Gebiet
[0001] Die vorliegende Offenbarung betrifft eine Elektrolyseanordnung und ein Elektrolyseverfahren.
Hintergrund
[0003] Wie unten im Detail erläutert, können zumindest bei bestimmten Elektrolyseverfahren
Probleme aufgrund von Nebenschlussströmen auftreten. Es besteht daher der Bedarf nach
Verbesserungen insbesondere in dieser Hinsicht.
Übersicht
[0004] Vor diesem Hintergrund werden eine Elektrolyseanordnung und ein Elektrolyseverfahren
mit den Merkmalen der unabhängigen Patentansprüche vorgeschlagen. Ausgestaltungen
sind Gegenstand der abhängigen Patentansprüche und der nachfolgenden Beschreibung.
[0005] Die vorgeschlagene Elektrolyseanordnung umfasst einen Elektrolyseblock mit einer
Vielzahl von Elektrolysezellen, die Kathodenkammern und Anodenkammern aufweisen, und
ein Elektrolytsystem, das eine Zuleitungsanordnung, eine kathodenseitige Entnahmeleitungsanordnung
und eine anodenseitige Entnahmeleitungsanordnung aufweist.
[0006] Die Elektrolyseanordnung ist dafür eingerichtet, den Kathodenkammern und Anodenkammern
über die Zuleitungsanordnung einen flüssigen Elektrolyten zuzuführen, den Kathodenkammern
über die kathodenseitige Entnahmeleitungsanordnung den Elektrolyten und in den Kathodenkammern
gebildeten Wasserstoff zu entnehmen, und den Anodenkammern über die anodenseitige
Entnahmeleitungsanordnung den Elektrolyten und in den Anodenkammern gebildeten Sauerstoff
zu entnehmen.
[0007] Es versteht sich, dass es sich bei dem jeweils den Kathodenkammern und Anodenkammern
entnommenen Elektrolyten um den nicht umgesetzten Anteil des Elektrolyten handelt.
Ist daher hier davon die Rede, dass ein Elektrolyt "durch" die Kathodenkammern und
Anodenkammern geführt wird, sei darunter der zugeführte Elektrolyt abzüglich des umgesetzten
Anteils verstanden. Auch der "den Kathodenkammern und Anodenkammern entnommene" Elektrolyt
stellt den nicht umgesetzten Anteil des Elektrolyten dar.
[0008] Ferner versteht sich, dass vorliegend mit der Bezugnahme auf "einen Elektrolyseblock"
im Singular nicht ausgeschlossen ist, dass eine entsprechende Elektrolyseanordnung
mehrere Elektrolyseblocks gleicher oder unterschiedlicher Bauart und mit gleicher
oder unterschiedlicher Anzahl an Elektrolysezellen aufweisen kann, von denen alle,
ein Teil oder nur einer im hier vorgeschlagenen Sinn betrieben werden können.
[0009] Die Elektrolyseanordnung ist dafür eingerichtet, eine Konzentration des den Kathodenkammern
und Anodenkammern zugeführten Elektrolyten in Abhängigkeit von einem Betriebszustand
der Elektrolyseanordnung zu verändern. Durch die hierdurch verursachte Änderung in
der Leitfähigkeit lassen sich bei einer Verringerung der Konzentration des Elektrolyten
Stromverluste aufgrund von Nebenschlussströmen gegenüber herkömmlichen Ausgestaltungen
verringern und bei einer Erhöhung der Konzentration eine Effizienz der Elektrolyse
erhöhen.
[0010] Unter der "Konzentration des Elektrolyten" sei hier eine Konzentration, ein Gehalt
oder ein Anteil einer oder mehrerer ionischer Verbindungen verstanden, bei der alkalischen
Elektrolyse einer oder mehrerer Laugen, beispielsweise Kalilauge.
[0011] Wie weiter unten im Detail erläutert, können bei bestimmten Betriebszuständen, insbesondere
bei Teillast, d.h. einem Betrieb einer Elektrolyseanordnung unter Verwendung verringerter
Elektrolyseströme, erhöhte Nebenschlussströme auftreten, da geringere Mengen an Elektrolyseproduktgasen,
d.h. Wasserstoff und Sauerstoff, gebildet werden. Die Elektrolyseproduktgase können
durch Erhöhung des Gasblasenanteils in der Elektrolytlösung die Elektrolysezellen
teilweise gegeneinander isolieren bzw. einen Widerstand des Elektrolyten erhöhen.
Dieser Effekt tritt bei Teillast, und daher geringeren Mengen an Elektrolyseproduktgasen,
in geringerem Umfang auf. Hier vorgeschlagene Ausgestaltungen kompensieren diesen
Effekt der Teillast durch die Verringerung der Konzentration des Elektrolyten.
[0012] Hierbei kann insbesondere eine Kopplung einer Elektrolyselast, d.h. einer Höhe des
Elektrolysestroms oder einer Elektrolysespannung, mit dem bzw. der die Elektrolysezellen
beaufschlagt werden, mit einer Veränderung der Konzentration des Elektrolyten erfolgen.
Während eine Abnahme der Elektrolytkonzentration die elektrische Leitfähigkeit in
den Elektrolysezellen verringert, was zu einer geringeren Elektrolyseeffizienz führt,
verringert die Abnahme der Elektrolytkonzentration auch die Verluste durch Nebenschlussströme
im Teillastbetrieb, die die geringere Elektrolyseeffizienz kompensieren oder überkompensieren
kann.
