[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen Aufzug, insbesondere einen Aufzug mit einem
Sicherheitssteuersystem, sowie einem Verfahren zur Steuerung eines Aufzuges.
[0002] Aufzüge dienen im Allgemeinen dazu, Personen oder Gegenstände in vertikaler Richtung
zu transportieren. Um hierbei Gefährdungen der Person beziehungsweise der Gegenstände
zu vermeiden, werden Sicherheitssteuersysteme eingesetzt. Diese überwachen zum Beispiel
mithilfe von Sensoren, das heisst beispielsweise anhand von Daten oder Signalen von
Sensoren, aktuelle Betriebszustände des Aufzuges. Weiter kann das Sicherheitssteuersystem
beim Feststellen eines unsicheren Zustands des Aufzuges Aktoren ansprechen, welche
das Aufzugsystem in einen sicheren Zustand überführen sollen. Die Fangbremse ist beispielsweise
ein solcher Aktor. So überwacht das Sicherheitssteuersystem zum Beispiel eine Geschwindigkeit
des Aufzuges. Wird ein unsicherer Zustand detektiert, aktiviert das Sicherheitssteuersystem
gewisse Aktoren. Beispielsweise wird eine Fangeinrichtung zum Bremsen der Aufzugskabine
aktiviert. Das Sicherheitssteuersystem stellt zusätzlich sicher, dass keine weiteren
Rufe mehr bedient werden. An das Sicherheitssteuersystem werden höchste Anforderungen
hinsichtlich Zuverlässigkeit und Sicherheit gestellt.
[0003] Aus dem Stand der Technik sind Aufzüge bekannt, welche ein zentrales Sicherheitssteuersystem
umfassen. Diese zentralen Sicherheitssteuersysteme sind mit einer Vielzahl von Sensoren
und Aktoren verbunden, welche an verschiedenen Positionen innerhalb des Aufzuges angeordnet
sind. Wird durch das zentrale Sicherheitssteuersystem, insbesondere durch die Sensoren,
welche mit diesem zentralen Sicherheitssteuersystem verbunden sind, ein unsicherer
Betriebszustand des Aufzuges festgestellt, so steuert das zentrale Sicherheitssteuersystem
eine oder mehrere aktivierbare Aktoren geeignet an, um den Aufzug in einen sicheren
Zustand zurückzuführen. Beispielsweise wird beim Erkennen einer offenen Schachttür
das Verfahren der Kabine im Aufzugschacht verhindert. Dies kann beispielsweise durch
das Auslösen des Aktors der Fangbremse geschehen. In einem solchen System werden Signale
von den im Aufzugschacht verteilten Sensoren unverarbeitet an das zentrale Sicherheitssteuersystem
übermittelt, welches allein, das heisst ausschliesslich die Daten verarbeitet und
interpretiert, um anschliessend unmittelbar die Aktoren anzusprechen.
[0004] Ein Nachteil eines solchen zentralen Sicherheitssteuersystems ist, dass die Signallaufzeiten
sehr lang werden können. Dies ist insbesondere bei Aufzügen mit einer grossen Anzahl
von Stockwerken der Fall. Aber auch bei Aufzügen mit nur einigen Stockwerken kann
durch die zentrale Architektur eine Verzögerung in der Übertragung der Daten der Sensoren,
sowie dem Eingreifen der Aktoren entstehen. Dies wird weiter durch die Auslastung
des zentralen Sicherheitssteuersystems mit einer Vielzahl von Überwachungsfunktionen
verschärft, da die Rechenkapazität des zentralen Sicherheitssteuersystems beschränkt
ist. So kann es zu Reaktionsverzögerungen im Aufzug kommen. Dies wiederum beeinträchtigt
die Sicherheit des Aufzuges.
[0005] Die
EP 2 022 742 A1 offenbart einen Aufzug mit einem dezentralen Sicherheitssteuersystem. Das dezentrale
Sicherheitssteuersystem weist mehrere Sicherheitssteuereinheiten auf, wobei die Sicherheitssteuereinheiten
über eine Busverbindung miteinander verbunden sind.
[0006] Die
US 2011/302466 A1 offenbart einen Aufzug mit einem Sicherheitssteuersystem, welches eine Mastereinheit
und mehrere Slaveeinheiten umfasst. Die Slaveeinheiten sind jeweils mit Sensoren und
Schaltern verbunden, wobei sie Signale dieser Sensoren und Schalter an die Mastereinheit
übermitteln. Die Mastereinheit verarbeitet die Daten und spricht bei Bedarf Aktoren
an, um den Aufzug in einen sicheren Zustand zu überführen.
[0007] Nachteilig bei den bekannten Sicherheitssteuersystemen ist, dass durch die Architektur
des Systems Verzögerungen entstehen. So wird die Reaktion des Aufzuges auf unsichere
Zustände unnötig verzögert.
[0008] Es ist deshalb die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, einen Aufzug zu schaffen,
welcher die Nachteile des Standes der Technik vermeidet und insbesondere einen Aufzug
und ein Verfahren zur Steuerung eines Aufzuges zu schaffen, bei welchen Verzögerungen
im Sicherheitssteuersystem möglichst reduziert werden und das Sicherheitssteuersystem
vereinfacht wird, so dass der Aufzug möglichst schnell auf unsichere Zustände reagieren
kann.
[0009] Die Aufgabe wird durch einen Aufzug sowie durch ein Verfahren zur Überwachung eines
Aufzuges gemäss den unabhängigen Ansprüchen gelöst.
[0010] Erfindungsgemäss umfasst der Aufzug einen Schacht, eine im Schacht verfahrbare Kabine,
einen Antrieb, welcher mit der Kabine wirkverbunden ist und durch welchen die Kabine
verfahrbar ist, eine Bremse, eine Mehrzahl von Schachttüren und ein Sicherheitssteuersystem.
Das Sicherheitssteuersystem umfasst eine sichere Sicherheitssteuereinheit eines ersten
Typs und wenigstens eine sichere Sicherheitssteuereinheit eines zweiten Typs. Die
Sicherheitssteuereinheit des ersten Typs und die wenigstens eine Sicherheitssteuereinheit
des zweiten Typs sind miteinander verbunden. Die wenigstens eine Sicherheitssteuereinheit
des zweiten Typs ist so ausgebildet, dass durch sie ein Zustand einer jeder der Schachttüren
erhebbar ist. Erfindungsgemäss ist das Sicherheitssteuersystem so ausgebildet, dass
der Zustand der Schachttüren unmittelbar ausschliesslich durch die wenigstens eine
Sicherheitssteuereinheit des zweiten Typs erhebbar ist.
