[0001] Die Erfindung betrifft eine Anordnung zum Heben und zum Transport eines Betonbauteils,
nämlich einer Doppelwand mit zwei in einem Abstand voneinander gegenüberliegenden
Wandteilen. Die Anordnung weist wenigstens eine Transportankereinrichtung auf, welche
in oder an den Wandteilen (gegebenenfalls als Bestandteil der Anordnung) befestigt
sind. Ferner umfasst die Anordnung ein oder mehrere Anschlagmittel zum Eingriff in
die Transportankereinrichtung zwecks Heben und Transport der Doppelwand. Die Erfindung
betrifft außerdem eine zum Einsatz in der genannten Anordnung geeignete Ankereinheit.
Weiter betrifft die Erfindung ein Verfahren zur Herstellung eines zum Transport geeigneten
Betonteils, insbesondere einer Doppelwand mit zwei beabstandeten Wandteilen, mit der
genannten Ankereinheit.
[0002] Bei der Herstellung von Doppelwänden ergibt sich vielfach die Notwendigkeit, den
ersten Wandteil mit gehärtetem Beton im Zusammenhang mit dem Herstellungsprozess des
zweiten Wandteils wenden bzw. umlegen zu müssen. Da der Wandteil relativ dünn ist
und deshalb sein Eigengewicht vielfach nicht tragen kann, bedient man sich, wie an
sich bekannt, maschinell automatisierter Wendestationen, die allerdings sehr teuer
sind.
[0003] Zum Heben und Transport von Doppelwänden sind Transportvorrichtungen, nämlich Transportanker
mit einem einstückigen, zweischenkligen Ankerbügel, bekannt (siehe Internetseite https://www.bgw-bohr.de/pdf/DE_Heben_Transportieren.pdf,
Seite 94, abgerufen am 12.3.2025), von dem beide Schenkel in je einem der gegenüberliegenden
Wandteile einbetoniert werden. Allerdings muss der Abstand der Ankerbügel-Schenkel
voneinander entsprechend der Breite der jeweiligen Doppelwand bzw dem Abstand der
beiden Wandteile dimensioniert werden. Die Doppelwandbreiten variieren jedoch in der
Praxis. Infolgedessen muss ein relativ großer Vorrat an Transportankern mit einstückigen
Ankerbügeln mit entsprechend variierten Schenkelabständen vorgehalten werden, was
eine aufwändige und teure Lagerhaltung verursacht.
[0004] Es ist die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, Nachteile aus dem Stand der Technik
zu vermeiden und ein Transportsystem für Betonfertigteile, insbesondere Beton-Doppelwände,
zu schaffen, welches deren vereinfachte und kostengünstige Herstellung und eine im
Aufwand verminderte Lagerhaltung für Transportmittel ermöglicht.
[0005] Die Aufgabe wird gelöst durch die im Anspruch 1 angegebene Hebe- und Transportanordnung,
durch die im Anspruch 10 angegebene Ankereinheit sowie das im Anspruch 17 angegebene
Verfahren zur Herstellung eines zum Transport geeigneten Betonteils mit der genannten
Ankereinheit. Optionale, vorteilhafte Ausführungsbeispiele und -formen ergeben sich
aus den abhängigen Ansprüchen.
[0006] Demnach wird mit der Erfindung das überkommene Konzept verlassen, mit einem einstückigen
Transportanker-Bügel die beiden gegenüberliegenden Wandteile zu verbinden. Stattdessen
werden zwei voneinander lose, als getrennte Stücke hergestellte Ankereinheiten je
einem der beiden Wandteile zugeordnet bzw. in den jeweiligen Wandteil einbetoniert.
Die beiden in die gegenüberliegenden Wandteile baulich integrierten, insbesondere
vom jeweiligen Wandteil lösbar befestigten Ankereinheiten wirken kombinatorisch zusammen,
indem sie über das oder die flexiblen Anschlagmittel mit variierbaren, sich selbsttätig
anpassende Abstand gekoppelt sind. Sind gemäß einer Erfindungsvariante die Ankereinheiten
im Beton lösbar, beispielsweise mittels Schraubverbindungen, befestigt, können sie
nach Gebrauch vom jeweiligen Wandteil wieder entfernt und für weitere Doppelwände
auch mit verändertem Abstand der gegenüberliegenden Wandteile erneut eingesetzt werden.
So lassen sich einheitlich gestaltete und dimensionierte Ankereinheiten für eine Vielzahl
Doppelwände mit unterschiedlichen Dicken bzw. unterschiedlich dimensionierten Wandteil-Abständen
einsetzen.