[0013] Durch die vorgeschlagenen Maßnahmen kann damit ein Problem behoben werden, das insbesondere
bei der alkalischen Elektrolyse auftritt.
[0014] Gemäß einer Ausgestaltung ist die Elektrolyseanordnung dafür eingerichtet, die Konzentration
des durch die Elektrolysezellen geführten Elektrolyten bei einer Lastreduktion der
Elektrolyseanordnung durch Verdünnen zu verringern, was zu den bereits erwähnten vorteilhaften
Effekten führt. Umgekehrt kann die Elektrolyseanordnung dafür eingerichtet sein, die
Konzentration des durch die Elektrolysezellen geführten Elektrolyten bei einer Lasterhöhung
der Elektrolyseanordnung zu erhöhen, da sich hierbei aufgrund der erhöhten Bildung
der Elektrolyseproduktgase höhere Elektrolytkonzentrationen tolerieren lassen, bei
denen die Elektrolyseeffizienz steigt.
[0015] Gemäß einer Ausgestaltung ist die Elektrolyseanordnung dafür eingerichtet, eine Umlaufmenge
des Elektrolyten durch die Elektrolysezellen in Teilllast zu reduzieren. Auf diese
Weise wird in der Zelle anteilig mehr Wasser verbraucht und es stellt sich lokal eine
höhere Leitfähigkeit als in der Zuleitungsanordnung und den Entnahmeleitungsanordnungen
ein.
[0016] Gemäß einer Ausgestaltung weist das Elektrolytsystem einen Abscheider auf, der mit
der kathodenseitigen Entnahmeleitungsanordnung oder der anodenseitigen Entnahmeleitungsanordnung
fluidisch verbunden ist, und der ferner mit der Zuleitungsanordnung fluidisch verbunden
ist. Hierbei ist die Elektrolyseanordnung dafür eingerichtet, das Verdünnen des Elektrolyten
durch Zudosieren von Wasser in den Abscheider vorzunehmen, und zwar insbesondere in
einer Menge, die die jeweils bei der Elektrolyse verbrauchte Wassermenge übersteigt.
Alternativ kann eine Verdünnung auch durch Zuspeisen von verdünntem Elektrolyten erfolgen.
[0017] Nach einer entsprechenden Verdünnung, d.h. nach Beendigung der Teillast und für den
Übergang zur Vollast, ist eine Erhöhung der Elektrolytkonzentration erforderlich.
Eine Erhöhung der Elektrolytkonzentration kann beispielsweise durch Zudosieren einer
Elektrolytstammlösung bzw. von höher konzentriertem Frischelektrolyten bewirkt werden.
Alternativ oder zusätzlich kann auch graduell durch fortwährende Elektrolyse bei gestoppter
oder verringerter Frisch- oder Ausgleichswasserzufuhr die Konzentration angehoben
werden. Dabei ist lediglich erforderlich, die Menge des bei der Elektrolyse umgesetzten
Wassers nicht, oder nicht in vollem Umfang, auszugleichen. In allen Fällen ist eine
Variabilität des Flüssigkeitsstandes in den Abscheidern des Systems vorteilhaft.
[0018] Unter einer "Elektrolytstammlösung" sei hier eine Elektrolytlösung mit einer höheren
Konzentration als dem gewünschten Zielwert nach der Zudosierung verstanden. Der Begriff
"verdünnter Elektrolyt" bezeichnet eine Elektrolytlösung, insbesondere Kalilauge,
mit einer Konzentration, die unterhalb der momentan in der Elektrolyseanordnung vorliegenden
Konzentration liegt.
[0019] Es versteht sich, dass auch weitere Abscheider vorhanden sein können. Beispielsweise
kann mit der kathodenseitigen Entnahmeleitungsanordnung ein erster Abscheider und
mit der anodenseitigen Entnahmeleitungsanordnung ein zweiter Abscheider fluidisch
verbunden sein. Einer oder beide Abscheider können für eine entsprechende Zudosierung
eingerichtet sein. Nachfolgend ist lediglich aus Gründen der einfacheren Bezugnahme
von "einem" Abscheider die Rede.
[0020] Die Verdünnung des Elektrolyten durch Zudosierung des Wassers oder einer verdünnten
Lauge in den Abscheider kann besonders vorteilhaft sein, weil hier besonders gute
Zudosierungs-, Misch- und Analysemöglichkeiten bestehen, da gegenüber einer Leitung
ein bestimmtes Flüssigkeitsvolumen vorliegt. Inhomogenitäten und ein sich hieraus
ergebender instabiler Betrieb der Elektrolyse lassen sich hierdurch vermeiden. Entsprechendes
gilt sinngemäß auch für eine Zudosierung einer Elektrolytstammlösung.
[0021] In der vorgeschlagenen Elektrolyseanordnung kann die Zuleitungsanordnung eine Sammelzuleitung
und Einzelzuleitungen aufweisen, die jeweils von der Sammelzuleitung zu den Kathodenkammern
und den Anodenkammern geführt sind. Die kathodenseitige Entnahmeleitungsanordnung
weist insbesondere eine kathodenseitige Sammelentnahmeleitung und kathodenseitige
Einzelentnahmeleitungen auf, die jeweils von der kathodenseitigen Sammelentnahmeleitung
zu den Kathodenkammern geführt sind. Die anodenseitige Entnahmeleitungsanordnung weist
insbesondere eine anodenseitige Sammelentnahmeleitung und anodenseitige Einzelentnahmeleitungen
auf, die jeweils von der anodenseitigen Sammelentnahmeleitung zu den Anodenkammern
geführt sind. Die vorgeschlagene Elektrolyseanordnung bietet hiermit eine Vielzahl
von Positionierungsmöglichkeiten für die Beeinflussung der Konzentration des Elektrolyten
zusätzlich oder alternativ zu dem Abscheider.
