[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Rückenlängenverstellung für einen Rucksack,
eine Rückenwand eines Rucksacks mit einer erfindungsgemäßen Rückenlängenverstellung
und einen Rucksack mit einer erfindungsgemäßen Rückenlängenverstellung.
[0002] Bei Tragesystemen von "normalen" Rucksäcken sind zwei Schulterträgergurte an der
Oberkante einer Rückenseite oder im oberen Bereich der Rückenseite des Rucksacks mit
dem Rucksack fest vernäht. Die jeweils unteren Enden der beiden Schulterträgergurte
sind mit den beiden Eckpunkten der Unterkante der Rückenseite verbunden. An diesen
Fixpunkten besteht üblicherweise noch eine Verstellmechanik, zum Beispiel in Form
von Klemmschnallen, um die Länge der beiden Schulterträgergurte verstellen und damit
an den Körperbau des Trägers anpassen zu können. Die Träger können aber in Abhängigkeit
von ihrer jeweiligen Körpergröße unterschiedliche persönliche Rücklängen aufweisen,
mit der Folge, dass ein Rucksack mit fest vorgegebenen Rückenlängen den einzelnen
Trägern möglicherweise unterschiedlich gut passt. So wird zum Beispiel ein typischer
(entsprechend kleiner) Kinderrucksack einem Träger mit einer Körpergröße von über
190 cm im Regelfall nicht passen, während ein klein gewachsener Erwachsener damit
möglicherweise (noch) zurechtkommt.
[0003] Bei einfacheren Rucksäcken löst man dieses Problem dadurch, dass man einen entsprechend
passenden, das heißt einen ausreichend großen oder kleinen Rucksack wählt.
[0004] Bei aufwändigeren und entsprechend großen Rucksäcken - die es im Regelfall nur in
einer Größe gibt - löst man dieses Problem durch ein eingebautes "Rückenlängenverstellsystem".
Hier kann der Abstand zwischen den oberen und den unteren Fixpunkten verändert und
auf die individuellen Bedürfnisse des Trägers angepasst werden. Hierfür werden üblicherweise
die oberen Trägerfixpunkte mit einem Verstellmechanismus ausgestattet, die eine Höhenveränderung
der Lage der oberen Trägerfixpunkte in der Längsachse der Rückwand des Rucksacks ermöglichen.
Hierbei müssen aber die grundsätzlich variablen oberen Trägerfixpunkte an der jeweils
gewünschten Position an der mittigen Längsachse kraftschlüssig mit der Rucksackrückenwand
verbunden werden, um die Traglasten stabil und zuverlässig aufnehmen zu können.
[0005] Eine bekannte Lösung sieht vor, dass die beiden oberen Trägerfixpunkte durch einen
horizontal verlaufenden festen Steg (meist aus Kunststoff oder steifem Bandmaterial)
verbunden sind. Zwischen den beiden Fixpunkten besteht auf dem Steg ein Abstand von
mehreren Zentimetern. Auf der Rückenwand des Rucksacks werden quer zur mittigen Längsachse
leiterförmig mehrere horizontal angeordnete Gurtbänder eingenäht, die aber im Mittelbereich
- das heißt im Bereich der Längsachse - nicht eingenäht sind, sondern jeweils eine
Lasche bilden. Die Position der einzelnen horizontalen Gurtbänder definiert damit
die möglichen oberen Trägerfixpunkte für die Schulterträger. Der horizontal verlaufende
feste Steg wird anschließend parallel zu dem in der gewünschten Höhe ebenfalls horizontal
verlaufenden Gurtband angelegt. Anschließend wird ein weiteres vertikal verlaufendes
freies Gurtband durch die offene Lasche des horizontal angebrachten Gurtbandes durchgeschoben
und es umfasst anschließend den ebenfalls parallel anliegenden Steg mit den Trägerfixpunkten.
Danach wird dieses variable Gurtband, das nunmehr sowohl das horizontal angeordnete
und mit der Rückenwand des Rucksacks fest vernähte Gurtband als auch den parallel
anliegenden Steg mit den Trägerfixpunkten umfasst, kraftschlüssig geschlossen. Dies
erfolgt üblicherweise durch einen entsprechend stark ausgeführten Klettverschluss.
Der Nachteil dieser Lösung besteht darin, dass die Veränderung der Einstellung aufwändig
und mühsam ist. Damit eine kraftschlüssige Verbindung hergestellt wird, sind die Klettverschlüsse
üblicherweise massiv ausgeführt. Außerdem müssen sie entsprechend stramm sitzen, um
eine Kraftschlüssigkeit des Steges zur Vermeidung einer entsprechenden Rotation des
Rucksackkörpers um die gedachte Längsachse des Rucksacks herbeizuführen.
[0006] Aus der
EP 4 349 212 A1 ist eine Rückenlängenverstellvorrichtung für einen Rucksack bekannt, die ein Gehäuse
aufweist, das mit einer an der Rückenwand des Rucksacks ortsfest angebrachten Riegelplatte
verklipst werden kann, in dem ein Schlitten vertikal bewegbar zum Gehäuse angeordnet
ist. An dem Schlitten sind über eine fest mit diesem verbundene Trägerplatte die oberen
Befestigungspunkte der Schulterträger ausgebildet. Die Vertikalbewegung des Schlittens
gegenüber dem Gehäuse kann mittels eines in dem Gehäuse um die Vertikale drehbare
Zahnstange blockiert und freigegeben werden. Hierfür weist die Zahnstange Zähne auf,
die abhängig von der Winkellage der Zahnstange formschlüssig in entsprechende Ausnehmungen
am Schlitten eingreifen (Vertikalbewegung des Schlittens ist nicht möglich) oder sich
nicht im Eingriff mit den Ausnehmungen befinden (Vertikalbewegung des Schlittens ist
möglich).
[0007] Bekannt ist zum Beispiel auch eine Rückenlängenverstellung gemäß dem Gebrauchsmuster
DE 20 2014 010 653 U1, bei der eine fest an der Rückenwand eines Rucksacks angebrachte Sperrraste mit einem
bandförmigen, sich in vertikaler Richtung erstreckenden Eingriffsabschnitt zusammenwirkt,
der an seinem oberen Ende mit einer Schulterträgerbefestigung, an der zwei Schulterträger
angeordnet sind, verbunden ist. Dabei weist der Eingriffsabschnitt ein Zahnprofil
auf und die Sperrraste ist von einem Sperrzustand in einen Freigabezustand bewegbar.
Der Träger des Rucksacks kann die oberen Trägerfixpunkte somit in ihrer vertikalen
Position auf seine Bedürfnisse einstellen, indem er die Sperraste in ihren Freigabezustand
bring, die Schulterträgerbefestigung vertikal gegenüber der Sperraste in die gewünschte
Position bewegt und dann die Sperrraste wieder in ihren Sperrzustand bringt.