[0007] Es liegt aber auch im Rahmen der Erfindung, eine, beide oder mehr Ankereinheiten
im Beton nicht lösbar bzw. unlösbar zu befestigen. Dadurch lässt sich die Herstellung
vereinfachen.
[0008] Ein weiterer Vorteil der Erfindung besteht in der Vermeidung von Wärme- bzw. Kältebrücken
innerhalb der Doppelwand: Dadurch, dass die beidseitig eingesetzten Ankereinheiten
voneinander baulich getrennt und nicht mehr über eine bügelartige Struktur ein gemeinsames
Stück sind, dessen beide, verbundene Schenkel in je einem der Wandteile einbetoniert
sind, kann eine Wärme- bzw. Kälteübertragung (beispielsweise Kältebrücke) von einem
Wandteil der Doppelwand zum anderen durch die Transportankereinrichtung vermieden
werden. Zudem lassen sich die erfindungsgemäß eingesetzten Ankereinheiten komplett
aus der Doppelwand bzw. den beidseitigen Wandteilen ausbauen, wodurch Ursachen für
Kältebrücken vermieden sind.
[0009] Gemäß einem Ausführungsbeispiel der Erfindung ist die jeweilige Ankereinheit mit
einer gewinkelten oder gerundeten Profilleiste, beispielsweise rundliche oder eckige
U-Profilschiene, oder einem Flachstahlstück (zum Beispiel weitgehend eben, ohne ausgeprägtes
Profil) realisiert. Dabei ist die Profilleiste oder das Flachstahlstück mit wenigstens
einer Eingriffseinrichtung oder -Aufnahme zum Eingriff durch das oder die Anschlagmittel
oder durch ein Tragmittel, beispielsweise Kettenhaken, versehen. Mit der Realisierung
als Profilleiste wird der Vorteil einer Stabilisierung gegenüber Krafteinwirkungen
beim Heben erzielt. Ankereinheiten mit ausgeprägten Profilen sind wesentlich stabiler
gegenüber einer Verformung.
[0010] Die nachträgliche Lösbarkeit der Ankereinheit aus dem abgebundenen Beton lässt sich
gemäß einem Ausführungsbeispiel durch das Wandteil und die Ankereinheit durchsetzende
Schraubverbindungen realisieren. Durch die Möglichkeit des Aufdrehens der Schraubverbindung
ist eine Wiederverwendbarkeit der bereits gebrauchten Ankereinheit für weitere Doppelwand-Herstellungen
gegeben. Dem dient auch ein Ausführungsbeispiel der Erfindung, wonach die Ankereinheit
selbst mit an sich bekanntem Schalöl behandelt ist. Dieses ist vor dem Einbetonieren
auf die Ankereinheit aufzutragen. Ein Haften der Ankereinheit am Beton wird damit
verhindert.
[0011] Es liegt im Rahmen der Erfindung, wenn nach einem Ausführungsbeispiel die wenigstens
zwei Ankereinheiten auf den Wandteilen zueinander achsensymmetrisch gegenüberliegen,
d.h., spiegelbildlich zu beiden Seiten einer gedachten Linie. Bei relativ schmalen
Doppelwänden, d.h., bei gegenüberliegenden Wandteilen mit relativ kleinem Abstand
voneinander, ergibt sich die Gefahr einer Kollision bzw. Zusammenstoßens der in gegenüberliegenden
Wandteilen befindlichen Ankereinheiten. Dem wird mit einer beispielhaften Erfindungsausbildung
begegnet, wonach die Ankereinheiten gegenüberliegender Wandteile zueinander versetzt
oder seitlich versetzt gegenüberliegen.
[0012] Im Rahmen der Erfindung liegen Ausführungsbeispiele, bei denen die wenigstens zwei
oder mehr Ankereinheiten auf einander zugewandte oder auf voneinander abgewandte Seiten
der beiden Doppelwand-Wandteile angebracht sind. Mit anderen Worten, die Ankereinheit
können an der zu transportierenden Doppelwand von außen und/oder von innen befestigt
werden. Dadurch lässt sich Flexibilität und Anpassbarkeit gegenüber unterschiedlichen
Randbedingungen auf der Baustelle usw. erhöhen.
[0013] Eine optionale Erfindungsvariante besteht darin, dass wenigstens eine am Wandtnteil
angebrachte Ankereinheit über dieses Wandteil hinaus vorsteht bzw. von diesem vorspringt.
Damit lässt sich Fläche und Raum zur Anbringung oder Ausbildung von Eingriffseinrichtungen
oder -aufnahmen, beispielsweise Lastaufnahmeelement für ein Hebeband oder Eingriffsloch
für einen Kettenhaken, schaffen.
