[0001] Die Erfindung betrifft ein höhenverstellbares Wand-WC.
[0002] Grundsätzlich unterscheidet man bei handelsüblichen WCs zwischen Wand-WCs, bei welchen
der WC-Körper über Gewindebolzen ausschließlich an einer Wand befestigt wird, und
Stand-WCs, welche einen Standfuß aufweisen, über den zusätzlich zur Wandmontage Stabilität
für den WC-Körper geboten werden kann.
[0003] Bei Letzteren ist die Anbringungshöhe des WC-Körpers bereits bei der Fertigung vorgegeben,
da diese hauptsächlich von der Höhe des Standfußes abhängt.
[0004] Bei Wand-WCs hingegen kann die Anbringungshöhe an der Wand grundsätzlich beliebig
festgelegt werden, so lange entsprechende Verbindungsstücke für die Spülwasser- und
Abwasserleitungen vorhanden sind und/oder die Spülwasser-und Abwasserleitungen in
der Wand entsprechend positioniert sind.
[0005] Unterschiedlich hohe Positionierungen sind beispielsweise von Kindertoiletten bekannt,
bei welchen die WC-Körper tiefer an der Wand angebracht sind als bei "Erwachsenen"-Toiletten,
um kleineren Kindern den selbstständigen Toilettengang zu erleichtern.
[0006] Des Weiteren können alternative Anbringungshöhen in barrierefreien Toiletten und/oder
Alten- oder Pflegeeinrichtungen vorkommen, da auch in derartigen Institutionen besondere
Bedürfnisse vorhanden sein können, um die Selbstständigkeit der betroffenen Personen
zu erhalten. Beispielsweise kann sich eine höhere Anbringungshöhe des WC-Körpers für
ältere Personen als vorteilhaft erweisen, während niedrigere Anbringungshöhen für
Personen, die auf Rollstühle angewiesen sind, hilfreich sein können.
[0007] Nachteilig an den unterschiedlichen Anbringungshöhen ist allerdings, dass insbesondere
in öffentlichen Einrichtungen, wo eine Vielzahl unterschiedlicher Bedürfnisse abgedeckt
werden sollte, keine Universallösung vorhanden ist, sodass theoretisch für unterschiedliche
Personengruppen jeweils unterschiedliche WCs eingebaut werden müssten, um niemanden
zu benachteiligen.
[0008] Daher ist es eine Aufgabe der Erfindung ein Wand-WC bereitzustellen, mit dem die
oben genannten Nachteile überwunden werden können.
[0009] Zur Lösung dieser Aufgabe ist ein höhenverstellbares Wand-WC mit den Merkmalen des
Anspruchs 1 vorgesehen.
[0010] Insbesondere wird ein höhenverstellbares Wand-WC bereitgestellt, welches einen an
einer Wand montierbaren WC-Körper und eine in dem WC-Körper aufgenommene Höhenverstellbaugruppe
umfasst, durch welche der WC-Körper in vertikaler Richtung relativ zu einer Wand bewegbar
ist, wobei die Höhenverstellbaugruppe ein hinteres Montageteil, durch welches die
Höhenverstellbaugruppe an der Wand befestigbar ist, und ein relativ zu dem hinteren
Montageteil bewegbares vorderes Montageteil umfasst, durch welches die Höhenverstellbaugruppe
an dem WC-Körper befestigt ist. Ein Spülwasserleitungsstück und ein Abwasserleitungsstück
erstrecken sich zwischen dem vorderen und dem hinteren Montageteil, wobei ein jeweiliges
hinteres Ende des Spülwasserleitungsstücks und des Abwasserleitungsstücks an dem hinteren
Montageteil fixiert ist und ein jeweiliges vorderes Ende des Spülwasserleitungsstücks
und des Abwasserleitungsstücks an dem vorderen Montageteil fixiert ist. Das Spülwasserleitungsstück
und das Abwasserleitungsstück sind jeweils flexibel ausgebildet.
[0011] Erfindungsgemäß wird dementsprechend ein höhenverstellbares Wand-WC geschaffen, welches
aufgrund der relativ zueinander bewegbaren Montageteile entsprechend den Bedürfnissen
eines jeweiligen Nutzers auf eine beliebige Höhe eingestellt werden kann.
[0012] Beispielsweise kann die Höhenverstellbaugruppe so ausgebildet sein, dass sich das
vordere Montageteil um mehrere Zentimeter, z.B. um 4 cm bis 8 cm, insbesondere 6 cm,
relativ zu dem hinteren Montageteil bewegen lässt, sodass der WC-Körper ausgehend
von einer Nullposition um einige Zentimeter nach oben und/oder nach unten verstellt
werden kann. Dadurch ist es einem Nutzer möglich, die Sitzhöhe des WCs seinen Bedürfnissen
entsprechend flexibel einzustellen.
[0013] Diese Höhenverstellung kann grundsätzlich manuell oder elektrisch ausgelöst werden,
wobei eine manuelle Auslösung dann vorteilhaft ist, wenn kein Stromanschluss in der
Umgebung des WCs vorhanden ist.
[0014] Die jeweiligen Enden des Spülwasserleitungsstücks und des Abwasserleitungsstücks
können lösbar oder unlösbar an dem hinteren bzw. vorderen Montageteil fixiert sein.
[0015] Außerdem sind das Spülwasserleitungsstück und das Abwasserleitungsstück jeweils flexibel
ausgebildet. Eine flexible Ausgestaltung der Leitungsstücke ist notwendig, um die
Höhenverstellbarkeit umzusetzen, da sich infolge einer Repositionierung des WC-Körpers
auch der Abstand zwischen den jeweiligen vorderen und hinteren Enden der Leitungsstücke
verändert. Das heißt, je nachdem wie weit der WC-Körper von den Leitungsöffnungen
der Abwasser- und Spülwasserleitungen in der Wand entfernt ist, werden längere oder
kürzere Leitungsstücke zur Verbindung benötigt, um die Distanz zwischen WC-Körper
und Wand zu überbrücken. Dies wird erfindungsgemäß durch die flexiblen Abwasser- und
Spülwasserleitungsstücke realisiert.
[0016] Gemäß einer Ausführungsform können das Spülwasserleitungsstück und das Abwasserleitungsstück
jeweils faltenbalgartig ausgebildet sein. Durch die faltenbalgartige Ausbildung kann
die oben bereits erwähnte Flexibilität der Leitungsstücke vergleichsweise einfach
umgesetzt werden. Außerdem können auf kostengünstige Art Leitungsstücke produziert
werden, welche über größere Bereiche gestreckt oder gestaucht werden können.
[0017] Gemäß einer weiteren Ausführungsform können eine Eintrittsöffnung und eine Austrittsöffnung
des Spülwasserleitungsstücks in einem entspannten Zustand des Spülwasserleitungsstücks
parallel zueinander versetzt angeordnet sein. Als Eintrittsöffnung des Spülwasserleitungsstücks
wird in diesem Kontext diejenige Öffnung bezeichnet, durch welche Spülwasser während
eines Spülvorgangs in das Spülwasserleitungsstück eintritt. Es handelt sich hierbei
also um die wandseitige Öffnung, während die Austrittsöffnung des Spülwasserleitungsstücks
die WC-Körperseitige Öffnung ist.
