[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen Wischroboter mit einem Wischpad. Insbesondere
betrifft die Erfindung eine Basisstation zur Wartung eines solchen Wischroboters.
[0002] Ein Wischroboter ist dazu eingerichtet, über eine Bodenfläche zu fahren und diese
feucht zu reinigen. Dazu hat der Wischroboter ein Wischpad, mit dem er die Bodenfläche
wischen kann, und einen ersten Behälter zur Aufnahme von Frischwasser, das im Bereich
des Wischpads ausgegeben werden kann. Ferner kann ein zweiter Behälter zur Aufnahme
von Schmutzwasser vorgesehen sein, das von der Bodenfläche abgesaugt wird, nachdem
die Bearbeitung mit dem Wischpad beendet ist.
[0003] Zur Wartung kann der Wischroboter an eine Basisstation fahren. Die Basisstation kann
insbesondere den ersten Behälter mit Frischwasser nachfüllen, Schmutzwasser aus dem
zweiten Behälter übernehmen und das Wischpad feucht reinigen. Umfasst der Wischroboter
auch ein Saugwerk zur trockenen Reinigung der Bodenfläche, so kann die Basisstation
zusätzlich eingesaugten Schmutz aus einem Staubbehälter übernehmen. Außerdem kann
ein elektrischer Energiespeicher des Wischroboters aufgeladen werden.
[0004] Der Austausch von Flüssigkeiten und das Reinigen des Wischpads bedingen, dass die
Basisstation Behälter zur Aufnahme von unterschiedlich sauberem Wasser umfasst. Diese
Behälter müssen durch einen Benutzer regelmäßig mit Frischwasser befüllt oder von
verschmutztem Wasser befreit werden. Es ist wünschenswert, den Benutzer möglichst
selten mit dieser Aufgabe zu belasten. Die Behälter können aber nicht beliebig groß
dimensioniert werden, da sonst die Basisstation zu viel Raum einnimmt.
[0005] Eine der vorliegenden Erfindung zu Grunde liegende Aufgabe besteht in der Bereitstellung
einer wassersparenden Basisstation für einen Wischroboter. Die Erfindung löst diese
Aufgabe mittels der Gegenstände der unabhängigen Ansprüche. Unteransprüche geben bevorzugte
Ausführungsformen wieder.
[0006] Nach einem ersten Aspekt der vorliegenden Erfindung umfasst eine Basisstation für
einen Wischroboter mit einem Wischpad einen ersten Behälter zur Aufnahme von Frischwasser;
einen zweiten Behälter zur Aufnahme von verschmutztem Wasser; und einen dritten Behälter
zur Aufnahme von Brauchwasser. Ferner ist eine Fördereinrichtung vorgesehen, die dazu
eingerichtet ist, oberflächennahes Wasser aus dem zweiten Behälter in den dritten
Behälter zu fördern, und eine Reinigungseinrichtung für das Wischpad, wobei die Reinigungseinrichtung
zumindest teilweise mit Brauchwasser aus dem dritten Behälter betrieben wird.
[0007] Ein Wischroboter kann sowohl ein Saug-Wisch-Kombigerät als auch einen reinen Wischroboter
umfassen. Anstelle nur eines Wischpads können auch mehrere Wischpads am Wischroboter
vorgesehen sein. Behälter an der Basisstation können jeweils auch mehrfach vorhanden
sein. Funktionsgleiche Behälter sind dabei bevorzugt hydraulisch zueinander parallel
geschaltet.
[0008] Der zweite Behälter kann nach Art eines Absetzbeckens oder eines Dekanters arbeiten.
Eingefülltes Schmutzwasser kann sich im zweiten Behälter beruhigen und dekantierbare
Sedimente, die im Brauchwasser enthalten sind, können allmählich von der Oberfläche
nach unten absinken. im oberflächennahen Bereich liegt dann sedimentarmes und somit
weniger verschmutztes Wasser vor, das in den dritten Behälter gefördert wird. Der
dritte Behälter stellt einen Vorrat von Brauchwasser bereit, der ohne Weiteres entnommen
und für die Reinigung des Wischpads eingesetzt werden kann. Da der dritte Behälter
vom zweiten Behälter getrennt ist, besteht durch die Entnahme keine Gefahr der Vermischung
des Brauchwassers mit zuvor abgesetzten Sedimenten.
[0009] Das Brauchwasser kann insbesondere zu einer Grobreinigung des Wischpads eingesetzt
werden. Optional kann so Brauchwasser auch mehrmals nacheinander zur Reinigung des
Wischpads eingesetzt werden. Zwischen den Verwendungen können Sedimente, die während
des Reinigens aus dem Wischpad gelöst wurden, aus dem Brauchwasser entfernt und im
zweiten Behälter zurückgehalten werden.
[0010] Durch das Einsetzen von Brauchwasser zum Reinigen des Wischpads kann ein Wasserverbrauch
der Basisstation verringert werden. Durch den reduzierten Wasserverbrauch kann die
Gefahr von Spritzwasser auf der Rückseite des Wischroboters nach der Reinigung des
Wischpads verringert sein. Intervalle, in denen ein Benutzer die Basisstation bezüglich
Frisch-, Brauch- oder Schmutzwasser warten muss, können verlängert sein. Zum Reinigen
des Wischpads kann ein Reinigungsmittel zugegeben werden, das zusammen mit dem Brauchwasser
erneut an das Wischpad gelangen kann. Ein gewünschter Reinigungseffekt kann unter
verringerter Zugabe von Reinigungsmittel erzielt werden.
[0011] Die Reinigungseinrichtung kann zumindest teilweise mit Frischwasser aus dem ersten
Behälter betrieben werden. Insbesondere kann für eine Fein- oder Endreinigung des
Wischpads Frischwasser aus dem ersten Behälter eingesetzt werden. Bevorzugt wird in
einer ersten Reinigungsphase überwiegend oder ausschließlich Brauchwasser und in einer
zweiten Reinigungsphase überwiegend oder ausschließlich Frischwasser für die Reinigung
eingesetzt. Insgesamt kann das Wischpad nicht weniger gründlich gereinigt werden als
nur unter Verwendung von Frischwasser.