[0022] Mit anderen Worten kann vorgesehen sein, dass die Elektrolyseanordnung dafür eingerichtet
ist, die Konzentration des Elektrolyten durch Verdünnen des Elektrolyten durch Zudosieren
von Wasser in die kathodenseitige Sammelentnahmeleitung und/oder in die anodenseitige
Sammelentnahmeleitung zu verringern. Dies kann, beispielsweise, für eine schnellere
Einstellung der Konzentration und/oder die Nutzung von Strömungseffekten zur besseren
Durchmischung erfolgen.
[0023] Gemäß einer Ausgestaltung weist die Elektrolyseanordnung eine Steuereinheit und eine
Analyseeinrichtung auf, wobei die Analyseeinrichtung dafür eingerichtet ist, eine
Konzentration und/oder einen Füllstand des Elektrolyten unter Erhalt eines Signalwerts
zu erfassen, und wobei die Steuereinheit dafür eingerichtet ist, die Konzentration
des Elektrolyten auf Grundlage des Signalwerts entsprechend einem Konzentrationssollwert
einzustellen. Diese Ausgestaltung umfasst vorteilhafterweise die Verwendung einer
zentralen Anlagensteuerung oder die modulmäßige Erweiterung derselben, so dass sich
eine vorteilhafte Gesamtsteuerbarkeit ergibt. Die Erfassung eines Füllstands ist besonders
einfach und korreliert mit der Konzentration des Elektrolyten.
[0024] Gemäß einer Ausgestaltung der Konzentrationssollwert auf Grundlage eines erfassten,
vorgegebenen und/oder prognostizierten Lastwerts vorgegeben werden. Hierbei kann eine
Anpassung an vorliegende Lastzustände, aber auch eine prädiktive Regelung in Anpassung
an einen zukünftigen Lastwert, der beispielsweise aufgrund einer Wetterprognose zu
erwarten ist, erfolgen.
[0025] In bestimmten Ausgestaltungen ist die Elektrolyseanordnung zur Durchführung einer
alkalischen Wasserelektrolyse mit einer wässrigen Lauge als dem Elektrolyten eingerichtet
und mit einem Betriebsdruck beaufschlagbar. Insbesondere die alkalische Wasserelektrolyse
kann von dem zuvor erläuterten Problem der Ausbildung von Nebenschlussströmen betroffen
sein und profitiert daher von den hier vorgeschlagenen Maßnahmen in besonderer Weise.
[0026] Es hat sich herausgestellt, dass die vorgeschlagenen Maßnahmen insbesondere für Elektrolyseanordnungen
vorteilhaft sind, in denen eine Anzahl der Elektrolysezellen mehr als 100, beispielsweise
100 bis 1.000 oder 100 bis 500, beträgt, und/oder bei der mehrere Elektrolyseblocks
vorhanden sind, die gleich oder unterschiedlich wie der zuvor in Bezug genommene Elektrolyseblock
betrieben werden. Insbesondere kann dabei auch vorgesehen sein, mehrere Elektrolyseblocks
insofern zusammenzuschließen, als ein Trennmodul für Gas und Flüssigkeit für diese
mehreren Elektrolyseblocks, beispielsweise umfassend jeweils einen Abscheider, bereitgestellt
ist. Beispielsweise kann eine Anordnung 2 Elektrolyseblocks pro Trennmodul, 4 Elektroylseblocks
pro Trennmodul oder allgemeiner eine beliebige Anzahl von Elektrolyseblocks pro Trennmodul
umfassen. Besondere Vorteile ergeben sich ferner dann, wenn eine entsprechende Elektrolyseanordnung
mit einer Leistung von 1 bis 100 MW betrieben wird.
[0027] In dem vorgeschlagenen Verfahren zur Elektrolyse von Wasser wird eine Elektrolyseanordnung
mit einem Elektrolyseblock mit einer Vielzahl von Elektrolysezellen, die Kathodenkammern
und Anodenkammern aufweisen, und mit einem Elektrolytsystem, das eine Zuleitungsanordnung,
eine kathodenseitige Entnahmeleitungsanordnung und eine anodenseitige Entnahmeleitungsanordnung
aufweist, verwendet wird, verwendet.
[0028] Den Kathodenkammern und Anodenkammern wird über die Zuleitungsanordnung ein flüssiger
Elektrolyt zugeführt, den Kathodenkammern wird über die kathodenseitige Entnahmeleitungsanordnung
der Elektrolyten und in den Kathodenkammern gebildeter Wasserstoff entnommen, und
den Anodenkammern wird über die anodenseitige Entnahmeleitungsanordnung der Elektrolyt
und in den Anodenkammern gebildeter Sauerstoff entnommen.
[0029] Die Elektrolyseanordnung des den Kathodenkammern und Anodenkammern zugeführten Elektrolyten
wird in dem vorgeschlagenen Verfahren in Abhängigkeit von einem Betriebszustand der
Elektrolyseanordnung verändert.
[0030] Vorteile und Merkmale, die bezüglich der vorgeschlagenen Elektrolyseanordnung und
ihrer Ausgestaltungen beschrieben wurden und nachfolgend werden, gelten auch für das
vorgeschlagene Elektrolyseverfahren und umgekehrt. Diese werden entsprechend nur einmalig
beschrieben, und auf die jeweiligen Erläuterungen kann verwiesen werden. Entsprechendes
gilt auch für Ausgestaltungen des Elektrolyseverfahren, die unter Verwendung einer
Elektrolyseanordnung in einer beliebigen, zuvor und nachfolgend beschriebenen Ausgestaltung
eingerichtet sein kann.
