[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft allgemein spurgeführte Fahrzeuge und insbesondere
Schienenfahrzeuge. Im Einzelnen betrifft die Erfindung Kupplungsanordnungen für spurgeführte
Fahrzeuge, insbesondere Schienenfahrzeuge, welche automatische Zugkupplungen enthalten.
[0002] Gemäß einem Aspekt der vorliegenden Erfindung betrifft diese eine automatische Zugkupplung,
insbesondere für einen Güterwagen eines Schienenfahrzeugs, gemäß dem Oberbegriff des
unabhängigen Patentanspruchs 1.
[0003] Derartige automatische Zugkupplungen weisen einen Kupplungskopf mit einem Kupplungsgehäuse
und einem Kuppelverschluss mit Arretierung auf. Der Kuppelverschluss ist als Drehverschluss
mit einer Kuppelöse und einem Herzstück ausgeführt, wobei das Herzstück um eine Hauptachse
verdrehbar ist, und zwar zwischen einer gekuppelten Stellung und einer entkuppelten
Stellung. Die Kuppelöse ist mit einem ersten Ende bzw. Endbereich verdrehbar um eine
Kuppelösenachse am Herzstück angeschlossen und weist ein zweites freies Ende bzw.
einen zweiten freien Endbereich auf. Das Herzstück weist ein Maul zur Aufnahme eines
entsprechenden zweiten Endes bzw. eines entsprechenden zweiten Endbereichs einer Kuppelöse
eines gegengleichen Kupplungskopfs einer Gegenkupplung auf. Dem Herzstück ist ein
Federspeicher zugeordnet. Das Herzstück ist entgegen der Kraft des Federspeichers
aus der gekuppelten Stellung in die entkuppelte Stellung und durch die Kraft des Federspeichers
aus der entkuppelten Stellung in die gekuppelte Stellung verdrehbar.
[0004] Die entkuppelte Stellung wird allgemein auch als kuppelbereite Stellung bezeichnet,
da in dieser Stellung die Zugkupplungen der beiden Wagenkästen gegeneinander gefahren
und dann gekuppelt werden können. Gegebenenfalls kann der Kuppelverschluss bzw. dessen
Herzstück auch in eine gegenüber der kuppelbereiten Stellung überzogene Stellung verdreht
werden, also mehr als nötig geöffnet werden. In dieser überzogenen Stellung ist der
Federspeicher maximal gespannt. Auch bei dieser überzogenen Stellung handelt es sich
im Sinne der vorliegenden Erfindung um eine entkuppelte Stellung. Ferner wird eine
solche kuppelbereite bzw. entkuppelte Stellung auch als Warteposition bezeichnet.
[0005] Die Arretierung, welche den Kuppelverschluss in der jeweils geeigneten Stellung hält
oder entsprechend zum Übergang in eine andere Stellung durch Verdrehen des Herzstücks
freigibt, weist zum Beispiel einen entgegen einer Federkraft in Kuppelrichtung der
Zugkupplung verschiebbaren Stempel und eine quer oder schräg zur Kuppelrichtung verschiebbare
Klinkenstange auf. Die Klinkenstange ist gelenkig am Herzstück angeschlossen und vom
Herzstück bei dessen Verdrehung aus der gekuppelten Stellung in die entkuppelte Stellung
in eine Rastposition verschiebbar, in welcher die Klinkenstange eine Verdrehung des
Herzstücks zurück, d.h. in Richtung aus der entkuppelten Stellung in die gekuppelte
Stellung, blockiert. Der Stempel wiederum ist bewegbar zwischen einer ersten Position
und einer zweiten Position. In der ersten Position, in welcher der Stempel entgegen
der Federkraft verschoben ist, blockiert der Stempel die Klinkenstange in der Rastposition
und in der zweiten Position, in welche der Stempel durch die Federkraft aus der ersten
Position verschoben wird, löst der Stempel die Klinkenstange aus der Rastposition.
[0006] Die Funktion einer solchen automatischen Zugkupplung ist wie folgt: zwei kompatible
Kupplungsköpfe an zwei miteinander zu kuppelnden Wagenkästen oder Fahrzeugen werden
dadurch aneinander arretiert, dass jeweils das zweite Ende der jeweiligen Kuppelöse
in das Maul des Herzstücks des jeweils anderen und als Gegenkupplungskopf bezeichneten
Kupplungskopf eingesetzt und durch Verdrehen des dortigen Herzstücks formschlüssig
gehalten wird. Damit werden die beiden Wagenkästen bzw. Fahrzeuge mechanisch miteinander
gekuppelt. Wenn also zwei Schienenfahrzeuge bzw. Wagenkästen aufeinander zubewegt
werden, so befinden sich deren Kuppelverschlüsse bzw. deren Herzstücke in der kuppelbereiten
bzw. entkuppelten Stellung, in welcher die Herzstücke insbesondere von den Klinkenstangen,
die sich in der Rastposition befinden, gehalten werden. Beim Kuppeln tauchen jeweils
die Kegel in die Trichter der Kupplungskopfgehäuseprofile ein. Dabei drücken die Kegel
auf die Stempel und schieben diese zurück, so dass die Stempel die Klinkenstangen
aus deren Rastposition lösen. Dadurch werden die Kuppelverschlüsse freigegeben und
durch die Kraft des jeweiligen Federspeichers gedreht, bis das Herzstück an einem
vorgegebenen Anschlag, in der Regel am Kupplungskopfgehäuse, anschlägt. Dabei rasten
die in den Trichtern geführten Kuppelösen in die Herzstückmäuler ein, die beiden Kuppelverschlüsse
sind ineinander verhakt und die gekuppelte Stellung ist erreicht. Ein ungewolltes
Trennen der Kuppelverschlüsse ist nicht möglich. Normaler Verschleiß beeinträchtigt
die Sicherheit des Kupplungsverschlusses nicht. Die beiden Kuppelverschlüsse werden
ausschließlich durch Zugkräfte belastet, die sich innerhalb des Parallelogramms, welches
die Kuppelösen und die Herzstücke bilden, auf beide Kuppelösen gleichmäßig verteilt.
[0007] Druckkräfte hingegen werden frontseitig am Kupplungskopfgehäuse übertragen, wobei
das Profil in der Regel, wie vorteilhaft auch bei der vorliegenden Erfindung, einen
Kegel und einen Trichter umfasst, die von einer breiten, insbesondere ebenen Stirnfläche
umschlossen sind. Das Profil kann von einer separaten Stirnplatte gebildet werden,
die vorne am Kupplungskopfgehäuse befestigt ist. Das Profil kann mit dem Kegel oder
Trichter Gleit- und Zentrierflächen bilden und insbesondere den Greifbereich in Seiten-,
Höhen- und Winkelversatz bestimmen. Wenn die Kupplungsköpfe aufeinandertreffen, zentrieren
sie sich und gleiten ineinander.
[0008] Um die Kupplungsköpfe zu entkuppeln, dreht eine Entkuppeleinrichtung einen der Kuppelverschlüsse
und durch die dabei erfolgende Rückwirkung auf die Gegen-Zugkupplung auch den Kuppelverschluss
dieser oder es drehen die Entkuppeleinrichtungen beider Kupplungen die Kuppelverschlüsse,
d.h. die beiden Herzstücke, gegen die Kraft der Federspeicher, bis die Kuppelösen
aus den Mäulern der Herzstücke gleiten. Die sich verdrehenden Herzstücke sollen dabei
die Klinkenstangen so weit verschieben, dass beim Trennen der Fahrzeuge bzw. Wagenkästen
ein Zurückdrehen der Herzstücke aus der überzogenen Stellung über die kuppelbereite
Stellung hinaus da, dadurch verhindert wird, dass die Klinkenstangen in ihre Rastpositionen
verbracht werden.
[0009] Zum automatisierten Entkuppeln sind insbesondere pneumatische, hydraulische und elektromechanische
Entkuppeleinrichtungen bekannt, welche am Herzstück wirksam werden können oder mit
diesem zum Zweck des Entkuppelns koppelbar sind. Diese umfassen zumindest einen Antrieb
und eine mit diesem verbundene Übertragungseinrichtung. Beispielsweise offenbart die
Druckschrift
DE 29 23 195 C2 eine fernbetätigbare Entkuppeleinrichtung für eine Mittelpufferkupplung eines Schienenfahrzeugs,
bei welcher ein Elektromotor über eine Kurvenscheibe einen am Hauptbolzen drehfest
angeschlossenen Hebel betätigt, um das Herzstück aus der gekuppelten Stellung in die
entkuppelte Stellung zu verdrehen.
[0010] Andererseits offenbart die Druckschrift
EP 3 470 295 A1 einen außerhalb des Kupplungskopfgehäuses angeordneten elektrischen Linearaktuator,
der über einen Hebel am Hauptbolzen angreift und dadurch indirekt eine Verdrehung
des Herzstückes bewirkt.
[0011] Zum Trennen zweier Zugkupplungen der hierin berücksichtigten Art, d.h. Zugkupplungen
vom Typ Scharfenberg, genügt es, wenn eine Zugkupplung entriegelt wird.
[0012] Der Einsatz im Güterverkehr bedingt häufig erforderliche Neuzusammenstellungen von
Zugverbänden. Diese gehen mit einer Auflösung bestehender Zugverbände, Neusortierung
und Zusammenfügung zu Zugverbänden einher. Währen dieser Phasen des Rangierbetriebes
ist ein direktes Wiederverriegeln der Zugkupplungen (Zugkupplung und Gegenkupplung)
beim Zusammenstoß zweier einzelner Wägen unerwünscht und eine als Pufferstellung oder
"prevent coupling" bezeichnete Stellung des Kuppelverschlusses zu ermöglichen. Die
Pufferstellung ist insbesondere bei der Zugauflösung im Abstoß- oder im Abdrückbetrieb
notwendig.
[0013] Der Abdrückbetrieb wird vor allem in großen Rangieranlagen mit Ablaufberg angewandt
und gilt als energie- und ressourcensparend. Im Abdrückbetrieb wird die Wagenverbindung
erst an einem Ablaufberg final aufgelöst bzw. im Falle einer automatischen Zugkupplung
die Zugkupplung entriegelt.
[0014] Der Abstoßbetrieb wird vor allem in kleineren Anlagen ohne Ablaufberg betrieben.
Bei diesen Verfahren wird an Stelle der Gravität die Trägheit der Wagenkästen genutzt,
und zwar indem ein zuvor beschleunigter (geschobener) Zugverband abgebremst wird und
eine abgekuppelte Wagengruppe an der Zugspitze weiter rollt. Die losgelöste Wagengruppe
wird dann in der anschließenden Gleisharfe in das entsprechende Ordnungsgleis einsortiert.