[0018] Zusätzlich oder alternativ können auch eine Eintrittsöffnung und eine Austrittsöffnung
des Abwasserleitungsstücks in einem entspannten Zustand des Abwasserleitungsstücks
parallel zueinander versetzt angeordnet sein. Als Eintrittsöffnung des Abwasserleitungsstücks
wird in diesem Kontext diejenige Öffnung bezeichnet, durch welche Spülwasser während
eines Spülvorgangs in das Abwasserleitungsstück eintritt. Es handelt sich hierbei
also um die WC-Körperseitige Öffnung, während die Austrittsöffnung des Spülwasserleitungsstücks
die wandseitige Öffnung ist.
[0019] Insbesondere kann der entspannte Zustand von Spülwasser- und/oder Abwasserleitungsstück
einem Zustand entsprechen, in welchem die Eintrittsöffnung und die Austrittsöffnung
der jeweiligen Leitungsstücke nicht in derselben horizontalen Ebene liegen. Beispielsweise
kann die Eintrittsöffnung der Spülwasserleitung vertikal tiefer angeordnet ist als
die Austrittsöffnung, während umgekehrt die Eintrittsöffnung der Abwasserleitung vertikal
höher angeordnet sein kann als die Austrittsöffnung.
[0020] Gemäß einer weiteren Ausführungsform kann das vordere Montageteil zwischen einer
minimalen Höhe und einer maximalen Höhe relativ zu dem hinteren Montageteil bewegbar
sein und das Spülwasserleitungsstück und das Abwasserleitungsstück jeweils seinen
entspannten Zustand einnehmen, wenn sich das vordere Montageteil in einer mittleren
Höhe befindet. Ausgehend von dieser mittleren Höhe kann der WC-Körper unter Verformung
der Spül- und Abwasserleitungsstücke nach unten oder nach oben verstellt werden. Der
entspannte Zustand der der Spül- und Abwasserleitungsstücke bei mittlerer WC-Körperhöhe
wirkt sich vorteilhaft auf die Langlebigkeit der Leitungsstücke aus, da deren maximale
Verformung nach oben und unten jeweils nur der Hälfte des gesamten Höhenverstellbereichs
des WC-Körpers entspricht, wodurch die Maximalbelastung der Leitungsstücke erheblich
reduziert ist. Verschleiß und Wartungsaufwand lassen sich auf diese Weise deutlich
reduzieren.
[0021] Generell können die Leitungsstücke aus einem flexiblen Material und/oder Kunststoff
bestehen, da derartige Materialien vergleichsweise hohe Langlebigkeit sowie Stabilität
bei gleichzeitig guter Flexibilität aufweisen.
[0022] Gemäß einer weiteren Ausführungsform kann eine Gasdruckfeder zur Bewegung des vorderen
Montageteils relativ zu dem hinteren Montageteil vorgesehen sein. Derartige Gasdruckfedern
zur Höhenverstellbarkeit sind beispielsweise von Bürostühlen bekannt und haben sich
in der Handhabung für den Endnutzer als einfach erwiesen, wobei sie gleichzeitig eine
vergleichsweise hohe Langlebigkeit aufweisen. Außerdem können Gasdruckfedern die notwendige
Kraft bereitstellen, welche aufgebracht werden muss, um sowohl den WC-Körper sicher
nach oben und unten zu bewegen als auch das Gesamtgewicht aus WC-Körper und Benutzer
auszuhalten.
[0023] Gasdruckfedern weisen außerdem den Vorteil auf, dass sie manuell bedient werden können,
so dass eine Stromversorgung grundsätzlich verzichtbar ist.
[0024] Beispielsweise kann ein manuell betätigbares Auslöseelement zur Auslösung der Gasdruckfeder
vorgesehen sein, insbesondere welches an einer Seite der Höhenverstellbaugruppe angeordnet
und durch eine in dem WC-Körper entsprechend ausgebildete Öffnung von außen zugänglich
ist. Das Auslöseelement kann dabei an der linken oder rechten Seite des WC-Körpers
angeordnet sein, sodass es auch dann leicht bedient werden kann, wenn auf dem WC-Körper
bereits Platz genommen wurde. Dies kann beispielsweise beim Herabstellen des WC-Körpers
hilfreich sein, da durch das eigene Körpergewicht leichter die Kraft aufgebracht werden
kann, welche notwendig ist, um den WC-Körper gegen den Druck der Gasdruckfeder nach
unten zu bewegen.
[0025] Gemäß einer weiteren Ausführungsform können zwei Stützgriffe auf gegenüberliegenden
Seiten des WC-Körpers vorgesehen sein. Derartige Stützgriffe können für Personen mit
eingeschränkter Mobilität hilfreich sein, um sich daran beim Aufstehen und/oder Hinsetzen
abzustützen. Da unter Umständen nicht alle Nutzer des erfindungsgemäßen WCs auf derartige
Stützgriffe angewiesen sind, können die Stützgriffe hochklappbar sein, sodass sie
bei Nichtgebrauch weggeklappt werden können. Die Hochklappbarkeit kann auch dann hilfreich
sein, wenn sich ein Rollstuhlfahrer von einer Seite des WCs aus vom Rollstuhl auf
den WC-Körper heben möchte.
[0026] Die Stützgriffe können in der Höhenverstellbaugruppe drehbar gelagert sein. Auf diesen
Weise lassen sich die beim Abstützen auftretenden Kräfte durch die
[0027] Höhenverstellbaugruppe aufnehmen, während der WC-Körper weitgehend unbelastet bleibt.
[0028] Gemäß einer weiteren Ausführungsform ist es außerdem möglich, dass jeder Stützgriff
mit einer in der Höhenverstellbaugruppe angeordneten Bremseinheit zusammenwirkt. Die
Bremseinheit kann dazu ausgebildet sein, die Bewegung der Stützgriffe so weit abzubremsen,
dass sie nicht unkontrolliert nach unten in Richtung Boden klappen können, sondern
sich geführt langsam absenken.
[0029] Beispielsweise kann jeder Stützgriff einen horizontal angeordneten Bremsabschnitt
mit kreisförmigem Querschnitt aufweisen, welcher von einem feststehenden Bremselement
umgeben ist, das radial wirkende Reibungskräfte auf den Bremsabschnitt ausübt. Aufgrund
der durch das Bremselement auf den Bremsabschnitt ausgeübten Bremskräfte lässt sich
ein Hoch- und Herabschwenken des Stützgriffs besonderes kontrolliert ausführen.
[0030] Gemäß einer weiteren Ausführungsform kann das hintere Montageteil durch eine im Wesentlichen
rechteckige hintere Platte gebildet sein und das vordere Montageteil kann einen zu
der hinteren Platte im Wesentlichen parallelen vorderen Plattenabschnitt umfassen,
von dem sich zwei einander gegenüberliegende seitliche Plattenabschnitte nach hinten
zum hinteren Montageteil erstrecken. Mit anderen Worten kann das vordere Montageteil
einen im Wesentlichen U-förmigen Querschnitt aufweisen.