[0008] Die Aufgabe der Erfindung ist es, eine Rückenlängenverstellung für einen Rucksack,
eine Rückwand eines Rucksacks mit einer solchen Rückenlängenverstellung und einen
Rucksack mit einer solchen Rückenlängenverstellung vorzustellen, die die genannten
Probleme vermeidet.
[0009] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine Rückenlängenverstellung für einen Rucksack
mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen sind
in den Unteransprüchen angegeben.
[0010] Danach wird die Aufgabe durch eine Rückenlängenverstellung gemäß Patentanspruch 1
gelöst, bei dem die oberen Trägerfixpunkte der Schulterträger, die im Schulterträgerbereich
des Gleitkörpers ausgebildet sind, in vertikaler Richtung mittels einer Führungsvorrichtung
veränderbar sind, deren einer Teil die am Gleitkörper ausgebildete Führungsaufnahme
und deren anderer Teil die an der Rückenwand des Rucksacks ausgebildete Führungsvorrichtung,
die Bestandteil der Tragestruktur der Rückenwand des Rucksacks ist, aufweisen. Die
Festlegung der Länge erfolgt losgelöst von der Führung mittels des Festlegebereichs,
der nicht die Funktion einer Führung aufweisen muss, der mit dem an der Rückenwand
des Rucksacks festlegbaren Festlegemittels zusammenwirkt. Hierbei kann das Festlegemittel
zwischen seiner Verstellposition, in dem die Einstellung der Länge erfolgen kann,
und seiner Festlegeposition, in der keine Änderung der horizontalen Position erfolgen
kann, bewegt werden. Durch die Trennung der beiden Funktionen Führung und Festlegung
können die Bestandteile der Rückenlängenverstellung, die der jeweiligen Funktion zugeordnet
sind, besser auf nur eine Funktion ausgerichtet werden, was zu besseren Ergebnissen
führt.
[0011] Bei einer ersten Alternative der Erfindung ist vorteilhafterweise das Führungsmittel
gerade ausgebildet und der Festlegebereich des Gleitkörpers erstreckt sich parallel
zum Führungsmittel. Dadurch wird eine einfach zu realisierende Kombination aus Führung
und Festlegung erzielt.
[0012] Eine vorteilhafte Weiterbildung der ersten Alternative der Erfindung sieht vor, dass
der Gleitkörper eine Trägerplatte und ein Festlegeband aufweist, wobei die Trägerplatte
den Schulterträgerbereich und den Führungsbereich, der bevorzugt im Randbereich der
Trägerplatte ausgebildet ist, umfasst, das Festlegeband den Festlegebereich umfasst
und Trägerplatte und Festlegeband lösbar, insbesondere kraft- und/oder formschlüssig,
miteinander verbunden sind. Dadurch kann eine gute Aufteilung der beiden Funktionen
Führung - durch die Trägerplatte mit dem Schulterträgerbereich und dem Führungsbereich
- und Festlegung - das Festlegeband, das mit dem Festlegelement zusammenwirkt - erreicht
werden. Durch lösbare Aufteilung der Elemente, die die jeweilige Funktion erfüllen,
können diese Teile individuell besser auf ihre zu erfüllende Funktion ausgerichtet
werden. Außerdem sind bei einer eventuell fälligen Reparatur in der Regel nur der
Austausch der Elemente einer der beiden Funktionsbereiche nötig, so dass die Reparatur
einfacher und preiswerter erfolgen kann.
[0013] Eine weitere vorteilhafte Weiterbildung der ersten Alternative der Erfindung sieht
vor, dass der Befestigungsbereich Schulterträgerschlitze aufweist, durch die die Schulterträger
führbar sind und bevorzugt auch durch diese geführt sind, und/oder der Führungsbereich
zwei parallele Führungsnuten aufweist, insbesondere mit einem Querschnitt, der Teil
einer Kreislinie ist und bevorzugt über 180° des Kreises, besonders bevorzugt zwischen
200° und 270°, umfasst. Die Anbringung der Schulterträger kann somit sehr einfach
erfolgen. Durch die Verwendung von Nuten als Führungsmittel, kann die regelmäßig in
Form eines Drahtes vorliegende Tragestruktur der Rückenwand des Rucksacks optimal
genutzt werden, wobei der Draht in die Nut eingreift. Wenn die Nut mehr als 180° der
Kreislinie umfasst, kann der Draht in die Nut geklipst werden, wenn es sich bei dem
Material des Führungsbereichs um einen flexiblen Werkstoff, wie beispielsweise Kunststoff,
handelt und läuft dann in dieser. Der genannte Bereich ist dabei besonders vorteilhaft.
Der Draht kann einen runden, ovalen oder flachen Querschnitt aufweisen; auch kann
er als bandartiger Rahmen ausgebildet sein. Draht beziehungsweise Rahmen - alle auch
als Hohlprofil möglich - können optional aus Federstahl, Aluminium oder Kunststoff
gefertigt sein.
[0014] Bei einer zweiten Alternative der Erfindung weist vorteilhafterweise der Gleitkörper
ein Verbindungsstück mit Verbindungsmittelschlitzen und/oder mit mindestens einer
Nähnut sowie ein Schulterträgerteil auf, die über Verbindungsmittel, die in den Verbindungsmittelschlitzen
angeordnet sind, und/oder über mindestens eine Naht, die in der mindestens einen Nähnut
verläuft, miteinander verbunden sind, wobei an dem Schulterträgerteil Führungsschlaufen
als Führungsaufnahme ausgebildet sind, die mit dem Führungsmittel der Führungsvorrichtung
zusammenwirken. Dadurch wird auch bei größeren Rücksäcken mit höherer Tragelast eine
sichere Bedienung der Rückenlängeneinstellung gewährleistet, da die Führungsfunktion
weg von der Trägerplatte der ersten Alternative auf das Schulterträgerteil übertragen
wird.
[0015] Eine vorteilhafte Weiterbildung der zweiten Alternative der Erfindung sieht vor,
dass das Führungsmittel zwei symmetrisch zum Festlegebereich ausgebildete Rahmenelemente
aufweist, die Bestandteil einer Trägerstruktur der Rückenwand sind. Dies ist einfach
zu realisieren und ist trotzdem auch bei hohen Traglasten zuverlässig bezüglich der
Führungsfunktion.
[0016] Eine weitere vorteilhafte Weiterbildung der zweiten Alternative der Erfindung sieht
vor, dass das Führungsmittel einen parallel zum Festlegebereich und einen schräg dazu
verlaufenden Bereich aufweist. Dadurch können die Führungsmittel so ausgebildet werden,
dass sie nicht nur gut die Führungsfunktion erfüllen, sondern auch optimal eine Tragfunktion
der Rückenwand des Rucksacks erfüllen können.