[0012] Oberflächennahes Wasser aus dem zweiten Behälter kann auf unterschiedliche Weisen
in den dritten Behälter gefördert werden. In einer Ausführungsform ist hierzu eine
Pumpe vorgesehen, die insbesondere elektrisch angetrieben sein kann. Die Pumpe kann
beispielsweise eine Verdrängerpumpe oder eine Strömungspumpe umfassen. Das Fördern
kann auch aufgrund von Schwerkraft erfolgen. Es kann ein steuerbares Ventil vorgesehen
sein, um den Fluss von Wasser zwischen dem zweiten und dem dritten Behälter zu steuern.
Bevorzugt ist eine Steuereinrichtung vorgesehen, um die Basisstation zu steuern.
[0013] In einer Ausführungsform ist die Steuereinrichtung dazu eingerichtet, die Förderung
von oberflächennahem Wasser aus dem zweiten Behälter für eine vorbestimmte Zeitspanne
nach einem Einfüllen von Schmutzwasser in den zweiten Behälter zu unterbinden. Die
Steuereinrichtung kann die Förderung auch für die bestimmte Zeitspanne unterbinden,
nachdem ein Erschüttern des zweiten Behälters oder ein Verwirbeln seines Inhalts bestimmt
wurde. Optional kann die Länge der Zeitspanne in Abhängigkeit der Stärke einer Erschütterung
oder Verwirbelung bestimmt werden. So kann dafür gesorgt werden, dass Sedimente im
Schmutzwasser schwerkraftgesteuert nach unten absinken können, ohne durch die Entnahme
wieder aufgewirbelt zu werden. Gleichzeitig kann verhindert werden, dass entnommenes
Wasser zu sehr mit Sedimenten versetzt ist.
[0014] Eine erforderliche Länge der Zeitspanne kann experimentell bestimmt werden. Generell
gilt, dass sich die Sedimente umso besser in einem unteren Bereich des zweiten Behälters
ansammeln, je länger der zweite Behälter ruhig gehalten ist. Andere Faktoren wie die
Form des zweiten Behälters oder der Einsatz eines Reinigungsmittels können die Geschwindigkeit
des Absetzens der Sedimente ebenfalls beeinflussen. Für zu erwartende Sedimente, die
hauptsächlich durch Schmutz gebildet sein können, die der Wischroboter auf einer Bodenfläche
eines Haushalts gesammelt hat, kann eine ausreichende Trennung bereits nach der vorbestimmten
Zeitspanne eintreten. Diese Zeitspanne beträgt üblicherweise mehrere Minuten bis mehrere
Stunden.
[0015] Im zweiten Behälter kann ein Schwimmer vorgesehen sein. Eine Leitung zur Entnahme
von Wasser kann an dem Schwimmer angebracht sein. Der Schwimmer kann mittels einer
Führung im zweiten Behälter vertikal geführt sein. Die Leitung kann einen flexiblen
Schlauch umfassen, der eine vertikale Bewegung des Schwimmers bei sich änderndem Flüssigkeitsstand
ausgleichen kann. Durch Verwendung des Schwimmers kann ein Ende der Leitung stets
in der Nähe der Oberfläche bzw. des Spiegels der Flüssigkeit im zweiten Behälter gehalten
werden.
[0016] Die Steuereinrichtung kann dazu eingerichtet sein, die Förderung von oberflächennahem
Wasser aus dem zweiten Behälter zu unterbinden, falls ein Verschmutzungsgrad des oberflächennahen
Wassers einen vorbestimmten Wert übersteigt. Diese Variante kann mit der letztgenannten
Variante kombiniert werden. Eine Entnahme von oberflächennahem Wasser kann beispielsweise
ereignisgesteuert oder nach Ablauf der oben erwähnten Zeitspanne gestartet werden,
und die Entnahme kann gestoppt werden, sobald der Verschmutzungsgrad den vorbestimmten
Wert übersteigt. Die Entnahme kann als Erschütterung angesehen werden, sodass erneut
für die vorbestimmte Zeitspanne abgewartet werden kann, bis sich eventuell aufgewirbelte
Sedimente wieder abgesetzt haben. Eine Ausbeute an Brauchwasser aus dem Schmutzwasser
kann verbessert sein.
[0017] Zur Bestimmung des Verschmutzungsgrads kann ein Verschmutzungssensor eingesetzt werden,
der dazu eingerichtet ist, einen auf den Verschmutzungsgrad hinweisenden Messwert
am oberflächennahen Wasser im zweiten Behälter bereitzustellen. Bevorzugt ist der
Verschmutzungssensor nahe an einem Ende einer Leitung vorgesehen, durch die Wasser
vom zweiten in den dritten Behälter gebracht werden kann. Ist ein Schwimmer vorgesehen,
so kann der Verschmutzungssensor an diesem angebracht sein; alternativ kann der Verschmutzungssensor
auch beispielsweise am zweiten Behälter angebracht sein.
[0018] Der Verschmutzungssensor kann beispielsweise einen elektrischen Leitwert des Wassers
bestimmen, wobei ein hoher Leitwert auf eine starke Verschmutzung hinweisen kann.
Der Verschmutzungssensor kann auch beispielsweise ein pH-Meter oder einen anderen
chemischen Sensor umfassen.
[0019] In einer besonders bevorzugten Ausführungsform ist der Verschmutzungssensor dazu
eingerichtet, einen Messwert bereitzustellen, der von einer optischen Transparenz
des Wassers abhängig ist. Insbesondere kann ein optischer Verschmutzungssensor eingesetzt
werden, der eine Ausbreitung oder Reflexion von Licht an Sedimenten im Wasser bestimmt.
Dazu kann der Sensor eine Lichtquelle und einen Lichtempfänger aufweisen, zwischen
denen der Inhalt des zweiten Behälters liegt. Liegt die Lichtquelle dem Lichtempfänger
gegenüber, so kann der Verschmutzungsgrad umso höher bestimmt werden, je weniger Licht
aus der Lichtquelle beim Lichtempfänger ankommt. Liegen die Lichtquelle und der Lichtempfänger
nebeneinander, so kann der Verschmutzungsgrad umso höher bestimmt werden, je mehr
Licht aus der Lichtquelle an Sedimenten zum Lichtempfänger reflektiert wird. Die optische
Bestimmung des Verschmutzungsgrads erlaubt es, den Sensor mittels einer transparenten
Wand von der Flüssigkeit zu trennen. Beispielsweise kann der zweite Behälter eine
transparente Wand aufweisen, und der Sensor kann auf einer Außenseite an der Wand
angebracht sein. Auch die Leitung kann einen transparenten Abschnitt aufweisen, an
welchem der Sensor angebracht werden kann. Beispielsweise kann die Leitung durch einen
flexiblen und transparenten Schlauch, beispielsweise aus Silikon, gebildet sein.