[0011] Vorteilhaft erweist sich, dass durch das Vorhandensein von zwei voneinander getrennten
sicheren Sicherheitssteuereinheiten, durch die klare Zuweisung der Schachttüren zu
der wenigstens einen Sicherheitssteuereinheit des zweiten Typs und durch die ausschliessliche
unmittelbare Erhebung des Zustands der Schachttüren durch die wenigstens eine Sicherheitssteuereinheit
des zweiten Typs die Sicherheitssteuereinheiten spezifisch für den ihnen zugeteilten
Erhebungsauftrag ausgeführt werden können. Die Erhebung des Schachttürenzustands ist
sicherheitsrelevant, da bei offener Schachttür Personen in der Nähe des Schachts gefährdet
sind. Des Weiteren soll bei offener Schachttür das Verfahren der Kabine verhindert
oder wenigstens eingeschränkt werden. Mit der sicheren Sicherheitssteuereinheit des
zweiten Typs wird erfindungsgemäss eine Sicherheitssteuereinheit zur Verfügung gestellt,
welche für diese Aufgabe ausgelegt ist. Es ist ebenfalls wichtig, dass alle Schachttüren
überwacht werden. Die wenigstens eine Sicherheitssteuereinheit des zweiten Typs ist
sicher ausgestaltet, so dass sichergestellt ist, dass die Erhebung des Zustands der
Schachttüren zuverlässig ist. Das Sicherheitssteuersystem kann so die Überwachung
des Zustands der Schachttüren ausschliesslich der Sicherheitssteuereinheit des zweiten
Typs überlassen und sicher sein, dass diese Sicherheitssteuereinheit die Überwachung
zuverlässig ausfährt. Ein abschliessend und sicher erhobener Zustand der Schachttüren,
sprich ein einfaches "Tür(en) geschlossen / Tür(en) nicht geschlossen" kann anschliessend
im Sicherheitssteuersystem über die Verbindung an andere Einheiten, insbesondere an
die sichere Sicherheitssteuereinheit des ersten Typs übermittelt werden. So wird unter
anderem ermöglicht, eine auf das Überwachen der Schachttüren spezifische Geschwindigkeitsanforderung
in die Sicherheitssteuereinheit des zweiten Typs zu implementieren. Die Überwachung
jeder der Schachttüren durch die wenigstens eine Sicherheitssteuereinheit des zweiten
Typs ermöglicht es, die Sicherheitssteuereinheit des ersten Typs und gegebenenfalls
eine weitere vorhandene Sicherheitssteuereinheit frei von türüberwachungsspezifischen
Anforderung auszuführen. Dies erlaubt ein einfaches, effizientes und sicheres Sicherheitssteuersystem
zur Verfügung zu stellen.
[0012] Als sicher kann eine Sicherheitssteuereinheit, die beispielsweise den normierten
Sicherheits-Integritäts-Level 1 (Safety Integrity Level, SIL1), bevorzugt SIL2 und
besonders bevorzugt SIL3 nach IEC61508 und/oder EN8120 und/oder EN8150 erfüllt, angeschaut
werden.
[0013] Ein Zustand ist vorangehend und im Folgenden als eine zu einem gewissen Zeitpunkt
bestehende Lage der Schachttüren zu verstehen. Insbesondere kann der Zustand der Schachttür
geschlossen oder nicht geschlossen, das heisst offen, sein. Während die Sicherheitssteuereinheit
des zweiten Typs den Zustand der Schachttür unmittelbar ausschliesslich erhebt, ist
damit nicht ausgeschlossen, dass die Sicherheitssteuereinheit des zweiten Typs eine
auf diesem erhobenen Zustand basierende Information innerhalb des Sicherheitssteuersystems
beispielsweise an die sichere Steuereinheit des ersten Typs weiterleitet. Mit dem
ausschliesslichen und unmittelbaren Erheben ist gemeint, dass die Auswertung des/der
Sensorsignal(e) und die Ableitung des Zustandes aus dem/den Signalen ausschliesslich
durch und in der Sicherheitssteuereinheit des zweiten Typs geschieht. Das heisst,
dass die Sicherheitssteuereinheit des zweiten Typs diesen Zustand ohne Zuhilfe einer
anderen Sicherheitssteuereinheit eines anderen Typs abschliessend erhebt.
[0014] In einer bevorzugten Ausführungsform des Aufzuges umfasst das Sicherheitssteuersystem
eine sichere Sicherheitssteuereinheit des zweiten Typs pro Schachttür. Die Sicherheitssteuereinheiten
des zweiten Typs sind bevorzugt an den Schachttüren angebracht. Bevorzugt ist an jeder
der Schachttüren eine Sicherheitssteuereinheit des zweiten Typs angebracht.
[0015] Es wird so ermöglicht, dass jede der Schachttüren eine spezifisch für diese Schachttür
vorgesehene Sicherheitssteuereinheit des zweiten Typs aufweist. Die Sicherheitssteuereinheit
des zweiten Typs kann so vergleichsweise einfach ausgestaltet sein, da sie nur eine
Schachttür überwachen muss. In dieser Ausführungsform ist die Sicherheitssteuereinheit
des zweiten Typs bevorzugt an der Schachttür angeordnet, wodurch die Sicherheitssteuereinheit
des zweiten Typs unmittelbar bei der Schachttür ist und so Verzögerungen durch Übertragungen
von Signalen weiter reduziert werden können. Da die Sicherheitssteuereinheit des zweiten
Typs eine sichere Sicherheitssteuereinheit ist, muss die Verbindung zu wenigstens
einigen der Sensoren und/oder Aktoren, insbesondere einem Türschlosssensor und Türschlossaktor
sicher ausgeführt sein. Durch die Anordnung unmittelbar bei der entsprechenden Schachttür
entfällt der Aufwand, Verbindungen über lange Distanzen sicher ausführen zu müssen.
Des Weiteren erweist sich das Anordnen an der Schachttür vorteilhaft, da so die Sicherheitssteuereinheit
und die Verbindungen zu den auf der Schachttür vorhandenen Sensoren und Aktoren bereits
in einer Fabrik hergestellt werden können. Eine Montage vor Ort durch den Monteur
erübrigt sich. So ergibt sich eine einfach Sicherheitssteuereinheit des zweiten Typs,
welche Verzögerungen weiter reduziert und somit eine erhöhte Sicherheit des Sicherheitssteuersystems
ermöglicht.
[0016] Als sicher kann eine Verbindung, die beispielsweise den normierten Sicherheits-Integritäts-Level
1 (Safety Integrity Level, SIL1), bevorzugt SIL2 und besonders bevorzugt SIL3 nach
IEC 61508 und/oder EN81-20 und/oder EN81-50 erfüllt, angeschaut werden.
[0017] An der Schachttür angebracht meint vorangehend und im Folgenden, dass die Sicherheitssteuereinheit
als Teil der Schachttür ausgeführt ist. So kann die Sicherheitssteuereinheit beispielsweise
in einem Kasten oberhalb der Schachttürflügel angeordnet sein, in welchem auch die
Türflügel verlagerbar geführt werden. Dieser Kasten kann ausserhalb des Schachtes
und/oder innerhalb des Schachtes angeordnet sein. Die Sicherheitssteuereinheit kann
alternativ auch in einem Türposten angebracht sein.
[0018] In einer bevorzugten Ausführungsform des Aufzuges sind die sicheren Sicherheitssteuereinheiten
so ausgebildet, dass jeweils wenigstens ein ihnen zugeordneter Aktor durch sie steuerbar
ist. Der jeweilige Aktor ist bevorzugt unmittelbar ausschliesslich von dieser Sicherheitssteuereinheit
steuerbar.
