Gebiet der Erfindung
[0001] Die Erfindung betrifft einen Werkstoff, insbesondere einen Stahl, ein Verfahren zur
Herstellung eines Werkstoffs sowie dessen Verwendung.
Stand der Technik
[0002] Stahl ist ein Konstruktionswerkstoff, der sich durch seine vielseitige Verarbeitbarkeit
und hohe Festigkeit auszeichnet. Zur Erhöhung der Festigkeit von Stählen ist die Mischkristall-
und Umwandlungshärtung bekannt. Der Nachteil der Mischkristall- und Umwandlungshärtung
besteht in der diametralen Abhängigkeit der Schweißbarkeit vom Gehalt der Legierungselemente.
Dies ist im sogenannten Kohlenstoffäquivalent (CEV) festgelegt. So weißen Vergütungsstähle,
die sich der Mischkristall- und Umwandlungshärtung bedienen, eine verminderte Schweißbarkeit
und damit ein hohes Kohlenstoffäquivalent auf.
[0003] Ein Lösungsansatz stellt die sogenannte Feinkornhärtung dar. Durch die Kombination
von Prozessbedingungen und eine gezielte Auswahl von (Mikro-)Legierungselementen können
Gefügeprozesse gesteuert werden, sodass nach der y-α-Umwandlung ein feinkörniges Gefüge
entsteht. Diese Art der Festigkeitssteigerung steigert anders als andere Konzepte
gleichzeitig auch Zähigkeit und Duktilität. Dieses Konzept wird in Form des thermomechanischen
(TM) Walzens von Kranbaustaustählen und Pipelines angewandt. Die Gefügeprozesse dieser
Stähle werden durch Zugabe von Mikrolegierungselemente (idR. Gehalte < 0,1%) wie Nb,
V, Ti, Al oder B so weit verlangsamt, dass ein versetzungsreicher Austenit entsteht.
Diese Versetzungen sind Keimstellen für die folgende y-α Umwandlung. Es stellt sich
ein feines (ferritisches, bainitisches oder martensitisches) Gefüge ein, was gute
Festigkeits- und Zähigkeitswerte aufweist.
Durch dieses Konzept kann der Gehalt schweißmindernder Elemente verringert werden.
Siehe Kapitel 2.3 in Metallic Materials Properties Development and Standardization
Handbook, April 2015, Batelle Memorial Institute, USA.
[0004] Beim thermomechanischen Walzen herrschen prozessbedingt hohe Umformgrade und Umformgeschwindigkeiten
um die Einformung des Austenitkorns zu gewährleisten und so Keimstellen für die folgende
Umwandlung zu generieren. Das gezielte Abbremsen der Mikrostrukturvorgänge und Umformung
innerhalb einer sog. Rekristallisationsstopptemperatur bedingt die Ausbildung unterschiedlicher
nachteiliger Anisotropieeffekte. Diese verschleppen sich über nachgelagerte Wärmebehandlungen
und sind kaum auszulöschen. Klassisch vergütete Schmiedestähle, die sich o.g. Festigkeitskonzepte
bedienen, sind in dieser Festigkeitsklasse nicht mehr schweißbar und zeigen zudem
unzureichende Kerbschlagwerte und Bruchzähigkeit.
[0005] Ein weiterer Nachteil solcher konventionell hergestellten Bauteile ist, dass diese
nach dem Verschweißen erneut vergütet werden müssen, um die mechanischen Eigenschaften
einzustellen. Dies hat zur Folge, dass die Bauteile nachfolgend mechanisch nachbearbeitet
werden müssen um die geometrischen Vorgaben zu erfüllen. Eine solche mechanische Nachbearbeitung
ist zeit- und kostenintensiv.
[0006] Demnach besteht der Bedarf an der Entwicklung eines Werkstoffs, der verbesserte mechanische
Eigenschaften wie Festigkeit, Zähigkeit und Kerbschlagarbeit bei gleichzeitiger Gewährleistung
der Schweißbarkeit aufweist. Ferner besteht der Bedarf an einem Werkstoff, der nach
dem Schweißen nicht mehr erneut vergütet werden muss, um die mechanischen Eigenschaften
einzustellen. Ferner besteht der Bedarf an der Entwicklung eines Verfahrens zur Herstellung
dieses Werkstoffs und insbesondere an der Entwicklung eines Verfahren, bei dem die
Ausbildung von Anisotropieeffekten verhindert wird.
Zusammenfassung der Erfindung
[0007] In einem ersten Aspekt stellt die vorliegende Erfindung einen Werkstoff bereit, der
aus 0,05 - 2 Gew.% Kohlenstoff (C); 0,5 - 10 Gew.% Nickel (Ni); 0,1 - 5 Gew.% Mangan
(Mn); 0,1 - 5 Gew.% Chrom (Cr); 0,1 - 5 Gew.% Molybdän (Mo); 0,002 - 0,2 Gew.% Niob
(Nb); 0,0002 - 0,02 Gew.% Bor (B); 0,0002 - 0,02 Gew.% Stickstoff (N); 0 - 2,0 Gew.%
Silicium (Si); 0 - 0,5 Gew.% Aluminium (Al); 0 - 0,5 Gew.% Titan (Ti); 0 - 1 Gew.%
Vanadium (V); 0 - 0,5 Gew.% Wolfram (W); 0 - 0,1 Gew.% Kupfer (Cu); und Eisen (Fe)
sowie unvermeidbare Elemente als Rest besteht, bezogen auf das Gesamtgewicht des Werkstoffs,
wobei der Werkstoff ein Gefüge mit einer durchschnittlichen Korngröße von 1 bis 20
µm aufweist. Die Erfinder haben herausgefunden, dass der erfindungsgemäße Werkstoff
hervorragende mechanische Eigenschaften wie eine hohe Festigkeit bei gleichzeitig
hoher Zähigkeit aufweist und dabei ausgezeichnet schweißbar ist. Ferner weist der
erfindungsgemäße Werkstoff ein ausgezeichnetes Streckgrenzenverhältnis und eine verbesserte
Kerbschlagarbeit auf. Außerdem muss der erfindungsgemäße Werkstoff nach dem Schweißen
nicht mehr erneut vergütet werden, wodurch eine kostenintensive mechanische Nachbearbeitung
von geschweißten Bauteilen vermieden wird.
[0008] In einem weiteren Aspekt wird ein Verfahren zur Herstellung eines Werkstoffs bereitgestellt,
umfassend Bereitstellen eines Stahls umfassend Ni, Mn, Cr, N und Mo; Legieren des
Stahls mit Nb und B zum Erhalt eines legierten Stahls; Entgasen des legierten Stahls
zum Erhalt eines entgasten Stahls; Aufsticken des entgasten Stahls zum Erhalt eines
stickstoffbehandelten Stahls, Umschmelzen des stickstoffbehandelten Stahls zum Erhalt
eines umgeschmolzenen Stahls; Verarbeiten des umgeschmolzenen Stahls zum Erhalt eines
verarbeiteten Stahls, wobei das Verarbeiten ausgewählt ist aus der Gruppe bestehen
aus Schmieden, Walzen, Verarbeiten durch ein additives Fertigungsverfahren oder Kombinationen
davon, und Vergüten des verarbeiteten Stahls zum Erhalt des Werkstoffs. Durch dieses
Verfahren kann ein Werkstoff hergestellt werden, der die gleichen Vorteile wie der
Werkstoff des ersten Aspekts aufweist. Im Gegensatz zum thermomechanischen Walzen
wird durch das erfindungsgemäße Verfahren die Ausbildung von Anisotropieeffekten verhindert.
Weiterhin ist das Verfahren ökonomischer und weniger kostenintensiv als herkömmliche
Verfahren, insbesondere da die Nachbearbeitung von geschweißten Bauteilen nicht nötig
ist.
[0009] In einem weiteren Aspekt stellt die vorliegende Erfindung die Verwendung des Werkstoffs
gemäß dem ersten Aspekt in Baugruppen bereit, die mittels Schweißen gefügt werden.
Durch die Verwendung des erfindungsgemäßen Werkstoffs wird eine anschließende kostenintensive
mechanische Nachbearbeitung vermieden. Dies ist insbesondere bei Baugruppen von Vorteil,
die aus hochbelasteten Bauteilen mit einer hohen Präzision durch Schweißen miteinander
gefügt werden müssen.
[0010] Weitere Aspekte der vorliegenden Erfindung sind den abhängigen Ansprüchen und der
detaillierten Beschreibung zu entnehmen.
Figuren
[0011] Die beiliegenden Zeichnungen sollen Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung
veranschaulichen und ein weiteres Verständnis dieser vermitteln. Im Zusammenhang mit
der Beschreibung dienen sie der Erklärung von Konzepten und Prinzipien der Erfindung.
Andere Ausführungsformen und viele der genannten Vorteile ergeben sich im Hinblick
auf die Zeichnungen. Die Elemente der Zeichnungen sind nicht notwendigerweise maßstabsgetreu
zueinander dargestellt. Gleiche, funktionsgleiche und gleich wirkende Elemente, Merkmale
und Komponenten sind in den Figuren der Zeichnungen, sofern nichts anderes ausgeführt
ist, jeweils mit denselben Bezugszeichen versehen.
Fig. 1: Darstellung einer Gefügestruktur eines beispielhaften erfindungsgemäßen Werkstoffs.
Fig. 2: Weitere Darstellung einer Gefügestruktur eines beispielhaften erfindungsgemäßen
Werkstoffs.