[0020] Die Basisstation kann noch weitere Wartungs- oder Versorgungseingriffe für den Wischroboter
anbieten. In einer Ausführungsform ist eine Einrichtung zur Übernahme von Schmutzwasser
vom Wischroboter vorgesehen. Das Schmutzwasser kann in den zweiten Behälter übernommen
werden, wo es gereinigt und zu Brauchwasser aufbereitet werden kann. Das übernommene
Schmutzwasser kann so ressourcensparend erneut zu Reinigungszwecken verwendet werden.
[0021] Optional ist eine Ausgabeeinrichtung zur Bereitstellung eines Entleerungshinweises
vorgesehen, falls Füllgrade des zweiten und des dritten Behälters jeweils zugeordnete
Schwellenwerte übersteigen. Der Entleerungshinweis ist an einen Benutzer gerichtet,
der dazu aufgefordert werden kann, die Behälter zu leeren. Für das Entleeren des zweiten
Behälters kann eine Zugabe von Frischwasser gesteuert werden, um abgesetzte Sedimente
aufzulockern.
[0022] Bevorzugt ist der dritte Behälter überlaufsicher, beispielsweise, weil er eine Entlüftung
aufweist, die in den zweiten Behälter geführt ist. Der Schwellenwert für den Füllgrad
des dritten Behälters beträgt dann praktisch 100 %, ohne dass dieser Wert überschritten
werden kann. Ein Sensor zur Bestimmung des Füllgrads kann nur am zweiten Behälter
vorgesehen sein. Der Entleerungshinweis kann ausgegeben werden, wenn zusätzlich bestimmt
wurde, dass der Füllgrad des zweiten Behälters, während oberflächennahe Flüssigkeit
in den dritten Behälter gefördert wird.
[0023] Nach einem weiteren Aspekt der vorliegenden Erfindung umfasst ein System eine hierin
beschriebene Basisstation; und einen Wischroboter mit einem Wischpad. Der Wischroboter
ist dazu eingerichtet, an der Basisstation gewartet zu werden. Insbesondere kann bei
der Wartung das Wischpad gereinigt werden. Optional kann auch Frischwasser von der
Basisstation bezogen oder Schmutzwasser an die Basisstation abgegeben werden. Ist
der Wischroboter auch zur trockenen Reinigung einer Bodenfläche eingerichtet, so kann
gesammelter trockener Schmutz an die Basisstation abgegeben werden. Außerdem kann
ein elektrischer Energiespeicher des Wischroboters an der Basisstation aufgeladen
werden.
[0024] Zur Wartung kann der Wischroboter selbsttätig in eine vorbestimmte Position bezüglich
der Basisstation fahren. Die Position kann auf einer Plattform oder Rampe der Basisstation
liegen und der Wischroboter kann zur Einnahme der Position mit einem Rad in eine Rastmulde
an der Basisstation fahren. Zur Reinigung des Wischpads kann ab der Basisstation eine
Schale unterhalb des Wischpads vorgesehen sein. Die Reinigung kann ein Abspritzen
des Wischpads mit Flüssigkeit umfassen. Außerdem können das Wischpad und/oder die
Schale während der Reinigung gegeneinander bewegt werden, vorzugsweise während zwischen
den beiden Elementen ein mechanischer Eingriff besteht. An der Schale kann eine Struktur,
beispielsweise ein Steg, ausgebildet sein, um in das Wischpad einzugreifen und die
Reinigung zu verbessern. Es kann auch eine Reinigungsbürste vorgesehen sein. Weiter
optional ist ein steuerbarer Spender für ein Reinigungsmittel im Bereich des Wischpads
vorgesehen.
[0025] Nach noch einem weiteren Aspekt der vorliegenden Erfindung umfasst ein Verfahren
zum Reinigen eines Wischpads eines Wischroboters Schritte des Reinigens des Wischpads
mit Brauchwasser; des Reinigens des Wischpads mit Frischwasser; des Sammelns von Schmutzwasser,
das bei der Reinigung des Wischpads anfällt, in einem Behälter; und des Entnehmens
von oberflächennahem Wasser aus dem Behälter als Brauchwasser.
[0026] Das Verfahren kann insbesondere mittels einem hierin beschriebenen System bzw. einer
hierin beschriebenen Basisstation ausgeführt werden. Die Basisstation und/oder der
Wischroboter können dazu jeweils eine Steuereinrichtung mit einer Verarbeitungseinrichtung
umfassen. Die Verarbeitungseinrichtung kann dazu eingerichtet sein, ein hierin beschriebenes
Verfahren teilweise oder vollständig auszuführen. Dazu kann die Verarbeitungseinrichtung
elektronisch ausgeführt sein und beispielsweise einen programmierbaren Mikrocomputer
oder Mikrocontroller umfassen. Das Verfahren kann in Form eines Computerprogrammprodukts
mit Programmcodemitteln vorliegen. Das Computerprogrammprodukt kann auch auf einem
computerlesbaren Datenträger abgespeichert sein. Merkmale oder Vorteile des Verfahrens
können auf die Vorrichtung übertragen werden und umgekehrt.
[0027] Nicht beschränkende Ausführungsformen der Erfindung werden nun unter Bezug auf die
beiliegenden Figuren genauer beschrieben, in denen:
- Figur 1
- eine schematische Darstellung von hydraulischen Komponenten an einem Wischroboter
und einer Basisstation;
- Figur 2
- ein System mit einem Wischroboter und einer Basisstation;
- Figur 3
- Behälter einer Basisstation in einer Ausführungsform; und
- Figur 4
- ein Ablaufdiagramm eines Verfahrens
darstellen.
[0028] Figur 1 zeigt eine schematische Darstellung von hydraulischen Komponenten an einem
System 100 mit einem Wischroboter 105 und einer Basisstation 110.
[0029] Der Wischroboter 105 umfasst einen Frischwasserbehälter 115 zur Aufnahme von Frischwasser
und eines oder mehrere Wischpads 120. Optional ist ferner ein Schmutzwasserbehälter
125 zur Aufnahme von Schmutzwasser vorgesehen. Der Wischroboter 105 ist dazu eingerichtet,
eine Bodenfläche, insbesondere in einem Haushalt, zu befahren und zu reinigen.
