[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Bereitstellen eines Fluids, insbesondere
von Heißwasser, mit einer Warmfluidbereitstellungseinrichtung, insbesondere einer
Heißwasserbereitstellungseinrichtung.
[0002] Die Erfindung betrifft weiter eine Warmfluidbereitstellungseinrichtung, insbesondere
eine Heißwasserbereitstellungseinrichtung, insbesondere zur Durchführung eines Verfahrens
zum Bereitstellen eines Fluids.
[0003] Zudem betrifft die Erfindung ein Sanitärarmatursystem, umfassend eine Sanitärarmatur
und zumindest eine mit der Sanitärarmatur fluidisch verbundene Warmfluidbereitstellungseinrichtung.
[0004] Aus der Praxis sind Küchenarmatursysteme bekannt geworden, mit denen unmittelbar
nach dem Betätigen eines Wasserhahns kochendes Wasser in einer bestimmten Menge ausgegeben
werden kann. Dabei kann das Wasser in einem Wasserspeicher, der beispielsweise in
einem Küchenunterschrank angeordnet ist, mittels einer Heizeinrichtung auf Siedetemperatur
erwärmt und bis zur Ausgabe mit dieser Temperatur vorgehalten werden.
[0005] In der
EP 3 088 800 A1 ist eine Heizeinrichtung zum Einsatz in einem Verdampfer, wie beispielsweise einem
Dampfgarer, offenbart. Die Heizeinrichtung umfasst ein Metallrohr mit drei außenseitig
angeordneten flächigen Heizelementen, wobei Wasser durch das Rohr hindurchfließen
kann. Zur Füllstanderkennung und zur Erkennung einer Verkalkung innerhalb des Rohres
können Temperatursensoren angeordnet sein. Dabei ist beschrieben, dass je nach Betriebsmodus
unterschiedlich viele Heizelemente zusammen betrieben werden. Beispielsweise werden
zum Bereitstellen einer besonders hohen Heizleistung in einem "Boost"-Betriebsmodus
alle drei Heizelemente gleichzeitig betrieben. Zum Aufrechterhalten einer bestimmten
Wassertemperatur kann es ausreichend sein, zwei Heizelemente gleichzeitig zu betreiben.
[0006] Die
DE 10 2018 221 410 A1 beschreibt weiter eine Heizeinrichtung mit zwei flächigen Heizelementen, die an einer
Außenseite eines Behälters im Bereich eines Wassereinlasses und im Bereich eines Wasserauslasses
angeordnet sind. Zum Aufheizen des Wassers können die Heizelemente abwechselnd betrieben
werden.
[0007] Aus der
DE 10 2013 201 181 A1 ist zudem eine Kaffeemaschine mit einer Dickschichtheizung als einzelnes Heizelement
bekannt geworden. Das Heizelement ist an einer Außenseite eines Rohrabschnitts angeordnet,
sodass durch den Rohrabschnitt strömendes Wasser aufgeheizt werden kann. Mittels eines
Temperatursensors und einer Steuereinrichtung kann eine Heizleistung des Heizelements
gesteuert werden.
[0008] Nachteilig dabei ist, dass nur eine begrenzte Menge an vorgehaltenem Heißwasser ausgegeben
werden kann. Ist das vorgehaltene Heißwasser ausgegeben, sinkt die Temperatur des
nachfolgend ausgegebenen Wassers schlagartig ab. Zudem muss der Unterschrank zur Aufnahme
bekannter Wasserspeicher mit Heizeinrichtung einen großen Bauraum aufweisen.
[0009] Eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, ein Verfahren zum Bereitstellen
eines Fluids, eine Warmfluidbereitstellungseinrichtung und ein Sanitärarmatursystem
anzugeben, welche eine möglichst effiziente und schnelle Aufheizung von Wasser auf
Siedetemperatur ermöglichen. Darüber hinaus soll die Ausgabe einer möglichst großen
Menge Heißwasser ermöglicht werden. Zudem soll eine bauraumsparende Warmfluidbereitstellungseinrichtung
bereitgestellt werden.
[0010] Eine weitere Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein alternatives Verfahren
zum Bereitstellen eines Fluids, eine alternative Warmfluidbereitstellungseinrichtung
und ein alternatives Sanitärarmatursystem anzugeben.