[0031] Grundsätzlich ist es denkbar, dass das vordere und das hintere Montageteil vertauscht
sind, sodass das hintere Montageteil eine U-Form mit einem hinteren Plattenabschnitt
und zwei einander gegenüberliegende seitliche Plattenabschnitten aufweist, während
das vordere Montageteile durch eine im Wesentlichen rechteckige vordere Platte gebildet
ist.
[0032] Gemäß einer weiteren Ausführungsform sind die seitlichen Plattenabschnitte des vorderen
Montageteils an dem hinteren Montageteil verschiebbar geführt. So kann sichergestellt
werden, dass der WC-Körper nur in eine Richtung, d.h. vertikal, verstellbar ist. Des
Weiteren kann die Führung der Montageteile dazu ausgebildet sein, die Vertikalbewegung
des WC-Körpers sowohl an der minimalen als auch an der maximalen Höhe zu begrenzen.
[0033] Beispielsweise kann das hintere Montageteil zwei gegenüberliegende vertikalorientierte
Führungsschienen aufweist, welche in zugeordneten Führungsnuten des vorderen Montageteils
verschiebbar geführt sind.
[0034] Auch hierbei ist es grundsätzlich möglich, die Anordnung umgekehrt auszubilden, nämlich
derart, dass das hintere Montageteil die Führungsnuten aufweist, während das vordere
Montageteil die zwei Führungsschienen umfasst.
[0035] Unabhängig von der Wahl der Anordnung können die Führungsschienen und die Führungsnuten
beliebig ausgebildet sein, vorausgesetzt sie können derart miteinander zusammenwirken,
dass der WC-Körper in seiner Bewegung geführt ist.
[0036] Die Führungsnuten können einstückig mit dem vorderen, respektive hinteren, Montageteil
ausgebildet sein oder alternativ als eigenständige Einheit mit dem entsprechenden
Montageteil fest verbunden sein, beispielsweise durch verschrauben, schweißen, nieten
oder ähnliches.
[0037] Des Weiteren können die Führungsschienen einen runden oder eckigen, insbesondere
viereckigen, Querschnitt und die Führungsnuten einen runden oder eckigen, insbesondere
viereckigen, Querschnitt aufweisen. Zur Minimierung von Reibung hat es sich als vorteilhaft
erwiesen, wenn die Führungsschienen einen viereckigen Querschnitt aufweisen und auch
die Führungsnuten einen eckigen Querschnitt besitzen.
[0038] Gemäß einer weiteren Ausführungsform ist die Höhenverstellbaugruppe vollständig innerhalb
des WC-Körpers angeordnet, sodass der WC-Körper bei an der Wand montiertem WC zumindest
annähernd bündig mit der Wand abschließt und die Höhenverstellbaugruppe zumindest
bei in der minimalen Höhe befindlichem WC-Körper nicht von außen sichtbar ist.
[0039] Die Erfindung wird nachfolgend anhand der beigefügten Figuren beispielhaft beschrieben.
Diese zeigen:
- Fig. 1:
- eine perspektivische Ansicht eines WC-Körpers eines erfindungsgemäßen Wand-WCs;
- Fig. 2:
- eine Rückansicht des WC-Körpers;
- Fig. 3:
- eine Seitenansicht des WC-Körpers;
- Fig. 4A:
- eine Ansicht des WC-Körpers von unten;
- Fig. 4B:
- eine Ansicht des WC-Körpers von oben;
- Fig. 5:
- eine weitere Rückansicht des WC-Körpers;
- Fig. 6:
- eine Querschnittsansicht des WC-Körpers von hinten;
- Fig. 7:
- eine Querschnittsansicht des WC-Körpers von der Seite;
- Fig. 8:
- ein Querschnittsansicht des erfindungsgemäßen Wand-WCs;
- Fig. 9:
- eine Draufsicht auf das erfindungsgemäße Wand-WC;
- Fig. 10A:
- eine Längsschnittansicht eines Abwasserleitungsstücks;
- Fig. 10B:
- eine Seitenansicht des Abwasserleitungsstücks;
- Fig. 10C:
- eine Draufsicht auf das Abwasserleitungsstück;
- Fig. 11A:
- eine Längsschnittansicht eines Spülwasserleitungsstücks;
- Fig. 11B:
- eine Seitenansicht des Spülwasserleitungsstücks;
- Fig. 11C:
- eine Draufsicht auf das Spülwasserleitungsstück;
- Fig. 12:
- eine Querschnittsansicht einer Höhenverstellbaugruppe des erfindungsgemäßen Wand-WCs
mit verbauten Spül- und Abwasserleitungsstücken;
- Fig. 13A und 13B:
- perspektivische Ansichten eines vorderen Montageteils der Höhenverstellbaugruppe;
- Fig. 14A und 14B:
- eine äußere und eine innere Seitenansicht der Höhenverstellbaugruppe;
- Fig. 15:
- eine perspektivische Ansicht der Höhenverstellbaugruppe;
- Fig. 16:
- eine Rückansicht der Höhenverstellbaugruppe;
- Fig. 17:
- eine Draufsicht auf die Höhenverstellbaugruppe;
- Fig. 18A bis 18C:
- (A) eine perspektivische Ansicht, (B) eine Innenansicht und (C) eine Rückansicht einer
Bremseinheit der Höhenverstellbaugruppe;
- Fig. 19:
- eine perspektivische Ansicht eines Stützgriffs; und
- Fig. 20:
- eine Detailansicht des Stützgriffs.
[0040] Die Figuren 1 bis 7 zeigen verschiedene Ansichten eines WC-Körpers 10, der Teil eines
in Fig. 8 dargestellten, an einer Wand W montierbaren höhenverstellbaren Wand-WCs
100 ist, welches zur Verstellung der Höhe des WC-Körpers 10 mit einer Höhenverstellbaugruppe
200 versehen ist, die in dem WC-Körper 10 aufgenommen ist.
[0041] Der WC-Körper 10 ist einstückig aus einem Keramik- oder Kunststoffmaterial gebildet
und bildet in einem der Wand W abgewandten vorderen Bereich ein nach oben offenes
WC-Becken 12 mit einer abgerundeten Vorderseite V aus.
[0042] In einem der Wand W zugewandten hinteren Bereich R bildet der WC-Körper 10 einen
Aufnahmeraum 16 zur Aufnahme der Höhenverstellbaugruppe 200 aus. Der Aufnahmeraum
16 ist durch zwei im Wesentlichen gerade und annähernd vertikal orientierte Seitenwände
18, eine im Wesentlichen gerade und annähernd horizontal orientierte obere Wand 20
sowie eine bogenartig ausgebildete untere Wand 22 begrenzt, wobei letztere unter anderem
zur Stabilisierung der Seitenwände 18 beiträgt.