Detaillierte Beschreibung der Erfindung
Definitionen
[0012] So nicht anderweitig definiert haben hierin verwendete technische und wissenschaftliche
Ausdrücke dieselbe Bedeutung, wie sie von einem Fachmann auf dem Fachgebiet der Erfindung
gemeinhin verstanden wird.
[0013] Mengenangaben im Rahmen der vorliegenden Erfindung beziehen sich auf Gew.%, soweit
nicht anderweitig angegeben oder aus dem Kontext ersichtlich ist.
[0014] Ein "Gefüge" bezeichnet im Rahmen der Erfindung den Aufbau und die Ordnung der Bestandteile
eines Werkstoffs auf mikroskopischer Ebene. Insbesondere sind dadurch keine makroskopischen
Schichtstrukturen mitumfasst.
[0015] "Martensit" ist im Kontext der Erfindung nicht besonders limitiert. Wie allgemein
bekannt ist Martensit eine metastabile Phase von Stahl, die sich durch ein feinnadeliges,
sehr hartes Gefüge auszeichnet. Martensit entsteht durch einen diffusionslosen Umklappvorgang
aus dem kubisch-flächenzentrierten Gitter des Austenits in ein, durch interstitiell
gelöste Elemente C und/oder N, verzerrtes kubisch raumzentriertes Gitter bis hin zu
einem tetragonal raumzentrierten Gitter während einer raschen Abkühlung des Stahls.
[0016] "Austenit" ist im Kontext der Erfindung nicht besonders limitiert. Wie allgemein
bekannt ist Austenit eine metastabile Phase von Stahl, die eine kubisch-flächenzentrierte
Struktur aufweist. Austenit bildet sich typischerweise oberhalb von 911 °C.
[0017] "Abschrecken" ist im Kontext der Erfindung nicht besonders limitiert. Wie allgemein
bekannt ist das Abschrecken eine schnelle Abkühlung eines Werkstoffes von erhöhten
Temperaturen.
[0018] Der Begriff der "Korngröße" ist nicht besonders limitiert. Unter einer "Korngröße"
wird allgemein die Größe einzelner Partikel bzw. Körner in einem Gemenge verstanden.
Im Kontext der vorliegenden Erfindung bezieht sich die Korngröße auf den Äquivalenzdurchmesser
der Kristallite bzw. Körner in einem Stahl. Die Korngröße kann durch Anätzen eines
Querschliffs des Stahls und anschließender lichtmikroskopischer Untersuchung des Querschliffs
bestimmt werden. Gemäß einigen Ausführungsformen wird die durchschnittliche Korngröße
nach DIN ISO 643:2020 bestimmt.
[0019] "Streckgrenzenverhältnis" ist im Kontext der Erfindung nicht besonders limitiert.
Wie allgemein bekannt ist das Streckgrenzenverhältnis der Quotient aus der oberen
Streckgrenze bzw. der Ersatzdehngrenze zur Zugfestigkeit. Das Streckgrenzenverhältnis
gibt damit an, wie viel Zugspannungsspielraum für eine Konstruktion zur Verfügung
steht, bis das Versagen des Werkstoffes deutlich einsetzt.
[0020] Der Begriff "Kohlenstoffäquivalent (CEV)" ist im Kontext der vorliegenden Erfindung
nicht besonders limitiert. Wie allgemein bekannt ist das Kohlenstoffäquivalent eine
Vergleichsgröße, die etwas über die Schweißbarkeit eines Stahls aussagt. In manchen
Ausführungsformen wird das Kohlenstoffäquivalent gemäß folgender Formel berechnet:

[0021] "Raumtemperatur (RT)" ist im Kontext der vorliegenden Erfindung nicht besonders limitiert.
Gemäß einigen Ausführungsformen ist mit Raumtemperatur eine Temperatur von 20 - 25
°C gemeint. In bevorzugten Ausführungsformen ist entspricht Raumtemperatur 23 °C.
[0022] Der Begriff "Vergütungsstahl" ist im Kontext der Erfindung nicht besonders limitiert.
Wie allgemein handelt es sich bei einem Vergütungsstahl um einen unlegierten oder
legierten Baustahl (Qualitäts- und Edelbaustahl), der aufgrund seiner chemischen Zusammensetzung
(gemäß mancher Ausführungsformen 0,25 - 0,7 Gew.% Kohlenstoff (C), bezogen auf das
Gesamtgewicht des Vergütungsstahls) zum Vergüten geeignet ist und im vergüteten Zustand
hohe Festigkeit bei gleichzeitig guter Zähigkeit aufweist. Infolge des Kohlenstoffgehalts
muss bei einem herkömmlichen Vergütungsstahl mit örtlicher Aufhärtung in der Schweißzone
gerechnet werden.
[0023] "Vergüten" ist im Kontext der vorliegenden Erfindung nicht besonders limitiert. Das
Vergüten eine aus Härten und Anlassen bestehende Wärmebehandlung, die gemäß manchen
Ausführungsformen oberhalb 550 °C durchgeführt wird. Durch die Umwandlungshärtung
wird die Festigkeit gesteigert, zugleich aber auch das Gefüge neu gebildet und gefeint.
Durch das Anlassen wird die Zähigkeit erhöht.
[0024] "Anlassen" ist im Kontext der Erfindung nicht besonders limitiert. In manchen Ausführungsformen
ist das Anlassen Teil des Vergütens. Gemäß bestimmten Ausführungsformen umfasst das
Anlassen das Erwärmen des Stahls und/oder Werkstoffs und/oder Bauteils auf Temperaturen
von 400 - 650 °C, das Halten bei dieser Temperatur und das nachfolgende Abkühlen.
[0025] Der Begriff "Legieren" ist im Kontext der Erfindung nicht besonders limitiert. Wie
allgemein bekannt werden beim Legieren chemische Element dem Stahl zugegeben, um dessen
Eigenschaften in ganz bestimmter Weise zu beeinflussen.
[0026] Der Begriff "Homogenisieren" ist im Kontext der Erfindung nicht besonders limitiert.
Wie allgemein bekannt ist mit dem Begriff das Lösungsglühen, Diffusionsglühen und/oder
das Ausgleichsglühen gemeint. Das Homogenisieren ist allgemein eine Wärmebehandlung,
die Ausscheidungen in feste Lösung überführen und durch rasches Abkühlen in Lösung
halten soll.
[0027] Der Begriff "additives Fertigungsverfahren" ist im Rahmen der Erfindung nicht besonders
limitiert. Wie allgemein bekannt bezeichnet ein additives Fertigungsverfahren einen
Prozess, bei dem auf Basis von digitalen 3D-Konstruktionsdaten durch das Ablagern
von Material ein Bauteil schichtweise aufgebaut wird. In manchen Ausführungsformen
umfasst das additive Fertigungsverfahren ein Strahlschmelzverfahren.
[0028] Ein erster Aspekt der Erfindung bezieht sich auf einen Werkstoff, der aus 0,05 -
2 Gew.%, bevorzugt 0,1 - 0,6 Gew.-% und weiter bevorzugt 0,15 - 0,5 Gew.-% Kohlenstoff
(C); 0,5 - 10, bevorzugt 0,7 - 5 und weiter bevorzugt 1 - 3 Gew.% Nickel (Ni); 0,1
- 5 Gew.%, bevorzugt 0,5 - 3 Gew.-% und weiter bevorzugt 0,7 - 1,5 Gew.% Mangan (Mn);
0,1 - 5 Gew.%, bevorzugt 0,3 - 2 Gew.% und weiter bevorzugt 0,5 - 1 Gew.% Chrom (Cr);
0,1 - 5 Gew.%, bevorzugt 0,2 - 1,5 Gew.-% und weiter bevorzugt 0,3 - 1,2 Gew.-% Molybdän
(Mo); 0,002 - 0,2 Gew.%, bevorzugt 0,005 - 0,1 Gew.% und weiter bevorzugt 0,01 - 0,05
Gew.-% Niob (Nb); 0,0002 - 0,02 Gew.%, bevorzugt 0,0005 - 0,01 und weiter bevorzugt
0,0007 - 0,003 Gew.% Bor (B); 0,0002 - 0,02 Gew.%, bevorzugt 0,0005 - 0,01 Gew.-%
und weiter bevorzugt 0,0007 - 0,005 Gew.-% Stickstoff (N); 0 - 2,0 Gew.%, bevorzugt
>0 - 0,5 und weiter bevorzugt 0,01 - 0,2 Gew.% Silicium (Si); 0 - 0,5 Gew.%, bevorzugt
>0 - 0,1 Gew.% und weiter bevorzugt 0,005 - 0,05 Gew.% Aluminium (Al); 0 - 0,5 Gew.%,
bevorzugt >0 - 0,1 und weiter bevorzugt 0,005 - 0,05 Gew.% Titan (Ti); 0 - 1 Gew.%,
bevorzugt >0 - 0,5 und weiter bevorzugt 0,01 - 0,2 Gew.% Vanadium (V); 0 - 0,5 Gew.%,
bevorzugt >0 - 0,1 Gew.% und weiter bevorzugt 0,001 - 0,03 Gew.% Wolfram (W); 0 -
0,1 Gew.%, bevorzugt >0 - 0,05 Gew.% und weiter bevorzugt 0,0005 - 0,01 Gew.% Kupfer
(Cu); und Eisen (Fe) sowie unvermeidbare Elemente als Rest besteht, bezogen auf das
Gesamtgewicht des Werkstoffs. Dabei addieren sich die Anteile aller Komponenten im
Werkstoff zu 100 Gew.%. Die unvermeidbaren Elemente können Verunreinigungen des Werkstoffs
bedingt durch die Reinheit der Ausgangsmaterialien, durch die Herstellung des Werkstoffs
oder dessen Prozessierung sein. Insbesondere können die unvermeidbaren Elemente aus
der Herstellung der Stahlschmelze stammen. Gemäß bestimmten Ausführungsformen können
die unvermeidbaren Elemente Cobalt (Co), Phosphor (P), Schwefel (S), Zinn (Sn), Calcium
(Ca), Zirkonium (Zr), Arsen (As) und/oder Sauerstoff (O) sein. In manchen Ausführungsformen
beträgt der Gesamtgehalt der unvermeidbaren Elemente maximal 0,05 Gew.% und bevorzugt
weniger als 0,03 Gew.%. In einigen Ausführungsformen wird der Gehalt an C und/oder
S durch ein Verbrennungsverfahren bestimmt. Gemäß bestimmten Ausführungsformen wird
der Gehalt an O und/oder N durch eine Schmelzgasextraktion und optional durch eine
Schmelzgasextraktion mittels eines Trägergasverfahrens bestimmt. In manchen Ausführungsformen
wird der Gehalt der restlichen Elemente, insbesondere der Gehalte an Si, Mn, P, Cr,
Mo, Ni, Al, Co, Cu, Nb, Ti, V, W, Sn, B, Ca, Zr und/oder As mittels Funkenemissionsspektrometrie
bestimmt. Der Werkstoff weist ferner ein Gefüge mit einer durchschnittlichen Korngröße
von 1 bis 20 µm, bevorzugt 3 bis 15 µm und weiter bevorzugt 5 bis 10 µm auf. Gemäß
bestimmten Ausführungsformen wird die Korngröße nach DIN ISO 643:2020 bestimmt. In
manchen Ausführungsformen wird die Gefügekörnung mittels einer Prikinsäureätzung nach
Bechet-Beaujard sichtbar gemacht und die Korngröße nach DIN ISO 643:2020 bestimmt.
