[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Herstellen einer Formierbespannung sowie
eine Formierbespannung und eine Papiermaschine mit einer solchen Formierbespannung.
[0002] Bei der industriellen Herstellung von Papier (hierin werden darunter alle Arten von
industriell herstellbarem Papier subsumiert, insbesondere Karton, grafische Papiere,
Tissue etc.) wird eine Faserstoffsuspension, die Wasser und Fasern aufweist, einer
Papiermaschine zugeführt. Mittels der Papiermaschine wird der Faserstoffsuspension
Wasser entzogen, um das fertige Papier zu erzeugen. Hierzu durchläuft die sich aus
der Faserstoffsuspension bildende Faserstoffbahn in der Papiermaschine mehrere Maschinenpartien,
üblicherweise zumindest eine Formierpartie, eine Pressenpartie und eine Trockenpartie.
Jede Maschinenpartie weist wenigstens eine Bespannung auf, die endlos um eine Walzenanordnung
der Maschinenpartie gespannt ist. Mittels der Bespannung wird die Faserstoffbahn unter
Drehung der Walzen kontinuierlich durch die Papiermaschine transportiert. Die Bespannungen
sind hohem Verschleiß unterworfen und müssen daher regelmäßig ausgewechselt werden.
[0003] Formierbespannungen, auch Formiersiebe genannt, werden üblicherweise als Endlosband
hergestellt, insbesondere um Markierungen im hergestellten Papier zu vermeiden, welche
durch Oberflächenstrukturen im Nahtbereich der Formierbespannung hervorgerufen werden
können. Allerdings ist es aufwändig, eine Formierbespannung in Form eines Endlosbands
in die Papiermaschine einzusetzen. Die Formierbespannung wird dabei in Maschinenquerrichtung
CD (Cross Direction) in die Papiermaschine bzw. in die Formierpartie eingesetzt, wofür
die Formierpartie der Papiermaschine entsprechend konfiguriert sein muss, insbesondere
durch einen sogenannten "Cantilever", welcher einen Bespannungsbandwechsel ermöglicht.
[0004] Zudem ist auch die Durchführung eines Wechsels einer Bespannung in Form eines Endlosbands
zeit- und personalintensiv.
[0005] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine verbesserte Formierbespannung zu
schaffen.
[0006] Diese Aufgabe wird durch die Gegenstände der unabhängigen Patentansprüche gelöst.
Vorteilhafte Weiterbildungen sind Gegenstand der Unteransprüche.
[0007] Gemäß der Erfindung werden ein Verfahren zum Herstellen einer Formierbespannung,
eine Formierbespannung sowie eine Papiermaschine mit einer solchen Formierbespannung
vorgeschlagen. In bestimmungsgemäßer Einbaulage wird durch die Formierbespannung ein
Bestandteil der Papiermaschine gebildet, wobei die Formierbespannung für die Verwendung
in einer Formierpartie der Papiermaschine vorgesehen ist.
[0008] In einem Schritt S1 des Verfahrens zum Herstellen der Formierbespannung wird ein
endoffenes Bespannungsband bereitgestellt, das entlang seiner Bandlängsrichtung zwei
Bandenden aufweist. Das Bespannungsband ist insbesondere biegeschlaff, dünn, schmal
(im Sinne einer größeren Länge als Breite) und gerade. Hierunter ist zu verstehen,
dass eine Breite des Bespannungsbands entlang der Bandquerrichtung (welche bei der
Anordnung des Bespannungsbands in der Formierpartie der Maschinenquerrichtung (CD)
entspricht) gegenüber einer Stärke bzw. Dicke des Bespannungsbands entlang Bandhochrichtung
dominant ist, wobei eine Länge des Bespannungsbands entlang der Bandlängsrichtung
gegenüber der Breite des Bespannungsbands dominant ist. Da das Bespannungsband endoffen
ist, weist es entlang seiner Bandlängsrichtung zwei Bandenden auf.
[0009] In einem weiteren Schritt S2 des Verfahrens wird das Bespannungsband in eine zunächst
im betreffenden Bereich bespannungslose Formierpartie der Papiermaschine eingelegt.
Insbesondere wird das Bespannungsband um eine Walzenanordnung der entsprechenden Formierpartie
herumgelegt.