[0011] In einer Ausführungsform löst die vorliegende Erfindung die vorstehend genannten
Aufgaben mit einem Verfahren zum Bereitstellen eines Fluids, insbesondere von Heißwasser,
mit einer Warmfluidbereitstellungseinrichtung, insbesondere einer Heißwasserbereitstellungseinrichtung,
umfassend einen Behälter zur Aufnahme von Fluid mit einem Einlass und einem Auslass,
und eine Heizvorrichtung mit mehreren, vorzugsweise drei, Heizelementen, wobei die
Heizelemente an und/oder in dem Behälter sowie entlang einer Behältererstreckung zwischen
dem Ein- und Auslass voneinander beabstandet angeordnet sind, umfassend die Schritte:
- Bereitstellen von Fluid, insbesondere Kaltwasser, im Behälter über den Einlass;
- Erwärmen des Fluids, wobei die Heizelemente sequentiell entlang der Behältererstreckung
betrieben werden; und
- Bereitstellen des erwärmten Fluids, insbesondere Heißwasser, über den Auslass.
[0012] In einer Ausführungsform löst die vorliegende Erfindung die vorstehend genannten
Aufgaben mit einer Warmfluidbereitstellungseinrichtung, insbesondere eine Heißwasserbereitstellungseinrichtung,
insbesondere zur Durchführung eines Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 9, umfassend
einen Behälter zur Aufnahme von Fluid mit einem Einlass und einem Auslass, und eine
Heizvorrichtung mit mehreren, vorzugsweise drei, Heizelementen, wobei die Heizelemente
an und/oder in dem Behälter sowie entlang einer Behältererstreckung zwischen dem Ein-
und Auslass voneinander beabstandet angeordnet sind, wobei die Heizelemente zum Erwärmen
des Fluids sequentiell entlang der Behältererstreckung mittels einer Steuereinrichtung
betreibbar sind.
[0013] In einer Ausführungsform löst die vorliegende Erfindung die vorstehend genannten
Aufgaben mit einem Sanitärarmatursystem, umfassend eine Sanitärarmatur und zumindest
eine mit der Sanitärarmatur fluidisch verbundene Warmfluidbereitstellungseinrichtung
nach einem der Ansprüche 10 bis 12.
[0014] Einer der dadurch erzielten Vorteile ist, dass das Fluid in besonders kurzer Zeit
erhitzt werden kann, da das Fluid abschnittsweise mit Wärme der Heizelemente, die
mit einer besonders hohen Heizleistung betrieben werden, beaufschlagt wird. Bei der
Ausbildung der Heizelemente als Widerstandsheizelemente kann beispielsweise die zur
Verfügung stehende Stromversorgung jeweils auf ein einziges Heizelement konzentriert
werden. Durch eine sequentielle Erhitzung entlang der Behältererstreckung ist zudem
die Anzahl der Umschaltungen, umfassend ein Ausschalten eines Heizelements und ein
Einschalten eines nächsten Heizelements, minimiert. Somit sind auch Wärmeverluste
und Wartezeiten minimiert, die daraus resultieren, dass sich ein gerade eingeschaltetes
Heizelement zunächst selbst über eine gewisse Zeitdauer bis auf eine Betriebstemperatur
aufheizen muss. Dies trägt dazu bei, dass erwärmtes Fluid bereits nach einer besonders
kurzen Zeit bereitgestellt werden kann. Somit kann beispielsweise Heißwasser nach
einer besonders kurzen Zeit über eine mit dem Auslass des Behälters fluidisch verbundene
Sanitärarmatur an einen Benutzer ausgegeben werden. Durch die Anordnung der Steuereinrichtung
wird ein automatisierter Betrieb der Heizelemente ermöglicht. Die Steuereinrichtung
kann dabei derart konfiguriert sein, dass die Heizelemente basierend auf definierbaren
Kriterien sequentiell anund ausgeschaltet werden.
[0015] Um die Erwärmung des Fluids zu beschleunigen und eine bauraumsparende Konstruktion
der Warmfluidbereitstellungseinrichtung zu erreichen, ist denkbar, dass die Heizelemente
an einer Außenseite einer Behälterwandung, insbesondere vollständig entlang eines
Behälterumfangs, angeordnet sind und/oder dass die Heizelemente zumindest teilweise
als Dickschicht-Heizelemente ausgebildet sind. Durch eine derartige Ausbildung der
Heizelemente kann das Fluid über eine besonders große Wirkfläche erwärmt werden.