[0043] Es versteht sich, dass sich die Begriffe "vorne", "hinten", "oben", "unten", "vertikal"
und "horizontal" in diesem Zusammenhang auf die Lage des WCs beziehen, in welcher
es an der Wand W montiert wird.
[0044] Der Aufnahmeraum 16 kommuniziert über eine Zulauföffnung 24 und eine Ablauföffnung
26 mit dem Inneren des WC-Beckens 12, welche zum Spülen des WC-Beckens 12 dienen.
Die Ablauföffnung 26 weist einen größeren Durchmesser als die Zulauföffnung 24 auf.
[0045] Die Zulauföffnung 24 wird durch einen an die obere Wand 20 und die Seitenwände 18
angrenzenden vertikal orientieren oberen Wandabschnitt 28 definiert, in welchem außerdem
zwei auf gegenüberliegenden Seite der Zulauföffnung 24 angeordnete Befestigungsöffnungen
32 ausgebildet sind, die zur Aufnahme von Befestigungsbolzen 210 der Höhenverstellbaugruppe
200 zur Befestigung der Höhenverstellbaugruppe 200 an dem WC-Körper 10 vorgesehen
sind (siehe Fig. 15).
[0046] Die Ablauföffnung 26 sitzt auf einem ebenfalls an die Seitenwände 18 angrenzenden
vertikal orientieren unteren Wandabschnitt 30, welcher nicht nur den Aufnahmeraum
16 mit begrenzt, sondern auch zur Ausbildung eines Siphons 38 des WC-Körpers 10 beiträgt.
[0047] In jeder Seitenwand 18 sind eine erste Durchführung 34 und eine darüber angeordnete
zweite Durchführung 36 vorgesehen. Die ersten Durchführungen 34 sind horizontal miteinander
ausgerichtet und dienen zur Aufnahme von Stützgriffen 300, die nachfolgend näher beschrieben
werden. Die zweiten Durchführungen 36 sind ebenfalls horizontal miteinander ausgerichtet
und dienen zur Aufnahme eines Auslöseelements 402, das ebenfalls nachfolgend näher
beschrieben wird.
[0048] Nachfolgend wird die in dem Aufnahmeraum 16 des WC-Körpers 10 angeordnete Höhenverstellbaugruppe
200 anhand von Fig. 12 bis 17 genauer beschrieben.
[0049] Die Höhenverstellbaugruppe 200 umfasst ein an der Wand W montierbares hinteres Montageteil
208 und ein relativ zu diesem vertikal bewegbares vorderes Montageteil 206, welches
fest mit dem WC-Körper 10 verbunden ist.
[0050] Hierfür umfasst das vordere Montageteil 206 zwei mit den Befestigungsöffnungen 32
ausgerichtete Befestigungsbolzen 210, welche sich durch die Befestigungsöffnungen
32 des oberen Wandabschnitts 28 erstrecken und mittels Muttern 211 (Fig. 9) mit dem
WC-Körper 10 verschraubt sind. Für eine bessere Kraftverteilung und zum Schutz des
WC-Körpers 10 sind an der dem WC-Körper 10 zugewandten Seite des vorderen Montageteils
206 mehrere Dämpfungselemente 256 aus einem gummiartigen Material vorgesehen (Fig.
15).
[0051] Des Weiteren bildet das vordere Montageteil 206 eine mit der Zulauföffnung 24 ausgerichtete
und an ein Spülwasserleitungsstück 202 angepasste kleinere erste Öffnung 212 sowie
eine darunter liegende, mit der Ablauföffnung 26 ausgerichtete und an ein Abwasserleitungsstück
204 angepasste größere zweite Öffnung 214 aus.
[0052] Ein vorderer Endbereich 220 des Spülwasserleitungsstücks 202 ist in der ersten Öffnung
212 des vorderen Montageteils 206 und ein vorderer Endbereich 222 des Abwasserleitungsstücks
204 in der zweiten Öffnung 214 des vorderen Montageteils 206 fixiert. Beispielsweise
kann ein die jeweilige Öffnung 212, 214 begrenzender Wandbereich des vorderen Montageteils
206 in eine entsprechend ausgebildete Ringnut 230 des jeweiligen Leitungsstücks 202,
204 eingreifen und/oder ein Kragen 232 des jeweiligen Leitungsstücks 202, 204 von
außen an dem die jeweilige Öffnung 212, 214 begrenzenden Wandbereich des vorderen
Montageteils 206 anliegen und, optional, mit diesem verklebt sein.
[0053] Auch das hintere Montageteil 208 bildet eine an das Spülwasserleitungsstück 202 angepasste
kleinere erste Öffnung 212 sowie eine darunter liegende, an das Abwasserleitungsstück
204 angepasste größere zweite Öffnung 214 aus.
[0054] Ein hinterer Endbereich 224 des Spülwasserleitungsstücks 202 ist in der ersten Öffnung
212 des hinteren Montageteils 208 und ein hinterer Endbereich 226 des Abwasserleitungsstücks
204 in der zweiten Öffnung 214 des hinteren Montageteils 208 fixiert. Wie beim vorderen
Montageteil 206 kann ein die jeweilige Öffnung 212, 214 begrenzender Wandbereich des
hinteren Montageteils 208 in eine entsprechend ausgebildete Ringnut 230 des jeweiligen
Leitungsstücks 202, 204 eingreifen und/oder ein Kragen 232 des jeweiligen Leitungsstücks
202, 204 von außen an dem die jeweilige Öffnung 212, 214 begrenzenden Wandbereich
des hinteren Montageteils 208 anliegen und, optional, mit diesem verklebt sein.
[0055] Sowohl das Spülwasserleitungsstück 202 als auch das Abwasserleitungsstück 204 ist
mit Ausnahme der jeweiligen Endbereiche 220-226 faltenbalgartig ausgebildet (Fig.
10A bis 12)). Dies erleichtert es den Leitungsstücken 202, 204 sich zu verformen,
wenn sich für eine Höhenverstellung des WC-Körpers 10 das vordere Montageteil 206
relativ zu dem hinteren Montageteil 208 nach oben oder unten bewegt.
[0056] Außerdem ist der vordere Endbereich 220 des Spülwasserleitungsstücks 202 zu dem hinteren
Endbereich 224 des Spülwasserleitungsstücks 202 parallel versetzt, in Fig. 11 nach
oben, d.h. das Spülwasserleitungsstück 202 weist insgesamt einen schrägen Verlauf
auf, im eingebauten Zustand ausgehend von dem hinteren Montageteil 208 schräg nach
oben. Die Steigung des Spülwasserleitungsstücks 202 ist dabei so gewählt, dass das
Spülwasserleitungsstück 202 einen im Wesentlichen entspannten, d.h. nicht verformten,
Zustand einnimmt, wenn sich das vordere Montageteil 206 in einer mittleren Höhenstellung
relativ zu dem hinteren Montageteil 208 befindet. Somit führt eine Verstellung des
vorderen Montageteils 206 in die ganz untere oder ganz obere Position zur einer Verformung
des Spülwasserleitungsstücks 202, die lediglich halb so groß ist, wie in einem Fall,
in welchem das Spülwasserleitungsstück 202 in der untersten oder obersten Position
des vorderen
[0057] Montageteils 206 seinen entspannten Zustand einnimmt, was letztlich zu einer dauerhaft
zuverlässigen Funktion des Wand-WCs beiträgt.