Im Anschluss müssen die Zugkupplungen wieder auf Kuppelbereitschaft umgestellt und
mit einer Rangierlock zusammengeschoben werden. Der Ablauf muss für jede Wagengruppe
wiederholt werden. Die Pufferstellung ist hier insbesondere notwendig, da beim Beschleunigen
vor dem Abstoßvorgang ein Wiederkuppeln der Zugkupplungen nicht ausgeschlossen werden
kann.
[0015] Dabei ist es bei der Zugauflösung notwendig, dass die Zugkupplungen der einzelnen
Wagenkästen sicher getrennt bleiben, bis sie auf den nächsten Wagenkasten im Richtungsgleis
bzw. Ordnungsgleis, also hinter dem Ablaufberg (beim Abdrückbetrieb) auftreffen. Ein
erneutes ungewolltes Kuppeln während der Zugauflösung und insbesondere vor dem Abrollen
von dem Ablaufberg muss sicher verhindert werden.
[0016] Die Pufferstellung kann auf unterschiedliche Art und Weise realisiert werden. Neben
einer sogenannten virtuellen Pufferstellung über steuerungstechnische Maßnahmen sind
Entkuppeleinrichtungen bekannt, mittels welchen der Kuppelverschluss aktiv über eine
vordefinierte Zeitspanne in einer vordefinierten Stelling gehalten werden kann. Mit
anderen Worten, in der Pufferstellung ist üblicherweise die Entkuppeleinrichtung der
entsprechenden Zugkupplung aktiviert und der Aktuator der Entkuppeleinrichtung steht
in einer Wirkverbindung mit dem Kuppelverschluss bzw. dem Herzstück der entsprechenden
Zugkupplung, um den Kuppelverschluss bzw. das Herzstück in der entkuppelten Stellung
zu halten. Dann ist ein erneutes Kuppeln nicht möglich, und zwar so lange, bis die
Pufferstellung nicht aufgehoben wird.
[0017] Eine Ausführung einer Entkuppeleinrichtung mit einem elektrisch antreibbaren Linearaktuator
mit einem Spindeltrieb, welcher durch Verfahren eines kolbenartigen Betätigungselementes
in eine vordefinierte Stellung gegenüber dem Herzstück wirksam wird, ist in
EP4339057 A1 beschrieben. Die Stellung des Herzstückes wird durch das Betätigungselement aktiv
gehalten und verhindert damit ein Verdrehen in die gekuppelte Stellung.
[0018] WO 2022129159 A2 und
WO2022129021 A2 offenbaren eine Ausführung mit im Kupplungskopfgehäuse integrierter elektrisch betätigter
Entkuppeleinrichtung, umfassend einen Elektromotor, welcher über eine Triebverbindung
am Herzstück wirksam ist. Der dort als konkrete Ausführung dargestellte Koppelmechanismus
in der Triebverbindung aus Drehhebel und Verbindungselement zum Herzstück bewirkt
eine Verdrehung des Herzstückes indem mittels dem Drehhebel eine Zugkraft auf die
Kuppelösenseite des Herzstücks über ein Verbindungselement übertragen wird. Dabei
kann die Entkuppeleinrichtung durch Ansteuerung in einer Sperrstellung gehalten werden.
[0019] Erfolgt die Abstützung über die Entkuppeleinrichtungen werden die beim Zusammentreffen
mit einer Gegen-Zugkupplung auftretenden Stöße in diese übertragen, was ohne zusätzliche
Maßnahmen zur erhöhtem Verschleiß und Beeinträchtigung der Funktionsweise führen kann.
Diese müssen geeignet sein, einen Großteil der über das Zusammenwirken von Entkuppelejnrichtung
und Herzstück beim Aufprall einer Gegenkupplung in diese eingeleiteten Kraft unter
weitestgehender Umgehung des Aktuators abzubauen.
[0020] Auf Grundlage dieser Problemstellung liegt der Erfindung die Aufgabe zu Grunde, eine
automatische Zugkupplung derart weiterzubilden, auch in der so genannten Pufferstellung
der automatischen Zugkupplung ein verschleißarmer oder verschleißfreier Betrieb der
Zugkupplung und insbesondere des Kuppelverschlusses und der Entkuppeleinrichtung sichergestellt
ist, auch wenn die sich in der Pufferstellung befindliche Zugkupplung auf eine Zugkupplung
stößt, dessen Kuppelverschluss sich in der gekuppelten Stellung befindet.
[0021] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine Ausführung entsprechend dem unabhängigen
Anspruch gelöst. Weitere vorteilhafte Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung
finden sich in den Unteransprüchen.
[0022] Eine Automatische Zugkupplung, insbesondere für einen Güterwagen eines spurgeführten
Fahrzeugs, insbesondere Schienenfahrzeugs, wobei die automatische Zugkupplung Folgendes
umfasst:
einen Kupplungskopf, der ein Kupplungskopfgehäuse und einen Kuppelverschluss mit Arretierung
aufweist, wobei der Kuppelverschluss als Drehverschluss mit einer Kuppelöse und einem
Herzstück ausgeführt ist, wobei das Herzstück um eine Hauptachse verdrehbar ist, insbesondere
zwischen einer gekuppelten Stellung und einer entkuppelten Stellung und umgekehrt,
wobei die Kuppelöse mit einem ersten Ende verdrehbar um eine Kuppelösenachse am Herzstück
angeschlossen ist und ein freies Ende aufweist, und wobei das Herzstück ein Maul aufweist,
welches zur Aufnahme eines zweiten Endes einer Kuppelöse eines kompatiblen Kupplungskopfs
einer Gegenkupplung angeordnet ist; und
eine Entkuppeleinrichtung, umfassend zumindest einen elektrischen Antrieb, insbesondere
Elektromotor, welcher über eine Triebverbindung zumindest mittelbar am Herzstück angeschlossen
ist zum Verdrehen des Herzstückes aus der gekuppelten in eine entkuppelte Stellung,
wobei die Entkuppeleinrichtung eine Sperrstellung aufweist, in der diese ein Verdrehen
des Herzstücks aus einer entkuppelten Stellung in die gekuppelte Stellung über die
Triebverbindung blockiert, ist dadurch gekennzeichnet, dass in der Triebverbindung
ein Koppelmechanismus vorgesehen ist, der derart ausgebildet und angeordnet ist, geeignet
zu sein in der Sperrstellung der Entkuppeleinrichtung eine Übertotpunktstellung einzunehmen.
[0023] Unter einer Sperrstellung der Entkuppeleinrichtung wird eine Funktionsstellung einzelner
Komponenten dieser verstanden, welche ein aktives Halten des Kuppelverschlusses in
einer der Pufferstellung entsprechenden vordefinierten Funktionsstellung des Kuppelverschlusses
beinhaltet.
[0024] Unter Pufferstellung ist insbesondere die Stellung des Kuppelverschlusses zu verstehen,
in welcher dieser aktiv gehalten werden soll und somit beim Zusammenwirken mit einer
kompatiblen Gegen-Zugkupplung ein Einkuppeln durch Verdrehen des Kuppelverschlusses
in die gekuppelte Funktionsstellung sicher vermieden wird.
[0025] Das erfindungsgemäße Überziehen der Kinematik der Triebverbindung der Entkuppeleinrichtung
in eine Totpunktstellung ermöglicht es, die Pufferstellung eines Kuppelverschlusses
mit geringem Aufwand allein durch die Kinematik zu halten. D.h. dass der Koppelmechanismus
in einer rein geometrisch stabilen Lage gehalten wird, in welcher das Herzstück ohne
Bereitstellung eines Haltemoments durch die Antriebsmaschine in der gewählten Funktionsstellung
verbleibt, wodurch ein energie- und steuerungsunabhängiges Halten der Pufferstellung
ermöglicht wird. Dies wird rein mechanisch ohne signifikanten zusätzlichen Bauraumbedarf
realisiert. Es sind keine zusätzlichen Maßnahmen in der Ansteuerung oder zum Halten
des elektrischen Antriebes erforderlich. So kann, da ein Halten des elektrischen Antriebes
nicht erforderlich ist, z.B. auf eine Motorbremse verzichtet werden. Auch baut die
Lösung sehr kompakt.
[0026] Die Triebverbindung, insbesondere der Koppelmechanismus ist dazu vorzugsweise am
Herzstück in einem dem Maul unmittelbar nachgeordnetem Bereich angeschlossen und damit
auf der dem Anschluss der Kuppelöse am Herzstück gegenüberliegenden Seite am Herzstück.
Die Lösung basiert auf einer grundsätzlichen Umkehr der Kraftwirkung vom Aktuator
auf das Herzstück. Statt am Herzstück auf der Seite der Kuppelöse zu ziehen, wird
nun auf der anderen Seite gedrückt, ähnlich wie dies auch bei anderen bekannten Lösungen
bei Personenzugkupplungen, z.B. mittels Pneumatikzylinder, realisiert wird. Hierfür
wird die Wirkrichtung des den Elektromototor umfassenden Aktuators umgekehrt. Insbesondere
wird nun eine Druckkraft (anstelle der Zugkraft) über eine Druckstange auf das Herzstück
aufgebracht, die das Herzstück in Richtung entkuppelter Stellung verdreht. Dies kann
besonders einfach realisiert werden, wenn der Aktuator einen Koppelmechanismus, welcher
nur aus Drehhebel und Druckstange in die Übertotpunktstellung bewegt.
[0027] In einer vorteilhaften Weiterbildung ist der Triebverbindung zumindest eine Abstützeinrichtung
zum zumindest teilweisen, vorzugsweise vollständigen Abstützen der in diese in der
Sperrstellung der Entkuppeleinrichtung eingetragenen Kräfte und Einleiten dieser in
den Kupplungskopf zugeordnet oder in diese integriert. Insbesondere ist der Triebverbindung
in der Sperrstellung der Entkuppeleinrichtung in Kraftflussrichtung vom Herzstück
zum Elektromotor betrachtet vorzugsweise noch vor dem Elektromotor zumindest eine
Abstützeinrichtung zum zumindest teilweisem, vorzugsweise vollständigen Abstützen
der in diese in der Sperrstellung eingetragenen Kräfte in das Kupplungskopfgehäuse
zugeordnet. Die Abstützung und Einleitung in den Kupplungskopf, welcher eine hohe
Steifigkeit aufweist, bietet den Vorteil, die elektrische Antriebsmaschine nahezu
frei von einem Krafteintrag zu halten.
