[0001] Die Erfindung betrifft einen elektrischen Triebzug zum Personentransport mit einer
Mehrzahl an Wagenkästen, wobei jeder Wagenkasten zwei Drehgestelle aufweist.
[0002] Elektrische Triebzüge als Regionalfahrzeuge von ca. 105 m Länge mit interoperablen
bzw. multinationalem Lichtraumprofil werden bisher häufig als Kurz-Gliederzüge mit
ca. 16 m Drehzapfenabstand ausgeführt, welche eine hohe Innenbreite und somit einen
hohen Fahrgastkomfort, wie breite Sitze und breite Gänge, ermöglichen. Beispiele dafür
sind der Bombardier Talent oder der Stadler Flirt. Außerdem existieren Einzelwagenzüge
für den Regionalverkehr, wie z.B. Desiro ML, Desiro HC, Stadler Kiss, Bombardier Dosto,
oder ältere Baumuster, welche aufgrund der niedrigen Wagenzahl bei hohen Drehzapfenabständen
geringe Herstellungskosten bei reduzierter Innenbreite aufweisen und somit Ansprüchen
nach hoher Fahrzeuginnenbreite nicht vollständig gerecht werden können.
[0003] Außerdem existieren Langgliederzüge mit ca. 20 m Drehzapfenabstand, welche aufgrund
der reduzierten Wagenkastenanzahl und Fahrwerksanzahl optimale Fertigungs- und Instandhaltungskosten
aufweisen aber auch eine reduzierte Innenbreite aufweisen. Ein solches Fahrzeug ist
bspw. in dem europäischen Patent
EP 3 164 313 B1 offenbart.
[0004] Somit gab es bisher für Kunden, welche hohe Erwartungen an die Fahrzeuginnenbreite
haben, nur Kurz-Gliederzüge zur Auswahl, welche jedoch mit hohen Kosten einhergehen.
[0005] Außerdem gibt es Schienenfahrzeuge für den Fernverkehr, wie aus dem europäischen
Patent
EP 2 223 841 B1 offenbart, mit hoher Außenbreite, welche jedoch am Wagenende über einen starken Einzug
verfügen. Dieser starke Einzug führt zu einer reduzierten Innenbreite im Bereich des
Wagenüberhangs und somit werden in diesem Bereich die für eine Bestuhlung gewünschten
Innenbreiten nicht erzielt. Folglich müssen bei solchen Fernverkehrsfahrzeugen im
Bereich des Wagenüberhangs, Außentüren mit Hocheinstieg angeordnet werden. Für den
Regionalverkehr sind die Außentüren im Hochflurbereich des Überhangs nicht akzeptabel
aufgrund der schlechten Fahrgastwechselzeiten, der ungleich über die Fahrzeuglänge
verteilten Türen und der fehlenden Barrierefreiheit.
[0006] Ausgehend davon, liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, einen elektrischen Triebzug
bereitzustellen, der ein verbessertes Platzangebot ermöglicht.
[0007] Diese Aufgabe wird durch den elektrischen Triebzug des Anspruchs 1 gelöst.
[0008] Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen sind Gegenstand der jeweiligen Unteransprüche.
[0009] Erfindungsgemäß wird ein elektrischer Triebzug zum Personentransport mit einer Mehrzahl
an Wagenkästen bereitgestellt, wobei jeder Wagenkasten zwei Drehgestelle aufweist,
und wobei jeder Wagenkasten an zumindest einem, vorzugsweise beiden Wagenkastenenden,
Einzüge aufweist und jeder Wagenkasten zwei Seitenwände mit einer Bombierung aufweist.
[0010] Die erfindungsgemäße Bombierung entspricht dabei einer Wölbung der Seitenwände des
Wagenkastens über eine Grundbreite des Wagenkastens (Wagenkastengrundbreite) hinaus,
welche an der Oberkante und/oder an der Unterkante des Wagenkastens ausgebildet ist.
[0011] Die Bombierung ist vorzugsweise derart ausgebildet, dass die Wagenkastenbreite im
Bereich der Bombierung des Wagenkastens größer ist als an einer Oberkante und/oder
einer Unterkante des Wagenkastens. Vorzugsweise sind Oberkanten und Unterkante des
Wagenkastens im Wesentlichen (vorzugsweise+-10cm, insbesondere +-5cm, ferner insbesondere
+-3cm) gleich breit.
[0012] Bisher sind Bombierungen an Wagenkasten in Kombination mit Einzügen nicht bekannt,
da diese in der Konstruktion und in der Fertigung aufwendig herzustellen sind.
[0013] Erfindungsgemäß weist jeder Wagenkasten zwei eigene Drehgestelle auf, die nur genau
einem Wagenkasten zugeordnet sind.
[0014] Erfindungsgemäß ist der Einzug derart angeordnet, dass diese im Bereich der Bombierung
angeordnet ist.
[0015] Durch den erfindungsgemäßen elektrischen Triebzug wird ein Fahrzeug mit verbessertem
Raumangebot geschaffen, das im Höhenbereich der Bestuhlung ein verbessertes Raumangebot
bietet. Durch die Bombierung ist erfindungsgemäß eine größere Wagenkasteninnenbreite
im Höhenbereich der Bestuhlung ausgebildet. Durch eine besonders große Wagenkasteninnenbreite
im Bereich der Bestuhlung werden Kapazität und Komfort (Sitzbreite, Gangbreite, Armlehnenbreite)
erhöht.
[0016] In Kombination mit den Einzügen ist es dennoch möglich, einen elektrischen Triebzug
zu schaffen, welcher das Lichtraumprofil, vorzugsweise zumindest einem oder mehrerer
der multinationalen/interoperablen Lichtraumprofile G1, G2, GA, GB, GC, DE1, DE2,
DE3, nicht verletzt.
[0017] Ein elektrischer Triebzug im Sinne der Erfindung ist ein elektromotorisch angetriebener
Triebzug, insbesondere mit einer verteilten Traktion.
[0018] Fahrzeuge zum Personentransport, im Sinne der Erfindung, sind speziell an den Personentransport
angepasst und zum Transport von Passagieren zugelassen.
[0019] Bei dem elektrischen Triebzug handelt es sich um einen elektrischen Einzelwagentriebzug.
Dies ist der Fall, da jedem Wagenkasten zwei Drehgestelle zugeordnet sind. Es handelt
sich also nicht um einen Gliederzug mit Jakobsdrehgestellen zwischen den Wagen.
[0020] In Ausgestaltung des elektrischen Triebzugs kann vorgesehen sein, dass jeder Wagenkasten,
insbesondere im Bereich der Bombierung, eine maximale Wagenkastenaußenbreite von mehr
als 2850mm, vorzugsweise mehr als 2880mm, insbesondere mehr als 2900mm aufweist.