Zeichnungen
[0031] Im Rahmen der vorliegenden Offenbarung vorgeschlagene Aspekte werden anhand der beiliegenden
Zeichnungen näher erläutert. Dabei zeigt
[0032] Figur 1 eine Teilansicht einer Elektrolyseanordnung gemäß einer Ausgestaltung.
Ausführungsformen
[0033] Die nachfolgend beschriebenen Ausführungsformen werden lediglich zu dem Zweck beschrieben,
den Leser beim Verständnis der beanspruchten und zuvor erläuterten Merkmale zu unterstützen.
Sie stellen lediglich repräsentative Beispiele dar und sollen hinsichtlich der Merkmale
nicht abschließend und/oder beschränkend betrachtet werden. Es versteht sich, dass
die zuvor und nachfolgend beschriebenen Vorteile, Ausführungsformen, Funktionen, Merkmale,
Strukturen und/oder andere Aspekte nicht als Beschränkungen von Äquivalenten zu den
Ansprüchen zu betrachten sind, und dass andere Ausführungsformen verwendet und Änderungen
vorgenommen werden können, ohne vom Umfang der beanspruchten Erfindung abzuweichen.
[0034] Unterschiedliche Ausführungsformen der Erfindung können weitere zweckmäßige Kombinationen
der beschriebenen Elemente, Komponenten, Merkmale, Teile, Schritte, Mittel usw. umfassen,
aufweisen, aus ihnen bestehen oder im Wesentlichen aus diesen bestehen, auch wenn
solche Kombinationen hier nicht spezifisch beschrieben sind.
[0035] Erläuterungen, die sich auf Vorrichtungen, Apparate, Anordnungen, Systeme usw. gemäß
Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung beziehen, können auch für Verfahren,
Prozesse, Methoden usw. gemäß den Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung gelten
und umgekehrt. Gleiche, gleich wirkende in ihrer Funktion einander entsprechende,
baulich identische oder vergleichbar aufgebaute Elemente, Verfahrensschritte usw.
können mit identischen Bezugszeichen angegeben sein.
[0036] Die nachfolgenden Erläuterungen und Definitionen, die einige Grundlagen der Erfindung
betreffen, können für alle oder einen Teil der hier vorgestellten Ausgestaltungen
gelten, und die Erläuterung bestimmter Aspekte im Zusammenhang mit nur einem Teil
oder einer der Ausgestaltungen soll nicht dahingehend verstanden werden, dass diese
Aspekte nicht auch mit anderen oder allen Ausgestaltungen, soweit technisch möglich
und sinnvoll, verwirklicht sein können.
[0037] Die im Rahmen der vorliegenden Offenbarung verwendeten Begriffe haben grundsätzlich
die in der Fachwelt anerkannten Bedeutungen. So sei zu den hier verwendeten Begriffen
auf übliche Fachliteratur verwiesen.
[0038] Wie bereits eingangs angesprochen, betrifft die vorliegende Offenbarung ein Elektrolyseverfahren,
nämlich die alkalische Wasserelektrolyse, insbesondere bei erhöhtem Druck. Mittels
eines derartigen Elektrolyseverfahrens kann insbesondere Wasserstoff bereitgestellt
werden, welcher als "sauberer" Brennstoff, aber auch als Verfahrensedukt, Schweißgas,
Hydriermittel, oder beliebige andere Anwendungen verwendet werden kann. Der zugleich
gebildete Sauerstoff kann ebenfalls entsprechend genutzt, aber auch an die Atmosphäre
abgegeben werden. Der Betrieb einer Elektrolyse kann insbesondere unter Verwendung
von regenerativ erzeugtem elektrischem Strom erfolgen, dessen Angebot typischerweise
fluktuiert. Daher sollte die Elektrolyse an das Stromangebot anpassbar sein, d.h.
insbesondere in Teillast betrieben werden können.
[0039] Bei der hier betrachteten Wasserelektrolyse wird eine wässrige alkalische Lösung,
typischerweise von Kaliumhydroxid, als Elektrolyt verwendet (AEL, Alkalische Elektrolyse).
Die Elektrolyse mit einer uni- oder bipolaren Elektrodenanordnung kann bei unterschiedlichen
Drücken, darunter Atmosphärendruck, erfolgen. Ist zuvor und nachfolgend kurz von einer
"Elektrolyse" oder "alkalischen Elektrolyse" die Rede, ist hierunter die alkalische
Wasserelektrolyse, insbesondere unter Druck, verstanden.
[0040] Bei der alkalischen Elektrolyse kommt ein flüssiger alkalischer Elektrolyt in Form
von beispielsweise 30-prozentiger Kalilauge zum Einsatz. Daher müssen die verwendeten
Materialien besonders beständig gegenüber dem alkalischen Milieu sein. Bei Anwendungen
unter Druck steigen die Anforderungen zusätzlich, da die oxidative Wirkung von Sauerstoff
die Materialbeanspruchung verstärkt. Hier vorgeschlagene Maßnahmen berücksichtigen
dies durch geeignete Materialwahl.
[0042] Als Nebenschlussstrom wird ein elektrischer Strom bezeichnet, der einem alternativen
Pfad mit geringem elektrischem Widerstand folgt und somit nicht über den regulären
elektrolytischen Pfad in einem Elektrolysestapel fließt. Nebenschlussströme werden
auch als vagabundierende, parasitäre, Leck- oder Bypassströme bezeichnet.