[0030] Die Reinigung kann mittels des Wischpads 115 erfolgen, insbesondere durch Wischen
oder Moppen. Das Wischpad 120 kann ein Tuch, ein Vlies oder ein ähnliches Material
umfassen, das in Kontakt mit der Bodenfläche gebracht wird. Das Wischpad 120 kann
beispielsweise rund, rechteckig oder auch anders geformt sein und zum Bearbeiten der
Bodenfläche in eine repetierende oder oszillierende horizontale Bewegung gegenüber
dem Wischroboter 105 versetzt werden. Eine Bewegung kann beispielsweise linear oder
kreisförmig verlaufen oder einer vorbestimmten Kurve folgen, beispielsweise einer
Ellipse oder einem Kreisbogen. Wasser aus dem Frischwasserbehälter 115 kann zum Wischpad
120 geleitet werden, um eine feuchte Reinigung der Bodenfläche zu ermöglichen. Optional
wird dem Wasser ein Reinigungsmittel beigemischt. Auf der Bodenfläche verbliebenes
Wasser kann abgesaugt und in den Schmutzwasserbehälter 125 verbracht werden, beispielsweise
mittels eines Saugwerks.
[0031] Optional kann der Wischroboter 105 die Bodenfläche auch auf andere Weisen bearbeiten,
insbesondere durch Saugen oder Kehren. Zum Saugen kann ein Saugwerk vorgesehen sein,
welches ein Gebläse umfasst, das einen Luftstrom durch einen Saugmund knapp über der
Bodenfläche einsaugt. Eingesogene Luft kann einen Filter durchlaufen und wieder ausgestoßen
werden. Schmutz aus der Luft kann am Filter abgeschieden und in einem Schmutzbehälter
gesammelt werden. Optional ist im Bereich des Saugmunds eine Bürste angeordnet, die
insbesondere walzenförmig ausgebildet sein und zur Bearbeitung der Bodenfläche um
eine horizontale Längsachse gedreht werden kann. Zum Kehren kann ein Besen vorgesehen
sein, der in einer Ausführungsform eine vertikale Drehachse aufweist, von der aus
mehrere Kehrarme radial abstehen können. Die Kehrarme können um die Drehachse gedreht
und so über die Bodenfläche geführt werden. Schmutz kann dabei mittels der Kehrarme
in Richtung des Saugmunds befördert und dort eingesaugt werden.
[0032] Der Wischroboter 105 ist weiter bevorzugt dazu eingerichtet, selbsttägig über die
Bodenfläche zu fahren. Weiter ist bevorzugt, dass der Wischroboter 105 selbsttätig
auf der Bodenfläche navigiert, beispielsweise bezüglich einer Umgebungskarte mittels
eines SLAM-Verfahrens. Zur Abtastung des Umfelds ist wenigstens ein Umgebungssensor
vorgesehen, der insbesondere eine Kamera oder einen LiDAR-Sensor umfassen kann. Zum
Antrieb umfasst der Wischroboter eine Antriebseinrichtung, die insbesondere ein Paar
von individuell steuerbaren Antriebsrädern umfassen kann.
[0033] Die Basisstation
110 ist dazu eingerichtet, den Wischroboter 105 zu warten bzw. zu versorgen. Dazu kann
der Wischroboter 105 in eine vorbestimmte Position bezüglich der Basisstation 110
gebracht werden, sodass vorbestimmte hydraulische, elektrische, pneumatische oder
mechanische Verbindungen geschlossen werden können. Im Folgenden wird lediglich die
Wartung der Behälter 115, 125 und des Wischpads 120 beschrieben.
[0034] Die Basisstation 105 kann einen Übernahmebehälter 130 umfassen, in den Schmutzwasser
aus dem Schmutzwasserbehälter 125 ausgespeist werden kann. Ein erster Behälter 135
ist zur Aufnahme von Frischwasser eingerichtet und kann auch als Frischwasserbehälter
135 bezeichnet werden. Wasser wird üblicherweise durch einen Benutzer in den ersten
Behälter 135 eingefüllt. Alternativ ist möglich, dass die Frischwasserzufuhr zum ersten
Behälter 135 über eine Festwasserzuleitung automatisch erfolgt.
[0035] Ein zweiter Behälter 140 ist dazu eingerichtet, Schmutzwasser aufzunehmen und Sedimente
aus dem Wasser abzutrennen. Der zweite Behälter 140 kann auch als Sedimentierbehälter
140 bezeichnet werden. Zur Unterstützung eines Sedimentierprozesses kann der zweite
Behälter 140 relativ hoch und schlank sein; in einer Ausführungsform beträgt seine
Höhe ein Vielfaches seines Durchmessers an der breitesten Stelle, beispielsweise wenigstens
das Zweifache, Dreifache oder Vierfache.
[0036] Ein dritter Behälter 145 ist zur Aufnahme von Wasser eingerichtet, das aus dem zweiten
Behälter 140 entnommen ist, nachdem Sedimente abgetrennt wurden. Das Wasser im dritten
Behälter 145 ist durch die verringerten Sedimente sauberer als das Schmutzwasser im
zweiten Behälter 140, jedoch allgemein nicht so sauber wie das Frischwasser im ersten
Behälter 135. Das aufgenommene Wasser ist jedoch für bestimmte Zwecke noch gut verwendbar
und kann als Brauchwasser, der dritte Behälter 145 als Brauchwasserbehälter bezeichnet
werden.
[0037] Optional ist ein vierter Behälter 150 vorgesehen, der zur Aufnahme von verschmutztem
Wasser vorgesehen ist, das nicht mit Mitteln der Basisstation weiterverwendet werden
kann. Das Wasser kann als Abwasser und der vierte Behälter 150 als Abwasserbehälter
150 bezeichnet werden. Abwasser kann durch den Benutzer aus dem vierten Behälter 150
entsorgt werden.
[0038] Jeder der Behälter 130 - 150 kann optional auch mehrfach vorgesehen sein. In diesem
Fall sind funktionsgleiche Behälter 130 - 150 bevorzugt hydraulisch zueinander parallel
geschaltet.