[0021] Vorzugsweise ist die Wagenkastenaußenbreite gleichmäßig gesamte Wagenkastenlänge
ausgebildet, mit Ausnahme der Einzüge. In den Einzügen ist die Wagenkastenaußenbreite
reduziert.
[0022] Durch die Ausbildung der maximalen Wagenkastenaußenbreite im Bereich der Bombierung
ist es möglich, solche hohen Wagenkastenaußenbreiten unter Einhaltung des Lichtraumprofil,
vorzugsweise zumindest eines oder mehrerer der multinationalen/interoperablen Lichtraumprofile
G1, G2, GA, GB, GC, DE1, DE2, DE3, einzuhalten.
[0023] Solche hohen Wagenkastenaußenbreiten ermöglichen einen besonders geräumigen Wagenkasten
bereitzustellen, der gleichzeitig eine hohe Stabilität und Steifigkeit aufweist.
[0024] In Ausgestaltung des elektrischen Triebzugs kann vorgesehen sein, dass an einem definierten
Punkt in Längsrichtung, zumindest eines, vorzugsweise jedes Wagenkastens, die maximale
Wagenkastenaußenabreite im Bereich der Bombierung um zumindest 35mm, vorzugsweise
um zumindest 50mm, insbesondere um zumindest 65mm, größer ist als eine Wagenkastenaußengrundbreite
an einem unteren und/oder oberen Ende der Seitenwände.
[0025] Hierdurch wird ein definierter Bereich mit einer besonders großen Außenbreite geschaffen,
der es erlaubt an den relevanten Stellen, insbesondere im Bereich der Bestuhlung,
eine größere maximale Wagenkastenaußenbreite bereitzustellen. Hierdurch kann eine
größere Wagenkasteninnenraumbreite geschaffen werden.
[0026] In Ausgestaltung des elektrischen Triebzugs kann vorgesehen sein, dass der elektrische
Triebzug eine Höchstgeschwindigkeit von 180km/h, vorzugsweise von 160 km/h aufweist.
[0027] Hierdurch wird ein elektrischer Triebzug geschaffen, der ein attraktives Geschwindigkeitsprofil
auch für längere Überlandfahrten mit hoher Reisegeschwindigkeit, insbesondere als
Regionalzug, erlaubt.
[0028] In Ausgestaltung des elektrischen Triebzugs kann vorgesehen sein, dass die Bombierung
derart angeordnet ist, dass zumindest ein, vorzugsweise jeder Wagenkasten, eine nutzbare
Wagenkasteninnenbreite von mehr als mehr als 2700mm in einer Höhe von zumindest 495mm
über dem Fußboden aufweist.
[0029] Hierdurch wird eine besonders große nutzbare Wagenkasteninnenbreite in einem Höhenbereich
geschaffen, in welchem eine Bestuhlung angeordnet ist. Dies führt zu einem besonders
gutem Raumkomfort für Fahrgäste.
[0030] In Ausgestaltung des elektrischen Triebzugs kann vorgesehen sein, dass zumindest
ein, vorzugsweise jeder Wagenkasten, einen Niederflurbereich aufweist, wobei der Niederflurbereich
vorzugsweise zwischen den zwei Drehgestellen des zumindest einen, vorzugsweise jeden
Wagenkastens, ausgebildet ist.
[0031] Der Niederflurbereich weist eine Fußbodenhöhe auf, die unter der Fußbodenhöhe eines
Hochflurbereichs liegt.
[0032] Der Niederflurbereich weist die niedrigste Fußbodenhöhe des elektrischen Triebzugs
auf.
[0033] Der Niederflurbereich ist vorzugsweise frei von unterflurigen Traktionsaggregaten.
[0034] Ist ein Wagenkasten frei von unterflurigen Traktionsaggregaten, kann die Fußbodenhöhe
des Wagenkastens niedriger gestaltet werden als für den Fall, dass ein Wagenkasten
ein unterfluriges Traktionsaggregat aufweist.
[0035] Zu den Traktionsaggregaten gehören beispielsweise Transformatoren und/oder Stromrichter.
[0036] Der Niederflurbereich kann Niederflureinstiege aufweisen, welche einen vereinfachten
Einstieg in den elektrischen Triebzug erlauben.
[0037] In Ausgestaltung des elektrischen Triebzugs kann vorgesehen sein, dass zumindest
ein, vorzugsweise jeder Wagenkasten, zumindest einen Hochflurbereich aufweist, wobei
der zumindest eine Hochflurbereich, vorzugsweise oberhalb der Drehgestelle, zu dem
jeweiligen Wagenkastenende sich erstreckend ausgebildet ist.
[0038] Der Hochflurwagenkasten weist die höchste Fußbodenhöhe des elektrischen Triebzugs
auf und der Niederflurwagenkasten weist die niedrigste Fußbodenhöhe des elektrischen
Triebzugs auf.
[0039] Darüber hinaus ist es im Hochflurbereich möglich, im Unterflurbereich Ausrüstung,
wie Traktionsausrüstung, und die Drehgestelle anzuordnen.
[0040] Bei dem Hochflurbereich handelt es sich um einen Bereich, der eine Fußbodenhöhe aufweist,
die über der Fußbodenhöhe des Niederbereichs liegt.
[0041] In Ausgestaltung des elektrischen Triebzugs kann vorgesehen sein, dass jeder Wagenkasten,
insbesondere im Bereich der Bombierung, eine maximale Wagenkasteninnenbreite von mehr
als 2700mm, vorzugsweise mehr als 2750mm, insbesondere mehr als 2770mm aufweist.
[0042] Hierdurch ist die maximale Wagenkasteninnenbreite im Bereich der Bombierung ausgebildet,
sodass eine sehr große maximale Innenbreite der Wagenkästen von über 2700 mm geschaffen
wird. Dies bietet einen hohen Raumkomfort und Bewegungsfreiheit für den Fahrgast.
[0043] Durch die Bereitstellung einer maximalen Wagenkasteninnenbreite von über 2700 mm
bevorzugt höher als 2750 mm, insbesondere mehr als 2770mm in Kombination mit einer
maximalen Wagenkastenaußenbreite von mehr als 2850mm, vorzugsweise mehr als 2880mm,
insbesondere mehr als 2900mm, im Bereich der Bombierung wird ein Fahrzeug geschaffen,
dass eine, insbesondere für Einzelwagenzüge, überraschend hohen Innenbreite aufweist,
welche in diesem Ausmaß bisher unbekannt ist und sogar jene von Fernverkehrszügen
mit niedrigerem Drehzapfenabstand weit übertrifft.
[0044] In Ausgestaltung des elektrischen Triebzugs kann vorgesehen sein, dass zumindest
ein, vorzugsweise jeder Wagenkasten, einen Niederflurbereich und Hochflurbereich aufweist.
[0045] Hierdurch ist eine optimale Ausnutzung des Innenraums durch die Kombination von Nieder-
und Hochflurbereichen gegeben.