[0029] Der erfindungsgemäße Werkstoff weist eine hohe Festigkeit bei gleichzeitig hoher
Zähigkeit auf und ist dabei hervorragend schweißbar. Ferner weist der erfindungsgemäße
Werkstoff ein ausgezeichnetes Streckgrenzenverhältnis und eine verbesserte Kerbschlagarbeit
auf. Zudem sind selbst große Rohlinge des Werkstoffs durchhärtbar. Ferner muss der
erfindungsgemäße Werkstoff nach dem Schweißen nicht mehr erneut vergütet werden, wodurch
eine kostenintensive mechanische Nachbearbeitung von geschweißten Bauteilen vermieden
wird. Diese Effekte sind in den oben genannten bevorzugten Bereichen besonders ausgeprägt.
Ohne an eine bestimmte Theorie gebunden sein zu wollen wird vermutet, dass die genannten
technischen Wirkungen des Werkstoffs durch die Kombination der spezifischen Zusammensetzung
und des feinen Gefüges erreicht werden. Die Schweißbarkeit kann dabei durch die Reduktion
interstitieller und substitioneller Legierungselemente wie C, Cr, Mn, Ni und Mo ermöglicht
werden. Die gleichzeitige Festigkeit und Zähigkeit kann dadurch sichergestellt werden,
dass dem Ausgangsmaterial wie beispielsweise einem Vergütungsstahl Niob zulegiert
wird, wodurch eine Gefügefeinung ermöglicht wird. Der Senkung der Martensitstarttemperatur
durch die Gefügefeinung kann durch die Zugabe an Bor entgegengesteuert werden, wodurch
eine Durchvergütung gewährleistet werden kann.
[0030] In einigen Ausführungsformen wird der Werkstoff aus einem Stahl und/oder Vergütungsstahl
hergestellt, wobei der Stahl und/oder Vergütungsstahl Ni, Mn, Cr und Mo umfasst. Gemäß
bestimmten Ausführungsformen wird der Werkstoff durch Legieren eines Stahls umfassend
Ni, Mn, Cr und Mo mit Nb und B und optional Ti und/oder V erhalten. In manchen Ausführungsformen
wird der Werkstoff durch das Verfahren des zweiten Aspekts der vorliegenden Erfindung
erhalten.
[0031] Gemäß bestimmten Ausführungsformen besteht der Werkstoff aus 0,20 - 0,25 Gew.-% C;
1,9 - 2,3 Gew.% Ni; 0,9 - 1,3 Gew.% Mn; 0,5 - 0,9 Gew.% Cr; 0,3 - 0,7 Gew.-% Mo; 0,01
- 0,03 Gew.-% Nb; 0,0007 - 0,0025 Gew.% B; 0,0009 - 0,003 Gew.-% N; 0,01 - 0,03 Gew.%
Si; 0,01 - 0,03 Gew.% Al; optional 0,02 - 0,04 Gew.% Ti; optional 0,07 - 0,13 Gew.%
V; optional 0,009 - 0,020 Gew.% W; optional 0,005 - 0,009 Gew.% Cu; und Fe sowie unvermeidbare
Elemente als Rest, bezogen auf das Gesamtgewicht des Werkstoffs, wobei der Werkstoff
ein Gefüge mit einer durchschnittlichen Korngröße von 5 bis 10 µm aufweist. Bei diesem
Werkstoff sind die oben genannten technischen Wirkungen besonders ausgeprägt.
[0032] In einigen Ausführungsformen umfasst der Werkstoff >0 - 0,5 Gew.%, bevorzugt >0 -
0,1 und weiter bevorzugt >0 - 0,05 Gew.% Ti, bezogen auf das Gesamtgewicht des Werkstoffs.
Alternativ oder zusätzlich kann der Werkstoff >0 - 1 Gew.%, bevorzugt >0 - 0,5 und
weiter bevorzugt >0 - 0,2 Gew.% V umfassen, bezogen auf das Gesamtgewicht des Werkstoffs.
Wenn Ti und/oder V im Werkstoff vorhanden sind, sind die oben genannten technischen
Wirkungen noch weiter ausgeprägt.
[0033] Gemäß bestimmten Ausführungsformen weist der Werkstoff Nitride, Carbide und/oder
Carbonitride auf. Dabei kann es sich in manchen Ausführungsformen um Nitride, Carbide
und/oder Carbonitride des Nb, B, Ti, V und/oder Al handeln, bevorzugt um Nitride,
Carbide und/oder Carbonitride des Nb und B. Durch das Vorliegen solcher Nitride, Carbide
und/oder Carbonitride kann die Festigkeit und Zähigkeit des erfindungsgemäßen Werkstoffs
weiter erhöht werden, wobei die Schweißbarkeit weiter gewährleistet bleibt. In manchen
Ausführungsformen weist der erfindungsgemäße Werkstoff die Nitride, Carbide und/oder
Carbonitride an den Korngrenzen des Gefüges auf. Ohne an eine bestimmte Theorie gebunden
sein zu wollen wird vermutet, dass durch die Nitride, Carbide und/oder Carbonitride
an den Korngrenzen des Gefüges eine mechanische Anisotropie verhindert und die Gefügefeinung
weiter gefördert wird. Mikrolegierungselemente wie Nb, B, Ti und V können in Form
von Nitriden, Carbiden und/oder Carbonitriden an den Korngrenzen ausscheiden und diese
"festhalten". Alternativ oder zusätzlich können diese Mikrolegierungselemente in gelöster
Form an den Korngrenzen haften. Dadurch kann die Bildung einer Gefüge- und daraus
resultierenden mechanischen Anisotropie verhindert werden, wodurch die Ausbildung
nachteiliger Texturen vermieden wird. Nicht umformungsinduziert ausgeschiedene Mikrolegierungselemente
können beim Anlassen ausscheiden und zu weiterer Festigkeitserhöhung ohne Senkungen
der Kerbschlagwerte führen. Gemäß einigen Ausführungsformen liegen die Nitride, Carbide
und/oder Carbonitride als Ausscheidungen mit einem Durchmesser von 1 - 150 nm, bevorzugt
10 - 130 nm und weiter bevorzugt 20 - 100 nm an den Korngrenzen vor. Der Durchmesser
der Ausscheidungen wird mittels Elektronenmikroskopie, Focused Ion Beam und Atomsonde
bestimmt. Bei Vorliegen solcher Ausscheidungen sind die oben genannten technischen
Effekte besonders ausgeprägt.
[0034] Gemäß einigen Ausführungsformen weist der erfindungsgemäße Werkstoff ein Kohlenstoffäquivalent
(CEV) von maximal 1,5%, bevorzugt maximal 1,3% und weiter bevorzugt maximal 1,0% auf.
Dadurch wird die Ausbildung von Härterissen beim Schweißen weiter verringert. Insbesondere
wird beim erfindungsgemäßen Werkstoff eine hohe Festigkeit und Zähigkeit trotz des
niedrigen Kohlenstoffäquivalents erreicht. Ohne an eine bestimmte Theorie gebunden
werden zu wollen wird vermutet, dass diese technischen Wirkungen durch den Zusammenhang
der spezifischen Zusammensetzung des Werkstoffs und des feinen Gefüges ermöglicht
wird. Gemäß einigen Ausführungsformen kann das Kohlenstoffäquivalent dadurch erreicht
werden, dass der Werkstoff nach dem Verfahren gemäß des zweiten Aspekts der vorliegenden
Erfindung hergestellt wird.
