[0001] Die Erfindung betrifft einen mechatronischen Schließzylinder gemäß dem Oberbegriff
des Anspruchs 1 und ein Verfahren zu dessen Herstellung.
[0002] Mechatronische Schließzylinder und/oder Schloss-Schlüssel-Systeme zeichnen sich durch
einen mechanischen Schlüsselkanal aus, die Zutrittsberechtigung erfolgt aber mittels
einer elektronischen Berechtigungsprüfung. Hierzu ist zumeist vorgesehen, dass ein
entsprechender Schlüssel in einen Schlüsselkanal des mechatronischen Schließzylinders
eingeschoben wird und nach vollständigem Einschieben des Schlüssels eine elektronische
Berechtigungsprüfung stattfindet. Hierbei kommuniziert ein Chip, insbesondere ein
ASIC-Chip (= application-specific integrated circuit), des Schlüssels mit der Elektronik
des mechatronischen Schließzylinders. Jedem Schlüssel wird dabei eine eindeutige elektronische
Kennung zugeteilt, die den Benutzer des Schlüssels zum Zutritt eines bestimmten Gebäudes
oder eines Gebäudeteils berechtigt, welches oder welcher mittels eines mechatronischen
Schließzylinders vor unbefugtem Zutritt geschützt ist. Ist die elektronische Kennung
des jeweiligen Schlüssels für den mechatronischen Schließzylinders autorisiert, so
wird mittels eines im mechatronischen Schließzylinder befindlichen Elektromotors die
Verriegelung geöffnet. Nachteilig an derartigen mechatronischen Schließzylindern ist
jedoch, dass ein Angreifer mit einem harten Werkzeug in den Schlüsselkanal des mechatronischen
Schließzylinders eindringen kann und die zwischen den Verbindungselementen und dem
Elektromotor angeordnete Sperrleiste mit einer Überlast mechanisch zerstören kann
und die Verriegelung betätigen und sich somit Zugang verschaffen kann.
[0003] Aus der
DE 10 2021 114 243 A1 ist ein Schließzylinder bekannt, wobei der Schließzylinder eine Schließzylinderelektronik
aufweist. Der Schließzylinder ist als sogenannter E-Zylinder ausgebildet, d.h. er
weist ein schaltbares Sperrglied auf, welches freigeschaltet werden muss, um eine
Drehung des Schließzylinders zu ermöglichen. Dafür wird von einer Schlüsselelektronik
eines Schlüssels ein codiertes Öffnungssignal generiert und an die Schließzylinderelektronik
übertragen.
[0004] Es ist daher die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, einen mechatronischen Schließzylinder
anzugeben, der bei einer Überlast durch eine auf den Schlüsselkanal ausgeübte Kraft
dafür sorgt, dass die Verriegelung nicht betätigt werden kann und die Tür weiterhin
verschlossen bleibt.
[0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch einen mechatronischen Schließzylinder mit
den Merkmalen des Anspruchs 1, sowie durch ein Verfahren gemäß Anspruch 11 gelöst.
[0006] Erfindungsgemäß ist ein mechatronischer Schließzylinder vorgesehen, wobei der mechatronische
Schließzylinder ein Zylindergehäuse und einen Zylinderkern und einen Kupplungsbetätiger
und einen Kupplungsdeckel aufweist, wobei der Zylinderkern drehbar im Zylindergehäuse
angeordnet ist und der Zylinderkern eine Schlüsselseite und eine Verriegelungsseite
aufweist, wobei auf der Schlüsselseite ein Schlüsselkanal angeordnet ist und auf der
Verriegelungsseite und/oder Schlüsselseite eine Empfänger-Elektronik zur Freigabe
einer Verriegelung angeordnet ist, insbesondere wobei in den Schlüsselkanal ein Schlüssel
einschiebbar ist, der mit dem Kupplungsbetätiger zusammenwirkt, und bei vollständig
in den Schlüsselkanal eingeschobenem Schlüssel der Kupplungsbetätiger den Schlüssel
mit der Verriegelung verbindet, und der Schlüssel eine elektronische Codierung aufweist,
die mit der Empfänger-Elektronik zusammenwirkt und die Verriegelung freigibt.