[0016] Der Begriff "sequentiell" ist im weitesten Sinne zu verstehen und bezieht sich, insbesondere
in den Ansprüchen, vorzugsweise in der Beschreibung auf einen Betrieb der Heizelemente,
wobei die Heizelemente zeitlich nacheinander betrieben werden und wobei stets nur
eines der Heizelemente eingeschaltet ist, während das oder die übrigen Heizelemente
ausgeschaltet sind. Alternativ ist es auch denkbar, beim Umschalten von einem auf
das andere Heizelement, die Heizleistung des einen Heizelements in dem Maße zu verringern,
wie die Heizleistung des anderen Heizelements erhöht wird. Mit anderen Worten wird
ein kontinuierlicher Übergang der Heizleistung insgesamt von dem einen auf das andere
Heizelement ermöglicht.
[0017] Der Begriff "entlang der Behältererstreckung" ist im weitesten Sinne zu verstehen
und bezieht sich, insbesondere in den Ansprüchen, vorzugsweise in der Beschreibung
auf eine zeitliche Reihenfolge, in der die Heizelemente betrieben werden, wobei die
zeitliche Reihenfolge mit der örtlichen Reihenfolge der Anordnung der Heizelemente
entlang der Behältererstreckung korrespondiert. Die örtliche Reihenfolge kann dabei
auf die Anordnung der Heizelemente vom Einlass in Richtung des Auslasses oder vom
Auslass in Richtung des Einlasses bezogen sein.
[0018] Der Begriff "Heißwasser" ist im weitesten Sinne zu verstehen und bezieht sich, insbesondere
in den Ansprüchen, vorzugsweise in der Beschreibung auf Wasser, welches eine Temperatur
von mindestens 90°C, insbesondere mindestens 95°C, und/ oder Siedetemperatur aufweist.
[0019] Weitere Merkmale, Vorteile und weitere Ausführungsformen der Erfindung sind im Folgenden
beschrieben oder werden dadurch offenbar.
[0020] Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung wird ein Betrieb der Heizelemente
durch eine Steuereinrichtung basierend auf einer Fluidtemperatur geregelt. Dadurch
wird ein automatisierter Betrieb der Heizelemente mit einer Regelung ermöglicht, wobei
das Fluid zuverlässig auf eine definierbare Temperatur erwärmt werden kann. Zudem
kann die Betriebssicherheit erhöht werden, da beispielsweise eine Erwärmung des Fluids
über eine kritische Temperatur vermieden wird.
[0021] Gemäß einer weiteren vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung wird die Fluidtemperatur
durch zumindest einen an und/oder im Behälter angeordneten Temperatursensor erfasst,
vorzugsweise wobei jedem einem Heizelement zugeordneten Behälterabschnitt zumindest
ein Temperatursensor zugeordnet ist. Eine Anordnung an und/oder im Behälter ermöglicht
es, die Fluidtemperatur mit einer hohen Genauigkeit zu erfassen. Durch die Zuordnung
von Temperatursensoren zu Behälterabschnitten kann ferner jedes Heizelement in Abhängigkeit
einer Fluidtemperatur eines Teils des Fluids in dem entsprechenden Behälterabschnitt
ein- und ausgeschaltet werden. Beispielsweise ist denkbar, dass jedes Heizelement
so lange betrieben wird, bis eine definierte Zielfluidtemperatur des zugehörigen Behälterabschnitts
erreicht ist und sodann ausgeschaltet wird. Somit kann die Genauigkeit der Regelung
weiter erhöht werden und das Fluid zuverlässig auf eine gewünschte Temperatur erwärmt
werden.