[0014] Gemäß einer beispielhaften Erfindungsausbildung sind das oder die Anschlagmittel
mit einem oder mehreren, biegsamen oder sonst flexiblen Mehr-Strang-Gehängen realisiert.
Aufgrund der Veränderbarkeit des Strangs oder der Stränge in ihrer Form lässt sich
der Abstand der mit dem oder den Anschlagmitteln in Eingriff stehenden Ankereinheiten
an die jeweilige Doppelwandbreite leicht anpassen. In Weiterbildung dieser Erfindungsausbildung
ist das Mehr-Strang-Gehänge mit einer ringartig geschlossenen oder verknoteten Schlinge,
insbesondere Hebebandschlinge oder Endlosschlinge, realisiert, was die Handhabung
vereinfacht.
[0015] Zur Aufnahme von beim Heben der Doppelwand entstehende, nach innen wirkende Kräfte
sind zweckmäßig ein oder mehrere Abstandhalter zwischen den Wandteilen angeordnet.
Vorzugsweise erstrecken sich die Abstandhalter neben der oder den Ankereinheiten bzw.
seitlich des oder der Ankereinheit von einem Wandteil zum gegenüberliegenden Wandteil.
Die Stabilität lässt sich noch dadurch erhöhen, dass die Abstandhalter an beiden gegenüberliegenden
Wandteilen der Doppelwand in den Beton eingegossen sind.
[0016] In den allgemeinen Rahmen der Erfindung fällt auch eine für die obige Hebe- und Transportanordnung
vorgesehene Ankereinheit, die sich durch die Form einer im Querschnitt gewinkelten
oder gerundeten Profilleiste auszeichnet. Es sind in der Profilleiste ein oder mehrere
Befestigungs- oder Schraublöcher ausgebildet, worüber Lastaufnahmeelemente zur Verbindung
mit einem oder mehreren Anschlagmitteln angebracht werden können. Alternativ oder
zusätzlich können ein oder mehrere Eingriffslöcher zum Eingriff durch Kettenhaken
oder dergleichen angebracht sein.
[0017] Eine im Hinblick auf mechanische Stabilität und einfache Herstellbarkeit besonders
vorteilhafte Weiterbildung der Ankereinheit besteht in der Gestaltung mit einer U-artigen
Profilform mit zwei gegenüberliegenden Profilschenkeln und einem die Profilschenkel
verbindenden Bodenteil. Hieraus ergibt sich die Option, das eine oder die mehreren
Lastaufnahmeelemente jeweils an den gegenüberliegenden Seiten der Profilschenkel anzubringen.
[0018] Nach einem Ausführungsbeispiel der Erfindung sind das oder die Lastaufnahmeelemente
mit einer zylindrischen Form gestaltet und vorzugsweise quer zur Längsrichtung der
Ankereinheit verlaufend angeordnet. In weiterer Erfindungsausbildung werden das oder
die Lastaufnahmeelemente drehbar gelagert oder mit einem drehbaren Außenmantel oder
einer drehbaren Hülse gebildet. Dadurch wird das Anbringen der insbesondere Strangform
aufweisenden Anschlagmittel und das Zusammenwirken zwischen Lastaufnahmeelementen
und Anschlagmitteln erleichtert. So kann das beispielhafte Mehr-Strang-Gehänge oder
ein Teil davon sich zu seinem Anbringen oder Entfernen auf dem drehbaren Lastaufnahmebolzen
auf- oder abrollen.
[0019] Gemäß einem Ausführungsbeispiel der Erfindung ist wenigstens eines der Befestigungs-
oder Schraublöcher zur Aufnahme eines Magnetelements vorzugsweise mit konischer Außenform
ausgebildet, oder in mindestens einem der Befestigungs- oder Schraublöcher ist ein
derartiges Magnetelement aufgenommen. Das oder die Magnetelemente erfüllen die Funktion,
in einem etwaigen Betonfertigteilwerk die Ankereinheit auf einer mit flüssigem Beton
zu beaufschlagenden Schalplatte zu fixieren. Bei Fertigstellen einer Doppelwand mit
zwei Wandteilen lassen sich die Magnetelemente aus den Befestigungs- oder Schraublöchern
insbesondere bei konischer Außenform leicht herauslösen. Bei Gestaltung mit einem
Innen- und Außengewinde ist ein Herausschrauben sowie ein Ersatz durch übliche Schrauben
ermöglicht, welche sowohl Betonteil als auch Ankereinheit durchsetzen und hintergreifen
können. Damit lässt sich dann eine Rückverankerung der Ankereinheit im jeweiligen
Wandteil erreichen.