[0007] Wesentlich bei dem erfindungsgemäßen mechatronischen Schließzylinder ist, dass der
Zylinderkern eine Sollbruchstelle in Form einer Verjüngung zwischen der Schlüsselseite
und der Verriegelungsseite aufweist.
[0008] Unter "zusammenwirkt" bzw. "zusammenwirken" ist dabei bevorzugt zu verstehen, dass
sich der Schlüssel zunächst mechanisch mit der ersten Schlüsseldrehung über die Abzugsscheibe
mit dem Kupplungsbetätiger verbindet.
[0009] Unter Überlast ist insbesondere eine durch einen Manipulationsversuch hervorgerufene
Kraft oder ein durch einen Manipulationsversuch hervorgerufenes Moment zu verstehen,
welche bzw. welches bevorzugt nicht durch den für mechatronische Schließzylinder vorgesehenen
Schlüssel, sondern mit einem Werkzeug, insbesondere einem gehärteten und/oder stabilen
Werkzeug, hervorgerufen wird. Bevorzugt ist unter Überlast jede Kraft oder jedes Moment
zu verstehen, die oder das größer ist als ein durch den für den mechatronischen Schließzylinder
vorgesehenen Schlüssel verursachte Kraft oder verursachtes Moment bei Betätigung des
Schlüssels.
[0010] Bevorzugt hat sich gezeigt, dass bei der vorliegenden Erfindung durch die Sollbruchstelle
des Zylinderkerns der Zylinderkern zwischen der Schlüsselseite und der Verriegelungsseite
durch eine bei einem Manipulationsversuch ausgeübte Überlast bricht, sodass der Zylinderkern
von der Verriegelung entkoppelt wird. Der Teil des Zylinderkerns auf der Schlüsselseite
dreht dann lose in der Kernbohrung des Zylindergehäuses, sodass die Verriegelung nicht
betätigt werden kann. Alternativ kann auch das Werkzeug, beispielsweise ein Schraubendreher,
lose im Schlüsselkanal drehen, sodass die Verriegelung ebenfalls nicht betätigbar
ist. Ferner wird die Verriegelung auch vor einer Beschädigung geschützt. Dies hat
ferner den Vorteil, dass das Schloss auf der gegenüberliegenden Seite weiterhin betätigt
werden kann und die Verriegelung entsprechend schließt oder öffnet.
[0011] Die Verriegelung ist bevorzugt mit der Verriegelungsseite des mechatronischen Schließzylinders
mechanisch verbunden.
[0012] Bevorzugterweise ist es vorgesehen, dass die Verjüngung des Zylinderkerns eine Nut
oder einen Konus oder einen Radius oder eine Mischform der vorgenannten umfasst. Es
sind also verschiedene geometrische Formen der Sollbruchstelle des Zylinderkerns bzw.
der Verjüngung möglich. Die Form und/oder Größe der Verjüngung ist bevorzugt an die
weiteren im mechatronischen Schließzylinder verbauten Komponenten, wie beispielsweise
Kupplungsbetätiger oder Kupplungsdeckel angepasst.
[0013] Bevorzugt weist die Verjüngung des Zylinderkerns eine Tiefe von 1 mm bis 5 mm, insbesondere
von 1,5 mm bis 4,5 mm auf.
[0014] Es kann auch vorgesehen sein, dass sich die Sollbruchstelle des Zylinderkerns um
den Umfang des Zylinderkerns in radialer Richtung vollständig oder zumindest teilweise
erstreckt. Um einen sicheren Bruch des Zylinderkerns zu ermöglichen, ist insbesondere
vorgesehen, dass sich die Sollbruchstelle bzw. die Verjüngung des Zylinderkerns um
mindestens 50%, insbesondere mindestens 75%, des Umfangs des Zylinderkerns in radialer
Richtung erstreckt.
