[0001] Die Erfindung betrifft eine Kupplungsanordnung für ein Schienenfahrzeug, insbesondere
Güterwagen, eine Anordnung einer Kupplungsstelle zweier Schienenfahrzeuge mit zueinander
kompatiblen Kupplungsanordnungen und ferner ein Verfahren zum Aktivieren einer sicheren
Stromverbindung und insbesondere eines gesicherten Entkuppelvorganges an der Anordnung
einer Kupplungsstelle der zueinander kompatiblen Kupplungsanordnungen.
[0002] Aus den Druckschriften
EP4263318,
EP4339057 sind Kupplungsanordnungen mit einem Kuppelverschluss in Form eines Drehverschlusses
für den Einsatz in Güterwagen bekannt, welche mit über eine entsprechende Steuereinrichtung,
insbesondere Aktuatorsteuereinrichtung ansteuerbaren elektromechanischen Entkuppelaktuatoren
ausgebildet sind.
EP 4339058 A1 beschreibt dabei eine Vorrichtung und ein Verfahren zum synchronen Ausführen eines
Entkuppelvorganges an einer Anordnung einer Kuppelstelle von zwei Kupplungsanordnungen
durch synchrone Ansteuerung der Entkuppelaktuatoren beider beteiligten Kupplungsanordnungen.
[0003] Aus Sicherheitsaspekten ist bei Schienenfahrzeugen in Form von Güterwagen, welche
mit Kupplungsanordnungen mit einem elektrisch angetrieben Entkuppelaktuator ausgestattet
sind zu gewährleisten, dass kein ungewollter Entkuppelprozess erfolgt, welcher die
Wagen auf der Strecke vom restlichen Zugverband trennen kann und bei Ausführungen
mit elektrisch angesteuerter Betätigung der Ventileinrichtung einer Luftkupplung,
beispielsweise über einen Aktor auch kein ungebremster Wagen vorliegt. Um dies umsetzen
zu können, muss die Stromversorgung zum Entkuppelaktuator und zum Aktor, der das Schließen
des Luftventils ermöglicht sicherheitsrelevant unterbrochen werden können. Im Rangierbetrieb
wird die Stromversorgung jedoch benötigt, weil dort gezielt elektrisch entkuppelt
werden soll und die Ventileinrichtung der Luftkupplung geschlossen werden soll. Bei
Zügen ohne zentrale Zugsteuerungseinrichtung kann dies jedoch nur durch eine dezentrale
Aktivierung erfolgen. Dabei ist nach Abschluss des Rangierprozess sicherzustellen,
dass die Stromzufuhr wieder sicher unterbrochen wird. Dezentrale Lösungen bedienen
sich dazu entsprechender Schalter, die zum Aktivieren und Deaktivieren jeweils manuell
betätigt werden müssen, um die einzelnen Zustände einzustellen. Das ist aufwändig
und erfordert eine hohe manuelle Sorgfalt. Die Sicherheitsfunktion ist damit nicht
automatisierbar gewährleistbar.
[0004] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Kupplungsanordnung für ein Schienenfahrzeug,
insbesondere die Stromzufuhr im Stromversorgungssystem derart weiterzubilden, dass
mit geringem Aufwand und auf einfache Art und Weise die Stromzufuhr beim gewollten
Entkuppeln im Rangierprozess gewährleistet werden kann und im gekuppelten Zustand
der Kupplungsanordnung außerhalb des Rangierbereiches ein Entkuppeln sicher verhindert
wird.
[0005] Die erfindungsgemäße Lösung ist durch die Merkmale der unabhängigen Ansprüche gelöst.
Vorteilhafte Ausgestaltungen sind in den Unteransprüchen wiedergegeben.
[0006] Eine Kupplungsanordnung für ein Schienenfahrzeug, insbesondere einen Güterwagen,
umfassend eine mechanische Kupplung, ein zumindest einen Entkuppelaktuator und eine
Aktuatorsteuereinrichtung umfassendes Entkuppelsystem, ein wenigstens mittelbar mit
dem Entkuppelaktuator koppelbares elektrisches Versorgungssystem, insbesondere Stromversorgungssystem
ist mit einer dem Stromversorgungssystem zugeordneten oder in dieses integrierten
Sicherheits-Stromzufuhrsteuervorrichtung ausgestattet, umfassend eine Zeitschaltsteuereinrichtung
mit einer Schnittstelle für eine Anforderungsvorgabe zum Aktivieren einer zumindest
mittelbaren Stromzufuhr zum Entkuppelaktuator und gegebenenfalls auch Aktor für die
Betätigung des Ventils der Luftkupplung, wobei die Zeitschaltsteuereinrichtung derart
angeordnet und ausgebildet ist, die Stromzufuhr über eine vordefinierte Zeitdauer
aufrechtzuerhalten und nach Ablauf dieser wieder zu unterbrechen.
[0007] Unter einer mechanischen Kupplung wird insbesondere eine Kupplung zur Herstellung
einer mechanischen Verbindung zwischen zwei Schienenfahrzeugen verstanden welche zumindest
Zugkräfte überträgt.
[0008] Durch die erfindungsgemäß vorgesehene Zeitschaltsteuereinrichtung wird gewährleistet,
dass die Aktivierung der Stromzufuhr nicht dauerhaft sondern nach einem vordefinierten
Zeitraum automatisch unterbrochen wird. Es sind keine zusätzlichen Maßnahmen von Seiten
des Bedienpersonals erforderlich. Es genügt eine einzige Anforderungsvorgabe zum Aktivieren
der Stromzufuhr mit Zeitschaltung, welche damit auch indirekt somit ein Unterbrechen
der Stromzufuhr beinhaltet.
[0009] Es erfolgt im Normalbetrieb, d.h. gekuppelten Zustand mit einer Gegen-Kupplungsanordnung
und Fahrbetrieb aus Sicherheitsgründen keine Stromzufuhr zum Entkuppelaktuator und
bei elektrisch betätigter Ventileinrichtung der Luftkupplung für eine Hauptluftleitung
zu dieser, so dass in diesem Grundbetriebszustand des Stromversorgungssystems kein
ungewolltes Entkuppeln durch eine fehlerhafte Betätigungsvorgabe für den Entkuppelaktuator
erfolgen kann. Eine unbeabsichtigte Auflösung des Zugverbandes wird somit sicher unterbunden.
[0010] Unter einem vordefinierten Zeitraum ist insbesondere ein Zeitraum zu verstehen, welcher
unter Berücksichtigung der Anforderungen beim Rangieren im Rangierbereich und unter
Sicherheitsgesichtspunkten ausreichend ist um einen Entkuppelvorgang auszulösen und
diesen abzuschließen. Dabei werden vorzugsweise Zeiträume zwischen 30 sec und 2 min
gewählt, besonders bevorzugt ca. 1 min. Andere Zeiträume sind denkbar und hängen insbesondere
auch von den Gegebenheiten im Rangierbereich einer Rangieranlage und Anordnung der
Anforderungsvorgabeeinrichtung für die Aktivierung der Stromzufuhr ab.
[0011] Die Zeitdauer kann dabei fest gesetzt sein oder aber ist einstellbar. Vorzugsweise
werden aus Gründen der Einheitlichkeit, insbesondere auch bei vorteilhaft gewünschter
gleichzeitig erfolgender Ansteuerung einer Gegen-Kupplungsanordnung fest vordefinierte
Zeitspannen gewählt bzw. fest eingestellt.
[0012] Unter einem Schienenfahrzeug wird ein spurgebundenes Fahrzeug, insbesondere ein schienengebundener
Wagen zum Gütertransport verstanden. Dieser ist im Allgemeinen frei von einem eigenen
Antrieb und nicht mit einer zentralen Fahrsteuerung ausgebildet. Denkbar ist die erfindungsgemäße
Ausführung aber auch für Güterwagen, welche über Einrichtungen zum Zusammenarbeiten
mit einer zentralen Fahrsteuerung aufweisen.
[0013] Unter einer Aktuatorsteuereinrichtung wird eine Steuereinrichtung verstanden, welche
der Ansteuerung des Aktuators dient. Bei dieser kann es sich insbesondere um eine
der Kupplung zugeordnete Steuereinrichtung handeln.
[0014] In Abhängigkeit der Ausrüstung der Güterwagen weist das Stromversorgungssystem zumindest
eine Energiequelle und elektrische Verbindungen zwischen dieser und zumindest mittelbar
der Aktuatorsteuereinrichtung und dem Entkuppelaktuator auf. Die Zeitschaltsteuereinrichtung
ist dabei derart ausgebildet und angeordnet, die elektrische Verbindung
- zwischen Energiequelle und Aktuatorsteuereinrichtung oder
- zwischen Aktuatorsteuereinrichtung und Entkuppelaktuator oder
- zwischen Aktuatorsteuereinrichtung und einer Betätigungsvorgabeeinrichtung zum Vorgeben
einer Betätigungsanforderung für den Entkuppelaktuator
zu aktivieren und mit oder nach Ablauf der vordefinierten Zeitdauer zu unterbrechen.