[0020] In den Rahmen der Erfindung fällt auch ein Verfahren zur Herstellung eines zum Transport
geeigneten Betonteils, insbesondere einer Doppelwand mit zwei beabstandeten Wandteilen,
wobei das Betonteil mit der genannten Ankereinheit versehen wird. Es wird ein Aussparungskörper
mit einer der Ankereinheit entsprechenden Grundform bzw. mit der Form einer im Querschnitt
gewinkelten oder gerundeten Profilleiste in einer Schalung platziert. Dieser Aussparungskörper
bildet dabei einen Platzhalter für die später einzusetzende Ankereinheit. Insbesondere
ist der Aussparungskörper, entsprechend der Ankereinheit, mit einer oder mehreren
Befestigungs- oder Schraubaufnahmen für Befestigungs- oder Schraubeinrichtungen, einschließlich
Magnetfixierungseinrichtungen, versehen. Eine oder mehrere solcher Einrichtungen werden
derart in die eine oder mehreren Aufnahmen eingeführt oder eingesetzt, dass die genannten
Magnet- oder Schraubeinrichtungen vom Aussparungskörper vorstehen. Dadurch sind die
Magnet- oder Schraubeinrichtungen nach dem Einbetonieren und Erhärten (Abbinden) des
Betons einer weiteren Handhabung durch Handwerker zugänglich und können insbesondere
vom Betonteil gelöst werden. So lässt sich dann der Aussparungskörper/Platzhalter
aus der (vorher von ihm gebildeten) Aussparung im Betonteil herausnehmen, und stattdessen
die genannte Ankereinheit einsetzen und über die eine oder mehreren Befestigung- oder
Schraubaufnahmen, die gegebenenfalls im erstarrten Betonteil verblieben sind, fixieren.
[0021] Also wird auf der Basis der Erfindung in einem Betonwerk beim Betonieren von Wandschalen
einer Doppelwand in einer Wandschale (Wandteil) mindestens ein Aussparungskörper als
Platzhalter für eine Ankereinheit mit einbetoniert. Nach dem Erhärten des Betons kann
der Aussparungskörper wieder aus der Wandschale oder einem sonstigen Betonteil über
die genannten Befestigungs- oder Schraubeinrichtungen gelöst bzw. entnommen werden.
Zum Transportieren oder Montieren der Doppelwand lässt sich dann an den Anschlagpunkten,
die beim Betonieren mit dem Aussparungskörper und den dort ausgebildeten Befestigungs-
oder Schraubeinrichtungen entstanden sind, die erfindungsgemäße Ankereinheit zum Abheben
und Transportieren des Wandteils oder der Doppelwand anbringen.
[0022] Das erfindungsgemäße Betonteil-Transportankersystem kann alle Wandstärken, Betonschalenstärken
und Laststufen abdecken. Die Notwendigkeit der kostspieligen Vorhaltung von Lagerflächen
für viele unterschiedlich dimensionierte Doppelwand-Transportanker entfällt. Die wesentlichen
Systembauteile sind aus den Betonteilen entfernbar und wiederverwendbar. Sie können
als Normteile auf Vorrat gehalten werden. Die Komponenten des erfindungsgemäßen Transportankersystems
können schon mit dem Transport der Betonbauteile von einem Transportunternehmen mit
auf die Baustelle gebracht und am Bauteil angebracht werden. Nach der Montage können
sie wieder von dem Bauteil zur weiteren Nutzung an einem nächsten Bauteil entnommen
werden.
[0023] Weitere Einzelheiten, Merkmale, Merkmals(unter)kombinationen, Vorteile und Wirkungen
auf Basis der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung beispielhafter
Ausführungsformen der Erfindung sowie aus den Zeichnungen. Diese zeigen jeweils in
perspektivischer Darstellung in:
- Fig. 1
- eine Seitenansicht einer Hebe- und Transportanordnung;
- Fig. 2
- eine Seitenansicht der Hebe- und Transportanordnung aus Figur 1 in auf einer Holzpalette
abgesetzter Stellung;
- Fig. 3
- eine Vorderansicht auf ein Wandteil oder eine Doppelwandhälfte mit Ankereinheit und
beidseitigen Abstandhaltern;
- Fig. 4
- eine Vorderansicht von schräg oben auf eine abgesetzte Doppelwand mit Ankereinheit-Rückverankerung;
- Fig. 4a
- eine perspektivische Ansicht von schräg oben auf eine um weitere Ankereinheiten erweiterte
Hebe- und Transportanordnung;
- Fig. 5
- eine Rückseitenansicht einer Ankereinheit;
- Fig. 6
- eine Längsseitenansicht einer über Magnetelemente auf einem magnetisierbaren Schalungsboden
abgestellten Ankereinheit;
- Fig. 7
- zwei unterschiedliche Ausführungsformen von Ankereinheiten jeweils in Längsseitenansicht;
- Fig. 8
- in vergrößerter Darstellung einen Teil einer Ankereinheit mit Schraubeinrichtung;
- Fig. 9
- eine Ansicht auf eine Betonteil mit einer Aussparung entsprechend einer Ankereinheit;
- Fig. 10
- eine in einem Schalungsrahmen platzierte Ankereinheit mit darin eingefädelten Anschlagmitteln;
[0024] Die gleichen Elemente sind mit denselben Bezugszeichen versehen.