[0028] Die zumindest eine Abstützeinrichtung kann theoretisch der Triebverbindung in Kraftflussrichtung
vom Herzstück zur elektrischen Antriebsmaschine an beliebiger Stelle jedoch vor dem
Elektromotor zugeordnet werden bzw. in jedem Bereich in dieser Kraftflussrichtung
an der Triebverbindung wirksam werden. Da die Kopplung mit dem Koppelmechanismus in
der Regel jedoch über einen Übertragungsmechanismus erfolgen wird, welcher eine Untersetzung
und/oder Richtungsänderung in der Kraftübertragung vom Elektromotor zum Koppelmechanismus
ermöglicht und auch dieser vom Krafteintrag durch einen Aufprall möglichst frei gehalten
werden soll, wird die Abstützung der Triebverbindung vorzugsweise möglichst nah in
Richtung zum Kuppelverschluss, insbesondere Herzstück erfolgen.
[0029] Besonders bevorzugt ist die zumindest eine Abstützeinrichtung dem Koppelmechanismus,
vorzugsweise dem am Herzstück direkt angeschlossenen Bauteil des Koppelmechanismus
zugeordnet, wobei diese nach Möglichkeit so nah als möglich zur Verbindung zwischen
Koppelmechanismus und Herzstück verlagert wird.
[0030] Der Vorteil besteht darin, dass im Puffermodus bei eingestellter Sperrstellung die
in den Kuppelverschluss über eine kompatible Gegen-Zugkupplung eingetragenen Kräfte
durch die in der Sperrstellung an der Triebverbindung wirksame Abstützeinrichtung
nicht mehr vollständig in die belastungssensiblen und verschleißkritischen Komponenten
der Entkuppeleinrichtung, insbesondere den elektrischen Antrieb eingetragen werden
[0031] Bezüglich des Aufbaus und der Anordnung der einzelnen Abstützeinrichtung besteht
eine Mehrzahl von Möglichkeiten. Dabei können vorzugsweise nur ein oder aber auch
mehrere Abstützeinrichtungen zum Einsatz gelangen. Der Einsatz von mehreren ermöglicht
eine gerichtete Einleitung der Kraftkomponenten bei nicht vermeidbarer Aufteilung
der eingebrachten Kraft innerhalb der Triebverbindung.
[0032] Die einzelne Abstützeinrichtung kann einen festen Abstützbereich zum Zusammenwirken
mit der Triebverbindung aufweisen, welcher am oder im Kupplungskopfgehäuse elastisch
gelagert ist und/oder einen Abstützbereich mit großem Federweg zum Zusammenwirken
mit der Triebverbindung aufweist, welcher am oder im Kupplungskopfgehäuse gelagert
ist.
[0033] Die einzelne Abstützeinrichtung kann dabei
- a) integral am Kupplungskopfgehäuse, insbesondere einer Innenwandung des Kupplungskopfgehäuses
ausgebildet oder
- b) am Kupplungskopfgehäuse oder einem mit diesem verbundenen Bauteil befestigt sein.
[0034] Letztere Variante bietet den Vorteil der freien Platzbarkeit und Austauschbarkeit.
Die Ausgestaltung der Abstützeinrichtung muss nicht bei der Kupplungskopfkonstruktion
berücksichtigt werden.
[0035] Gemäß einer besonders vorteilhaften Ausbildung ist die einzelne Abstützeinrichtung
als Federbalken ausgebildet, wobei dieser insbesondere von einem stab- oder balkenförmigen
Bauteil mit entlang der Längsachse veränderbarem Querschnitt zum Lagern aneinander
gegenüberliegenden Wandbereichen des Kupplungskopfgehäuses gebildet ist. Die Abstützfläche
ist von einem Außenumfangsbereich des stabförmigen Bauteils gebildet. Diese Ausführung
baut sehr kompakt, benötigt wenig Bauraum und leitet die Kräfte je nach Ausgestaltung
gleichmäßig oder unter Berücksichtigung der Ausgestaltung der Anschlussbereiche am
Gehäuse aufgeteilt in die Anschlussbereiche am Kupplungskopfgehäuse.
[0036] Umfasst der Koppelmechanismus in besonders vorteilhafter Ausgestaltung einen am Kuppelverschluss,
insbesondere Herzstück angeschlossenen Gelenkhebel, welcher gelenkig mit einem Drehhebel
gekoppelt ist, ist die zumindest eine Abstützeinrichtung vorzugsweise direkt dem Gelenkhebel
zugeordnet und wenigstens mittelbar an diesem wirksam. Die Abstützeinrichtung ist
derart ausgebildet und angeordnet, dass deren Abstützfläche im Wesentlichen senkrecht
zur Gelenkhebelrichtung ausgerichtet ist. Die dadurch in Gelenkhebelrichtung wirksame
Abstützeinrichtung ermöglicht die vollständige Herausnahme des Aktuators aus dem Kraftfluss.
[0037] In vorteilhafter Weiterbildung ist der Gelenkhebel selbst als Federstange ausgebildet
oder in diesem wird eine Federstange integriert oder der Gelenkhebel ist mit einer
Federstange verbunden, wobei die Federstange einen Abstützbereich zum Zusammenwirken
mit der Abstützeinrichtung aufweist.
[0038] Insgesamt wird versucht, dass Gesamtsystem derart auszugestalten, dass der Krafteintrag
insgesamt möglichst gering ist, wozu der Gesamtfederweg möglichst groß eingestellt
wird. Das Herzstück und/oder die Triebverbindung und/oder die einzelne Abstützeinrichtung
sind dazu derart ausgebildet und angeordnet sind, dass diese einen großen Gesamtfederweg
bei Krafteinleitung vom Herzstück ins Kupplungskopfgehäuse in der Sperrstellung beschreiben.
Zur Erzielung dieses Gesamtfederweges können die einzelnen im Kraftfluss bei Krafteintrag
in der Pufferstellung liegenden Elemente und Bauteile mit einbezogen werden. Eine
Maßnahme am Herzstück sieht dazu vor, dass der Koppelmechanismus am Herzstück an einem
dem Maul nachgeordneten und am Herzstück als Vorsprung ausgeformten Federbalken angeschlossen
ist.
[0039] Bezüglich des Aufbaus der Entkuppeleinrichtung besteht eine Mehrzahl von Möglichkeiten.
Der Elektromotor ist dabei direkt oder indirekt, insbesondere über eine ein Untersetzungsgetriebe
und/oder Winkelgetriebe umfassende Übertragungseinrichtung mit dem Koppelmechanismus
verbunden, wobei der Koppelmechanismus mit dem Ausgang der Übertragungseinrichtung
gekoppelt ist. Vorzugsweise wird in einer Ausbildung der Ausgang der Übertragungseinrichtung,
insbesondere des Winkelgetriebes von einem Mitnehmer gebildet, wobei in der Verbindung
zwischen Mitnehmer und Drehhebel ein Freiweg vorgesehen ist. Der Drehhebel ist vorzugsweise
drehbar gegenüber dem Mitnehmer am Übertragungsmechanismus oder einer Funktionseinheit
aus Elektromotor und Übertragungsmechanismus gelagert.
[0040] Die Entkuppeleinrichtung ist zumindest teilweise oder vollständig im Kupplungskopfgehäuse
und/oder einer sich an das Kupplungskopfgehäuse anschließenden Kupplungsstange angeordnet,
insbesondere gelagert.
[0041] Um die Pufferstellung einer vorbeschriebenen automatischen Zugkupplung mittels einer
Entkuppeleinrichtung einzustellen, genügt es, bei Vorliegen einer Sollanforderung
zur Einstellung einer Pufferstellung die Entkuppeleinrichtung derart anzusteuern,
dass der Koppelmechanismus in die Übertotpunktstellung überführt wird. Dabei wird
in dieser Stellung vorzugsweise die Abstützeinrichtung in oder an der Triebverbindung
wirksam. Um eine Entkoppelung des Kraftpfades von der elektrischen Antriebsmaschine
zu ermöglichen, ist in der Triebverbindung ein Freiweg vorgesehen, welcher in der
Sperrstellung der Entkuppeleinrichtung bzw. der Pufferstellung des Kuppelverschlusses
ausnutzbar ist.
[0042] Bezüglich der konkreten konstruktiven Ausgestaltung der Entkuppeleinrichtung, insbesondere
der Triebverbindung zwischen elektrischer Antriebsmaschine und Herzstück besteht eine
Mehrzahl von Möglichkeiten. Die Entkuppeleinrichtung kann zumindest eine elektrische
Antriebsmaschine umfassen. Diese ist über eine Triebverbindung wenigstens mittelbar
am Herzstück angeschlossen, vorzugsweise verdrehbar bzw. gelenkig. Die Triebverbindung
umfasst einen Koppelmechanismus und ferner einen Übertragungsmechanismus, der eine
Übersetzung und/oder Untersetzung der von der Antriebsmaschine abgegebenen Drehzahl
umfasst. Der Übertragungsmechanismus kann beispielsweis ein oder mehrere Getriebestufen
umfassen, ausgewählt und/oder kombiniert aus Untersetzungsgetrieben, beispielsweise
Wellgetrieben, Exzentergetrieben, Planetengetriebe, Getriebestufen und/oder aus Winkelgetrieben
mit Antriebsritzel und damit kämmender Verzahnung, z.B. Kronenrad, und/oder aus vor-
oder nachgeschalteten Getriebeanordnungen zur Umlenkung und/oder Drehmomentanpassung.
Die Abtriebsachse der elektrischen Antriebsmaschine kann dabei vorzugsweise radial,
axial oder in einem Winkel zur Hauptachse angeordnet sein. Diese Ausführung ermöglicht
eine an die Randbedingungen des Kupplungskopfes angepasste Bauraumintegration, eine
frei wählbare Übersetzungs- und Kennliniengestaltung sowie eine robuste Drehmomentübertragung
bei zugleich guter Abschirmung der Antriebsmaschine gegenüber stoßartigen Lastspitzen
im Rangierbetrieb.
[0043] In einer Ausgestaltung umfasst die Triebverbindung einen Drehhebel, der gegenüber dem
Abtrieb eines Winkelgetriebes, insbesondere gegenüber dem Kronenrad, gelagert oder
schwenkbar geführt ist. Der Drehhebel dient zur Übertragung der von der elektrischen
Antriebsmaschine bereitgestellten Drehbewegung auf den am Herzstück angreifenden Koppelmechanismus
und bildet damit ein wesentliches Element der Kraft- und Bewegungsübertragung innerhalb
der Entkuppeleinrichtung. Der Drehhebel kann in einer starren Ausführung vorgesehen
sein, bei welcher die Bewegung aus der Funktionseinheit Antriebsmaschine und Übertragungsmechanismus
unmittelbar und ohne relative Verformung entlang einer festen Hebellänge auf den Koppelmechanismus
übertragen wird.