[0015] Bei einer Unterbrechung der Stromversorgung, d.h. Vorsehen einer Schaltvorrichtung
zwischen Aktuatorsteuereinrichtung und Entkuppelaktuator kann die Aktuatorsteuerinrichtung
dabei noch bestromt sein, jedoch aufgrund der fehlenden elektrischen Kopplung zum
Entkuppelaktuator diesen nicht mehr ansteuern. Diese Lösung ist immer dann von Vorteil,
wenn über die Aktuatorsteuerung, welche Bestandteil einer Kupplungssteuereinrichtung
ist oder diese bildet, noch weitere Funktionen, unabhängig vom Entkuppelvorgang übernommen
werden.
[0016] Die Unterbrechung der Stromzufuhr bereits zwischen Energiequelle und Aktuatorsteuereinrichtung
bietet neben einer hohen Sicherheit hinsichtlich der im Stromversorgungssystem einzustellenden
Betriebszustände auch eine effiziente und energieoptimierte Betriebsweise des Gesamtsystems.
[0017] Bezüglich der Ausbildung und Realisierung einer Zeitschaltsteuereinrichtung besteht
eine Mehrzahl von Möglichkeiten. Vorzugsweise umfasst diese zumindest ein elektromechanisch
oder elektrisches Zeitschaltglied, welches in den elektrischen Verbindungen zwischen
den Komponenten des Entkuppelsystems und der Energiequelle, insbesondere zwischen
- Energiequelle und Aktuatorsteuereinrichtung oder
- zwischen Aktuatorsteuereinrichtung und Entkuppelaktuator oder
- zwischen Aktuatorsteuereinrichtung und Betätigungsvorgabeeinrichtung oder
- in der Aktuatorsteuereinrichtung angeordnet ist.
[0018] Die Funktionen Unterbrechung/Aktivierung der elektrischen Verbindung und Zeitüberwachung
der Dauer der Aktivierung dieser kann von separaten Bauelementen oder von diese Funktionen
miteinander kombinierenden und in Funktionskonzentration ausführenden Funktionseinheiten
und Elementen ausführt werden. So sind beispielsweise elektrisch oder mechanische
Schaltrelais denkbar.
[0019] Bei Schienenfahrzeugen frei von einer zentralen Energieversorgung weist das Energieversorgungssystem
eine Energiequelle, welche beispielsweise von einem lokal am Schienenfahrzeug angeordneten
Energiespeicher, insbesondere Batterie gebildet ist, auf. Diese ist besonders bevorzugt
entweder über einen am Schienenfahrzeug angeordneten Generator oder Photovoltaikanlage
speisbar ist.
[0020] Die vorbeschriebene Ausführungen erfüllen bereits die Anforderungen für die Gewährleistung
einer gesicherten Stromzufuhr zum Entkuppelaktuator einer einzelnen Kupplungsanordnung.
Um in einer Kuppelstelle auch die Gegen-Kupplungsanordnung bei Aktivierung der Stromzufuhr
mit Strom zu versorgen, weist die Sicherheits-Stromzufuhrsteuervorrichtung eine weitere
Schnittstelle zum Koppeln mit einer Zeitschaltsteuereinrichtung einer Gegen-Kupplungsanordnung
auf. Über diese kann dann die Energieversorgung, insbesondere Stromversorgung zum
Entkuppelaktuator der Gegen-Kupplungsanordnung aktiviert werden.
[0021] In einer vorteilhaften Ausbildung umfasst die Sicherheits-Stromzufuhrsteuervorrichtung
eine als Anforderungsvorgabeeinrichtung bezeichnete Einrichtung für eine Anforderungsvorgabe
zum Aktivieren der Stromzufuhr zum Entkuppelaktuator, wobei die Anforderungsvorgabeeinrichtung
als Betätigungseinrichtung zur bedienerinitiierten Vorgabe der Anforderungsvorgabe
oder Betätigungseinrichtung zur umgebungsinitiierten Anforderungsvorgabe ausgebildet
sind.
[0022] Eine bedienerinitiierte Vorgabe bietet den Vorteil, die Stromzufuhr individuell bei
Bedarf zeitnah aktivieren zu können.
[0023] Eine umgebungsinitiierte Vorgabe kann beispielsweise über eine Position im Rangierbereich,
beispielsweise ein bestimmter Standort, an welchem eine Bestromung für weitere Handlungen
benötigt wird oder ausgelöst über eine Gleiseinrichtung erfolgen. Dabei kann es jedoch
gerade bei letztgenannter Möglichkeit erforderlich sein, die vordefinierte Zeitdauer
bis zum Unterbrechen bzw. Deaktivieren der Stromzufuhr zu verlängern, um über den
gesamten Rangierbereich eine Ansteuerung des Entkuppelaktuators zu ermöglichen, insbesondere
da die Verweildauer im Rangierbereich insgesamt eventuell länger als der Aktivierungszeitraum
der Stromzufuhr ist.
[0024] Die Anforderungsvorgabeeinrichtung kann räumlich am Schienenfahrzeug direkt oder
extern, d.h. außerhalb angeordnet sein, wobei diese über eine Schnittstelle mit der
Zeitschaltsteuereinrichtung koppelbar, insbesondere gekoppelt sind.
[0025] Anordnungen am Schienenfahrzeug direkt beinhalten beispielsweise manuell betätigbare
Einrichtungen, wie Hebel, Druckknöpfe, Taster, Drehschalter etc.
[0026] Externe Betätigungsvorgabeeinrichtungen zur bedienerinitiierten Vorgabe können in
Form von mobilen Geräten, wie Tabletts, Smartphones, Labtops vorliegen oder aber von
stationären Einrichtungen, wie einer Schaltwarte als entsprechende Signale vorgegeben
werden.
[0027] In einer besonders vorteilhaften Ausführung umfasst die Sicherheits-Stromzufuhrsteuervorrichtung
einen Schlüsselschalter zum Vorgeben zumindest der Anforderungsvorgabe zum Aktivieren
der Stromzufuhr und die Zeitschaltsteuereinrichtung zumindest eine Schalteinrichtung
zum wahlweisen Unterbrechen/Aktivieren einer leitenden Verbindung im Stromversorgungssystem
und ein Zeitglied. Der Schlüsselschalter ist mit der Zeitschaltsteuereinrichtung,
insbesondere der Schalteinrichtung gekoppelt oder bildet je nach Ausführung der Schaltungsanordnung
diese teilweise mit aus.
[0028] Unter einem Schlüsselschalter ist dabei insbesondere ein mechanischer Schalter zu
verstehen, der nur mit einem speziellen Schlüssel betätigt werden kann. Der Schlüssel,
welcher als mechanischer Schlüssel oder auch elektronische Schlüssel (RFID, NTC, Bluetooth)
vorliegen bzw. gebildet werden kann, wird häufig verwendet, um sicherzustellen, dass
nur autorisierte Personen den Schalter betätigen können. Im allgemeinen verfügt dieser
über mehrere Tastpositionen, bei mechanischen Schlüsseln mehrere Rastpositionen in
denen der Schlüssel einrasten kann. Diese Rastpositionen setzen verschiedene Schaltzustände,
beispielsweise wie das Öffnen oder Schließen eines Stromkreises. Wesentliche Vorteile
bestehen in der Verhinderung des Zugriffs durch Unbefugte, der Sicherstellung der
Vornahme der Handlungen nur durch dazu autorisierte Personen. Auch können je nach
Ausführung verschiedene Schaltzustände eingestellt werden.
[0029] Die besonders vorteilhafte Kombination eines Schlüsselschalters mit einer Zeitschaltsteuereinrichtung
vereint die Vorteile einer hohen Sicherheit und Automatisierung der aktivierten Vorgänge.
Der Schlüsselschalter sorgt dabei dafür, dass nur dazu autorisierte Personen die Steuerung
aktivieren können, während die Zeitschaltsteuerung die Stromzufuhr zu festgelegten
Zeiten automatisiert abschaltet bzw. deaktiviert. Die Zeitschaltsteuerung stellt sicher,
dass das über das Stromversorgungsystem versorgte Entkuppelsystem nur zu bestimmten
Zeiten und über eine vordefinierte Dauer betrieben wird. Durch die Automatisierung
des Aktivierens und Unterbrechens und damit Ein- und Ausschaltens kann Energie gespart
werden, insbesondere muss die Aktuatorsteuereinrichtung nicht im Leerlauf betrieben
werden.
[0030] Gemäß einer besonders vorteilhaften Weiterbildung ist die zweite Schnittstelle der
Sicherheits-Stromzufuhrsteuervorrichtung zum Koppeln mit der Zeitschaltsteuerung einer
Gegen-Kupplungsanordnung an der Anforderungsvorgabeeinrichtung, insbesondere am Schlüsselschalter
selbst ausgebildet.
[0031] Das Entkuppelsystem weist eine mit der Aktuatorsteuereinrichtung über eine erste
Schnittstelle koppelbare, insbesondere gekoppelte Betätigungsvorgabeeinrichtung zum
Vorgeben der Betätigungsanforderung für den Entkuppelaktuator auf, wobei das Entkuppelsystem,
insbesondere die Betätigungsvorgabeeinrichtung eine weitere Schnittstelle zum Koppeln
mit einer Aktuatorsteuereinrichtung einer Gegen-Kupplungsanordnung aufweist.