[0035] In bestimmten Ausführungsformen ist der Werkstoff im Wesentlichen isotrop. Dadurch
ist das Vorliegen nachteiliger Texturen im Werkstoff verringert. Wie oben beschrieben
weist der erfindungsgemäße Werkstoff eine hohe Festigkeit und Zähigkeit auf und ist
dabei gleichzeitig ausgezeichnet schweißbar, wobei allerdings kein thermomechanisches
Walzen zur Herstellung benötigt wird. Dadurch werden Anisotropieeffekte weiter minimiert.
[0036] In manchen Ausführungsformen weist der Werkstoff eine Zugfestigkeit von mindestens
1000 MPa, bevorzugt 1100 MPa und besonders bevorzugt 1150 MPa auf. Gemäß bestimmten
Ausführungsformen wird die Zugfestigkeit nach DIN EN ISO 6892-1 bestimmt. In bestimmten
Ausführungsformen wird die Zugfestigkeit bei Raumtemperatur bestimmt. Insbesondere
kann der erfindungsgemäße Werkstoff eine solch hohe Zugfestigkeit von mindestens 1000
MPa und dennoch ein niedriges Kohlenstoffäquivalent von maximal 1,5 aufweisen. Gemäß
einigen Ausführungsformen kann die Zugfestigkeit dadurch erreicht werden, dass der
Werkstoff nach dem Verfahren gemäß des zweiten Aspekts der vorliegenden Erfindung
hergestellt wird. Alternativ oder zusätzlich kann der Werkstoff gemäß einigen Ausführungsformen
ein Streckgrenzenverhältnis von größer als 0,6, bevorzugt größer als 0,7 und noch
bevorzugter größer als 0,9 aufweisen. In bestimmten Ausführungsformen wird das Streckgrenzenverhältnis
bei Raumtemperatur bestimmt. Insbesondere kann der erfindungsgemäße Werkstoff ein
solches Streckgrenzenverhältnis bei gleichzeitiger hoher Zugfestigkeit von mindestens
1000 MPa und dennoch einem niedrigen Kohlenstoffäquivalent von maximal 1,5 aufweisen.
Gemäß einigen Ausführungsformen kann das Streckgrenzenverhältnis dadurch erreicht
werden, dass der Werkstoff nach dem Verfahren gemäß des zweiten Aspekts der vorliegenden
Erfindung hergestellt wird. Alternativ oder zusätzlich kann der Werkstoff in bestimmten
Ausführungsformen eine Bruchdehnung von 10 - 20%, bevorzugt 12 - 18% und weiter bevorzugt
13 - 16% aufweisen. Gemäß einigen Ausführungsformen wird die Bruchdehnung bei Raumtemperatur
bestimmt. In manchen Ausführungsformen wird die Bruchdehnung gemäß DIN EN ISO 6892-1:2019
bestimmt. Insbesondere kann der erfindungsgemäße Werkstoff eine solche Bruchdehnung
bei gleichzeitiger hoher Zugfestigkeit von mindestens 1000 MPa und dennoch einem niedrigen
Kohlenstoffäquivalent von maximal 1,5 aufweisen. Gemäß einigen Ausführungsformen kann
die Bruchdehnung dadurch erreicht werden, dass der Werkstoff nach dem Verfahren gemäß
des zweiten Aspekts der vorliegenden Erfindung hergestellt wird. Alternativ oder zusätzlich
kann der Werkstoff in manchen Ausführungsformen eine Kerbschlagarbeit bei Raumtemperatur
von 50 - 150 J, bevorzugt 70 - 130 J und weiter bevorzugt 85 - 105 J auf. Alternativ
oder zusätzlich kann der Werkstoff eine Kerbschlagarbeit bei etwa - 40 °C von mindestens
10 J, bevorzugt mindestens 20 J und weiter bevorzugt mindestens 25 J auf. Nach manchen
Ausführungsformen wird die Kerbschlagarbeit gemäß DIN EN ISO 148-1:2016 bestimmt.
Insbesondere kann der erfindungsgemäße Werkstoff eine solche Kerbschlagarbeit bei
gleichzeitig oben beschriebener Bruchdehnung, Zugfestigkeit, Streckgrenzenverhältnis
und Kohlenstoffäquivalent aufweisen. Gemäß einigen Ausführungsformen kann die Kerbschlagarbeit
dadurch erreicht werden, dass der Werkstoff nach dem Verfahren gemäß des zweiten Aspekts
der vorliegenden Erfindung hergestellt wird.
[0037] Gemäß einigen Ausführungsformen besteht der Werkstoff zu mindestens 90 Vol.%, bevorzugt
mindestens 95 Vol.% und weiter bevorzugt mindestens 98 Vol.% aus dem Gefüge. Dabei
kann das Gefüge ein martensitisches und/oder bainitisches Gefüge, bevorzugt ein martensitisches
Gefüge sein. Die oben genannten technischen Wirkungen sind bei einem solchen Gefüge
noch weiter ausgeprägt.
[0038] In manchen Ausführungsformen ist der Werkstoff ein Stahl. Gemäß bevorzugten Ausführungsformen
ist der Werkstoff ein Edelstahl und/oder Vergütungsstahl. Wenn der Werkstoff ein Stahl
oder ein Edelstahl oder Vergütungsstahl ist, sind die oben genannten technischen Wirkungen
noch weiter ausgeprägt.
[0039] Gemäß bestimmten Ausführungsformen beträgt der Gesamtgehalt an Ni, Cr und Mo maximal
5 Gew.%, bevorzugt maximal 4 Gew.% und weiter bevorzugt maximal 3 Gew.%, bezogen auf
das Gesamtgewicht des Werkstoffs. Durch diese Verringerung des Gesamtgehalts an Ni,
Cr und Mo kann die Schweißbarkeit des Werkstoffs weiter erhöht werden. Dabei bleibt
die Festigkeit und Zähigkeit des Werkstoffs durch die Gefügefeinung weiter erhalten.
[0040] In bestimmten Ausführungsformen wird der Werkstoff des ersten Aspekts der vorliegenden
Erfindung durch das Verfahren des zweiten Aspekts der vorliegenden Erfindung hergestellt.
Alternativ kann der Werkstoff des ersten Aspekts der vorliegenden Erfindung durch
das Verfahren des zweiten Aspekts der vorliegenden Erfindung erhalten werden.
[0041] Ein zweiter Aspekt der vorliegenden Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum
Herstellen eines Werkstoffs, welches die folgenden Schritte umfasst: Bereitstellen
eines Stahls umfassend Ni, Mn, Cr, N und Mo; Legieren des Stahls mit Nb und B und
optional mit mindestens einem weiteren Legierungselement, wobei das weitere Legierungselement
ausgewählt ist aus der Gruppe bestehen aus Ti, V und Kombinationen davon, zum Erhalt
eines legierten Stahls; Entgasen des legierten Stahls zum Erhalt eines entgasten Stahls;
Aufsticken des entgasten Stahls zum Erhalt eines stickstoffbehandelten Stahls; Umschmelzen
des stickstoffbehandelten Stahls zum Erhalt eines umgeschmolzenen Stahls; Verarbeiten
des umgeschmolzenen Stahls zum Erhalt eines verarbeiteten Stahls, wobei das Verarbeiten
ausgewählt ist aus der Gruppe bestehen aus Schmieden, Walzen, Verarbeiten durch ein
additives Fertigungsverfahren oder Kombinationen davon; und Vergüten des verarbeiteten
Stahls zum Erhalt des Werkstoffs. Gemäß einigen Ausführungsformen werden die Schritte
in der genannten Reihenfolge durchgeführt.
[0042] Durch dieses erfindungsgemäße Verfahren kann ein Werkstoff hergestellt werden, der
die technischen Wirkungen des Werkstoffs des ersten Aspekts aufweist. Diesbezüglich
wird vollumfänglich auf die Ausführungen zum ersten Aspekt der Erfindung verwiesen.
Insbesondere weist der durch das Verfahren hergestellte Werkstoff eine ausgezeichnete
Festigkeit und Zähigkeit bei gleichzeitiger hervorragender Schweißbarkeit auf. Im
Gegensatz zum thermomechanischen Walzen wird durch das erfindungsgemäße Verfahren
die Ausbildung von Anisotropieeffekten verhindert. Weiterhin ist das Verfahren ökonomischer
und weniger kostenintensiv als herkömmliche Verfahren, insbesondere da die Nachbearbeitung
von geschweißten Bauteilen nicht nötig ist. Ohne an eine bestimmte Theorie gebunden
sein zu wollen wird vermutet, dass sich durch die Zugabe von Mikrolegierungselementen
wie Nb, B, Ti oder V zu einem Stahl, welcher Ni, Mn, Cr und Mo umfasst, Carbide, Nitride
und/oder Carbonitride an den Korngrenzen ausscheiden können. Diese Ausscheidungen
können die Korngrenzen "festhalten" und/oder in gelöster Form an diesen haften. Durch
die relativ langsamen Umformgeschwindigkeiten beim Schmieden kann das Gefüge verzögert
rekristallisiert werden. Somit kann die Bildung einer Gefüge- und daraus resultierenden
mechanischen Anisotropie und damit die Ausbildung nachteiliger Strukturen verhindert
werden. Der Senkung der Martensitstarttemperatur kann durch die Gefügefeinung durch
Zugabe von Bor entgegengesteuert werden. Somit kann eine Durchvergütung von aus dem
Werkstoff bestehenden Bauteilen gewährleistet werden. Beim Vergüten kann das Gefüge
erneut gefeint werden. Nicht umformungsinduziert ausgeschiedene Mikrolegierungselemente,
insbesondere Nb, scheiden beim Anlassen aus und führen zu weiterer Festigkeitserhöhung
ohne die Kerbschlagwerte zu senken. Durch das erfindungsgemäße Verfahren wird somit
ein ökonomischer und kostengünstiger Prozess bereitgestellt, mit dem hochfeste und
schweißbare Werkstoffe mit gleichzeitig hoher Zähigkeit bereitgestellt werden können.