[0046] In Ausgestaltung des elektrischen Triebzugs kann vorgesehen sein, dass die Bombierung
derart angeordnet ist, dass sowohl im Niederflurbereich, als auch im Hochflurbereich,
eine nutzbare Wagenkasteninnenbreite von mehr als mehr als 2700mm in einer Höhe von
zumindest 495mm aufweist.
[0047] Die Höhe von zumindest 495mm ist eine Höhe, in der die Bestuhlung angeordnet ist.
Dies erlaubt es sowohl im Niederflurbereich als auch im Hochflurbereich, ein besonders
großes Raumangebot für den Fahrgast im Bereich der Bestuhlung bereitzustellen.
[0048] In Ausgestaltung des elektrischen Triebzugs kann vorgesehen sein, dass an einem definierten
Punkt in Längsrichtung, zumindest eines, vorzugsweise jedes Wagenkastens, die maximale
Wagenkasteninnenbreite im Bereich der Bombierung um zumindest 35mm, vorzugsweise um
zumindest 50mm, insbesondere um zumindest 65mm, größer ist, als eine Wagenkasteninnengrundbreite
an einem unteren oder oberen Ende der Seitenwände.
[0049] Hierdurch wird im Bereich der Bombierung ein Bereich mit einer besonders großer Wagenkasteninnenbreite
geschaffen, was einen besonders großen Komfort für den Fahrgast schafft.
[0050] In Ausgestaltung des elektrischen Triebzugs kann vorgesehen sein, dass jeder Wagenkasten
maximal ein Traktionsdrehgestell aufweist und der Triebzug mindestens zwei Traktionsdrehgestelle
aufweist.
[0051] Dies dient dem Ziel der Erhöhung der Wagenkastenaußenbreite bei einheitlichem Drehzapfenabstand
(nach EN 15273). Aufgrund von einer anderen Stellung des Laufdrehgestells gegenüber
dem Traktionsdrehgestell in einem Schienenbogen (Kurve) kann die Fahrzeugbreite bei
Wagenkasten mit einem Traktionsdrehgestell und einem Laufdrehgestell höher sein als
bei Wagenkasten mit zwei Traktionsdrehgestellen).
[0052] In Ausgestaltung des elektrischen Triebzugs kann vorgesehen sein, dass jeder Wagenkasten
genau ein Traktionsdrehgestell und genau ein Laufdrehgestell aufweist.
[0053] Aufgrund von einer anderen Stellung des Laufdrehgestells gegenüber dem Traktionsdrehgestell
in einem Schienenbogen (Kurve) kann die Fahrzeugbreite bei Wagenkasten mit einem Traktionsdrehgestell
und einem Laufdrehgestell höher sein als bei Wagenkasten mit zwei Traktionsdrehgestellen).
[0054] In Ausgestaltung des elektrischen Triebzugs kann vorgesehen sein, dass jeder Wagenkasten
zwei endständige Drehgestelle aufweist.
[0055] In einer solchen Konfiguration sind die Achslasten der Drehgestelle gegenüber Jakobsdrehgestellen
reduziert.
[0056] In Ausgestaltung des elektrischen Triebzugs kann vorgesehen sein, dass zumindest
ein, vorzugsweise jeder Wagenkasten, einen Drehzapfenabstand von 17500mm bis 19000mm,
vorzugsweise 18000mm bis 18500mm, insbesondere von 18100mm bis 18400mm, aufweist.
[0057] Hierdurch wird erreicht, dass ein verhältnismäßig großer Drehgestellmittenabstand
bereitgestellt wird, wodurch sich die Dimensionen der Wagenkästen und damit verbundenen
Platzverhältnisse im Inneren des Wagenkastens, vergrößern.
[0058] Um mit diesen niedrigen Drehzapfenabständen trotzdem die Wagenlängen und -breiten
zu erreichen ist ein Einzug am Wagenende erforderlich, welcher aufgrund der Kombination
von Bombierung und Einzug für einen Einzelwagenzug konstruktiv aufwendig ist. Die
Erfinder haben erkannt, dass durch diese Ausgestaltung besonders lange und Breitegro-ße
Wagenkästen geschaffen werden können, welche auch für Einzelwagenzüge vorher nicht
möglich waren.
[0059] Eine hohe Fahrzeuginnenbreite mit einem Einzelwagenzug zu realisieren, hat in der
Vergangenheit dazu geführt, kurze Drehzapfenabstände von bspw. 16m zu schaffen, da
mit diesen, automatisch breite Fahrzeuge geschaffen werden können, was häufig zu Kurzgliederzügen
geführt hat. Dieser ausgetretene Pfad wurde durch die Erfinder jedoch verlassen und
es wird ein Einzelwagenzug mit einem Drehzapfenabstand von 17500mm bis 19000mm, vorzugsweise
18000mm bis 18500mm, insbesondere von 18100mm bis 18400mm geschaffen, wobei gleichzeitig
höhere Innenbreiten realisierbar sind als bei Kurzgliederzügen mit ca. 16 m Drehzapfenabstand.
[0060] In Ausgestaltung des elektrischen Triebzugs kann vorgesehen sein, dass zumindest
ein Wagenkasten als Endwagenkasten ausgebildet ist und der Endwagenkasten eine Wagenlänge
von 25000mm bis 26000mm aufweist.
[0061] Um mit diesen niedrigen Drehzapfenabständen trotzdem die Wagenlängen und -breiten
zu erreichen ist ein Einzug am Wagenende erforderlich, welcher aufgrund der Kombination
von Bombierung und Einzug für einen Einzelwagenzug konstruktiv aufwendig ist. Die
Erfinder haben erkannt, dass durch diese Ausgestaltung besonders lange und Breitegro-ße
Wagenkästen geschaffen werden können, welche auch für Einzelwagenzüge vorher nicht
möglich waren.
[0062] In Ausgestaltung des elektrischen Triebzugs kann vorgesehen sein, dass zumindest
ein Wagenkasten als Mittelwagenkasten ausgebildet ist und der Mittelwagenkasten eine
Wagenlänge von 27000mm bis 28000mm, vorzugsweise von 27250 bis 27750mm aufweist.
[0063] Um mit diesen niedrigen Drehzapfenabständen trotzdem die Wagenlängen und -breiten
zu erreichen ist ein Einzug am Wagenende erforderlich, welcher aufgrund der Kombination
von Bombierung und Einzug für einen Einzelwagenzug konstruktiv aufwendig ist. Die
Erfinder haben erkannt, dass durch diese Ausgestaltung besonders lange und Breitegro-ße
Wagenkästen geschaffen werden können, welche auch für Einzelwagenzüge vorher nicht
möglich waren.
[0064] In Ausgestaltung des elektrischen Triebzugs kann vorgesehen sein, dass der elektrische
Triebzug ein einstöckiger Triebzug ist.
[0065] Hierdurch wird eine in der Höhe kompakte und bewährte Bauart bereitgestellt, welche
einen großen Innenraum, mit großer Standhöhe, sowohl im Niederflurbereich als auch
im Hochflurbereich bietet.