[0058] Wie Fig 10 zu entnehmen ist, weist entsprechend dem Spülwasserleitungsstück 202 auch
das Abwasserleitungsstück 204 einen schrägen Verlauf auf, im eingebauten Zustand ausgehend
von dem hinteren Montageteil 208 schräg nach oben, wobei auch hier die Steigung so
gewählt ist, dass das Abwasserleitungsstück 204 einen im Wesentlichen entspannten,
d.h. nicht verformten, Zustand einnimmt, wenn sich das vordere Montageteil 206 in
einer mittleren Höhenstellung relativ zu dem hinteren Montageteil 208 befindet. Die
voranstehend dargelegten Vorteile gelten hier also entsprechend.
[0059] Wie Fig. 13A bis 17 zeigen, weist das vordere Montageteil 206 einen vorderen Plattenabschnitt
216 auf, von dem sich zwei einander gegenüberliegende seitliche Plattenabschnitte
218 nach hinten zum hinteren Montageteil 208 erstrecken. Jeder der Plattenabschnitte
216, 218 weist eine im Wesentlichen rechteckige Grundform auf.
[0060] Im vorliegenden Ausführungsbeispiel sind die seitlichen Plattenabschnitte 218 und
der vordere Plattenabschnitt 216 einstückig aus einer entsprechend umgebogenen Platte
geformt, beispielsweise aus einem Metallblech. Alternativ ist es aber auch möglich,
das vordere Montageteil 206 aus einzelnen, miteinander verbundenen, insbesondere miteinander
verschraubten, verschweißten oder vernieteten, Plattenabschnitten zu bilden.
[0061] Das hintere Montageteil 208 weist ebenfalls eine im Wesentlichen rechteckige Grundform
auf und ist aus einer Platte 248 geformt, die zwei auf gegenüberliegenden Seiten der
Öffnungen 212, 214 angeordnete und sich vertikal erstreckende planare Plattenbereiche
249 ausbildet, welche zur Anlage an der Wand W vorgesehen sind (Fig. 16 und 17). In
den planaren Plattenbereichen 249 sind zwei Montagelöcher 254 ausgebildet, durch welche
sich das hintere Montageteil 208 mittels zweier zur Montage herkömmlicher Wand-WCs
vorgesehener Gewindebolzen an der Wand W befestigen lässt.
[0062] Das hintere Montageteil 208 umfasst ferner zwei Führungsschienen 250 (Fig. 17), die
sich entlang den vertikalen Rändern der Platte 248 erstrecken und dem vorderen Montageteil
206 zugewandt sind. Im vorliegenden Ausführungsbeispiel weisen die Führungsschienen
250 einen eckigen, insbesondere quadratischen, Querschnitt auf. Grundsätzlich können
sind aber auch einen rundlichen, beispielsweise kreisrunden, Querschnitt besitzen.
Ferner gehen die Führungsschienen 250 im vorliegenden Ausführungsbeispiel einstückig
aus der Platte 248 hervor. Sie könnten aber auch als separate Bauteile ausgebildet
und mit der Platte 248 fest verbunden sein, beispielsweise verschweißt oder verschraubt
sein.
[0063] Das vordere Montageteil 206 weist zwei Führungsnuten 252 auf, in welchen die Führungsschienen
250 des hinteren Montageteils 208 verschiebbar geführt sind (Fig 17). Im vorliegenden
Ausführungsbeispiel weisen die Führungsnuten 252 einen runden, insbesondere kreisrunden,
Querschnitt auf. Grundsätzlich ist aber auch ein an die Führungsschienen 250 angepasster
eckiger Querschnitt vorstellbar. Die gezeigten runden Führungsnuten 252, welche mit
den eckigen Führungsschienen 250 zusammenwirken, haben sich hinsichtlich der Reduzierung
von Reibung zwischen diesen beiden Bauteilen als besonders vorteilhaft erwiesen.
[0064] Auch die Führungsnuten 252 können grundsätzlich einstückig mit dem vorderen Montageteil
206 ausgebildet sein oder als separate Bauteile an dem vorderen Montageteil 206 angebracht
sein. Im vorliegenden Ausführungsbeispiel sind die Führungsnuten 252 mittels Schrauben
251 an den Innenseiten der seitlichen Plattenabschnitten 218 befestigt, konkret in
dem hinteren Montageteil 208 zugewandten hinteren Randbereichen der seitlichen Plattenabschnitte
218. Hierfür vorgesehen Befestigungslöcher 251' der seitlichen Plattenabschnitte 218
sind in Fig. 13 und 14 dargestellt.
[0065] Der Vollständigkeit halber sei darauf hingewiesen, dass auch eine Ausführungsform
denkbar ist, bei welcher die Führungsschienen 250 an dem vorderen Montageteil 206
angeordnet sind, während das hintere Montageteil 208 die Führungsnuten 252 ausbildet.
[0066] Die Verschiebung des vorderen Montageteils 206 relativ zu dem hinteren Montageteil
208 nach oben erfolgt mittels einer zwischen die Montageteile 206, 208 geschalteten
Gasdruckfeder 400. Die Gasdruckfeder 400 ist vertikal orientiert und stützt sich nach
unten an einem an der Platte 248 des hinteren Montageteils 208 angeschraubten unteren
Befestigungsbolzen 404 (Fig. 12) und nach oben an einem an einer der seitlichen Plattenabschnitte
218 des vorderen Montageteils 206 angeschraubten oberen Befestigungsbolzen 406 (Fig.
16) ab. Für die Verschraubung des unteren Befestigungsbolzens 404 dient eines von
zwei Befestigungslöchern 253 des hinteren Montageteils 208, in Fig. 16 das linke.
Entsprechend bildet das vordere Montageteil 206 für die Verschraubung des oberen Befestigungsbolzens
406 ein Befestigungsloch 242 aus.
[0067] In ihrer Funktion unterscheidet sich die Gasdruckfeder 400 nicht weiter von herkömmlich
bekannten Gasdruckfedern, wie sie zum Beispiel in Bürostühlen zum Einsatz kommen.
Dementsprechend ist die Gasdruckfeder 400 so dimensioniert, dass sie das vordere Montageteil
206 und somit den WC-Körper 10 im unbelasteten Zustand nach oben zu drücken vermag,
während sie sich komprimieren und somit der WC-Körper 10 nach unten bewegen lassen,
wenn eine Person auf dem WC-Körper 10 Platz genommen hat.
[0068] Die zur Höhenverstellung des WC-Körpers 10 erforderliche Auslösung der Gasdruckfeder
400 erfolgt mittels des durch einen Benutzer manuell betätigbaren Auslöseelements
402, hier in Form eines Druckknopfs, welcher in einer Aussparung 240 eines seitlichen
Plattenabschnitts 218 des vorderen Montageteils 206 sitzt und mittels eines nicht
dargestellten Bowdenzugs mit der Gasdruckfeder 400 verbunden ist (Fig. 15 und 16).