[0019] Durch die Zuordnung eines Aktors zu einer Sicherheitssteuereinheit und durch die
unmittelbar ausschliessliche Ansteuerung dieses Aktors durch die Sicherheitssteuereinheit
können die beiden Komponenten in ihrer Ausführung aufeinander abgestimmt werden. So
kann die Sicherheitssteuereinheit beispielsweise in Bezug auf Rechen-, das heisst
Auswertegeschwindigkeit auf die Art des Aktors abgestimmt werden. So kann die Sicherheitssteuereinheit
des zweiten Typs mit einer anderen Auswertegeschwindigkeit, beispielsweise einer tieferen
Auswertegeschwindigkeit und dementsprechend auch mit einer anderen Sensorausleserate,
beispielsweise einer tieferen Ausleserate ausgeführt werden, als beispielsweise die
Sicherheitssteuereinheit des ersten Typs. So kann beispielsweise die Sicherheitssteuereinheit
des zweiten Typs auf die Vorgänge an der Schachttür ausgelegt sein, ohne dass sie
gleichzeitig auch für Vorgänge des sicherheitsrelevanten Abbremsens der Kabine ausgelegt
sein muss. Im Gegenzug kann die Sicherheitssteuereinheit des ersten Typs ausschliesslich
auf die für die notfallmässige Abbremsung (Fang) benötigte Auswertung ausgelegt sein.
Es kann so ein kostengünstiges und dennoch sicheres Sicherheitssteuersystem mit unterschiedlich
auf ihren Zweck zugeschnittenen Sicherheitssteuereinheiten gebildet werden.
[0020] Ein Aktor ist vorangehend und im Folgenden als eine Komponente zu verstehen, durch
welche der physikalische Zustand des Aufzuges verändert (oder entgegen sonstigen Einwirkungen
beibehalten) werden kann. Beispielsweise ist die Bremse, insbesondere auch die Fangbremse,
sowie der Antrieb, insbesondere auch Türenantriebe, und Türschloss ein Aktor. Mit
einem Aktor, der unmittelbar ausschliesslich von einer Sicherheitssteuereinheit angesteuert
wird, ist vorangehend und im Folgenden gemeint, dass die konkrete Ansteuerung mit
den benötigten Signalen und Energie zur Zustandsänderung des Aktors ausschliesslich
durch die jeweils zugeordnete Sicherheitssteuereinheit geschieht. Damit ist nicht
ausgeschlossen, dass die dem Aktor zugeordnete Sicherheitssteuereinheit von einer
anderen Sicherheitssteuereinheit den abstrakten, mittelbaren Befehl erhält, den Zustand
zu ändern. Damit die Sicherheitssteuereinheit den zugeordneten Aktor unmittelbar ausschliesslich
steuern kann, sind die dazu benötigten Sensoren, die den Zustand des Aktors erhebbar
machen mit der Sicherheitssteuereinheit verbunden. Die Sicherheitssteuereinheit ermöglicht
so die Implementierung eines in sich geschlossenen Regelkreises des Aktors, ohne dabei
auf abgesetzte Signale und/oder Auswertekapazität oder Information anderer Sicherheitssteuereinheiten
zurückgreifen zu müssen.
[0021] In einer bevorzugten Ausführungsform des Aufzuges umfasst jede Schachttür als Aktor
ein sicheres Türschloss und/oder einen aktiven Türantrieb. Das Sicherheitssteuersystem
ist so ausgebildet, dass die Türschlösser und/oder die Türantriebe unmittelbar ausschliesslich
durch die wenigstens eine Sicherheitssteuereinheit des zweiten Typs steuerbar sind.
[0022] Ein Türschloss blockiert in einem ersten Zustand ein Öffnen der Schachttür und blockiert
dieses in einem zweiten Zustand nicht, das heisst gibt das Öffnen der Tür frei. Ist
das Türschloss so ausgeführt, dass der Zustand, in welchem das Türschloss das Öffnen
der Tür blockiert, nur dann einnehmbar ist, wenn auch die Tür, beziehungsweise die
Türflügel in einem blockierbaren Zustand ist/sind (in anderen Worten ist das Türschloss
«fail-safe» ausgebildet und kann deshalb als sicher bezeichnet werden), so kann alleine
durch die Überwachung der beiden Zustände "blockiert", beziehungsweise "nicht blockiert"
des Türschlosses darauf geschlossen werden, ob die Schachttür zu und blockiert oder
offen (nicht zu ) und unblockiert ist. Es kann somit ein dem Türschloss zugewiesene
sichere Sicherheitssteuereinheit des zweiten Typs bereitgestellt werden, welche unmittelbar
ausschliesslich, das heisst ohne weitere Sensoren beziehungsweise Aktoren, einen sicheren
Zustand des Aufzuges in Bezug auf die Schachttür feststellen kann. Beispielsweise
kann das Türschloss als ein durch einen Elektromagnet festhaltbaren Bolzen ausgeführt
sein. Der Bolzen kann sich bevorzugt nur dann mithilfe der Schwerkraft in einen geschlossenen
Zustand bewegen, wenn die Türflügel geschlossen sind und das Elektromagnet stromlos
ist. Das heisst, die Türflügel blockieren das durch die Schwerkraft bewirkte Nachuntenfallen
des Bolzens so lange, als die Türen nicht verschlossen sind. Mit der Überwachung der
Position des Bolzens kann so eine fail-safe Türverriegelung ausgeführt werden, von
welcher der Schachttürenzustand einfach und sicher erhebbar ist. Des Weiteren oder
als Alternative kann die Schachttür auch mit einem aktiven Antrieb versehen sein.
Die Kombination von sicherer Sicherheitssteuereinheit und aktivem Antrieb, welcher
durch die sichere Sicherheitssteuereinheit unmittelbar und ausschliesslich gesteuert
werden kann , ermöglicht ebenfalls den Zustand der Schachttür lokal, das heisst ausschliesslich
durch die beiden Komponenten (Sicherheitssteuereinheit/Antrieb ) und gegebenenfalls
mit der Sicherheitssteuereinheit verbundenen Sensoren, beispielsweise Sensoren zur
Detektion der Position der Türflügel (oder Position des Verriegelungsbolzen) sicherzustellen.
Die Kombination Sicherheitssteuereinheit und aktiver Türantrieb kann so den kritischen
Zustand von offenen Schachttüren erheben. So kann das Steuersystem über Abfrage des
Türenzustandes bei der Sicherheitssteuereinheit des zweiten Typs sicherstellen, dass
die Kabine im Schacht erst dann verfahren wird, wenn ein sicherer Zustand vorliegt.
Der Vorteil eines Türschlosses und/oder eines aktiven Antriebs, wie oben und im Folgenden
beschrieben ist, dass es keine unerwarteten Türöffnungsbewegungen gibt. Es kann so
ein Aufzug gebaut werden, in welchem die Schachttür ausschliesslich (das heisst ein
unerwartetes Öffnen einer Schachttür durch einen Servicetechniker mit Dreikantschlüssel,
wie es in vielen Aufzugsanlagen vorgesehen ist, ist nicht möglich) durch die sichere
Sicherheitssteuereinheit des zweiten Typs gesteuert wird. Ein unerwartetes Öffnen
beispielsweise durch einen Monteur muss in der Auslegung des Sicherheitssteuersystems
nicht mitberücksichtig werden. Dies reduziert insbesondere die Geschwindigkeitsanforderungen
an das Sicherheitssteuersystem in Bezug auf Auslese- und Auswertegeschwindigkeit.
So können Sensoren jeweils ausschliesslich nach einer durch das System beauftragten
Zustandsänderung abgefragt werden. Es entfällt so die Notwendigkeit für ein schnelles,
auf das Detektieren von unvorhersehbaren Ereignissen ausgelegtes Erheben des Schachttüren
Zustandes.