[0022] Gemäß einer weiteren vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung umfasst das Bereitstellen
von Fluid ein Bereitstellen einer stationären Vorhaltefluidmenge im Behälter, vorzugsweise
wobei die Vorhaltefluidmenge durch die Heizelemente beginnend mit dem höchstgelegenen
Heizelement erwärmt wird. Vorteil hiervon ist, dass eine kontinuierliche Verfügbarkeit
von erwärmtem Fluid in dem Behälter bereitgestellt wird. Die Vorhaltefluidmenge wird
bei einem geschlossenen Auslass im Behälter bereitgestellt und erwärmt. Bei Bedarf
kann dann direkt erwärmtes Fluid bereitgestellt werden, sodass Wartezeiten vermieden
werden. Bei einer Erwärmung beginnend mit dem höchstgelegenen Heizelement entsteht
eine Schichtung des Fluids. Wird das in dem dem höchstgelegenen Heizelement zugeordneten
Behälterabschnitt befindliche Fluid erwärmt, bleibt Fluid in dem einen oder den mehreren
darunterliegenden Behälterabschnitten zunächst kalt. Nach Erreichen einer Zielfluidtemperatur
im obersten Behälterabschnitt wird das höchstgelegene Heizelement ausgeschaltet und
das unmittelbar darunterliegende Heizelement eingeschaltet. Dieser Vorgang setzt sich
sequentiell bis zu dem letzten Heizelement fort. Dies bietet den Vorteil, dass am
Auslass sehr schnell erwärmtes Fluid verfügbar ist. Der Behälter kann derart ausgebildet
und anordenbar sein, dass der Auslass oberhalb des Einlasses positioniert ist, vorzugsweise
wobei die Behältererstreckung parallel zur Vertikalen verläuft.
[0023] Gemäß einer weiteren vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung umfasst das Bereitstellen
von Fluid ein Bereitstellen eines Fluidflusses durch den Behälter, vorzugsweise wobei
das durchfließende Fluid durch die Heizelemente beginnend mit dem dem Einlass nächstliegenden
Heizelement erwärmt wird. Mittels eines Fluidflusses durch den Behälter, das heißt
vom Einlass zum Auslass und durch diesen hindurch, kann kontinuierlich erwärmtes Fluid
bereitgestellt werden. Wird dabei das Fluid beginnend mit dem dem Einlass nächstliegenden
Heizelement erwärmt, kann ein erster Teil des durchfließenden Fluids auf eine besonders
hohe Temperatur erwärmt werden. In dem Fall, dass bereits eine erwärmte Vorhaltefluidmenge
im Behälter vorliegt und diese Vorhaltefluidmenge durch Bereitstellen des Fluidflusses
durch den Auslass ausgegeben wird, kann unmittelbar anschließend an die Ausgabe der
Vorhaltefluidmenge eine weitere auf die gleiche Temperatur erwärmte Fluidmenge ausgegeben
werden.
[0024] Gemäß einer weiteren vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung sind drei Heizelemente
angeordnet, wobei das durchfließende Fluid abschnittsweise je Heizelement auf eine
Fluidtemperatur zwischen 40°C und 50°C, vorzugsweise von 47°C, in einem ersten Behälterabschnitt,
zwischen 70°C und 80°C, vorzugsweise von 73°C, in einem zweiten Behälterabschnitt,
und zwischen 90°C und 100°C, vorzugsweise von 100°C, in einem dritten Behälterabschnitt
erwärmt wird. Durch eine solche stufenweise Erwärmung des Fluids, insbesondere von
Wasser, kann die Zeit bis zum Erreichen der Zieltemperatur zwischen 90°C und 100°C,
vorzugsweise von 100°C, reduziert werden.
[0025] Gemäß einer weiteren vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung wird eine Durchflussmenge
des Fluidflusses durch eine Steuereinrichtung in Abhängigkeit einer Fluidtemperatur
geregelt. Vorteil hiervon ist, dass sichergestellt werden kann, dass das Fluid stets
mit der gewünschten Temperatur ausgegeben wird. Ist die gewünschte Temperatur bei
einer gegebenen Durchflussmenge nicht erreichbar, beispielsweise da die maximale Heizleistung
der Heizelemente bereits erreicht ist, kann die Durchflussmenge reduziert werden.
Alternativ oder zusätzlich ist denkbar, dass die Fluidtemperatur durch die Steuereinrichtung
in Abhängigkeit der Durchflussmenge des Fluidflusses geregelt wird. Dabei kann die
Steuereinrichtung eine Heizleistung der Heizelemente steuern.
[0026] Gemäß einer weiteren vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung wird der Fluidfluss
mittels eines Ventils, insbesondere eines regelbaren Ventils, gesteuert. Somit kann
die Durchflussmenge präzise, insbesondere durch die Steuereinrichtung, gesteuert werden.
