[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Beschichtung einer
Materialbahn mittels eines Schlitzdüse.
[0002] Aus dem Stand der Technik ist es bekannt, Beschichtungsmaterial auf eine Materialbahn
über eine Schlitzdüse im Rahmen eines industriellen Fertigungsprozesses, z.B. bei
der Batterieherstellung, aufbringen. Die Materialbahn wird während der Beschichtung
in eine Transportrichtung bewegt. Nach der Beschichtung wird die Materialbahn in der
Regel durch eine Trocknungsanlage transportiert, in der die aufgebrachte Beschichtung
getrocknet wird.
[0003] Um zu gewährleisten, dass das Beschichtungsmaterial mit gleichmäßiger Schichtdicke
in Richtung quer zur Materialbahn aufgebracht wird, werden Dickenmesssysteme genutzt,
die zur Messung der Schichtdicke in der Regel elektromagnetische Strahlung, wie z.B.
Röntgenstrahlung, oder Ultraschall verwenden. Solche Systeme sind teuer und haben
oftmals keine ausreichende Genauigkeit.
[0004] Aufgabe der Erfindung ist es, bei der Beschichtung einer Materialbahn mittels einer
Schlitzdüse auf einfache Weise Messungen durchzuführen, welche Rückschlüsse auf die
Gleichmäßigkeit der Schichtdicke des auf die Materialbahn aufgebrachten Beschichtungsmaterials
ermöglichen.
[0005] Diese Aufgabe wird durch das Verfahren gemäß Patentanspruch 1 bzw. die Vorrichtung
gemäß Patentanspruch 14 gelöst. Weiterbildungen der Erfindung sind in den abhängigen
Ansprüchen definiert.
[0006] Im erfindungsgemäßen Verfahren wird eine Materialbahn mittels einer Schlitzdüse beschichtet.
Dabei tritt während des Transports der Materialbahn in eine Transportrichtung Beschichtungsmaterial
über einen Schlitz der Schlitzdüse aus, wodurch das Beschichtungsmaterial auf die
Materialbahn aufgebracht wird. Der Schlitz weist eine Beschichtungsbreite auf, die
entlang der Materialbahn senkrecht zur Transportrichtung verläuft. Der Volumenstrom
des durch den Schlitz tretenden Beschichtungsmaterials ist mit einem Einstellmittel
variabel entlang der Beschichtungsbreite einstellbar. Je nach Ausgestaltung kann das
Einstellmittel zur manuellen Veränderung des Volumenstroms durch einen Bediener und/oder
zur automatisierten Änderung des Volumenstroms mittels einer Aktorik konfiguriert
sein.
[0007] Das erfindungsgemäße Verfahren zeichnet sich dadurch aus, dass während der Beschichtung
der Materialbahn Druckmessungen durchgeführt werden, bei denen jeweils mittels einer
Drucksensorik der Druck des Beschichtungsmaterials im Schlitz der Schlitzdüse an einer
Vielzahl von Messpositionen entlang der Beschichtungsbreite gemessen wird, wodurch
Druckwerte für die Vielzahl von Messpositionen erhalten werden.
[0008] Die erhaltenen Druckwerte werden zur Weiterverarbeitung zumindest temporär digital
gespeichert. Je nach Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens können die erhaltenen
Druckwerte unterschiedlich weiterverarbeitet werden. Beispielsweise können sie für
einen Bediener an einer Benutzerschnittstelle ausgegeben und vorzugsweise visualisiert
werden. Ebenso ist es möglich, dass die Druckwerte dazu verwendet werden, den Volumenstrom
des Beschichtungsmaterials im Schlitz der Schlitzdüse automatisiert zu verändern,
sofern das Einstellmittel den Volumenstrom automatisiert verändern kann.
[0009] Der Erfindung liegt die Erkenntnis zugrunde, dass über eine Druckmessung im Schlitz
der Schlitzdüse Informationen gewonnen werden, die mit der Schichtdicke des auf die
Materialbahn aufgebrachten Beschichtungsmaterials korrelieren. Im Besonderen entsprechen
höhere Drücke größeren Fließgeschwindigkeiten des Beschichtungsmaterials beim Austritt
aus dem Schlitz der Schlitzdüse, was wiederum so größeren Schichtdicken führt. Diese
Informationen können einem Bediener über eine Benutzerschnittstelle ausgegeben werden
und/oder sie können zu einer geeigneten Veränderung des Volumenstroms des Beschichtungsmaterials
genutzt werden, um gleichmäßige Schichtdicken zu erreichen. Durch Simulationen konnte
belegt werden, dass ein Zusammenhang zwischen im Schlitz gemessenen Drücken und den
Fließgeschwindigkeiten des Beschichtungsmaterials beim Austritt aus dem Schlitz besteht.
Dies wird auch nochmals in der detaillierten Beschreibung erläutert.
[0010] In einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens werden für
eine jeweilige Druckmessung die Druckwerte in Abhängigkeit von den Messpositionen
und/oder ein aus den Druckwerten abgeleiteter Druckverlauf entlang der Beschichtungsbreite
über eine Benutzerschnittstelle ausgegeben. Die Benutzerschnittstelle ist vorzugsweise
eine visuelle Benutzerschnittstelle, beispielsweise in der Form eines Displays. Das
heißt, die Druckwerte bzw. der Druckverlauf werden in geeigneter Weise auf der visuellen
Benutzerschnittstelle angezeigt. Der Druckverlauf entlang der Beschichtungsbreite
kann beispielsweise dadurch ermittelt werden, dass eine Kurve an die Druckwerte gefittet
wird. Dieser Fit wird mit einem geeigneten Rechnereinrichtung durchgeführt.
[0011] In einer weiteren bevorzugten Variante umfasst die Drucksensorik eine Vielzahl von
Drucksensoren, die entlang der Beschichtungsbreite an der Vielzahl von Messpositionen
nebeneinander angeordnet sind. Hierbei können an sich bekannte Drucksensoren verwendet
werden, wobei Beispiele von solchen Drucksensoren in der detaillierten Beschreibung
genannt sind.
