sensorsystem gehören Messeinrichtungen zur Erfassung eines Durchflusses
(Q) durch die Armatur. Wie die Drucksensoren sind diese vorzugsweise am Einlass, also
in Strömungsrichtung vor dem Laufrad, und am Auslass, also in Strömungsrichtung nach
dem Laufrad, angeordnet. Die verwendeten Bauartvarianten werden anlagenspezifisch
ausgelegt.
[0034] Verfahrenstechnisch wird der Durchfluss kontinuierlich überwacht. Die ermittelten
Messwerte werden an die Auswerteeinheit übermittelt, wo sie in den Regelalgorithmus
einfließen und letztendlich über ein generiertes Steuersignal eine Anpassung der Bremskraft
der Bremsvorrichtung bewirken.
[0035] In der Auswerteeinheit werden die von den Sensoren des Sensorsystems ermittelten
Messwerte zusammengeführt. Dort werden die einzelnen Messwerte zueinander in Beziehung
gesetzt und bewertet. Der jeweiligen betrieblichen Anforderung entsprechend wird dann
durch einen in der Auswerteeinheit hinterlegten Algorithmus ein Steuersignal für die
Bremsvorrichtung generiert.
[0036] Verfahrenstechnisch wird neben den bereits erwähnten Regelungsmaßnahmen auch die
Leistungsabgabe des Generators optimiert. Hierzu werden die Messwerte für den Differenzdruck
(ΔP) und der Messwert für den Durchfluss (Q) herangezogen, um die Betriebsbedingungen
für das Laufrad zu stabilisieren.
Bezeichnungsliste
[0037]
- 1
- Gehäuse
- 2
- Einlass
- 3
- Auslass
- 4
- Laufrad
- 5
- Ventilsitz
- 6
- Welle
- 7
- elektromechanische Anordnung
- 8
- Generator
- 9
- Sensorsystem
- 10
- Auswerteeinheit
- 11
- Bremsvorrichtung
- M
- Drehmoment
- ω
- Winkelgeschwindigkeit
- Q
- Durchfluss
- ΔP
- Differenzdruck
- P1
- Messpunkt stromaufwärts zum Laufrad
- P2
- Messpunkt stromabwärts vom Laufrad
[0038] Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der Beschreibung von
Ausführungsbeispielen anhand der Zeichnungen und aus den Zeichnungen selbst.
[0039] Dabei zeigt:
Fig. 1 schematisch den Aufbau einer erfindungsgemäßen Regelarmatur
[0040] Fig. 1 zeigt schematisch den Aufbau einer erfindungsgemäßen Regelarmatur. Das Schema
verdeutlicht die erfindungsgemäßen Vorrichtungs- und Verfahrensansprüche. Die Regelarmatur
besteht aus einem Gehäuse 1 mit einem Einlass 2, durch den das Strömungsmedium in
die Regelarmatur eintritt, und mit einem Auslass 3, über den das Strömungsmedium aus
der Regelarmatur austritt. Die Ausbildung der inneren Gehäusewandung ist so gestaltet,
dass der Volumenstrom möglichst laminar zu den Schaufeln des Laufrads 4 geleitet wird.
Die Ausführung der Schaufeln des Leitrads 4 und die Gestaltung des Ventilsitzes 5
müssen auf das Strömungsmedium sowie auf unterschiedliche Betriebsparameter abgestimmt
werden. Das Laufrad 4 ist über eine Welle 6 mit einer elektromechanischen Anordnung
7 verbunden. Die elektromechanische Anordnung 7 umfasst einen Generator 8 zur Erzeugung
elektrischer Energie sowie eine Bremsvorrichtung 9 zur Regelung des Volumenstroms
im Rohrleitungssystem. Die unterschiedlichen Sensoren des Sensorsystems 9 sind zum
Teil in die elektromechanische Anordnung 7 integriert, zum Teil befinden sie sich
an Messpunkten am Gehäuse 1. Bei den in die elektromechanische Einheit 7 integrierten
Sensoren handelt es sich um Sensoren zur Erfassung des Drehmoments (M) und zur Erfassung
der Winkelgeschwindigkeit (ω) des Generators 8. Bei den am Gehäuse angeordneten Sensoren
handelt es sich um Druck- und Durchflusssensoren. Die vom Sensorsystem 9 generierten
Messwerte gelangen zu einer Auswerteeinheit 10. Dort werden die Daten entsprechend
einem in der Auswerteeinheit 10 hinterlegten Algorithmus verarbeitet, so dass unterschiedliche
Steuersignale erzeugt werden können.