[0027] Gemäß einer weiteren vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung wird dem Behälter
und/oder einem dem Auslass nachgeordneten Fluidführungsabschnitt zusätzlich Kaltfluid
separat vom Einlass zugeführt. Daran ist vorteilhaft, dass auf einfache Weise und
schnell die Fluidtemperatur durch Zumischung von Kaltfluid beeinflusst werden kann.
[0028] Gemäß einer weiteren vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung weist der Behälter
eine zylindrische Form auf, vorzugsweise wobei ein Verhältnis eines Behälterdurchmessers
zu einer Behälterhöhe mindestens 0,1 und maximal 1,0, insbesondere mindestens 0,2
und maximal 0,6, vorzugsweise mindestens 0,2 und maximal 0,4, beträgt. Infolge einer
derartigen Ausgestaltung weist der Behälter eine besonders große Umfangsfläche im
Verhältnis zum Behälterdurchmesser auf, wodurch Fluid, insbesondere durch an der Umfangsfläche
angeordnete Heizelemente, besonders effektiv und schnell erwärmt werden kann. Der
Behälterdurchmesser kann zwischen 10 mm und 200 mm, insbesondere zwischen 50 mm und
120 mm, vorzugsweise zwischen 70 mm und 100 mm, insbesondere vorzugsweise 85 mm, betragen.
Der Behälter kann aus einem Material umfassend Metall, insbesondere Edelstahl, hergestellt
sein.
[0029] Gemäß einer weiteren vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung weist jedes Heizelement
eine Heizleistung von mindestens 3 kW und vorzugsweise von maximal 3,68 kW, auf. Dadurch
kann jedes Heizelement einfach über einen üblichen Hausstromanschluss betrieben werden.
[0030] Weitere wichtige Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen,
aus den Zeichnungen und aus der dazugehörigen Figurenbeschreibung anhand der Zeichnungen.
[0031] Es versteht sich, dass die vorstehend genannten und die nachstehend noch zu erläuternden
Merkmale nicht nur in der jeweils angegebenen Kombination, sondern auch in anderen
Kombinationen oder in Alleinstellung verwendbar sind, ohne den Rahmen der vorliegenden
Erfindung zu verlassen.
[0032] Bevorzugte Ausführungen und Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung sind in
den Zeichnungen dargestellt und werden in der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert,
wobei sich gleiche Bezugszeichen auf gleiche oder ähnliche oder funktional gleiche
Bauteile oder Elemente beziehen.
[0033] Dabei zeigen
- Fig. 1
- in schematischer, geschnittener Darstellung eine Heißwasserbereitstellungseinrichtung
gemäß einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung in einer Seitenansicht, und
- Fig. 2
- Schritte eines Verfahrens gemäß einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung.
[0034] Die Figur 1 zeigt in schematischer, geschnittener Darstellung eine Heißwasserbereitstellungseinrichtung
gemäß einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung in einer räumlichen Ansicht.
[0035] Die in Figur 1 gezeigte Heißwasserbereitstellungseinrichtung 100 weist einen Behälter
1 aus Edelstahl zur Aufnahme von Wasser mit einem Deckel 2 und einem Boden 3 auf.
Im Bereich des Bodens 3 ist ein Einlass 4 angeordnet und im Bereich des Deckels 2
ist ein Auslass 5 angeordnet. Der Auslass 5 ist somit oberhalb des Einlasses 4 positioniert.
An einer Außenseite einer Behälterwandung 6 sind ein erstes Heizelement 7a, ein zweites
Heizelement 7b und ein drittes Heizelement 7c jeweils in Form eines Dickschicht-Heizelementes
angeordnet, wobei die Heizelemente 7a, 7b, 7c entlang einer Behältererstreckung 8
zwischen dem Ein- und Auslass 4, 5 voneinander beabstandet angeordnet sind. Die Heizelemente
7a, 7b, 7c erstrecken sich jeweils im Wesentlichen vollständig entlang des Behälterumfangs
und sind jeweils einem Behälterabschnitt, nämlich einem ersten Behälterabschnitt 9a,
einem zweiten Behälterabschnitt 9b und einem dritten Behälterabschnitt 9c, zuordenbar.
Jedes Heizelement 7a, 7b, 7c weist eine Heizleistung von etwa 3 kW auf.