Im vorliegenden Ausführungsbeispiel sind die Gasdruckfeder 400 und das Auslöseelement
402 an gegenüber liegenden seitlichen Plattenabschnitten 218 des vorderen Montageteils
206 angeordnet. Es ist aber auch denkbar, dass die Gasdruckfeder 400 und das Auslöseelement
402 an demselben seitlichen Plattenabschnitt 218 angeordnet sind.
[0069] An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass sowohl die Befestigungslöcher 253 des
hinteren Montageteils 208 als auch die Befestigungslöcher 242 und die Aussparung 240
des vorderen Montageteils 206 bezogen auf die Öffnungen 212, 214 spiegelsymmetrisch
angeordnet sind, so dass sich die Gasdruckfeder 400 und das Auslöseelement 402 wahlweise
jeweils auf der einen oder der anderen Seite der Öffnungen 212, 214 anordnen lassen.
[0070] Das vordere Montageteil 206 weist ferner zwei Durchführungen 236 zur Aufnahme zweier
Stützgriffe 300 auf, die auf gegenüberliegenden Seiten des WC-Körpers 10 angeordnet
sind (Fig. 9) und die anhand von Fig. 18A bis 20 näher beschrieben werden. Die Durchführungen
236 sind in den seitlichen Plattenabschnitten 218 ausgebildet und erstrecken sich
im gezeigten Ausführungsbeispiel bis in den vorderen Plattenabschnitt 216, wobei letzteres
optional ist (Fig. 13A bis 15).
[0071] Zur Lagerung jedes Stützgriffs 300 ist ein mit der jeweiligen Durchführung 236 ausgerichteter
und von dem jeweiligen seitlichen Plattenabschnitt 218 nach innen versetzt angeordneter
Lagerring 238 an dem vorderen Plattenabschnitt 216 ausgebildet, in welchem ein Lagerabschnitt
306 (Fig. 19) des Stützgriffs 300 drehbar gelagert ist und welcher zusammen mit der
Durchführung 236 ein Lager für den Stützgriff 300 definiert. Zwischen dem Lagerring
238 und der Durchführung 236 ist ein Rotationsanschlag 237 zur Begrenzung einer Rotation
des Stützgriffs 300 angeordnet. Auf einer dem Rotationsanschlag 237 abgewandten Seite
des Lagerrings 238 ist außerdem ein Endanschlag 239 für den Stützgriff 300 vorgesehen,
welcher die Einführbewegung des Stützgriffs 300 in die Höhenverstellbaugruppe begrenzt.
[0072] Jeder Stützgriff 300 ist aus einem zweifach abgewinkelten Rohrstück mit kreisrundem
Querschnitt gebildet und umfasst drei gerade Rohrabschnitte, nämlich einen Stützabschnitt
302, einen Übergangsabschnitt 304 und den bereits erwähnten Lagerabschnitt 306 (Fig.
19).
[0073] Der Stützabschnitt 302 stellt den Bereich des Stützgriffs 300 dar, welcher vom Benutzer
als Handlauf bzw. Stütze verwendet wird. Zur Verbesserung der Haptik und/oder Optik
kann der Stützabschnitt 302 zumindest teilweise mit einer Polsterung aus einem Gummi-
oder Kunststoffmaterial überzogen sein, welche gegebenenfalls auch ergonomisch geformt
sein kann, damit der Stützabschnitt 302 vom Benutzer besser gegriffen werden kann
und/oder damit der Benutzer beim Abstützen am Stützabschnitt 302 nicht abrutscht.
[0074] Der Übergangsabschnitt 304 verbindet den Stützabschnitt 302 mit dem Lagerabschnitt
306, und der Lagerabschnitt 306 dient zur Lagerung des Stützgriffs 300 an der Höhenverstellbaugruppe
200 und dem WC-Körper 10.
[0075] Wie bereits erwähnt erstreckt sich der Lagerabschnitt 306 hierzu durch eine der ersten
Durchführungen 34 des WC-Körpers 10 sowie durch eine der Durchführungen 236 und einen
der Lagerringe 238 des ersten Montageteils 206, und zwar so weit, dass er stirnseitig
an dem Endanschlag 239 anstößt.
[0076] Die ersten Durchführungen 34 des WC-Körpers 10 sind so groß bemessen, dass der sich
jeweils hindurcherstreckende Stützgriff 300 so viel Spiel darin hat, dass die durch
einen Benutzer auf den Stützgriff 300 ausgeübten Stützkräfte ausschließlich durch
die Höhenverstellbaugruppe 200 aufgenommen werden und eine Belastung des WC-Körpers
10 an dieser Stelle vermieden wird. Der Ringspalt zwischen dem Stützgriff 300 und
der jeweiligen Seitenwand 18 des WC-Körpers 10 ist durch ein ringförmiges Dichtungselement
305 verschlossen (Fig. 9).
[0077] Der Lagerabschnitt 306 jedes Stützgriffs 300 ist in der jeweils zugeordneten Durchführung
236 und in dem jeweils zugeordneten Lagerring 238 des ersten Montageteils 206 drehbar
gelagert. Zur Verringerung der Reibung zwischen dem Stützgriffs 300 und dem seitlichen
Plattenabschnitt 218 sowie dem Lagerring 238 sind zwei Gleitlager 320 vorgesehen (Fig.
9), von denen in Fig. 19 und 20 nur das in der Durchführung 236 sitzende Gleitlager
320 gezeigt ist.
[0078] Ein Endbereich jedes Lagerabschnitts 306 wirkt mit einer Bremseinheit 308 zusammen
(Fig. 17), welche jeweils zwischen dem Lagerring 238 und dem Anschlag 239 angeordnet
ist und dazu dient, eine Rotationsbewegung des Stützgriffs 300 zu bremsen, damit der
Stützabschnitt 302 des Stützgriffs 300 nicht unkontrolliert nach unten schwenken kann.
[0079] Im vorliegenden Ausführungsbeispiel umfasst jede Bremseinheit 308 ein im Wesentlichen
topfförmiges Bremselement 307 mit einer im Wesentlichen zylindrischen Doppelwand 309
und einem im Wesentlichen planen Boden 310. Das Bremselement 307 ist einstückig aus
einem Kunststoffmaterial gefertigt und nimmt den Endbereich des zugeordneten Lagerabschnitts
306 in sich auf.
[0080] Für einen verdrehsicheren Sitz der Bremseinheit 308 in dem vorderen Montageteil 206
weist das Bremselement 307 an der Außenseite seiner zylindrischen Doppelwand 309 zwei
einander parallel gegenüber liegende plane Flächenbereiche 311 auf, von denen einer
an der Innenseite des vorderen Plattenabschnitts 216 anliegt. Zusätzlich bildet das
Bremselement 307 an der Außenseite des dem Anschlag 239 zugewandten Bodens 310 eine
vorspringende Rippe 330 auf, welche in einen komplementär dazu ausgebildeten Schlitz
332 des Anschlags 239 eingreift (Fig. 17 und 18).