[0023] Weiter wird durch die fail-safe Ausführung der Kommunikation ermöglicht, dass die
Verbindung zwischen der Sicherheitssteuereinheit des zweiten Typs und der Sicherheitssteuereinheit
des ersten Typs als einfache, unsichere Wireless-Verbindungen ausgeführt sein kann.
Dies ermöglicht es die bevorzugt an jeder Schachttür vorhandene Sicherheitssteuereinheit
des zweiten Typs einfach und kostengünstig in das Sicherheitssteuersystem einzubinden.
[0024] Eine unsichere Verbindung ist eine Verbindung, die kein normiertes Sicherheits-Integritäts-Level
(Safety Integrity Level) erfüllt oder gegebenenfalls auch ein tieferes Sicherheits-Integritäts-Level
(Safety Integrity Level) als das die relevante Norm, bspw. die EN61508 und/oder EN8120
und/oder EN8150 vorschreibt erfüllt, angeschaut werden. Es wird so eine sogenannte
«Black Channel» Kommunikation implementiert, in welcher zwei sichere Einheiten über
eine unsichere Verbindung sicher miteinander kommunizieren.
[0025] In einer bevorzugten Ausführungsform des Aufzuges ist der durch die Sicherheitssteuereinheit
des zweiten Typs erhobene Zustand ein Zustand des Türschlosses und/oder des Türantriebs.
Der Zustand signalisiert dabei eine geschlossene oder eine nicht geschlossene Schachttür.
[0026] Ist die Kommunikation auf den Austausch einer Statusinformation in Form einer binären
Information ("Tür zu" entspricht einem sicheren Zustand / "Tür nicht zu" entspricht
einem unsicheren Zustand) beschränkt, so kann die empfangende Sicherheitssteuereinheit
ein Nichtempfangen dieser Statusinformation als ein "Tür nicht zu" oder anders ausgedrückt
als unsicheren Zustand bewerten. Es entfällt so die Notwendigkeit, diese Kommunikation
sicher auszuführen, da der zu übertragende Zustand die Übertragung in einer "fail-safe"
Art ermöglicht. So wird die Notwendigkeit einer sicheren Kommunikation auf die sicherheitsrelevanten
Aktoren und Sensoren, welche in der sicheren Sicherheitssteuereinheit des zweiten
Typs selbst angebracht sind, beschränkt.
[0027] In einer bevorzugten Ausführungsform des Aufzuges ist das Sicherheitssteuersystem
so ausgebildet, dass die Bremse unmittelbar ausschliesslich durch die Sicherheitssteuereinheit
des ersten Typs steuerbar ist, wobei die Sicherheitssteuereinheit des ersten Typs
und die Bremse bevorzugt an der Kabine angeordnet sind.
[0028] Es muss so ausschliesslich die Sicherheitssteuereinheit des ersten Typs auf die Anforderung
einer sicheren Bremsung der Aufzugskabine ausgelegt werden. Durch die bevorzugte Anordnung
der Sicherheitssteuereinheit des ersten Typs in physikalischer Nähe der Bremse werden
Reaktionsverzögerungen auf Grund von Übertragungsverzögerungen minimiert.
[0029] In einer bevorzugten Ausführungsform des Aufzuges ist die Sicherheitssteuereinheit
des zweiten Typs so ausgebildet, dass die Sicherheitssteuereinheit des zweiten Typs
in regelmässigem Abstand ein Signal zur Überprüfung der Kommunikation an die Sicherheitssteuereinheit
des ersten Typs sendet. Dieser Abstand ist beispielsweise grösser als 1 s, bevorzugt
grösser 30 s, und besonders bevorzugt grösser 1 min.
[0030] Durch die regelmässige Übermittlung von einem Signal zur Überprüfung der Kommunikation
zwischen der Sicherheitssteuereinheit des zweiten Typs und der Sicherheitssteuereinheit
des ersten Typs kann sichergestellt werden, dass die Sicherheitssteuereinheit des
ersten Typs, das heisst die Empfängereinheit der Statusinformation, in regelmässigen
Abständen darüber informiert wird, dass die Kommunikation zwischen den beiden Einheiten
noch funktioniert. Weiss die Sicherheitssteuereinheit des ersten Typs, dass die Kommunikation
funktioniert und weiter auch, dass die Sicherheitssteuereinheit des zweiten Typs kürzlich
eine Statusinformation zum sicheren Zustand der Schachttür gesendet hat, der Aufzug
keine Zustandsänderung der Schachttüren eingeleitet hat und dass unerwartete Zustandsänderungen
der Schachttüren nicht möglich sind, so kann die Sicherheitssteuereinheit des ersten
Typs zuverlässig auf einen sicheren Zustand des Aufzuges im Bereich der Schachttüren
schliessen. Details zum Zustand der Tür, das heisst Sensorinformationen der Sensoren
rund um die Tür sind in der Sicherheitssteuereinheit des ersten Typs dazu nicht nötig.
[0031] In einer bevorzugten Ausführungsform des Aufzuges umfasst das Sicherheitssteuersystem
wenigstens eine Sicherheitssteuereinheit eines dritten Typs. Die Sicherheitssteuereinheit
des dritten Typs ermöglicht einen Safe-Torque-Off des Antriebs. Die Sicherheitssteuereinheit
des ersten Typs und die Sicherheitssteuereinheit des dritten Typs sind miteinander
verbunden.
[0032] Durch die Sicherheitssteuereinheit des dritten Typs wird die durch den Aktor Antrieb
auszuführende sicherheitsrelevante Funktion der sicheren Abschaltung des Drehmoments
(Safe-Torque-Off) ermöglicht. Es wird so gewährleistet, dass auch die Sicherheitssteuereinheit
dieses Aktors separat von den anderen Sicherheitssteuereinheiten ausgebildet wird
und dadurch nach Möglichkeit direkt neben oder in unmittelbarer Nähe des Antriebs
angeordnet werden kann, womit Verzögerungen auf Grund Übertragungsverzögerungen weiter
reduziert werden können.
[0033] In einer bevorzugten Ausführungsform des Aufzuges ist eine Verbindung zwischen den
Sicherheitssteuereinheiten als Wireless- und/oder Kabelverbindung ausgeführt. Insbesondere
die Verbindung der Sicherheitssteuereinheit des dritten Typs mit der Sicherheitssteuereinheit
des ersten Typs ist als Kabelverbindung ausgeführt. Die Verbindung zwischen der Sicherheitssteuereinheit
des ersten Typs und der wenigstens einen Sicherheitssteuereinheit des zweiten Typs
ist bevorzugt als Wireless-Verbindung, besonders bevorzugt als unsichere Wireless-Verbindung,
ausgeführt.
[0034] Das Signal der Sicherheitssteuereinheit des dritten Typs ist ein binäres Signal,
welches dem Antrieb in einem ersten Zustand den Betrieb im Normalbetriebszustand ermöglicht
und welches im zweiten Zustand die Verbindung des Umrichters mit der Maschine unterbricht,
bspw. durch elektromagnetische Schütze, welche die Verbindung trennen oder durch Halbleiterschalter,
welche sicherstellen, dass kein Strom mehr in die Maschine fliesst. Aufgrund der binären
Natur dieses Signals kann die Verbindung sehr einfach, beispielsweise durch eine zweidrahtige
Kabelverbindung ausgeführt werden. Hinzu kommt, dass die Kommunikation unidirektional
ist, da die Sicherheitssteuereinheit des dritten Typs zumindest in ihrer einfachsten
Ausführungsform des Safe-Torque-Offs keine Bestätigung oder Statusinformation an die
Sicherheitssteuereinheit des ersten Typs zurücksendet.