[0039] Eine Reinigungseinrichtung 155 ist dazu eingerichtet, im Rahmen einer Servicemaßnahme
das Wischpad 120 des Wischroboters 105 zu reinigen. Die Reinigung erfolgt feucht bzw.
nass und umfasst ein Spülen des Wischpads 120 mit Wasser sowie bevorzugt eine mechanische
Reinigung. Die mechanische Reinigung kann durch Eingriff des Wischpads 120 in eine
dazu eingerichtete Struktur an der Basisstation
110 und eine Bewegung des Wischpads 120 gegenüber der Struktur umfassen. Die Struktur
kann beispielsweise einen Steg und/oder ein Gitter umfassen, die mit einer vorbestimmten
Kraft gegen die weiche untere Oberfläche des Wischpads 120 gepresst werden und teilweise
in sie eindringen können. Wasser zum Ausspülen von Schmutz aus dem Wischpad kann vor,
während und/oder nach der mechanischen Reinigung eingesetzt werden.
[0040] In einer Ausführungsform wird eine Schale oder ein ähnlicher Behälter, der sich unterhalb
des Wischpads 120 befindet, mit Wasser befüllt, sodass das Wischpad 120 ins Wasser
eintaucht. Die Schale kann auch als Übernahmebehälter 130 dienen bzw. umgekehrt kann
der Übernahmebehälter 130 als Schale konfiguriert sein. Dem Wasser kann ein Reinigungsmittel
zugegeben werden; ferner kann das Wasser zur Reinigung auf eine vorbestimmte Temperatur
erwärmt werden. In einer weiteren Ausführungsform wird das Wischpad 120 über der Schale
gehalten und dort gereinigt. Beispielsweise kann Wasser mit einem vorbestimmten Druck
und/oder in einem vorbestimmten Volumenstrom auf das Wischpad 120 gefördert werden,
um dort Schmutz zu lösen, auszuschwemmen bzw. abzutransportieren. Abtropfendes oder
ablaufendes Wasser kann in der Schale gesammelt werden.
[0041] Es wird vorgeschlagen, dass die Reinigung des Wischpads 120 zumindest Teilweise mit
Brauchwasser aus dem dritten Behälter 145 erfolgt. Sauberes Wasser aus dem Frischwasserbehälter
135 kann ebenfalls verwendet werden. Frischwasser und Brauchwasser können gemeinsam
oder nacheinander eingesetzt werden. In einer Ausführungsform umfasst ein Reinigungszyklus
eine Grobreinigung mit Brauchwasser und eine Endreinigung mit Frischwasser. Es können
mehrere Reinigungszyklen durchlaufen werden, bis das Wischpad 120 ausreichend gereinigt
ist.
[0042] Schmutzwasser, das bei der Reinigung des Wischpads 120 anfällt, kann in den zweiten
Behälter 140 transportiert werden, wo ihm sedimentierende Schmutzpartikel entzogen
werden können, sodass erneut Brauchwasser entsteht, das in den dritten Behälter 145
überführt werden kann. Diesen Kreislauf kann das Wasser auch mehrfach durchlaufen.
Ist das anfallende Schmutzwasser zu stark oder anders als mit sedimentierenden Partikeln
belastet, so kann es in den vierten Behälter 150 abgeführt werden.
[0043] In einer Ausführungsform kann der Verschmutzungsgrad des Schmutzwassers aus der Schale
gemessen werden. Liegt der Verschmutzungsgrad über einem vorbestimmten Schwellenwert,
so kann das Schmutzwasser in den vierten Behälter 150 transportiert werden, andernfalls
in den zweiten Behälter 140.
In einer weiteren Ausführungsform kann Schmutzwasser, das bei der Reinigung des Wischpads
120 mit Brauchwasser anfällt, in den vierten Behälter 150 transportiert werden, während
Schmutzwasser, das bei der Reinigung mit Frischwasser anfällt, in den zweiten Behälter
140 transportiert werden kann. Auf diese Weise kann Brauchwasser praktisch nur einmal
zur Reinigung des Wischpads 120 eingesetzt werden, bevor es über den vierten Behälter
150 entsorgt wird.
[0044] Es ist zu beachten, dass die in Figur 1 dargestellten hydraulischen Verbindungen
lediglich die üblichen Pfade symbolisieren. Weitere oder andere Verbindungen können
ebenfalls vorgesehen sein. Beispielsweise kann Frischwasser aus dem ersten Behälter
135 oder Brauchwasser aus dem dritten Behälter 145 gezielt in den zweiten Behälter
140 transportiert werden, um dort abgesetzte Sedimente zu lösen. Diese Maßnahme kann
unmittelbar vor dem Entsorgen des Inhalts des zweiten Behälters 140 erfolgen. Das
Entsorgen kann durch den Benutzer erfolgen, wozu er den zweiten Behälter 140 in manchen
Ausführungsformen aus der Basisstation 110 entnehmen kann. Optional kann das mit den
aufgewirbelten Sedimenten angereicherte Schmutzwasser aus dem zweiten Behälter 140
auch in den vierten Behälter 150 transportiert werden, aus dem es durch den Benutzer
entsorgt werden kann.
[0045] Ein Übergang von Wasser zwischen den in Figur 1 dargestellten Behältern kann auf
beliebige Weise erfolgen. Üblicherweise sind eine oder mehrere Pumpen und/oder gesteuerte
Ventile vorgesehen. Wasser kann auch aufgrund von Schwerkraft von einem Behälter zu
einem anderen fließen.
[0046] Figur 2 zeigt eine schematische Darstellung eines Systems 100 in einer beispielhaften
Ausführungsform. Es ist zu beachten, dass hier kein Übernahmebehälter 130 und kein
vierter Behälter 150 für Abwasser vorgesehen ist.
[0047] Der Wischroboter 105 ist hydraulisch mittels einer ersten Schnellkupplung 205 und
einer zweiten Schnellkupplung 210 mit der Basisstation 110 verbunden. Über die erste
Schnellkupplung 205 kann Frischwasser mittels einer ersten Pumpe 215 aus dem ersten
Behälter 135 übernommen werden. Über die zweite Schnellkupplung 210 kann Schmutzwasser
über eine zweite Pumpe 220 an die Basisstation 110 abgegeben werden. Rein beispielhaft
sind die Schnellkupplungen 205, 210 mit beidseitigen Sperrventilen dargestellt; eine
Ausführungsform mit einem einseitigen Sperrventil oder ganz ohne Sperrventil ist ebenfalls
möglich. Eine oder beide Pumpen 215, 220 können auch seitens des Wischroboters 105
vorgesehen sein.