[0081] Die zylindrische Doppelwand 309 umfasst eine äußere Wand 309' und eine dazu radial
beabstandete, konzentrisch angeordnete innere Wand 309", welche durch eine Vielzahl
von in Umfangsrichtung verteilten radialen Stegen 312 mit der äußeren Wand 309' verbunden
ist. In der axialen Richtung gesehen erstrecken sich die Stege 312 über zumindest
annähernd die gesamte axiale Tiefe der Bremseinheit 308.
[0082] An der Innenseite der inneren Wand 309" ist eine Vielzahl von in Umfangsrichtung
verteilten Rippen 314 vorgesehen, die jeweils radial nach innen vorspringen und sich
jeweils in der axialen Richtung erstrecken, und zwar ebenfalls über zumindest annähernd
die gesamte axiale Tiefe der Bremseinheit 308. Jede Rippe 314 weist einen im Wesentlichen
trapezförmigen Querschnitt auf und ist in Umfangsrichtung gesehen zwischen zwei radialen
Stegen 312 angeordnet.
[0083] Bei nicht aufgenommenem Stützgriff 300 definieren die radial inneren Oberflächen
der Rippen 314 einen Innendurchmesser des Bremselements 307, welcher etwas kleiner
ist als der Außendurchmesser des Lagerabschnitts 306. Allerdings ist die Stärke der
inneren Wand 309" so gewählt, dass sie sich zwischen den Stegen 312 elastisch verformen
lässt. So werden die Rippen 314 beim Einführen des Lagerabschnitts 306 in das Bremselement
307 unter Verformung der inneren Wand 309" radial nach außen gedrängt, und die Bremseinheit
308 übt über den gesamten Umfang des Lagerabschnitts 306 verteilt eine radial nach
innen gerichtete Bremskraft auf den darin aufgenommenen Lagerabschnitt 306 aus.
[0084] Für eine Sicherung des Stützgriffs 300 in der Bremseinheit 308 weist jede zweite
der Rippen 314 im Bereich ihres dem Boden 310 abgewandten Endes einen radial nach
innen vorstehenden Sicherungsvorsprung 313 auf, welcher in eine umfangsseitig umlaufende
Positionierungsrille 338 des Stützgriffs 300 eingreift und dadurch eine axiale Verschiebung
des Lagerabschnitts 306 relativ zu der Bremseinheit 308 verhindert.
[0085] Wie Fig. 19 und 20 zeigen, weist jeder Stützgriff 300 einen Einstellexzenter 322
auf, welcher dazu dient, die Rotationsbewegung des Stützgriffes 300 innerhalb der
Höhenverstellbaugruppe 200 zu begrenzen. Der Einstellexzenter 322 steht radial von
dem Lagerabschnitt 306 ab und ist in axialer Richtung gesehen mit dem zugeordneten
Rotationsanschlag 237 ausgerichtet. Dabei ist die Position des Einstellexzenters 322
an dem Lagerabschnitt 306 derart gewählt, dass der Stützabschnitt 302 des Stützgriffs
300 im Wesentlichen horizontal ausgerichtet ist, wenn der Einstellexzenter 322 auf
der Oberseite des Rotationsanschlags 237 aufliegt.
[0086] Der Einstellexzenter 322 weist eine zylindrische Grundform auf, deren Zylinderachse
sich rechtwinklig zu der Längsachse des Lagerabschnitts 306 erstreckt. Die Befestigung
des Einstellexzenters 322 an dem Lagerabschnitt erfolgt mittels einer Schraube 324,
die in eine sich radial in den Lagerabschnitt hineinerstreckende Gewindebohrung eingeschraubt
wird. Um die horizontale Ausrichtung des Stützabschnitts 302 nachträglich innerhalb
gewisser Grenzen justieren zu können, erstreckt sich die Schraube 324 jedoch nicht
zentral durch den Einstellexzenter 322, sondern exzentrisch, so dass eine Verdrehung
des Einstellexzenters 322 um die Schraube 324 herum dafür sorgt, dass Einstellexzenter
322 früher oder später auf dem Rotationsanschlag 237 aufschlägt, wodurch die Verschwenkung
des Stützabschnitts 302 mehr oder weniger stark begrenzt wird.
[0087] Zusammenfassend weist das Wand-WC eine Höhenverstellbaugruppe 200 auf, mittels welcher
der WC-Körper 10 an der Wand W fixiert wird. Über ein Auslöseelement 402, welches
sich an einer Seite 12 des WC-Körpers 10 befindet, kann eine Gasdruckfeder 400 ausgelöst
werden, wodurch der WC-Körper 10 nach oben und/oder nach unten verstellt und damit
die Sitzhöhe angepasst werden kann.
[0088] Es kann beispielsweise möglich sein, den WC-Körper 10 ausgehend von einer Standard-Anbringungshöhe
von 40 cm um bis zu 6 cm weiter nach oben zu verstellen, um damit die Sitzhöhe anzupassen.
Grundsätzlich es aber auch denkbar, dass der WC-Körper 10 ausgehend von einer Starthöhe
nicht nur nach oben sondern auch nach unten verstellt werden kann.
[0089] Zusätzlich kann das Wand-WC 100 zwei Stützgriffe 300 aufweisen, welche verschwenkbar
in der Höhenverstellbaugruppe 200 gelagert sind, sodass sie bei Bedarf hoch oder herunter
geschwenkt werden und somit von einem Benutzer in Position gebracht werden können,
um sich beim Aufstehen und/oder Hinsetzen daran abstützen zu können.
