[0001] Die Erfindung betrifft den Bereich des Korrosionsschutzes von Metallkanten und Kufen
bei Wintersportgeräten. Insbesondere beschreibt sie eine innovative, erneuerbare Rostschutzvorrichtung.
[0002] Herkömmliche Methoden zum Schutz von Metallkanten gegen Korrosion basieren auf Beschichtungen
wie Verzinkung oder anderen schützenden Oberflächenbehandlungen. Diese Beschichtungen
nutzen sich jedoch im Laufe der Zeit durch mechanische Beanspruchung und Rostbildung
ab. Ein nachträgliches Wiederauftragen einer schützenden Schicht ist aufgrund der
konstruktiven Gegebenheiten nicht möglich.
[0003] Korrosion kann nicht nur die Kanten oder Kufen beschädigen, sondern auch zur Delamination
der Lauffläche bei Skiern und Snowboards führen, da sich Rost ausdehnt und die strukturelle
Integrität des Wintersportgeräts beeinträchtigen kann.
[0004] Ziel der vorliegenden Erfindung ist es, eine erneuerbare Rostschutzvorrichtung bereitzustellen,
die es dem Endverbraucher ermöglicht, die Intensität und Langlebigkeit des Korrosionsschutzes
selbst zu bestimmen und somit seine Wintersportgeräte nachhaltig vor Rost zu bewahren.
Es ist ferner Ziel der Erfindung, ein Wintersportgerät mit einer solchen Rostschutzvorrichtung
bereitzustellen.
[0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch eine Rostschutzvorrichtung mit den
Merkmalen des Anspruchs 1 und für das Wintersportgerät mit dem Gegenstand nach Anspruch
12.
[0006] Danach ist vorgesehen, dass die Rostschutzvorrichtung für Metallkanten und Kufen
von Wintersportgeräten mindestens eine Kante und mindestens eine Anode, vorzugsweise
Opferanode, die mit der Kante elektrisch verbunden ist, umfasst.
[0007] Die Erfindung basiert auf dem Grundgedanken, dass die Kante des Wintersportgeräts
vor Korrosion geschützt wird, in dem die Kante mit einer Anode wirksam, insbesondere
elektrisch leitend, verbunden ist. Für Wintersportgeräte mit mindestens einer Kante
aus Metall, wie beispielsweise Schlitten, Eislaufschuhe, Ski und Snowboards, ist es
von höchster Bedeutung, dass die Kante intakt, insbesondere rostfrei ist und bleibt,
und somit mit möglichst niedriger Reibung zwischen Eis/Schnee und der Kante gleiten
kann. Der Begriff Kante schließt auch eine Kufe ein, insbesondere eine Kufe eines
Schlittschuhs oder Schlittens. Die Kante umfasst insbesondere einen metallischen Werkstoff.
[0008] Wenn nun Korrosionsprozesse an der Kante stattfinden, gibt die Anode ihre Elektroden
über die Kante an die Umgebung ab, während die Kante selbst nicht korrodiert. Es korrodiert
also nur die Anode und die Anode wird dadurch verbraucht. Die Kante bleibt unverändert,
insbesondere rostfrei, und behält damit ihre Eignung zur reibungsarmen Führung des
Wintersportgeräts über Eis/Schnee.
[0009] Die Kante kann direkt mit der Anode verbunden sein. Sie kann zum Beispiel in Form
eines um die Seitenwange eines Snowboards aufschraubbaren Anodenstreifens die Kante
berühren. Die Anode kann aber auch beispielsweise auf die Kante aufgepresst werden
oder anderweitig mit der Kante (elektrisch) verbunden sein.
[0010] Die Anode kann als (passive) Opferanode ausgeführt sein und/oder als aktive Ausführung
eine elektrische Stromquelle umfassen.
[0011] Insbesondere kann weiter vorgesehen sein, dass die Rostschutzvorrichtung zusätzlich
mindestens ein Befestigungselement, welches elektrisch mit der Kante verbunden ist,
und mindestens ein Verbindungselement, das die Anode mit dem Befestigungselement verbindet,
vorzugsweise elektrisch leitend verbindet, umfasst.