[0066] Ferner sind einstöckige Züge kostengünstiger als Doppelstockzüge.
[0067] In Ausgestaltung des elektrischen Triebzugs kann vorgesehen sein, dass zumindest
ein, vorzugsweise jeder Wagenkasten, zumindest einen, vorzugsweise zwei, Niederflureinstiegsbereiche
aufweist.
[0068] Hierdurch wird ist ein einfaches und schnelles Betreten des elektrischen Triebzugs
gewährleistet.
[0069] In Ausgestaltung des elektrischen Triebzugs kann vorgesehen sein, dass zumindest
ein, vorzugsweise jeder, Wagenkasten zumindest einen Niedrigeinstieg mit Türschwellenhöhe
von 580mm bis 640mm, vorzugsweise von 600mm bis 620mm, insbesondere 610mm aufweist.
[0070] Rollstuhlfahrer können auf diese Weise autonom von einem 550mm hohen Bahnsteig aus
in den elektrischen Triebzug ein- und aussteigen. Fahrgäste mit großem Gepäck oder
mit Fahrrädern können wesentlich einfacher ein- bzw. aussteigen, was den Fahrgastwechsel
beschleunigt und deutlich komfortabler ist.
[0071] In Ausgestaltung des elektrischen Triebzugs kann vorgesehen sein, dass zumindest
ein, vorzugsweise jeder, Wagenkasten zwei Hochflurbereiche an den Wagenkastenenden
aufweist, welche den Niederflurbereich einfassen.
[0072] Hierdurch können die Hochflurbereiche an den Wagenkastenenden angeordnet sein. Dies
führt zu einer optimalen Raumaufteilung und einer guten Bewegungsfreiheit.
[0073] In Ausgestaltung des elektrischen Triebzugs kann vorgesehen sein, dass der zumindest
eine Hochflurbereich eine Fußbodenhöhe von 1090mm bis 1150mm, vorzugsweise von 1100mm
bis 1140mm, ferner vorzugsweise von 1110mm bis 1130mm, insbesondere von 1120mm aufweist.
[0074] Hierdurch ist es möglich, dass Traktionsdrehgestelle und Traktionsaggregate im Unterflurbereich
des zumindest einen Hochflurwagenkastens angeordnet werden können.
[0075] Dabei beträgt die Fußbodenhöhe in den gesamten Passagierbereichen von 1090mm bis
1150mm, vorzugsweise von 1100mm bis 1140mm, ferner vorzugsweise von 1110mm bis 1130mm,
insbesondere von 1120mm, sodass sowohl der Gang als auch die Sitzplätze auf der gleichen
Ebene sind.
[0076] In Ausgestaltung des elektrischen Triebzugs kann vorgesehen sein, dass der zumindest
eine Niederflurbereich eine Fußbodenhöhe von 600mm bis 735mm, vorzugsweise 610 bis
725mm, ferner vorzugsweise von 720mm bis 715mm, aufweist.
[0077] Dies führt zu einer ergonomischen Gestaltung des Niederflurbereichs für Fahrgäste.
[0078] In Ausgestaltung des elektrischen Triebzugs kann vorgesehen sein, dass der Niederflurbereich
einen Niederflurpassagierbereich aufweist, wobei vorzugsweise in dem zumindest einen
Niederflurbereich zwischen dem zumindest einen Niederflureinstiegsbereich und einem
Niederflurpassagierbereich eine, vorzugsweise jeweils eine Rampe ausgebildet ist,
wobei der Rampenwinkel von unter 10,2°, vorzugsweise von unter 8,5°, insbesondere
von unter 6,8°, aufweist.
[0079] Hierdurch ist es für einen Fahrgast möglich, sich zwischen dem Niederflurpassagierbereich
und dem zumindest einen Niederflureinstiegsbereich mithilfe von Rampen geringer Steigung
zu bewegen, sodass diese Bereiche für in ihrer Mobilität beeinträchtigte Personen
gut zugänglich sind.
[0080] Zwischen den Niederflureingangsbereichen und den Passagierbereichen sind Rampen angeordnet,
welche die Höhendifferenz überbrücken und vorzugsweise gemäß TSI PRM (Technische Spezifikation
für Interoperabilität für "Persons with Reduced Mobility") ausgebildet sind.
[0081] Wo erforderlich, sind diese Rampen so flach, dass sie von Rollstuhlfahrern benutzt
werden können.
[0082] In Ausgestaltung des elektrischen Triebzugs kann vorgesehen sein, dass der zumindest
eine Niederflurpassagierbereich eine Fußbodenhöhe von 680mm bis 735mm, vorzugsweise
690 bis 725mm, ferner vorzugsweise von 700mm bis 715mm, insbesondere von 705mm aufweist.
[0083] Dabei beträgt die Fußbodenhöhe in den gesamten Passagierbereichen von 680mm bis 735mm,
vorzugsweise 690 bis 725mm, ferner vorzugsweise von 700mm bis 715mm, insbesondere
von 705mm, sodass sowohl der Gang als auch die Sitzplätze auf der gleichen Ebene sind.
[0084] In Ausgestaltung des elektrischen Triebzugs kann vorgesehen sein, dass der zumindest
eine Endwagen einen Kopfüberhang von zumindest 3,5m, vorzugsweise von zumindest 3,8m,
insbesondere von zumindest 4,2m aufweist.
[0085] Der Kopfüberhang ist dabei ein Abstand zwischen einer ersten Achse und Bugkupplung.
[0086] Die Schaffung von einem Bugüberhang in dieser Größenordnung ist bei Einzelwagenzügen
für den Regionalverkehr bisher unbekannt.
[0087] Durch einen derartigen Kopfüberhang kann bei gleicher Zuglänge der Drehzapfenabstand
reduziert werden und somit die Breite weiter erhöht werden.
[0088] Ferner ist ein Wagenkopf des Endwagens derart ausgebildet, dass sich dieser in Richtung
der Fahrzeugspitze stark verjüngt.
[0089] In Ausgestaltung des elektrischen Triebzugs kann vorgesehen sein, dass der Niederflureinstiegsbereich
eine Fußbodenhöhe von 600 bis 640mm, vorzugsweise von 610mm bis 630mm, insbesondere
von 620mm aufweist.
[0090] Hierdurch wird erleichterter Einstieg für Fahrgäste in einen Einstiegsraum geschaffen,
der nur geringfügig über der Türschwellenhöhe des Niedrigeinstiegs liegt.
[0091] In Ausgestaltung des elektrischen Triebzugs kann vorgesehen sein, dass der elektrische
Triebzug ein Regionalzug ist.
[0092] In Ausgestaltung des elektrischen Triebzugs kann vorgesehen sein, dass zumindest
ein, vorzugsweise jeder Wagenkasten, insbesondere im Bereich der Seitenwand, eine
lokal reduzierte Breite des Wagenkastenprofils aufweist, das vorzugsweise eine lokale
Breite von unter 30mm aufweist.