[0010] Nach Schritt S2 wird in einem weiteren Schritt S3 des Verfahrens aus dem Bespannungsband,
das in der Formierpartie der Papiermaschine angeordnet ist, ein Endlosband gebildet,
indem die Bandenden miteinander verbunden werden, wobei eine Verbindungszone des Bespannungsbands
erzeugt wird. Die Verbindungszone ist bereits dann erzeugt, wenn die Bandenden relativ
zueinander positioniert sind, also schon vor dem eigentlichen Verbinden der Bandenden.
Das bedeutet, die Verbindungszone des Endlosbands weist die miteinander zu verbindenden
Bandenden auf, welche dann in der Verbindungszone kraft-, form- und/oder stoffschlüssig
miteinander verbunden werden. Ferner sind in der Verbindungszone die miteinander verbundenen
Bandenden angeordnet, wobei die Bandenden jeweils zumindest in die Verbindungszone
hineinragen. Dabei können die Bandenden stumpfstoßend oder überlappend relativ zueinander
angeordnet werden. Das bedeutet, die Bandenden können zum Verbinden derselben derart
in der Maschinenpartie angeordnet werden, dass sie einander entlang in Maschinenrichtung
MD ("Machine Direction") ganz oder teilweise überlappen oder stirnseitig überlappungsfrei
aneinander anstoßen.
[0011] Das endoffene Bespannungsband und die Formierbespannung unterscheiden sich dabei
dadurch voneinander, dass das Bespannungsband nicht in die Formierpartie der Papiermaschine
eingesetzt ist, wohingegen die Formierbespannung durch das Bespannungsband gebildet
ist bzw. wird, sobald dieses in die entsprechende Formierpartie der Papiermaschine
eingesetzt und zum Endlosband verbunden ist bzw. wird.
[0012] Indem das Bespannungsband erst innerhalb der Papiermaschine zum Endlosband weitergebildet
wird, kann es in endoffenem Zustand besonders einfach in die Papiermaschine eingesetzt
werden. So kann ein Wechsel der Bespannung besonders schnell ausgeführt werden, wodurch
eine unerwünschte (weil ökologisch wie ökonomisch ungünstige) Stillstandzeit der Papiermaschine
vorteilhafterweise besonders kurz ist. Insbesondere wird die Oberflächenstruktur in
der Verbindungszone entsprechend der Oberflächenstruktur der Formierbespannung außerhalb
der Verbindungszone ausgebildet, um Markierungen des hergestellten Papiers durch eine
gegenüber der Oberflächenstruktur der Formierbespannung veränderte Oberflächenstruktur
in der Verbindungszone zu vermeiden.
[0013] Gemäß einer möglichen Weiterbildung wird das endoffene Bespannungsband entlang der
Maschinenrichtung MD in die Formierpartie der Papiermaschine eingeführt, wobei eine
Einführbewegung des Bespannungsbands in Maschinenquerrichtung CD unterbleibt. Beispielsweise
wird das Bespannungsband entlang Maschinenrichtung MD in die Papiermaschine eingezogen,
wobei auf eine Einführbewegung des Bespannungsbands in Maschinenquerrichtung CD gezielt
verzichtet wird. Dadurch können Montageschritte an der Papiermaschine zum Erneuern
der Formierbespannung vorteilhafterweise auf ein Minimum beschränkt bleiben; ein Schaffen
einer in Maschinenquerrichtung CD offenen Öffnung zum Quereinlegen des Bespannungsbands
kann unterbleiben. Infolgedessen wird die Stillstandzeit zum Wechseln der Formierbespannung
nochmals signifikant reduziert, und es ist weniger Personal erforderlich, um den Bespannungswechsel
auszuführen. Es ist ferner denkbar, dass die Papiermaschine gezielt dazu konfiguriert
ist, das Bespannungsband wie hier dargelegt aufzunehmen. Zum Beispiel weist eine Stuhlung
bzw. ein Gestell der Papiermaschine in der Formierpartie keinen Cantilever auf, an
welchem Walzen der Walzenanordnung der entsprechenden Maschinenpartie gelagert sind.
Stattdessen kann die Stuhlung der Papiermaschine eine weitaus einfacher gestaltete
Walzenlagerung aufweisen.