[0012] In einer weiteren Ausführungsform wird unter Verwendung einer geeigneten Rechnereinrichtung
für eine jeweilige Druckmessung aus dem Druckwert an einer jeweiligen Messposition
mittels einer vorgegebenen Relation ein zugeordneter normalisierter Geschwindigkeitswert
berechnet. Der normalisierte Geschwindigkeitswert ist für eine jeweilige Austrittsposition
aus einer Vielzahl von Austrittspositionen die Abweichung der Fließgeschwindigkeit
des Beschichtungsmaterials gegenüber der minimalen Fließgeschwindigkeit des Beschichtungsmaterials
an der Vielzahl von Austrittspositionen, geteilt durch die mittlere Fließgeschwindigkeit
über die Vielzahl von Austrittspositionen und multipliziert mit einem Zahlenwert größer
Null. Jede Austrittsposition ist dabei einer Messposition aus der Vielzahl von Messpositionen
zugeordnet, wobei eine jeweilige Austrittsposition die Position des Austritts des
Beschichtungsmaterials aus dem Schlitz nach Passieren der zugeordneten Messpositionen
ist. Dieser Ausführungsform der Erfindung liegt die Erkenntnis zugrunde, dass es eine
vorgegebene Relation zwischen Druckwerten und normalisierten Fließgeschwindigkeiten
gibt, so dass sich mittels dieser vorgegebenen Relation auf einfache Weise normalisierte
Geschwindigkeitswerte bestimmen lassen, die wiederum mit der Schichtdicke korrelieren.
Die vorgegebene Relation beschreibt einen linearen Zusammenhang. Der obige Zahlenwert
kann beispielsweise 1 oder 0,5 oder auch ein beliebiger anderer Wert sein.
[0013] In einer bevorzugten Variante der obigen Ausführungsform werden für eine jeweilige
Druckmessung die normalisierten Geschwindigkeitswerte und/oder ein aus den normalisierten
Geschwindigkeitswerten abgeleiteter Geschwindigkeitsverlauf über eine Benutzerschnittstelle
ausgegeben. Der Geschwindigkeitsverlauf kann wiederum durch einen Kurvenfit an die
normalisierten Geschwindigkeitswerte berechnet werden. Die Benutzerschnittstelle entspricht
vorzugsweise der oben beschriebenen Benutzerschnittstelle.
[0014] In einer besonders bevorzugten Ausführungsform wird unter Verwendung einer geeigneten
Rechnereinrichtung aus einer jeweiligen Druckmessung ein Druckverteilparameter berechnet,
der ein Maß für die Streuung der Druckwerte an der Vielzahl von Messpositionen um
den mittleren Druckwert über die Vielzahl von Messpositionen (d. h. den über die Messpositionen
gemittelten Druckwert) ist. Anschließend wird mit der Rechnereinrichtung über eine
vorgegebene Relation aus dem Druckverteilparameter ein Geschwindigkeitsverteilparameter
bestimmt, der ein Maß für die Streuung der Fließgeschwindigkeiten des Beschichtungsmaterials
an einer Vielzahl von Austrittsposition ist, wobei jeder Austrittsposition eine Messposition
aus der Vielzahl von Messpositionen zugeordnet ist und eine jeweilige Austrittsposition
die Position des Austritts des Beschichtungsmaterials aus dem Schlitz nach Passieren
der zugeordneten Messposition ist. Die vorgegebene Relation entspricht der oben beschriebenen
vorgegebenen Relation, die zur Berechnung der normalisierten Geschwindigkeitswerte
genutzt werden kann. Man macht sich in dieser Ausführungsform die Erkenntnis zunutze,
dass sich mit der vorgegebenen Relation auch ein Zusammenhang zwischen einem Druckverteilparameter
und einem Geschwindigkeitsverteilparametern beschreiben lässt.
[0015] In einer bevorzugten Variante der obigen Ausführungsform ist der Druckverteilparameter
die Differenz zwischen maximalem Druckwert und minimalem Druckwert an der Vielzahl
von Messpositionen, geteilt durch den mittleren Druckwert über die Vielzahl von Messpositionen
(d. h. den über die Vielzahl von Messpositionen gemittelten Druckwert) und multipliziert
mit einem Zahlenwert größer Null. Ferner ist der Geschwindigkeitsverteilparameter
vorzugsweise die Differenz zwischen maximaler Fließgeschwindigkeit und minimalen Fließgeschwindigkeit
an der Vielzahl von Austrittspositionen, geteilt durch die mittlere Fließgeschwindigkeit
über die Vielzahl von Austrittspositionen (d. h. die über die Vielzahl von Austrittspositionen
gemittelte Fließgeschwindigkeit) und multipliziert mit einem Zahlenwert größer Null.
Der obige Zahlenwert kann beispielsweise 1 oder 0,5 oder auch ein beliebiger anderer
Wert sein. Bei der Verwendung des Werts 0,5 wird durch den Druckverteilparameter bzw.
den Geschwindigkeitsverteilparameter eine prozentuale Abweichung von dem entsprechenden
Mittelwert zum Ausdruck gebracht.
[0016] Der Druckverteilparameter und/oder der Geschwindigkeitsverteilparameter können in
einer bevorzugten Variante wiederum über eine Benutzerschnittstelle ausgegeben werden,
wobei die Benutzerschnittstelle die gleiche Benutzerschnittstelle sein kann, die oben
beschrieben wurde.
[0017] Je nach Ausgestaltung kann die oben beschriebene vorgegebene Relation eine Relation
sein, die vorab für die Schlitzdüse experimentell oder über eine Situation bestimmt
wurde.
[0018] In einer besonders bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens wird
das Einstellmittel automatisiert mittels einer Steuereinrichtung derart gesteuert,
dass Variationen der Druckwerte über die Vielzahl von Messpositionen vermindert werden.
Mit anderen Worten dienen die gemessenen Druckwerte dazu, den Volumenstrom in dem
Schlitz der Schlitzdüse hin zu einer gleichmäßigen Druckverteilung und damit eine
möglichst konstanten Schichtdicke einzustellen.