[0032] Durch die Möglichkeiten des Vorsehens der weiteren zweiten Schnittstellen der Sicherheits-Stromzufuhrsteuervorrichtung
und des Entkuppelsystems, insbesondere der Betätigungsvorrichtung zum Koppeln mit
der gegen-Kupplungsanordnung besteht in besonders vorteilhafter Weise die Möglichkeit,
einen Entkuppelvorgang nur an einem der miteinander verbundenen Schienenfahrzeuge
an der dort angeordneten Kupplungsanordnung einzuleiten. Dies erfolgt durch Betätigen
der jeweiligen Anforderungsvorgabeeinrichtung und der Betätigungsvorgabeeinrichtung
an diesem Schienenfahrzeug und über die zweiten Schnittstellen werden jeweils die
Stromzufuhr an der passiven Kupplungsanordnung und das Entkuppelsystem angesteuert.
[0033] Die Anforderungsvorgabeeinrichtung der Sicherheits-Stromzufuhrsteuervorrichtung und
die Betätigungsvorgabeeinrichtung zum Vorgeben einer Betätigungsanforderung für den
Entkuppelaktuator können als räumlich und/oder funktional getrennte Einrichtungen
ausgeführt sein oder aber in einer Einrichtung integriert, insbesondere die Funktionen
beider von einer Einrichtung übernommen wird, indem die entsprechenden Anforderungen
über das gleiche Betätigungselement eingegeben werden.
[0034] Vorzugsweise bilden die Sicherheits-Stromzufuhrsteuervorrichtung und das Entkuppelsystem
ein Sicherheits-Entkuppelsystem bilden, bei welchem die Sicherheits-Stromzufuhrsteuervorrichtung
dem Entkuppelsystem, insbesondere der Aktuatorsteuereinrichtung übergeordnet ist.
[0035] Ist in besonders vorteilhafter Weise die zweite Schnittstelle über eine Elektrokontaktkupplung
mit der Zeitschaltsteuereinrichtung der Gegen-Kupplungsanordnung gekoppelt, kann mit
dem Schlüsselschalter und einer diskreten Signalübertragung durch die Elektrokontaktkupplung
des verbunden Kuppelanordnungspaares der Verbindungs-/Trennstelle auf der aktiven
Seite und auf der verbundenen passiven Seite ein sicheres Schaltglied der jeweiligen
Zeitschaltsteuereinrichtung geschaltet werden, welche die Stromversorgung zu den Steuerungen
des Entkuppelaktuators auf beiden Seiten der Verbindungsstelle aktiviert. Dieses Schaltglied
ist derart gestaltet, dass ein Zeitelement nach einer zu definierenden Zeit die Stromverbindung
automatisch trennt. Damit ist das Entkuppeln angetrieben durch die aktive und passive
Seite mit einer Bedienhandlung an nur einer Wagenseite der Verbindungsstelle möglich.
Es wird nur die zu trennende Stelle mit Strom versorgt.
[0036] Um auch die aktiven Zustände des Energieversorgungssystems, insbesondere der Stromzufuhr
erkennen zu können weist die Sicherheits-Stromzufuhrsteuervorrichtung eine optische
Anzeigeeinrichtung auf, welche wenigstens mittelbar den aktuellen Zustand der Stromzufuhr
- Aktiviert oder/und Unterbrochen - anzeigt.
[0037] Die Anordnung einer Kuppelstelle zweier zueinander kompatibler Kupplungsanordnungen
im gekuppelten Zustand ist durch folgende Merkmale charakterisiert, wobei jede der
Kupplungsanordnungen umfasst: eine mechanische Kupplung, ein zumindest einen Entkuppelaktuator
und eine Aktuatorsteuereinrichtung umfassendes Entkuppelsystem,
ein wenigstens mittelbar mit dem Entkuppelaktuator koppelbares elektrisches Versorgungssystem,
insbesondere Stromversorgungssystem und
eine dem Stromversorgungssystem zugeordnete oder in dieses integrierte Sicherheits-Stromzufuhrsteuervorrichtung,
umfassend eine Zeitschaltsteuereinrichtung mit einer Schnittstelle für eine Anforderungsvorgabe
zum Aktivieren einer zumindest mittelbaren Stromzufuhr zum Entkuppelaktuator, wobei
die Zeitschaltsteuereinrichtung derart angeordnet und ausgebildet ist, die Stromzufuhr
über eine vordefinierte Zeitdauer aufrechtzuerhalten und nach Ablauf dieser wieder
zu unterbrechen;
wobei die Sicherheits-Stromzufuhrsteuervorrichtung jeder Kupplungsanordnung eine Schnittstelle
zum direkten oder indirekten Koppeln mit der Zeitschaltsteuereinrichtung der jeweils
mit dieser gekuppelten Kupplungsanordnung umfasst.
Dabei kann die einzelne Kupplungsanordnung wie vorher allgemein für die Kupplungsanordnung
beschrieben ausgebildet sein. Bezüglich der Vorteile der einzelnen Merkmale wird auf
die zugehörige Beschreibung verweisen.
[0038] Besonders bevorzugt weist jede Kupplungsanordnung eine elektrische Kupplung, insbesondere
Elektrokontaktkupplung oder Datenbus auf und die zweiten Schnittstelle der Sicherheits-Stromzufuhrsteuervorrichtung
jeder Kupplungsanordnung mit der Zeitschaltsteuereinrichtung der jeweils anderen Kupplungsanordnung
und/oder die zweite Schnittstelle des Entkuppelsystems, insbesondere Betätigungsvorgabeeinrichtung
jeder Kupplungsanordnung mit der der Aktuatorsteuereinrichtung der jeweils anderen
Kupplungsanordnung über die Elektrokontaktkupplung oder den Datenbaus koppelbar oder
gekoppelt sind.
[0039] Dies bildet die Basis um eine Kuppelstelle zweier gekuppelter Kupplungsanordnungen
mit nur einer oder zwei Bedienhandlungen an nur an einem Schienenfahrzeug durch gleichzeitiges
oder geringfügig zueinander versetztes Entkuppeln auch der anderen mit dieser gekuppelten
Kupplungsanordnung zu realisieren.
[0040] Das erfindungsgemäße Verfahren zur gesicherten Aktivierung der Stromzufuhr zum Betätigen
eines Entkuppelaktuators eines Entkuppelsystems einer an einem Schienenfahrzeug angeordneten
Kupplungsanordnung zum mechanischen Verbinden mit einer Gegen-Kupplungsanordnung mit
einem dem Entkuppelsystem zugeordneten Stromversorgungssystem, ist dadurch charakterisiert,
dass bei diesem
- in einem ersten Grundzustand "Stromzufuhr unterbrochen" des Stromversorgungssystems
eine Stromzufuhr zum Ansteuern des Entkuppelaktuators unterbrochen ist;
- bei Vorliegen einer Anforderungsvorgabe für eine erforderliche Stromzufuhr zum Entkuppelaktuator
die Stromzufuhr zum Entkuppelaktuator für eine vordefinierte Zeitdauer aktiviert wird
und das Stromversorgungssystem über diese Zeitdauer den Zustand "Aktiviert" einnimmt;
- mit Ablauf der Zeitdauer/Ender der Zeitdauer das Stromversorgungssystem automatisch
über die Zeitschaltsteuereinrichtung ein Rücksetzen in den Grundzustand "Stromzufuhr
unterbrochen" erfolgt.
[0041] Nur eine während des Zustandes des Energieversorgungssystems "Aktiviert" vorgenommene
Betätigungsvorgabe zum Betätigen des Entkuppelaktuators wird an der Aktuatorsteuerung
umgesetzt.
[0042] In besonders vorteilhafter Weise ist das Verfahren derart weiter modifiziert, dass
über die Sicherheits-Stromzufuhrsteuervorrichtung, insbesondere die Zeitschaltsteuereinrichtung
auch die Zeitschaltsteuereinrichtung der Gegen-Kupplungsanordnung und damit die Stromzufuhr
zum dortigen Entkuppelaktuator aktiviert wird und eine im Aktivierungszeitraum an
der Kupplungsanordnung vorgegebene Betätigungsanforderung zum Betätigen des Entkuppelaktuators
auch an der Gegen-Kupplungsanordnung umgesetzt wird bzw. zu dieser übertragen. Vorzugsweise
erfolgt die Aktivierung auf der Gegen-Kupplungsanordnung über diskrete Signale über
eine Elektrokontaktkupplung.
[0043] Eine weitere Möglichkeit besteht darin, dass die direkte Stromversorgung zum Entkuppelaktuator
über das Zeitschaltglied zu- bzw. abgeschaltet wird und die Kupplungssteuerung dauerhaft
mit Strom versorgt wird.
[0044] Das Zeitschaltglied kann bei allen Ausführungen als eigenständige Einheit bzw. Bauteil
ausgeführt sein (diskretes Sicherheitszeitrelais) oder aber in die Aktuatorsteuereinrichtung
integriert sein.