[0015] Ferner kann es möglich sein, dass der Kupplungsbetätiger und/oder der Kupplungsdeckel
eine Sollbruchstelle in Form einer Verjüngung aufweist. Beispielsweise ist es möglich,
dass nur der Kupplungsbetätiger oder nur der Kupplungsdeckel oder der Kupplungsbetätiger
und der Kupplungsdeckel eine Sollbruchstelle aufweist. Da der Kupplungsbetätiger und
der Kupplungsdeckel in entsprechenden Nuten bzw. Aussparungen des Zylinderkerns angeordnet
sind, ist es bevorzugt zweckmäßig, wenn bei Ausübung einer Überlast auch der Kupplungsdeckel
und/oder der Kupplungsbetätiger an der Sollbruchstelle brechen. Bezüglich der Ausgestaltung
der Verjüngung am Kupplungsbetätiger und/oder Kupplungsdeckel gelten dieselben Ausführungen
wie für die Sollbruchstelle des Zylinderkerns. D.h. die Verjüngung bzw. Sollbruchstelle
des Kupplungsbetätigers und/oder des Kupplungsdeckels umfasst bevorzugt eine Nut oder
einen Konus oder einen Radius oder eine Mischform der vorgenannten.
[0016] Bevorzugt ist vorgesehen, dass die Verjüngung bzw. Sollbruchstelle des Kupplungsdeckels
und/oder Kupplungsbetätigers vollständig um den Umfang oder zumindest auf einer Oberfläche
oder auf zwei sich gegenüberliegenden Flächen angeordnet ist.
[0017] Bevorzugt ist vorgesehen, dass die Verjüngung des Zylinderkerns und die Verjüngung
des Kupplungsbetätigers und die Verjüngung des Kupplungsdeckels im Wesentlichen in
derselben Ebene angeordnet ist. Dadurch wird gewährleistet, dass sowohl der Zylinderkern
als auch der Kupplungsbetätiger und/oder Kupplungsdeckel in etwa derselben Ebene des
Zylinderkerns brechen.
[0018] Insbesondere ist es möglich, dass die Sollbruchstelle des Zylinderkerns bei einem
Drehmoment in einem Bereich von 7 Nm bis 29 Nm, insbesondere von 12 Nm bis 26 Nm,
zu einem Sollbruch führt. Es ist ferner auch möglich, dass die Sollbruchstelle des
Kupplungsbetätigers und/oder Kupplungsdeckels bei einem Drehmoment in einem Bereich
von 7 Nm bis 29 Nm, insbesondere von 12 Nm bis 26 Nm, zu einem Sollbruch führt. Dies
sorgt dafür, dass der mechatronische Schließzylinder normale Schlüsselkräfte aushält,
aber bei Manipulation durch Verwendung eines Werkzeugs und der dadurch hervorgerufenen
Überlast der Zylinderkern, insbesondere zusammen mit dem Kupplungsbetätiger und/oder
dem Kupplungsdeckel, an der Sollbruchstelle bricht bzw. durchtrennt wird und somit
die nachgeschaltete Verriegelung vor einer Beschädigung geschützt wird und zudem nicht
betätigt werden kann. Insbesondere ist vorgesehen, dass die Sollbruchstellen des Zylinderkerns
und des Kupplungsbetätigers und des Kupplungsdeckels bei demselben Drehmoment zu einem
Sollbruch führen.
[0019] Insbesondere ist vorgesehen, dass der Sollbruch die Schlüsselseite von der Verriegelungsseite
entkoppelt und somit die Verriegelung nicht betätigbar ist und/oder die Verriegelung
vor Beschädigung bei einer Überlast schützt.
[0020] Es kann ferner auch möglich sein, dass der Zylinderkern mehrteilig ausgestaltet ist,
wobei die Schlüsselseite und die Verriegelungsseite jeweils als einzelne Komponenten
gefertigt sind und diese mittels zumindest eines Verbindungselements zu einem Zylinderkern
verbindbar sind oder verbunden sind. Bevorzugt kann vorgesehen, dass das zumindest
eine Verbindungselement eine Sollbruchstelle in Form einer Verjüngung aufweist. Alternativ
oder ergänzend kann auch vorgesehen sein, dass die Sollbruchstelle auf der Schlüsselseite
und/oder Verriegelungsseite in Form einer Verjüngung vorgesehen ist.