[0035] In einer weiteren Ausführungsform ist die Sicherheitssteuereinheit des dritten Typs
eine eigenständige Sicherheitssteuereinheit, welche in bidirektionaler Kommunikation
mit der Sicherheitssteuereinheit des ersten Typs steht. Dabei kann die Kommunikation
so wie die Kommunikation zwischen der Sicherheitssteuereinheit des ersten Typs und
die Sicherheitssteuereinheit des zweiten Typs aufgebaut ist aufgebaut sein.
[0036] Wie vorangehend und im Folgenden beschrieben, ist durch die Ausführung des erfindungsgemässen
Aufzuges die Kommunikation innerhalb des Sicherheitssteuersystems, das heisst zwischen
den Sicherheitssteuereinheiten des ersten Typs und der Sicherheitssteuereinheit des
zweiten Typs, auf ein Minimum beschränkt und so ausgebildet, dass die Kommunikation
fail-safe ist, das heisst, dass ein Ausbleiben einer Kommunikation als unsicherer
Zustand bewertet wird. Die Anforderung an die Verbindung zwischen diesen Sicherheitssteuereinheiten
ist deshalb gering. Dies ist insbesondere vorteilhaft, da die Sicherheitssteuereinheit
des zweiten Typs bei den jeweiligen Schachttüren und die Sicherheitssteuereinheit
des ersten Typs auf der Kabine angeordnet sein kann. Beispielsweise kann in der Schachttür
ein Wireless-Modul vorhanden sein, welches die Statusinformation der Sicherheitssteuereinheit
des zweiten Typs sendet, wobei in der Sicherheitssteuereinheit des ersten Typs ein
entsprechender Wireless-Empfänger vorhanden ist, der diese Information empfängt. So
kann eine einfache und kostengünstige Verbindung zwischen den Einheiten realisiert
werden. Insbesondere entfällt ein aufwendiges Verkabeln der Schachttüren und die Verbindung
dieser auf die Kabine via Hängekabel.
[0037] In einer bevorzugten Ausführungsform des Aufzuges umfasst die Sicherheitssteuereinheit
des ersten Typs und/oder die Sicherheitssteuereinheit des zweiten Typs eine unsichere
Schnittstelle zur Verbindung mit Sensoren und/oder Aktoren. Insbesondere umfasst die
Sicherheitssteuereinheit des zweiten Typs eine unsichere Schnittstelle zur Verbindung
mit einem Sensor zur Detektion der Präsenz einer Kabinentür, bevorzugt einem Manget-Sensor,
sowie gegebenenfalls zur Verbindung mit einer Schachttürantriebseinheit für die Steuerung
der Schachtürbewegungen. Insbesondere umfasst die Sicherheitssteuereinheit des ersten
Typs eine unsichere Schnittstelle zur Verbindung mit Positionssensoren und/oder Geschwindigkeits-
sowie Beschleunigungssensoren.
[0038] Eine unsichere Schnittstelle ist eine Schnittstelle, die kein normiertes Sicherheits-Integritäts-Level
(Safety Integrity Level) erfüllt oder gegebenenfalls auch ein tieferes Sicherheits-Integritäts-Level
(Safety Integrity Level) als das die relevante Norm, bspw. die EN61508 und/oder EN8120
und/oder EN8150 vorschreibt erfüllt, angeschaut werden.
[0039] Während gewisse Sensoren für die Erhebung eines sicheren Zustands des überwachten
Aktors/Aktoren unerlässlich sind, können weitere Aktoren und/oder Sensoren, welche
sicherheitsirrelevante Zustände erheben/bewirken vorhanden sein. So kann beispielsweise
bei einer Schachttür mit aktivem Türantrieb und einem fail-safe Türschloss der Sensor
zur Detektion des Zustands des Türschlosses allein bereits die geforderten Sicherheitsanforderungen
in Bezug auf die Schachttüre erfüllen. Ein Sensor, der die Türbewegung aufgrund des
aktiven Antriebs überwacht, ist in diesem Fall nicht sicherheitsrelevant und muss
daher auch nicht sicher ausgeführt sein. So kann in diesem Fall der Türbewegungssensor
über die unsichere Schnittstelle mit der sicheren Sicherheitssteuereinheit des zweiten
Typs verbunden sein.
[0040] In einer bevorzugten Ausführungsform des Aufzuges umfasst die Sicherheitssteuereinheit
des ersten Typs und/oder die Sicherheitssteuereinheit des zweiten Typs eine sichere
Schnittstelle zur Verbindung mit Sensoren und/oder Aktoren. Insbesondere umfasst die
Sicherheitssteuereinheit des zweiten Typs eine sichere Schnittstelle zur Verbindung
eines Türlockstatussensors, sowie eine Schnittstelle zur Ansteuerung des Elektromagneten
(Aktor) des Türschlosses. Insbesondere umfasst die Sicherheitssteuereinheit des ersten
Typs eine sichere Schnittstelle zur Verbindung eines Schlafseil-Detektors und einer
Lastmessvorrichtung, sowie eine sichere Schnittstelle zur Ansteuerung der Bremse und/oder
der Safe-Torque-Off-Funktion (in Form eines Signals aus der Sicherheitssteuereinheit
des ersten Typs zur Auslösung des STO-Zustands (Trennung der Maschine vom Umrichter)
oder eine Verbindung auf eine separate, eigenständige sichere Sicherheitssteuereinheit
des dritten Typs, welche die STO-Funktion implementiert).
[0041] Als sicher kann eine Schnittstelle, die beispielsweise den normierten Sicherheits-Integritäts-Level
1 (Safety Integrity Level, SIL1), bevorzugt SIL2 und besonders bevorzugt SIL3 nach
IEC61508 und/oder EN8120 und/oder EN8150 erfüllt, angeschaut werden.
[0042] Die sichere Schnittstelle ermöglicht die Verbindung der für den Sicherheitszustand
des Aufzuges relevanten Aktoren und Sensoren, und ermöglicht so die Bereitstellung
eines sicheren Sicherheitssteuersystems durch die Bereitstellung von in sich geschlossenen
sicheren Sicherheitssteuereinheiten.
[0043] Zur Lösung der Aufgabe führt ebenfalls ein Verfahren zur Steuerung eines Aufzuges,
bevorzugt wie vorangehend und im Folgenden beschrieben, das Verfahren umfassend die
Schritte:
- Erheben eines sicheren Zustands wenigstens einer, bevorzugt aller, Schachttüren einer
Mehrzahl von Schachttüren durch Erhebung eines sicheren Zustandes eines Aktors der
Schachttür durch wenigstens eine sichere Sicherheitssteuereinheit eines zweiten Typs,
wobei der erhobene Zustand insbesondere entweder "Geschlossen" oder "Nicht geschlossen"
signalisiert,
- Übermitteln, insbesondere unsicheres übermitteln, insbesondere übermitteln über eine
Wireless-Verbindung, des erhobenen Zustandes der wenigstens einen, bevorzugt aller,
Schachttüren von der wenigstens einen Sicherheitssteuereinheit des zweiten Typs zu
einer Sicherheitssteuereinheit eines ersten Typs.