[0017] Eine weitere vorteilhafte Weiterbildung der Erfindung in den beiden Alternativen
sieht vor, dass die Trägerplatte und/oder das Verbindungsstück und/oder das Festlegeband
jeweils einstückig ausgebildet sind. Dadurch sind sie sehr einfach herzustellen, beispielsweise
aus einem Kunststoff im Rahmen eines Spritzgießverfahrens.
[0018] Eine weitere vorteilhafte Weiterbildung in den beiden Alternativen der Erfindung
sieht vor, dass die Trägerplatte oder das Verbindungsstück symmetrisch zu einer Mittelachse
ausgebildet ist und der Festlegebereich sich entlang dieser Mittelachse erstreckt.
Durch die Symmetrie und die Anordnung des Festlegemittels entlang der Symmetrieachse
wird weitestgehend verhindert, dass es zu einem Drehmoment um die Vertikale kommt.
[0019] Eine weitere vorteilhafte Weiterbildung in den beiden Alternativen der Erfindung
sieht vor, dass die Schulterträger durch die Schulterträgerschlitze geführt sind und/oder
an dem schulterträgerbereichsfernen Ende des Festlegebereichs ein erstes Zugband angeordnet
ist und/oder am festlegebereichsfernen Ende des Schulterträgerbereichs ein zweites
Zugband angeordnet ist. Durch das Zugband kann eine besonders komfortable Verstellung
der Rückenlängenverstellung durch den Träger erfolgen.
[0020] Eine weitere vorteilhafte Weiterbildung in den beiden Alternativen der Erfindung
sieht vor, dass das Festlegemittel eine Schnalle aufweist, die zwischen der Verstellposition
und der Festlegeposition bewegbar ist, wobei sie insbesondere gegen eine Federkraft
aus der Festlegeposition bewegbar ist. Eine Schnalle ist eine einfache und dennoch
effektive Vorrichtung, mit der die sichere Festlegung und problemlose Verstellung
gewährleistet werden kann. Die Federkraft kann durch eine Ausführung mit einer separaten
Feder oder einem in die Schnalle integriertem Federelement realisiert werden. Beide
Alternativen sind dem Fachmann geläufig. In Verbindung mit einer Feder beziehungsweise
einem Federelement kann bei entsprechender Ausgestaltung des Festlegeelements, beispielsweise
als Zahnstange mit geeigneten Steigungen der Zähne, ein Ratschenmechanismus zur Verfügung
gestellt werden, bei dem die Einstellung in eine Richtung - vorzugsweise nach oben
- ohne zusätzliche Betätigung der Schnalle erfolgen kann. Die Alternative mit integriertem
Federelement - also bei einstückiger Ausbildung der Schnalle - hat den Vorteil, dass
sie einfacher und preiswerter herstellbar ist.
[0021] Eine weitere vorteilhafte Weiterbildung in den beiden Alternativen der Erfindung
sieht vor, dass der Festlegebereich, insbesondere äquidistante, Rastvertiefungen oder
Rastrippen, insbesondere in der Form einer Zahnstange, aufweist und das Festlegeelement
einen Rastvorsprung, der mit den Rastvertiefungen oder Rastrippen kraft- und/oder
formschlüssig zusammenwirkt, aufweist. Dadurch ist eine besonders effektive Festlegung
mittels erprobter Einzelteile möglich. Die äquidistante Einstellungsänderung ist vorteilhaft,
da der Träger dann zwischen zwei Einstellmöglichkeiten immer denselben Abstand bekommt
und sich gut darauf einstellen kann.
[0022] Die Aufgabe wird auch durch eine Rückenwand eines Rucksacks mit den Merkmalen des
Patentanspruchs 13 gelöst. Durch die Drähte beziehungsweise den bandartigen Rahmen
als Teil der Tragstruktur müssen in der Rückenwand des Rucksacks keine zusätzlichen
Elemente eingebracht werden, sondern die vorhandenen Mittel können ressourcenschonend
und trotzdem mit sicherem Erfolg für die Führungsfunktion eingesetzt werden. Ansonsten
werden die oben ausgeführten Vorteile auch bei der Rückenwand erzielt.
[0023] Eine vorteilhafte Weiterbildung der Erfindung sieht vor, dass sich die Drahtabschnitte
beziehungsweise der bandartige Rahmen sichtbar außerhalb der Rückenwand und der Rest
der Tragestruktur innerhalb der Rückenwand befinden oder durch eine Abdeckung verdeckt
sind. Dadurch kann die Rückenlängenverstellung sehr einfach an der Rückenwand des
Rucksacks angebracht werden, ohne in die Bespannung eingreifen zu müssen und nur der
Bereich ist sichtbar und liegt offen, der funktional für die Verschiebung notwendig
ist.
[0024] Außerdem wird die Aufgabe auch durch einen Rucksack gemäß Patentanspruch 15 gelöst.
Hierbei werden dieselben Vorteile erzielt, wie oben zur Rückenlängenverstellung und
zur Rückenwand aufgeführt.
[0025] Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung werden nun anhand von in den Zeichnungen
dargestellten Ausführungsbeispielen näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Ansicht einer erfindungsgemäßen Rückenwand eines Rucksacks mit einem
ersten Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Rückenlängenverstellung,
- Fig. 2a, b
- die Rückenlängeneinstellung aus Fig. 1 (mit geringen Abwandlungen) in ihrem unteren
beziehungsweise oberen Extrempunkt,
- Fig. 3
- eine perspektivische Ansicht von schräg vorne eines zweiten Ausführungsbeispiels einer
Rückenlängenverstellung ohne Führungsmittel,
- Fig, 4
- die Rückansicht der Rückenlängenverstellung aus Fig. 3,
- Fig. 5
- die Seitenansicht von rechts der Rückenlängenverstellung aus Fig. 3,
- Fig. 6
- die Ansicht der Rückenlängenverstellung aus Fig. 3 von unten,
- Fig. 7
- die Vorderansicht der Trägerplatte des Gleitkörpers aus Fig. 3,
- Fig. 8
- die Vorderansicht des Festlegemittels aus Fig. 3,
- Fig. 9
- die Vorderansicht des Festlegeelements aus Fig. 3,
- Fig. 10
- eine schematische Ansicht einer erfindungsgemäßen Rückenwand eines Rucksacks mit einem
dritten Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Rückenlängenverstellung,
- Fig. 11a, b
- die Rückenlängeneinstellung aus Fig. 10 (mit geringen Abwandlungen) in ihrem unteren
beziehungsweise oberen Extrempunkt,
- Fig. 12
- eine Vorderansicht des Gleitkörpers des dritten Ausführungsbeispiels,
- Fig. 13a, b
- Vorder- und Rückansicht des Verbindungsstücks aus Fig. 12 in vergrößertem Maßstab,
- Fig. 14a, b
- Vorder- und Rückansicht eines alternativen Verbindungsstücks und
- Fig. 15a, b
- perspektivische Ansichten des Verbindungsstücks der Fig. 14a, b.