[0014] Um die Bandenden in der Papiermaschine besonders genau miteinander zu verbinden,
ist in einer weiteren möglichen Ausgestaltung vorgesehen, dass die Bandenden zum Verbinden
derselben auf ein Stützelement aufgestützt werden, das durch ein Maschinenelement
der Maschinenpartie gebildet ist. Beispielsweise können die Bandenden auf einen Siebtisch,
auf einen Stoffauflauf, auf eine Brustwalze etc. aufgestützt werden. So können die
Bandenden besonders genau aneinander ausgerichtet und infolgedessen besonders genau
miteinander verbunden werden. Dies ist insoweit vorteilhaft, als die Verbindungszone,
in der die Bandenden miteinander verbunden sind, besonders geringe Unregelmäßigkeiten
der Oberflächenstruktur aufweist, wodurch unerwünschte Oberflächenmarkierungen des
hergestellten Papiers auf ein Minimum reduziert sind.
[0015] Einer weiteren möglichen Ausgestaltung zufolge werden die Bandenden mittels Klebens
und/oder Schweißens miteinander verbunden. Als Klebstoff zum Verbinden der Bandenden
kommt insbesondere ein Polyurethanklebstoff zum Einsatz. Das Schweißen erfolgt zum
Beispiel als Laserschweißen, insbesondere mittels eines Nahinfrarot- bzw. NIR-Lasers,
Kontaktschweißen, Ultraschallschweißen etc. Um das Verbinden der Bandenden mittels
NIR-Laserschweißen zu erleichtern, kann - falls ein Material der Bandenden IR-transparent
und folglich nicht oder nur unzureichend mittels NIR-Laser schweißbar ist - eine Absorptionsschicht
verwendet werden, welche elektromagnetische Strahlung im Nahinfrarotbereich absorbiert.
Dies ermöglicht eine zuverlässige, stabile Schweißnaht, die mittels NIR-Laserschweißens
hergestellt ist, selbst wenn das Material der Bandenden IR-transparent ist.
[0016] Gemäß einer weiteren möglichen Ausführungsform wird am Endlosband die Verbindungszone
mechanisch und/oder thermisch geglättet. Dadurch wird eine besonders homogene Bandoberfläche
erreicht, wodurch dem Papier keine oder höchstens besonders gering von außerhalb der
Verbindungszone abweichende Oberflächenmarkierungen durch die Verbindungszone verliehen
werden. Das Glätten erfolgt beispielsweise mittels Schleifens, Laserns, Hobelns, Schabens
etc.
[0017] Das Bespannungsband kann als ein Gewebe bereitgestellt werden, also als ein textiles
Flächengebilde, das zumindest ein Schussfadensystem und zumindest ein Kettfadensystem
aufweist. Zum Beispiel ist das Gewebe bzw. das Bespannungsband gemäß Leinwandbindung
gewebt. Im Fall, dass das Bespannungsband als ein Gewebe, insbesondere als ein flachgewobenes
Gewebe, bereitgestellt wird, sieht eine mögliche Weiterbildung vor, dass die Bandenden
jeweils durch freie Kettfadenenden gebildet werden. Zum Bilden des Endlosbandes werden
die freien Kettfadenenden dann miteinander kraft-, form- und/oder stoffschlüssig verbunden,
beispielsweise miteinander verklebt oder verschweißt wie weiter oben erläutert. Zum
Herstellen der freien Kettfadenenden unterbleibt beim Weben des Bespannungsbands ein
Anordnen von Schussfäden, wodurch die Kettfadenenden freibleiben. Alternativ oder
zusätzlich werden Schussfäden, die beim Weben des Bespannungsbands zunächst angeordnet
wurden, entfernt, um die Kettfadenenden freizulegen. Beispielsweise haben die freien
Kettfadenenden jeweils eine Länge von 2 Zentimeter. Anders ausgedrückt: Die Kettfäden
werden an deren distalen Enden jeweils auf einer Länge von beispielsweise 2 Zentimeter
nicht von einem Schussfaden gekreuzt. Durch das Verbinden der Kettfadenenden werden
die Bandenden besonders innig und stabil bzw. zuverlässig miteinander verbunden.