[0036] Der Behälter 1 hat eine zylindrische Form mit einer Behälterhöhe 10 von 290 mm und
einem Behälterdurchmesser 11 von 85 mm. Damit weist der Behälter 1 ein Innenvolumen
von etwa 1,5 I und ein Verhältnis des Behälterdurchmessers 11 zu der Behälterhöhe
10 von 0,29 auf.
[0037] Zur Erfassung der Fluidtemperatur sind mehrere Temperatursensoren 12a, 12b, 12c an
der Behälterwandung 6 angeordnet, wobei jedem Behälterabschnitt 9a, 9b, 9c einer der
drei Temperatursensoren 12a, 12b, 12c zugeordnet ist. Zudem ist zum Steuern eines
Fluidflusses durch den Behälter 1 ein regelbares Ventil 13 dem Auslass 5 fluidisch
nachgeschaltet angeordnet.
[0038] Ferner weist die Heißwasserbereitstellungseinrichtung 100 eine Steuereinrichtung
14 auf, wobei die Heizelemente 7a, 7b, 7c zum Erwärmen des Wassers sequentiell entlang
der Behältererstreckung 8 mittels der Steuereinrichtung 14 betreibbar sind. Die Steuereinrichtung
14 ist zudem dazu ausgebildet, den Betrieb der Heizelemente 7a, 7b, 7c und über eine
Steuerung des Ventils 13 die Durchflussmenge des Fluidflusses in Abhängigkeit der
durch die Temperatursensoren 12a, 12b, 12c erfassten Fluidtemperaturen zu regeln.
Dazu sind die Heizelemente 7a, 7b, 7c, das Ventil 13 und die Temperatursensoren 12a,
12b, 12c über elektrische Leitungen 15 mit der Steuereinrichtung 14 verbunden. Grundsätzlich
ist denkbar, dass zumindest ein Teil der Einheiten 7a, 7b, 7c; 12a, 12b, 12c; 13 kabellos
mit der Steuereinrichtung 14 verbunden ist.
[0039] Die Figur 2 zeigt Schritte eines Verfahrens gemäß einer Ausführungsform der vorliegenden
Erfindung.
[0040] Nachfolgend wird die Durchführung des Verfahrens mit der Heißwasserbereitstellungseinrichtung
100 gemäß der in Figur 1 gezeigten Ausführungsform beschrieben.
[0041] In einem ersten Schritt S1 wird der gesamte Behälter 1 mit einer stationären Vorhaltefluidmenge
von 1,5 I Wasser über den Einlass 4 gefüllt. Dabei ist der Auslass 5 des Behälters
1 geschlossen. Das über den Einlass 4 einlaufende Wasser kann etwa 20°C aufweisen.
[0042] Die Vorhaltefluidmenge wird in einem Schritt S2 bis auf 100°C erwärmt, wobei die
Heizelemente 7a, 7b, 7c sequentiell entlang der Behältererstreckung 8 beginnend mit
dem höchstgelegenen Heizelement, das heißt mit dem dritten Heizelement 7c, betrieben
werden. Dazu wird das dritte Heizelement 7c eingeschaltet und das im dritten Behälterabschnitt
9c befindliche Wasser bis auf 100°C erwärmt. Sobald durch den Temperatursensor 12c
eine Temperatur von 100°C erfasst wird, wird das dritte Heizelement 7c ausgeschaltet
und das zweite Heizelement 7b eingeschaltet. Durch das zweite Heizelement 7b wird
sodann das im zweiten Behälterabschnitt 9b befindliche Wasser bis auf 100°C erwärmt.
Anschließend wird das zweite Heizelement 7b ausgeschaltet und das erste Heizelement
7a eingeschaltet, um das restliche, im ersten Behälterabschnitt 9a befindliche Wasser
bis auf 100°C zu erwärmen. Mithilfe der Temperatursensoren 12b, 12a wird auch jeweils
das Erreichen der Zieltemperaturen des zweiten und ersten Behälterabschnitts 9b, 9a
überwacht.
[0043] In einem nächsten Schritt S3 wird das auf 100°C erwärmte Heißwasser der Vorhaltefluidmenge
durch Bereitstellen eines Fluidflusses durch den Auslass 5 ausgegeben. Dabei wird
das Ventil 13 durch die Steuereinrichtung 14 derart angesteuert, dass der Fluidfluss
durch das Ventil 13 mit einer Durchflussmenge von 1,6 I/min freigegeben wird. Gleichzeitig
fließt nicht erwärmtes Kaltwasser durch den Einlass in den Behälter und durch den
Behälter hindurch zum Auslass.