[0025] Gemäß Fig. 1 umfasst die dargestellte, bereits angehobene Hebe- und Transportanordnung
100 zwei gegenüberliegende Wandteile 101a, 101b aus Beton, welche der Bildung einer
an sich bekannten Doppelwand dienen.
In jeder der gegenüberliegenden Seiten der Wandteile 101a, 101b ist eine längliche Ankereinheit
110a, 110b derart einbetoniert, dass die Längsrichtungen der Ankereinheiten110a, 110b
im frei hängenden Zustand der Anordnung aufgrund der Schwerkraft etwa vertikal verlaufen,
und dass die Ankereinheiten 110a, 110b nur teilweise in die Betonmasse eingebettet
sind und somit von der Betonoberfläche vorstehen. Dadurch wird einem Beaufschlagen
des nach außen offenen Innenraums der Ankereinheiten mit Beton entgegengewirkt.
[0026] Die Anordnung 100 ist mittels Anschlagmittel 120, realisiert mittels einer ringartig
geschlossenen Hebebandschlinge 121, vom Boden beanstandet angehoben. Die Hebebandschlinge
121 ist zu einem Mehrstranggehänge zusammengelegt, von dem je zwei Stränge in den
Innenraum der jeweiligen Ankereinheit 110a, 110b geführt sind und dort einen jeweiligen,
drehbaren Lastaufnahme-Querbolzen 111 umgreifen. Nicht sichtbar in Fig. 1 ist ein
Kettenhaken, in welchen mit je zwei Strängen gebildete, geschlossene Endschlingen
122 (siehe Figur 2) eingehängt sind.
[0027] Zur Aufnahme von in den Zwischenraum zwischen den beiden Wandteilen 101a, 101b drückenden
Kraftkomponenten können seitlich neben den beidseitigen Ankereinheiten 110a, 110b
ein oder mehrere Abstandhalter 130 angeordnet sein, welche die beiden Wandteile 101a,
101b auseinanderhalten. Beim dargestellten Ausführungsbeispiel sind die Abstandhalter
130 mit U-artig gebogenen Ankerbügeln gebildet, bei denen jeweils der die U-Schenkel
verbindende Mittelteil vollständig im Beton eingebettet ist. Dagegen stoßen von außen
an die Innenseite des jeweiligen Wandteils 101a, 101b die Enden 131 des U-Schenkels.
Die Schenkelenden 131 sind zur weiteren Stabilisierung durch Querstreben 132 miteinander
verbunden.
[0028] Gemäß Fig. 3 ist die einbetonierte Ankereinheit bzw. Ankerschiene 110a mit einem
U-artigen Profil mit beidseitigen, sich parallel in Längsrichtung erstreckenden Ankerschenkeln
112 gestaltet, welche durch einen Mittelteil 113 verbunden sind. An den Innenseiten
der Ankerschenkel 112, vorzugsweise im Bereich des Ankerschienenendes, sind die Lastaufnahme-Querbolzen
111 angebracht. Sie können beispielsweise an den gegenüberliegenden Innenseiten der
Ankerschenkel 112 drehbar gelagert oder starr fixiert sein. Im letzteren Fall ist
es zweckmäßig, die fixierte, feststehende Achse des Querbolzens 111 mit einer drehbaren
Hülse zu umgeben, damit gegebenenfalls die Hebebandschlinge 113 darauf abrollen kann.
Die Ankereinheit bzw. Ankerschiene 110a ist am Wandteil 101a mittels einer oder mehrerer
Schraubbefestigungen 114 fixiert, welche vorzugsweise das Wandteil 101a zur Rückverankerung
durchsetzen und hintergreifen.
[0029] Die Rückverankerungen der Ankerschiene 110a und auch des Abstandhalters 130 sind
in Figur 4 erkennbar in Form von Innensechskantschrauben 115, welche mittels eines
Innensechskantschlüssels 116 fixiert oder gelöst werden können.