[0019] In einer bevorzugten Variante der obigen Ausführungsform steuert die Steuereinrichtung
das Einstellmittel basierend auf einer Optimierung mit dem Optimierungsziel eines
möglichst geringen Geschwindigkeitsverteilparameters. Entsprechende Optimierungsverfahren
bzw. Optimierungsalgorithmen sind dem Fachmann hinlänglich bekannt.
[0020] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform umfasst das Einstellmittel eine Vielzahl
von Blöcken, welche nebeneinander entlang der Beschichtungsbreite angeordnet sind
und zur Variation des Volumenstroms des Beschichtungsmaterials in den Schlitz einfahren
und aus diesen herausfahren können. Mit einem solchen Einstellmittel kann der Volumenstrom
auf einfache Weise durch Justierung der Position der Blöcke angepasst werden. Das
Einstellmittel kann derart ausgestaltet sein, dass die Justierung der Blöcke durch
einen Bediener manuell durchgeführt wird. Ebenso ist möglich, dass das Einstellmittel
eine Aktorik umfasst, um die Justierung der Blöcke automatisiert vorzunehmen.
[0021] Das erfindungsgemäße Verfahren kann zur Beschichtung von beliebigen Materialbahnen
mit unterschiedlichen Beschichtungsmaterialien verwendet werden. In einer bevorzugten
Variante ist Materialbahn eine Substratfolie, welche mit einer Elektrodenpaste bzw.
einem Slurry als Beschichtungsmaterial beschichtet wird, um eine Elektrodenmaterialbahn
für die Batterie herzustellen.
[0022] Neben dem oben beschriebenen Verfahren betrifft die Erfindung eine Vorrichtung zur
Beschichtung einer Materialbahn mittels einer Schlitzdüse, wobei die Vorrichtung für
einen Betrieb eingerichtet ist, bei dem während des Transports der Materialbahn in
eine Transportrichtung Beschichtungsmaterial über einen Schlitz der Schlitzdüse austritt
und hierdurch auf die Materialbahn aufgebracht wird, wobei der Schlitz eine Beschichtungsbreite
aufweist, die entlang der Materialbahn senkrecht zur Transportrichtung verläuft, wobei
der Volumenstrom des durch den Schlitz tretenden Beschichtungsmaterials mit einem
Einstellmittel variabel entlang der Beschichtungsbreite einstellbar ist. Die erfindungsgemäße
Vorrichtung ist dazu eingerichtet, während der Beschichtung der Materialbahn Druckmessungen
durchzuführen, bei denen jeweils mittels einer Drucksensorik der Druck des Beschichtungsmaterials
im Schlitz der Schlitzdüse an einer Vielzahl von Messpositionen entlang der Beschichtungsbreite
gemessen wird und hierdurch Druckwerte für die Vielzahl von Messpositionen erhalten
werden.
[0023] Die erfindungsgemäße Vorrichtung ist somit dazu eingerichtet, das erfindungsgemäße
Verfahren durchzuführen. In einer bevorzugten Variante ist die erfindungsgemäße Vorrichtung
ferner dazu eingerichtet, eine oder mehrere bevorzugte Ausführungsformen des erfindungsgemäßen
Verfahrens durchzuführen. Mit anderen Worten enthält die Vorrichtung entsprechende
Mittel, um eine oder mehrere bevorzugte Varianten des erfindungsgemäßen Verfahrens
durchzuführen, wie z.B. eine Rechnereinrichtung, um die oben beschriebenen Berechnungen
durchzuführen.
[0024] Ausführungsbeispiele der Erfindung werden nachfolgend anhand der beigefügten Figuren
detailliert beschrieben.
[0025] Es zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Schnittansicht durch eine Ausführungsform einer erfindungsgemäßen
Vorrichtung zur Beschichtung einer Materialbahn;
- Fig. 2
- einen Schnitt senkrecht zur Blattebene der Fig. 1 entlang der T-Blöcke;
- Fig. 3
- ein Diagramm, welches für unterschiedliche T-Block-Positionen den Zusammenhang zwischen
der Position entlang der Beschichtungsbreite und dem Druck im Schlitz der Schlitzdüse
während der Beschichtung der Materialbahn wiedergibt.
- Fig. 4
- ein Diagramm, welches für unterschiedliche T-Block-Positionen den Zusammenhang zwischen
der Position entlang der Beschichtungsbreite und der Fließgeschwindigkeit des Beschichtungsmaterials
beim Austritt aus dem Schlitz der Schlitzdüse während der Beschichtung der Materialbahn
wiedergibt;
- Fig. 5
- ein Diagramm, welches die Abhängigkeit eines Druckverteilparameters von einem entsprechenden
Geschwindigkeitsverteilparameter wiedergibt;
- Fig. 6
- ein Diagramm, welches für eine T-Block-Position den Zusammenhang zwischen der Position
entlang der Beschichtungsbreite und einem normalisierten Geschwindigkeitswert wiedergibt;
und
- Fig. 7
- eine schematische Darstellung einer Steuereinrichtung, die in einer Variante erfindungsgemäßen
Vorrichtung verwendet wird.
[0026] Fig. 1 zeigt in Schnittansicht eine Schlitzdüse, die in einer Ausführungsform der
Erfindung zur Beschichtung einer Materialbahn verwendet wird. Die Schlitzdüse ist
mit Bezugszeichen 2 und die Materialbahn mit Bezugszeichen 1 bezeichnet. In Fig. 1
und Fig. 2 ist jeweils ein kartesisches Koordinatensystem mit x-Achse, y-Achse und
z-Achse wiedergegeben. Die x-Achse bzw. x-Richtung entspricht der Erstreckung der
Materialbahn 1 in Breitenrichtung. Die y-Achse bzw. y-Richtung korreliert mit der
Erstreckung der Materialbahn 1 in Längsrichtung. Die z-Achse bzw. z-Richtung stellt
die vertikale Richtung bzw. Höhenrichtung dar.