[0044] In einem Schritt S4 wird das durchfließende Kaltwasser erwärmt, wobei die Heizelemente
7a, 7b, 7c sequentiell entlang der Behältererstreckung 8 beginnend mit dem dem Einlass
nächstliegenden Heizelement, das heißt mit dem ersten Heizelement 7a, betrieben werden.
Ein erster Teil des durchfließenden Kaltwassers wird mittels des ersten Heizelements
7a im ersten Behälterabschnitt 9a auf 47°C, sodann mittels des zweiten Heizelements
7b im zweiten Behälterabschnitt 9b auf 73°C und zuletzt mittels des dritten Heizelements
7c im dritten Behälterabschnitt 9c auf 100°C erwärmt. Mithilfe der Temperatursensoren
12a, 12b, 12c wird jeweils das Erreichen der Zieltemperaturen je Behälterabschnitt
9a, 9b, 9c überwacht. Somit können unmittelbar im Anschluss an die Ausgabe von 1,5
I Heißwasser, das heißt der Vorhaltefluidmenge, weitere 0,5 I Heißwasser über den
Auslass 5 bereitgestellt werden.
[0045] In einem Schritt S5 wird nach der Ausgabe der 2 I Heißwasser die Durchflussmenge
auf etwa 0,5 I/min reduziert. Bei dieser Durchflussmenge wird das Wasser durch das
dritte Heizelement 7c auf 100°C erwärmt, sodass weiter ein konstanter Fluss Heißwasser
über den Auslass 5 bereitgestellt wird.
[0046] Zusammenfassend kann zumindest eine Ausführungsform der vorliegenden Erfindung zumindest
eines der folgenden Merkmale aufweisen und/oder kann zumindest einen der folgenden
Vorteile bereitstellen:
- Verkürzung der Zeit zur Erwärmung des Fluids.
- Reduzierung von Wärmeverlusten.
- Erhöhung der Ausgabemenge erwärmten Fluids.
- Erhöhung der Durchflussmenge bei der Ausgabe erwärmten Fluids.
- Automatisierter Betrieb.
- Erhöhung der Betriebssicherheit.
- Erhöhung der Mess- und Regelgenauigkeit.
[0047] Obwohl die vorliegende Erfindung anhand bevorzugter Ausführungsbeispiele beschrieben
wurde, ist sie nicht darauf beschränkt, sondern auf vielfältige Weise modifizierbar.
Bezugszeichenliste
[0048]
- 1
- Behälter
- 2
- Deckel
- 3
- Boden
- 4
- Einlass
- 5
- Auslass
- 6
- Behälterwandung
- 7a, 7b, 7c
- Heizelement
- 8
- Behältererstreckung
- 9a, 9b, 9c
- Behälterabschnitt
- 10
- Behälterhöhe
- 11
- Behälterdurchmesser
- 12a, 12b, 12c
- Temperatursensor
- 13
- Ventil
- 14
- Steuereinrichtung
- 15
- Elektrische Leitung
- 100
- Heißwasserbereitstellungseinrichtung
- S1-S5
- Schritte des Verfahrens
1. Verfahren zum Bereitstellen eines Fluids, insbesondere von Heißwasser, mit einer Warmfluidbereitstellungseinrichtung
(100), insbesondere einer Heißwasserbereitstellungseinrichtung (100), umfassend
einen Behälter (1) zur Aufnahme von Fluid mit einem Einlass (4) und einem Auslass
(5), und
eine Heizvorrichtung mit mehreren, vorzugsweise drei, Heizelementen (7a, 7b, 7c),
wobei die Heizelemente (7a, 7b, 7c) an und/oder in dem Behälter (1) sowie entlang
einer Behältererstreckung (8) zwischen dem Ein- und Auslass (4, 5) voneinander beabstandet
angeordnet sind,
umfassend die Schritte:
- Bereitstellen (S1, S3) von Fluid, insbesondere Kaltwasser, im Behälter (1) über
den Einlass (4);
- Erwärmen (S2, S4) des Fluids, wobei die Heizelemente (7a, 7b, 7c) sequentiell entlang
der Behältererstreckung (8) betrieben werden; und
- Bereitstellen (S3) des erwärmten Fluids, insbesondere Heißwasser, über den Auslass
(5).