[0093] So dünne Aluminium-Profile sind im Bereich der Schienenfahrzeuge nicht zum Einsatz
gekommen.
[0094] Ferner kann die Reduzierung der Seitenwand in einem Bereich zumindest teilweise auf
der Höhe zwischen Sitzpolster und Schulterhöhe (bevorzugt auf Sitzhöhe oder Armlehnenhöhe)
der Bestuhlung im Hochflurbereich und/oder im Niederflurbereich ausgebildet sein.
[0095] Ferner kann vorgesehen sein, dass eine Wagenkastenisolierung lokal auf unter 30 mm
reduziert ist.
[0096] In Ausgestaltung des elektrischen Triebzugs kann vorgesehen sein, dass der Einzug
im Bereich der Bombierung ausgebildet ist und im Bereich einer Bestuhlung keine Auswirkung
auf die Wagenkasteninnenbreite hat.
[0097] In Ausgestaltung des elektrischen Triebzugs kann vorgesehen sein, dass der Einzug
eine Tiefe von 30-70mm, vorzugsweise von 20-60mm, insbesondere von 50mm, aufweist
und die maximale Tiefe des Einzugs im Bereich einer Fahrzeugstirnwand ausgebildet
ist.
[0098] Der Einzug hat eine maximale Tiefe von 30-70mm, vorzugsweise von 20-60mm, insbesondere
von 50mm und ist somit ähnlich tief, wie die Dicke der Seitenwand im dünnen Bereich.
Da die maximale Tiefe des Einzugs erst im Bereich der Fahrzeugstirnwand wirkt und
die Rückenlehne des Fahrgastes im relevanten Höhenbereich einen Abstand von 5-10 cm
zur Stirnwand hat, ist der Einzug für den Fahrgast nicht als Komfortreduktion wahrnehmbar.
[0099] In Ausgestaltung des elektrischen Triebzugs kann vorgesehen sein, dass in einem Bereich
der Seitenwand, in dem sich Bombierung und Einzug überlappen, eine im Wesentlichen
dreieckige Fläche ausgebildet ist, wobei vorzugsweise eine dreieckige Ausnehmung aus
einem Wagenkastenrohbau, insbesondere aus einem Seitwandprofil, gefräst ist, welche
mit einem dreieckigen Blech abgedeckt ist.
[0100] Hierdurch wird eine Möglichkeit geschaffen, die Kombination von Bombierung und Einzug
zu realisieren.
[0101] Es wird im Bereich der maximalen Bombierung eine dreieckige Fläche aus dem Wagenkasten
gefräst, welche im Anschluss mit einem Blech unter Einhaltung aller Festigkeitsanforderungen
geschlossen wird. Diese Art von Einzug ist neu. Zusätzlich kann auch ein dreieckiger
Ausschnitt im Dachbereich erforderlich sein. Die Einstiege werden, anders als bei
HI-Fahrzeugen im Niederflurbereich, zwischen den Drehgestellen angeordnet.
[0102] Die Länge des Niederflurbereichs beträgt vorzugsweise mehr als 13000mmm, ferner vorzugsweise
zwischen 13000mm und 14000mm, insbesondere von 13250 von 13750mm, ferner insbesondere
von 13300mm bis 13600mm.
[0103] Hierdurch wird ein Niederflurbereich bereitgestellt, der es einer in ihrer Mobilität
eingeschränkten Person, wie einem Rollstuhlfahrer, erlaubt, alle wesentlichen Komfortmerkmale
eines modernen elektrischen Triebzugs, bereitzustellen.
[0104] In Ausgestaltung kann beispielsweise der Niederflurbereich ein Fahrradabteil aufweisen.
[0105] In Ausgestaltung kann beispielsweise der Niederflurbereich eine Sanitärzelle aufweisen.
[0106] In Weiterbildung des elektrischen Triebzugs kann vorgesehen sein, dass der Niederflurbereich
jeweils mehrere Niedrigeinstiege aufweist zur Ausbildung redundanter Rollstuhleinstiege
im Niederflurbereich.
[0107] In Weiterbildung des elektrischen Triebzugs kann vorgesehen sein, dass der elektrische
Triebzug ein stark reduziertes Querspielen (Primär und Sekundär) aufweist.
[0108] In Ausgestaltung des elektrischen Triebzugs kann ein 4-Wagen-Einzelwagenzug mit einer
Gesamtlänge von 102500mm bis 107500mm, vorzugsweise von 104000mm bis 106000mm, insbesondere
mit 104500mm bis 105500m geschaffen werden.
[0109] Gegenüber einem bspw. 6-teiligen Kurzgliederzug kann die Anzahl der Wagenkästen reduziert
werden bei gleichem "Breitenkomfort". Durch die Reduktion der Wagenzahl können die
Fertigungskosten reduziert werden, da auch gleichzeitig weniger Klimaanlagen, Übergänge
und andere Großkomponenten verbaut werden müssen.
[0110] Sämtliche Höhen beziehen sich auf das Niveau des Gleises, also auf den Punkt, an
welchem die Räder des elektrischen Triebzugs mit dem Gleis in Kontakt stehen.
[0111] Nachfolgend soll die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispiels mit Bezug auf die
Zeichnungen erläutert werden.
Es zeigt:
[0112]
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung in Seitenansicht, eines erfindungsgemäßen elektrischen
Triebzugs;
- Fig. 2
- eine schematische Längsschnittdarstellung des erfindungsgemäßen elektrischen Triebzugs
gemäß Fig. 1;
- Fig. 3
- eine schematische Querschnittdarstellung des erfindungsgemäßen elektrischen Triebzugs
in einem Niederflurbereich;
- Fig. 4
- eine schematische Querschnittdarstellung des erfindungsgemäßen elektrischen Triebzugs
in einem Hochflurbereich.
[0113] Fig. 1 zeigt eine schematische Darstellung in Seitenansicht, eines erfindungsgemäßen
elektrischen Triebzugs 1 und Fig. 2 zeigt eine schematische Längsschnittdarstellung
des erfindungsgemäßen elektrischen Triebzugs gemäß Fig. 1.
[0114] Fig. 3 zeigt eine schematische Querschnittdarstellung des erfindungsgemäßen elektrischen
Triebzugs 1 in einem Niederflurbereich 60 und Fig. 4 zeigt eine schematische Querschnittdarstellung
des erfindungsgemäßen elektrischen Triebzugs 1 in einem Hochflurbereich 70.
[0115] Der in den Fig.1 bis Fig. 4 gezeigte elektrische Triebzug 1 ist zum Personentransport
ausgebildet.
[0116] Wie aus den Fig. 1 und 2 ersichtlich ist, umfasst der elektrische Triebzug 1 eine
Mehrzahl an Wagenkästen 10, 11.