[0048] Mittels einer dritten Pumpe 225 kann Brauchwasser aus dem zweiten Behälter 140 in
den dritten Behälter 145 gefördert werden. Mittels einer vierten Pumpe 230 kann Brauchwasser
aus dem dritten Behälter 145 an die Reinigungseinrichtung 155 gefördert werden. Im
Rahmen des Reinigens des Wischpads 120 des Wischroboters 105 an der Reinigungseinrichtung
155 aufgefangenes Schmutzwasser kann auf dieselbe Weise behandelt werden wie Schmutzwasser,
das der Basisstation 110 durch die zweite Schnellkupplung 210 zugeführt wurde. Zur
Förderung kann die zweite Pumpe 220 oder eine andere Einrichtung genutzt werden.
[0049] An mehreren Stellen im hydraulischen System können Filter eingesetzt werden, um Schmutzpartikel
zurückzuhalten. Insbesondere kann jeweils auf der Saugseite einer Pumpe 215-230 ein
Filter vorgesehen sein. In der dargestellten Ausführungsform ist die erste Pumpe 215
durch einen ersten Filter 235, die zweite Pumpe 220 durch einen zweiten Filter 240,
die dritte Pumpe 225 durch einen dritten Filter 245 und die vierte Pumpe 230 durch
einen vierten Filter 250 gesichert. Optional kann einer der Filter 235 - 250 entfallen
oder es kann ein Filter an einer anderen Stelle eingesetzt sein.
[0050] Schmutzwasser, das in den zweiten Behälter 140 eingefüllt ist, kann zahlreiche Schmutzpartikel
umfassen, von denen zumindest einige dekantierfähige Sedimente sind, die aufgrund
der Schwerkraft in der Flüssigkeit langsam absinken können. Nach einer gewissen Zeit
kann mit zunehmender Tiefe eine Dichte von Schmutzpartikeln in der Flüssigkeit ansteigen.
In Figur 2 ist dies durch unterschiedlich dunkle Schichten im zweiten Behälter 140
angedeutet. Nahe einer Oberfläche der Flüssigkeit ist die Dichte von Schmutzpartikeln
und damit der Verschmutzungsgrad des Schmutzwassers am geringsten, sodass Wasser,
das hier entnommen wird, als Brauchwasser verwendbar ist.
[0051] In der dargestellten Ausführungsform ist im zweiten Behälter 140 ein Schwimmer 255
vorgesehen, der unabhängig von der Höhe des Flüssigkeitsstands nahe an der Oberfläche
der Flüssigkeit bleibt. Eine Leitung, die zur dritten Pumpe 225 führt, ist am Schwimmer
255 befestigt und ragt in die Flüssigkeit. Die Leitung ist bevorzugt flexibel ausgeführt,
beispielsweise in Form eines Schlauchs. Wird Flüssigkeit durch die Leitung in den
dritten Behälter 145 gefördert, so durchläuft die Leitung von oben nach unten die
Flüssigkeit im zweiten Behälter 140, sodass die geförderte Flüssigkeit graduell im
Verschmutzungsgrad zunimmt. Die Entnahme kann beendet werden, wenn der Verschmutzungsgrad
einen vorbestimmten Schwellenwert übersteigt.
[0052] Der Verschmutzungsgrad kann mittels eines Verschmutzungssensors 260 bestimmt werden,
der beispielsweise an der Leitung angebracht ist. Bevorzugt ist der Verschmutzungssensor
260 optisch ausgeführt und bestimmt einen Absorptionsgrad von Flüssigkeit gegenüber
Licht. In einer anderen Ausführungsform kann ein Verschmutzungssensor 260 auch beispielsweise
am zweiten Behälter 140 angebracht sein.
[0053] Eine Steuervorrichtung 265 ist dazu eingerichtet, die Reinigung von Schmutzwasser
im zweiten Behälter 140 bzw. die Bereitstellung von Brauchwasser zu steuern. Optional
kann die Steuervorrichtung 265 noch weitere Vorgänge am hydraulischen System steuern.
Insbesondere kann die Steuervorrichtung 265 das Transportieren von Schmutzwasser in
den zweiten Behälter, das Einhalten von vorteilhaften Bedingungen für eine Entnahme
von Brauchwasser und das Fördern von Brauchwasser in den dritten Behälter 145 steuern.
Der Vorgang des Absetzens von Sedimenten im Schmutzwasser im zweiten Behälter 140
kann langwierig sein und das Fördern von Brauchwasser in den dritten Behälter 145
kann das Schmutzwasser bewegen, sodass bereits abgesetzte Sedimente wieder aufgewirbelt
werden. Das Bereitstellen von Brauchwasser kann daher mehrere Phasen des Absetzens
und des Förderns vom zweiten Behälter 140 in den dritten Behälter 145 umfassen. Optional
umfasst die Steuervorrichtung 265 eine Ausgabeeinrichtung zur Bereitstellung eines
Hinweises an einen Benutzer, dass einer der Behälter 135 - 150 entleert bzw. befüllt
werden muss.
[0054] Der dritte Behälter 145 kann sicherstellen, dass ausreichend Brauchwasser zur Verfügung
steht, um einen Prozess wie das Reinigen des Wischpads 120 unterbrechungsfrei durchführen
zu können. Ein Volumen des dritten Behälters 145 kann in Abhängigkeit eines zu erwartenden
Bedarfs an Brauchwasser für einen solchen Vorgang bestimmt sein. Bevorzugt werden
eine erwartete Häufigkeit eines solchen Prozesses und eine erwartete Ausbeute an Brauchwasser
aus dem zweiten Behälter 140 ebenfalls berücksichtigt. Um sicherzustellen, dass keiner
der Behälter 135 - 145 überläuft, kann eine Summe der Volumina des zweiten Behälters
140 und des dritten Behälters 145 wenigstens so groß sein wie das Volumen des ersten
Behälters 135, bevorzugt zuzüglich des Volumens des Schmutzwasserbehälters 125, falls
dieser am Wischroboter 105 vorgesehen ist.