Bezugszeichen
| 10 |
WC-Körper |
248 |
Platte |
| 12 |
WC-Becken |
249 |
planarer Plattenbereich |
| 16 |
Aufnahmeraum |
250 |
Führungsschienen |
| 18 |
Seitenwand |
251 |
Schrauben |
| 20 |
obere Wand |
252 |
Führungsnut |
| 22 |
untere Wand |
253 |
Befestigungsloch |
| 24 |
Zulauföffnung |
254 |
Montageloch |
| 26 |
Ablauföffnung |
256 |
Dämpfungselement |
| 28 |
oberer Wandabschnitt |
300 |
Stützgriffe |
| 30 |
unterer Wandaschnitt |
302 |
Stützabschnitt |
| 32 |
Befestigungsöffnung |
304 |
Übergangsabschnitt |
| 34 |
erste Durchführung |
305 |
Dichtungselement |
| 36 |
zweite Durchführung |
306 |
Lagerabschnitt |
| 38 |
Siphon |
307 |
Bremselement |
| 100 |
Wand-WC |
308 |
Bremseinheit |
| 200 |
Höhenverstellbaugruppe |
309 |
Doppelwand |
| 202 |
Spülwasserleitungsstück |
310 |
Boden |
| 204 |
Abwasserleitungsstück |
311 |
Flächenbereich |
| 206 |
vorderes Montageteil |
312 |
Steg |
| 208 |
hinteres Montageteil |
313 |
Sicherungsvorsprung |
| 210 |
Befestigungsbolzen |
314 |
Rippen |
| 211 |
Mutter |
320 |
Gleitlager |
| 212 |
erste Öffnung |
322 |
Einstellexzenter |
| 214 |
zweite Öffnung |
324 |
Schraube |
| 216 |
vorerer Plattenabschnitt |
330 |
Rippe |
| 218 |
seitlicher Plattenabschnitt |
332 |
Schlitz |
| 220 |
vorderer Endbereich (von 202) |
338 |
Positionierungsrille |
| 222 |
vorderer Endbereich (von 204) |
400 |
Gasdruckfeder |
| 224 |
hinterer Endbereich |
402 |
Auslöseelement |
| 226 |
hinterer Endbereich |
404 |
Befestigungsbolzen |
| 230 |
Ringnut |
406 |
Befestigungsbolzen |
| 232 |
Kragen |
251' |
Befestigungslöcher |
| 236 |
Durchführung |
309' |
äußere Wand |
| 237 |
Rotationsanschlag |
309" |
innere Wand |
| 238 |
Lagerring |
R |
Rückseite |
| 239 |
Endanschlag |
V |
Vorderseite |
| 240 |
Aussparung |
W |
Wand |
| 242 |
Befestigungsloch |
|
|
1. Höhenverstellbares Wand-WC (100) umfassend einen an einer Wand montierbaren WC-Körper
(10) und eine in dem WC-Körper (10) aufgenommene Höhenverstellbaugruppe (200), durch
welche der WC-Körper (10) in vertikaler Richtung relativ zu einer Wand (W) bewegbar
ist, wobei die Höhenverstellbaugruppe (200) ein hinteres Montageteil (208), durch
welches die Höhenverstellbaugruppe (200) an der Wand (W) befestigbar ist, und ein
relativ zu dem hinteren Montageteil (208) bewegbares vorderes Montageteil (206) umfasst,
durch welches die Höhenverstellbaugruppe (200) an dem WC-Körper (10) befestigt ist,
wobei sich ein Spülwasserleitungsstück (202) und ein Abwasserleitungsstück (204) zwischen
dem vorderen und dem hinteren Montageteil (206, 208) erstrecken, wobei ein jeweiliges
hinteres Ende (224, 226) des Spülwasserleitungsstücks (202) und des Abwasserleitungsstücks
(204) an dem hinteren Montageteil (208) fixiert ist und ein jeweiliges vorderes Ende
(220, 222) des Spülwasserleitungsstücks (202) und des Abwasserleitungsstücks (204)
an dem vorderen Montageteil (206) fixiert ist und wobei das Spülwasserleitungsstück
(202) und das Abwasserleitungsstück (204) jeweils flexibel ausgebildet sind.
2. Höhenverstellbares Wand-WC nach Anspruch 1,
wobei das Spülwasserleitungsstück (202) und das Abwasserleitungsstück (204) jeweils
faltenbalgartig ausgebildet sind.
3. Höhenverstellbares Wand-WC nach Anspruch 1 oder 2,
wobei eine Eintrittsöffnung und eine Austrittsöffnung des Spülwasserleitungsstücks
(202) in einem entspannten Zustand des Spülwasserleitungsstücks (202) parallel zueinander
versetzt angeordnet sind; und/oder wobei eine Eintrittsöffnung und eine Austrittsöffnung
des Abwasserleitungsstücks (204) in einem entspannten Zustand des Abwasserleitungsstücks
(204) parallel zueinander versetzt angeordnet sind.
4. Höhenverstellbares Wand-WC nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei das vordere
Montageteil (206) zwischen einer minimalen Höhe und einer maximalen Höhe relativ zu
dem hinteren Montageteil (208) bewegbar ist und das Spülwasserleitungsstück (202)
und das Abwasserleitungsstück (204) jeweils seinen entspannten Zustand einnehmen,
wenn sich das vordere Montageteil (206) in einer mittleren Höhe befindet.
5. Höhenverstellbares Wand-WC nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei eine Gasdruckfeder
(400) zur Bewegung des vorderen Montageteils (206) relativ zu dem hinteren Montageteil
(208) vorgesehen ist.
6. Höhenverstellbares Wand-WC nach Anspruch 5,
wobei ein manuell und/oder elektrisch betätigbares Auslöseelement (402) zur Auslösung
der Gasdruckfeder (400) vorgesehen ist, insbesondere welches an einer Seite der Höhenverstellbaugruppe
(200) angeordnet und durch eine in dem WC-Körper (10) entsprechend ausgebildete Öffnung
(34) von außen zugänglich ist.
7. Höhenverstellbares Wand-WC nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei zwei, insbesondere
hochklappbare, Stützgriffe (300) auf gegenüberliegenden Seiten (18) des WC-Körpers
(10) vorgesehen sind.
8. Höhenverstellbares Wand-WC nach Anspruch 7,
wobei die Stützgriffe (300) jeweils in der Höhenverstellbaugruppe (200) drehbar gelagert
sind.
9. Höhenverstellbares Wand-WC nach Anspruch 8,
wobei jeder Stützgriff (300) mit einer in der Höhenverstellbaugruppe (200) angeordneten
Bremseinheit (308) zusammenwirkt.
10. Höhenverstellbares Wand-WC nach Anspruch 9,
wobei jeder Stützgriff (300) einen horizontal angeordneten Lagerabschnitt (306) mit
kreisförmigem Querschnitt aufweist, welcher von einem feststehenden Bremselement (307)
umgeben ist, das radial wirkende Reibungskräfte auf den Bremsabschnitt ausübt.
11. Höhenverstellbares Wand-WC nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei das hintere
Montageteil (208) durch eine im Wesentlichen rechteckige hintere Platte (248) gebildet
ist und das vordere Montageteil (206) einen zu der hinteren Platte im Wesentlichen
parallelen vorderen Plattenabschnitt (216) umfasst, von dem sich zwei einander gegenüberliegende
seitliche Plattenabschnitte (218) nach hinten zum hinteren Montageteil (208) erstrecken.
12. Höhenverstellbares Wand-WC nach Anspruch 11,
wobei die seitlichen Plattenabschnitte (218) des vorderen Montageteils (206) an dem
hinteren Montageteil (208) verschiebbar geführt sind.
13. Höhenverstellbares Wand-WC nach Anspruch 11 oder 12,
wobei das hintere Montageteil (208) zwei gegenüberliegende vertikalorientierte Führungsschienen
(250) aufweist, welche in zugeordneten Führungsnuten (252) des vorderen Montageteils
(206) verschiebbar geführt sind.
14. Höhenverstellbares Wand-WC nach Anspruch 13,
wobei die Führungsschienen (250) einen eckigen, insbesondere viereckigen, Querschnitt
aufweisen und die Führungsnuten (252) einen runden oder eckigen, insbesondere viereckigen,
Querschnitt aufweisen.
15. Höhenverstellbares Wand-WC nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei die Höhenverstellbaugruppe
(200) vollständig innerhalb des WC-Körpers (10) angeordnet ist.