[0117] Jeder Wagenkasten 10, 11 weist zwei Drehgestelle 20, 30 auf.
[0118] Wie aus der Fig. 1 ersichtlich, weist jeder Wagenkasten 10, 11 an zumindest einem,
vorzugsweise beiden Wagenkastenenden 12, 14, Einzüge 40 auf.
[0119] Wie aus Fig. 1, Fig. 3 und Fig. 4 ersichtlich ist, weist jeder Wagenkasten 10, 11
zwei Seitenwände 50 mit einer Bombierung 52 auf.
[0120] Wie aus Fig. 3 und Fig. 4 ersichtlich ist, weist jeder Wagenkasten 10, 11, insbesondere
im Bereich der Bombierung 52, eine maximale Wagenkastenaußenbreite WAB
max auf.
[0121] Die maximale Wagenkastenaußenbreite WAB
max beträgt mehr als 2850mm, vorzugsweise mehr als 2880mm, insbesondere mehr als 2900mm.
[0122] An einem definierten Punkt in Längsrichtung L, zumindest eines, vorzugsweise jedes
(gemäß Ausführungsbeispiel) Wagenkastens 10, 11, ist die maximale Wagenkastenaußenbreite
WAB
max im Bereich der Bombierung 52 um zumindest 35mm, vorzugsweise um zumindest 50mm insbesondere
um zumindest 65mm, größer als eine Wagenkastenaußengrundbreite WAB an einem unteren
und/oder oberen Ende der Seitenwände 50.
[0123] Die Bombierung 52 ist derart angeordnet, dass zumindest ein, vorzugsweise jeder (gemäß
Ausführungsbeispiel) Wagenkasten 10, 11, eine nutzbare Wagenkasteninnenbreite WIB
n von mehr als mehr als 2700mm in einer Höhe H von zumindest 495mm über dem Fußboden
54 aufweist.
[0124] Wie aus der Fig. 1 und Fig.3 ersichtlich ist, weist ein, vorzugsweise jeder (gemäß
Ausführungsbeispiel) Wagenkasten 10, 11, einen Niederflurbereich 60 auf, wobei der
Niederflurbereich 60 vorzugsweise zwischen den zwei Drehgestellen 20, 30 des zumindest
einen, vorzugsweise jeden Wagenkastens 10, 11, ausgebildet ist.
[0125] Ein, vorzugsweise jeder (gemäß Ausführungsbeispiel) Wagenkasten 10, 11, weist ferner
zumindest einen Hochflurbereich 70 auf, wobei der zumindest eine Hochflurbereich 70
vorzugsweise oberhalb der Drehgestelle 20, 30 zu dem jeweiligen Wagenkastenende 12,
14 sich erstreckend ausgebildet ist.
[0126] Ein, vorzugsweise jeder (gemäß Ausführungsbeispiel) Wagenkasten 10, 11, weist, insbesondere
im Bereich der Bombierung 52, eine maximale Wagenkasteninnenbreite WIB
max von mehr als 2700mm, vorzugsweise mehr als 2750mm, insbesondere mehr als 2770mm auf.
[0127] Zumindest ein, vorzugsweise jeder (gemäß Ausführungsbeispiel) Wagenkasten 10, 11,
weist einen Niederflurbereich 60 und Hochflurbereich 70 auf.
[0128] Die Bombierung 52 ist derart angeordnet, dass zumindest ein, vorzugsweise jeder (gemäß
Ausführungsbeispiel) Wagenkasten 10, 11, sowohl im Niederflurbereich 60 als auch im
Hochflurbereich 70 eine nutzbare Wagenkasteninnenbreite WIB
n von mehr als mehr als 2700mm in einer Höhe H von zumindest 495mm über dem Fußboden
54 aufweist.
[0129] Wie aus den Fig. 3 und 4 erkennbar ist, ist an einem definierten Punkt in Längsrichtung
L, zumindest eines, vorzugsweise jedes Wagenkastens 10, 11, die maximale Wagenkasteninnenbreite
WIB
max im Bereich der Bombierung um zumindest 35mm, vorzugsweise um zumindest 50mm insbesondere
um zumindest 65mm, größer als eine Wagenkasteninnengrundbreite WIB an einem unteren
oder oberen Ende der Seitenwände 50.
[0130] Wie aus der Fig. 1 und 2 erkennbar ist, weist jeder Wagenkasten 10, 11, maximal ein
Traktionsdrehgestell 30 auf und der Triebzug 1 weist mindestens zwei Traktionsdrehgestelle
30 auf.
[0131] In Ausgestaltung weist jeder Wagenkasten 10, 11 genau ein Traktionsdrehgestell 30
und genau ein Laufdrehgestell 20 auf.
[0132] Jeder Wagenkasten 10, 11 weist zwei endständige Drehgestelle 20, 30 auf.
[0133] Der elektrische Triebzug 1 ist ein einstöckiger Triebzug.
[0134] Zumindest ein, vorzugsweise jeder (gemäß Ausführungsbeispiel) Wagenkasten 10, 11,
weist einen Drehzapfenabstand DA von 17500mm bis 19000mm, vorzugsweise 18000mm bis
18500mm, insbesondere von 18100mm bis 18400mm, auf.
[0135] Zumindest ein, vorzugsweise zwei (gemäß Ausführungsbeispiel) Wagenkasten 10, 11,
ist als Endwagenkasten 10 ausgebildet und der Endwagenkasten 10 weist eine Wagenlänge
L
E von 25000mm bis 26000mm auf.
[0136] Zumindest ein Wagenkasten 10, 11 ist als Mittelwagenkasten 11 ausgebildet und der
Mittelwagenkasten 11 weist eine Wagenlänge L
M von 27000mm bis 28000mm, vorzugsweise von 27250 bis 27750mm auf.
[0137] Zumindest ein, vorzugsweise jeder (gemäß Ausführungsbeispiel) Wagenkasten 10, 11,
weist einen, vorzugsweise zwei, Niederflureinstiegsbereiche 64 auf.
[0138] Zumindest ein, vorzugsweise jeder (gemäß Ausführungsbeispiel) Wagenkasten 10, 11,
weist zumindest einen Niedrigeinstieg 66 mit Türschwellenhöhe von 580mm bis 640mm,
vorzugsweise von 600mm bis 620mm, insbesondere von 610mm, auf.
[0139] Zumindest ein, vorzugsweise jeder (gemäß Ausführungsbeispiel) Wagenkasten 10, 11,
weist zwei Hochflurbereiche 70 an den Wagenkastenenden 12, 14 auf, welche den Niederflurbereich
60 einfassen.
[0140] Der zumindest eine Hochflurbereich 70 weist eine Fußbodenhöhe F
H von 1090mm bis 1150mm, vorzugsweise von 1100mm bis 1140mm, ferner vorzugsweise von
1110mm bis 1130mm, insbesondere von 1120mm auf.