[0027] Die Schlitzdüse 2 ist oberhalb der Materialbahn 1 angeordnet, die während der Beschichtung
mittels einer Transportrolle 3 fortbewegt wird. Die Transportrolle dreht sich in die
dargestellte Rotationsrichtung RO, so dass die Materialbahn 1 in der dargestellten
Transportrichtung T von links nach rechts bewegt wird. Bei der Materialbahn 1 handelt
es sich im gezeigten Ausführungsbeispiel um eine Substratfolie, auf die ein Beschichtungsmaterial
SL in der Form einer Elektrodenpasste (englisch: slurry) aufgebracht werden soll,
um eine Elektrodenmaterialbahn für eine Batterie zu fertigen. Nichtsdestotrotz kann
Erfindung auch zur Beschichtung anderer Materialbahnen mit abweichenden Beschichtungsmaterialien
genutzt werden.
[0028] Das Beschichtungsmaterial SL wird über eine (nicht gezeigte) Pumpe in eine Verteilkammer
4 der Schlitzdüse 2 gefördert und gelangt über die Verteilkammer 4 zu einem Schlitz
5 innerhalb der Schlitzdüse 2. Das Beschichtungsmaterial SL ist in Fig. 1 aus Übersichtlichkeitsgründen
nicht wiedergegeben. Jedoch ist das Beschichtungsmaterial in der Darstellung der Fig.
2 durch eine schraffierte Fläche angedeutet.
[0029] Der Schlitz 5 weist eine Schlitzbreite b in y-Richtung auf. Die Länge des Schlitzes
ist durch seine Erstreckung in z-Richtung von seiner Eintrittsöffnung 5a benachbart
zur Verteilkammer 4 bis zu seiner Austrittsöffnung 5b benachbart zur Materialbahn
1 gegeben. Die Ausdehnung des Schlitzes 5 in x-Richtung ergibt sich aus dem Schnitt
der Fig.2. In dieser Richtung hat der Schlitz 5 eine Beschichtungsbreite cw, die der
Breite entspricht, mit der Beschichtungsmaterial SL auf die Materialbahn 1 aufgebracht
wird.
[0030] Das Beschichtungsmaterial SL tritt aus dem Schlitz 5 nach unten aus und wird als
dünner Film auf die Materialbahn 1 bei deren Transport in die Transportrichtung T
aufgetragen. Die Schichtdicke des aufgebrachten Beschichtungsmaterials soll dabei
möglichst konstant sein. Um die Schichtdicke entlang der Beschichtungsbreite cw geeignet
einzustellen, sind zehn sog. T-Blöcke T1 bis T10 (englisch: T-bars) in x-Richtung
nebeneinander vorgesehen, die Teil eines Einstellmittels 7 sind. Aus Fig. 1 ist lediglich
der T-Block T5 ersichtlich, da durch diesen der Schnitt der Fig. 1 verläuft.
[0031] Die Anordnung der T-Blöcke T1 bis T10 in x-Richtung ergibt sich aus der Ansicht der
Fig. 2, die einen Schnitt in der Höhe der T-Blocks entlang der Schnittebene darstellt,
die durch die x-Achse und y-Achse aufgespannt ist. Dabei wird ersichtlich, dass die
Position der einzelnen T-Blöcke in y-Richtung variiert werden kann. Durch die Variation
dieser Position kann die Eindringtiefe der jeweiligen T-Blöcke in den Schlitz 5 verändert
werden und auf diese Weise die Fließgeschwindigkeit des Beschichtungsmaterials im
Schlitz beeinflusst werden. Je tiefer ein entsprechender T-Block in den Schlitz 5
eindringt, desto geringer sind der Volumenstrom und die Fließgeschwindigkeit des Beschichtungsmaterials
im Bereich des entsprechenden T-Blocks. Dies führt wiederum zu einer geringeren Schichtdicke
des aufgebrachten Beschichtungsmaterials, denn es besteht ein linearer Zusammenhang
zwischen der Fließgeschwindigkeit und der Schichtdicke. Die Eindringtiefe t der T-Blocks
ist in Fig. 1 mit t bezeichnet. Hieraus resultiert eine verminderte Schlitzbreite
b' = b - t im Bereich des entsprechenden T-Blocks.
[0032] In einer Variante der Erfindung können die Positionen der T-Blöcke in y-Richtung
manuell durch einen Bediener über eine Justierschraube eingestellt werden. In einer
anderen Variante der Erfindung kann das Einstellmittel 7 automatisiert ausgestaltet
sein, indem für die einzelnen T-Blöcke elektrisch ansteuerbare Aktuatoren (nicht gezeigt)
vorgesehen sind, um die Position der jeweiligen T-Blöcke in y-Richtung zu variieren.
[0033] Ein wesentlicher Aspekt der vorliegenden Erfindung besteht darin, dass im Schlitz
5 eine Drucksensorik 60 vorgesehen ist, um den Druck des Beschichtungsmaterials entlang
der Beschichtungsbreite cw zu messen. Die Drucksensorik 60 umfasst zehn Drucksensoren
6, von denen einer aus Fig. 1 ersichtlich ist. Als Drucksensoren können an sich bekannte
Sensoren verwendet werden, beispielsweise der Drucksensor der Serie 33X der Firma
Keller oder der Drucksensor Cerabar PMC51 der Firma Endress + Hauser. Jeder Drucksensor
6 ist einem der T-Blöcke T1 bis T10 zugeordnet und im Schlitz 5 stromabwärts hinter
dem entsprechenden T-Block positioniert. Während der Beschichtung der Materialbahn
1 führt die Drucksensorik 60 in regelmäßigen Abständen Druckmessungen DM durch. Dabei
wird mit den einzelnen Drucksensoren 6 der Druck p an der entsprechenden Stelle im
Schlitz 5 gemessen. Als Resultat erhält man Druckwerte pv an Messpositionen MP im
Schlitz (d. h. den Positionen der Drucksensoren 6). Jede Messposition MP korreliert
dabei eine Austrittsposition AP, bei der das Beschichtungsmaterial SL nach Passieren
der entsprechenden Mesposition MP aus der Austrittsöffnung 5b des Schlitzes 5 austritt.
[0034] In Fig. 1 ist ferner schematisch eine Benutzerschnittstelle 8 wiedergegeben, bei
der es sich um eine visuelle Benutzerschnittstelle in der Form eines Displays handelt.