[0026] In Fig. 1 ist schematisch eine Ansicht einer erfindungsgemäßen Rückenwand 7 eines
Rucksacks dargestellt, der eine erfindungsgemäße Rückenlängenverstellung aufweist.
Die Rückenwand 7 weist eine Tragestruktur 20 auf, die aus einem Draht besteht, der
im dargestellten Ausführungsbeispiel kreisförmig ist, aber auch andere Querschnittsformen,
wie oval oder rechteckig aufweisen kann. Im unteren Bereich der Rückenwand 7 sind
zwei Hüftgurte 8 und im oberen Bereich sind zwei Schulterträger 5 an oberen Fixierpunkten
angebracht (deren untere Fixierpunkte aus Gründen der Übersichtlichkeit nicht dargestellt
sind.
[0027] Die Rückwand weist darüber hinaus eine erfindungsgemäße Rückenlängenverstellung auf,
mittels der der horizontale Abstand zwischen oberen und unteren Fixierpunkten der
Schulterträger 5 verändert werden kann, um einen Rucksack, dessen Teil die dargestellte
Rückenwand 7 ist, an Träger stark unterschiedlicher Körpergröße anpassen zu können.
[0028] Hierzu weist die Rückenlängenverstellung einen Gleitkörper 1 auf (siehe Figuren 2a
und 2b). Es wird im Folgenden auch auf die Figuren 2a und 2b verwiesen, die die Rückenlängenverstellung
mit geringen Abwandlungen zu der Ausführungsform gemäß Figur 1 in ihrem unteren beziehungsweise
oberen Extrempunkt zeigt, und in denen Details besser erkannt werden können. Der Unterschied
zwischen den Ausführungsformen der Figur 1 auf der einen Seite und dem Ausführungsbeispiel
der Figuren 2a und 2b auf der anderen Seite besteht darin, dass in Figur 1 am unteren
Ende eines Festlegebandes 4 ein erstes Zugband 21 und am oberen Ende des Gleitkörpers
1 ein zweites Zugband 21 angebracht sind, wodurch die Rückenlängenverstellung einfacher
bedient werden kann.
[0029] Der Gleitkörper 1 ist einstückig mit dem Festlegeband 4 ausgebildet. Im oberen Bereich
ist es als Trägerplatte 12 ausgebildet, an der in zwei Schulterträgerbereichen 2 jeweils
ein Schulterträger 5 angebracht ist. Der linke und rechte äußere Bereich des Gleitkörpers
1 ist als Führungsbereich 3 ausgebildet (im Wesentlichen wie in dem in den Figuren
3 bis 7 dargestellten weiteren Ausführungsbeispiels eines Gleitkörpers 1 als eine
Führungsnut 11) und wirkt auf jeder Seite mit einem geraden Drahtabschnitt 10 der
Tragestruktur 20 der Rückenwand 7 zusammen, indem er entlang des Drahtabschnitts 20
gleiten kann. Da die Tragestruktur 20 ortsfest zur Rückenwand 7 ist, an der im unteren
Bereich die unteren Fixierpunkte der Schulterträger 5 ausgebildet sind (nicht dargestellt),
wird bei einer Bewegung des Gleitkörpers, an dem die Schulterträger 5 ortsfest angeordnet
sind, der horizontale Abstand zwischen oberen und den unteren Fixierpunkten der Schulterträger
5 geändert.
[0030] Um die gewählte Länge nach entsprechender Bewegung des Gleiters 1 in die gewünschte
Position festlegen zu könne und sich diese nicht ungewollt verändert, ist eine Festlegevorrichtung
vorhanden, die einen beweglichen Teil, nämlich das sich von der Trägerplatte 12 nach
unten sich bandartig erstreckende Festlegeband 4, und einen feststehenden Teil, nämlich
eine Schnalle 18, die ortsfest mittels bekannter Befestigungsvorrichtungen mit der
Rückenwand 7 des Rucksacks verbunden ist, aufweist. Der Gleiter 1 kann an vorgegebenen
diskreten Stellen von der Schnalle 18 fixiert werden, indem er eine Reihe von horizontal
verlaufenden Rastrippen 16 aufweist, die über die Ebene des Festlegebandes 4 herausstehen
und mit einem damit in Eingriff bringbaren Rastelement an der Schnalle 18 (nicht dargestellt,
aber solche Kombinationen sind aus dem Stand der Technik gut bekannt). Die Schnalle
18 weist zwei Zustände auf, einen Verstellzustand, in dem der Gleitkörper 1 nicht
in seiner horizontalen Bewegung entlang des Drahtabschnitts 10 gehemmt ist, und einen
Nutzungszustand, in dem der Gleiter 1 gegenüber der Schnalle 18 fixiert ist. Um eine
gute Beweglichkeit des Gleiters 1 im Verstellzustand zu gewährleisten, sind der linke
und rechte Drahtabschnitt 10 parallel zueinander ausgerichtet und dasselbe gilt für
die Führungsaufnahmen 11 in den beiden Führungsbereichen 3 an den äußeren linken und
rechten Rändern des Gleiters 1. Außerdem erstreckt sich auch das Festlegeband 4 parallel
zu den Drahtabschnitten 10 - also der Führungsvorrichtung 19 - und hier zentral zwischen
den beiden Drahtabschnitten 10. Der Gleitkörper 1 ist spiegelsymmetrisch zu der vertikalen
Mittelachse zwischen den beiden Drahtabschnitten 10 ausgebildet.
[0031] In Figur 2a ist der Gleitkörper 1 der Rückenlängenverstellung an seiner tiefsten
Position an der Schnalle 18 mittels der obersten Rastrippe 16 - die in Figur 2b zu
sehen ist - festgelegt. Damit ist der horizontale Abstand zwischen den oberen und
unteren Fixierpunkten der Schulterträger 5 minimal und der Rucksack passt einem kleinen
Träger besonders gut. In Figur 2b ist der Gleitkörper 1 der Rückenlängenverstellung
an seiner höchsten Position an der Schnalle 18 mittels der untersten Rastrippe 16
- die in Figur 2a zu sehen ist - festgelegt. Damit ist der horizontale Abstand zwischen
den oberen und unteren Fixierpunkten der Schulterträger 5 maximal und der Rucksack
passt einem großen Träger besonders gut.