[0044] In einer alternativen Ausführung kann der Drehhebel als Knickhebel ausgebildet sein,
indem zwei Hebelabschnitte über ein Gelenk miteinander verbunden werden, sodass abhängig
von der Bewegungsrichtung eine unterschiedliche wirksame Hebellänge bereitgestellt
wird. Diese Ausführung ermöglicht es, den Koppelmechanismus beim Verfahren in die
entkuppelte Stellung oder in eine Sperrstellung mit hoher Übertragungseffizienz über
die Totpunktlage hinaus zu bewegen, während beim Rückstellen aus der Sperrstellung
ein Einknicken der Hebelabschnitte eintritt und somit ein erneutes Überfahren der
Totpunktlage verhindert wird. Durch diese asymmetrische Übertragungscharakteristik
wird insbesondere vermieden, dass die Verriegelungseinrichtung des Herzstücks bei
Rückstellbewegungen wieder in den Rastbereich gelangt. Dies stellt sicher, dass die
Entkuppeleinrichtung nach Aufhebung der Sperrstellung keinen ungewollten Kraft- oder
Rastzustand herstellt und ein zuverlässiges Einkuppeln der Kupplungen gewährleistet
bleibt.
[0045] Eine allein im Bereich der Übertotpunktstellung der Triebverbindung wirksame Abstützeinrichtung
ermöglicht zwar eine definierte Kraftabstützung und kann den Koppelmechanismus vor
Überlastungen sichern, um jedoch die Antriebsmaschine vollständig entkoppeln zu können,
ist in besonders vorteilhafter Weise zusätzlich ein Freiweg zwischen miteinander zusammenwirkenden
Bauteilen in der Triebverbindung vorgesehen. Der Freiweg kann dabei an unterschiedlichen
Stellen realisiert werden, insbesondere in der Verbindung zwischen dem am Herzstück
angreifenden Gelenkhebel und dem den Übertragungsmechanismus beaufschlagenden Drehhebel,
innerhalb des Gelenkhebels selbst, in der Verbindung zwischen zwei Hebelteilen eines
Drehhebels - etwa bei Ausbildung als Knickhebel - sowie getriebeseitig, beispielsweise
innerhalb eines Übertragungsmechanismus, in der Verbindung zwischen elektrischer Antriebsmaschine
und Übertragungsmechanismus oder zwischen Übertragungsmechanismus und Koppelmechanismus.
Der Freiweg bewirkt eine einseitig wirksame Kopplung: Die von der Antriebsmaschine
abgegebene Bewegung wird zum Verdrehen des Herzstücks übertragen, während rückwirkende
Kräfte in der Sperrstellung oder aus einem Aufprall der Gegenzugkupplung nicht in
den Übertragungsmechanismus oder die Antriebsmaschine eingeleitet werden. Durch die
freie Wahl des Anordnungsorts kann der Freiweg so positioniert werden, dass Bauraum
optimal genutzt, der Kraftfluss frühzeitig unterbrochen und die Kinematik vor Rückdrehmomenten
geschützt wird. Dies ermöglicht eine Energie- und steuerungsunabhängige Haltefunktion
in der Übertotpunktstellung, reduziert Verschleiß an Getriebestufen und Mitnehmern,
erhöht die Betriebssicherheit im Rangierbetrieb.
[0046] In einer der Ausgestaltungen kann der Freiweg dazu nicht nur in der gelenkigen Verbindung
zwischen dem den Koppelmechanismus beaufschlagenden Hebelelement und dem Übertragungsmechanismus
vorgesehen sein, sondern auch innerhalb des Übertragungsmechanismus selbst. Ein solcher
im Getriebe angeordneter Freiweg kann beispielsweise in Form eines einseitig wirksamen
Mitnehmers, einer Freischaltstufe oder einer innerhalb einer Untersetzungs- oder Umlenkeinheit
integrierten Freilauf- oder Freigangssektion realisiert sein. Entscheidend ist, dass
der Freiweg in jedem Fall vor der Antriebsmaschine angeordnet ist, sodass rückwirkende
Kräfte aus der Sperrstellung oder aus einem Aufprall der Gegenzugkupplung nicht in
die Antriebsmaschine oder deren Getriebestufen eingeleitet werden. Durch diese Anordnung
kann die Entkuppeleinrichtung unabhängig von der konkreten Ausgestaltung des Koppelmechanismus
und der Hebelkinematik in beiden Bewegungsrichtungen einseitig wirksam gekoppelt werden,
während Stoß- und Rückdrehmomente zuverlässig vor der Antriebsmaschine abgefangen
werden. Dies ermöglicht eine robuste Auslegung der gesamten Triebverbindung und gewährleistet,
dass die Antriebsmaschine und gegebenenfalls dieser nachgeordnete Getriebestufen im
Betrieb vollständig kraftentkoppelt bleiben.
[0047] Vorzugsweise wird neben der Übertotpunktstellung eine Kombination aus Freiweg in
der Triebverbindung und der Triebverbindung zugeordneter Abstützeinrichtung zur Aufteilung
der Funktionen der sicheren Entkoppelung und Einleiten der Kräfte in den Kupplungskopf
vorgesehen.
[0048] Im Folgenden wird die Erfindung anhand von Figuren erläutert.
Figur 1a zeigt eine vereinfachte Darstellung der Grundkinematik der Triebverbindung
im gekuppelten Zustand;
Figur 1b zeigt die gleiche Grundkinematik gemäß Figur 1a in der Übertotpunktstellung;
Figur 2a zeigt eine mögliche Abstützanordnung im Bereich der gelenkigen Verbindung
zwischen Drehhebel und Gelenkhebel;
Figur 2b zeigt eine Ausführung mit einem zweiten Kraftpfad am Gelenkhebel;
Figur 2c zeigt eine Ausführungsform mit einer Entkopplung innerhalb des Übertragungsmechanismus;
Figuren 3a zeigt die gekuppelte Stellung des Kuppelverschlusses;
Figur 3b zeigt die Sperrstellung des Kuppelverschlusses mit Übertotpunktlage des Koppelmechanismus;
Figur 3c zeigt eine Rückdrehstellung des Drehhebels nach Erreichen der Sperrstellung;
Figur 3d zeigt die Stellung des Koppelmechanismus beim Lösen der Sperrstellung;
Figur 3e zeigt die kuppelbereite Stellung des Kuppelverschlusses;
Figuren 4a zeigt eine Ausführungsform mit einer Abstützeinrichtung im Bereich des
Koppelmechanismus;
Figur 4b zeigt unterschiedliche Ausbildungen der Abstützeinrichtung in Form von Federbalken;
Figur 4c zeigt die Lagerung der Abstützeinrichtung im Kupplungskopfgehäuse;
Figur 5a zeigt eine alternative Ausführung mit seitlicher Abstützeinrichtung und Federstange
am Gelenkhebel;
Figur 5b zeigt die Lagerung der seitlichen Abstützeinrichtung im Kupplungskopfgehäuse;
Figur 6 zeigt eine Ausführungsform der Zugkupplung mit in das Kupplungskopfgehäuse
integrierter Abstützeinrichtung in Draufsicht oder Schnittdarstellung;
Figur 7 zeigt eine Ausführungsform des Koppelmechanismus mit einem als Knickhebel
ausgebildeten Drehhebel.
[0049] Die Figuren 3a bis 3e verdeutlichen in vereinfachter Darstellung anhand eines Ausschnittes
aus einer automatischen Zugkupplung 100 mit unterschiedlichen Funktionsstellungen
des Kuppelverschlusses 3 und die Figuren 4a, 5a, 6 und 7 anhand eines Ausschnittes
aus einer automatischen Zugkupplung 100 in einer Funktionsstellung, insbesondere der
Pufferstellung den Aufbau und die Funktionsweise einer vorteilhaften Ausführung einer
Entkuppeleinrichtung 11 mit einem vorzugsweise elektrischen Antrieb, insbesondere
Elektromotor 12, welcher wenigstens mittelbar über eine Triebverbindung 101 am Kuppelverschluss
3 angeschlossen ist. In der Triebverbindung 101 ist ein Koppelmechanismus 102 vorgesehen,
der derart ausgebildet und angeordnet ist, geeignet zu sein in einer Sperrstellung
(Figur 3b, 3c, 4a, 5a, 6, 7) der Entkuppeleinrichtung 11, welche der Pufferstellung
P des Kuppelverschlusses 3 entspricht, eine Übertotpunktstellung einzunehmen. Der
Totpunkt ist dann erreicht, wenn beim Koppelmechanismus 102 die verbindenden Gelenke
und die einwirkenden Kraftvektoren auf einer gemeinsamen Geraden liegen. Die beim
versuchten Kuppeln in der Pufferstellung dem Koppelmechanismus 102 zugeführte Kraft
wird dann nur auf den Haltepunkt des Mechanismus übertragen. In Analogie verdeutlichen
die Figuren 4a, 5a, 6, 7 jeweils vorteilhafte Ausführungen mit zusätzlicher Abstützung
der Übertotpunktstellung zum Einleiten der in die Triebverbindung 101 eingebrachten
Kräfte in die Kupplung, insbesondere das Kupplungskopfgehäuse 2.
[0050] Die grundlegenden Ausführungen zum Aufbau der Zugkupplung 100, des Kuppelverschlusses
3 und der Entkuppeleinrichtung 11 gelten nachfolgend für alle Figuren. Figuren 3 bis
6 unterscheiden sich von Figur 7 jedoch in der Ausbildung des Drehhebels.
[0051] Im Einzelnen weist die automatische Zugkupplung 100 einen Kupplungskopf 1 auf, der
ein Kupplungskopfgehäuse 2 sowie den Kuppelverschluss 3 umfasst bzw. diesen aufnimmt.
In dem Kupplungskopfgehäuse 2 ist hier zumindest bereichsweise, vorzugsweise auch
vollständig eine Entkuppeleinrichtung 11 aufgenommen, bei der es sich insbesondere
um eine elektrisch betätig bare Entkuppeleinrichtung 11 handelt. Die Entkuppeleinrichtung
11 kann jedoch auch zumindest teilweise außerhalb des Kupplungskopfgehäuses 2 angeordnet
sein, beispielsweise entweder teilweise in an Kupplungskopf 1 anschließende monolithisch
mit Kupplungskopf 1 ausgebildete oder mit diesem verbundene Kupplungsstange oder teilweise
aus dem Kupplungskopf 1 herausragend.