[0030] Gemäß Fig. 4a können Ankereinheiten bzw. Ankerschienen 110a, 110b nicht nur im Inneren
der Doppelwand, sondern auch von außen, das heißt an den Außenseiten der Wandteile
101a, 101b bzw. der Doppelwand angebracht sein. Die an den Außenseiten der Doppelwand
angebrachten Ankereinheiten können sie stehen den innen angebrachten Ankereinheiten
gleichartig ausgeführt sein. Ferner ist in Fig. 4a bei den außen angebrachten Ankereinheiten
ein Überstand erkennbar, der einen von der Oberseite des jeweiligen Wandteils 101a,
101b ausgehenden Vorsprung V bildet. Im dargestellten Beispiel sind an den gegenüberliegenden
Ankerschenkeln 112 Lastaufnahme-Querbolzen 111 angebracht, etwa gleichartig wie bei
den in Fig. 1-4 dargestellten Ankerschienen. Die oberen Querbolzen sind durch das
Hebeband 121 verdeckt, welches gleichartig wie in Figuren 1-4 geschlungen ist. Alternativ
oder zusätzlich zu den Querbolzen kann (nicht dargestellt) ein Eingriffsloch vorzugsweise
im Bereich des Vorsprungs V den Mittelteil der Ankerschiene durchsetzend für den Eingriff
durch einen Kettenhaken ausgebildet sein.
[0031] Gemäß Figur 5 ist zur Fixierung und Rückverankerung im Wandtei vorzugsweise die Ankerschiene
110a mit einer oder mehreren Befestigungs- oder Schraubaufnahmen in Form von Löchern
117 versehen und teilweise auf einem metallischen bzw. magnetisierbaren Boden einer
Schalung 140 mit Umrahmung 141 abgelegt.
[0032] Gemäß Figur 6 sind in einem oder mehreren Befestigungslöchern, die im Mittelteil
der U-artigen Ankerschiene 110a ausgebildet sind, ein oder mehrere Magnetelemente
150 mit zylindrisch-konischem Außenmantel oder sonstiger konischer Außenform aufgenommen,
welcher bzw. welche das spätere Herauslösen des Magnetelements aus dem Beton erleichtert.
Über die Magnetelemente 150, gleichsam als Magnetfüße, ist die Ankerschiene 110a auf
der Schalung 140 abgesetzt und fixiert.
[0033] In Figur 7 ist dargestellt, dass die konischen Magnetelemente 150 gegebenenfalls
für den Transport eines Betonteils durch zylindrische Schraubelemente, beispielsweise
die im Zusammenhang mit Fig. 4 angesprochenen Innensechskantschrauben 115 oder durch
Rückverankerungsschrauben 118 ersetzt sein können.
[0034] Gemäß Figur 8 zeichnet sich die Rückverankerungsschraube 118 unter anderem durch
eine Rückhaltescheibe 119 aus, welche zwischen einem Schraubenkopf 118a und einem
Schraubenschaft 118b angeordnet ist. Die Rückhaltescheibe 119 dient im Sinne der oben
angesprochenen Rückverankerung dazu, das zu transportierende Betonteil zu hintergreifen
und an die Ankerschiene an das Betonteil zu halten.
[0035] In Figur 9 ist ist eine Aussparung 102 dargestellt, wie sie etwa im Betonteil bzw.
Wandteil 101a verbleiben würde, wenn man die in Figur 3 gezeigte Ankerschiene 110a
vom Wandteil 101a lösen bzw. entfernen würde. Die sich innerhalb der Aussparung 102
befindlichen Betonlöcher 103 entsprechen in ihrer Anordnung und Form etwa den in Figur
3 gezeigten Schraubbefestigungen 114 oder den in Figur 5 gezeigten Befestigungs- oder
Schraublöchern 117. Darüber hinaus befinden sich in den Betonlöchern 103, wie aus
Figur 9 erkennbar, Hülsen 104 beispielsweise aus Metall, welche beim Verschalungsprozess
das Außengewinde einer etwaigen, im Betonloch 103 aufgenommenen Schraube vor Verschmutzung
mit flüssigem Beton schützen können. Optional kann die Hülse 104 mit einem zum Außengewinde
komplementären Innengewinde versehen sein.
[0036] In Figur 10 ist ein Handhabungsbeispiel für die geschlossene Hebebandschlinge 121
als Anschlagmittel 120 in Kombination mit einer Ankerschiene 110a gezeigt: Die Ankerschiene
110a ist auf dem Boden einer Schalung beispielsweise über Magnetelemente 150 fixiert.
Eine Hebebandsschlinge 121, die vorher in ein Zweistrang-Gehänge 124 mit zwei resultierenden
Endschlingen 122 gelegt bzw. angeordnet wurde, ist mit einem mittleren Abschnitt zwischen
die Ankerschenkel 112 auf die Innenseite des Mittelteils 113 flach abgelegt, durch
den jeweiligen Spalt zwischen Lastaufnahme-Querbolzen 111 und Mittelteil 113 geführt
und von dort im gezeigten Beispiel manuell anhand der Endschlingen 122 nach oben gehoben.