[0012] Mittels des Befestigungselements kann die Rostschutzvorrichtung am oder im Wintersportgerät
befestigt werden. Dies kann insbesondere dadurch geschehen, dass das Befestigungselement
genietet, geschraubt, geklebt, geklemmt oder sonst wie, vorzugsweise dauerhaft, am
oder im Wintersportgerät fixiert wird. Es ist auch denkbar, das Befestigungselement
zwischen einzelnen Schichten des Wintersportgeräts, beispielsweise zwischen Belag
und Oberschicht eines Snowboards/Skis zu befestigen, sodass die Rostschutzvorrichtung
von außen durch den Benutzer nur teilweise oder nicht sichtbar ist.
[0013] Das Befestigungselement ist elektrisch mit der Kante verbunden, sodass ein durchgängiger
elektrischer Leitungspfad vom Befestigungselement zur Kante bereitgestellt wird. Das
Befestigungselement kann insbesondere direkt in elektrischem Kontakt mit der Kante
stehen.
[0014] Das Befestigungselement kann insbesondere aus einem elektrisch leitfähigen Material
ausgeführt sein.
[0015] Das Befestigungselement kann auch aus einem elektrisch nichtleitenden Material, beispielsweise
aus Kunststoff, bestehen. In diesem Fall kann die elektrische Verbindung zwischen
Anode und Kante durch einen separaten, unter oder im oder außerhalb des Befestigungselements
verlaufenden elektrischen Leiter sichergestellt werden. In diesem Fall wird das Befestigungselement
also durch eine anderweitige elektrische Verbindung überbrückt, sodass zwischen Anode
und Kante eine elektrische Verbindung bereitgestellt werden kann.
[0016] Das Verbindungselement verbindet die Anode mit dem Befestigungselement, sodass zwischen
der Anode und dem Befestigungselement elektrischer Kontakt hergestellt und dauerhaft,
jedenfalls für die Lebensdauer der Anode, sichergestellt ist. Dadurch wird die Anode
räumlich an der Rostschutzvorrichtung fixiert. So wird auch die elektrische Leitungsbahn/Verbindung
von Anode über/mittels Befestigungselement zur Kante bereitgestellt.
[0017] Das Verbindungselement kann die Anode lösbar mit dem Befestigungselement verbinden.
Insbesondere kann das Verbindungselement als Schraub-, Klipp-, Schnapp- und/oder Magnetverbindung
oder andere Verbindungsmöglichkeiten realisiert werden.
[0018] Das Verbindungselement kann auch vorgespannt ausgeführt werden, sodass die Anode
permanent an das Befestigungselement angedrückt wird, auch wenn die Anode sich in
ihren äußeren Abmessungen verändert.
[0019] Das Verbindungselement kann auf einem form-, kraft- oder stoffschlüssigen Wirkprinzip
beruhen.
[0020] Das Befestigungselement und/oder das Verbindungselement kann auch Teil einer Baugruppe
sein, die regemäßig an Wintersportgeräten vorgesehen ist, wie etwa die Bindung zur
Aufnahme der Schuhe des Benutzers. Es kann also die Rostschutzvorrichtung, zumindest
in Teilen, in die Befestigungsvorrichtung solch einer Baugrupppe, beispielsweise Bindung,
integriert werden, sodass etwaige Befestigungsmittel synergistisch genutzt werden
können: Gleichzeitig für die Befestigung der Bindung und für die Befestigung der Rostschutzvorrichtung.
[0021] Insbesondere kann weiter vorgesehen sein, dass die Anode im Wesentlichen ein unedleres
Material, insbesondere Zink, Magnesium und/oder Aluminium, als das Material der Kante
umfasst. Das Material der Anode kann auch eine Legierung umfassen. Das Material der
Anode kann in der elektrochemischen Spannungsreihe also negativer als das zu schützende
Material, hier dasjenige Material der Kante, sein. Insbesondere kann das Material
der Anode auch unedler als das Material aller anderen (metallischen) Bestandteile
der Rostschutzvorrichtung sein. So wird sichergestellt, dass im Wesentlichen die Anode
korrodiert und nicht auch andere Bestandteile der Rostschutzvorrichtung, wie etwa
das Verbindungselement oder das Befestigungselement. In diesem Fall ist die Anode
also als (passive) Opferanode ausgebildet.