In einer Ausführungsform der Erfindung werden dem Bediener auf dem Display die über
die Drucksensoren 6 erfassten Drücke visualisiert, wie weiter unten noch näher erläutert
wird.
[0035] Der Erfindung liegt die Erkenntnis zugrunde, dass die mittels der Drucksensorik 60
an den Messpositionen MP gemessenen Drücke mit den Fließgeschwindigkeiten des Beschichtungsmaterials
an den entsprechenden Austrittspositionen AP und folglich mit der Schichtdicke des
auf der Materialbahn aufgebrachten Beschichtungsmaterials korreliert sind. Demzufolge
kann mit den Druckmessungen sehr gut die Gleichmäßigkeit der Dicke der aufgebrachten
Beschichtung überprüft werden. Mit anderen Worten lassen gleichbleibende Drücke entlang
der Beschichtungsbreite darauf schließen, dass die Schichtdicke konstant ist.
[0036] Die obige Erkenntnis konnte durch CFD-Simulationen (CFD = Computational Fluid Dynamics)
mittels der an sich bekannten Software OpenFOAM
® belegt werden. In den Simulationen wurde eine Schlitzdüse entsprechend dem Aufbau
der Fig. 1 simuliert. Diese simulierte Schlitzdüse hat eine Beschichtungsbreite cw
von 250 mm. Die Länge des Schlitzes der Schlitzdüse von der Verteilkammer bis zur
Austrittsöffnung des Schlitzes liegt bei 40 mm. Die Schlitzbreite b beträgt 2 mm.
Die Schlitzdüse umfasst zehn T-Blöcke mit jeweils einer Breite von 25 mm in Richtung
quer zur Materialbahn. Den Simulationen wurde als Beschichtungsmaterial eine Elektrodenpaste
für eine Anode zugrunde gelegt, die mit einem Volumenstrom von 500 ml/min aus der
Verteilkammer 4 austritt. Die Geschwindigkeit der Materialbahn in Transportrichtung
T liegt bei 50 m/min.
[0037] Es wurden acht Simulationen mit unterschiedlichen T-Block-Positionen PO1 bis PO8
durchgeführt. Eine jeweilige T-Block-Position legt dabei die Eindringtiefe t bzw.
die verminderte Schlitzbreite b' = b - t für alle zehn T-Blocks fest. Die bei den
Simulationen verwendeten T-Block-Positionen ergeben sich aus folgender Tabelle:
| |
b' für T1 (µm) |
b' für T2 (µm) |
b' für T3 (µm) |
b' für T4 (µm) |
b' für T5 (µm) |
b' für T6 (µm) |
b' für T7 (µm) |
b' für T8 (µm) |
b' für T9 (µm) |
b' für T10 (µm) |
| PO1 |
750 |
750 |
750 |
750 |
680 |
680 |
750 |
750 |
750 |
750 |
| PO2 |
740 |
740 |
740 |
740 |
720 |
720 |
740 |
740 |
740 |
740 |
| PO3 |
740 |
740 |
740 |
740 |
740 |
740 |
740 |
740 |
740 |
740 |
| PO4 |
750 |
750 |
750 |
740 |
740 |
740 |
740 |
750 |
750 |
750 |
| PO5 |
750 |
750 |
750 |
750 |
740 |
740 |
750 |
750 |
750 |
750 |
| PO6 |
750 |
750 |
750 |
750 |
750 |
750 |
750 |
750 |
750 |
750 |
| PO7 |
750 |
750 |
750 |
740 |
735 |
735 |
740 |
750 |
750 |
750 |
| PO8 |
750 |
750 |
745 |
740 |
735 |
735 |
740 |
745 |
750 |
750 |
[0038] Mittels der CFD-Simulationen wurde der Verlauf des Drucks p entlang der Beschichtungsbreite
cw ermittelt. In dem Diagramm der Fig. 3 ist dieser Verlauf beispielhaft für die vier
T-Block-Positionen PO1, PO2, PO3 und PO4 durch entsprechende Linien L1, L2, L3 und
L4 angedeutet. Die Abszisse der Fig. 3 spezifiziert die Positionen po
cw entlang der Beschichtungsbreite. Die Ordinate der Fig. 3 spezifiziert den Druck p
an den entsprechenden Positionen. Ferner wurde mittels der CFD-Simulationen der Verlauf
der Fließgeschwindigkeit u des Beschichtungsmaterials entlang der Beschichtungsbreite
cw bei Austritt aus dem Schlitz der Düse ermittelt.
[0039] In dem Diagramm der Fig. 4 ist dieser Verlauf beispielhaft für die vier T-Block-Positionen
PO1, PO2, PO3 und PO4 durch entsprechende Linien L1', L2', L3' und L4' angedeutet.
Die Abszisse der Fig. 4 spezifiziert die Positionen po
cw entlang der Beschichtungsbreite. Die Ordinate der Fig. 4 spezifiziert die Fließgeschwindigkeit
u des Beschichtungsmaterials an den entsprechenden Positionen.
[0040] Wie man aus Fig. 3 und Fig. 4 erkennt, haben die Drücke p und die Fließgeschwindigkeiten
u der gleichen T-Block-Positionen den gleichen qualitativen Verlauf. In einer Variante
der Erfindung, in der die Positionen der einzelnen T-Blöcke manuell einstellbar sind,
werden deshalb die Druckwerte pv der jeweiligen Druckmessungen DM auf dem Display
der Benutzerschnittstelle 8 visualisiert, so dass der Bediener Rückmeldung darüber
bekommt, inwieweit die Fließgeschwindigkeit und damit die Schichtdicke des aufgebrachten
Beschichtungsmaterials entlang der Beschichtungsbreite cw konstant sind. Die Druckwerte
pv können auf dem Display der Benutzerschnittstelle 8 beispielsweise als Liste ausgegeben
werden. Vorzugsweise werden sie jedoch in einem Diagramm analog zu Fig. 3 dargestellt,
wobei vorzugsweise ein Druckverlauf wiedergegeben wird, indem eine Kurve an die Druckwerte
pv gefittet wird.