[0032] In den Figuren 3 bis 9 ist das Ensemble aus einem Gleitkörper 1 und einer Schnalle
18 in einer anderen Ausführungsform dargestellt, wobei in den Figuren 7 bis 9 die
Einzelteile dieser Ausführungsform separat (und in vergrößertem Maßstab gegenüber
Figur 3) dargestellt sind.
[0033] Der Hauptunterschied dieses Ausführungsbeispiels gegenüber dem oben beschriebenen
Ausführungsbeispiel der Figuren 1 und 2 (wobei in Figur 2 eine geringfügige Abwandlung
gegenüber Figur 1 vorliegt) besteht darin, dass der Gleitkörper 1 zweiteilig ausgebildet
ist. Er weist eine Trägerplatte 12 und ein Festlegeband 4 auf, die als einzelne Teile
ausgeführt sind, dennoch - wie in den Figuren 3 bis 6 zu sehen - zu einem Gesamtteil
zusammengesteckt werden kann, das dann nicht unbeabsichtigt in zwei Teile getrennt
werden kann, sondern nur wenn dies beispielsweise für Reparaturzwecke gewollt ist.
Eine solche zweiteilige Ausgestaltung bringt in der Produktion (regelmäßig als Spritzguss)
weniger Probleme mit sich und ist kostengünstiger herstellbar.
[0034] Die einzelne Trägerplatte 12 ist in Figur 7 dargestellt. Im linken und rechten Randbereich
befindet sich der jeweilige Führungsbereich 3, der als jeweils vertikal verlaufende
Führungsnut 11 ausgebildet ist. Im Querschnitt sind die Führungsnuten 11 entlang einer
Kreisbahn ausgebildet, die eine Winkelbereich von über 180° überstreicht (siehe hierzu
auch die Ansicht des Ensembles von unten in Figur 6); im vorliegenden Fall beträgt
der Winkel ungefähr 260°. Damit kann der Gleiter 1 auf den Drahtabschnitt 10 als Führungsmittel
9 aufgeklipst werden, wenn die Trägerplatte 12 aus einem elastischen Kunststoff ausgeführt
ist. Nach dem Aufklipsen kann die Trägerplatte 12 sich nicht mehr vom Drahtabschnitt
10 ungewollt lösen und man erhält eine gut funktionierende Vorrichtung, mit der die
Längenverstellung der Schulterträger 5 zuverlässig durchgeführt werden kann.
[0035] Zur Mitte hin angeordnet befindet sich auf jeder Seite der Schultertträgerbereich
2, an dem über jeweils zwei parallel zueinander angeordnete, nach außen unten geneigte
Schulterträgerschlitze 6 jeweils ein Schulterträger 5 (mittels aus dem Stand der Technik
gut bekannte Verfahren) angebracht ist. Dies definiert die oberen Fixierpunkte der
Schulterträger 5.
[0036] Auf der vertikalen Mittelachse der Trägerplatte 12, zu der diese spiegelsymmetrisch
ausgebildet ist, befindet sich im oberen Bereich ein Zugbandschlitz 22, an dem ein
Zugband 21 (siehe Figur 1) angebracht werden kann. Unterhalb der Schulterträgerschlitze
6 erstrecken sich beidseitig, zur Mitte hin abfallende Versteifungsrippen 14, die
der Trägerplatte 12 die nötige Steifigkeit verleihen.
[0037] Zwischen den zur Mitte gewandten Enden der Versteifungsrippen 14 ist ein Fixiersteg
23 ausgebildet, der sich noch höher als die Versteifungsrippen 14 von der Ebene der
Trägerplatte 12 (dies ist die Zeichenebene in Figur 7) erhebt. Die dadurch zwischen
Versteifungsrippen 14, dem Fixiersteg 23 und der Ebene der Trägerplatte 14 entstehende
Öffnung ist geringfügig größer als der der Querschnitt des Festlegebandes 4 (ist in
Figur 8 als Einzelteil dargestellt).
[0038] Um das Festlegeband 4 mit der Trägerplatte 12 zu verbinden, wird das Festlegeband
4 von oben mit seinem in Figur 8 unten dargestellten Ende durch die von dem Fixiersteg
23 (teil-)begrenzte Öffnung geschoben, bis eine Anschlussrippe 13, die am oberen Ende
des Festlegebandes 4 ausgebildet ist, unter geringfügiger Verformung in den Raum,
der zwischen zwei an der Trägerplatte 12 ausgebildete Anschlussarme 25 gebildet ist
passt und gleichzeitig an den Seitenflächen des Festlegebandes 4 ausgebildete Anschläge
24 bei leichter Verformung an der Öffnung anschlagen. Dadurch wird die oben genannte
sichere Verbindung zwischen Trägerplatte 12 und Festlegeband 4 erzielt.
[0039] Das Trägerband 4 (siehe insbesondere Figur 8) weist neben der Anschlussrippe 13 am
oberen Ende, den darunter ausgebildeten Anschlägen 24 und einem am unteren Ende vorhandenen
Zugbandschlitz 22 insgesamt 5 rechteckige, äquidistant angeordnete Rastvertiefungen
15 auf. Diese Rastvertiefungen dienen dazu, dass der Rastvorsprung 17 der Schnalle
18 in diese formschlüssig eingreifen kann, wenn sich die Schnalle 18 in ihrem Nutzungszustand
(= der Gleitkörper 1 ist an der Tragestruktur 20 festgelegt) befindet. Die Schnalle
18 ist dabei über aus dem Stand der Technik bekannte Verfahren und Vorrichtungen,
wie beispielsweise Rastverschlüsse (wie sie zum Beispiel aus dem Orthopädiebereich
bekannt sind), Rastriemen (wie sie zum Beispiel von Skischuhen bekannt sind), Rastverschlüsse,
Ratschenmechanismen oder Zahnriemenverschlüsse, ortsfest mit der Rückenwand 7 des
Rucksacks verbunden.
[0040] Die Schnalle 18 weist einen Bedienhebel 26 auf. Wenn dieser gezogen wird, wird der
Rastvorsprung 17 aus der Rastvertiefung 15 des Festlegebandes 4 herausgezogen und
der gesamte Gleiter 1 ist freigegeben und kann in der Höhe verstellt werden. Die Schnalle
18 hat eine konstruktive Absicherung, um unbeabsichtigte Brüche zu vermeiden. Wenn
der Nutzer den Bedienhebel mit viel Kraft ganz anhebt, könnte ansonsten die Schnalle
18 beschädigen. Durch einen Anschlag an der rechten und linken Seite der Schnalle
18, der durch die beiden Rastvorsprünge 17 realisiert wird und in die in der Gesamtform
integriert ist, wird der Bedienhebel 26, welcher die Verriegelung am Festlegeband
4 herstellt, begrenzt. Dadurch kann der Nutzer den Bedienhebel 26 nur so weit nach
oben ziehen, wie es notwendig ist, die Verriegelung zu lösen.