[0141] Der zumindest eine Niederflurbereich 60 weist eine Fußbodenhöhe F
N von 600mm bis 735mm, vorzugsweise 610 bis 725mm, ferner vorzugsweise von 600mm bis
715mm, auf.
[0142] Der Niederflurbereich weist einen Niederflurpassagierbereich 65 auf, wobei vorzugsweise
in dem zumindest einen Niederflurbereich 60 zwischen dem zumindest einen Niederflureinstiegsbereich
64 und einem Niederflurpassagierbereich 65 eine, insbesondere jeweils eine Rampe 68
ausgebildet ist, wobei der Rampenwinkel α von unter 10,2°, vorzugsweise von unter
8,5°, insbesondere von unter 6,8°, aufweist.
[0143] Der Niederflureinstiegsbereich 65 weist eine Fußbodenhöhe F
N von 600 bis 640mm, vorzugsweise von 610mm bis 630mm, insbesondere von 620mm auf.
[0144] Der zumindest eine, vorzugsweise beide (gemäß Ausführungsbeispiel) Endwagen 10, weisen
einen Kopfüberhang K von zumindest 3,5m, vorzugsweise von zumindest 3,8m, insbesondere
von zumindest 4,2m auf.
[0145] Der elektrische Triebzug 1 gemäß Ausführungsbeispiel ist ein Regionalzug.
[0146] Zumindest ein, vorzugsweise jeder (gemäß Ausführungsbeispiel) Wagenkasten 10, 11,
weist, insbesondere im Bereich der Seitenwand 50, eine lokal reduzierte Breite des
Wagenkastenprofils auf, das vorzugsweise eine lokale Breite von unter 30mm aufweist.
[0147] Der Einzug 40 ist im Bereich der Bombierung 52 ausgebildet und der Einzug 40 hat
im Bereich einer Bestuhlung keine Auswirkung auf die nutzbare Wagenkasteninnenbreite
WIB
n.
[0148] Der Einzug 40 weist eine Tiefe von 30-70mm, vorzugsweise von 20-60mm, insbesondere
von 50mm, auf und die maximale Tiefe des Einzugs 40 ist im Bereich einer Fahrzeugstirnwand
80 ausgebildet.
[0149] In einem Bereich der Seitenwand 50, in dem sich Bombierung 52 und Einzug 40 überlappen,
ist von außen betrachtet, eine im Wesentlichen dreieckige Fläche ausgebildet, wobei
vorzugsweise eine dreieckige Ausnehmung aus einem Wagenkastenrohbau, insbesondere
aus einem Seitwandprofil, gefräst ist, welche mit einem dreieckigen Blech abgedeckt
ist.
[0150] Wie aus Fig. 3 erkennbar ist, ist in Höhenrichtung im Niederflurbereich 60 die Bombierung
52 und auch die maximale Wagenaußenbreite WAB
max oberhalb der maximalen Wagenkasteninnenbreite WIB
max angeordnet.
[0151] Wie aus Fig. 4 erkennbar ist, ist in Höhenrichtung im Hochflurbereich 60 die Bombierung
52 und auch die maximale Wagenaußenbreite WAB
max unterhalb der maximalen Wagenkasteninnenbreite WIB
max angeordnet.
[0152] Abschließend sei erwähnt, dass die Merkmale aller oben beschriebenen Ausführungsvarianten
untereinander in beliebiger Weise kombiniert werden können, um weitere andere Ausführungsbeispiele
der Erfindung zu bilden. Auch können alle Merkmale von Unteransprüchen jeweils für
sich mit jedem Merkmal jedes anderen der Ansprüche kombiniert werden, und zwar jeweils
für sich allein oder in beliebiger Kombination, um weitere andere Ausführungsbeispiele
zu erhalten.
[0153] Obwohl die Erfindung im Detail durch ein Ausführungsbeispiel näher illustriert und
beschrieben wurde, so ist die Erfindung nicht durch die offenbarten Beispiele eingeschränkt
und andere Variationen können vom Fachmann hieraus abgeleitet werden, ohne den Schutzumfang
der Erfindung zu verlassen.
[0154] Unabhängig vom grammatikalischen Geschlecht eines bestimmten Begriffes sind Personen
mit männlicher, weiblicher oder anderer Geschlechteridentität mit umfasst.
1. Elektrischer Triebzug (1) zum Personentransport mit einer Mehrzahl an Wagenkästen
(10, 11), wobei jeder Wagenkasten (10, 11) zwei Drehgestelle (20, 30) aufweist, und
wobei jeder Wagenkasten (10, 11) an zumindest einem, vorzugsweise beiden, Wagenkastenende(n)
(12, 14) Einzüge (40) aufweist und jeder Wagenkasten (10, 11) zwei Seitenwände (50)
mit einer Bombierung (52) aufweist.
2. Elektrischer Triebzug (1) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
jeder Wagenkasten (10, 11), insbesondere im Bereich der Bombierung (52), eine maximale
Wagenkastenaußenbreite (WABmax) von mehr als 2850mm, vorzugsweise mehr als 2880mm, insbesondere mehr als 2900mm
aufweist.
3. Elektrischer Triebzug (1) nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass,
an einem definierten Punkt in Längsrichtung (L), vorzugsweise einem ersten Punkt,
zumindest eines, vorzugsweise jedes, Wagenkastens (10, 11), die maximale Wagenkastenaußenabreite
(WABmax) im Bereich der Bombierung (52) um zumindest 35mm, vorzugsweise um zumindest 50mm,
insbesondere um zumindest 65mm, größer ist als eine Wagenkastenaußengrundbreite (WAB)
an einem unteren und/oder oberen Ende der Seitenwände (50).
4. Elektrischer Triebzug (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
der elektrische Triebzug (1) eine Höchstgeschwindigkeit von 180km/h, vorzugsweise
von 160 km/h aufweist; und/oder der elektrische Triebzug (1) ein einstöckiger Triebzug
ist; und/oder der elektrische Triebzug (1) ein Regionalzug ist.
5. Elektrischer Triebzug (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Bombierung (52) derart angeordnet ist, dass zumindest ein, vorzugsweise jeder,
Wagenkasten (10, 11) eine nutzbare Wagenkasteninnenbreite (WIBn) von mehr als 2700mm in einer Höhe (H) von zumindest 495mm über dem Fußboden (54)
aufweist.
6. Elektrischer Triebzug (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
zumindest ein, vorzugsweise jeder, Wagenkasten (10, 11) einen Niederflurbereich (60)
aufweist, wobei der Niederflurbereich (60) vorzugsweise zwischen den zwei Drehgestellen
(20, 30) des zumindest einen, vorzugsweise jeden, Wagenkastens (10, 11) ausgebildet
ist; und/oder zumindest ein, vorzugsweise jeder, Wagenkasten (10, 11) zumindest einen
Hochflurbereich (70) aufweist, wobei der zumindest eine Hochflurbereich (70), vorzugsweise
oberhalb der Drehgestelle (20, 30), zu dem jeweiligen Wagenkastenende (12, 14) sich
erstreckend ausgebildet ist.