1. Regelarmatur mit einem Gehäuse (1), das einen Einlass (2) und einen Auslass (3) umfasst,
wobei die Armatur einen Körper aufweist, der als Laufrad (4) ausgebildet ist, das
mit einem Ventilsitz (5) zusammenwirkt, wobei das Laufrad (4) über eine Welle (6)
mit einer elektromechanischen Anordnung (7) in Verbindung steht, die einen Generator
(8) zur Stromerzeugung umfasst,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Regelarmatur mindestens ein Sensorsystem (9) und eine Auswerteeinheit (10) zur
Regelung einer Bremsvorrichtung (11) umfasst.
2. Regelarmatur nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Körper mit einem Ventilsitz (5) zusammenwirkt.
3. Regelarmatur nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Laufrad (4) als Turbinenrad ausgebildet ist.
4. Regelarmatur nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass in die elektromechanische Anordnung (7) eine Bremsvorrichtung (11) integriert ist.
5. Regelarmatur nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass sie ein Sensorsystem (9) zur Erfassung von Drücken stromaufwärts (P1) und stromabwärts
(P2) des Laufrads (4) umfasst.
6. Armatur nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Sensorsystem (9) Messeinrichtungen zur Erfassung eines Drehmoments (M) und einer
Winkelgeschwindigkeit (ω) des Generators (8) aufweist.
7. Armatur nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Sensorsystem (9) Messeinrichtungen zur Erfassung eines Durchflusses (Q) durch
die Armatur aufweist.
8. Verfahren zur Stromerzeugung und zur Regelung eines Durchflusses und/oder eines Drucks
in Rohrleitungssystemen mittels einer Regelarmatur, bestehend aus einem Gehäuse (1),
das einen Einlass (2) und einen Auslass (3) umfasst, wobei die Armatur einen Körper
aufweist, der als Laufrad (4) ausgebildet ist, das mit einem Ventilsitz (5) zusammenwirkt,
wobei das Laufrad (4) über eine Welle (6) mit einer elektromechanischen Anordnung
(7), die einen Generator (8) zur Stromerzeugung umfasst, in Verbindung steht und
dadurch gekennzeichnet, dass sie mindestens ein Sensorsystem (9) und eine Auswerteeinheit (10) zur Regelung einer
Bremsvorrichtung (11) umfasst.
Das Verfahren umfasst die folgenden Schritte:
- Messen des Durchflusses (Q) und des Differenzdrucks (ΔP) an zwei Messpunkten stromaufwärts
(P1) und stromabwärts (P2) des Laufrads (4),
- dynamisches Anpassen einer Bremsvorrichtung (11) basierend auf dem gemessenen Differenzdruck
(ΔP), um das Drehmoment (M) und die Winkelgeschwindigkeit (ω) des Generators (8) zu
regulieren,
- Rückkoppeln der gemessenen Werte an eine Auswerteeinheit (10), die die Bremskraft
der elektromechanischen Anordnung (7) steuert, um eine Überlastung des Laufrads (4)
und des Generators (8) zu verhindern und die Effizienz zu maximieren,
- Optimieren der Leistungsabgabe des Generators (8), indem die gewünschten Betriebsbedingungen
des Laufrads basierend auf dem Differenzdruck (ΔP) und dem Durchfluss (Q) beibehalten
werden.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Drehmoment (M) und die Winkelgeschwindigkeit (ω) des Generators (8) in Echtzeit
dynamisch durch eine Auswerteeinheit (10) angepasst werden, wobei die Auswerteeinheit
(10) einen Steuerstrombereich von 4-20 mA verwendet.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Differenzdruck (ΔP = P1 - P2) kontinuierlich überwacht wird und die Bremsvorrichtung
(11) auf Grundlage eines Regelalgorithmus dynamisch angepasst wird, um die Systemeffizienz
zu maximieren.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Anpassung einer Bremskraft der Bremsvorrichtung (11) an einen variablen Durchfluss
angepasst ist.
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Algorithmus zur Regelung der Leistung des Generators (8) das Drehmoment und die
Winkelgeschwindigkeit des Laufrads (4) optimiert, um den mechanischen Widerstand und
den Energieverlust zu minimieren.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Auswerteeinheit (10) die Eingaben des Sensorsystems (9) verarbeitet und eine
Bremskraft des Generators (8) in Echtzeit anpasst, um eine gewünschte Leistung zu
gewährleisten.