[0022] Insbesondere kann weiter vorgesehen sein, dass die Anode als aktive Anode, umfassend
eine elektrische Energiequelle, ausgeführt ist. Die Rostschutzvorrichtung kann also
als aktives System ausgeführt sein, welches eine elektrische Energiequelle, wie etwa
eine Batterie oder einen Akkumulator, umfasst. In dieser aktiven Ausführungsform wird
die sich verbrauchende Opferanode durch eine Fremdstromanode ersetzt. Im Gegensatz
zur passiven Opferanode muss die Fremdstromanode in der elektrochemischen Spannungsreihe
nicht zwingend negativer (unedler) als das zu schützende Material der Kante sein,
da der schützende Elektronenfluss aktiv durch die Energiequelle erzeugt wird. Hierfür
wird der Minuspol der Energiequelle elektrisch mit der Kante und der Pluspol mit der
Fremdstromanode elektrisch verbunden. Vorzugsweise wird für die Fremdstromanode ein
inertes, stark korrosionsbeständiges Material verwendet, wie beispielsweise Titan,
edelmetallbeschichtetes Titan oder Grafit. So wird sichergestellt, dass bei diesem
aktiven System die Anode selbst nicht oder nur minimal korrodiert und sich nicht verbraucht,
während die Kante durch den permanent aufgeprägten Fremdstrom zuverlässig vor Rost
geschützt bleibt.
[0023] Insbesondere kann weiter vorgesehen sein, dass die elektrische Verbindung zwischen
Kante und Befestigungselement durch eine elektrische Leitung hergestellt wird. Die
elektrische Leitung erlaubt es, das Befestigungselement räumlich entfernt von der
Kante am oder im Wintersportgerät vorzusehen und dennoch die elektrische Verbindung
zwischen Befestigungselement mit Anode und Kante bereitzustellen. Die Kante ist häufig
ein mechanisch stark belasteter Bereich des Wintersportgeräts an dem hohe Spannungen/Dehnungen
auftreten können. Es kann deshalb technisch sinnvoll sein, das Befestigungselement
außerhalb solcher stark belasteten Bereiche vorzusehen.
[0024] Insbesondere kann weiter vorgesehen sein, dass sich die Anode außerhalb des eigentlichen
Wintersportgeräts befindet, insbesondere oberhalb des Topsheets. Im Falle von lageweise
aufgebauten Wintersportgeräten, insbesondere Skier oder Snowboards, kann die Anode
außerhalb der obersten Lage, also auf der der Gleitfläche (Belag) gegenüberliegenden
Seite vorgesehen sein. So wird verhindert, dass die Anode in die Gleitfläche ragt
und damit den Reibungswiderstand zwischen Wintersportgerät und Schnee/Eis erhöht.
Ähnliches gilt für Wintersportgeräte mit einer Kufe. Hier kann die Anode derart außerhalb
des eigentlichen Wintersportgerätes vorgesehen sein, dass die Anode die Gleiteigenschaften
der Kufe nicht negativ beeinflusst. Wenn die Anode außerhalb des Wintersportgeräts
vorgesehen ist, kann zudem der Benutzer des Wintersportgeräts den Zustand der Anode
einfach optisch prüfen und für allfällige Reparaturen/Austausch gut erreichen.
[0025] Insbesondere kann weiter vorgesehen sein, dass mehrere Anoden pro Kante vorgesehen
sind. Das kann bei vergleichsweise langen/großen Kanten technisch vorteilhat sein.
Hier kann die Speisung von Elektronen aus nur einer Anode in die Kante nicht ausreichend
sein, um Korrosion der Kante vollständig zu verhindern. Durch den Einsatz mehrerer
Anoden kann der Elektronenfluss erhöht werden. Zudem wird die Haltbarkeit der Rostschutzvorrichtung
insgesamt verlängert, da es eines längeren Zeitraums bedarf, bis die mehreren Anoden
verbraucht wurden.
[0026] Insbesondere kann weiter vorgesehen sein, dass eine zentrale Anode mit mehreren Kanten
elektrisch verbunden ist. So kann mit nur einer Anode eine Mehrzahl an Kanten vor
Korrosion geschützt werden. Vorzugsweise ist dann auch nur ein Befestigungselement
und nur ein Verbindungselement vorgesehen. Somit wird durch die Rostschutzvorrichtung
nur minimal in die Struktur des Wintersportgeräts eingegriffen. Zudem kann die zentrale
Anode dann an einen günstigen Ort platziert werden, wo beispielsweise geringe Spannungen/Dehnungen
im Sportgerät auftreten und/oder das äußere Erscheinungsbild des Wintersportgeräts
nur minimal beeinträchtigt wird. Die zentrale Anode kann insbesondere dort platziert
werden, wo das Erscheinungsbild des Wintersportgeräts jedenfalls beeinträchtigt wird,
etwa im Bereich der Bindung oder einer Sitzfläche. Weiterhin ist von Vorteil, dass
bei einer zentralen Anode der Benutzer nur die zentrale Anode auf ihren Zustand hin
überprüfen muss und nicht je Kante eine gesonderte Anode.