Dieser Ablauf lässt sich selbstverständlich auch maschinell bzw. automatisiert durchführen.
Die beiden Endschlingen 122 lassen sich z.B. in einen (nicht dargestellten) Kettenhaken
gemeinsam einhängen. Mit dem Kettenhaken lässt sich die gezeigte Anordnung mit Ankerschiene
110a und gegebenenfalls mit vorher in der Schalung 140 gebildetem Wandteil, worin
die Ankerschiene dann einbetoniert ist, abheben und weiter transportieren. Mit der
Ankerschiene kann auch der in Figur 10 gezeigte Abstandhalter 150 einbetoniert werden.
[0037] Vorsorglich wird hiermit selbstständiger Schutz auf die in Figur 10 gezeigte Hebe-
und Transportanordnung mit nur einer einzigen Ankerschiene reserviert bzw. vorbehalten.
Bezugszeichenliste
[0038]
- 100
- Hebe- und Transportanordnung
- 101a, 101b
- Wandteil
- 102
- Aussparung
- 103
- Betonloch
- 104
- Hülse
- 110
- Ankereinheit bzw. Rohrstück
- 110a, 110b
- Ankereinheit bzw. Ankerschiene
- 111
- Lastaufnahme-Querbolzen
- 112
- Ankerschenkel
- 113
- Mittelteil
- 114
- Schraubbefestigung
- 115
- Innensechskantschrauben
- 116
- Innensechskantschlüssel
- 117
- Befestigungs- oder Schraublöcher
- 118
- Rückverankerungsschraube
- 118a
- Schraubenkopf
- 118b
- Schraubenschaft
- 119
- Rückhaltescheibe
- V
- Vorsprung
- 120
- Anschlagmittel
- 121
- Hebebandschlinge
- 122
- Endschlinge
- 123
- manuelle Kranbedienung
- 124
- Zwei-Stranggehänge
- 125
- Kettenhaken
- 130
- Abstandhalter
- 131
- Schenkelenden
- 132
- Stabilisierungs-Querstrebe
- 140
- Schalung
- 141
- Schalungsumrahmung
- 150
- Magnetelement
- 160
- Rohrstück
- 161
- Queröffnung
1. Hebe- und Transportanordnung (100) mit einem Betonbauteil, nämlich einer Doppelwand
mit zwei mit Abstand gegenüberliegenden Wandteilen (101a, 101b), mit wenigstens einer
in oder an den Wandteilen befestigten oder verankerten Transportankereinrichtung und
mit einem oder mehreren Anschlagmitteln (120) zum Eingriff in die Transportankereinrichtung,
dadurch gekennzeichnet, dass die Transportankereinrichtung wenigstens zwei voneinander separate, einzelne oder
gesonderte Ankereinheiten (110; 110a, 110b) umfasst, die in je einem der Wandteile
(101a, 101b) lösbar oder unlösbar befestigt und über das oder die Anschlagmittel (120)
miteinander verbunden sind.
2. Anordnung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
die jeweilige Ankereinheit (110; 110a, 110b) mit einer gewinkelten oder gerundeten
Profilleiste oder flächigen Scheibe oder einem Flachstück, vorzugsweise Flachstahlstück
oder Flachmetallstück, realisiert ist, welche bzw. welches jeweils wenigstens eine
Eingriffseinrichtung oder -aufnahme für das oder die Anschlagmittel (120) oder für
ein Tragmittel, beispielsweise Kettenhaken (125), aufweisen.
3. Anordnung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
zur lösbaren Befestigung oder einer lösbaren Rückverankerung der Ankereinheit (110;
110a, 110b) im Wandteil eine oder mehrere Schraubverbindungen (114,115) ausgebildet
sind, welche das Wandteil (101a, 101b) und die daran angebrachte Ankereinheit (110;
110a, 110b) durchsetzen.
4. Anordnung nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die wenigstens zwei Ankereinheiten (110; 110a, 110b) auf den Wandteilen (101a, 101b)
zueinander achsensymmetrisch gegenüberliegend oder zueinander seitlich versetzt, insbesondere.
punktsymmetrisch, gegenüberliegend befestigt sind.
5. Anordnung nach nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die wenigstens zwei oder mehr Ankereinheiten (110a, 110b) aufeinander zugewandte und/oder
voneinander abgewandte Seiten der beiden Doppelwand-Wandteile (101a, 101b) angebracht
sind.
6. Anordnung nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
wenigstens eine am Wandteil (101a, 101b) angebrachte Ankereinheit (110a, 101b) von
dem jeweiligen Wandteil (101a, 101b) mit einem einen Vorsprung (V) bildenden Überstand
vorsteht oder vorspringt.