[0045] Die Aktivierung des "passiven" Schaltglieds kann über eine direkte Signalverbindung
(diskret) oder auch über eine Busverbindung erfolgen. Durch Einsatz von 2pol. potentialfreien
Kontakten der Bedienbox kann zuverlässig eine Potentialtrennung der beiden Spannungsversorgungen
der Wagone sichergestellt werden, d.h. Ausgleichströme werden unterbunden.
[0046] Der Schlüsselschalter kann sowohl mechanisch als auch durch eine anderweitige, z.b
elektronische Sicherung/Codierung ausgeführt sein. Der Entkuppelvorgang kann direkt
durch den Schlüsselschalter aktiviert, oder durch eine zusätzliche Aktion an der Bedienschnittstelle
gestartet werden. Eine weitere Möglichkeit der Aktivierung kann durch eine sichere
Fernsteuerung mit entsprechender Codierung erfolgen.
[0047] Die Stellung des Schaltglieds/Zeitglieds bzw. der Aktivierung kann vorteilhaft durch
ein optischen Signal unterstützt werden, welches der Bediener als Kontrollsignal verwenden
kann.
[0048] In einer vorteilhaften Weiterbildung werden die zur Realisierung eines synchronen
Entkuppelvorganges erforderlichen Signale zwischen den beiden Aktuatorsteuereinrichtungen
nicht durch eine feste Signalverbindung über die Elektrokontaktkupplung ausgetauscht
sondern vorhandene Signalübertragungseinrichtungen anderer Systeme genutzt. Besonders
vorteilhaft erfolgt die Nutzung von Leitungsverbindungen der den Kupplungssteuerungen
übergeordneten Wagensteuerungen der benachbarten und miteinander gekoppelten Wagen
zur Kopplung zwischen den Aktuatorsteuereinrichtungen, insbesondere Kupplungssteuereinrichtungen
der miteinander gekuppelten Kupplungsanordnungen benachbarter Wagen. In diesem Fall
kann je nach Ausbildung die Umschaltung von Stromversorgung und Datenverbindung nacheinander
oder gleichzeitig und zuverlässig über Relais erfolgen, was den Entkuppelvorgang vereinfacht.
Es werden ausschließlich vorhandene Kontakte in der Elektrokontaktkupplung genutzt,
sodass keine zusätzlichen Leitungen oder Umbauten erforderlich sind. Die Lösung ist
einfach und robust, basiert auf bewährter Relaistechnik und ist leicht nachvollziehbar.
[0049] Das Vorsehen einer Kontrollleuchte mit Lampentest ermöglicht eine sichere und schnelle
Funktionsprüfung ohne unnötigen Energieverbrauch.
[0050] Die Schaltungen sind spiegelbildlich auf beiden Wagen einsetzbar, wodurch der Vorgang
von beiden Seiten aus gesteuert werden kann. Optional kann eine Zutrittskontrolle
integriert werden, um unbefugte Bedienung zu verhindern.
[0051] Im Folgenden wird die Erfindung anhand von Figuren erläutert.
[0052] Für gleiche Elemente werden nachfolgend die gleichen Bezugsziffern verwendet.
[0053] Die Figuren 1a bis 2b verdeutlichen in schematisiert vereinfachter Darstellung den
Grundaufbau vorteilhafter Varianten einer an einem Schienenfahrzeug 1, insbesondere
Güterwagen vorgesehenen Kupplungsanordnung 2 zum Zusammenwirken mit einer kompatiblen,
hier nur angedeuteten Gegen-Kupplungsanordnung eines benachbarten Schienenfahrzeuges
zum Herstellen einer Verbindung dieser. Die Kupplungsanordnung 2 umfasst eine mechanische
Kupplung 3 zum Herstellen einer mechanischen Verbindung mit der Gegen-Kupplung. Die
einzelne mechanische Kupplung 3 umfasst ferner ein Entkuppelsystem 4, welches zumindest
einen elektrischen, insbesondere elektromechanischen Entkuppelaktuator 5 und eine
Aktuatorsteuerungseinrichtung 6 aufweist. Diese dient zum Ansteuern des Entkuppelaktuators
5.
[0054] Zur Energieversorgung ist das Entkuppelsystem 4 mit einem Energieversorgungssystem,
insbesondere Stromversorgungssystem 7 koppelbar. Dieses umfasst bei lokaler Anordnung
am Schienenfahrzeug 1 eine Energiequelle 8 und elektrische Verbindungen dieser zur
Aktuatorsteuereinrichtung 6 und dem Entkuppelaktuator 5. Erfindungsgemäß ist eine
dem Stromversorgungssystem 7 zugeordnete oder in dieses zumindest teilweise integrierte
Zeitschaltsteuereinrichtung 10 vorgesehen. Diese kann ein Bestandteil einer Sicherheits-Stromzufuhrsteuervorrichtung
9 sein oder aber bildet diese in der Minimalkonfiguration. Die Sicherheits-Stromzufuhrsteuervorrichtung
9, vorzugsweise die Zeitschaltsteuereinrichtung 10 umfasst eine Schnittstelle 13 für
eine Anforderungsvorgabe X
10-soll zum Aktivieren einer Stromzufuhr zum Entkuppelaktuator 5. Die Zeitschaltsteuereinrichtung
10 ist derart angeordnet und ausgebildet, die Stromzufuhr zum Entkuppelaktuator 5
über eine vordefinierte oder vordefinierbare Zeitdauer aufrechtzuerhalten und nach
Ablauf dieser wieder zu unterbrechen.
[0055] Zur Aktivierung, d.h. Herstellen der Stromverbindung und späteren automatische Deaktivierung
ist in besonders vorteilhafter Ausbildung eine Schalteinrichtung zum Herstellen oder
Unterbrechen einer Verbindung zum Leiten elektrischer Ladung und eine Zeitüberwachungseinrichtung
vorgesehen, welches nach vordefinierter Zeitdauer eine Unterbrechung der Verbindung
durch das Schaltelement bewirkt. Die Funktionen - Schalten (Unterbrechen/Aktivieren)
und zeitliche Überwachung der Zustände - sind vorzugsweise in einer Einrichtung integriert,
insbesondere einem Zeitschaltglied 11. Dieses ist derart angeordnet und ausgebildet,
die Stromzufuhr von der Stromquelle 8 zur Aktuatorsteuereinrichtung 6 oder der Energiequelle
8 und dem Entkuppelaktuator 5, insbesondere zwischen Aktuatorsteuereinrichtung 6 und
Entkuppelaktuator 5 zu unterbrechen.
[0056] Die Anforderungsvorgabe X
10-soll beinhaltet damit neben der eigentlichen Aktivierung der Stromversorgung auch die
Zeitdauer bis zur Unterbrechung und die Unterbrechung. Die Vorgabe der Zeitdauer erfolgt
dabei nicht separat sondern ist vorzugsweise durch die Ausbildung der Zeitschaltsteuereinrichtung
10, insbesondere der Zeitüberwachungseinrichtung selbst vorgegeben.
[0057] Zur Anforderungsvorgabe X
10-soll ist eine Schnittstelle 13, vorzugsweise Schnittstelle 13 zum Koppeln mit einer entsprechenden
Anforderungsvorgabeeinrichtung 15 vorgesehen, welche gemäß Figur 1a vorzugsweise von
einer am Schienenfahrzeug 1 angeordneten Betätigungseinrichtung 12 gebildet ist. Bei
dieser kann es sich um eine Betätigungseinrichtung 12 in Form eines Schalters, insbesondere
Drehschalters, Drucktasters, Hebels etc. handeln. Über diese kann eine bedienerinitiierte
Vorgabe durch Drücken, Drehen, Verschieben etc. erfolgen, wobei die Betätigungseinrichtung
zur Vornahme der Betätigung aus einer Grundstellung herausbewegt wird und nach Vornahme
der Betätigungshandlung vorzugsweise automatisch durch eine Rückstelleinrichtung entweder
in ihre Grundstellung zurückverbracht wird oder aber über eine Zusatzeinrichtung der
Zeitschaltsteuereinrichtung 10 in ihre Grundstellung zurückbewegt wird.
[0058] In der Figur 1a sind beispielhaft neben der Zeitschaltsteuereinrichtung 10, insbesondere
der Anordnung des Zeitschaltgliedes 11 zwischen Energiequelle 8 und Aktuatorsteuerungseinrichtung
6 eine alternative weitere mögliche Anordnung in der Verbindung zwischen Aktuatorsteuereinrichtung
6 und Entkuppelaktuator 5, hier mit 10xx bzw. 11xx bezeichnet sowie als weitere Alternative
die zumindest teilweise Integration der Funktion des zeitlich bedingten Abschaltens
der Zeitschaltsteuereinrichtung 10 in die Aktuatorsteuereinrichtung 6 integriert,
hier mit 10x bzw. 11x bezeichnet.
[0059] Anforderungsvorgabeeinrichtung 15 und Zeitschaltsteuereinrichtung 10 sind dabei Bestandteil
einer Sicherheits-Stromzufuhrsteuervorrichtung 9.