[0027] Insbesondere kann weiter vorgesehen sein, dass die Anode austauschbar ist, sodass
eine Erneuerung des Rostschutzes möglich ist. Durch die Abgabe von Elektronen wird
die Anode verbraucht und abgebaut. Sie hat damit eine endliche Lebensdauer. Um den
Rostschutz bei aufgebrauchter Anode zu erneuern, muss die alte (verbrauchte) Anode
ausgetauscht und durch eine neue (frische) Anode ersetzt werden. Die anderen Bestandteile
der Rostschutzvorrichtung, wie das Befestigungselement, das Verbindungselement und/oder
die elektrische Leitung, können weiterverwendet werden und verbleiben im/am Wintersportgerät.
Es ist auch technisch vorteilhaft die Anode austauschbar vorzusehen, sodass diese
bei Beschädigungen durch eine neue (unbeschädigte) Anode vorzeitig ersetzt werden
kann.
[0028] Insbesondere kann weiter vorgesehen sein, dass das Befestigungselement ein elektrisch
leitendes Material umfasst. Das ist technisch vorteilhaft, um die Anode elektrisch
über das Befestigungselement mir der Kufe zu verbinden. Das Befestigungselement kann
vollständig aus Metall gefertigt sein. Das Befestigungselement kann aber auch im Wesentlichen
aus einem nicht-leitendem Material gefertigt sein und ein weiteres elektrisch leitendes
Material umfassen, das eine elektrische Verbindung zwischen Anode und Kante bereitstellt.
Insbesondere kann das Befestigungselement aus einem Kunststoff mit elektrisch leitenden
Füllstoffen gefertigt sein. Das Befestigungselement kann auch als Teil der Kante,
insbesondere einer Kante aus Metall, ausgebildet sein. Insbesondere kann das Befestigungselement
aus einem unedleren Material als die Kante gefertigt sein. Insbesondere kann das Befestigungselement
aus einem edleren Material als die Anode gefertigt sein.
[0029] Insbesondere kann weiter vorgesehen sein, dass das Verbindungselement aus Edelstahl,
Kupfer oder einem anderen elektrisch leitenden Material besteht. Aus der Erfahrung
des Erfinders sind diese Materialien aus Sicht ihrer Position in der elektrochemischen
Spannungsreihe bei gleichzeitiger Festigkeit, Dichte und Verarbeitbarkeit besonders
als Material für das Verbindungselement geeignet
[0030] Nach einem weiteren Aspekt der Erfindung ist ein Wintersportgerät vorgesehen mit
mindestens einer Rostschutzvorrichtung wie vorstehend beschrieben. Es ist insbesondere
vorteilhaft mehrere Rostschutzvorrichtungen je Kufe vorzusehen, um einen großflächigen
Schutz vor Korrosion sicherstellen zu können. Es kann auch vorgesehen sein, mehrere
Rostschutzvorrichtungen mit jeweils Anoden aus unterschiedlichen Materialien bereitzustellen.
Durch eine unterschiedliche Position des Materials der Anoden in der elektrochemischen
Spannungsreihe bezüglich des Materials der Kante, kann örtlich unterschiedlichen Korrosionsneigungen
der Kante Rechnung getragen werden.
[0031] Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindungen sollen nun anhand eines in den
Zeichnungen näher dargestellten Ausführungsbeispiels erläutert werden.
[0032] Es zeigen:
Fig. 1: eine perspektivische Ansicht einer bevorzugten Ausführungsform der Rostschutzvorrichtung
mit geteilten Kanten eines Snowboards und zwei Anoden;
Fig. 2: eine Querschnittsansicht gemäß Fig. 1 mit Darstellung der elektrischen Verbindung;
Fig. 3: eine Draufsicht auf die Rostschutzvorrichtung gemäß Fig. 1;
Fig. 4: eine perspektivische Ansicht eines fertig verbauten Snowboards mit integrierter Rostschutzvorrichtung;
Fig. 5: einen Querschnitt eines Snowboards mit geteilter Kante und separaten Anoden der Rostschutzvorrichtung
aus Fig. 4;
Fig. 6: eine Draufsicht auf die im Endzustand verbaute Anode der Rostschutzvorrichtung aus
Fig. 4; und
Fig. 7: eine Detailansicht des Zusammenbaus der Rostschutzvorrichtung aus Fig. 4.