[0044] Beim vorangehenden und im folgenden beschriebenen Verfahren wird der Zustand einer
Schachttür indirekt über den Zustand eines Aktors erhoben, das heisst beurteilt. Ist
der Aktor sicher, das heisst beispielsweise fail-safe ausgeführt, kann eine sichere
Zustandserhebung indirekt durch die Erhebung des Zustands dieses sicheren Aktors geschehen.
Beispielsweis kann ein fail-safe Türschlosses oder ein aktiver, sicherer Türantrieb
als Aktor zur indirekten Erhebung des sicheren Zustands benutzt werden.
[0045] Ein Aktor eignet sich zur indirekten Überwachung des Zustandes des durch den Aktor
direkt oder indirekt betätigbaren, das heisst durch den Aktor kontrollierbaren Objekts,
(im vorliegenden Fall die Schachttür), wenn der Aktor eine sichere Ansteuerung umfasst
und der zu überwachende Zustand (bspw. geschlossen/nicht geschlossen) des zu überwachende
Objekts (bspw. Schachttür) ausschliesslich nach/durch Betätigung des Aktors veränderbar
ist. Denn dadurch können unerwartete Zustandsänderung, bspw. ein manuelles Öffnen
der Schachttür durch den Monteur ausgeschlossen werden. Im Gegensatz zu einem Aufzug
mit klassischem Türschalter, welcher jeder Zeit eine unerwarteten Türöffnung innerhalb
kürzester Zeit feststellen muss, werden die Anforderungen an das Sicherheitssteuersystem
des zweiten Typs, welches den Zustand unmittelbar erhebt reduziert, insbesondere muss
der überwachte Zustand weniger oft erhoben werden.
[0046] Die Zustandsunterscheidung "Geschlossen" und "Nicht geschlossen" kann dabei durch
einen Sensor erhoben werden, welcher nur feststellt, ob die Schachttür in einem geschlossenen
Zustand ist, wobei in allen anderen Fällen, inklusive dem Fall, in welchem der Sensor
ausfällt ein Zustand "Nicht geschlossen" erhoben wird.
[0047] In einer bevorzugten Ausführungsform weist jeder der Schachttüren ein sicheres Türschloss
auf, wobei im Verfahren zur Steuerung des Aufzuges
In einer bevorzugten Ausführungsform des Verfahrens zur Steuerung des Aufzuges umfasst
das Verfahren weiter die Schritte:
- Empfangen des übermittelten Zustandes durch die Sicherheitssteuereinheit des ersten
Typs,
- Freigabe eines Öffnens einer Bremse, insbesondere Lösen einer Bremse, durch die Sicherheitssteuereinheit
des ersten Typs falls alle der Empfangen Zustände dem Zustand "Geschlossen" entsprechen,
- Blockieren eines Öffnens der Bremse durch die Sicherheitssteuereinheit des ersten
Typs falls einer der empfangenen Zustände "Nicht geschlossen" ist oder nicht alle
Zustände empfangen wurden.
[0048] In einer bevorzugten Ausführungsform des Verfahrens zur Steuerung des Aufzuges umfasst
das Verfahren weiter die Schritte:
- wiederholtes Senden eines Signals zur Überprüfung der Kommunikation durch die Sicherheitssteuereinheit
des zweiten Typs an die Sicherheitssteuereinheit des ersten Typs im Abstand eines
definierten Zeitintervalls,
- Feststellen der Kommunikationsfähigkeit zwischen der Sicherheitssteuereinheit des
ersten Typs und der Sicherheitssteuereinheit des zweiten Typs bei Empfang des Signals
zur Überprüfung der Kommunikation, und
- Feststellen eines Fehlerzustandes der Kommunikation zwischen der Sicherheitssteuereinheit
des ersten Typs und der Sicherheitssteuereinheit des zweiten Typs beim Ausbleiben
eines Empfangs des Signals nach einer Zeitdauer, welche länger als das definierte
Zeitintervall ist, wobei das definierte Zeitintervall bevorzugt länger als 1 Sekunde,
bevorzugt länger als 30 Sekunden, besonders bevorzugt länger 2 Minuten ist.
[0049] In einer weiteren Ausführungsform des Verfahrens umfasst dieses weiter den Schritt:
- Senden des STO-Befehls bzw. Freigabe eines STO-Betriebs von der Sicherheitssteuereinheit
des ersten Typs zur Sicherheitssteuereinheit des dritten Typs.
[0050] Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich anhand der
nachfolgenden Beschreibung von Ausführungsbeispielen sowie anhand der Zeichnungen,
in welchen gleiche oder funktionsgleiche Elemente mit identischen Bezugszeichen versehen
sind.
[0051] Hierbei zeigen
- Fig. 1:
- eine stark vereinfachte und schematische Darstellung eines Aufzuges mit einem Aufzugschacht
und einer Kabine,
- Fig. 2:
- ein schematisiertes Blockdiagramm des Sicherheitssteuersystems.
[0052] Fig. 1 zeigt einen Aufzug 2. Der Aufzug 2 ist in einer Seitenansicht gezeigt. Ein
Teil des Aufzuges 2 ist in einer Frontansicht gezeigt, wobei dies durch die gestrichpunktete
Linie angezeigt ist.
[0053] Der Aufzug 2 umfasst eine Kabine 4, welche entlang des Schachtes 3 verfahrbar ist.
Die Aufzugskabine 4 ist durch ein Tragmittel gehalten, wobei das Tragmittel beispielsweise
ein Seil oder ein Riemen ist. Am anderen Ende ist das Tragmittel mit einem Gegengewicht
verbunden. Das Tragmittel wird über einen Antrieb 6 angetrieben.
[0054] Die Kabine 4 umfasst eine Kabinentür 15 zum Öffnen und Schliessen eines Zugangs zur
Kabine 4. Die Kabinentür wird in diesem Ausführungsbeispiel über einen aktiven Türantrieb
geöffnet. Der Kabinentürantrieb ist über eine Sicherheitssteuereinheit eines ersten
Typs 14, welche auf der Kabine angeordnet ist, steuerbar.
[0055] An jedem der Mehrzahl von Stockwerken 21', 21", 21‴ ist wenigstens eine Schachttür
10 vorgesehen. Die Schachttür 10 kann geöffnet bzw. geschlossen werden, um so Zugang
zum Schacht 3 zu gewähren bzw. zu blockieren. Der Aufzug 2 umfasst weiter an jeder
Schachttür 10 einen aktiven Antrieb. Dieser aktive Antrieb ermöglicht das Öffnen bzw.
Schliessen der Schachttür durch ein laterales Verschieben der Schachttürflügel. Jede
der Schachttüren 10 ist durch eine eigene Sicherheitssteuereinheit eines zweiten Typs
16 steuerbar.
[0056] Der Aufzug umfasst weiter an der Kabine 4 eine Kabinenbremse 8, wobei die Kabinenbremse
8 durch die Sicherheitssteuereinheit des ersten Typs 14 gesteuert wird.