Dadurch, dass nach dem Schweißen keine Wärmebehandlung und keine mechanische Nachbehandlung
mehr nötig ist, können die Verfahrenskosten stark reduziert werden.
[0043] Durch die spezifische Kombination der Verfahrensschritte des Legierens des Stahls
umfassend Ni, Mn, Cr und Mo mit Nb und B und optional Ti und/oder V, dem Entgasen,
Aufsticken und Umschmelzen des legierten Stahls, dem Verarbeiten durch Schmieden,
Walzen oder additive Fertigungsverfahren und anschließenden Vergüten des verarbeiteten
Stahls wird ein hochfester und schweißbarer Werkstoff bereitgestellt, der ferner eine
ausgezeichnete Zähigkeit aufweist. Dabei kann die Legierung sowie die feine Körnung
durch das Homogenisieren, Entgasen und Aufsticken feinjustiert und die Reinheit durch
das Umschmelzen eingestellt werden. Gemäß manchen Ausführungsformen wird der Werkstoff
des ersten Aspekts der vorliegenden Erfindung durch das Verfahren des zweiten Aspekts
der Erfindung hergestellt oder ist dadurch erhältlich.
[0044] Gemäß dem erfindungsgemäßen Verfahren wird im ersten Verfahrensschritt ein Stahl
umfassend Ni, Mn, Cr und Mo bereitgestellt. In einigen Ausführungsformen kann es sich
dabei um einen Vergütungsstahl handeln. Ein geeigneter Stahl ist beispielsweise Werkstoffnr.
1.6758. Gemäß bestimmten Ausführungsformen umfasst der Stahl 0,05 - 2 Gew.%, bevorzugt
0,1 - 0,6 Gew.-% und weiter bevorzugt 0,15 - 0,5 Gew.-% C; 0,5 - 10, bevorzugt 0,7
- 5 und weiter bevorzugt 1 - 3 Gew.% Ni; 0,1 - 5 Gew.%, bevorzugt 0,5 - 3 Gew.-% und
weiter bevorzugt 0,7 - 1,5 Gew.% Mn; 0,1 - 5 Gew.%, bevorzugt 0,3 - 2 Gew.% und weiter
bevorzugt 0,5 - 1 Gew.% Cr; 0,0002 - 0,02 Gew.%, bevorzugt 0,0005 - 0,01 Gew.% und
weiter bevorzugt 0,0007 - 0,005 Gew.-% N; 0,1 - 5 Gew.%, bevorzugt 0,2 - 1,5 Gew.%
und weiter bevorzugt 0,3 - 1,2 Gew.-% Mo; bezogen auf das Gesamtgewicht des Stahls.
Alternativ oder zusätzlich können die angegebenen Gewichtsprozente auf den Werkstoff
bezogen werden. Dies ist insbesondere möglich, wenn sich gemäß manchen Ausführungsformen
die Zusammensetzung des Stahls bezüglich der Elemente C, Ni, Mn, Cr, N und Mo nicht
oder nicht wesentlich während der übrigen Verfahrensschritte ändert. Durch diese Zusammensetzung
des Stahls und insbesondere in den bevorzugten Bereichen sind die oben genannten technischen
Wirkungen besonders ausgeprägt.
[0045] In einigen Ausführungsformen besteht der Stahl aus 0,05 - 2 Gew.%, bevorzugt 0,1
- 0,6 Gew.-% und weiter bevorzugt 0,15 - 0,5 Gew.-% C; 0,5 - 10, bevorzugt 0,7 - 5
und weiter bevorzugt 1 - 3 Gew.% Nickel Ni; 0,1 - 5 Gew.%, bevorzugt 0,5 - 3 Gew.-%
und weiter bevorzugt 0,7 - 1,5 Gew.% Mn; 0,1 - 5 Gew.%, bevorzugt 0,3 - 2 Gew.% und
weiter bevorzugt 0,5 - 1 Gew.% Cr; 0,1 - 5 Gew.%, bevorzugt 0,2 - 1,5 Gew.-% und weiter
bevorzugt 0,3 - 1,2 Gew.-% Mo; 0,0002 - 0,02 Gew.%, bevorzugt 0,0005 - 0,01 Gew.-%
und weiter bevorzugt 0,0007 - 0,005 Gew.-% N; 0 - 2,0 Gew.%, bevorzugt >0 - 0,5 und
weiter bevorzugt 0,01 - 0,2 Gew.% Si; 0 - 0,5 Gew.%, bevorzugt >0 - 0,1 Gew.% und
weiter bevorzugt 0,005 - 0,05 Gew.% Al; 0 - 0,5 Gew.%, bevorzugt >0 - 0,1 Gew.% und
weiter bevorzugt 0,001 - 0,03 Gew.% W; 0 - 0,1 Gew.%, bevorzugt >0 - 0,05 Gew.% und
weiter bevorzugt 0,0005 - 0,01 Gew.% Cu; und Fe sowie unvermeidbare Elemente als Rest
besteht, bezogen auf das Gesamtgewicht des Stahls. Alternativ oder zusätzlich können
die angegebenen Gewichtsprozente auf den Werkstoff bezogen werden. Gemäß bestimmter
Ausführungsformen beträgt der Gesamtgehalt an Ni, Cr und Mo im Stahl maximal 5 Gew.%,
bevorzugt maximal 4 Gew.% und weiter bevorzugt maximal 3 Gew.%, bezogen auf das Gesamtgewicht
des Stahls und/oder des Werkstoffs. Durch diese Verringerung des Gesamtgehalts an
Ni, Cr und Mo kann die Schweißbarkeit des Werkstoffs weiter erhöht werden. Dabei bleibt
die Festigkeit und Zähigkeit des Werkstoffs durch die Gefügefeinung weiter erhalten.
[0046] In einem weiteren Verfahrensschritt wird der Stahl mit Nb und B legiert. Der Schritt
des Legierens kann dabei einen Schritt des Schmelzens des bereitgestellten Stahls
umfassen. Gemäß einigen Ausführungsformen wird der bereitgestellte Stahl in einem
Elektrolichtbogenofen geschmolzen. In bestimmten Ausführungsformen wird eine Stahlschmelze
erzeugt und/oder der Stahl im Elektrolichtbogenofen vorgeschmolzen. In manchen Ausführungsformen
wird der Stahl mit mindestens einem weiteren Legierungselement legiert, wobei das
weitere Legierungselement ausgewählt ist aus der Gruppe bestehen aus Ti, V und Kombinationen
davon. Dadurch wird ein legierter Stahl erhalten. Gemäß einigen Ausführungsformen
werden die Elemente Nb, B, Ti und V als Mikrolegierungselemente bezeichnet. Das Legieren
des Stahls kann in einigen Ausführungsformen in einem Pfannenofen durchgeführt werden.
In manchen Ausführungsformen wird ein Mikrolegierungslement-Präkursor oder mehrere
Mikrolegierungslement-Präkursoren der Stahlschmelze zugegeben. Alternativ oder zusätzlich
können die Mikrolegierungselemente als Metall der Stahlschmelze zugegeben werden.
Gemäß einigen Ausführungsformen wird dadurch die Grundzusammensetzung des Werkstoffs
eingestellt. In manchen Ausführungsformen umfasst der legierte Stahl 0,002 - 0,2 Gew.%,
bevorzugt 0,005 - 0,1 Gew.% und weiter bevorzugt 0,01 - 0,05 Gew.-% Nb; 0,0002 - 0,02
Gew.%, bevorzugt 0,0005 - 0,01 und weiter bevorzugt 0,0007 - 0,003 Gew.% B; 0 - 0,5
Gew.%, bevorzugt >0 - 0,1 und weiter bevorzugt 0,005 - 0,05 Gew.% Ti; 0 - 1 Gew.%,
bevorzugt >0 - 0,5 und weiter bevorzugt 0,01 - 0,2 Gew.% V, bezogen auf das Gesamtgewicht
des legierten Stahls. Alternativ oder zusätzlich können die angegebenen Gewichtsprozente
auf den Werkstoff bezogen werden. Dies ist insbesondere möglich, wenn sich gemäß manchen
Ausführungsformen die Zusammensetzung des legierten Stahls bezüglich der Elemente
Nb, B, Ti und V nicht oder nicht wesentlich während der übrigen Verfahrensschritte
ändert. In einigen Ausführungsformen umfasst der legierte Stahl >0 - 0,5 Gew.%, bevorzugt
>0 - 0,1 und weiter bevorzugt >0 - 0,05 Gew.% Ti, bezogen auf das Gesamtgewicht des
legierten Stahls und/oder des Werkstoffs. Alternativ oder zusätzlich kann der legierte
Stahl >0 - 1 Gew.%, bevorzugt >0 - 0,5 und weiter bevorzugt >0 - 0,2 Gew.% V umfassen,
bezogen auf das Gesamtgewicht des legierten Stahls und/oder des Werkstoffs. Durch
diese Zusammensetzung des legierten Stahls und insbesondere in den bevorzugten Bereichen
sind die oben genannten technischen Wirkungen besonders ausgeprägt.