[0033] Fig. 1 zeigt ein erfindungsgemäßes Ausführungsbeispiel einer Rostschutzvorrichtung mit geteilten
Kanten eines Snowboards und zwei Anoden in einer perspektivischen Ansicht. Das Snowboard
selbst ist in Fig. 1 nicht gezeigt. Die bevorzugte Ausführung umfasst zwei Kanten
5 aus Metall, die elektrisch mit je einem Befestigungselement 3 verbunden sind. Die
Verbindung erfolgt über je eine elektrische Leitung 4 zwischen Kante 5 und Befestigungselement
3. Die Befestigungselemente 3 sind mittig am Snowboard vorgesehen. Die Anoden 2 sind
als passive Opferanoden ausgeführt.
[0034] Fig. 2 zeigt eine Querschnittsansicht gemäß Fig. 1 mit Darstellung der elektrischen Verbindung
zwischen Kante und Befestigungselement.
[0035] Die elektrische Verbindung ist als elektrische Leitung 4 zwischen Kante 5 und Befestigungselement
3 ausgeführt.
[0036] Durch das Verbindungselement 1 ist die Anode 2 mit dem Befestigungselement 3 verbunden.
[0037] So ist eine durchgängiger elektrischer Leitungspfad von der Anode 2 über das Befestigungselement
3 und weiter über die elektrische Leitung 4 zur Kante 5 sichergestellt.
[0038] Die elektrische Leitung 4 ist als gerade Verbindung ausgeführt.
[0039] Die elektrische Leitung 4 verläuft durch den Aufbau des Snowboards auf Höhe der Kante
5.
[0040] Fig. 3 zeigt eine Draufsicht auf die Rostschutzvorrichtung gemäß Fig. 1. Fig. 3 verdeutlicht,
dass die elektrische Leitung 4 orthogonal von der Kante 5 ausgehend zum Befestigungselement
3 mit der Anode 2 und dem Verbindungselement 1 führt.
[0041] Die elektrische Leitung 4 ist also auf dem kürzesten Weg zwischen Kante 5 und Befestigungselement
3 verlegt.
[0042] Fig. 4 zeigt eine perspektivische Ansicht eines fertig verbauten Snowboards mit integrierter
Rostschutzvorrichtung. In Fig. 4 ist gezeigt, dass sich die Anoden 2 außerhalb des
Snowboards befinden. Hier liegen sie auf der obersten Lage des Snowboards, dem Topsheet
6, auf.
[0043] Insbesondere sind die von außen sichtbaren Bestandteile der Rostschutzvorrichtung,
hier insbesondere die Anode 2 und Verbindungselemente 1, zwischen den Aufnahmebohrungen
für die beiden Bindungen vorgesehen.
[0044] So wird die optische Erscheinung des Snowboards, insbesondere die Oberfläche des
Topsheet 6 im Bereich der beiden Schaufeln, nur unwesentlich durch die Rostschutzvorrichtung
beeinflusst.
[0045] Fig. 5 zeigt einen Querschnitt eines Snowboards mit geteilter Kante 5 und separaten Anoden
2. Fig. 5 verdeutlicht, dass die Befestigungselemente 5 im Wesentlichen innerhalb
des Aufbaus des Snowboards vorgesehen sind.
[0046] Die Anoden 2 liegen auf den Befestigungselement 3 und dem Topsheet 6 auf.
[0047] Die Anoden 2 werden durch die Verbindungselemente 2 niedergehalten und auf das Topsheet
6 gedrückt sowie mit den Befestigungselementen 3 wirksam verbunden, insbesondere in
elektrischen Kontakt gebracht und gehalten.
[0048] Die Verbindungselemente 1 ragen durch die Anoden 2 hindurch in die Befestigungselemente
3 hinein.
[0049] Die Befestigungselemente 3 sind als Schrauben ausgebildet, deren Kopf außerhalb des
Snowboards verbleibt und die Anoden 2 an die Befestigungselemente 1 und das Topsheet
6 andrückt. Das Gewinde der Befestigungselemente 3 greift in ein Innengewinde der
Befestigungselemente 3 ein.