[0057] In einem Joch des Türrahmens 25 oberhalb der Türflügel 27 ist eine Sicherheitssteuereinheit
des zweiten Typs 16 pro Stockwerk 21', 21", 21‴ und Schachttürangeordnet. Ebenfalls
in diesem Kasten 25 befindet sich ein Türschloss 20 sowie ein aktiver Türantrieb 22
als auch ein Wireless-Kommunikationsmodul zur kabellosen Verbindung 26 zur Sicherheitssteuereinheit
des ersten Typs 14, sowie ein Sensor 36 zur Überwachung des Zustandes des Türschlosses.
Die Sicherheitssteuereinheit des zweiten Typs 16 umfasst eine sichere Schnittstelle
32 und eine unsichere Schnittstelle 34.
[0058] In einem Normalbetrieb des Aufzuges 2 wird die Kabine 4 von einem Stockwerk 21" zu
einem anderen Stockwerk 21' gefahren. Die Bewegung der Aufzugskabine geschieht dabei
durch Einwirken des Antriebs auf das Tragmittel. Der Antrieb 6 ist dabei so gesteuert,
dass die Kabine 4 bei Erreichen des entsprechenden Stockwerks anhält. Die Passagiere
können nun aus- bzw. einsteigen.
[0059] Fig. 2 zeigt das Sicherheitssteuersystem 12 des Aufzuges 2. Das Sicherheitssteuersystem
12 ist schematisch in drei Bereiche unterteilt. Ein erster Bereich 10 (durch die Umrandung
mit dem Bezugszeichen 10 gekennzeichnet) stellt den Teil des Sicherheitssteuersystems
12 dar, welcher an den Schachttüren 10 oder in unmittelbarer Nähe der Schachttüren
angeordnet ist. Ein zweiter Bereich (durch die Umrandung mit dem Bezugszeichen 4 gekennzeichnet)
stellt den Teil des Sicherheitssteuersystems 12 dar, welcher an der Kabine 4 angeordnet
ist. Weiter existiert ein dritter Teil (Umrandung mit dem Bezugszeichen 6 gekennzeichnet),
welcher der Teil des Sicherheitssteuersystems 12 ist, welcher beim Antrieb 6 angeordnet
ist.
[0060] Im Bereich der Schachttüren 10 sind zwei identische Sicherheitssteuereinheiten des
zweiten Typs 16 und entsprechende Sensoren 36 und Aktoren 20, 22, 38 gezeigt. Die
sichere Steuereinheit des zweiten Typs 16 ist über eine sichere Schnittstelle 32 und
eine sichere Verbindung 28 sowohl auf einen ersten Aktor 20 in Form eines Türschlosses
verbunden als auch auf einen Sensor 36, wobei dieser Sensor den Zustand des Türschlosses
20 überwacht. Weiter ist die sichere Sicherheitssteuereinheit des zweiten Typs 16
über eine unsichere Schnittstelle 34 und eine unsichere Verbindung 30 mit weiteren
Sensoren 36, namentlich einem Magnetsensor zur Detektion einer Kabine in der Nähe
der Schachttür, sowie einem Aktor 22 in Form eines Türantriebs verbunden.
[0061] Im Bereich der Kabine 4 umfasst das Sicherheitssteuersystem 12 eine sichere Sicherheitssteuereinheit
des ersten Typs 14. Diese Sicherheitssteuereinheit 14 ist mit einer Mehrzahl von Sensoren
36 verbunden, wobei in diesem Ausführungsbeispiel vier Sensoren 36 dargestellt sind.
Es ist eine Kamera auf dem Kabinendach und eine Kamera an dem Kabinenboden als Sensor
36 angeschlossen. Die Kamera dienen dabei wenigstens der Überwachung des Raums, in
welchem ein Servicetechniker während der Maintenance arbeitet. Diese Sensoren 36 sind
über eine unsichere Verbindung 30 über die unsichere Schnittstelle 34 mit der Sicherheitssteuereinheit
14 verbunden. Weitere sind ein Beschleunigungssensor und ein Absolutpositionssensor
ebenfalls über eine unsichere Schnittstelle 34 und Verbindung 30 verbunden. Weiter
sind drei Sensoren 36 über eine sichere Verbindung 28 mit der Sicherheitssteuereinheit
14 verbunden. Es sind zwei Schlaffseilsensoren vorhanden und ein Sensor 36 zur Bestimmung
des Gewichts in der Kabine 4. Die Sicherheitssteuereinheit 14 ist weiter über jeweils
eine sichere Verbindung 28 mit zwei Aktoren 8, welches Bremsen sind, verbunden. Ebenfalls
umfasst die Sicherheitssteuereinheit eine sichere Verbindung 28 in den Bereich des
Antriebs 6, über welche die STO-Funktion im Umrichter ausgelöst werden kann.
[0062] Abschliessend ist darauf hinzuweisen, dass Begriffe wie "aufweisend", "umfassend"
etc. keine anderen Elemente oder Schritte ausschliessen und Begriffe wie "eine" oder
"ein" keine Vielzahl ausschliessen. Ferner sei darauf hingewiesen, dass Merkmale oder
Schritte, die mit Verweis auf eines der obigen Ausführungsbeispiele beschrieben worden
sind, auch in Kombination mit anderen Merkmalen oder Schritten anderer oben beschriebener
Ausführungsbeispiele verwendet werden können. Bezugszeichen in den Ansprüchen sind
nicht als Einschränkung anzusehen.
1. Aufzug (2), umfassend
einen Schacht (3),
eine im Schacht (3) verfahrbare Kabine (4),
einen Antrieb (6), welcher mit der Kabine (4) wirkverbunden ist und durch welchen
die Kabine (4) verfahrbar ist,
eine Bremse (8),
eine Mehrzahl von Schachttüren (10) und
ein Sicherheitssteuersystem (12), umfassend
eine sichere Sicherheitssteuereinheit eines ersten Typs (14) und wenigsten
eine sichere Sicherheitssteuereinheit eines zweiten Typs (16), wobei
die Sicherheitssteuereinheit des ersten Typs (14) und die wenigstens eine Sicherheitssteuereinheit
des zweiten Typs (16) miteinander verbunden sind, wobei die wenigsten eine Sicherheitssteuereinheit
des zweiten Typs (16) so ausgebildet ist, dass durch die wenigstens eine Sicherheitssteuereinheit
des zweiten Typs (16) ein Zustand einer jeder der Schachttüren (10) erhebbar ist,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Sicherheitssteuersystem (12) so ausgebildet ist, dass der Zustand der Schachttüren
(10) unmittelbar ausschliesslich durch die wenigsten eine Sicherheitssteuereinheit
des zweiten Typs (16) erhebbar ist.
2. Aufzug (2) nach Anspruch 1, wobei das Sicherheitssteuersystem (12) eine sichere Sicherheitssteuereinheit
des zweiten Typs (16) pro Schachtür (10) umfasst, wobei die Sicherheitssteuereinheiten
des zweiten Typs (16) bevorzugt an den Schachtüren (10) angebracht sind.
3. Aufzug (2) nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die sicheren Steuereinheiten
(14, 16) so ausgebildet sind, dass jeweils wenigstens ein ihnen zugeordneter Aktor
(8, 20, 22) durch sie steuerbar ist, wobei der jeweilige Aktor (8, 20, 22, 36) bevorzugt
unmittelbar ausschliesslich von dieser Sicherheitssteuereinheit (14, 16) steuerbar
ist.