7. Elektrischer Triebzug (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
jeder Wagenkasten (10, 11), insbesondere im Bereich der Bombierung (52), eine maximale
Wagenkasteninnenbreite (WIBmax) von mehr als 2700mm, vorzugsweise mehr als 2750mm, insbesondere mehr als 2770mm
aufweist.
8. Elektrischer Triebzug (1) nach einem der Ansprüche 5 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, dass
zumindest ein, vorzugsweise jeder, Wagenkasten (10, 11) einen Niederflurbereich (60)
und einen Hochflurbereich (70) aufweist.
9. Elektrischer Triebzug (1) nach einem der Ansprüche 5 bis 9,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Bombierung (52) derart angeordnet ist, dass sowohl im Niederflurbereich (60),
als auch im Hochflurbereich (70), eine nutzbare Wagenkasteninnenbreite (WIBn) von mehr als 2700mm in einer Höhe (H) von zumindest 495mm über dem Fußboden (54)
aufweist.
10. Elektrischer Triebzug (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
an einem definierten Punkt in Längsrichtung (L), zumindest eines, vorzugsweise jedes,
Wagenkastens (10, 11), die maximale Wagenkasteninnenbreite (WIBmax) im Bereich der Bombierung (52) um zumindest 35mm, vorzugsweise um zumindest 50mm,
insbesondere um zumindest 65mm, größer ist als eine Wagenkasteninnengrundbreite (WIB)
an einem unteren oder oberen Ende der Seitenwände (50).
11. Elektrischer Triebzug (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
jeder Wagenkasten (10, 11) maximal ein Traktionsdrehgestell (30) aufweist und der
Triebzug (1) mindestens zwei Traktionsdrehgestelle (30) aufweist.
12. Elektrischer Triebzug (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
jeder Wagenkasten (10, 11) genau ein Traktionsdrehgestell (30) und genau ein Laufdrehgestell
(20) aufweist.
13. Elektrischer Triebzug (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
jeder Wagenkasten (10, 11) zwei endständige Drehgestelle (20, 30) aufweist.
14. Elektrischer Triebzug (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
zumindest ein, vorzugsweise jeder, Wagenkasten (10, 11) einen Drehzapfenabstand (DA) von 17500mm bis 19000mm, vorzugsweise 18000mm bis 18500mm,
insbesondere von 18100mm bis 18400mm, aufweist; und/oder zumindest ein Wagenkasten
(10, 11) als Endwagenkasten (10) ausgebildet ist und der Endwagenkasten (10) eine
Wagenlänge (LE) von 25000mm bis 26000mm aufweist; Und/oder zumindest ein Wagenkasten (10, 11) als
Mittelwagenkasten (11) ausgebildet ist und der Mittelwagenkasten (11) eine Wagenlänge
(LM) von 27000mm bis 28000mm, vorzugsweise von 27250 bis 27750mm, aufweist.
15. Elektrischer Triebzug (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
zumindest ein, vorzugsweise jeder, Wagenkasten (10, 11) zumindest einen, vorzugsweise
zwei, Niederflureinstiegsbereiche (64) aufweist; und/oder zumindest ein, vorzugsweise
jeder, Wagenkasten (10, 11) zumindest einen Niedrigeinstieg (66) mit Türschwellenhöhe
von 580mm bis 640mm, vorzugsweise von 600mm bis 620mm, insbesondere von 610mm, aufweist.
16. Elektrischer Triebzug (1) nach einem der Ansprüche 6 bis 15,
dadurch gekennzeichnet, dass
zumindest ein, vorzugsweise jeder, Wagenkasten (10, 11) zwei Hochflurbereiche (70)
an den Wagenkastenenden (12, 14) aufweist, welche den Niederflurbereich (60) einfassen;
und/oder der zumindest eine Hochflurbereich (70) eine Fußbodenhöhe (FH) von 1090mm bis 1150mm, vorzugsweise von 1100mm bis 1140mm, ferner vorzugsweise von
1110mm bis 1130mm, insbesondere von 1120mm aufweist.
17. Elektrischer Triebzug (1) nach einem der Ansprüche 6 bis 16,
dadurch gekennzeichnet, dass
der zumindest eine Niederflurbereich (60) eine Fußbodenhöhe (FN) von 600mm bis 735mm, vorzugsweise 610 bis 725mm, ferner vorzugsweise von 600mm bis
715mm, aufweist.
18. Elektrischer Triebzug (1) nach einem der Ansprüche 6 bis 17,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Niederflurbereich (60) einen Niederflurpassagierbereich (65) aufweist, wobei vorzugsweise
in dem zumindest einen Niederflurbereich (60), zwischen dem zumindest einen Niederflureinstiegsbereich
(64) und einem Niederflurpassagierbereich (65), eine, insbesondere jeweils eine, Rampe
(68) ausgebildet ist, wobei der Rampenwinkel (α) von unter 10,2°, vorzugsweise von
unter 8,5°, insbesondere von unter 6,8°, aufweist.
19. Elektrischer Triebzug (1) nach einem der Ansprüche 18,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Niederflureinstiegsbereich (65) eine Fußbodenhöhe (FN) von 600 bis 640mm, vorzugsweise von 610mm bis 630mm, insbesondere von 620mm, aufweist.
20. Elektrischer Triebzug (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
der zumindest eine Endwagen (10) einen Kopfüberhang (K) von zumindest 3,5m, vorzugsweise
von zumindest 3,8m, insbesondere von zumindest 4,2m aufweist.
21. Elektrischer Triebzug (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
zumindest ein, vorzugsweise jeder, Wagenkasten (10, 11), insbesondere im Bereich der Seitenwand (50), eine lokal reduzierte Breite des Wagenkastenprofils
aufweist, das vorzugsweise eine lokale Breite von unter 30mm aufweist.
22. Elektrischer Triebzug (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
der Einzug (40) im Bereich der Bombierung (52) ausgebildet ist und im Bereich einer
Bestuhlung keine Auswirkung auf die Wagenkasteninnenbreite hat; und/oder der Einzug
(40) eine Tiefe von 30-70mm, vorzugsweise von 20-60mm, insbesondere von 50mm, aufweist
und die maximale Tiefe des Einzugs (40) im Bereich einer Fahrzeugstirnwand (80) ausgebildet
ist.
23. Elektrischer Triebzug (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
in einem Bereich der Seitenwand (50), in dem sich Bombierung (52) und Einzug (40)
überlappen, eine im Wesentlichen dreieckige Fläche ausgebildet ist, wobei vorzugsweise
eine dreieckige Ausnehmung aus einem Wagenkastenrohbau, insbesondere aus einem Seitwandprofil,
gefräst ist, welche mit einem dreieckigen Blech abgedeckt ist.