[0052] Das Kupplungskopfgehäuse 2 besitzt frontseitig ein Profil. Das Profil wird von einem
Kegel 21 und einem Trichter 22 gebildet. Kegel 21 und Trichter 22 sind von einer breiten,
ebenen Stirnfläche 23 zum Zusammenwirken mit der Stirnfläche einer GegenZugkupplung
umschlossen.
[0053] Der Kuppelverschluss 3 ist als Drehverschluss ausgeführt, mit dem Herzstück 6, an
welchem eine Kuppelöse 5 verdrehbar um eine Kuppelösenachse 8 angeschlossen ist. Das
Herzstück 6 wiederum ist drehbar um die Hauptachse 7. Hierzu ist das Herzstück 6 auf
einem Hauptbolzen 19 gelagert und drehfest an diesem angeschlossen. Das Herzstück
6 wird von einem hakenplattenförmigen Bauteil gebildet. Der Anschluss der Kuppelöse
8 erfolgt bezogen auf die Hauptachse 8 in einem ersten Endbereich. Die Ausbildung
des Mauls 9 erfolgt am gegenüberliegenden Endbereich. Die Kuppelöse 5 weist ein erstes
Ende 5.1 auf, an welchem sie drehbar an dem Herzstück 6 angeschlossen ist, sowie ein
entgegengesetztes zweites Ende 5.2, das in ein Maul 9 des Herzstücks 6 eines kompatiblen
Kupplungskopfs 1 einer in den Figuren 3a-6 nicht dargestellten und in Figur 7 lediglich
nur mit einem Ausschnitt aus dem Kegel 21 angedeuteten Gegen-Zugkupplung 100 eingespannt
werden kann, um die beiden Kupplungsköpfe 1 mechanisch aneinander zu verriegeln. Entsprechend
weist die Kuppelöse 5 an ihrem zweiten Ende 5.2 einen hier nicht näher dargestellten
Querriegel auf.
[0054] Das Herzstück 6 des Kupplungskopfs 1 ist entgegen der Kraft eines Federspeichers
4, der beispielsweise durch eine oder mehrere Zugfedern gebildet wird, aus einer entkuppelten
Stellung in die gekuppelte Stellung verdrehbar. Der Kupplungskopf 1 weist ferner eine
dem Kuppelverschluss 3 bzw. dem Herzstück 6 zugeordnete Arretierung (Klinkenstange
27, Stempel 28) auf, die beispielsweise aus einer Stempelführung und einem Federlager
besteht. Beispielsweise weist die Arretierung einen in Kuppelrichtung der Zugkupplung
100, d.h. der Richtung der Längsachsen der Kupplungsköpfe 1, verschiebbaren Stempel
28 auf, der linear in einer Führung zwischen einer ersten Position und einer zweiten
Position verschoben werden kann. Der Stempel 28 arbeitet mit der Klinkenstange 27
zusammen, die mit einem axialen Ende gelenkig am Herzstück 6 angeschlossen ist und
eine Öffnung des Stempels 28 durchgreift. Ferner weist die Klinkenstange 27 im Bereich
der Öffnung einen Rastvorsprung auf, der mit einem Rastvorsprung in Eingriff gebracht
werden kann, um die Klinkenstange 27 an einer Bewegung in Richtung von ihrem zweiten
Ende zu ihrem am Herzstück 6 angeschlossenen ersten Ende zu hindern, und damit eine
entsprechende Verdrehung des Herzstücks 6. Der Rastvorsprung kann an der Führung vorgesehen
sein, die ein Gegenlager zur Herstellung einer Rastverbindung mit der Klinkenstange
27 ausbildet. An der Klinkenstange 27 greift ein elastisches Federelement im Sinne
eines Verbringens der beiden Rastvorsprünge in einen Eingriff an, wohingegen der Stempel
28, wenn er aus einer ersten Position in eine zweite Position verschoben wird, entgegen
der Kraft des Federelements die Klinkenstange 27 aus der Rastverbindung mit dem Gegenlager
löst. Somit kann in der zweiten Position des Stempels 28 das Herzstück 6 durch die
Kraft des Federspeichers 4 verdreht werden, wo hingegen diese Verdrehung in der Rastposition
der Klinkenstange 27 blockiert wird.
[0055] In Figur 3e ist die kuppelbereite Stellung des Kupplungskopfs 1 bzw. des Kuppelverschlusses
3 gezeigt. Wenn in dieser Stellung zwei Kupplungsköpfe 1 aufeinander zubewegt werden,
so tauchen die Kegel 21 der Zugkupplung in die Trichter 22 der Gegen-Zugkupplung ein
und drücken frontseitig auf die Stempel 28, so dass die Stempel 28 aus ihrer ersten
Position in ihre zweite Position bewegt werden und die Rastverbindungen der Klinkenstangen
27 mit den Gegenlagern lösen. Die zweiten Enden 5.2 der Kuppelösen 5 werden in die
Mäuler 9 der Herzstücke 6 geschoben und Herzstücke 6, die nicht länger durch die Klinkenstangen
27 blockiert werden, drehen sich aufgrund der Kraft der Federspeicher 4 aus der kuppelbereiten
Stellung in die gekuppelte Stellung, in welcher die Herzstücke 6 insbesondere an den
Kupplungskopfgehäusen 2 anschlagen. Dabei rasten die in den Trichtern 22 geführten
Kuppelösen 5 in die Herzstückmäuler 9 ein und die beiden Kuppelverschlüsse 3 sind
miteinander verhakt. Dies entspricht der gekuppelten Stellung, in Figur 3a dargestellt.
Um die Kupplungsköpfe 1 aus der gekuppelten Stellung zu entkuppeln, dreht die automatisierte
Entkuppeleinrichtung 11 das Herzstück 6 des aktiv betätigten Kuppelverschlusses 3
gegen die Kraft des Federspeichers 4. Hierbei überträgt die Kuppelöse 5 des aktiv
betätigten Kuppelverschlusses 3 die Drehbewegung des Herzstücks 6 über das Maul 9
auf das Herzstück 6 des passiv betätigten Kuppelverschlusses 3 (der Gegen-Zugkupplung),
so dass auch dieses entgegen der Kraft des Federspeichers 4 verdreht wird. Wenn die
Verdrehung der Herzstücke 6 in Richtung der entkuppelten Stellung weit genug fortgeschritten
ist, gleiten die Kuppelösen 5 aus den Mäulern 9 der Herzstücke 6 und die Klinkenstangen
27 werden in ihre Rastposition verbracht, in welcher, wenn die Stempel 28 beim Auseinanderfahren
der Kupplungsköpfe 1 in ihre erste Position verschoben werden, die Rastverbindung
zwischen den Klinkenstangen 27 und den Gegenlagern hergestellt werden kann, d.h. die
beiden Rastvorsprünge formschlüssig ineinander einhaken, so dass wieder der Zustand
gemäß Figur 3e erreicht ist..
[0056] Die Entkuppeleinrichtung 11 ist dazu mit dem Herzstück 6 wirkverbindbar, vorzugsweise
wirkverbunden. Insbesondere weist diese einen hier im Einzelnen nicht dargestellten
elektrischen Antrieb, insbesondere Elektromotor auf, der über eine Triebverbindung
101 auf das Herzstück einwirkt. Die Figuren 3a-3e, 4a bis 7 verdeutlichen vorteilhafte
Ausbildungen einer Entkuppeleinrichtung 11, welche zumindest einen Elektromotor 12
mit einer Abtriebsdrehachse AE aufweist, und dem in der Triebverbindung 101 zum Kuppelverschluss
3 zumindest ein Koppelmechanismus 102 nachgeordnet ist, wobei der Koppelmechanismus
im dargestellten Fall von einem Gelenkhebel 16, welcher gelenkig am Herzstück 6 angeschlossen
ist und einem mit diesem gekoppelten Drehhebel 17 gebildet ist. Der Drehhebel 17 ist
wiederum wenigstens mittelbar mit dem Abtrieb des Elektromotors 12, insbesondere einem
diesem nachgeordneten Übertragungsmechanismus 103 gekoppelt. Dieser weist dazu beispielsweise
einen Mitnehmer 34 als Abtrieb auf. Der Übertragungsmechanismus 103 zwischen Elektromotor
12 und Drehhebel 17 kann verschiedenartig ausgebildet sein. Vorzugsweise umfasst dieser
zumindest ein Untersetzungsgetriebe, beispielsweise in Form eines Exzentergetriebes
oder Wellgetriebes und je nach Anordnung und Ausrichtung der Abtriebsdrehachse AE
des Elektromotors noch ein Winkelgetriebe. Im dargestellten Fall ist die Abtriebsdrehachse
AE radial zur Hauptachse 7. Die Abtriebsdrehachse 15 des Winkelgetriebes und damit
des Übertragungsmechanismus 103 verläuft in einem Winkel, vorzugsweise senkrecht zur
Abtriebsdrehachse AE und parallel zur Hauptachse 7. Diese fällt im dargestellten Fall
mit der Drehachse des Drehhebels 17 zusammen. Der Drehhebel 17 ist im dargestellten
Fall verdrehbar am Übertragungsmechanismus 103, insbesondere einem Kronenrad gelagert
und wird über einen Mitnehmer 34, der den Abtrieb bildet, mitgenommen.
[0057] Die Drehachsen von Drehhebel 17 und Gelenkhebel 16 am Kuppelverschluss 3 sind im
dargestellten Fall parallel zueinander und parallel zur Hauptachse 7 ausgerichtet.
Der Winkelgetriebeabtrieb bzw. Abtrieb des Übertragungsmechanismus 103 ist mit dem
Drehhebel 17 gekoppelt.
[0058] Elektromotor 12, nachgeordnete Getriebe, insbesondere Untersetzungs- und/oder Winkelgetriebe
können in einem gemeinsamen Gehäuse oder aber separaten, aneinander angeflanschten
Gehäusen untergebracht sein. Die Funktionseinheit wird auch als Aktuator bezeichnet.
[0059] Die Anbindung des Koppelmechanismus 103 von Drehhebel 17 und Gelenkhebel 16 am Herzstück
6 erfolgt bezogen auf eine durch die Hauptachse 7 und Längsrichtung des Kupplungskopfes
1 beschreibbare Ebene auf der Seite des Herzstückes, auf der das Maul 9 angeordnet
ist. Daher wirkt der Gelenkhebel 16 als Druckstange, d.h. beim Übergang von der gekuppelten
Stellung zur entkuppelten Stellung erfolgt der Übergang durch Druckkraft auf den Kuppelverschluss
3.