[0043] Industrielle Elektrolyseblöcke für die alkalische Elektrolyse, die in bipolarer Konfiguration
betrieben werden und einen zirkulierenden Elektrolyten nutzen, leiden häufig unter
erheblichen Leistungsverlusten. Diese Verluste entstehen durch den ionischen Nebenschlussstrom
zwischen den Zellen. In solchen Systemen sind die Elektrolysezellen elektrisch in
Reihe geschaltet, während die Zuleitungs- und Entnahmeleitungsanordnungen für den
Elektrolyten und die Elektrolyseprodukte eine parallele Anordnung bilden, wie auch
nachfolgend unter Bezugnahme auf Figur 1 erläutert. Durch die gemeinsame Elektrolytlösung
bilden sich "Salzbrücken", die sekundäre Strompfade mit geringem Widerstand schaffen.
Diese geometrische Anordnung führt zu einer ungleichmäßigen Verteilung von Strom und
Potential, was Korrosions- sowie Stromeffizienzprobleme nach sich ziehen kann.
[0044] Nebenschlussströme treten in Durchflussbatterien, Elektrolyseuren und Brennstoffzellen
auf und sollten daher bereits im Entwicklungsprozess berücksichtigt werden. Die Entwicklung
eines industriellen Elektrolyseblocks erfordert einen Kompromiss zwischen Effizienz
und Größe. Eine niedrige Stromdichte verbessert zwar die Effizienz und senkt die Betriebskosten,
erfordert jedoch eine größere Elektrodenfläche, was die Investitionskosten erhöht.
Neben der Raum-Zeit-Ausbeute und der Energieeffizienz zählt die faradaysche Effizienz,
und damit auch der Einfluss von Nebenschlussströmen, zu den drei zentralen Leistungskennzahlen.
[0045] Die Verluste durch Nebenschlussströme sind eine Funktion der Bedingungen des Elektrolyseprozesses,
einschließlich der Stromversorgung des Elektrolyseblocks, der Elektrolyttemperatur,
der Massenstromrate des Elektrolyten, des Prozessdrucks und der Elektrolytkonzentration.
Eine Änderung einer oder mehrerer Prozessbedingungen wirkt sich auf elektrische Widerstände
aus, insbesondere weil hierdurch der Gasvolumenanteil im Elektrolyten verändert wird.
Der Gasvolumenanteil wird durch Produktgase der Elektrolyse gebildet, welche im Vergleich
zum zirkulierenden Elektrolyten erhöhte Widerstandseigenschaften aufweisen. Hierdurch
wird ein Teil des Volumens des Elektrolyten vom angelegten Stapelstrom isoliert und
die Nebenschlussverluste reduzieren sich entsprechend.
[0046] Elektrolyseanlagen folgen häufig den Verfügbarkeiten erneuerbarer Energien, was zu
einem hochdynamischen Betrieb und einer erheblichen Zeit im Teillastbetrieb führt.
Während des Teillastbetriebs der Elektrolyse nimmt die Produktgasproduktion ab, und
somit auch der Gasvolumenanteil im Elektrolyten bzw. den Zuleitungs- und Entnahmeleitungsanordnungen.
Infolgedessen erhöhen sich die relativen Nebenschlussstromverluste, sofern die Prozessbedingungen
gegenüber dem Nennlastbetrieb unverändert bleiben. Der erläuterte Effekt kann insbesondere
bei hoher Absenkung der Last sehr ausgeprägt sein.
[0047] In Figur 1 ist ein Elektrolyseblock zum Einsatz in einer Elektrolyseanordnung gemäß
einer Ausgestaltung veranschaulicht. Der Elektrolyseblock ist insgesamt mit 10 bezeichnet,
die Elektrolyseanordnung mit 100.
[0048] Der Elektrolyseblock 10 weist eine Vielzahl von bipolaren Elektrolysezellen 1 bis
4 auf, die identisch aufgebaut sind. Ein entsprechender Elektrolyseblock wird fachsprachlich
auch als "Stack" bezeichnet. Zusätzlich vorhandenen Elektrolysezellen sind mit Auslassungspunkten
veranschaulicht, aber jeweils nicht gesondert zeichnerisch dargestellt. Ist daher
nachfolgend von "Elektrolysezellen 1 bis 4" die Rede, beziehen sich die entsprechenden
Erläuterungen auch auf die nicht dargestellten.
[0049] Die Elektrolysezellen 1 bis 4 sind elektrisch in Reihe, verfahrenstechnisch, d.h.
über ein Elektrolytsystem, jedoch parallel miteinander verschaltet, wie bereits zuvor
angesprochen. Die Elektrolysezellen 1 bis 4 sind zwischen Endplatten E eingebunden
und werden über diese seriell mit einer Elektrolysespannung beaufschlagt, wie mit
entsprechenden Spannungssymbolen + und - veranschaulicht. Wie anhand der Elektrolysezelle
3 veranschaulicht, die eröffnet dargestellt ist, weisen die Elektrolysezellen 1 bis
4 jeweils eine Kathodenkammer C und eine Anodenkammer A auf. Die Kathodenkammern C
und die Anodenkammern A sind jeweils durch eine Separatorschicht S getrennt und gegeneinander
abgedichtet.