[0050] Fig. 6 zeigt eine Draufsicht auf die im Endzustand verbaute Anode 2. Die Anode 2 ist scheibenförmig
ausgebildet.
[0051] Die Anode 2 hat einen kreisrunden Außendurchmesser, der größer als der Durchmesser
des Schraubenkopfs des Befestigungselements 1 ist.
[0052] Die Anode 2 hat eine zentrale Öffnung konzentrisch zum kreisrunden Außenumfang. Der
Durchmesser der zentralen Öffnung ist ausreichend groß, sodass das Gewinde des Verbindungselements
1 hindurchgeführt werden kann.
[0053] Die Form der Anode 2 gleicht im Wesentlichen der Form einer Unterlegscheibe.
[0054] Fig. 7 zeigt eine Detailansicht des Zusammenbaus der Rostschutzvorrichtung aus Fig. 5.
[0055] Das Befestigungselement 3 ist T-förmig ausgebildet. Das Befestigungselement 3 sitzt
innerhalb des Snowboards auf dem Belag auf. Das Befestigungselement 3 ist mit dem
Kern des Snowboards verklebt und/oder in das Snowboard eingepresst. Das Befestigungselement
3 weist ein Innengewinde zur Aufnahme des Verbindungselements 1 auf.
[0056] Das Befestigungselement 3 ist zumindest teilweise von außen über die Oberfläche des
Snowboards, die nicht die Seite des Belags ist, zugänglich, insbesondere so, dass
es das Verbindungselement 1 aufnehmen kann.
[0057] Das Befestigungselement 3 ist mit einer elektrischen Leitung 4 verbunden, insbesondere
elektrisch verbunden. Die elektrische Leitung 4 führt zur Kante 5 und ist mit der
Kante 5 elektrisch verbunden.
[0058] Das Verbindungselement 1 ist als Schraube mit Sechskant-Kopf ausgebildet.
[0059] Die Anode 2 ist als ringförmige Scheibe ausgebildet.
[0060] Das Verbindungselement 1 ist durch die zentrale Öffnung der Anode 2 geführt und greift
mit seinem Gewinde in das Innengewinde des Befestigungselements 3 ein. Der Kopf des
Verbindungselements 1 hält die Anode 2 fest.
[0061] Durch die Schraubverbindung wird die Anode 2 an das Befestigungselement 3 gedrückt
und mit diesem elektrisch verbunden.
[0062] Die Schraubverbindung kann auch wieder gelöst werden, sodass die Anode 2 entfernt
werden kann und durch eine anderen Anode 2 ersetzt werden kann.
[0063] Die Anode 2 befindet sich vollständig außerhalb des Hauptkörpers des Wintersportgeräts,
hier insbesondere oberhalb des Topsheet 6.
[0064] Das Verbindungselement 1 befindet sich zumindest teilweise außerhalb des Hauptkörpers
des Wintersportgeräts.
[0065] Das Befestigungselement 3 befindet sich vollständig innerhalb des Hauptkörpers des
Wintersportgeräts. Es ist jedoch von der Oberseite aus zugänglich.
[0066] Die Rostschutzvorrichtung funktioniert wie folgt. Zur Verhinderung der Korrosion
der Kante 5 wird ein Elektronenfluss von der Anode 2 entweder über das Verbindungselement
1 und das Befestigungselement 3 gegebenenfalls über eine elektrische Leitung 4 zur
Kante 5 bereitgestellt oder direkt durch Kontakt zwischen der Anode 2 und dem Befestigungselement
3 gegebenenfalls über eine elektrische Leitung 4 zur Kante 5.
[0067] Das Befestigungselement 3 hat die Funktion, die Rostschutzvorrichtung am Wintersportgerät
zu fixieren, das Verbindungselement 1 aufzunehmen und Elektronen von der Anode 2 gegebenenfalls
über eine elektrische Leitung 4 an die Kante 5 zu leiten.
[0068] Das Verbindungselement 1 hat die Funktion, die Anode 2 mit dem Befestigungselement
3 zu verbinden und so einen elektrischen Kontakt zwischen Anode 2 und Befestigungselement
3 sicherzustellen.
[0069] Durch die lösbare Schraubverbindung wird die Funktion bereitgestellt, das Verbindungselement
1 entfernen zu können, um einen Austausch der Anode 2 vorzunehmen.