7. Anordnung nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Anschlagmittel (120) ein Mehr-Strang-Gehänge (194) umfassen, von dem mindestens
je zwei Stränge in Eingriff mit einer der wenigstens zwei Ankereinheiten (110; 110a,
110b) auf gegenüberliegenden Wandteilen (101a, 101b) stehen.
8. Anordnung nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Mehr-Strang-Gehänge (124) mit einer ringartig geschlossenen oder verknoteten Schlinge,
insbesondere Hebebandschlinge (121) oder Endlosschlinge, realisiert ist.
9. Anordnung nach einem der vorangehenden Ansprüche,
gekennzeichnet durch
einen oder mehrere Abstandhalter (130), welche sich neben der oder den Ankereinheiten
(110; 110a, 110b) von einem Wandteil (101a) zum gegenüberliegenden Wandteil (101b)
erstrecken.
10. Ankereinheit für eine Anordnung nach einem der vorangehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch
die Form einer im Querschnitt gewinkelten oder gerundeten Profilleiste, welche mit
einer oder mehreren Befestigungs- oder Schraubaufnahmen (117) und mit darüber angebrachte
Lastaufnahmeelementen (111) oder mit wenigstens einem Eingriffsloch jeweils zur Verbindung
mit einem oder mehreren Anschlagmitteln (120) versehen sind.
11. Ankereinheit nach Anspruch 10,
gekennzeichnet durch
eine U-artige Profilform mit zwei gegenüberliegenden Profilschenkeln (112) und einem
die Profilschenkel verbindenden Boden- oder Mittelteil (113).
12. Ankereinheit nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet, dass
das eine oder die mehreren Lastaufnahmeelemente (111) jeweils an gegenüberliegenden
Seiten der Profilschenkel (112) angebracht sind.
13. Ankereinheit nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
das oder die Lastaufnahmeelemente (111) eine zylinderartige Form aufweisen und vorzugsweise
quer zur Längsrichtung der Ankereinheit (110; 110a, 110b) verlaufend angeordnet sind.
14. Ankereinheit nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
das oder die Lastaufnahmeelemente (111) drehbar gelagert oder mit einem drehbaren
Außenmantel oder einer drehbaren Hülse ausgebildet sind.
15. Ankereinheit nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
wenigstens eine der Befestigungs- oder Schraubaufnahmen (117) zur Aufnahme eines Magnetelements
(150) vorzugsweise mit konischer Außenform ausgebildet ist, oder dass in mindestens
einem der Befestigungs- oder Schraubaufnahmen (117) ein derartiges Magnetelement aufgenommen
ist.
16. Ankereinheit nach einem der vorangehenden Ansprüche,
gekennzeichnet durch
eine Behandlung mit Schalöl.
17. Verfahren zur Herstellung eines zum Transport geeigneten Betonteils, insbesondere
einer Doppelwand mit zwei beabstandeten Wandteilen (101a, 101b), mit einer Ankereinheit
(110; 110a, 110b) nach einem der vorangehenden Ansprüche,
gekennzeichnet durch folgende Schritte:
- Platzieren eines Aussparungskörpers in Form einer im Querschnitt gewinkelten oder
gerundeten Profilleiste als Platzhalter für die Ankereinheit (110; 110a, 110b) in
einer Schalung, wobei der Aussparungskörper mit einem oder mehreren Befestigungs-
oder Schraubaufnahmen (117) versehen ist;
- Einführen von einem oder mehreren Magnetelementen (150) oder Schraubeinrichtungen
(114) in das eine oder die mehreren Befestigungs- oder Schraubaufnahmen (117) derart,
dass die Magnet- oder Schraubeinrichtungen (150,114) vom Aussparungskörper vorstehen;
- Einbetonieren des Aussparungskörpers sowie der von diesem vorstehenden Magnet- oder
Schraubeinrichtungen (150,114) in das herzustellende Betonteil (101a, 101b);
- Erstarren des Betonteils;
- Entfernen von zumindest einem Teil der Magnet- oder Schraubeinrichtungen (150,114)
aus den Befestigungs- oder Schraubaufnahmen (117);
- Entnehmen des Aussparungskörpers aus der Aussparung (102) im Betonteil;
- Einsetzen der Ankereinheit (110; 110a, 110b) in die eine oder mehreren, vom jeweiligen
Aussparungskörper gebildeten Aussparungen (102);
- Fixieren der Ankereinheit (110; 110a, 110b) am erstarrten Betonteil (101a, 101b)
über die eine oder die mehreren Befestigungs- oder Schraubaufnahmen (117).