[0041] Fig. 5 zeigt Diagramm, welches die Abhängigkeit von Druckverteilparametern p̃, die
aus den Druckverläufen der Fig. 3 ermittelt wurden, von Geschwindigkeitsverteilparametern
zeigt, die aus der Geschwindigkeitsverläufen der Fig. 4 ermittelt wurden. Dabei entsprechen
die Kreise, Dreiecke und das Rechteck, die dem Diagramm der Fig. 5 gezeigt sind, jeweils
einem Datenpunkt, der mit einer der T-Block-Positionen PO1 bis PO8 gemäß obiger Tabelle
und somit mit den zugeordneten Verläufen aus Fig. 3 und Fig. 4 korreliert ist.
[0042] Der entsprechende Druckverteilparameter ist durch folgende Gleichung gegeben:
wobei pmax der Maximaldruck aus dem Druckverlauf der Fig. 3 für die entsprechende T-Block-Position
ist;
wobei pmin der Minimaldruck aus dem Druckverlauf der Fig. 3 für die entsprechende T-Block-Position
ist;
wobei p der mittlere Druck aus dem Druckverlauf der Fig. 3 für die entsprechende T-Block-Position
ist.
[0043] Der Druckverteilparameter p̃ ist ein Maß für die Streuung der mit den Drucksensoren
6 ermittelten Drücke an den Messpositionen MP.
[0044] Der entsprechende Geschwindigkeitsverteilparameter ist durch folgende Gleichung gegeben:
wobei umax die maximale Fließgeschwindigkeit aus dem Geschwindigkeitsverlauf der Fig. 4 für
die entsprechende T-Block-Position ist;
wobei umin die minimale Fließgeschwindigkeit aus dem Geschwindigkeitsverlauf der Fig. 4 für
die entsprechende T-Block-Position ist;
wobei u der mittlere Fließgeschwindigkeit für den Geschwindigkeitsverlauf der Fig.
4 für die entsprechende T-Block-Position ist.
[0045] Der Geschwindigkeitsverteilerparameter ũ ist ein Maß für die Streuung der Fließgeschwindigkeiten
des Beschichtungsmaterials an den Austrittspositionen AP, die mit den jeweiligen Messpositionen
MP korrelieren.
[0046] Wie man aus Fig. 5 erkennt, besteht eine lineare Relation RE zwischen dem Druckverteilparameter
p̃ und dem Geschwindigkeitsverteilparameter ũ. Mit anderen Worten lässt sich eine
Gerade mit einer Steigung a und einem Versatz c an die in Fig. 5 gezeigten Datenpunkte
fitten. In einer Variante der Erfindung werden die aus den Druckmessungen DM gewonnenen
Druckwerte pv in einem Rechner (nicht gezeigt) verarbeitet, welcher aus den Druckwerten
den entsprechenden Druckverteilparameter p̃ ermittelt. Mittels der Relation RE, die
vorab aus den Simulationen gemäß Fig. 3 und Fig. 4 gewonnen wurde, bestimmt der Rechner
den zugeordneten Geschwindigkeitsverteilparameter ũ. Der Geschwindigkeitsverteilparameter
kann dann über das Display der Benutzerschnittstelle 8 ausgegeben werden, wobei zusätzlich
auch der Druckverteilparameter p̃ auf dem Display angezeigt werden kann. Je größer
der Geschwindigkeitsverteilparameter ist, desto größer ist die Streuung der Fließgeschwindigkeiten
des Beschichtungsmaterials beim Austritt aus der Düse, d.h. desto ungleichmäßiger
ist die Schichtdicke des auf die Materialbahn aufgebrachten Beschichtungsmaterials.
Der angezeigte Geschwindigkeitsverteilparameter gibt dem Bediener somit Aufschluss
darüber, ob die Schichtdicke gleichmäßig ist.
[0047] Mittels der Relation RE lässt sich auch eine normalisierte Fließgeschwindigkeit u
n wie folgt bestimmen:

[0048] Der Druckwerte p in der obigen Gleichung (3) korreliert dabei mit dem Druck an der
entsprechenden Messposition, die wiederum mit einer Position po
cw entlang der Beschichtungsbreite verknüpft ist.
[0049] Fig. 6 zeigt ein Diagramm, welches den Verlauf L der obigen normalisierten Geschwindigkeit
u
n in Abhängigkeit von der Position po
cw entlang der Beschichtungsbreite für die simulierten Drücke gemäß der T-Block-Position
PO2 (Linie L2 aus Fig. 3) wiedergibt.
[0050] In einer Variante der Erfindung werden normalisierte Geschwindigkeiten u
n für über die Drucksensoren 6 gemessene Drücke unter Verwendung der Relation RE mittels
eines Rechners (nicht gezeigt) ermittelt und über das Display der Benutzerschnittstelle
8 ausgegeben. Die normalisierten Geschwindigkeiten werden dabei als Datenpunkte in
einem Diagramm entsprechend der Fig. 6 dargestellt. Gegebenenfalls kann auch ein Verlauf
der normalisierten Geschwindigkeiten ausgegeben werden, indem eine Kurve an die Datenpunkte
gefittet wird. Der Bediener bekommt über diese Darstellung wieder eine geeignete Rückmeldung
über die Gleichmäßigkeit der Schichtdicke des aufgebrachten Beschichtungsmaterials.
[0051] Fig. 7 zeigt schematisch eine Steuereinrichtung 9, die in einer Variante der Erfindung
zum Einsatz kommt, in der die Positionen der T-Blöcke automatisiert verstellt werden
können. Die Steuereinrichtung 9 verfügt über ein Steuerprogramm CO, dass auf einer
Rechnereinheit der Steuereinrichtung 9 hinterlegt ist. Das Steuerprogramm CO verarbeitet
die durch die Drucksensoren 6 gemessenen Druckwerte pv. Sollten sich hierbei stark
abweichende Druckwerte ergeben, wird mittels einer an sich bekannten Optimierung eine
Verstellung der T-Blöcke vorgenommen, die zu einer gleichmäßigeren Druckverteilung
entlang der Beschichtungsbreite und damit zu einer gleichmäßigeren Schichtdicke führt.