[0060] Die in der Figur 1a dargestellte Konfiguration stellt eine mögliche Grundkonfiguration
dar, wie diese für die gesicherte Stromversorgung für einen Entkuppelaktuator 5 einer
Kupplung 3 und damit auf einer Seite einer Kuppelstelle zweier Kupplungsanordnungen
2, 2' zum Einsatz gelangen kann. Um in vorteilhafter Weise auch die Versorgung einer
mit der Kupplungsanordnung 2 gekuppelten, in Figur 1a nur angedeuteten Gegen-Kupplungsanordnung
2' zu realisieren, ohne die Stromversorgung auf der Seite der Gegen-Kupplungsanordnung
2' direkt aktivieren zu müssen, weist die Sicherheits-Stromzufuhrsteuervorrichtung
9, insbesondere die Zeitschaltsteuereinrichtung 10 eine weitere Schnittstelle 14 zur
Kopplung mit einer Zeitschalteinrichtung einer Gegen-Kupplungsanordnung 2' auf. Über
diese wird die Zeitschaltsteuereinrichtung 10' der Gegen-Kupplungsanordnung 2' angesteuert,
wodurch diese die Stromzufuhr zur nicht dargestellten Aktuatorsteuereinrichtung 6'
der Gegen-Kupplungsanordnung 2' und dem Entkuppelaktuator 5' dieser aktiviert. Um
die Zeitschaltsteuereinrichtung 10' der Gegen-Kupplungsanordnung 2' ansteuern zu können,
ist die Schnittstelle 14 vorzugsweise über eine von der Kupplungsanordnung 2 umfasste
Elektrokontaktkupplung 20 mit der Gegen-Kupplungsanordnung koppelbar. Figur 1b zeigt
beispielhaft eine gegenüber der Figur 1a hinsichtlich der Anordnung und Ausbildung
der Anforderungsvorgabeeinrichtung 15 alternative Ausführung. Die Anforderungsvorgabe
X
10-soll für die zeitlich begrenzte Aktivierung der Stromzufuhr zum Betätigen des Entkuppelaktuators
5 erfolgt hier über eine Vorgabeeinrichtung außerhalb des Schienenfahrzeuges 1. Dies
ist nur schematisiert dargestellt. Wichtig ist die Kopplung dieser mit der Schnittstelle
13. Die Vorgabe kann dabei ebenfalls bedienerinitiiert oder aber umgebungsinitiiert
erfolgen. Im erstgenannten Fall kann über eine externe Einrichtung, beispielsweise
in Form einer mobilen Einrichtung, wie Tablett, Smartphone, Laptop oder einer stationären
Einrichtung, beispielsweise einer Schaltwarte eine Anforderungsvorgabe zur Aktivierung
der zum Entkuppeln erforderlichen Stromversorgung gegeben werden und über die Schnittstelle
13 der Zeitschaltsteuereinrichtung 10 zugeführt werden. Im zweiten Fall bei umgebungsinitiierter
Anforderungsvorgabe kann beispielsweise ein Vorgabesignal bei Einfahren in einen räumlich
begrenzten Bereich einer Rangieranlage, beispielsweise beim Passieren eines bestimmten
Streckenabschnittes ausgelöst werden.
[0061] Die vordefinierten Zeitdauer der Aktivierung der Stromversorgung kann dabei zwischen
vordefinierter oder bedienerinitiierter und umgebungsinitiierter Anforderungsvorgabe
variieren.
[0062] Das in den Figuren 1a und 1b mit teilweise dargestellte Entkuppelsystem 4 umfasst
die Aktuatorsteuereinrichtung 6. Diese weist eine erste Schnittstelle 18 zur Kopplung
mit der Betätigungsvorgabeeinrichtung 16, eine zweite Schnittstelle 19 zur zumindest
mittelbaren, vorzugsweise direkten Kopplung mit dem Entkuppelaktuator 5 auf.
[0063] Die Figuren 2a und 2b verdeutlichen beispielhaft anhand der Ausführungen gemäß der
Figuren 1a oder 1b die Kupplungsanordnung 2 mit zugehörigem Entkuppelsystem 4. Dieses
umfasst neben der Aktuatorsteuereinrichtung 6 und dem Entkuppelaktuator 5 eine, vorzugsweise
am Schienenfahrzeug angeordnete und manuell betätigbare Vorgabeeinrichtung zum Vorgeben
einer Betätigungsanforderung X-EK für den Entkuppelaktuator 5, welche insbesondere
als eine Betätigungsvorgabeeinrichtung 16, ausgewählt aus den nachfolgenden Einrichtungen
ausgebildet sein kann:
- eine stationär im oder am die Kupplungsanordnung tragenden Schienenfahrzeug, anordenbare
Vorgabe- bzw. Betätigungseinrichtung, insbesondere Hebel, Schalter, Taste, Touchscreen,
Display
- eine mobile Vorgabeeinrichtung, insbesondere Fernbedienung; Mobiltelefon; Smartphone,
Laptop; Rechner.
[0064] Gemäß Figur 2a sind vorzugsweise sowohl die Anforderungsvorgabeeinrichtung 15 für
die Sicherheits-Stromzufuhrsteuervorrichtung 9 als auch die Betätigungsanforderungseinrichtung
16 zum Entkuppeln am Schienenfahrzeug 1 angeordnet. Die Betätigungsanforderung X-EK
wird der Aktuatorsteuerung 6 entweder direkt oder nach erfolgter Verifizierung zugeführt
und über diese die Ansteuerung Y-EK des Entkuppelaktuators 5 vorgenommen, wenn die
Stromversorgung über die Zeitschaltsteuereinrichtung 10 freigegeben, d.h. aktiviert
ist. Die Aktuatorsteuereinrichtung 6 weist dazu eine erste Schnittstelle 18 zur Kopplung
mit der Betätigungsvorgabeeinrichtung 16, eine zweite Schnittstelle 19 zur zumindest
mittelbaren, vorzugsweise direkten Kopplung mit dem Entkuppelaktuator 5 auf.
[0065] In einer ersten Ausbildung erfolgt dabei zuerst eine Aktivierung der Stromzufuhr
zum Entkuppelsystem 4 und innerhalb des vordefinierten Zeitintervalls bis zur automatischen
Unterbrechung der Stromzufuhr die Betätigungsvorgabe X-EK für den Entkuppelaktuator
5, d.h. die Steuerung des Entkuppelaktuators 5 ist der Zeitschaltsteuerung zur Energieversorgung
untergeordnet. Eine vorgeordnete Betätigung der Betätigungsvorgabeeinrichtung 16 zum
Entkuppeln bewirkt ohne vorherige Anforderungsvorgabe zur Aktivierung der Stromzufuhr
und/oder ohne noch bestehender Stromzufuhr keine Betätigung des Entkuppelaktuators
5.
[0066] Gemäß Figur 2a sind beide Einrichtungen - Betätigungsvorgabeeinrichtung 16 und Anforderungsvorgabeeinrichtung
15 von separaten Einrichtungen gebildet. Diese können räumlich getrennt, jedoch vorzugsweise
nah beieinander angeordnet sein, beispielsweise in einer gemeinsamen Signalbox, jedoch
ihre eigenen Schnittstellen aufweisen und unabhängig voneinander betätigt werden.
[0067] In einer zweiten besonders vorteilhaften Ausbildung erfolgen die Anforderungsvorgabe
zur Aktivierung der Stromzufuhr und die Betätigungsanforderung für den Entkuppelaktuator
5 derart, dass die Vorgaben gleichzeitig umgesetzt werden, d.h. entweder Anforderungsvorgabe
zur Aktivierung der Stromzufuhr vor der Betätigungsanforderung für den Entkuppelaktuator
in separaten Vorgaben aber gleichzeitige Umsetzung dieser oder aber beide Vorgaben
erfolgen gleichzeitig, insbesondere durch Vorgabe über nur eine Einrichtung, wie beispielhaft
in Figur 2b wiedergegeben. Dazu verdeutlicht Figur 2b eine vorteilhafte Weiterbildung
gemäß Figur 2a, bei welcher die Funktionen beider Einrichtungen 12 bzw. 15 und 16
in einer gemeinsamen Einrichtung 17 integriert sind, d.h. die Handlung zur Anforderungsvorgabe
X10-soll bildet gleichzeitig die Betätigungsanforderung X-EK. Es ist somit nur eine
Vorgabeeinrichtung für beide Vorgaben vorgesehen. Über die entsprechenden Schnittstellen
13 sowie 18 werden die einzelnen Steuerungen - Zeitschaltsteuereinrichtung 10 sowie
Aktuatorsteuereinrichtung 6 gleichzeitig angesteuert bzw. es wird die Betätigungsvorgabe
X-EK nach der erfolgten Bestromung der Aktuatorsteuereinrichtung 6 durch Aktivierung
der Zeitschalteinrichtung 11 mit gleichzeitiger Freigabe der Stromzufuhr an diese
übermittelt.
[0068] Auch bei den Ausführungen gemäß Figur 2a und 2b kann die Anordnung der jeweiligen
Vorgabeeinrichtungen - Anforderungsvorgabeeinrichtung 15 und Betätigungsvorgabeeinrichtung
16 separat oder integriert in gemeinsamer Einrichtung 17 - außerhalb des Schienenfahrzeuges
erfolgen. Die Anordnung am Schienenfahrzeug stellt jedoch die bevorzugte Ausführung
dar.