[0018] Bei einer weiteren möglichen Ausgestaltung werden die Kettfadenenden beider Bandenden
parallel zueinander angeordnet und dann insbesondere neue Verbindungsschussfäden in
die Verbindungszone eingearbeitet, insbesondere eingezogen. Hierbei ist es insbesondere
vorgesehen, dass die Kettfadenenden paarweise - das heißt jeweils eines des einen
Bandendes und eines des anderen Bandendes - einander direkt bzw. unmittelbar längsseitig
berühren. Dann werden die (neuen) Verbindungsschussfäden quer zu den einander berührenden
Kettfäden bzw. zu den Kettfadenendpaaren in die Verbindungszone eingearbeitet. So
kann eine Webbindungssystematik des Gewebes bzw. des Bespannungsbands in der Verbindungszone
zumindest im Wesentlichen fortgesetzt werden, was das Entstehen unerwünschter Oberflächenmarkierungen
am hergestellten Papier weiter verhindert sowie eine besonders gleichmäßige Oberflächenqualität
des Papiers unabhängig von der Verbindungszone begünstigt.
[0019] Die Kettfadenenden können gemäß einer möglichen Ausführungsform des Verfahrens vor
dem Einziehen der Verbindungsschussfäden miteinander verbunden werden, zum Beispiel
miteinander verschweißt oder verklebt werden. Alternativ werden die Verbindungsschussfäden
in die Verbindungszone eingearbeitet, insbesondere eingezogen, bevor die Kettfadenenden
miteinander verbunden sind. Danach, also nachdem die Verbindungsschussfäden in die
Verbindungszone eingearbeitet wurden, werden die Kettfadenenden miteinander verbunden,
wobei gleichzeitig die Kettfadenenden mit den Verbindungsschussfäden verbunden werden.
So kann die Verbindung der Bandenden noch stabiler ausgebildet werden.
[0020] Insbesondere um zu vermeiden, dass die Papiermaschine, insbesondere die Walzenanordnung
der Formierpartie, in welche das Bespannungsband eingesetzt wird, verschmutzt wird,
beispielsweise durch Klebstoff etc., sieht eine weitere mögliche Ausgestaltung vor,
dass die freien Kettfadenenden und/oder die Verbindungsschussfäden außerhalb der Papiermaschine
mit Klebstoff beschichtet werden. Insbesondere wird dieser dann zum Verbinden der
Bandenden in der Papiermaschine aktiviert. Das bedeutet, es werden die Kettfadenenden
und/oder die Verbindungsschussfäden außerhalb der Papiermaschine mit einem Klebstoff
beschichtet, der insbesondere aktiviert, also bereit ist, eine Klebeverbindung einzugehen.
Der am jeweiligen Kettfadenende und/oder Verbindungsschussfaden angebrachte Klebstoff
trocknet dann zumindest so weit, bis ein Faden den Klebstoff insbesondere druckfrei
berühren kann, ohne eine Klebeverbindung mit dem Klebstoff einzugehen bzw. ohne am
Klebstoff festzukleben. Das Trocknen kann durch Energiezugabe, insbesondere Wärme,
unterstützt bzw. beschleunigt werden. Durch das Trocknen wird der Klebstoff zumindest
teilweise deaktiviert. Nachdem dann die Bandenden bzw. die Kettfadenenden aneinander
und/oder die Verbindungsschussfäden in der Verbindungszone angeordnet wurden, erfolgt
ein Aktivieren bzw. Reaktivieren des Klebstoffs, beispielsweise mittels Hitze, Druck,
UV-Strahlung, Zugabe von Feuchtigkeit, Infrarot- oder Nahinfrarotstrahlung etc. Durch
das erneute Aktivieren bzw. Reaktivieren werden die Kettfadenenden miteinander und
gegebenenfalls mit den Verbindungsschussfäden verklebt. Dabei ist das Risiko gering,
dass Klebstoff aus der Verbindungszone des Bespannungsbands auf ein Maschinenelement
der Papiermaschine gelangt.
[0021] Anstatt als Gewebe kann das Bespannungsband bei einer alternativen Weiterbildung
in Form einer Folie bereitgestellt werden. Bei dieser Folie handelt es sich zum Beispiel
um eine einschichtige Polymerfolie oder um eine mehrschichtige Laminatfolie, welche
insbesondere perforiert ausgebildet ist. Im Fall, dass das Bespannungsband als Folie
bereitgestellt wird, sieht eine mögliche Weiterbildung vor, dass am Endlosband (auch)
in der Verbindungszone eine Perforation erzeugt wird. Zum Herstellen der Perforation
in der Verbindungszone kommt insbesondere Lasern bzw. Laserbohren, beispielsweise
mittels eines CO
2-Lasers, zum Einsatz. Es kann vorgesehen sein, dass in der Papiermaschine - das heißt
am Endlosband - die Perforation mittels eines Handgeräts erzeugt wird, zum Beispiel
mittels eines CO
2-Laser-Handgeräts. Das Einfügen der Perforation in die Verbindungszone ist insbesondere
dann vorgesehen, wenn die Perforation für den entsprechenden Einsatzzweck der Formierbespannung
erforderlich ist. Durch das Perforieren der Verbindungszone wird ein Muster der Perforation
durch die Verbindungszone nicht unterbrochen, was wiederum einer besonders gleichmäßigen
Oberflächenstruktur des hergestellten Papiers zugutekommt.