[0047] In einigen Ausführungsformen wird der legierte Stahl zum Erhalt eines homogenisierten
Stahls im Pfannenofen homogenisiert. Dabei kann der legierte Stahl im Pfannenofen
geglüht werden. Gemäß bestimmten Ausführungsformen liegt der legierte Stahl während
des Homogenisierens als Stahlschmelze vor. Alternativ oder zusätzlich zum Glühen kann
durch Pfannenspülen mit Schutzgas homogenisiert werden. In einigen Ausführungsformen
ist das Schutzgas ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus Argon (Ar) und Stickstoff
(N
2). Durch das Homogenisieren können Konzentrationsunterschiede der Legierungselemente
und vor allem Gefügeinhomogenitäten in einzelnen Kristallen vermindert werden. Dadurch
werden die oben genannten technischen Wirkungen des Werkstoffs weiter ausgeprägt.
[0048] Gemäß manchen Ausführungsformen wird der Sauerstoffgehalt während des Schmelzens,
Legierens und/oder Homogenisierens des entsprechenden Stahls im Pfannenofen durch
eine Desoxidationsfahrweise abgesenkt. Ferner kann auch die Hauptkorrektur der Legierungszusammensetzung
im Pfannenofen und insbesondere während der Verfahrensschritte des Legierens und Homogenisierens
durchgeführt werden. Dadurch werden die oben genannten technischen Wirkungen des Werkstoffs
weiter ausgeprägt.
[0049] In einem weiteren Verfahrensschritt wird der legierte bzw. homogenisierte Stahl zum
Erhalt eines entgasten Stahls entgast. In einigen Ausführungsformen wird das Entgasen
im Vakuum durchgeführt. Gemäß bestimmter Ausführungsformen wird ein Vakuum von etwa
10 mbar, bevorzugt etwa 5 mbar erzeugt. In manchen Ausführungsformen erfolgt das Entgasen
in einer Vakuumanlage. Durch das Entgasen können Gase und andere flüchtige Substanzen
aus dem legierten Stahl entfernt werden. Alternativ oder zusätzlich können die Gehalte
an Wasserstoff (H), Kohlenstoff (C), Stickstoff (N) und/oder Sauerstoff (O) eingestellt
werden. In manchen Ausführungsformen wird ein Kohlenstoffgehalt von 0,05 - 2 Gew.%,
bevorzugt 0,1 - 0,6 Gew.% und weiter bevorzugt 0,15 - 0,5 Gew.-% und/oder ein Stickstoffgehalt
von 0,0002 - 0,02 Gew.%, bevorzugt 0,0005 - 0,01 Gew.-% und weiter bevorzugt 0,0007
- 0,005 Gew.-% und/oder ein Sauerstoffgehalt von maximal 0,01 Gew.%, bevorzugt maximal
0,005 Gew.% und weiter bevorzugt maximal 0,003 Gew.%, bezogen auf das Gesamtgewicht
des entgasten Stahls und/oder des Werkstoffs, eingestellt. Gemäß bestimmter Ausführungsformen
können im Schritt des Entgasens weitere Mikrolegierungselemente zugegeben werden.
Dadurch kann die Zusammensetzung des legierten Stahls feinjustiert werden. In einigen
Ausführungsformen sind die Mikrolegierungselemente die gleichen wie im Schritt des
Legierens des Stahls. Diesbezüglich wird auf obige Ausführungen zum Verfahrensschritt
des Legierens des Stahls verwiesen.
[0050] In einem weiteren Verfahrensschritt wird der entgaste Stahl einer Stickstoffbehandlung
zum Erhalt eines stickstoffbehandelten Stahls unterzogen. Die Stickstoffbehandlung
wird im Rahmen der vorliegenden Erfindung als "Aufsticken" bezeichnet. Alternativ
kann die Stickstoffbehandlung auch als "Nitrieren" bezeichnet werden. Durch das Aufsticken
kann der Stickstoffgehalt des Stahls entsprechend eingestellt werden. Dies ist insbesondere
dann notwendig, wenn der Stickstoffgehalt während des Entgasens unterhalb des gewünschten
Gehalts von mindestens 0,0002 Gew.%, bevorzugt 0,0005 Gew.% und weiter bevorzugt 0,0007
Gew.%, bezogen auf das Gesamtgewicht des stickstoffbehandelten Stahls und/oder des
Werkstoffs, abgesenkt wird. Insbesondere kann durch das Aufsticken ein Stickstoffgehalt
von 0,0002 - 0,02 Gew.%, bevorzugt 0,0005 - 0,01 Gew.% und weiter bevorzugt 0,0007
- 0,005 Gew.%, bezogen auf das Gesamtgewicht des stickstoffbehandelten Stahls und/oder
des Werkstoffs, eingestellt werden. Das Aufsticken kann durch Behandeln des entgasten
Stahls bei 450 bis 600 °C, bevorzugt 480 bis 580 °C und weiter bevorzugt 500 bis 550
°C für 1 bis 100 Stunden, bevorzugt 5 bis 90 Stunden und weiter bevorzugt 10 bis 80
Stunden in einer stickstoffhaltigen Gasatmosphäre durchgeführt werden. In manchen
Ausführungsformen wird Ammoniak als Stickstoffquelle eingesetzt. Das Aufsticken kann
bei einem Druck von 0,1 bis 5,0 bar, bevorzugt 1,0 bis 3,0 bar durchgeführt werden.
Alternativ oder zusätzlich kann das Aufsticken mittels SiN durchgeführt werden.
[0051] In einem weiteren Verfahrensschritt wird der stickstoffbehandelte Stahl zum Erhalt
eines umgeschmolzenen Stahls umgeschmolzen. Durch das Umschmelzen kann die Homogenität
des Werkstoffs weiter erhöht werden, wodurch die oben genannten technischen Wirkungen
weiter ausgeprägt und insbesondere die Festigkeit, Zähigkeit und Schweißbarkeit des
Werkstoffs weiter verbessert werden können. Ferner kann der Anteil der Legierungselemente
und/oder der Mikrolegierungselemente weiter angepasst werden. In einigen Ausführungsformen
wird durch das Umschmelzen der Niobgehalt auf 0,002 - 0,2 Gew.%, bevorzugt 0,005 -
0,1 Gew.% und weiter bevorzugt 0,01 - 0,05 Gew.-% und/oder der Borgehalt auf 0,0002
- 0,02 Gew.%, bevorzugt 0,0005 - 0,01 und weiter bevorzugt 0,0007 - 0,003 Gew.% und/oder
der Titangehalt auf >0 - 0,5 Gew.%, bevorzugt >0 - 0,1 und weiter bevorzugt 0,005
- 0,05 Gew.% und oder der Vanadiumgehalt auf >0 - 1 Gew.%, bevorzugt >0 - 0,5 und
weiter bevorzugt 0,01 - 0,2 Gew.% eingestellt, bezogen auf das Gesamtgewicht des stickstoffbehandelten
Stahls und/oder des Werkstoffs. Gemäß bestimmten Ausführungen wird durch das Umschmelzen
die Reinheit des Werkstoffs eingestellt. Gemäß manchen Ausführungsformen wird das
Umschmelzverfahren in Luftatmosphäre oder unter Schutzgas durchgeführt. In einigen
Ausführungsformen ist das Schutzgas ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus Argon
(Ar) und Stickstoff (N
2).
[0052] In einigen Ausführungsformen wird das Umschmelzen durch ein Elektroschlacke-Umschmelzverfahren
(ESU) durchgeführt. Im ESU-Verfahren wird der stickstoffbehandelte Stahl weiter raffiniert.
Dabei wird der stickstoffbehandelte Stahl als Elektrode wie z.B. in Form einer Rundelektrode
oder als Stahlblock in einem flüssigen Schlackenbad erwärmt. In manchen Ausführungsformen
beträgt die Temperatur des Schlackenbads 1300 bis 2000 °C, bevorzugt 1400 bis 1800
°C und besonders bevorzugt 1500 bis 1700 °C. Dabei bildet sich im Kontaktbereich der
Elektrode mit dem Schlackenbad eine Tropfenschicht des stickstoffbehandelten Stahls,
die durch den Kontakt mit der Schlacke von Verunreinigungen wie Einschlüssen, Gasen
und seigerungsrelevanten Elementen wie Schwefel im Wesentlichen befreit wird. Der
umgeschmolzene Stahl wird als erstarrter Block erhalten, der gemäß manchen Ausführungsformen
als erstarrter ESU-Block bezeichnet wird. Dieser erstarrte Block ist seigerungsarm
und im Wesentlichen frei von Einschlüssen wie Aluminaten und Spinellen. Dabei ist
die Blockerstarrung richtungsorientiert. Gemäß einigen Ausführungsformen weist das
flüssige Schlackenbad folgende Zusammensetzung auf: 18 bis 25 Gew.-% CaO, 40 bis 50
Gew.-% CaF
2, 20 bis 30 Gew.-% Al
2O
3, 2,5 bis 10 Gew.-% SiO
2 und 2,5 bis 5 Gew.-% MgO, bezogen auf das Gesamtgewicht des flüssigen Schlackenbads.
Die Summe der Gewichtsprozente ergeben dabei 100 Gew.-%. Durch die Verwendung des
Elektroschlacke-Umschmelzverfahrens sind die oben genannten technischen Wirkungen
besonders ausgeprägt.