[0041] In den Figuren 10 bis 13b wird eine alternative Lösung bezüglich Trennung von Funktionalitäten
gegenüber der Lösung in den Figuren 1 bis 9 dargestellt. Im Folgenden wird auf die
identischen Teile und Funktionalitäten dieser beiden alternativen Lösungen nur kurz
eingegangen und die Unterschiede ausführlich besprochen. Bei dieser alternativen Lösung
ist die Funktion der Führung der Rückenlängenverstellung körperlich getrennt von der
Funktion der Festlegung des Verstellmechanismus was weiter unten näher ausgeführt
wird.
[0042] Figur 10 ist vergleichbar mit Figur 1. Es wird die gesamte Rückenwand 7 eines Rucksacks
gezeigt, wobei ein Schulterträgerteil 30, an dem Schulterträger 5 ausgebildet sind,
"durchsichtig" dargestellt ist (durch die Strichlierung angedeutet), damit die darunter
angeordneten Teile erkennbar sind. Dasselbe gilt für den Hüftgurt 8.
[0043] An der Rückfläche (dem Betrachter abgewandt, also der Rückenwand 7 zugewandt) des
Schulterträgerteils 30 sind an vier Stellen Führungsschlaufen 28 in der Form von Gurt-/Gewebebändern
(alternativ können insbesondere auch andere textile Bänder, vernähbare Gewebestreifen
oder Stoffstreifen verwendet werden) angenäht. Die linken beiden Führungsschlaufen
28 und die rechten beiden Führungsschlaufen 28 umgreifen jeweils eine Tragestruktur
20 in der Form eines abgeplatteten Bandes aus Aluminium. Die Tragestrukturen 20 sind
fest mit der Rückenwand 7 verbunden, lassen jedoch in einem jeweiligen Führungsbereich
3 einen Luftspalt zur Rückenwand 7, so dass die Führungsschlaufen 28 nach oben und
unten entlanggleiten können. In ihrem oberen Bereich verlaufen die Tragestrukturen
20 vertikal und parallel zueinander; dasselbe gilt für ihren unteren Bereich, wo sie
einen geringeren Abstand zueinander aufweisen. Dazwischen verlaufen die beiden Tragestrukturen
20 schräg und verjüngen sich von oben nach unten. In ihrem unteren Bereich werden
die Tragestrukturen 20 von dem Hüftgurt überdeckt, wobei ein Luftschlitz dazwischen
besteht, so dass dort die Führungsschlaufen 28 weiterhin über die Tragestrukturen
20 gleiten können. In diesem Bereich schiebt sich das untere Ende des Schulterträgerteils
30 zwischen Rückenwand 7 und Hüftgurt 8, wenn die Rückenlängeneinstellung ganz nach
unten bewegt wird.
[0044] Mit dem Schulterträgerteil 30 ist ein Gleitkörper 1 über vier Verbindungsmittel 29
in der Form von Stoffbändern 29, die durch vier an einem Verbindungsstück 27 des Gleitkörpers
1 ausgebildete Verbindungsmittelschlitze 31 geführt sind, verbunden. Der Gleitkörper
1 dient dazu, die Rückenlängenverstellung in verschiedenen Längen an der Rückenwand
7 festlegen zu können. Hierzu ist der Gleitkörper 1 im Wesentlichen gleich wie in
den Figuren 1 bis 10 der ersten Alternative ausgestaltet, außer dass die Führungsfunktion
nicht dem Gleitkörper 1 zugewiesen ist, sondern dem Schulterträgerteil 30, so dass
die Führungsnuten 11 an ihm entfallen können. Der Gleitkörper 1 weist wie gerade beschrieben
also keine Schulterträgerschlitze 6 zur Befestigung der Schulterträger 5 direkt an
ihm auf, sondern vier Verbindungsmittelschlitze 31.
[0045] In Figur 10 ist der Gleitkörper 1 einstückig dargestellt; in den weiteren Figuren
11a bis 13b ist er hingegen zweistückig ausgebildet - vergleichbar dem Gleitkörper
1 der Figuren 4 bis 8. Der Gleitkörper 1 weist demnach neben dem Verbindungsstück
27 (entspricht der Trägerplatte 12) ein Festlegeband 4 auf (ist im Grunde identisch
zu dem Festlegeband 4 der Figuren 4 bis 8). Das Festlegeband 4 wirkt mit einer Schnalle
18 als Festlegemittel 18 zusammen, damit der Gleitkörper 1 an verschiedenen vertikalen
Stellen festgelegt werden kann und somit die Länge der Rückenlängeneinstellung variiert
werden kann. Das Bewegen und Festlegen erfolgen gleich wie bei der ersten Alternative.
[0046] In den Figuren 11a und 11b sind zwei Stellungen des Gleitkörpers 1 in verschiedenen
Höhen an der Rückenwand 7 dargestellt. Diese Figuren sind den Figuren 2a und 2b vergleichbar.
Aus Gründen der Übersichtlichkeit sind die Strukturen auf der Vorderseite des Verbindungsstücks
27 in den Figuren 11a und 11b nicht dargestellt - diese sind den Figuren 12 und 13a
zu entnehmen. Die Überführung des Gleitkörpers 1 von der in Figur 11a gezeigten Position,
in die in Figur 11b gezeigte Position, erfolgt dadurch, dass die Schnalle 18 gelöst
wird (indem sie angehoben wird), so dass das Festlegeband 4 frei in vertikaler Richtung
gleiten kann, und das Verbindungsstück 27 nach oben gezogen wird. Dies kann entweder
durch ein Zugband 21, das in einem in Figur 10 dargestellten Zugbandschlitz 22 angebracht
ist, geschehen oder mittels des Schulterträgerteils 30 - beispielsweise, indem einer
oder beide Schulterträger 5 nach oben gezogen werden. Damit gleiten die Führungsschlaufen
28 entlang der bandförmigen Tragestrukturen 20 im Bereich ihrer Führungsbereiche 3.
Die beiden unteren Führungsschlaufen 28 sind größer dimensioniert als die beiden oberen
Führungsschlaufen 28, da sie entlang der unten schräg verlaufenden Führungsbereiche
3 über die gesamte Breite die Tragestrukturen umschließen können müssen. Wenn die
gewünschte Länge erreicht ist, wird die Schnalle 18 wieder heruntergedrückt und wirkt
mit einer Rastvertiefung 15 zusammen. In den Figuren 11a und 11b sind keine Strukturen
am Festlegeband 4 dargestellt, um eine Festlegung an der Schnalle 18 zu ermöglichen,
sondern die Rastvertiefungen 15 sind nur in Figur 12 dargestellt (vergleichbar den
Rastvertiefungen 15 in den Figuren 3 und 8).