[0070] Falls das Befestigungselement 3 aus einem elektrisch nicht-leitendem Material ausgebildet
ist, kann die Rostschutzvorrichtung auch derart ausgeführt sein, dass die Schraube
des Verbindungselements 1 derart (tief) in das Befestigungselement 3 eingeschraubt
werden kann, dass sie direkt in (elektrische) Verbindung mit einer darunter befindlichem
elektrischen Leitung 4 und/oder Kante 5 gelangt. Insbesondere kann die elektrische
Leitung 4 bis in das Innere des Befestigungselements, insbesondere das Innengewinde,
geführt sein.
[0071] Dann übernimmt das Verbindungselement 1 die Funktion, die Elektronen von der Anode
2 gegebenenfalls über eine elektrische Leitung 4 an die Kante 5 zu leiten.
[0072] Der technische Vorteil der Erfindung liegt darin, dass die Kante 5 frei von Rostbildung
bleibt und stattdessen eine Anode 2 verbraucht wird. Die Rostschutzvorrichtung ist
einfach in den etablierten Aufbau herkömmlicher Wintersportgeräte zu integrieren.
[0073] Mögliche Ausführungen beinhalten unter anderem mehrere Anoden 2 pro Kante 5 oder
eine zentrale Anode 2, die mit allen Kanten 5 verbunden ist. Ebenso sind mehrere elektrische
Verbindungen, insbesondere elektrische Leitungen 4, zwischen Anode(n) 2 und Kante(n)
5 möglich. Die eine oder mehreren Anoden 2 könne auch als aktive Anoden, mit einer
elektrischen Energiequelle ausgeführt sein. Hierfür wird der Minuspol der Energiequelle
elektrisch mit der Kante und der Pluspol mit der Fremdstromanode elektrisch verbunden.
[0074] Zusammenfassend umfasst die Erfindung mindestens eine Anode, die elektrisch mit mindestens
einer Kante verbunden ist. Die Rostschutzvorrichtung kann zusätzlich mindestens ein
Befestigungselement, das elektrisch mit der Kante verbunden ist, und mindestens ein
Verbindungselement umfassen. Als Anode kann eine passive Opferanode aus einem Material
wie Zink, Magnesium oder Aluminium, und/oder eine aktive Anode mit Energiequelle,
zum Einsatz kommen. Dadurch wird der Korrosionsprozess auf die Anode verlagert, sodass
die Kante geschützt bleibt. Die Rostschutzvorrichtung kann auch eine Konstruktion
vorsehen, die es erlaubt, die mindestens eine Anode auszutauschen, wodurch ein dauerhafter
Schutz über die gesamte Lebensdauer des Sportgeräts gewährleistet wird. Zudem können
verschiedene Materialien gewählt werden, um die Lebensdauer der Anode und die Schutzwirkung
anzupassen.
[0075] Weiter kann die Rostschutzvorrichtung (mit bzw. in allen möglichen vorgenannten Merkmalskombinationen)
auch für (metallische) Gleitkufen von Eis- und/oder Wasser-Schneefahrzeugen vorgesehen
sein. Gleitkufen gelten als Kanten wie weiter oben ausgeführt. Als Schneefahrzeuge
gelten auch solche Fahrzeuge, die sich über Eis fortbewegen können. Als nicht abschließende
Beispiele für Schneefahrzeuge seien genannt: Schneemobile, Schneemotorrad, Motorschlitten,
Eissegler, oder ähnliches.
[0076] In diesem Zusammenhang seien die folgenden Aspekte explizit offenbart:
Aspekt 1: Rostschutzvorrichtung für Gleitkufen aller Art, insbesondere von Eis- und/oder
Wasser- und/oder von Schneefahrzeugen, umfassend:
- mindestens eine Kante (5), und
- mindestens eine Anode (2), vorzugsweise Opferanode, die mit der Kante (5) elektrisch
verbunden ist.
Aspekt 2: Rostschutzvorrichtung nach Aspekt 1,
wobei die Rostschutzvorrichtung zusätzlich
- mindestens ein Befestigungselement (3), welches elektrisch mit der Kante (5) verbunden
ist, und
- mindestens ein Verbindungselement (1), das die Anode (2) mit dem Befestigungselement
(3) verbindet, vorzugsweise elektrisch leitend verbindet, umfasst.