[0050] Die Kathodenkammern C und die Anodenkammern A der Elektrolysezellen 1 bis 4 des Elektrolyseblocks
10 werden über eine Leitungsanordnung, hier als Zuleitungsanordnung 11 bezeichnet,
mit flüssigem Elektrolyten eines Elektrolytsystems 110 gespeist und von unten nach
oben durchströmt. Bei dem Elektrolyten handelt es sich im Fall einer alkalischen Elektrolyse
um eine Lauge, insbesondere Kalilauge. Das Elektrolytsystem 110 kann in an sich bekannter
Weise ausgebildet sein. Zu Details sei auf die zuvor zitierte Fachliteratur verwiesen.
[0051] Die Zuleitungsanordnung 11 umfasst dabei eine Sammelzuleitung 11a und Einzelzuleitungen
11b zu den Kathodenkammern C sowie den Anodenkammern A, wie an sich bekannt und in
Figur 1 anhand der Elektrolysezelle 3 veranschaulicht. Entsprechende Einzelzuleitungen
11b sind auch zu den anderen Elektrolysezellen 1, 2 und 4 geführt und nur der Übersichtlichkeit
halber nicht gesondert bezeichnet.
[0052] In den Kathodenkammern C bildet sich Wasserstoff, der mit dem Elektrolyten abtransportiert
und über eine Leitungsanordnung, hier als kathodenseitige Entnahmeleitungsanordnung
12 bezeichnet, abgeführt wird. Dies ist in Figur 1 mit einem Pfeil 12b veranschaulicht.
Die kathodenseitige Entnahmeleitungsanordnung 12 ist mit einem Abscheider verbunden,
der ebenfalls Teil des Elektrolytsystems 110 ist und in Figur 1 schematisch in Form
eines Blocks 20 veranschaulicht ist. Zwischen dem Elektrolyseblock 10 und dem Abscheider
20 können weitere Komponenten zwischengeschaltet sein. Die kathodenseitige Entnahmeleitungsanordnung
12 weist kathodenseitige Einzelentnahmeleitungen 12b von den jeweiligen Kathodenkammern
C und eine mit den kathodenseitige Einzelentnahmeleitungen 12b verbundene Sammelentnahmeleitung
12a auf. Der Elektrolyt kann nach Abscheidung von Wasserstoff und ggf. Zuspeisung
von Frischlauge und/oder Frischwasser in dem Abscheider 20 in einem entsprechenden
Kreislauf erneut der Zuleitungsanordnung 11 zugeführt werden. Die Zuspeisung von Frischwasser
ist grundsätzlich erforderlich, um die Reaktionswasserverluste auszugleichen. Eine
Erhöhung der Zuspeisung von Frischwasser über die verbrauchte Menge hinaus verringert
die Konzentration des Elektrolyten, eine Verringerung der Zuspeisung von Frischwasser
auf einen Wert unterhalb der verbrauchten Menge erhöht die Konzentration.
[0053] In dem Abscheider 20 bilden sich dabei eine Gasphase G und eine Flüssigphase L aus,
wobei die Gasphase den in den Kathodenkammern C gebildeten Wasserstoff aufweist und
in Form eines in Figur 1 mit 12c bezeichneten Stoffstroms abgezogen wird. Der Stoffstrom
12c kann geeigneten stromabwärtigen Schritten, beispielsweise einer katalytischen
Entfernung von Sauerstoff, Trocknung, Verdichtung, Kühlung oder Verflüssigung zugeführt
werden. Der entsprechend an Wasserstoff abgereicherte Elektrolyt kann aus dem Abscheider
20 in Form eines in Figur 1 mit 12d bezeichneten Stoffstroms abgezogen und ggf. mit
einem vergleichbar behandelten anodenseitigen Elektrolytstrom vereinigt werden. Dies
ist in Figur 1 nicht gesondert veranschaulicht und kein zwingendes Merkmal der hier
veranschaulichten Ausgestaltung.
[0054] In den Abscheider 20 können optional ein Frischelektrolytstrom 21 bzw. eine Elektrolytstammlösung
und ein Wasserstrom 22 eingespeist werden, und zwar über geeignete Ventile 21a und
21b, die unter Verwendung einer Steuereinheit 50 eingestellt werden können. Weitere
optionale oder vorteilhafte Elemente sind in der Figur der Übersichtlichkeit halber
nicht dargestellt. Dies kann beispielsweise im Falle der Einspeisung des Frischelektrolytstroms
21 eine Elektrolytentnahmeleitung sein, die in diesem Fall bereitgestellt ist, um
eine Konzentration des Elektrolyten wieder abzusenken. Die Einspeisung des Frischelektrolytstroms
21, falls vorgenommen und des Wasserstroms 22 muss nicht an der veranschaulichten
Position erfolgen. Die Steuereinheit 50 kann in an sich bekannter Weise in die Elektrolyseanordnung
100 eingebunden sein, beispielsweise über kabelgebundene Kommunikationssysteme wie
Direktverbindungen, Bussysteme und dergleichen.
[0055] In den Anodenkammern A bildet sich Sauerstoff, der mit dem Elektrolyten abtransportiert
und über eine Leitungsanordnung, hier als anodenseitige Entnahmeleitungsanordnung
13 bezeichnet, abgeführt wird. Die anodenseitige Entnahmeleitungsanordnung 13 ist
ebenfalls mit einem Abscheider verbunden, der in Figur 1 nicht gesondert veranschaulicht
ist. Die anodenseitige Entnahmeleitungsanordnung 13 weist ebenfalls anodenseitige
Einzelentnahmeleitungen 13b von den jeweiligen Anodenkammern A und eine mit den anodenseitige
Einzelentnahmeleitungen 13b verbundene Sammelentnahmeleitung 13a auf. Der Elektrolyt
kann nach Abscheidung von Sauerstoff und ggf. Zuspeisung von Frischlauge und/oder
Frischwasser ebenfalls erneut im Kreislauf der Zuleitungsanordnung 11 zugeführt werden.