[0060] Die Entkuppeleinrichtung 11 ist derart ausgebildet, im Normalbetriebsmodus nur bedarfsweise
zum Zwecke des Entkuppelns auf das Herzstück 6 einzuwirken, um das Herzstück 6 aus
der gekuppelten Stellung in eine entkuppelte Stellung zu verdrehen. In diesem Normalbetriebsmodus
ist die Entkuppeleinrichtung 11, insbesondere der Aktuator in einem ersten Stellbereich
zwischen einer Nullstellung I und einer Auslösestellung II betreibbar. Bei nicht aktiviertem
Aktuator ist dieser in seiner Nullstellung I, was in der kuppelbereiten Stellung des
Herzstückes 6, bei Verdrehung des Herzstückes 6 von der kuppelbereiten Stellung in
die gekuppelte Stellung sowie in der gekuppelten Stellung der Fall ist.
[0061] In der Nullstellung ist bei Verdrehung des Herzstückes 6 von der entkuppelten Stellung
in die gekuppelte Stellung der Aktuator frei von einer kraftübertragenden Verbindung
zum Herzstück 6. Dazu ist in der Verbindung zwischen Koppelmechanismus 102 und Mitnehmer
34, d.h. Abtrieb des Übertragungsmechanismus 103 und damit Aktuator ein in dieser
Richtung wirksamer Freilauf bzw. Freiweg in Form eines Freiwinkels vorgesehen. Dieser
ist derart ausgebildet und ausgelegt, dass in der gekuppelten Stellung des Herzstückes
6 der Mitnehmer 34 wieder kraftübertragend mit dem Herzstück 6 koppelbar ausgeführt
ist, insbesondere gekoppelt ist. Bei Aktivierung der Entkuppeleinrichtung 11 wird
der Aktuator dann aus der Nullstellung I in die Auslösestellung II unter Bewegung
des Herzstückes 6 von der gekuppelten Stellung in eine entkuppelte Stellung verbracht
und nach Erreichen dieser wieder in die Nullstellung I rücküberführt.
[0062] Um zu verhindern, dass nach einem Entkuppeln mit der Entkuppeleinrichtung 11 das
Herzstück 6 ungewollt in seine gekuppelte Stellung verdreht werden kann, wenn das
entsprechende Schienenfahrzeug, das die automatische Zugkupplung 100 aufweist, im
Rangierbetrieb verfahren wird und mit einer Gegenkupplung ungewollt zusammenwirkt,
ist die Zugkupplung 100 wahlweise auch in einem Pufferbetriebsmodus P betreibbar,
in welchem der Kuppelverschluss 3 durch eine Sperrstellung der Entkuppeleinrichtung
11 gehalten wird. Erfindungsgemäß wird diese Sperrstellung konstruktiv durch das Vorsehen
einer Übertotpunktstellung des Koppelmechanismus 102 realisiert. Die Stellung des
Koppelmechanismus 102 in der Übertotpunktstellung ist in Figur 3b wiedergegeben. Die
Einstellung der Pufferstellung P kann dabei aus der kuppelbereiten Stellung gemäß
Figur 3e durch Verfahren des Aktuators in eine weitere Stellung, die Sperrstellung
III erfolgen oder aber direkt aus der gekuppelten Stellung gemäß Figur 3a durch Überfahren
der Nullstellung in die Sperrstellung III. Ein Weiterverdrehen durch den Elektromotor
12 kann durch einen Anschlag 13, welcher am Drehhebel 17 wirksam ist begrenzt bzw.
verhindert werden. In dieser Pufferstellung P wird der Kuppelverschluss 3 durch die
Entkuppeleinrichtung 11 in ihrer Lage fixiert gehalten und kann nur durch Krafteintrag
von außen, insbesondere ein Rückdrehen des Elektromotors wieder aufgelöst werden.
Auch wenn der Mitnehmer 34, der in Figur 3b am Drehhebel 17 anliegt, um einige Grad
rückverdreht wird, wie in Figur 3c mit IIIa bezeichnet dargestellt, bleibt der Koppelmechanismus
102 und damit auch der Kuppelverschluss 3 in dieser Stellung und wird auch bei einem
Auftreffen einer Gegenkupplung gehalten. Der Vorteil des Rückdrehens besteht darin,
dass der Aktuator dadurch aus dem direkten Kraftfluss genommen wird, insbesondere
das bei Krafteintrag der Drehhebel 17 nicht auf den Mitnehmer 34 wirkt.
[0063] Um die Pufferstellung P zu lösen wird der Aktuator weiter zurückgedreht - von Stellung
III wieder zu Stellung I in Figur 3e. Der Stellbereich des Aktuators ist durch das
Vorsehen der Sperrstellung gegenüber dem Normalbetriebsmodus vergrößert, hier um den
Stellbereich zwischen den Stellungen I und III.
[0064] Der Anschlag 13 kann in besonders vorteilhafter Ausbildung auch als Federelement
ausgelegt sein.
[0065] Um zu gewährleisten, dass aufgrund der Kopplungen und Verbindungen zwischen den einzelnen
Bauteilen in der Triebverbindung 101 bei einem Aufprall der Gegenkupplung keine Kräfte
oder nur geringe in das Aktuatorsystem, insbesondere Übertragungsmechanismus 103 und
elektrische Antriebsmaschine 12 eingetragen werden, sind weitere Maßnahmen vorgesehen.
[0066] Die Figuren 4a und 5a zeigen dabei jeweils besonders vorteilhafte Ausführungen der
Zuordnung zumindest einer Abstützeinrichtung 14 zur Triebverbindung, insbesondere
dem Koppelmechanismus 102. Mit diesen soll erreicht werden, dass der Aktuator vollständig
frei von einer Einwirkung der über den Koppelmechanismus beim Aufprall einer Gegenkupplung
in der Pufferstellung der Kupplung eingetragenen Kräfte verbleibt. Dabei kann zwar
grundsätzlich eine Abstützung entlang des Kraftpfades zwischen Herzstück und Elektromotor
12 an jeder Stelle erfolgen, allerdings muss sichergestellt werden, dass die eingetragen
Kräfte unter Umgehung des Elektromotors 12 in das Kupplungskopfgehäuse 2 und/oder
die Kupplungsstange eingetragen werden.
[0067] In besonders vorteilhaften Ausführungen wird dabei die Abstützung der Kraft möglichst
nah an der Einleitung in den Koppelmechanismus 102, insbesondere am Gelenkhebel 16
vorgesehen. Dazu ist eine Abstützeinrichtung 14 vorgesehen. Die Abstützeinrichtung
14 ist dabei derart ausgebildet und positioniert die in Richtung des Gelenkhebels
16 eingetragene Kraft möglichst frühzeitig und nach Möglichkeit vollständig abzustützen,
und somit in das Kupplungskopfgehäuse 2, welches durch eine hohe Steifigkeit charakterisiert
ist, einzuleiten.
[0068] Vorzugsweise weist die zumindest eine Abstützeinrichtung 14 einen Abstützbereich
auf, welcher im Wesentlichen senkrecht zur Gelenkhebelachse ausgerichtet ist. Dadurch
wird gewährleistet, dass der vom Aktuator abgeleitete Kraftanteil möglichst hoch ist.
Die Abstützeinrichtung kann dabei selbst als Feder wirken und/oder aber mit starrer
Abstützfläche und elastischer Lagerung am Gehäuse ausgebildet sein.
[0069] Figur 4a zeigt eine Anordnung einer Abstützeinrichtung 14 im Bereich zwischen Aktuator,
insbesondere der Funktionseinheit aus Elektromotor 12 und Übertragungsmechanismus
103, einschließlich Mitnehmer 34 und Kupplungskopfgehäuse 2. Die Abstützeinrichtung
14 wird hier von einem Federbalken 18 gebildet, welcher senkrecht im Kupplungskopfgehäuse
2 gelagert ist, wie in Figur 4c für diese Ausführung in einer Schnittdarstellung aus
Figur 4a wiedergegeben vorzugsweise an der Ober- und Unterseite des Kupplungskopfgehäuses
2 in Einbaulage.
[0070] Figur 4b verdeutlicht nebeneinander dargestellt unterschiedliche Ausführungsmöglichkeiten
der Federbalken 18. Diese können hinsichtlich ihrer abdämpfenden und federnden Eigenschaften
durch die Formgebung der sich in vertikaler Richtung durch das Kupplungskopfgehäuse
2 erstreckenden Balkenelemente und/oder der Lagerung dieser am Kupplungskopfgehäuse
2 eingestellt werden. Dabei bilden die Aussenumfangsflächen der Balkenelemente jeweils
die Abstützfläche für den Koppelmechanismus 102, insbesondere den Gelenkhebel 16.
Die in Figur 4b dargestellten Balkenelemente sind beidseitig im Kupplungskopfgehäuse
2 gelagert, wobei vorzugsweise zumindest eine Lagerstelle Dämpfungselemente beinhaltet.
Denkbar ist es aber auch die Abstützeinrichtung 14 lediglich nur federnd im Kupplungskopfgehäuse
2 zu lagern bzw. elastisch aufzuhängen.
[0071] Um die Kraft beim Aufprall in die Federbalken 18 ableiten zu können, weist der Gelenkhebel
16 in einer Ausbildung eine Federstange 19 auf und bildet somit einen getrennten Verbindungsbereich
zur Kopplung mit dem Drehhebel 17 und mit der Federstange 19 einen Abstützbereich
zum Zusammenwirken mit dem Federbalken 18 auf. Die Federstange 19 übernimmt die Umleitung
der Kraft. Dazu ist die Federstange 19 in einem Winkel fest mit dem Gelenkhebel 16,
insbesondere dem Verbindungsbereich zum Drehhebel 17 gekoppelt, wobei die Federstange
19 die Anschlagfläche zum Zusammenwirken mit der Abstützeinrichtung 14 bildet. Vorzugsweise
ist des Weiteren der Verbindungsbereich zur Kopplung mit dem Drehhebel 17 mit einem
Freiweg F versehen. Verbindungsbereich und Abstützbereich sind derart zueinander angeordnet,
dass bevor eine Kopplung im Sinne einer kraftübertragenden Kopplung über den Verbindungsbereich
mit dem Drehhebel 17 gegeben ist, die Abstützeinrichtung 14 wirksam ist, indem die
Federstange 19 an dem Abstützbereich 14 anliegt und sich abstützt.