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass ein Betrieb der Heizelemente (7a, 7b, 7c) durch eine Steuereinrichtung (14) basierend
auf einer Fluidtemperatur geregelt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Fluidtemperatur durch zumindest einen an und/oder im Behälter (1) angeordneten
Temperatursensor (12a, 12b, 12c) erfasst wird, vorzugsweise wobei jedem einem Heizelement
(7a, 7b, 7c) zugeordneten Behälterabschnitt (9a, 9b, 9c) zumindest ein Temperatursensor
(12a, 12b, 12c) zugeordnet ist.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Bereitstellen von Fluid ein Bereitstellen (S1) einer stationären Vorhaltefluidmenge
im Behälter (1) umfasst, vorzugsweise wobei die Vorhaltefluidmenge durch die Heizelemente
(7a, 7b, 7c) beginnend mit dem höchstgelegenen Heizelement (7c) erwärmt wird (S2).
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Bereitstellen von Fluid ein Bereitstellen (S3) eines Fluidflusses durch den Behälter
(1) umfasst, vorzugsweise wobei das durchfließende Fluid durch die Heizelemente (7a,
7b, 7c) beginnend mit dem dem Einlass (4) nächstliegenden Heizelement (7a) erwärmt
wird (S4).
6. Verfahren nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet, dass drei Heizelemente (7a, 7b, 7c) angeordnet sind, wobei das durchfließende Fluid abschnittsweise
je Heizelement (7a, 7b, 7c) auf eine Fluidtemperatur
zwischen 40°C und 50°C, vorzugsweise von 47°C, in einem ersten Behälterabschnitt (9a),
zwischen 70°C und 80°C, vorzugsweise von 73°C, in einem zweiten Behälterabschnitt
(9b), und
zwischen 90°C und 100°C, vorzugsweise von 100°C, in einem dritten Behälterabschnitt
(9c) erwärmt wird (S4).
7. Verfahren nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass eine Durchflussmenge des Fluidflusses durch eine Steuereinrichtung (14) in Abhängigkeit
einer Fluidtemperatur geregelt wird.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Fluidfluss mittels eines Ventils (13), insbesondere eines regelbaren Ventils
(13), gesteuert wird.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass dem Behälter (1) und/oder einem dem Auslass (5) nachgeordneten Fluidführungsabschnitt
zusätzlich Kaltfluid separat vom Einlass (4) zugeführt wird.
10. Warmfluidbereitstellungseinrichtung (100), insbesondere eine Heißwasserbereitstellungseinrichtung
(100), insbesondere zur Durchführung eines Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis
9, umfassend
einen Behälter (1) zur Aufnahme von Fluid mit einem Einlass (4) und einem Auslass
(5), und
eine Heizvorrichtung mit mehreren, vorzugsweise drei, Heizelementen (7a, 7b, 7c),
wobei die Heizelemente (7a, 7b, 7c) an und/oder in dem Behälter (1) sowie entlang
einer Behältererstreckung (8) zwischen dem Ein- und Auslass (4, 5) voneinander beabstandet
angeordnet sind,
wobei die Heizelemente (7a, 7b, 7c) zum Erwärmen des Fluids sequentiell entlang der
Behältererstreckung (8) mittels einer Steuereinrichtung (14) betreibbar sind.
11. Warmfluidbereitstellungseinrichtung (100) nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Behälter (1) eine zylindrische Form aufweist, vorzugsweise wobei ein Verhältnis
eines Behälterdurchmessers (11) zu einer Behälterhöhe (10) mindestens 0,1 und maximal
1,0, insbesondere mindestens 0,2 und maximal 0,6, vorzugsweise mindestens 0,2 und
maximal 0,4, beträgt.
12. Warmfluidbereitstellungseinrichtung (100) nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, dass jedes Heizelement (7a, 7b, 7c) eine Heizleistung von mindestens 3 kW und vorzugsweise
von maximal 3,68 kW aufweist.
13. Sanitärarmatursystem, umfassend eine Sanitärarmatur und zumindest eine mit der Sanitärarmatur
fluidisch verbundene Warmfluidbereitstellungseinrichtung (100) nach einem der Ansprüche
10 bis 12.