[0055] Das beschriebene System 100 kann Wasser in einem Kreislauf reinigen und mehrfach
verwenden. Der Kreislauf ist jedoch üblicherweise nicht geschlossen und das Wasser
kann nicht endlos aufbereitet werden. Beispielsweise muss verschmutztes Wasser aus
dem System 100 entfernt oder sauberes Wasser ins System 100 eingebracht werden, wenn:
- die Ausbeute von Brauchwasser aus dem Schmutzwasser im zweiten Behälter 140 pro Sedimentiervorgang
unter einen vorbestimmten Wert absinkt;
- der zweite Behälter 140 und der dritte Behälter 145 voll sind; oder
- der erste Behälter 135 leer ist.
[0056] In diesen Fällen kann jeweils ein Entleerungs- und/oder Befüllungshinweis an einen
Benutzer des Systems 100 bereitgestellt werden.
[0057] Figur 3 zeigt eine weitere Ausführungsform einer Basisstation 110 in einem System
100. Hier ist der Übernahmebehälter 130 vertikal über dem zweiten Behälter 140 angeordnet.
Zwischen den Behältern 130, 140 ist ein Filter 305 angeordnet, der dem ersten Filter
240 in der Ausführungsform von Figur 2 entsprechen kann. Zu- und Abflüsse sind symbolisch
als Blockpfeile dargestellt.
[0058] Die Behälter 130 und 140 können miteinander integriert ausgeführt sein. Beispielsweise
kann ein gemeinsamer Behälter durch Einsetzen des Filters 305 in einer vorbestimmten
Höhe die beiden Behälter 130 und 140 bilden. Der Filter 305 kann eine relativ große
Oberfläche haben und insbesondere grobe Verunreinigungen aus dem Schmutzwasser zurückhalten.
Das Schmutzwasser kann als Rinnsal oder in Tropfenform durch den Filter 305 treten
und im zweiten Behälter 140 aufgenommen werden, wo es dem Sedimentierprozess ausgesetzt
werden kann.
[0059] Figur 4 zeigt ein Ablaufdiagramm eines Verfahrens 400 zur Steuerung eines Systems
100. In einem Schritt 405 kann das Reinigungspad 120 mittels der Reinigungseinrichtung
155 unter Verwendung von Brauchwasser aus dem dritten Behälter 145 gereinigt werden.
In einer Ausführungsform kann dem Brauchwasser auch Frischwasser aus dem ersten Behälter
135 beigemischt werden. Zudem kann eine mechanische Reinigung des Wischpads 120 erfolgen.
In diesem Schritt kann das Wischpad 120 zunächst grob gereinigt werden.
[0060] In einem Schritt 410 kann das Wischpad 120 unter Verwendung von Frischwasser aus
dem ersten Behälter 135 gereinigt werden. Hier können Partikel und Verschmutzungen,
die im Brauchwasser enthalten waren oder durch das Brauchwasser nicht gelöst werden
konnten, mittels Frischwasser aus dem Wischpad 120 entfernt werden. In diesem Schritt
kann das Wischpad 120 einer Fein- oder Endreinigung unterzogen werden. Die Schritte
405, 410 können auch mehrfach durchlaufen werden.
[0061] Beim Reinigen des Wischpads 120 können Prozessparameter optimiert werden, um bei
weiterhin gutem Reinigungsergebnis den Verbrauch von Wasser weiter zu reduzieren.
Solche Prozessparameter umfassen beispielsweise:
- einen Zeitpunkt der Zugabe von Brauch- oder Frischwasser
- eine Menge zugegebenen Brauch- oder Frischwassers
- eine Temperatur zugegebenen Brauch- oder Frischwassers
- eine Bewegung des Wischpads 120 gegenüber der Basisstation 110
- eine Bewegung eines Eingriffselements der Basisstation 110 gegenüber dem Wischpad
120
- ein Richtungswechsel oder eine Abfolge von Bewegungen des Wischpads 120 gegenüber
dem Eingriffselement oder der Basisstation 110
- Geschwindigkeiten von Bewegungen des Wischpads 120 gegenüber dem Eingriffselement
oder der Basisstation 110
- eine Trockenlaufzeit.
[0062] Beispielsweise kann die Zugabe von Frischwasser länger dauern als die Zugabe von
Brauchwasser. Ein Volumenstrom von Brauchwasser kann bei einem ersten Durchlauf höher
und bei einem erneuten Durchlauf geringer sein. Ein abschließender Volumenstrom von
Frischwasser kann sehr hoch sein. Eine Wassertemperatur von Brauchwasser kann bei
einem ersten Durchlauf höher und bei einem erneuten Durchlauf geringer sein. Eine
Wassertemperatur beim abschließenden Spülen mit Frischwasser kann sehr hoch sein.
Richtungswechsel der Relativbewegung des Wischpads 120 gegenüber dem Eingriffselement
können bei einem ersten Reinigen mit Brauchwasser häufig und bei einem erneuten Reinigen
seltener sein oder ganz entfallen. Beim Reinigen mit Frischwasser können sehr häufige
Richtungswechsel erfolgen. Eine Geschwindigkeit der Relativbewegung des Wischpads
120 gegenüber dem Eingriffselement kann bei einem ersten Reinigen mit Brauchwasser
hoch und bei einem erneuten Reinigen geringer sein. Beim Reinigen mit Frischwasser
kann die Geschwindigkeit sehr hoch sein.
[0063] Das Eingriffselement kann im Bereich einer Schale zum Sammeln von Schmutzwasser im
Bereich der Reinigungsvorrichtung 155 vorgesehen sein. Eine Geometrie oder eine Anordnung
von Flächen des Eingriffselements können ebenfalls zur effizienteren bzw. wassersparenden
Reinigung optimiert werden.
[0064] In einem Schritt 415 kann Schmutzwasser gesammelt werden, das bei der Reinigung des
Wischpads 120 anfällt. Optional kann auch Schmutzwasser vom Wischroboter 105 übernommen
werden. Das Schmutzwasser wird in den zweiten Behälter 140 transportiert.
[0065] In einem Schritt 420 wird das Schmutzwasser im zweiten Behälter 140 in Ruhe gelassen.
Insbesondere kann dafür gesorgt werden, dass möglichst kein Wasser zu- oder abgeführt
wird, dass das Wasser nicht bewegt wird und/oder dass der zweite Behälter 140 nicht
erschüttert oder bewegt wird. Sollte einer dieser Einflüsse erfasst werden, kann das
Sedimentieren neu begonnen werden bzw. eine Zeitspanne, die zum Sedimentieren anberaumt
ist, kann verlängert oder neu gestartet werden. Das Sedimentieren kann beendet sein,
wenn die Zeitspanne abgelaufen ist.