[0053] Das ESU-Verfahren kann sowohl unter Kontakt mit Luftsauerstoff, wie zum Beispiel
in einer offenen ESU-Anlage, als auch unter Schutzgas, wie zum Beispiel in einer Schutzgas-ESU-Anlage,
durchgeführt werden. Bei Kontakt mit Luftsauerstoff kann die Schlacke kontinuierlich
mit einem Desoxidationsmittel wie zum Beispiel einem Gemisch aus Ferrosilicium, Calciumaluminat
oder Aluminium desoxidiert werden. Die betrieblichen Parameter wie die Schmelzrate
(700-1400 kg/h), Elektrodenspannung (50-70V) und Elektrodenstrom (15-25 kA) sind abhängig
von der gewählten ESU-Anlage und der Größe der Elektroden bzw. ESU-Blöcke. Beispielsweise
kann bei einem Blockdurchmesser von 800 mm eine Schmelzrate von 750 kg/h und ein Schlackengewicht
von 250 kg eingestellt werden, um den Block aus Elektrodendurchmessern mit 500 mm
erzeugen zu können. Steigt der ESU-Blockdurchmesser an, können die Parameter spezifisch
erhöht werden. Der Erhöhungsfaktor ist dabei anlagenabhängig. In manchen Ausführungsformen
werden die Elektroden vor dem Umschmelzen vorgewärmt, beispielsweise in einem Vorwärmbereich.
Dadurch können Wärmeverluste des Schlackenbades beim Elektrodenwechsel minimiert werden.
[0054] In einem weiteren Verfahrensschritt wird der umgeschmolzene Stahl zum Erhalt eines
verarbeiteten Stahls durch Schmieden, Walzen und/oder ein additives Fertigungsverfahren
verarbeitet. Durch die Verarbeitung wird der umgeschmolzene Stahl in Form gebracht.
In bevorzugten Ausführungsformen wird der umgeschmolzene Stahl geschmiedet. Wie oben
bereits beschrieben kann durch die relativ langsamen Umformgeschwindigkeiten bei den
genannten Verarbeitungen und insbesondere beim Schmieden das Gefüge verzögert rekristallisiert
werden. Diesbezüglich wird auf obige Ausführungen und technische Wirkungen verwiesen.
[0055] In einem weiteren Verfahrensschritt wird der umgeschmolzene Stahl zum Erhalt des
Werkstoffs vergütet. In einigen Ausführungsformen ist der Werkstoff dabei der Werkstoff
gemäß dem ersten Aspekt der vorliegenden Erfindung. Gemäß bestimmter Ausführungsformen
umfasst das Vergüten das Wärmebehandeln, das Abschrecken und das Anlassen des umgeschmolzenen
Stahls. In einigen Ausführungsformen wird die Wärmebehandlung bei 600 bis 1000 °C,
bevorzugt 750 bis 950 °C und weiter bevorzugt 860 bis 900 °C für 1 bis 10 Stunden,
bevorzugt 2 bis 8 Stunden und besonders bevorzugt 2,5 bis 5 Stunden durchgeführt.
Das Abschrecken kann dabei in Wasser, einem Polymer oder einem Salzbad erfolgen. Gemäß
bestimmten Ausführungsformen wird das Anlassen bei 450 bis 700 °C, bevorzugt 500 bis
620 °C und weiter bevorzugt 550 bis 600 °C für 2 bis 15 Stunden, bevorzugt 4 bis 10
Stunden und besonders bevorzugt 5 bis 8 Stunden durchgeführt. Beim Vergüten kann das
Gefüge erneut gefeint werden. Nicht umformungsinduziert ausgeschiedene Mikrolegierungselemente,
insbesondere Nb, scheiden beim Anlassen aus und führen zu weiterer Festigkeitserhöhung
ohne die Kerbschlagwerte zu senken.
[0056] In einem dritten Aspekt wird ein Werkstoff bereitgestellt, der durch das Verfahren
des zweiten Aspekts der vorliegenden Erfindung hergestellt wird oder dadurch erhältlich
ist. Die technischen Wirkungen des Werkstoffs des vierten Aspekts sind die gleichen
wie die technischen Wirkungen des ersten Aspekts der vorliegenden Erfindung. Diesbezüglich
wird auf die Ausführungen zum ersten Aspekt der Erfindung verwiesen. Ferner wird hinsichtlich
des Verfahrens auf die obigen Ausführungen zum zweiten Aspekt der vorliegenden Erfindung
verwiesen. In bestimmten Ausführungsformen entspricht der Werkstoff des vierten Aspekts
dem Werkstoff des ersten Aspekts der vorliegenden Erfindung.
[0057] Ein vierter Aspekt der Erfindung bezieht sich auf die Verwendung des Werkstoffs gemäß
dem ersten oder dritten Aspekt in Baugruppen, die mittels Schweißen gefügt werden.
In einigen Ausführungsformen handelt es sich bei den Baugruppen um Bauteile aus Stahl.
Gemäß manchen Ausführungsformen umfassen die Baugruppen Bauteile, die aus dem Werkstoff
des ersten oder dritten Aspekts oder im Wesentlichen aus dem Werkstoff des ersten
oder dritten Aspekts gefertigt sind. Allgemein eignet sich der erfindungsgemäße Werkstoff
für alle Bauteile, die hohe Ansprüche an die Toleranzvorgaben und/oder Präzision nach
dem Schweißen haben. Konventionell hergestellte Bauteile ähnlicher Festigkeit, Qualität
und Präzision müssen nach dem Verschweißen erneut vergütet werden um die mechanischen
Eigenschaften einzustellen und nachfolgend kostenintensiv mechanisch nacharbeitet
werden, um die geometrischen Vorgaben zu erfüllen. Durch die Verwendung des oben beschriebenen
Werkstoffs des ersten bzw. dritten Aspekts ist es möglich Baugruppen und/oder Bauteile
herzustellen, die nach einer Schweißung gleichbleibende mechanischen Eigenschaften
und geometrische Vorgaben aufweisen, wobei ein nachträgliches Vergüten und kostenintensives
mechanisches Nacharbeiten vermieden wird.
[0058] Ein fünfter Aspekt der Erfindung bezieht sich auf eine Brennkammer, die den Werkstoff
nach dem ersten oder dem dritten Aspekt umfasst. Brennkammern sind hochbelastete Bauteile,
an die hohe Ansprüche an die Toleranzvorgaben und/oder Präzision nach dem Schweißen
gestellt werden. Demensprechend wird auf die oben genannten technischen Wirkungen
des Werkstoffs des ersten oder dritten Aspekts verwiesen. In einigen Ausführungsformen
handelt es sich bei der Brennkammer um eine Brennkammer eines Flugkörpers.
Beispiele
[0059] Die Erfindung wird im Anschluss mit Bezug auf verschiedene Beispiele davon weiter
im Detail erläutert. Die Erfindung ist jedoch nicht auf diese Beispiele beschränkt.
Beispiel 1: Herstellung eines beispielhaften erfindungsgemäßen Werkstoffs
[0060] Ein Stahl umfassend Ni, Mn, Cr, N und Mo, beispielsweise Werkstoffnr. 1.6758, wurde
zur Erzeugung einer Schmelze im Elektrolichtbogenofen vorgeschmolzen. Die Grundzusammensetzung
und die Homogenität wurden in einem Pfannenofen eingestellt. Dazu wurden die für die
spätere Ausscheidungsbildung notwenigen Mikrolegierungselemente wie Nb, B, Ti und
V legiert. Anschließend wurde die Legierung in einer Vakuumanlage entgast. Durch ein
Aufsticken des Stahls wurde der Stickstoffgehalt entsprechend angepasst. Anschließend
wurde ein ESU-Block des entgasten und stickstoffbehandelten Stahls mit einem Durchmesser
von 800 mm mit einer Schmelzrate von 750 kg/h in einer Elektroschlacke-Umschmelzanlage
unter Luftatmosphäre und unter kontinuierlicher Zugabe von Desoxidationsmitteln erzeugt,
indem ESU-Elektroden mit 500 mm Durchmesser umgeschmolzen wurden. Das Schlackengewicht
betrug 250 kg und die Schlackenzusammensetzung 18 bis 25 Gew.-% CaO, 40 bis 50 Gew.-%
CaF
2, 20 bis 30 Gew.% Al
2O
3, 2,5 bis 10 Gew.-% SiO
2 und 2,5 bis 5 Gew.-% MgO, bezogen auf das Gesamtgewicht der Schlacke. Der aus der
Umschmelzanlage erhaltene erstarrte Stahlblock wurde durch Schmieden in Form gebracht.
Abschließend wird das so hergestellte Bauteil auf 880 °C für 3,5 Stunden erhitzt,
in Wasser abgeschreckt und bei 570 °C für 7 Stunden angelassen, um den Werkstoff zu
erhalten.
Beispiel 2: Chemische Analyse des Werkstoffs gemäß Beispiel 1
[0061] Die Bestandteile des in Beispiel 1 hergestellten Werkstoffs wurden mittels chemischer
Analyse bestimmt. Die Gehalte an Schwefel und Kohlenstoff wurden mittels eines Verbrennungsverfahrens,
die Gehalte an Sauerstoff und Stickstoff mittels eines Schmelzgasextraktion (Trägergasverfahren)
und die restlichen Elemente mittels Funkenemissionsspektrometrie ermittelt. Die Ergebnisse
sind in Tabelle 1 dargestellt.