4. Aufzug (2) nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei jede der Schachttüren (10)
als Aktor ein sicheres Türschloss (20) und/oder einen aktiven Türantrieb (22) umfasst,
wobei das Sicherheitssteuersystem (12) so ausgestaltet ist, dass die Türschlösser
(20) und/oder die Türantriebe (22) unmittelbar ausschliesslich durch die wenigstens
eine Sicherheitssteuereinheit des zweiten Typs (16) steuerbar sind.
5. Aufzug nach Anspruch 4, wobei der durch die Sicherheitssteuereinheit des zweiten Typs
(16) erhobene Zustand, ein Zustand des Türschlosses (20) und/oder des Türantriebs
(22) ist, wobei der Zustand eine geschlossene oder eine nicht geschlossene Schachttür
(10) signalisiert.
6. Aufzug (2) nach Anspruch 3, wobei das Sicherheitssteuersystem so ausgebildet ist,
dass die Bremse (8) unmittelbar ausschliesslich durch die Sicherheitssteuereinheit
des ersten Typs (14) steuerbar ist, wobei diese bevorzugt an der Kabine (4) angebracht
ist und die Bremse (8) bevorzugt als Kabinenbremse ausgeführt ist.
7. Aufzug nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die wenigstens eine Sicherheitssteuereinheit
des zweiten Typs (16) so ausgebildet ist, dass sie im Fall eines unsicheren Zustands
eines durch sie steuerbaren Aktors (20, 22) eine Statusinformation an die Sicherheitssteuereinheit
des ersten Typs (14) sendet.
8. Aufzug (2) nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die Sicherheitssteuereinheit
des zweiten Typs (16) so ausgebildet ist, dass die Sicherheitssteuereinheit des zweiten
Typs (16) in regelmässigem Abstand ein Signal zur Überprüfung der Kommunikation an
die Sicherheitssteuereinheit des ersten Typs (14) sendet, wobei dies in einem Abstand
von beispielsweise grösser 1 Sekunde, bevorzugt grösser 30 Sekunden, besonders bevorzugt
grösser 1 Minute geschieht.
9. Aufzug (2) nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei das Sicherheitssteuersystem
(12) wenigstens eine Sicherheitssteuereinheit eines dritten Typs (18) umfasst, wobei
die Sicherheitssteuereinheit des dritten Typs (18) mit der Sicherheitssteuereinheit
des ersten Typs (14) verbunden ist und einen Safe-Torque-Off des Antriebs (6) ermöglicht.
10. Aufzug (2) nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei eine Verbindung (24) zwischen
den Sicherheitssteuereinheiten (14, 16, 18) als Wireless- und/oder Kabelverbindung
(24, 26) ausgeführt ist, wobei insbesondere die Verbindungen der Sicherheitssteuereinheit
des dritten Typs (18) mit der Sicherheitssteuereinheit des ersten Typs (14) als Kabelverbindung
ausgeführt ist, wobei die Verbindung zwischen der Sicherheitssteuereinheit des ersten
Typs (14) und der Sicherheitssteuereinheit des zweiten Typs (16) bevorzugt eine Wireless-Verbindung
(30), besonders bevorzugt als unsichere Wireless-Verbindung ausgeführt ist.
11. Aufzug (2) nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die Sicherheitssteuereinheit
des ersten Typs (14) und/oder die Sicherheitssteuereinheit des zweiten Typs (16) eine
unsichere Schnittstelle (28) zur Verbindung mit Sensoren (36) und Aktoren (38) umfasst,
insbesondere umfasst die Sicherheitssteuereinheit des zweiten Typs (16) eine unsichere
Schnittstelle (34) zur Verbindung mit einer Schachttürantriebseinheit, wobei die Sicherheitssteuereinheit
des ersten Typs (14) eine unsichere Schnittstelle (34) insbesondere zur Verbindung
mit Positionssensoren (36) und/oder Geschwindigkeits- sowie Beschleunigungssensoren
(36) umfasst.
12. Aufzug (2) nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die Sicherheitssteuereinheit
des ersten Typs (14) und/oder Sicherheitssteuereinheit des zweiten Typs (16) eine
sichere Schnittstelle (30) zur Verbindung mit Sensoren (36) und/oder Aktoren (8, 20,
22, 38) umfasst, insbesondere umfasst die Sicherheitssteuereinheit des ersten Typs
(14) eine sichere Schnittstelle (32) zur Verbindung eines Schlaffseilsensors (36)
und eines Lastmesssensors (36), sowie eine sichere Schnittstelle (36) zur Ansteuerung
der Bremse (8) und zur Verbindung der Sicherheitssteuereinheit des dritten Typs (18).
13. Verfahren zur Steuerung eines Aufzuges (2), bevorzugt nach einem der vorangehenden
Ansprüche, umfassend die Schritte
- Erheben eines sicheren Zustands wenigstens einer, bevorzugt aller, Schachttüren
einer Mehrzahl von Schachttüren (10) durch Erhebung eines sicheren Zustandes eines
Aktors der Schachttür durch wenigstens eine sichere Sicherheitssteuereinheit eines
zweiten Typs (16), wobei der erhobene Zustand insbesondere entweder "Geschlossen"
oder "Nicht geschlossen" signalisiert,
- Übermitteln, insbesondere unsicheres übermitteln, insbesondere übermitteln über
eine Wireless-Verbindung (26), des erhobenen Zustandes der wenigstens einen, bevorzugt
aller, Schachttüren (10) von der wenigstens einen Sicherheitssteuereinheit des zweiten
Typs (16) zu einer Sicherheitssteuereinheit eines ersten Typs (14).
14. Verfahren nach Anspruch 13, das Verfahren weiter umfassend die Schritte
- Empfangen des übermittelten Zustandes durch die Sicherheitssteuereinheit des ersten
Typs (14),
- Freigabe eins Öffnens einer Bremse (8), insbesondere Lösen einer Bremse (8), durch
die Sicherheitssteuereinheit des ersten Typs (14) falls alle der Empfangen Zustände
dem Zustand "Geschlossen" entsprechen,
- Blockieren eins Öffnens der Bremse (8) durch die Sicherheitssteuereinheit des ersten
Typs (14) falls einer der empfangenen Zustände "Nicht geschlossen" ist oder nicht
alle Zustände empfangen wurden.
15. Verfahren nach einem der Ansprüche 13 oder 14, das Verfahren weiter umfassend die
Schritte
- wiederholtes Senden eines Signals zur Überprüfung der Kommunikation durch die Sicherheitssteuereinheit
des zweiten Typs (16) an die Sicherheitssteuereinheit des ersten Typs (14) im Abstand
eines definierten Zeitintervalls,
- Feststellen der Kommunikationsfähigkeit zwischen der Sicherheitssteuereinheit des
ersten Typs (14) und der Sicherheitssteuereinheit des zweiten Typs (16) bei Empfang
des Signals zur Überprüfung der Kommunikation, und
- Feststellen eines Fehlerzustandes der Kommunikation zwischen der Sicherheitssteuereinheit
des ersten Typs (14) und der Sicherheitssteuereinheit des zweiten Typs (16) beim Ausbleiben
eines Empfangs des Signals nach einer Zeitdauer, welche länger als das definierte
Zeitintervall ist, wobei das definierte Zeitintervall bevorzugt länger als 1 Sekunde,
bevorzugt länger als 30 Sekunden, besonders bevorzugt länger 2 Minuten ist.