[0066] In einem Schritt 425 kann oberflächennahes Wasser aus dem zweiten Behälter 140 als
Brauchwasser in den dritten Behälter 145 übernommen werden. Dieser Vorgang kann so
lange durchgeführt werden, wie Flüssigkeit vom zweiten in den dritten Behälter gefördert
werden kann und ein Verschmutzungsgrad des geförderten Wassers einen vorbestimmten
Schwellenwert nicht überschreitet. Ist der dritte Behälter 145 noch nicht voll und
enthält der zweite Behälter 140 noch ausreichend Flüssigkeit, so können die Schritte
420, 425 erneut durchlaufen werden. Im Schritt 420 kann eine angepasste Zeitspanne
für das Sedimentieren angesetzt werden.
Bezugszeichen
[0067]
- 100
- System
- 105
- Wischroboter
- 110
- Basisstation
- 115
- Frischwasserbehälter des Wischroboters
- 120
- Wischpad
- 125
- Schmutzwasserbehälter des Wischroboters
- 130
- Übernahmebehälter
- 135
- erster Behälter, Frischwasserbehälter
- 140
- zweiter Behälter, Sedimentierbehälter
- 145
- dritter Behälter, Brauchwasserbehälter
- 150
- vierter Behälter, Abwasserbehälter
- 155
- Reinigungseinrichtung
- 205
- erste Schnellkupplung
- 210
- zweite Schnellkupplung, Einrichtung zur Übernahme von Schmutzwasser
- 215
- erste Pumpe
- 220
- zweite Pumpe
- 225
- dritte Pumpe
- 230
- vierte Pumpe
- 235
- erster Filter
- 240
- zweiter Filter
- 245
- dritter Filter
- 250
- vierter Filter
- 255
- Schwimmer
- 260
- Verschmutzungssensor
- 265
- Steuervorrichtung
- 305
- Filter
- 400
- Verfahren
- 405
- Reinigen mit Brauchwasser
- 410
- Reinigen mit Frischwasser
- 415
- Schmutzwasser sammeln
- 420
- Schmutzwasser in Behälter sedimentieren lassen
- 425
- oberflächennahes Brauchwasser entnehmen
1. Basisstation (110) für einen Wischroboter (105) mit einem Wischpad (120); wobei die
Basisstation (110) folgende Elemente umfasst:
- einen ersten Behälter (135) zur Aufnahme von Frischwasser;
- einen zweiten Behälter (140) zur Aufnahme von verschmutztem Wasser;
- einen dritten Behälter (145) zur Aufnahme von Brauchwasser;
- eine Fördereinrichtung (225), die dazu eingerichtet ist, oberflächennahes Wasser
aus dem zweiten Behälter (140) in den dritten Behälter (145) zu fördern;
- eine Reinigungseinrichtung (155) für das Wischpad (105);
- wobei die Reinigungseinrichtung (155) zumindest teilweise mit Brauchwasser aus dem
dritten Behälter (145) betrieben wird.
2. Basisstation (110) nach Anspruch 1, wobei die Reinigungseinrichtung (155) zumindest
teilweise mit Frischwasser aus dem ersten Behälter (135) betrieben wird.
3. Basisstation (110) nach Anspruch 1 oder 2, ferner umfassend eine Steuereinrichtung
(265), die dazu eingerichtet ist, die Förderung von oberflächennahem Wasser aus dem
zweiten Behälter (140) für eine vorbestimmte Zeitspanne nach dem Einfüllen von Wasser
in den zweiten Behälter (140) zu unterbinden.
4. Basisstation (110) nach einem der vorangehenden Ansprüche, ferner umfassend einen
Schwimmer (255) im zweiten Behälter (140); wobei eine Leitung zur Entnahme von Wasser
an dem Schwimmer (255) angebracht ist.
5. Basisstation (110) nach einem der vorangehenden Ansprüche, umfassend eine Steuereinrichtung
(265), die dazu eingerichtet ist, die Förderung von oberflächennahem Wasser aus dem
zweiten Behälter (140) zu unterbinden, falls ein Verschmutzungsgrad des oberflächennahen
Wassers einen vorbestimmten Wert übersteigt.
6. Basisstation (110) nach Anspruch 5, ferner umfassend einen Verschmutzungssensor (260)
zur Bereitstellung eines auf den Verschmutzungsgrad hinweisenden Messwerts am oberflächennahen
Wasser im zweiten Behälter (140).
7. Basisstation (110) nach Anspruch 6, wobei der Verschmutzungssensor (260) dazu eingerichtet
ist, einen Messwert bereitzustellen, der von einer optischen Transparenz des Wassers
abhängig ist.
8. Basisstation (110) nach einem der vorangehenden Ansprüche, ferner umfassend eine Einrichtung
(210) zur Übernahme von Schmutzwasser vom Wischroboter (105) in den zweiten Behälter
(140).
9. Basisstation (110) nach einem der vorangehenden Ansprüche, ferner umfassend eine Ausgabeeinrichtung
zur Bereitstellung eines Entleerungshinweises, falls Füllgrade des zweiten (140) und
des dritten Behälters (145) jeweils zugeordnete Schwellenwerte übersteigen.
10. Basisstation (110) nach Anspruch 9, wobei der dritte Behälter (145) überlaufsicher
ist; ferner umfassend einen Sensor zur Bestimmung des Füllgrads des zweiten Behälters
(140).
11. System (100), umfassend eine Basisstation (110) nach einem der vorangehenden Ansprüche;
und einen Wischroboter (105) mit einem Wischpad (120).
12. Verfahren (400) zum Reinigen eines Wischpads (120) eines Wischroboters (105); wobei
das Verfahren folgende Schritte umfasst:
- Reinigen (405) des Wischpads (105) mit Brauchwasser;
- Reinigen (410) des Wischpads (105) mit Frischwasser;
- Sammeln (415) von Schmutzwasser, das bei der Reinigung des Wischpads (120) anfällt,
in einem Behälter (140); und
- Entnehmen (420) von oberflächennahem Wasser aus dem Behälter (140) als Brauchwasser.