[0069] Um die Gegen-Kupplungsanordnung 2' des verbundenen Schienenfahrzeuges 1' aus dem
Kupplungssystem der miteinander gekuppelten und damit verbundenen Kupplungsanordnungen
2, 2' bei einem gewünschten Entkuppelvorgang mit Entkuppeln zu können, ohne separat
am benachbarten Schienenfahrzeug 1' den Entkuppelvorgang und die Stromzufuhr separat
aktivieren zu müssen, ist es in vorteilhafter Weise vorgesehen, die in den vorangegangenen
Figuren dargestellten Systeme mit ihren Schnittstellen zu nutzen, um auch den Entkuppelvorgang
an den jeweils benachbarten Kupplungsanordnungen 2, 2'vorzunehmen.
[0070] Die Figuren 3a und 3b verdeutlichen jeweils eine Anordnung einer Kuppelstelle aus
zwei miteinander gekuppelten Kupplungsanordnungen, einer Kupplungsanordnung 2 und
einer Gegen-Kupplungsanordnung 2'. Der Grundaufbau einer Kupplungsanordnung 2 , 2'
in den Figuren 3a und 3b entspricht im wesentlichen dem in den Figuren 2a bzw. 2b
beschriebenen und auch der Sicherheits-Stromzufuhrvorrichtungen 9, 9', weshalb nicht
weiter auf diesen eingegangen wird und diesbezüglich auf die vorangegangenen Figuren
verwiesen wird. Entscheidend sind die dargestellten Kopplungen der zweiten Schnittstellen
21 von Betätigungsvorgabeeinrichtung 16 zur Aktuatorsteuereinrichtung 6' der Gegen-Kupplungsanordnung
2' und der zweiten Schnittstelle 14 der Sicherheits-Stromzufuhrsteuervorrichtung 9,
insbesondere der Zeitschaltsteuereinrichtung 10 zur Zeitschaltsteuereinrichtung 10'
der Gegen-Kupplungsanordnung 2'.
[0071] Die Figur 3b verdeutlicht dabei die Ausführung gemäß Figur 3a mit Funktionskonzentration
von Anforderungsvorgabeeinrichtung 15 für die zeitlich limitierte Stromzufuhr und
Betätigungsvorgabeeinrichtung 16 zum Entkuppeln in einer Einrichtung 17. Die von dieser
weggehenden zweiten Schnittstellen 21 und 14 sind wie in Figur 3a ausgeführt.
[0072] Bei beiden Ausführungen erfolgt die Freigabe der Bestromung des Entkuppelsystems
4' der Gegen-Kupplungsanordnung 2' bei Aktivierung der Stromzufuhr an der Kupplungsanordnung
2 über die Zeitschaltsteuereinrichtung 10, insbesondere Schnittstelle 14 an die Zeitschaltsteuereinrichtung
10' der Gegen-Kupplungsanordnung 2'. Dies wird über die Kopplung der zweiten Schnittstellen
14, 14'der Zeitschaltsteuereinrichtung 10, 10'realisiert, wobei diese über die miteinander
gekoppelten Elektrokontaktkupplungen 20, 20'geführt wird.
[0073] In Analogie erfolgt die Ansteuerung des Entkuppelsystems 4' der Gegen-Kupplungsanordnung
2'. Auch hier werden die Vorgaben XEK-soll an der Kupplungsanordnung 2 entweder gleich
direkt von der Betätigungseinrichtung 16 über die Kopplung dieser über die Elektrokontaktkupplung
20, 20' an die Aktuatorsteuereinrichtung 6' der Gegen-Kupplungsanordnung 2' übertragen
oder über die Aktuatorsteuereinrichtung 6 der Kupplungsanordnung 2 an die Aktuatorsteuereinrichtung
6' der Gegen-Kupplungsanordnung 2'. Dazu ist die zweite Schnittstelle 21 der Aktuatorsteuereinrichtung
6 vorgesehen.
[0074] Je nach Ausbildung der Systeme erfolgen die Verbindungen zur Gegen-Kupplungsanordnung
2' über die Elektrokontaktkupplung 20 vorzugsweise über physische Leitungen.
[0075] Figur 4a verdeutlicht beispielhaft eine konkrete Schaltung zur gesicherten Stromzufuhr
zweier Kupplungsanordnungen 2, 2', deren Grundkonfiguration wie in Figur 1a für die
einzelnen Kupplungsanordnung 2 und in Figur 3a für beide ohne Betätigungsvorgabeeinrichtung
gegeben wäre.
[0076] Erkennbar sind hier für die beiden Kupplungsanordnungen 2, 2' ein Zeitschaltglied
10, 10', die Aktuatorsteuereinrichtung 6, 6', das Stromversorgungssystem 7, 7', Energiequelle
8, 8' sowie die Anforderungsvorgabeeinrichtung 15, 15'und die zweiten Schnittstellen
14, 14' der einzelnen Sicherheits-Stromzufuhrsteuervorrichtung zum Koppeln mit der
jeweiligen Sicherheits-Stromzufuhrsteuervorrichtung der Gegen-Kupplungsanordnung 2'.
Zusätzlich ist mit H1 und H2 jeweils eine optische Anzeigeeinrichtung zur Visualisierung
des Betriebszustandes und damit der Stromversorgung der Aktuatorsteuereinrichtung
6, 6' vorgesehen.
[0077] Die Schalteinrichtungen der Sicherheits-Stromzufuhrsteuervorrichtung 10 sind jeweils
als Relais ausgeführt. Die Zeitschaltsteuerung erfolgt über ein Zeitrelais C1 für
Kupplungsanordnung 2 und C2 für Kupplungsanordnung 2', welches die Spannungsversorgung
für die Aktuatorsteuereinrichtung 6, 6' realisiert. Wird an 15 eine Anforderungsvorgabe
zur Aktivierung der Stromzufuhr vorgegeben, wird das Zeitschaltglied 11 aktiviert
und das zur Zeitschaltsteuereinrichtung 10 gehörige Relais C1 geschlossen und damit
die Stromzufuhr zur Aktuatorsteuereinrichtung 6 aktviert. Über die Kopplung der Schnittstellen
14, 14' über die Elektrokontaktkupplung 20 wird gleichzeitig das Zeitschaltglied 11'
der Gegen-Kupplungsanordnung aktiviert und das Relais C2 geschlossen, wodurch die
Aktuatorsteuereinrichtung 6'mit Strom versorgt wird. Das Zeitschaltglied 11, 11' bestimmt
dabei jeweils die Zeitdauer des Schließzustandes der Relais C1, C2.
[0078] Die Figur 4b verdeutlicht demgegenüber eine Ausführung, bei welchem die Funktion
der automatisierten Zeitschaltung über die Aktuatorsteuereinrichtung 6 vorgenommen
wird, hier durch die Relais C3, C4. Die Funktionen der Schalteinrichtungen und der
Zeitüberwachung sind hier getrennt. C3 bewirkt dabei die Abschaltung von C1 und C4
die Abschaltung von C2.
[0079] Figur 4c verdeutlicht eine Ausführung einer Schaltungsanordung mit Integration der
Entkuppelvorgabe in eine Einrichtung 17 und den Entkuppelbefehl über diskrete Signale
synchron bei Betätigung von 17 auch zur Gegen-Kupplungsanordnung 2'.
[0080] Figur 4d zeigt eine Weiterbildung gemäß Figur 4b. In der Aktuatorsteuereinrichtung
6 wird ein Monoflop 30 installiert, das beim Einschalten der Spannungsversorgung für
ca. 10 Sekunden den Schalter im Steuergerät der Aktuatorsteuereinrichtung 6 schließt.
Somit bleibt für 10 Sekunden das Relais C1 nach der Betätigung von 15 gemäß Figur
4a aktiv und das Steuergerät hat 10 Sekunden um Hochzufahren (Boot-up). Danach muss
das Steuergerät über eine Softwarefunction den Schalter im Steuergerät geschlossen
halten. Die Softwarefunction ist dann in der Lage nach Ablauf einer definierten Zeit
(z.B. 1 Minute) oder nach einer Bedingung (z.B. Entkuppelvorgang abgeschlossen) den
Schalter im Steuergerät zu öffnen, um so sich selbst sicher abzuschalten. Über einen
Taster Off1, Off2 kann eine manuelle Abschaltung durch den Bediener erfolgen.