[0047] In Figur 12 ist der zweiteilige Gleitkörper 1 (Verbindungsstück 27 plus Festlegeband
4) in seinem zusammengesetzten Zustand dargestellt und in den Figuren 13a und 13b
ist das Verbindungsstück 27 allein in vergrößertem Maßstab von vorne (Figur 13a) und
von hinten (Figur 13b) dargestellt. Die Verbindung der beiden Einzelteile erfolgt
wie bei der ersten Alternative (siehe Beschreibung zu den Figuren 3 bis 8 beschrieben),
indem das untere Ende des Festlegebandes 4 von oben unter einem am Verbindungsstück
27 ausgebildeten Fixiersteg 23 (entspricht dem Fixiersteg 23 in den Figuren 3 und
7) durchgeschoben wird, bis eine am oberen Ende des Festlegebandes 4 ausgebildete
Anschlussrippe 13 (entspricht der Anschlussrippe in den Figuren 3, 7 und 8) an dem
Fixiersteg 23 anschlägt und durch eine Klemmung zwischen an dem Verbindungsstück 27
ausgebildeten Anschlussarmen 25 (entspricht dem Anschlussarmen 25 in den Figuren 3
und 7) festgelegt wird. An dem Verbindungstück 27 ausgebildete Versteifungsrippen
14 (entspricht den Versteifungsrippen 14 in den Figuren 3 und 7) dienen der Versteifung
des Verbindungstücks 27.
[0048] In den Figuren 14a, b und 15a, b ist eine Abwandlung des Verbindungstücks 27 aus
den Figuren 11a bis 13b dargestellt. Figur 14a zeigt eine Vorderansicht des Verbindungstücks
27 und Figur 14b eine Rückansicht des Verbindungstücks 27. Figuren 15a (Vorderansicht)
und Figur 15b (Rückansicht) zeigen perspektivische Ansichten der Abwandlung des Verbindungstücks
27 aus den Figuren 14a, b. Funktional besteht der Hauptunterschied zwischen der Ausführungsform
der Figuren 11a bis 13b zu der Abwandlung der Figuren 14a bis 15b darin, dass die
Anbindung des Verbindungstücks 27 - als Teil des Gleitkörpers 1 (siehe Figuren 11a
bis 12) - an dem Schulterträgerteil 30 (siehe auch Figuren 11a bis 12) mittels zweier
Nähte 33 erfolgt, anstatt der Stoffbänder 29 gemäß den Figuren 11a, b. Somit sind
die aus dem anderen Ausführungsbeispiel bekannten vier Verbindungsschlitze 31 nicht
nötig und diese sind deshalb weggelassen, was dazu führt, dass das Verbindungsstück
27 weniger breit ausgeführt ist. Damit die Nähte 33 möglichst leicht durch das aus
einem Kunststoff bestehende Verbindungsstück 27 gesetzt werden können, sind in dem
Verbindungsstück 27 auf dessen Rückseite (siehe Figuren 14b und 15b) entlang den Außenkanten
in von einem Zentralteil 34 nach links und rechts sich erstreckenden Flügeln 35 ausgebildete
Nähnuten 32 vorhanden (siehe Figuren 14b, 15b). Dadurch müssen die Nähte 33 weniger
Kunststoffmaterial des Verbindungsstücks 27 durchdringen und können einfacher angebracht
werden.
[0049] An dem Verbindungsteil 27 ist - ohne dass es gezeigt ist - ein Festlegeband 4, wie
im anderen Ausführungsbeispiel (siehe Figuren 11a bis 12), über den Fixiersteg 23
zwischen den Anschlussarmen 25 angebracht. Abweichend von der anderen Ausführungsform,
weist das Verbindungsstück 27 hier keinen Zugbandschlitz 22 zum Anbringen eines Zugbandes
21 (siehe Figuren 11a bis 13b) auf. Dies ist nicht zwingend nötig, so dass auch bei
dem abgewandelten Ausführungsbeispiel ein Zugbandschlitz 22 vorhanden sein kann; dasselbe
gilt hinsichtlich zusätzlicher Verbindungsmittelschlitzen 31, um das Verbindungsteil
27 sowohl mittels Nähten 33 als auch Stoffbändern 29 mit dem Schulterträgerteil 30
zu verbinden.
[0050] Durch die zweite Alternative (in jeder der beiden Abwandlungen) werden dieselben
Vorteile wie durch die erste Alternative erzielt.
[0051] Durch die Erfindung wird eine wesentlich einfachere Höhenverstellmöglichkeit bei
gleichzeitig adäquater Kraftschlüssigkeit herbeigeführt als dies bei Vorrichtungen
aus dem Stand der Technik der Fall ist. Darüber hinaus ist die erfinderische Lösung
- in beiden alternativen Lösungskonzepten - materialeffizient, preisgünstig und einfach
in der Produktion einsetzbar. Sie lässt sich einfach in bestehende Produkte integrieren
und kann durch ihren geringen Bauteilumfang einfach ausgetauscht und repariert werden.
Bezugszeichenliste
[0052]
- 1
- Gleitkörper
- 2
- Schulterträgerbereich
- 3
- Führungsbereich
- 4
- Festlegebereich, Festlegeband
- 5
- Schulterträger
- 6
- Schulterträgerschlitz
- 7
- Rückenwand
- 8
- Hüftgurt
- 9
- Führungsmittel
- 10
- Drahtabschnitt
- 11
- Führungsaufnahme, Führungsnut
- 12
- Trägerplatte
- 13
- Anschlussrippe
- 14
- Versteifungsrippe
- 15
- Rastvertiefung
- 16
- Rastrippe
- 17
- Rastvorsprung
- 18
- Festlegeelement, Schnalle
- 19
- Führungsvorrichtung
- 20
- Tragestruktur
- 21
- erstes, zweites Zugband
- 22
- Zugbandschlitz
- 23
- Fixiersteg
- 24
- Anschlag
- 25
- Anschlussarm
- 26
- Bedienhebel
- 27
- Verbindungsstück
- 28
- Führungsschlaufe
- 29
- Verbindungsmittel, Stoffband
- 30
- Schulterträgerteil
- 31
- Verbindungsmittelschlitz
- 32
- Nähnut
- 33
- Naht
- 34
- Zentralteil
- 35
- Flügel
1. Rückenlängenverstellung für einen Rucksack mit einem Gleitkörper (1), einer Führungsvorrichtung
(19) und einem Festlegeelement (18),
wobei der Gleitkörper (1) einen Schulterträgerbereich (2), einen Führungsbereich (3)
und einen Festlegebereich (4) aufweist,
wobei der Schulterträgerbereich (2) des Gleitkörpers (1) einen Befestigungsbereich
zur Verbindung mit Schulterträgern (5) des Rucksacks aufweist, wobei die Führungsvorrichtung
(19) ein Führungsmittel (9) aufweist, das mit dem Führungsbereich (3) zusammenwirkt
und das Bestandteil einer Tragestruktur (20) einer Rückenwand (7) des Rucksacks ist,
wobei eine an dem Gleitkörper (1) ausgebildete Führungsaufnahme (11) mit dem Führungsmittel
(9) der Führungsvorrichtung (19) so zusammenwirkt, dass der Gleitkörper (1) entlang
des Führungsmittels (9) verschiebbar ist,
wobei das Festlegeelement (18) mittels einer Verbindungsvorrichtung fest mit der Rückenwand
(7) des Rucksacks verbindbar ist,
wobei sich der Festlegebereich (4) des Gleitkörpers (1) in Längsrichtung der Rückenwand
(7) des Rucksacks erstreckt,
wobei der Festlegebereich (4) des Gleitkörpers (1) mit dem Festlegeelement (18) so
zusammenwirkt, dass in einem Verstellzustand, bei dem sich das Festlegeelement (18)
in einer Verstellposition befindet, der Gleitkörper (1) verschiebbar zum Festlegelement
(18) ist und in einem Nutzungszustand, bei dem sich das Festlegeelement (18) in einer
Festlegeposition befindet, in der der Festlegebereich (4) kraft- und/oder formschlüssig
mit dem Festlegeelement (18) verbunden ist, der Gleitkörper (1) am Festlegeelement
(18) festgelegt ist.