[0072] Figur 5a und 6 zeigen eine alternative Anordnung und Ausbildung der Abstützeinrichtung
14. Diese ist ebenfalls als Federbalken 18 ausgebildet, seitlich am Kupplungskopfgehäuse
2 gelagert und erstreckt sich von einer seitlichen Innenwandung des Kupplungskopfgehäuses
2 in diese hinein. Auch hier ist die Abstützfläche vorzugsweise vollständig senkrecht
zur Richtung des Gelenkhebels 16 ausgebildet.
[0073] Gegenüber der Ausführung in Figur 4a ist jedoch die Funktion der Federstange 19 direkt
in den Gelenkhebel 16 integriert. Die Figuren 5a und 6 zeigen dabei unterschiedliche
Ausbildungen des als Federstange 19 fungierenden Gelenkhebels 16. Figur 5a zeigt eine
Ausbildung mit Freiweg F in der Verbindung des Gelenkhebels 16 zum Drehhebel 17.
[0074] Die Figur 5b zeigt die Lagerung des Federbalkens 18 der Abstützeinrichtung 14 gemäß
Figur 5a in einer Schnittansicht durch das Kupplungskopfgehäuse 2. In Figur 6 ist
der Gelenkhebel 16 als Zylinder-/Kolbeneinheit ausgeführt.
[0075] Bei einem Aufprall einer Gegenkupplung (Kuppelöse) z.B. in gekuppelter Stellung,
aber auch möglicherwiese in kuppelbereiter Stellung wird die kinetische Energie des
Verschlusses der Gegenkupplung, auf das Herzstück übertragen. Die dabei entstehende
Kraft hängt Federsteifigkeit des kraftaufnehmenden Systems ab. Günstig ist, wenn dieses
System einen großen Federweg machen kann.
[0076] Bei allen Ausführungen setzt sich der Gesamtfederweg der im Kraftfluss liegenden
Teile aus der Summe der Federwege zusammen. Um diesen möglichst groß zu halten ist
Des Weiteren vorgesehen, die Anlenkung des Koppelmechanismus 102 nicht direkt am sich
an das Maul anschließenden Bereich des Herzstückes 6 vorzunehmen sondern hierfür einen
weiteren Federbalken zwischen Anlenkung der Klinkenstange und Maul vorzusehen. Dieser
zusätzliche Federbalken am Herzstück 6 ist mit 20 bezeichnet.
[0077] Der Gesamtfederweg in den in den Figuren 4a bis 7 dargestellten Ausführungen setzt,
sich dabei aus den Federwegen der beiden Federbalken 20 am Herzstück, der Verbindungsstange
zwischen Aktuator und Herzstück (Gelenkhebel 16, Federstange 19) und dem am Kupplungskopf
montieren Federbalken 18 der Abstützeinrichtung 14 der formoptimiert ist (optimales
Spannungs-Verformungsverhalten) zusammen. Die Verformung des Kupplungskopfes 1 selbst
kann aufgrund der großen Steifigkeit vernachlässigt werden. Alle Komponenten im Kraftfluss
sind zur Minimierung der Aufprallkraft so ausgelegt, dass sie bei einer angenommenen
maximalen Aufprallgeschwindigkeit zum einen nicht überlasten und zum anderen einen
großen Federweg machen.
[0078] Bezüglich der verwendeten Antriebsmaschinen für den Aktuator besteht eine Mehrzahl
von Möglichkeiten, welche sich auch auf das Ansteuerungsverhalten auswirken können.
Der Aktuator kann mittels Bürstenmotor oder BLDC-Motor angetrieben werden. Aber auch
andere Ausführungen wie Synchron- oder Asyncronmotoren sind denkbar.
[0079] Eine Ansteuerung des Motors über Hall-Sensoren oder Sinuswellen ist möglich. Durch
Zählen der Umdrehungen kann der Drehwinkel des Aktuators, insbesondere eines mit dem
Abtrieb 15 gekoppelten Kronenrades ermittelt werden. Denkbar wären aber auch Endlagensensoren
25, 26 beispielsweise in Figur 6 wiedergegeben, die sich besonders im Fall von Bürstenmotoren
eignen oder ein Drehwinkelsensor, der dem Kronenrad zugeordnet ist, beispielsweise
unterhalb des Kronenrades sitzt.
[0080] Die Figuren 3a bis 6 verdeutlichen Ausführungen mit starren Drehhebel 17. D.h. der
Drehhebel 17 besteht aus einem Hebelelement, welches mit dem Gelenkhebel 16 gelenkig
gekoppelt ist. Die Figur 7 zeigt eine vorteilhafte Ausführungsform des Koppelmechanismus
102 mit einem als Knickhebel ausgebildeten Drehhebel 17 in einer Schnittdarstellung
des Kupplungskopfs 1. Der Grundaufbau entspricht ansonsten dem in Figur 4a beschriebenen
und entspricht daher einer vorteilhaften Weiterbildung gemäß einer Ausführung gemäß
Figur 4. Die elektrische Antriebsmaschine 12 wirkt über den Übertragungsmechanismus
103, insbesondere den Mitnehmer 34 am Drehhebel 17. Der Drehhebel 17 weist hierzu
zwei über ein Gelenk miteinander verbundene Hebelabschnitte 17a, 17b auf, die zusammen
den Knickhebel bilden. Die Hebelabschnitte 17a, 17b sind derart ausgebildet und angeordnet,
dass sie beim Verdrehen des Herzstücks 6 in Richtung der entkuppelten Stellung eine
im Wesentlichen starre Hebelkonfiguration einnehmen und damit eine sichere Überführung
des Koppelmechanismus 102 über die Übertotpunktstellung ermöglichen.
[0081] Das Herzstück 6 wird über die Gelenkanbindung des Koppelmechanismus 102 verdreht
und kann abhängig von der Stellung der Klinkenstange 27 in die gekuppelte oder entkuppelte
Stellung überführt oder darin gehalten werden. Beim Rückdrehen aus der Pufferstellung
P knicken die beiden Hebelabschnitte 17a, 17b des Drehhebels 17 relativ zueinander
ein, wodurch sich die wirksame Hebellänge verkürzt. Dadurch wird verhindert, dass
das Herzstück 6 beim Rückstellvorgang erneut über den Totpunktwinkel geführt wird.
Das Herzstück 6 gelangt somit nicht in den Rastbereich des Schwerts, weshalb die Klinkenstange
27 nicht einrastet. Das verhindert ein unerwünschtes Zurückfallen des Kuppelverschlusses
3 in die kuppelbereite Stellung nach dem Auseinanderfahren der Kupplungsköpfe.
[0082] In einer besonders vorteilhaften Weiterbildung ist in der Verbindung zwischen dem Gelenkhebel
16 und dem Drehhebel 17 ein Freiweg F vorgesehen. Dieser Freiweg F ist derart ausgebildet
und angeordnet, dass beim Auftreffen einer Gegen-Zugkupplung in der Pufferstellung
P die über das Herzstück 6 in die Triebverbindung 101 eingeleiteten Kräfte nicht auf
den Aktor, insbesondere den Übertragungsmechanismus 103 und die elektrische Antriebsmaschine
12 übertragen werden. In der Sperrstellung III der Entkuppeleinrichtung 11 und damit
der Pufferstellung P befindet sich der Koppelmechanismus 102 in einer Übertotpunktlage,
sodass sich das Herzstück 6 bei einem Aufprall der Gegen-Zugkupplung aufgrund der
Entkopplung von elektrischer Antriebsmaschine 12 und Übertragungsmechanismus 103 und
dem Vorsehen der Abstützeinrichtung 14 zunächst gegen die im Kupplungskopfgehäuse
2 oder an einer Abstützeinrichtung 14 vorgesehenen Kraftpfade abstützt. Die in diesem
Zustand aufgebrachten Druckkräfte werden ausschließlich entlang der Triebverbindung
101 maximal bis zur Gelenkanbindung des Gelenkhebels 16 weitergeleitet. Der zwischen
dem Gelenkhebel 16 und dem Drehhebel 17 vorgesehene Freiweg F verhindert dabei, dass
diese Kräfte in den Drehhebel 17 und in Folge in den Übertragungsmechanismus 103 eingeleitet
werden. Eine kraftübertragende Kopplung zum Mitnehmer 34 oder zu den Abtriebsstufen
des Aktuators wird durch den Freiweg F zuverlässig ausgeschlossen. Dies gewährleistet,
dass weder die elektrische Maschine 12 noch die nachgeordneten Getriebeelemente Stoß-
oder Rückstellkräfte aufnehmen müssen, die beim Auftreffen der Gegen-Zugkupplung entstehen.
[0083] Die Entkopplung wirkt dabei unabhängig davon, ob der Drehhebel 17 als starrer Drehhebel
oder als Knickhebel aus Hebelelementen 17a, 17b ausgeführt ist, und stellt sicher,
dass die gesamte in der Sperrstellung III eingetragene Kraft über den Koppelmechanismus
102 und die Abstützstrukturen abgeführt wird und nicht in das Antriebssystem des Aktuators
12 gelangt.
[0084] Die Figuren 1a und 1b verdeutlichen in schematisiert vereinfachte Darstellung die
Ausführung einer Grundkinematik in der Triebverbindung 101 zwischen der zumindest
einen elektrischen Antriebsmaschine, insbesondere Elektromotor 12 und dem Herzstück
6 über den Koppelmechanismus 102. Die Funktionseinheit aus Elektromotor 12 mit nachgeordneten
Übertragungssystem 103 weist einen Abtrieb 15 auf, welcher über den Koppelmechanismus
102 aus Drehhebel 17 und Gelenkhebel 16 am Herzstück 6 angeschlossen ist. Abtrieb
15, Koppelmechanismus 102 und Lagerung des Herzstücks 6, insbesondere Hauptachse 7
beschreiben ein Viergelenk. Figur 1a zeigt dabei die Stellung im gekuppelten Zustand.
Die Figur 1b verdeutlicht die Übertotpunktlage, in welcher auch ein zusätzlicher Krafteintrag
den Kuppelverschluss nicht aus seiner Lage bringen würde.
[0085] Die Figuren 2a und 2b verdeutlich in schematisiert vereinfachter Darstellung Anordnungen
der Abstützeinrichtungen 14 an der Triebverbindung, insbesondere dem Koppelmechanismus
102. Figur 2a verdeutlicht eine mögliche Abstützung im Bereich der gelenkigen Verbindung
von Drehhebel und Gelenkhebel. Die Figur 2b verdeutlicht die Ausbildung eines zweiten
Kraftpfades am Gelenkhebel 16.
[0086] Demgegenüber verdeutlicht Figur 2c allgemein die Möglichkeit einer Entkopplung auch
innerhalb des Aktuators, insbesondere innerhalb des Übertragungssystems 103.