[0081] Die Figur 4e zeigt eine Weiterbildung gemäß Figur 4a. Auch hier sind zwei Wagen über
eine Elektrokontaktkupplung 20, 20' elektrisch miteinander gekoppelt, die sowohl Reservekontakte
für Schaltfunktionen als auch geschirmte Datenkontakte für Single Pair Ethernet-Kommunikation
bereitstellt. Im Normalbetrieb kommunizieren die der Aktuatorsteuereinrichtung 6,
6' bzw. Kupplungssteuerung übergeordneten Steuerungen der beiden Wagen, die auch als
Wagensteuerungen 40, 40, über zwei Single Pair Ethernet-Leitungen, die durch die Elektrokontaktkupplung
20. 20' geführt werden. Soll ein Entkuppelvorgang eingeleitet werden, betätigt der
Nutzer einen Taster 15 der mechanisch gekoppelte Kontakte auf beiden Seiten der Elektrokontaktkupplung
20, 20'schließt. Dadurch werden an beiden Wagen Zeitrelais C1 und C2 aktiviert. Das
Relais C1 schaltet die Stromversorgung für die Aktuatorsteuereinrichtung 6 der Kupplungsanordnung
2 auf einer Seite ein, während C2 die Stromversorgung für die Aktuatorsteuereinrichtung
6' der Gegen-Kupplungsanordnung 2' auf der anderen Seite aktiviert. Solange das Relais
angezogen ist, bleiben die Aktuatorsteuereinrichtungen 6, 6' mit Strom versorgt und
die Datenverbindung geschaltet: Die Wagensteuerungen 40, 40' sind nicht mehr über
Single Pair Ethernet verbunden, sondern die Aktuatorsteuereinrichtungen 6, 6' kommunizieren
dann direkt über eine Ethernet-Schnittstelle miteinander. Über diese Verbindung wird
der Entkuppel-Befehl synchron übertragen. Die Umschaltung von Stromversorgung und
Datenverbindung erfolgt gleichzeitig durch die Relais, sodass keine zeitliche Verzögerung
zwischen den Vorgängen entsteht. Die Sicherheit wird durch eine Kontrollleuchte H1,
H2 gewährleistet, die anzeigt, ob die Aktuatorsteuereinrichtung 6, 6' eingeschaltet
ist. Ein Lampentest kann vorgesehen werden. Drückt ein Bediener den Testtaster kurz,
leuchtet die Lampe auf, ohne das Steuergerät 6 einzuschalten. Bei längerem Drücken
wird das Aktuatorsteuergerät aktivieren. Sollte die Lampe beim Test nicht funktionieren,
muss die Batterie über einen Hauptschalter abgeklemmt werden, um die Schaltung stromlos
zu machen. Die Schaltung ist auf beiden Wagen spiegelbildlich aufgebaut, sodass das
Verfahren von beiden Seiten aus initiiert werden kann. Optional kann eine Zutrittskontrolle
mit RFID-Lesegerät integriert werden, sodass nur berechtigte Personen den Entkuppelvorgang
auslösen können.
[0082] Das Verfahren nutzt ausschließlich vorhandene Kontakte in der Elektrokontaktkupplung
20, es sind keine zusätzlichen Leitungen erforderlich.
[0083] Die Figuren 5a bis 5d verdeutlichen anhand von Signalflussbildern beispielhaft mögliche
zeitliche Abläufe.
[0084] Figur 5a verdeutlicht die Stromzufuhrsteuerung an einer Kupplungsanordnung 2. Wobei
hier ersichtlich ist, dass eine Entkuppelvorgabe XEK erst in ein Ansteuersignal YEK
für den Entkuppelaktuator 5 gesetzt wird, wenn die Stromzufuhr zum Entkuppelaktuator
5 freigegeben ist und sich das Energie- bzw. Stromversorgungssystem 7 im Zustand "aktiviert"
EVII befindet. Nach Ablauf der vorgesehen Zeitdauer tEVII erfolgt ein automatisches
Rücksetzen auf den Zustand EVI, d.h. Unterbrechung der Stromzufuhr.
[0085] Figur 5b verdeutlicht eine Ausführung bei welcher die Sollwertvorgaben für die Stromzufuhr
X10-soll und die Betätigung der Entkuppeleinrichtung XEK-soll an einer Einrichtung
17 gesetzt werden. Auch hier erfolgt die Ansteuerung des Entkuppelaktuators 5 erst
nach Erreichen bzw. Setzen des Zustandes "Aktiviert" EVII.
[0086] Figur 5c verdeutlicht die Ansteuerung der Gegen-Kupplungsanordnung 2', insbesondere
die Aktivierung der Stromzufuhr zur Kupplungsanordnung 2 und Gegen-Kupplungsanordnung
2' durch Aktivierung des Zeitschaltgliedes 11 und 11'. Die Kupplungsanordnungen 2,
2' sind hier zur besseren Unterscheidung mit K1 und K2 bezeichnet. Die Anforderung
zum Entkuppeln der Kupplungsanordnung K1 und K2 werden erst nach erfolgter Aktivierung
der Stromzufuhr an beiden Kupplungsanordnungen 2, 2' bearbeitet und umgesetzt. Dies
muss innerhalb der gesetzten Zeitdauer tEVII erfolgen. Die Anforderung zum Entkuppeln
XEK-soll kann dabei für die bzw. an der Kupplungsanordnung K1 erfolgen. Diese wird
in ein Ansteuersignal YEK für die Kupplunsanordnung K1 und auch K2 umgesetzt.
[0087] Figur 5c zeigt einen Ablauf, bei welchem Zeitschaltung X10-soll und Entkuppelvorgabe
XEK-soll separat vorgegeben werden. Demgegenüber verdeutlicht Figur 5d eine Ausführung
bei welcher an einer Kuppelstelle die Anforderung zur Aktivierung der Stromzufuhr
und die Anforderung zum Entkuppeln in einem Vorgang vorgegeben werden.
Bezugszeichenliste
[0088]
- 1
- Schienenfahrzeug
- 2
- Kupplungsanordnung
- 2'
- Gegen-Kupplungsanordnung
- 3
- Mechanische Kupplung
- 4
- Entkuppelsystem
- 5
- Elektromechanischer Entkuppelaktuator
- 6
- Aktuatorsteuereinrichtung
- 7
- Stromversorgungssystem
- 8
- Energiequelle
- 9
- Sicherheits-Stromzufuhrsteuervorrichtung
- 10
- Zeitschaltsteuereinrichtung
- 11
- Zeitschaltglied
- 12
- Betätigungseinrichtung
- 13
- Schnittstelle der Sicherheits-Stromzufuhrsteuervorrichtung
- 14
- Weitere Schnittstelle der Sicherheits-Stromzufuhrsteuervorrichtung
- 15
- Anforderungsvorgabeeinrichtung
- 16
- Betätigungsvorgabeeinrichtung
- 17
- Einrichtung
- 18
- Schnittstelle
- 19
- Schnittstelle
- 20
- Elektrokontaktkupplung
- 30
- Monoflop
- 40
- Wagensteuerung
- H1, H2
- optische Anzeigeeinrichtung
- C1, C2, C3, C3
- - Relais
1. Kupplungsanordnung für ein Schienenfahrzeug (1), insbesondere einen Güterwagen, umfassend
- eine mechanische Kupplung (3),
- ein zumindest einen Entkuppelaktuator (5) und eine Aktuatorsteuereinrichtung (6)
umfassendes Entkuppelsystem (4),
- ein wenigstens mittelbar mit dem Entkuppelaktuator (5) koppelbares elektrisches
Versorgungssystem, insbesondere Stromversorgungssystem (7) und
- eine dem Stromversorgungssystem (7) zugeordnete oder in dieses integrierte Sicherheits-Stromzufuhrsteuervorrichtung
(9), umfassend eine Zeitschaltsteuereinrichtung (10) mit einer Schnittstelle (13)
für eine Anforderungsvorgabe zum Aktivieren einer zumindest mittelbaren Stromzufuhr
zum Entkuppelaktuator (5), wobei die Zeitschaltsteuereinrichtung (10) derart angeordnet
und ausgebildet ist, die Stromzufuhr über eine vordefinierte Zeitdauer aufrechtzuerhalten
und nach Ablauf dieser wieder zu unterbrechen.
2. Kupplungsanordnung (2) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass das Stromversorgungssystem (7) eine Energiequelle (8) und elektrische Verbindungen
zwischen dieser und zumindest mittelbar der Aktuatorsteuereinrichtung (6) und dem
Entkuppelaktuator (5) umfasst, und die Zeitschaltsteuereinrichtung (10) derart ausgebildet
und angeordnet ist, die elektrische Verbindung
- zwischen Energiequelle (8) und Aktuatorsteuereinrichtung (6) oder
- zwischen Aktuatorsteuereinrichtung (6) und Entkuppelaktuator (5) oder
- zwischen Aktuatorsteuereinrichtung (6) und einer Betätigungsvorgabeeinrichtung zum
Vorgeben einer Betätigungsanforderung für den Entkuppelaktuator (5)
zu aktivieren und nach Ablauf der vordefinierten Zeitdauer zu unterbrechen.
3. Kupplungsanordnung (2) nach einem der Ansprüche 1 bis 2,
dadurch gekennzeichnet, dass die Zeitschaltsteuereinrichtung (10) zumindest ein elektromechanisch, elektronisches
oder elektrisches Zeitschaltglied (11) umfasst, welches in einer elektrischen Verbindung
zwischen den Komponenten des Entkuppelsystems (4) und der Energiequelle (8), insbesondere
zwischen
- Energiequelle (8) und Aktuatorsteuereinrichtung (6) oder
- zwischen Aktuatorsteuereinrichtung (6) und Entkuppelaktuator (5) oder
- zwischen Aktuatorsteuereinrichtung (6) und Betätigungsvorgabeeinrichtung (16) oder
in der Aktuatorsteuereinrichtung (6) angeordnet ist.