[0022] Im Folgenden werden in den Figuren dargestellte Ausführungsbeispiele der Erfindung
erläutert. Es zeigt
- Fig. 1
- eine schematische Ansicht eines Bespannungsbands,
- Fig. 2
- eine schematische Ansicht des Bespannungsbands, das als ein Gewebe bereitgestellt
ist und dessen Bandenden durch freie Kettfadenenden gebildet sind,
- Fig. 3
- eine schematische Ansicht des Bespannungsbands aus Fig. 2, das zu einem Endlosband
weitergebildet wird, und
- Fig. 4
- eine Übersicht über Schritte eines Verfahrens zum Herstellen einer Formierbespannung.
[0023] Fig. 1 zeigt eine schematische Ansicht eines endoffenen Bespannungsbands 1, das entlang
seiner Bandlängsrichtung u zwei Bandenden 2, 3 aufweist. Das Bespannungsband 1 wird
in einem ersten Schritt S1 (siehe Fig. 4) eines Verfahrens zum Herstellen einer Formierbespannung
10 bereitgestellt. In einem Schritt S2 des Verfahrens wird das Bespannungsband 1 in
eine Formierpartie einer Papiermaschine eingelegt und dabei um eine Walzenanordnung
der Formierpartie herumgeführt. Gemäß dem vorliegenden Beispiel wird das endoffene
Bespannungsband 1 rein entlang Maschinenrichtung MD in die Papiermaschine bzw. in
die Formierpartie eingezogen, wobei auf eine Einführbewegung des Bespannungsbands
1 in Maschinenquerrichtung CD (gezielt) verzichtet wird. In einem Schritt S3 des Verfahrens,
der nach Schritt S2 ausgeführt wird, wird aus dem Bespannungsband 1, das in der Papiermaschine
in der Formierpartie angeordnet ist, ein Endlosband gebildet, indem die Bandenden
2, 3 kraft-, form- und/oder stoffschlüssig miteinander verbunden werden, wobei eine
Verbindungszone 4 des Bespannungsbands 1 erzeugt wird. Insbesondere werden die Bandenden
2, 3 in der Papiermaschine mittels Klebens und/oder Schweißens miteinander verbunden,
also stoffschlüssig. Als Klebstoff zum Verbinden der Bandenden 2, 3 kommt insbesondere
ein Polyurethanklebstoff zum Einsatz. Das Schweißen erfolgt zum Beispiel als Laserschweißen,
insbesondere mittels eines Nahinfrarot- bzw. NIR-Lasers, Kontaktschweißen, Ultraschallschweißen
etc. Falls die Bandenden 2, 3 IR-transparent sind, kann zum NIR-Laserschweißen eine
Absorptionsschicht eingesetzt werden. Die Bandenden 2, 3 werden zum Verbinden derselben
auf ein Stützelement aufgestützt, das durch ein Maschinenelement der Maschinenpartie
gebildet ist, zum Beispiel durch einen Siebtisch, einen Stoffauflauf, eine Brustwalze
etc. Im vorliegenden Beispiel wird das Bespannungsband 1 als Formierbespannungsband
in eine Formierpartie der Papiermaschine eingesetzt. Zudem ist vorliegend vorgesehen,
dass am Endlosband die Verbindungszone 4 mechanisch und/oder thermisch geglättet wird,
etwa mittels Schleifens, Laserns, Hobelns, Schabens etc.