Aspekt 3: Rostschutzvorrichtung nach einem der vorhergehenden Aspekte,
wobei die Anode (2) im Wesentlichen ein unedleres Material, insbesondere Zink, Magnesium
und/oder Aluminium, als das Material der Kante (5) umfasst.
Aspekt 4: Rostschutzvorrichtung nach einem der vorhergehenden Aspekte ,
wobei die Anode (2) als aktive Anode (2), umfassend eine elektrische Energiequelle,
ausgeführt ist.
Aspekt 5: Rostschutzvorrichtung nach einem der vorhergehenden Aspekte,
wobei die elektrische Verbindung zwischen Kante (5) und Befestigungselement (3) durch
eine elektrische Leitung (4) hergestellt wird.
Aspekt 6: Rostschutzvorrichtung nach einem der vorhergehenden Aspekte,
wobei sich die Anode (2) außerhalb Kufe befindet, insbesondere oberhalb des Topsheets
(6).
Aspekt 7: Rostschutzvorrichtung nach einem der vorhergehenden Aspekte,
wobei mehrere Anoden (2) pro Kante vorgesehen sind.
Aspekt 8: Rostschutzvorrichtung nach einem der vorhergehenden Aspekte,
wobei eine zentrale Anode (2) mit mehreren Kanten elektrisch verbunden ist.
Aspekt 9: Rostschutzvorrichtung nach einem der vorhergehenden Aspekte
wobei die Anode (2) austauschbar ist, sodass eine Erneuerung des Rostschutzes möglich
ist.
Aspekt 10: Rostschutzvorrichtung nach einem der vorhergehenden Aspekte,
wobei das Befestigungselement (3) ein elektrisch leitendes Material umfasst.
Aspekt 11: Rostschutzvorrichtung nach einem der vorhergehenden Aspekte,
wobei das Verbindungselement (1) aus Edelstahl, Kupfer oder einem anderen elektrisch
leitenden Material besteht.
Aspekt 12: Schneefahrzeug mit mindestens einer Rostschutzvorrichtung nach einem der
vorhergehenden Aspekte.
Bezugszeichen
[0077]
- 1
- Verbindungselement
- 2
- Anode
- 3
- Befestigungselement
- 4
- elektrische Leitung
- 5
- Kante
- 6
- Topsheet
1. Rostschutzvorrichtung für Metallkanten und Kufen von Wintersportgeräten, umfassend:
- mindestens eine Kante (5), und
- mindestens eine Anode (2), vorzugsweise Opferanode, die mit der Kante (5) elektrisch
verbunden ist.
2. Rostschutzvorrichtung nach Anspruch 1,
wobei die Rostschutzvorrichtung zusätzlich
- mindestens ein Befestigungselement (3), welches elektrisch mit der Kante (5) verbunden
ist, und
- mindestens ein Verbindungselement (1), das die Anode (2) mit dem Befestigungselement
(3) verbindet, vorzugsweise elektrisch leitend verbindet, umfasst.
3. Rostschutzvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei die Anode (2) im Wesentlichen ein unedleres Material, insbesondere Zink, Magnesium
und/oder Aluminium, als das Material der Kante (5) umfasst.
4. Rostschutzvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei die Anode (2) als aktive Anode (2), umfassend eine elektrische Energiequelle,
ausgeführt ist.
5. Rostschutzvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei die elektrische Verbindung zwischen Kante (5) und Befestigungselement (3) durch
eine elektrische Leitung (4) hergestellt wird.
6. Rostschutzvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei sich die Anode (2) außerhalb des eigentlichen Wintersportgeräts befindet, insbesondere
oberhalb des Topsheets (6).
7. Rostschutzvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei mehrere Anoden (2) pro Kante vorgesehen sind.
8. Rostschutzvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei eine zentrale Anode (2) mit mehreren Kanten elektrisch verbunden ist.
9. Rostschutzvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche
wobei die Anode (2) austauschbar ist, sodass eine Erneuerung des Rostschutzes möglich
ist.
10. Rostschutzvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei das Befestigungselement (3) ein elektrisch leitendes Material umfasst.
11. Rostschutzvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei das Verbindungselement (1) aus Edelstahl, Kupfer oder einem anderen elektrisch
leitenden Material besteht.
12. Wintersportgerät mit mindestens einer Rostschutzvorrichtung nach einem der vorhergehenden
Ansprüche.