Tabelle 1: Chemische Analyse des Werkstoffs nach Beispiel 1. Die Gewichtsprozente
beziehen sich dabei auf das Gesamtgewicht des Werkstoffs.
| Element |
Menge [Gew.%] |
| Kohlenstoff |
0,236 |
| Silicium |
0,023 |
| Mangan |
1,12 |
| Phosphor |
0,006 |
| Schwefel |
0,0051 |
| Chrom |
0,76 |
| Molybdän |
0,55 |
| Nickel |
2,09 |
| Aluminium |
0,02 |
| Cobalt |
<0,002 |
| Kupfer |
0,0075 |
| Niob |
0,022 |
| Titan |
0,033 |
| Vanadium |
0,1 |
| Wolfram |
0,016 |
| Zinn |
<0,002 |
| Bor |
0,0017 |
| Calcium |
0,0002 |
| Zirkonium |
<0,003 |
| Arsen |
<0,005 |
| Sauerstoff |
0,0027 |
| Stickstoff |
0,0019 |
Beispiel 3: Gefügestruktur des Werkstoffs nach Beispiel 1
[0062] Die durchschnittlichen Korngrößen des Werkstoffs wurden nach DIN EN ISO 643:2020
bestimmt. Die Körner im Gefüge des Werkstoffs wurden mittels Prikinsäureätzung nach
Bechet-Beaujard sichtbar gemacht. Die Gefügestruktur des Werkstoffs nach Beispiel
1 ist in Fig. 1 und Fig. 2 dargestellt. Es wurden durchschnittliche Korngrößen von
8 µm festgestellt.
Beispiel 4: Bestimmung der mechanischen Kennwerte und der Schweißbarkeit des Werkstoffs
gemäß Beispiel 1
[0063] Die Zugfestigkeit, das Streckgrenzenverhältnis, die Bruchdehnung und die Kerbschlagarbeit
des Werkstoffs nach Beispiel 1 wurden bestimmt. Die Zugfestigkeit wurde nach DIN EN
ISO 6892-1:2019 ermittelt, die Kerbschlagarbeit nach DIN EN ISO 148-1:2016. Die Ergebnisse
sind in Tabelle 2 dargestellt.
Tabelle 2: Mechanische Kennwerte und Schweißbarkeit des Werkstoffs nach Beispiel 1.
| Parameter |
Wert |
| Zugfestigkeit |
1241 MPa |
| Streckgrenzenverhältnis |
0,95 |
| Bruchdehnung |
14,8 % |
| Kerbschlagarbeit (RT) |
95 J |
| Kerbschlagarbeit (- 40°C) |
28 J |
| Kohlenstoffäquivalent |
≤ 1,0 |
[0064] Schweißversuche zeigten, dass sich der Werkstoff ohne Ausbildung von Härterissen
schweißen lässt.
[0065] Wie durch die Beispiele 1-4 ersichtlich wird durch die Erfindung ein Werkstoff bereitgestellt,
der hervorragende mechanische Eigenschaften wie eine hohe Festigkeit bei gleichzeitig
hoher Zähigkeit aufweist und dabei ausgezeichnet schweißbar ist. Ferner weist der
erfindungsgemäße Werkstoff ein ausgezeichnetes Streckgrenzenverhältnis und eine verbesserte
Kerbschlagarbeit auf. Außerdem muss der erfindungsgemäße Werkstoff nach dem Schweißen
nicht mehr erneut vergütet werden, wodurch eine kostenintensive mechanische Nachbearbeitung
von geschweißten Bauteilen vermieden wird.
[0066] Die obigen Ausführungsformen, Ausgestaltungen und Weiterbildungen lassen sich, sofern
sinnvoll, beliebig miteinander kombinieren. Weitere mögliche Ausgestaltungen, Weiterbildungen
und Implementierungen der Erfindung umfassen auch nicht explizit genannte Kombinationen
von zuvor beschriebenen Merkmalen der Erfindung. Insbesondere wird der Fachmann auch
Einzelaspekte als Verbesserungen oder Ergänzungen zu der jeweiligen Grundform der
vorliegenden Erfindung hinzufügen.
1. Werkstoff, bestehend aus:
C: 0,05 - 2 Gew.%;
Ni: 0,5 - 10 Gew.%;
Mn: 0,1 - 5 Gew.%;
Cr: 0,1 - 5 Gew.%;
Mo: 0,1 - 5 Gew.%;
Nb: 0,002 - 0,2 Gew.%;
B: 0,0002 - 0,02 Gew.%;
N: 0,0002 - 0,02 Gew.%;
Si: 0 - 2,0 Gew.%;
Al: 0 - 0,5 Gew.%;
Ti: 0 - 0,5 Gew.%;
V: 0 - 1 Gew.%;
W: 0 - 0,5 Gew.%;
Cu: 0 - 0,1 Gew.%; und
Fe sowie unvermeidbare Elemente als Rest, bezogen auf das Gesamtgewicht des Werkstoffs,
wobei der Werkstoff ein Gefüge mit einer durchschnittlichen Korngröße von 1 bis 20
µm aufweist.
2. Werkstoff nach Anspruch 1, wobei der Werkstoff Nitride, Carbide und/oder Carbonitride
aufweist,
optional wobei es sich bei den Nitriden, Carbiden und/oder Carbonitriden um Nitride,
Carbide und/oder Carbonitride des Nb, B, Ti, V und/oder Al handelt,
ferner optional wobei der Werkstoff die Nitride, Carbide und/oder Carbonitride an
Korngrenzen des Gefüges aufweist, ferner optional wobei die Nitride, Carbide und/oder
Carbonitride als Ausscheidungen mit einer Dicke von 1 - 150 nm an den Korngrenzen
vorliegen.
3. Werkstoff nach Anspruch 1 oder 2, wobei der Werkstoff ein Kohlenstoffäquivalent von
maximal 1,5% aufweist.
4. Werkstoff nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei der Werkstoff isotrop ist.
5. Werkstoff nach einem der Ansprüche 1 bis 4, wobei der Werkstoff eine Zugfestigkeit
von mindestens 1000 MPa und/oder ein Streckgrenzenverhältnis von größer als 0,6 und/oder
eine Bruchdehnung von 10 - 20% und/oder eine Kerbschlagarbeit bei Raumtemperatur von
50 - 150 J aufweist.
6. Werkstoff nach einem der Ansprüche 1 bis 5, wobei der Werkstoff zu mindestens 90 Vol.%
aus dem Gefüge besteht,
optional wobei das Gefüge ein martensitisches und/oder bainitisches Gefüge ist.
7. Werkstoff nach einem der Ansprüche 1 bis 6, wobei der Werkstoff ein Stahl, insbesondere
ein Edelstahl und/oder Vergütungsstahl ist.
8. Werkstoff nach einem der Ansprüche 1 bis 7, wobei der Gesamtgehalt an Ni, Cr und Mo
maximal 5 Gew.% beträgt, bezogen auf das Gesamtgewicht des Werkstoffs.
9. Verfahren zum Herstellen eines Werkstoffs, umfassend:
Bereitstellen eines Stahls umfassend Ni, Mn, Cr, N und Mo,
Legieren des Stahls mit Nb und B und optional mit mindestens einem weiteren Legierungselement,
wobei das weitere Legierungselement ausgewählt ist aus der Gruppe bestehen aus Ti,
V und Kombinationen davon, zum Erhalt eines legierten Stahls,
optional Homogenisieren des legierten Stahls zum Erhalt eines homogenisierten Stahls,
Entgasen des legierten oder optional homogenisierten Stahls zum Erhalt eines entgasten
Stahls,
Aufsticken des entgasten Stahls zum Erhalt eines stickstoffbehandelten Stahls,
Umschmelzen des stickstoffbehandelten Stahls zum Erhalt eines umgeschmolzenen Stahls,
Verarbeiten des umgeschmolzenen Stahls zum Erhalt eines verarbeiteten Stahls, wobei
das Verarbeiten ausgewählt ist aus der Gruppe bestehen aus Schmieden, Walzen, Verarbeiten
durch ein additives Fertigungsverfahren oder Kombinationen davon, und
Vergüten des verarbeiteten Stahls zum Erhalt des Werkstoffs.
10. Verfahren nach Anspruch 9, wobei das Legieren des Stahls und das optionale Homogenisieren
in einem Pfannenofen durchgeführt wird, optional wobei das Entgasen des legierten
Stahls in einer Vakuumanlage erfolgt.
11. Verfahren nach Anspruch 9 oder 10, wobei das Umschmelzen durch ein Elektroschlacke-Umschmelzverfahren
erfolgt, optional wobei das Elektroschlacke-Umschmelzverfahren in Luftatmosphäre oder
unter Schutzgas durchgeführt wird.
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 9 bis 11, wobei der Stahl umfasst:
C: 0,05 - 2 Gew.%;
Ni: 0,5 - 10 Gew.%;
Mn: 0,1 - 5 Gew.%;
Cr: 0,1 - 5 Gew.%;
Mo: 0,1 - 5 Gew.%
N: 0,0002 - 0,02 Gew.%;
bezogen auf das Gesamtgewicht des Stahls und/oder des Werkstoffs.
13. Verfahren nach Anspruch 12, wobei der legierte Stahl umfasst:
Nb: 0,002 - 0,2 Gew.%;
B: 0,0002 - 0,02 Gew.%;
Ti: 0 - 0,5 Gew.%;
V: 0 - 1 Gew.%;
bezogen auf das Gesamtgewicht des legierten Stahls und/oder des Werkstoffs.
14. Verwendung des Werkstoffs nach einem der Ansprüche 1 bis 8 in Baugruppen, die mittels
Schweißen gefügt werden.