Mit anderen Worten gibt das Steuerprogramm CO in Abhängigkeit von den gemessenen Druckwerte
pv geeignete Eindringtiefen t aus, die dann für die entsprechenden T-Blöcke eingestellt
werden. Im Rahmen der Optimierung, die durch das Steuerprogramm CO durchgeführt wird,
kann beispielsweise der Geschwindigkeitsverteilparameter ũ verwendet werden, der
aus der vorgegebenen Relation RE ermittelt wird. Das Optimierungsziel ist dabei ein
möglichst kleiner Wert des Geschwindigkeitsverteilparameters, der mit einer gleichmäßigen
Schichtdicke des auf die Materialbahn aufgebrachten Beschichtungsmaterials korreliert.
Entsprechende Optimierungsalgorithmen zur Umsetzung des obigen Optimierungsziels sind
dem Fachmann hinlänglich bekannt und werden deshalb nicht weiter erläutert.
[0052] Die im Vorangegangenen beschriebenen Ausführungsformen der Erfindung weisen eine
Reihe von Vorteilen. Insbesondere wird erstmalig direkt im Schlitz einer Schlitzdüse
eine Messung durchgeführt, welche Rückschlüsse über die Gleichmäßigkeit der Dicke
der über die Schlitzdüse aufgebrachten Beschichtung ermöglicht. Dabei wurde erkannt,
dass eine Druckmessung unmittelbar einen Rückschluss auf die Schichtdicke zulässt,
weshalb entsprechende Drucksensoren am Schlitz vorgesehen sind. Die Druckwerte der
Drucksensoren oder daraus abgeleitete Fließgeschwindigkeiten können über eine Benutzerschnittstelle
einem Bediener visualisiert werden, die anschließend die T-Blöcke der Schlitzdüse
verstellen kann, um eine gleichmäßige Schichtdicke zu erreichen. Gegebenenfalls können
die Positionen der T-Blöcke auch automatisiert verstellt werden. In diesem Fall können
die gemessenen Drücke im Rahmen einer Regelung verwendet werden, welche die Positionen
der T-Blöcke derart verstellt, dass gleichmäßigeren Schichtdicken erreicht werden.
Bezugszeichenliste
[0053]
1 Materialbahn
2 Schlitzdüse
3 Transportrolle
4 Verteilkammer
5 Schlitz
5a Eintrittsöffnung des Schlitzes
5b Austrittsöffnung des Schlitzes
6 Drucksensor
60 Drucksensorik
7 Einstellmittel
8 Benutzerschnittstelle
9 Steuereinrichtung
T1, T2, ..., T10 T-Blocks
SL Beschichtungsmaterial (Elektrodenpaste)
T Transportrichtung der Materialbahn
RO Rotationsrichtung der Transportrolle
t Distanz, mit der ein T-Block in den Schlitz vorsteht
DM Druckmessung
p Druck
pv Druckwert
MP Messpositionen
AP Austrittspositionen
b Schlitzbreite
cw Beschichtungsbreite
x, y, z Koordinaten eines kartesischen Koordinatensystems
pocw Positionen entlang der Beschichtungsbreite
u Fließgeschwindigkeit
L1, L2, L3, L4 Druckverläufe
PO1, PO2, PO3, PO4 Positionen von T-Blocks
L1', L2', L3', L4' Geschwindigkeitsverläufe
p̃ Druckverteilparameter
ũ Geschwindigkeitsverteilparameter
RE vorgegebene Relation
a Steigung der Geraden der vorgegebenen Relation
c Versatz der Geraden der vorgegebenen Relation
pmax maximaler Druckwert
pmin minimaler Druckwert
p mittlerer Druckwert
umax maximale Fließgeschwindigkeit
umin minimale Fließgeschwindigkeit
u mittlere Fließgeschwindigkeit
un normalisierter Geschwindigkeitswert
L Verlauf der normalisierten Geschwindigkeit
CO Steuerprogramm
1. Verfahren zur Beschichtung einer Materialbahn (1) mittels einer Schlitzdüse (2), wobei
während des Transports der Materialbahn (1) in eine Transportrichtung (T) Beschichtungsmaterial
(SL) über einen Schlitz (5) der Schlitzdüse (2) austritt und hierdurch auf die Materialbahn
(1) aufgebracht wird, wobei der Schlitz (5) eine Beschichtungsbreite (cw) aufweist,
die entlang der Materialbahn (1) senkrecht zur Transportrichtung (T) verläuft, wobei
der Volumenstrom des durch den Schlitz (5) tretenden Beschichtungsmaterials (SL) mit
einem Einstellmittel (7) variabel entlang der Beschichtungsbreite (cw) einstellbar
ist, dadurch gekennzeichnet, dass
während der Beschichtung der Materialbahn (1) Druckmessungen (DM) durchgeführt werden,
bei denen jeweils mittels einer Drucksensorik (60) der Druck (p) des Beschichtungsmaterials
(SL) im Schlitz (5) der Schlitzdüse (2) an einer Vielzahl von Messpositionen (MP)
entlang der Beschichtungsbreite (cw) gemessen wird und hierdurch Druckwerte (pv) für
die Vielzahl von Messpositionen (MP) erhalten werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass für eine jeweilige Druckmessung (DM) die Druckwerte (pv) in Abhängigkeit von den
Messpositionen (MP) und/oder ein aus den Druckwerten (pv) abgeleiteter Druckverlauf
(L1, L2, L3, L4) entlang der Beschichtungsbreite (cw) über eine Benutzerschnittstelle
(8) ausgegeben werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Drucksensorik (60) eine Vielzahl von Drucksensoren (6) umfasst, die entlang der
Beschichtungsbreite (cw) an der Vielzahl von Messpositionen (MP) nebeneinander angeordnet
sind.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass für eine jeweilige Druckmessung (DM) aus dem Druckwert (pv) an einer jeweiligen Messposition
(MP) mittels einer vorgegebenen Relation (RE) ein zugeordneter normalisierter Geschwindigkeitswert
(un) berechnet wird, welcher für eine jeweilige Austrittsposition (AP) aus einer Vielzahl
von Austrittspositionen (AP) die Abweichung der Fließgeschwindigkeit (u) des Beschichtungsmaterials
(SL) gegenüber der minimalen Fließgeschwindigkeit des Beschichtungsmaterials (SL)
an der Vielzahl von Austrittspositionen (MP), geteilt durch die mittlere Fließgeschwindigkeit