[0024] Fig. 2 zeigt eine schematische Ansicht des Bespannungsbands 1, das im Ausführungsbeispiel
als ein flachgewobenes Gewebe bereitgestellt ist und dessen Bandenden 2, 3 durch freie
Kettfadenenden 5 von Kettfäden 6 gebildet sind. Lediglich beispielhaft ist das Bespannungsband
1 bzw. das Gewebe in Leinwandbindung hergestellt. Andere Webbindungssystematiken sind
denkbar. Die freien Kettfadenenden 5 werden gebildet, indem beim Weben des Bespannungsbands
1 ein Anordnen von Schussfäden 7 unterbleibt und/oder Schussfäden 7, die beim Weben
des Bespannungsbands 1 zunächst angeordnet wurden, entfernt werden. Beispielsweise
werden auf diese Weise je Bandende 2, 3 Kettfäden 6 erzeugt, die jeweils auf einer
Länge von 2 Zentimeter nicht von einem Schussfaden 7 gekreuzt werden. Zum Bilden des
Endlosbandes werden die freien Kettfadenenden 5 miteinander kraft-, form- und/oder
stoffschlüssig miteinander verbunden, beispielsweise miteinander verklebt oder verschweißt
wie weiter oben erläutert.
[0025] Fig. 3 zeigt eine schematische Ansicht des Bespannungsbands 1, das zum Endlosband weitergebildet
wird. Vorliegend werden die Kettfadenenden 5 beider Bandenden 2, 3 parallel zueinander
angeordnet und dann neue Verbindungsschussfäden 8 in die Verbindungszone 4 eingearbeitet,
insbesondere eingezogen. Im vorliegenden Beispiel berühren das jeweilige Kettfadenende
5 des Bandendes 2 und das jeweilige Kettfadenende 5 des anderen Bandendes 3 einander
paarweise, wodurch eine Vielzahl an Kettfadenendpaaren 9 gebildet ist. Die Verbindungsschussfäden
8 werden quer zu den einander berührenden Kettfäden 6 bzw. quer zu den Kettfadenendpaaren
9 in die Verbindungszone 4 eingearbeitet. Die Kettfadenenden 5 können vor dem Einarbeiten
der Verbindungsschussfäden 8 miteinander verbunden werden. Alternativ werden die Verbindungsschussfäden
8 in die Verbindungszone 4 eingearbeitet, bevor die Kettfadenenden 5 miteinander verbunden
sind. Bei Letzterem werden die Kettfadenenden 5 miteinander verbunden, wobei gleichzeitig
die Kettfadenenden 5 und die Verbindungsschussfäden 8 miteinander verbunden werden,
nachdem die Verbindungsschussfäden in die Verbindungszone eingearbeitet, insbesondere
eingezogen wurden.
[0026] Hier im Beispiel ist des Weiteren vorgesehen, dass die freien Kettfadenenden 5 und/oder
die Verbindungsschussfäden 8 außerhalb der Papiermaschine mit einem Klebstoff beschichtet
werden, der dann zunächst trocknet bzw. getrocknet wird, ohne eine Klebeverbindung
mit einem anderen der Kettfadenenden 5 bzw. Verbindungsschussfäden 8 einzugehen. Mit
anderen Worten wird der am entsprechenden Kettfadenende 5 bzw. Verbindungsschussfaden
8 haftende Klebstoff zumindest teilweise deaktiviert. Es erfolgt dann ein erneutes
Aktivieren bzw. Reaktivieren des am entsprechenden Kettfadenende 5 bzw. Verbindungsschussfaden
8 haftenden Klebstoffs, und zwar erst, nachdem die Bandenden bzw. die Kettfadenenden
aneinander und/oder die Verbindungsschussfäden in der Verbindungszone angeordnet wurden.
So werden die Kettfadenenden 5 miteinander, die Verbindungsschussfäden 8 miteinander
sowie die Kettfadenenden 5 und die Verbindungsschussfäden 8 miteinander verklebt.
[0027] In einer alternativen Ausgestaltung ist das Bespannungsband 1 beispielsweise als
eine Folie bereitgestellt, dessen Bandenden 2, 3 - siehe Fig. 1 - angeschrägt und/oder
angefast sein können, insbesondere um in einem Bereich zu überlappen und damit einfacher
bzw. größerflächig miteinander verbunden werden zu können. Sofern das Bespannungsband
1 als Folie bereitgestellt wird, werden insbesondere die Verbindungsverfahren Schweißen,
insbesondere NIR-Laserschweißen eingesetzt. Ferner wird am Endlosband - also in der
Maschine bzw. nachdem das Bespannungsband 1 in der Maschine zum Endlosband weitergebildet
wurde - in der Verbindungszone 4 eine Perforation erzeugt, die eine ursprüngliche
Perforation der Folie fortsetzt. Die Perforation ist durch Durchgangsöffnungen gebildet,
welche die Folie bzw. das Bespannungsband 1 entlang Hochrichtung z vollständig durchdringen,
um ein Entwässern bzw. Entfeuchten einer Faserstoffbahn zu begünstigen. Zum Herstellen
der Perforation in der Verbindungszone 4 wird im vorliegenden Beispiel Laserbohren
mithilfe eines CO
2-Lasers eingesetzt, welcher insbesondere als ein CO
2-Laser-Handgerät ausgebildet ist.