[0056] Die Kathodenkammern C und die Anodenkammern A der Elektrolysezellen 1 bis 4 des Elektrolyseblocks
10 können in an sich bekannter Weise mit einem geeigneten Druck druckbeaufschlagt
werden, beispielsweise über die Einspeisung eines Gases oder über Filter oder Spurstangen.
[0057] Um die verstärkte Wirkung von Verlusten durch Nebenschlussströmen während eines Teillastbetriebs,
beispielsweise bei verringertem Stromangebot, auszugleichen, ist die in Figur 1 veranschaulichte
Elektrolyseanordnung 100 dafür ausgestaltet, eine der erwähnten Prozessbedingungen,
nämlich die Elektrolytzusammensetzung, selektiv in Abhängigkeit von einer Betriebslast
anzupassen. Dies kann durch die Zugabe von Wasser über das erforderliche stöchiometrische
Verhältnis für die elektrolytische Reaktion hinaus erreicht werden, wodurch der zirkulierende
Elektrolyt auf eine Konzentration verdünnt wird, die von der gewählten Betriebslast
des Elektrolyseurs abhängt. Hierzu kann in der Elektrolyseanordnung 100 insbesondere
der Wasserstrom 22 über eine entsprechende Einstellung des Ventils 22a über die Steuereinrichtung
50 bereitgestellt oder in seiner Menge erhöht werden. Hierdurch erhöht sich auch ein
Füllstand im Abscheider 20. Bei sich wieder erhöhender Last wird weniger Frischwasser
als stoichiometrisch benötigt bzw. verbraucht über den Wasserstrom 22 bereitgestellt,
und der Flüssigkeitsstand im Abscheider sowie die Elektrolytkonzentration sinkt wieder.
Der Füllstand im Abscheider 20 korreliert daher mit der Konzentration des Elektrolyten
und kann als mit der Konzentration korrelierender Signalwert ausgewertet werden. Alternativ
kann eine Einspeisung des Frischelektrolytstroms 21 über das Ventil 21a erfolgen.
[0058] Während die Abnahme der Elektrolytkonzentration die elektrische Leitfähigkeit in
den Elektrolysezellen 1 bis 4 verringert, was zu einer geringeren Elektrolyseeffizienz
führt, verringert die Abnahme der Elektrolytkonzentration auch die Verluste durch
Nebenschlussströme im Teillastbetrieb, die die geringere Elektrolyseeffizienz kompensieren
oder überkompensieren kann.
[0059] Hier vorgeschlagene Ausgestaltungen beruhen damit auf einer Kopplung des Elektrolyselastbetriebs,
d.h. Stromversorgung der Elektrolysezellen, mit dem Ventil 22a zu dem Abscheider 20.
Hierbei kann ein schnell reagierender Analysator 51 bereitgestellt werden, der über
eine Messleitung 51a an die Steuereinheit 50 angebunden ist, um die Elektrolytkonzentration
genau messen zu können. Außerdem wird vorteilhafterweise bei der Bemessung und Gestaltung
des Abscheiders 20 der Verdünnungseffekt (innerhalb eines bestimmten Bereichs) berücksichtigt.
Das bedeutet, dass möglicherweise ein größerer Abscheider erforderlich ist.
[0060] Hier vorgeschlagene Ausgestaltungen eignen sich insbesondere für einen Dauerbetrieb
bei Teillast.
1. Elektrolyseanordnung (100) mit einem Elektrolyseblock (10) mit einer Vielzahl von
Elektrolysezellen (1-4), die Kathodenkammern (C) und Anodenkammern (A) aufweisen,
und mit einem Elektrolytsystem (110), das eine Zuleitungsanordnung (11), eine kathodenseitige
Entnahmeleitungsanordnung (12) und eine anodenseitige Entnahmeleitungsanordnung (13)
aufweist, wobei die Elektrolyseanordnung (100) dafür eingerichtet ist, den Kathodenkammern
(C) und Anodenkammern (A) über die Zuleitungsanordnung (11) einen flüssigen Elektrolyten
zuzuführen, den Kathodenkammern (C) über die kathodenseitige Entnahmeleitungsanordnung
(12) den Elektrolyten und in den Kathodenkammern (C) gebildeten Wasserstoff zu entnehmen,
und den Anodenkammern (A) über die anodenseitige Entnahmeleitungsanordnung (13) den
Elektrolyten und in den Anodenkammern (A) gebildeten Sauerstoff zu entnehmen, und
wobei die Elektrolyseanordnung (100) dafür eingerichtet ist, eine Konzentration des
den Kathodenkammern (C) und Anodenkammern (A) zugeführten Elektrolyten in Abhängigkeit
von einem Betriebszustand der Elektrolyseanordnung (100) zu verändern.
2. Elektrolyseanordnung (100) nach Anspruch 1, wobei die Elektrolyseanordnung (100) dafür
eingerichtet ist, die Konzentration des den Kathodenkammern (C) und Anodenkammern
(A) zugeführten Elektrolyten bei einer Lastreduktion der Elektrolyseanordnung (100)
zu verringern und/oder bei einer Lasterhöhung der Elektrolyseanordnung (100) zu erhöhen.