über die Vielzahl von Austrittspositionen (MP) und multipliziert mit einem Zahlenwert
größer Null, ist, wobei jeder Austrittsposition (AP) eine Messposition (MP) aus der
Vielzahl von Messpositionen (MP) zugeordnet ist und eine jeweilige Austrittsposition
(AP) die Position des Austritts des Beschichtungsmaterials (SL) aus dem Schlitz (5)
nach Passieren der zugeordneten Messposition (MP) ist.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dass für eine jeweilige Druckmessung (DM) die normalisierten
Geschwindigkeitswerte (un) in Abhängigkeit von den Austrittspositionen (AP) und/oder ein aus den normalisierten
Geschwindigkeitswerten (un) abgeleiteter Geschwindigkeitsverlauf (L) entlang der Beschichtungsbreite (cw) über
eine Benutzerschnittstelle (8) ausgegeben werden.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass aus einer jeweiligen Druckmessung (DM) ein Druckverteilparameter (p̃) berechnet wird,
der ein Maß für die Streuung der Druckwerte (pv) an der Vielzahl von Messpositionen
(MP) um den mittleren Druckwert (p) über die Vielzahl von Messpositionen (MP) ist,
und über eine vorgegebene Relation (RE) aus dem Druckverteilparameter (p̃) ein Geschwindigkeitsverteilparameter
(ũ) bestimmt wird, der ein Maß für die Streuung der Fließgeschwindigkeiten (u) des
Beschichtungsmaterials (SL) an einer Vielzahl von Austrittspositionen ist, wobei jeder
Austrittsposition (AP) eine Messposition (MP) aus der Vielzahl von Messpositionen
(MP) zugeordnet ist und eine jeweilige Austrittsposition (AP) die Position des Austritts
des Beschichtungsmaterials (SL) aus dem Schlitz (5) nach Passieren der zugeordneten
Messposition (MP) ist.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Druckverteilparameter (p̃) die Differenz zwischen maximalem Druckwert (pmax) und minimalem Druckwert (pmin) an der Vielzahl von Messpositionen (MP), geteilt durch den mittleren Druckwert (p)
über die Vielzahl von Messpositionen (MP) und multipliziert mit einem Zahlenwert größer
Null, ist und/oder dass der Geschwindigkeitsverteilparameter (ũ) die Differenz zwischen
maximaler Fließgeschwindigkeit (umax) und minimaler Fließgeschwindigkeit (umin) an der Vielzahl von Austrittspositionen (AP), geteilt durch die mittlere Fließgeschwindigkeit
(u) über die Vielzahl von Messpositionen (MP) und multipliziert mit einem Zahlenwert
größer Null, ist.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Druckverteilparameter (p̃) und/oder der Geschwindigkeitsverteilparameter (ũ)
über eine Benutzerschnittstelle (8) ausgegeben werden.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 4 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die vorgegebene Relation (RE) eine Relation ist, die vorab für die Schlitzdüse (2)
experimentell oder über eine Simulation bestimmt wurde.
10. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Einstellmittel (7) automatisiert mittels einer Steuereinrichtung (9) derart gesteuert
wird, dass Variationen der Druckwerte (p) über die Vielzahl von Messpositionen (MP)
vermindert werden.
11. Verfahren nach Anspruch 10 in Kombination mit einem der Ansprüche 6 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuereinrichtung (9) das Einstellmittel (7) basierend auf einer Optimierung
mit dem Optimierungsziel eines möglichst geringen Geschwindigkeitsverteilparameters
(ũ) steuert.
12. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass Einstellmittel (7) eine Vielzahl von Blöcken (T1, ..., T5) umfasst, welche nebeneinander
entlang der Beschichtungsbreite (cw) angeordnet sind und zur Variation des Volumenstroms
des Beschichtungsmaterials (SL) in den Schlitz einfahren und aus diesen herausfahren
können.
13. Verfahren nach einem der vorehrgehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Materialbahn (1) eine Substratfolie ist, welche mit einer Elektrodenpaste als
Beschichtungsmaterial (SL) beschichtet wird, um eine Elektrodenmaterialbahn für eine
Batterie herzustellen.
14. Vorrichtung zur Beschichtung einer Materialbahn (1) mittels einer Schlitzdüse (2),
wobei die Vorrichtung für einen Betrieb eingerichtet ist, bei dem während des Transports
der Materialbahn (1) in eine Transportrichtung (T) Beschichtungsmaterial (SL) über
einen Schlitz (5) der Schlitzdüse (2) austritt und hierdurch auf die Materialbahn
(1) aufgebracht wird, wobei der Schlitz (5) eine Beschichtungsbreite (cw) aufweist,
die entlang der Materialbahn (1) senkrecht zur Transportrichtung (T) verläuft, wobei
der Volumenstrom des durch den Schlitz (5) tretenden Beschichtungsmaterials (SL) mit
einem Einstellmittel (7) variabel entlang der Beschichtungsbreite (cw) einstellbar
ist, dadurch gekennzeichnet, dass
die Vorrichtung dazu eingerichtet ist, während der Beschichtung der Materialbahn (1)
Druckmessungen (DM) durchzuführen, bei denen jeweils mittels einer Drucksensorik (60)
der Druck (p) des Beschichtungsmaterials (SL) im Schlitz (5) der Schlitzdüse (2) an
einer Vielzahl von Messpositionen (MP) entlang der Beschichtungsbreite (cw) gemessen
wird und hierdurch Druckwerte (pv) für die Vielzahl von Messpositionen (MP) erhalten
werden.
15. Vorrichtung nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung zur Durchführung eines Verfahrens nach einem der Ansprüche 2 bis
13 eingerichtet ist.