4. Kupplungsanordnung (2) nach einem der Ansprüche 2 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Energiequelle (8) zumindest einen, lokal am Schienenfahrzeug (1) angeordneten
Energiespeicher, insbesondere Batterie umfasst, welche insbesondere über einen am
Fahrzeug angeordneten Generator, Photovoltaik oder anderes Energieversorgungssystem
speisbar ist.
5. Kupplungsanordnung (2) nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Sicherheits-Stromzufuhrsteuervorrichtung (9) eine weitere Schnittstelle (14)
zum direkten oder indirekten Koppeln mit einer Zeitschaltsteuereinrichtung (10) einer
Gegen-Kupplungsanordnung umfasst.
6. Kupplungsanordnung (2) nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Sicherheits-Stromzufuhrsteuervorrichtung (9) eine als Anforderungsvorgabeeinrichtung
(15) bezeichnete Einrichtung für eine Anforderungsvorgabe zum Aktivieren der Stromzufuhr
zum Entkuppelaktuator (5) umfasst, wobei die Anforderungsvorgabeeinrichtung (15) als
Betätigungseinrichtung zur bedienerinitiierten Vorgabe der Anforderungsvorgabe oder
eine Betätigungseinrichtung zur umgebungsinitiierten Anforderungsvorgabe ausgeführt
ist, und wobei Anforderungsvorgabeeinrichtung (15) und/oder Betätigungsvorgabeeinrichtung
(16) am Schienenfahrzeug oder extern angeordnet sein können und über eine Schnittstelle
mit der Zeitschaltsteuereinrichtung (10) koppelbar, insbesondere gekoppelt sind.
7. Kupplungsanordnung (2) nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Sicherheits-Stromzufuhrsteuervorrichtung (9) einen Schlüsselschalter zum Vorgeben
zumindest der Anforderungsvorgabe zum Aktivieren der Stromzufuhr und die Zeitschaltsteuereinrichtung
(10) zumindest eine Schalteinrichtung zum wahlweisen Unterbrechen/Aktivieren einer
leitenden Verbindung im Stromversorgungssystem (7) und ein Zeitglied (11) umfassen,
wobei der Schlüsselschalter mit der Zeitschaltsteuereinrichtung (10), insbesondere
der Schalteinrichtung gekoppelt ist oder diese teilweise mit ausbildet.
8. Kupplungsanordnung (2) nach einem der Ansprüche 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Schnittstelle (14) zum Koppeln mit der Zeitschaltsteuerung (10) einer
Gegen-Kupplungsanordnung von der Anforderungsvorgabeeinrichtung (15), insbesondere
am Schlüsselschalter ausgebildet ist.
9. Kupplungsanordnung (2) nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Entkuppelsystem (4) eine mit der Aktuatorsteuereinrichtung (6) über eine erste
Schnittstelle (18) koppelbare, insbesondere gekoppelte Betätigungsvorgabeeinrichtung
(16) zum Vorgeben der Betätigungsanforderung für den Entkuppelaktuator (5) aufweist,
wobei das Entkuppelsystem (4), insbesondere die Betätigungsvorgabeeinrichtung (16)
eine weitere Schnittstelle (19) zum Koppeln mit einer Aktuatorsteuereinrichtung (6)
einer Gegen-Kupplungsanordnung (2') aufweist.
10. Kupplungsanordnung (2) nach einem der Ansprüche 5 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Anforderungsvorgabeeinrichtung (15) der Sicherheits-Stromzufuhrsteuervorrichtung
(9) und die Betätigungsvorgabeeinrichtung (16) zum Vorgeben einer Betätigungsanforderung
für den Entkuppelaktuator (5) in einer Einrichtung integriert, insbesondere die Funktionen
beider von einer Einrichtung übernommen wird, indem die entsprechenden Anforderungsvorgaben
über das gleiche Betätigungselement und/oder die gleiche Schnittstelle vorgegeben
werden.
11. Kupplungsanordnung (2) nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Sicherheits-Stromzufuhrsteuervorrichtung (9) und das Entkuppelsystem (4) ein
Sicherheits-Entkuppelsystem bilden, bei welchem die Sicherheits-Stromzufuhrsteuervorrichtung
(9) dem Entkuppelsystem (4), insbesondere der Aktuatorsteuereinrichtung (6) übergeordnet
ist.
12. Kupplungsanordnung (2) nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Sicherheits-Stromzufuhrsteuervorrichtung (9) eine optische Anzeigeeinrichtung
umfasst, welche wenigstens mittelbar den aktuellen Zustand der Stromzufuhr - Aktiviert
oder/und Unterbrochen - anzeigt.
13. Anordnung einer Kuppelstelle zweier zueinander kompatibler Kupplungsanordnungen (2),
wobei jede der Kupplungsanordnungen (2) umfasst:
eine mechanische Kupplung (3),
ein zumindest einen Entkuppelaktuator (5) und eine Aktuatorsteuereinrichtung (6) umfassendes
Entkuppelsystem (4),
ein wenigstens mittelbar mit dem Entkuppelaktuator (5) koppelbares elektrisches Versorgungssystem,
insbesondere Stromversorgungssystem (7) und
eine dem Stromversorgungssystem (7) zugeordnete oder in dieses integrierte Sicherheits-Stromzufuhrsteuervorrichtung
(9), umfassend eine Zeitschaltsteuereinrichtung (10) mit einer Schnittstelle für eine
Anforderungsvorgabe zum Aktivieren einer zumindest mittelbaren Stromzufuhr zum Entkuppelaktuator
(5), wobei die Zeitschaltsteuereinrichtung (10) derart angeordnet und ausgebildet
ist, die Stromzufuhr über eine vordefinierte Zeitdauer aufrechtzuerhalten und nach
Ablauf dieser wieder zu unterbrechen;
wobei die Sicherheits-Stromzufuhrsteuervorrichtung (9) jeder Kupplungsanordnung (2)
eine Schnittstelle (13) zum direkten oder indirekten Koppeln mit der Zeitschaltsteuereinrichtung
(10) der jeweils mit dieser gekuppelten Kupplungsanordnung (2) umfasst.
14. Anordnung einer Kuppelstelle nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass die einzelne Kupplungsanordnung (2) gemäß einem der Ansprüche 1 bis 12 ausgebildet
ist und/oder jede Kupplungsanordnung (2) eine elektrische Kupplung, insbesondere Elektrokontaktkupplung
und/oder Datenbus umfasst und die zweite Schnittstelle (14) der Sicherheits-Stromzufuhrsteuervorrichtung
(9) jeder Kupplungsanordnung (2) mit der Zeitschaltsteuereinrichtung (10) der jeweils
anderen Kupplungsanordnung (2) und/oder die zweite Schnittstelle des Entkuppelsystems
(4), insbesondere Betätigungsvorgabeeinrichtung (16) jeder Kupplungsanordnung (2)
mit der Aktuatorsteuereinrichtung (6) der jeweils anderen Kupplungsanordnung (2) über
die Elektrokontaktkupplung und/oder den Datenbus koppelbar ist.
15. Verfahren zur gesicherten Aktivierung der Stromzufuhr zum Betätigen eines Entkuppelaktuators
(5) eines Entkuppelsystems (4) einer an einem Schienenfahrzeug (1) angeordneten Kupplungsanordnung
(2) zum mechanischen Verbinden mit einer Gegen-Kupplungsanordnung mit einem dem Entkuppelsystem
(4) zugeordneten Stromversorgungssystem (7), bei welchem
- in einem ersten Grundzustand "Stromzufuhr unterbrochen" des Stromversorgungssystems
(7) eine Stromzufuhr zum Ansteuern des Entkuppelaktuators (5) unterbrochen ist;
- bei Vorliegen einer Anforderungsvorgabe für eine erforderliche Stromzufuhr zum Entkuppelaktuator
(5) die Stromzufuhr zum Entkuppelaktuator (5) für eine vordefinierte Zeitdauer aktiviert
wird und das Stromversorgungssystem (7) über diese Zeitdauer den Zustand "Aktiviert"
einnimmt;
- mit Ablauf der Zeitdauer/Ender der Zeitdauer das Stromversorgungssystem (7) automatisch
über die Zeitschaltsteuereinrichtung (10) ein Rücksetzen in den Grundzustand "Stromzufuhr
unterbrochen" erfolgt.
16. Verfahren nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass ein, während des Zustandes des Energieversorgungssystems "Aktiviert" vorgenommene
Betätigungsvorgabe zum Betätigen des Entkuppelaktuators an der Aktuatorsteuerung umgesetzt
wird und/oder
dass die Anforderungsvorgabe und die Betätigungsvorgabe der einen Kupplungsanordnung
(2) der jeweils mit dieser gekuppelten weiteren zweiten Kupplungsanordnung (2) bzw.
Gegen-Kupplunsanordnung zugeführt wird, wobei auch an dieser zuerst die Stromzufuhr
zum Entkuppelaktuator (5) aktiviert wird.