[0087] Die Ausführungen zu den Figuren 1a bis 2c gelten dabei für beide Ausführungen des
Drehhebels 17, d.h. sowohl als starrer Drehhebel als auch Knickhebel.
Bezugszeichenliste
[0088]
1 Kupplungskopf
2 Kupplungskopfgehäuse
3 Kuppelverschluss
4 Federspeicher
5 Kuppelöse
5.1 erstes Ende der Kuppelöse
5.2 zweites Ende der Kuppelöse
6 Herzstück
7 Hauptachse
8 Kuppelösenachse
9 Maul
10 Kupplungsstange
11 Entkuppeleinrichtung
12 Elektromotor / Aktuator
13 Anschlag
14 Abstützeinrichtung
15 Abtrieb
16 - Gelenkhebel
16.1 - erstes Hebelteil
16.2 - zweites Hebelteil
17 - Drehhebel / Knickhebel
17a Hebelteil
17b Hebelteil
18 Federbalken
20 Federbalken
21 - Kegel
22 - Trichter
23 - Stirnfläche
25 - Endlagensensor
26 Endlagensensor
27 - Klinkenstange
28 - Stempel
34 -Mitnehmer
100 Zugkupplung
101 Triebverbindung
102 Koppelmechanismus
103 - Übertragungsmechanismus (Getriebeeinheit)
AE Abtriebsdrehachse des Elektromotors
I, II,
III, IIIa Funktionsstellungen
F Freiweg
P Pufferstellung
1. Automatische Zugkupplung (100), insbesondere für einen Güterwagen eines spurgeführten
Fahrzeugs, insbesondere Schienenfahrzeugs, wobei die automatische Zugkupplung (100)
Folgendes umfasst:
einen Kupplungskopf (1), der ein Kupplungskopfgehäuse (2) und einen Kuppelverschluss
(3) mit Arretierung aufweist, wobei der Kuppelverschluss (3) als Drehverschluss mit
einer Kuppelöse (5) und einem Herzstück (6) ausgeführt ist, wobei das Herzstück (6)
um eine Hauptachse (7) verdrehbar ist, insbesondere zwischen einer gekuppelten Stellung
und einer entkuppelten Stellung und umgekehrt, wobei die Kuppelöse (5) mit einem ersten
Ende (5.1) verdrehbar um eine Kuppelösenachse (8) am Herzstück (6) angeschlossen ist
und ein freies Ende aufweist, und wobei das Herzstück (6) ein Maul (9) aufweist, welches
zur Aufnahme eines zweiten Endes (5.2) einer Kuppelöse (5) eines kompatiblen Kupplungskopfs
(1) einer Gegenkupplung angeordnet ist; und
eine Entkuppeleinrichtung (11), umfassend zumindest einen elektrischen Antrieb , insbesondere
Elektromotor (12), welcher über eine Triebverbindung (101) zumindest mittelbar am
Herzstück (6) angeschlossen ist zum Verdrehen des Herzstückes (6) aus der gekuppelten
in eine entkuppelte Stellung, wobei die Entkuppeleinrichtung (11) eine Sperrstellung
(III; P) aufweist, in der diese ein Verdrehen des Herzstücks (6) aus der entkuppelten
Stellung (I) in die gekuppelte Stellung (II) über die Triebverbindung (101) blockiert,
dadurch gekennzeichnet, dass in der Triebverbindung (101) ein Koppelmechanismus (102) vorgesehen ist, der derart
ausgebildet und angeordnet ist, geeignet zu sein in der Sperrstellung (III, P) der
Entkuppeleinrichtung (11) eine Übertotpunktstellung einzunehmen.
2. Automatische Zugkupplung (100) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Triebverbindung (101), insbesondere der Koppelmechanismus (102) am Herzstück
(6) in einem dem Maul (9) unmittelbar nachgeordnetem Bereich angeschlossen ist.
3. Automatische Zugkupplung (100) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Triebverbindung (101) zumindest eine Abstützeinrichtung (14) zum zumindest teilweisem,
vorzugsweise vollständigen Abstützen der in diese in der Sperrstellung (III, P) eingetragenen
Kräfte am Kupplungskopf (1) zugeordnet ist, insbesondere der Triebverbindung (101)
in der Sperrstellung (III, P) der Entkuppeleinrichtung (11) in Kraftflussrichtung
vom Herzstück (6) zum Elektromotor (12) betrachtet vor diesem zumindest eine Abstützeinrichtung
(14) zum zumindest teilweisem, vorzugsweise vollständigen Abstützen der in diese in
der Sperrstellung (III, P) eingetragenen Kräfte in das Kupplungskopfgehäuse (1) zugeordnet
ist
4. Automatische Zugkupplung (100) nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die zumindest eine Abstützeinrichtung (14) dem Koppelmechanismus (102), vorzugsweise
dem am Herzstück (6) direkt angeschlossenen Bauteil des Koppelmechanismus (102) zugeordnet
ist.
5. Automatische Zugkupplung (100) nach Anspruch 3 oder 4,
dadurch gekennzeichnet, dass die zumindest eine Abstützeinrichtung (14)
a) einen festen Abstützbereich zum Zusammenwirken mit der Triebverbindung (101) aufweist
und/oder
b) einen festen Abstützbereich zum Zusammenwirken mit der Triebverbindung (101) aufweist,
welcher am oder im Kupplungskopfgehäuse (2) elastisch gelagert ist und/oder
c) einen Abstützbereich mit großem Federweg zum Zusammenwirken mit der Triebverbindung
(101) aufweist, welcher am oder im Kupplungskopfgehäuse (2) gelagert ist.
6. Automatische Zugkupplung (100) nach einem der Ansprüche 3 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, dass die einzelne Abstützeinrichtung (14)
a) integral am Kupplungskopfgehäuse (2), insbesondere einer Innenwandung des Kupplungskopfgehäuses
(2) ausgebildet ist oder
b) am Kupplungskopfgehäuse (2) oder einem mit diesem verbundenen Bauteil befestigt
ist.
7. Automatische Zugkupplung nach einem der Ansprüche 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die einzelne Abstützeinrichtung (14) als Federbalken (18) ausgebildet ist, wobei
dieser insbesondere von einem stab- oder balkenförmigen Bauteil mit entlang der Längsachse
veränderbarem Querschnitt zum Lagern aneinander gegenüberliegenden Wandbereichen des
Kupplungskopfgehäuses (2) ausgebildet ist, wobei die Abstützfläche von einem Außenumfangsbereich
des stabförmigen Bauteils gebildet ist.
8. Automatische Zugkupplung (100) nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Koppelmechanismus (102) einen am Kuppelverschluss (3), insbesondere Herzstück
(6) angeschlossenen Gelenkhebel (16) umfasst, welcher gelenkig mit einem Drehhebel
(17) gekoppelt ist und die zumindest eine Abstützeinrichtung (14) dem Gelenkhebel
(16) zugeordnet und wenigstens mittelbar an diesem wirksam ist, wobei die Abstützeinrichtung
(14) derart ausgebildet und angeordnet ist, dass deren Abstützfläche im Wesentlichen
senkrecht zur Gelenkhebelrichtung ausgerichtet ist.
9. Automatische Zugkupplung (100) nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet, dass
a) der Gelenkhebel (16) als Federstange (19) ausgebildet ist und/oder
b) im Gelenkhebel (16) eine Federstange integriert oder dieser mit einer Federstange
(19) verbunden ist;
wobei die Federstange (19) einen Abstützbereich zum Zusammenwirken mit der Abstützeinrichtung
(14) aufweist.
10. Automatische Zugkupplung (100) nach einem der vorhergehenden Ansprüche ,
dadurch gekennzeichnet, dass in der Triebverbindung (101) ein Freiweg (F) vorgesehen ist, wobei zumindest ein
Freiweg (F) insbesondere gemäß einer der nachfolgenden Ausführungen vorgesehen ist:
a) in der Verbindung von Gelenkhebel (16) mit dem Drehhebel (17);
b) im Gelenkhebel (16);
c) in der Verbindung von Hebelteilen (17a, 17b) des Drehhebels (17), insbesondere
bei Ausbildung des Drehhebels als Knickhebel;
d) bei Vorsehen eines Übertragungsmechanismus zwischen elektrischer Antriebsmaschine
(12) und Koppelmechanismus
d1) im Übertragungsmechanismus (103) oder
d2) in der Verbindung von elektrische Antriebsmaschine (12) und Übertragungsmechanismus
(103) oder
d3) der Verbindung von Übertragungsmechanismus (103) und Koppelmechanismus (102).
11. Automatische Zugkupplung (100) nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Koppelmechanismus (102) am Herzstück (6) an einem dem Maul (9) nachgeordneten
und am Herzstück (6) als Vorsprung ausgeformten Federbalken (20) angeschlossen ist.
12. Automatische Zugkupplung (100) nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass das Herzstück (6) und/oder Triebverbindung (101) und/oder Abstützung (14) derart
ausgebildet und angeordnet sind, dass diese einen großen Gesamtfederweg bei Krafteinleitung
vom Herzstück (6) in die Triebverbindung (101), insbesondere von dieser ins Kupplungskopfgehäuse
(2) in der Sperrstellung (III, P) beschreiben.
13. Automatische Zugkupplung (100) nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass der Elektromotor (12) direkt oder indirekt, insbesondere über eine ein Untersetzungsgetriebe
und/oder Winkelgetriebe umfassende Übertragungseinrichtung (103) mit dem Koppelmechanismus
(102) verbunden ist und der Koppelmechanismus (102) mit dem Ausgang der Übertragungseinrichtung
(103) gekoppelt ist, wobei der Ausgang der Übertragungseinrichtung (103) insbesondere
von einem Mitnehmer (34) gebildet ist und in der Verbindung zwischen Mitnehmer (34)
und Drehhebel (17) vorzugsweise ein Freiweg vorgesehen ist.
14. Automatische Zugkupplung (100) nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Entkuppeleinrichtung (11) zumindest teilweise oder vollständig im Kupplungskopfgehäuse
(2) und/oder einer sich an das Kupplungskopfgehäuse (2) anschließenden Kupplungsstange
(3) angeordnet, insbesondere gelagert ist.
15. Verfahren zum Einstellen der Pufferstellung (P,III) einer automatischen Zugkupplung
(100) gemäß einem der Ansprüche 1 bis 14 mittels einer Entkuppeleinrichtung (11),
bei welchem bei Vorliegen einer Sollanforderung zur Einstellung einer Pufferstellung
die Entkuppeleinrichtung (11) derart angesteuert wird, dass der Koppelmechanismus
(102) in die Übertotpunktstellung überführt wird.