3. Elektrolyseanordnung (100) nach Anspruch 2, wobei die die Elektrolyseanordnung (100)
dafür eingerichtet ist, eine Umlaufmenge des Elektrolyten durch die Elektrolysezellen
in Teilllast zu reduzieren.
4. Elektrolyseanordnung (100) nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei das Elektrolytsystem
einen Abscheider (20) aufweist, der mit der kathodenseitigen Entnahmeleitungsanordnung
(12) oder der anodenseitigen Entnahmeleitungsanordnung (13) fluidisch verbunden ist,
und der ferner mit der Zuleitungsanordnung (11) fluidisch verbunden ist, und wobei
die Elektrolyseanordnung (100) dafür eingerichtet ist, die Konzentration des Elektrolyten
durch Verdünnen des Elektrolyten durch Zudosieren von Wasser oder verdünntem Elektrolyten
in den Abscheider (20) zu verringern.
5. Elektrolyseanordnung (100) nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei die Zuleitungsanordnung
(11) eine Sammelzuleitung (11a) und Einzelzuleitungen (11b) aufweist, die jeweils
von der Sammelzuleitung (11a) zu den Kathodenkammern (C) und den Anodenkammern (A)
geführt sind, wobei die kathodenseitige Entnahmeleitungsanordnung (12) eine kathodenseitige
Sammelentnahmeleitung (12a) und kathodenseitige Einzelentnahmeleitungen (12b) aufweist,
die jeweils von der kathodenseitigen Sammelentnahmeleitung (12a) zu den Kathodenkammern
geführt sind, und wobei die anodenseitige Entnahmeleitungsanordnung (13) eine anodenseitige
Sammelentnahmeleitung (13a) und anodenseitige Einzelentnahmeleitungen (13b) aufweist,
die jeweils von der anodenseitigen Sammelentnahmeleitung (13a) zu den Anodenkammern
(A) geführt sind.
6. Elektrolyseanordnung (100) nach Anspruch 5, wobei die Elektrolyseanordnung (100) dafür
eingerichtet ist, die Konzentration des Elektrolyten durch Verdünnen des Elektrolyten
durch Zudosieren von Wasser in die kathodenseitige Sammelentnahmeleitung (12a) und/oder
in die anodenseitige Sammelentnahmeleitung (13a) zu verringern.
7. Elektrolyseanordnung (100) nach Anspruch 5, wobei die Elektrolyseanordnung (100) dafür
eingerichtet ist, Wasserstoff in die kathodenseitige Sammelentnahmeleitung (12a) und/oder
Sauerstoff in die anodenseitige Sammelentnahmeleitung (13a) einzuspeisen.
8. Elektrolyseanordnung (100) nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei die Elektrolyseanordnung
(100) eine Steuereinheit (50) und eine Analyseeinrichtung (51) aufweist, wobei die
Analyseeinrichtung (51) dafür eingerichtet ist, eine Konzentration und/oder einen
Füllstand des Elektrolyten unter Erhalt eines Signalwerts zu erfassen, wobei die Steuereinheit
(50) dafür eingerichtet ist, das Zudosieren des Wassers in den Abscheider (20) auf
Grundlage des Signalwerts entsprechend einem Konzentrationssollwert durchzuführen.
9. Elektrolyseanordnung (100) nach Anspruch 8, wobei der Konzentrationssollwert auf Grundlage
eines erfassten, vorgegebenen und/oder prognostizierten Lastwerts vorgegeben wird.
10. Elektrolyseanordnung (100) nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei die Elektrolyseanordnung
(100) zur Durchführung einer alkalischen Wasserelektrolyse mit einer wässrigen Lauge
als dem Elektrolyten eingerichtet und mit einem Betriebsdruck beaufschlagbar ist.
11. Elektrolyseanordnung (100) nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei eine Anzahl
der Elektrolysezellen (1-4) mehr als 100 beträgt und/oder ein oder mehrere weitere
Elektrolyseblocks (10) bereitgestellt sind.
12. Elektrolyseanordnung (100) nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei die Elektrolyseanordnung
(100) mit einer Leistung von 1 bis 100 MW betrieben wird.
13. Verfahren zur Elektrolyse von Wasser, bei dem eine Elektrolyseanordnung (100) mit
einem Elektrolyseblock (10) mit einer Vielzahl von Elektrolysezellen (1-4), die Kathodenkammern
(C) und Anodenkammern (A) aufweisen, und mit einem Elektrolytsystem (110), das eine
Zuleitungsanordnung (11), eine kathodenseitige Entnahmeleitungsanordnung (12) und
eine anodenseitige Entnahmeleitungsanordnung (13) aufweist, verwendet wird, wobei
den Kathodenkammern (C) und Anodenkammern (A) über die Zuleitungsanordnung (11) ein
flüssiger Elektrolyt zugeführt wird, den Kathodenkammern (C) über die kathodenseitige
Entnahmeleitungsanordnung (12) der Elektrolyten und in den Kathodenkammern (C) gebildeter
Wasserstoff entnommen wird, und den Anodenkammern (A) über die anodenseitige Entnahmeleitungsanordnung
(13) der Elektrolyt und in den Anodenkammern (A) gebildeter Sauerstoff entnommen wird,
wobei eine Konzentration des den Kathodenkammern (C) und Anodenkammern (A) zugeführten
Elektrolyten in Abhängigkeit von einem Betriebszustand der Elektrolyseanordnung (100)
verändert wird.
14. Verfahren nach Anspruch 13, wobei das Verfahren unter Verwendung einer Elektrolyseanordnung
(100) nach einem der Ansprüche 1 bis 12 durchgeführt wird.