2. Rückenlängenverstellung nach Patentanspruch 1, wobei das Führungsmittel (9) gerade
ausgebildet ist und sich der Festlegebereich (4) des Gleitkörpers (1) parallel zu
dem Führungsmittel (9) erstreckt.
3. Rückenlängenverstellung nach Patentanspruch 1 oder 2, wobei der Gleitkörper (1) eine
Trägerplatte (12) und ein Festlegeband (4) aufweist, wobei die Trägerplatte (12) den
Schulterträgerbereich (2) und den Führungsbereich (3), der bevorzugt im Randbereich
der Trägerplatte (12) ausgebildet ist, umfasst, das Festlegeband (4) den Festlegebereich
(4) umfasst und Trägerplatte (12) und Festlegeband (4) lösbar, insbesondere kraft-
und/oder formschlüssig, miteinander verbunden sind.
4. Rückenlängenverstellung nach einem der vorstehenden Patentansprüche, wobei der Befestigungsbereich
Schulterträgerschlitze (6) aufweist, durch die die Schulterträger (5) führbar sind
und bevorzugt auch durch diese geführt sind, und/oder der Führungsbereich (3) zwei
parallele Führungsnuten (11) aufweist, insbesondere mit einem Querschnitt, der Teil
einer Kreislinie ist und bevorzugt über 180° des Kreises, besonders bevorzugt zwischen
200° und 270°, umfasst.
5. Rückenlängenverstellung nach Patentanspruch 1, wobei der Gleitkörper (1) ein Verbindungsstück
(27) mit Verbindungsmittelschlitzen (31) und/oder mindestens einer Nähnut (32) sowie
ein Schulterträgerteil (30) aufweist, die über Verbindungsmittel (29), die in den
Verbindungsmittelschlitzen (31) angeordnet sind und/oder über mindestens eine Naht
(33), die in der mindestens einen Nähnut (32) verläuft, miteinander verbunden sind,
wobei an dem Schulterträgerteil (30) Führungsschlaufen (28) als Führungsaufnahme (11)
ausgebildet sind, die mit dem Führungsmittel (9) der Führungsvorrichtung (19) zusammenwirken.
6. Rückenlängenverstellung nach Patentanspruch 5, wobei das Führungsmittel (9) zwei symmetrisch
zum Festlegebereich (4) ausgebildete Rahmenelemente aufweist, die Bestandteil einer
Trägerstruktur (20) der Rückenwand (7) sind.
7. Rückenlängenverstellung nach Patentanspruch 5 oder 6, wobei das Führungsmittel (9)
einen parallel zum Festlegebereich (4) und einen schräg dazu verlaufenden Bereich
aufweist.
8. Rückenlängenverstellung nach einem der vorstehenden Patentansprüche, wobei die Trägerplatte
(12) und/oder das Verbindungsstück (27) und/oder das Festlegeband (4) jeweils einstückig
ausgebildet sind.
9. Rückenlängenverstellung nach einem der Patentansprüche 3 bis 8, wobei die Trägerplatte
(12) oder das Verbindungsstück (27) symmetrisch zu einer Mittelachse ausgebildet ist
und der Festlegebereich (4) sich entlang dieser Mittelachse erstreckt.
10. Rückenlängenverstellung nach einem der vorstehenden Patentansprüche, wobei an dem
schulterträgerbereichsfernen Ende des Festlegebereichs (4) ein erstes Zugband (21)
angeordnet ist und/oder am festlegebereichsfernen Ende des Schulterträgerbereichs
(2) ein zweites Zugband (21) angeordnet ist.
11. Rückenlängenverstellung nach einem der vorstehenden Patentansprüche, wobei das Festlegeelement
(18) eine Schnalle (18) aufweist, die zwischen der Verstellposition und der Festlegeposition
bewegbar ist, wobei sie insbesondere gegen eine Federkraft aus der Festlegeposition
bewegbar ist.
12. Rückenlängenverstellung nach einem der vorstehenden Patentansprüche, wobei der Festlegebereich
(4), insbesondere äquidistante, Rastvertiefungen (15) oder Rastrippen (16), insbesondere
in der Form einer Zahnstange, aufweist und das Festlegeelement (18) einen Rastvorsprung
(17), der mit den Rastvertiefungen (15) oder Rastrippen (16) kraft- und/oder formschlüssig
zusammenwirkt, aufweist.
13. Rückenwand (7) eines Rucksacks mit einer darin eingefügten Tragestruktur (20) und
einer Rückenlängenverstellung, die nach einem der vorstehenden Patentansprüche ausgebildet
ist, wobei der Führungsbereich (3) der Rückenlängenverstellung mit der Tragestruktur
(20), insbesondere zwei darin ausgebildeten parallelen Drahtabschnitten (10) oder
einem bandartigen Rahmen, zusammenwirkt.
14. Rückenwand (7) nach Patentanspruch 13, wobei sich die Drahtabschnitte (10) beziehungsweise
der bandartige Rahmen sichtbar außerhalb der Rückenwand (7) und der Rest der Tragestruktur
(20) innerhalb der Rückenwand (7) befinden oder durch eine Abdeckung verdeckt sind.
15. Rucksack mit einer Rückenwand (7), die nach Patentanspruch 13 oder 14 ausgebildet
ist.