Bezugszeichenliste
[0028]
- 1
- Bespannungsband
- 2
- Bandende
- 3
- Bandende
- 4
- Verbindungszone
- 5
- Kettfadenende
- 6
- Kettfaden
- 7
- Schussfaden
- 8
- Verbindungsschussfaden
- 9
- Kettfadenendpaar
- 10
- Formierbespannung
- u
- Bandlängsrichtung
- x
- Längsrichtung bzw. Maschinenrichtung MD
- y
- Querrichtung bzw. Maschinenquerrichtung CD
- z
- Hochrichtung
1. Verfahren zum Herstellen einer Formierbespannung (10) für eine Papiermaschine, wobei
S1 ein endoffenes Bespannungsband (1) bereitgestellt wird, das entlang seiner Bandlängsrichtung
(u) zwei Bandenden (2, 3) aufweist,
S2 das Bespannungsband (1) in eine Formierpartie einer Papiermaschine eingelegt wird
und danach
S3 aus dem Bespannungsband (1), das in der Formierpartie der Papiermaschine angeordnet
ist, ein Endlosband gebildet wird, indem die Bandenden (2, 3) miteinander verbunden
werden, wobei eine Verbindungszone (4) des Bespannungsbands (1) erzeugt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Bespannungsband (1) entlang der Maschinenrichtung (MD) in die Formierpartie der
Papiermaschine eingeführt wird, wobei eine Einführbewegung des Bespannungsbands (1)
in Maschinenquerrichtung (CD) unterbleibt.
3. Verfahren nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Bandenden (2, 3) zum Verbinden derselben auf ein Stützelement aufgestützt werden,
das durch ein Maschinenelement der Formierpartie gebildet ist.
4. Verfahren nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Bandenden (2, 3) mittels Klebens und/oder Schweißens miteinander verbunden werden.
5. Verfahren nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, dass am Endlosband die Verbindungszone (4) geglättet wird.
6. Verfahren nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, dass das Bespannungsband (1) als ein Gewebe bereitgestellt wird.
7. Verfahren nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet, dass am jeweiligen Bandende (2, 3)
- beim Weben des Bespannungsbands (1) ein Anordnen von Schussfäden (7) unterbleibt
und/oder
- beim Weben des Bespannungsbands (1) angeordnete Schussfäden (7) entfernt werden,
wodurch die Bandenden (2, 3) jeweils durch freie Kettfadenenden (5) gebildet werden.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Kettfadenenden (5) beider Bandenden (2, 3) parallel zueinander angeordnet werden,
und dann Verbindungsschussfäden (8) in die Verbindungszone (4) eingearbeitet werden.
9. Verfahren nach wenigstens einem der Ansprüche 7 oder 8,
dadurch gekennzeichnet, dass
- die Kettfadenenden (5) direkt miteinander verbunden werden, und dann die Verbindungsschussfäden
(8) eingearbeitet werden oder
- die Verbindungsschussfäden (7) eingearbeitet werden, und dann die Kettfadenenden
(5) miteinander und mit den Verbindungsschussfäden (8) verbunden werden.
10. Verfahren nach wenigstens einem der Ansprüche 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die freien Kettfadenenden (5) und/oder die Verbindungsschussfäden (8) außerhalb der
Papiermaschine mit Klebstoff beschichtet werden, welcher zum Verbinden der Bandenden
(2, 3) in der Papiermaschine aktiviert wird.
11. Verfahren nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Bespannungsband (1) als eine Folie bereitgestellt wird.
12. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass am Endlosband in der Verbindungszone (4) eine Perforation erzeugt wird, insbesondere
mittels Laserns.
13. Formierbespannung, dadurch gekennzeichnet, dass diese mittels einem Verfahren nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche
hergestellt ist.
14. Papiermaschine mit einer Formierbespannung (10), die mittels einem Verfahren gemäß
einem der Ansprüche 1 bis 12 hergestellt ist.