[0021] Die Erfindung kann auch ein Schloss-Schlüssel-System umfassen, aufweisend einen Schließzylinder
gemäß einer der hierin beschriebenen Ausgestaltungen und einen Schlüssel. Insbesondere
ist vorgesehen, dass der Schlüssel in den Schlüsselkanal des Zylinderkerns des mechatronischen
Schließzylinders einschiebbar ist, und der Schlüssel mit dem Kupplungsbetätiger zusammenwirkt,
und bei vollständig in den Schlüsselkanal eingeschobenem Schlüssel der Kupplungsbetätiger
den Schlüssel mit der Verriegelung verbindet, und der Schlüssel eine elektronische
Codierung aufweist, die mit der Empfänger-Elektronik zusammenwirkt und die Verriegelung
freigibt.
[0022] Ferner kann die Erfindung auch ein Verfahren zur Herstellung eines Schließzylinders
gemäß einem der hierin beschriebenen Ausgestaltungen umfassen. Insbesondere ist vorgesehen,
dass die Sollbruchstelle des Zylinderkerns mittels spanender Fertigung, insbesondere
Drehen oder Fräsen, und/oder mittels spanloser Fertigung, insbesondere Gießen, Stanzen,
3D-Drucken oder Erodieren, erzeugt wird. Sofern der Zylinderkern mehrteilig ausgeführt
ist, können die Schlüsselseite des Zylinderkerns und die Verriegelungsseite des Zylinderkerns
auch mittels Verbindungselementen verbunden werden.
[0023] Es kann auch möglich sein, dass die Sollbruchstelle des Kupplungsbetätigers und/oder
die Sollbruchstelle des Kupplungsdeckels mittels spanender Fertigung, insbesondere
Drehen oder Fräsen oder Bohren oder Stoßen, und/oder mittels spanloser Fertigung,
insbesondere Erodieren, erzeugt wird.
[0024] Anwendung findet der mechatronische Schließzylinder in nahezu allen Zylinderschlossanlagen
für Haus-, Geländezutritts- oder Gebäudetüren, bei denen eine große Anzahl an Personen
eine Zutrittsberechtigung hat. Ferner findet der mechatronische Schließzylinder auch
Anwendung bei Schaltschränken, Serviceöffnungen, öffentlich zugänglichen Schränken,
Geldautomaten, Ticketautomaten und dergleichen.
[0025] Im Folgenden wird die Erfindung anhand von mehreren Ausführungsbeispielen unter Zuhilfenahme
der beiliegenden Zeichnungen beispielhaft erläutert. Die gezeigten Ausführungsbeispiele
sind daher nicht einschränkend zu verstehen.
- Fig. 1
- zeigt eine schematische Darstellung eines Raumbilds eines mechatronischen Schließzylinders;
- Fig. 2
- zeigt eine schematische Darstellung eines Zylinderkerns zusammen mit dem Kupplungsbetätiger
und dem Kupplungsdeckel;
- Fig. 3
- zeigt eine schematische Darstellung eines Zylinderkerns;
- Fig. 4
- zeigt eine schematische Darstellung eines Kupplungsbetätigers;
- Fig. 5
- zeigt eine schematische Darstellung eines Kupplungsdeckels.
[0026] In den Figuren sind unterschiedliche Beispiele von Ausgestaltungen der Erfindung
dargestellt. Dabei wurden gleiche oder gleich wirkende Komponenten jeweils mit denselben
Referenzzeichen versehen. Wo die in den Figuren dargestellten Ausgestaltungen Gemeinsamkeiten
aufweisen, wurde zur Vermeidung von Wiederholungen davon abgesehen, diese Gemeinsamkeiten
mehrfach zu beschreiben. Die jeweiligen Unterschiede der Ausgestaltungen sind zu den
Figuren jeweils beschrieben. Es versteht sich von selbst, dass der Fachmann innerhalb
des Schutzbereichs der Ansprüche einzelne Ausgestaltungen abwandeln oder einzelne
Merkmale dieser Ausgestaltungen miteinander kombinieren kann.
[0027] Fig. 1 zeigt eine schematische Darstellung eines Raumbilds eines mechatronischen
Schließzylinders 1. Wie in Fig. 1 zu sehen, umfasst der mechatronische Schließzylinder
1 ein Zylindergehäuse 2 und einen Zylinderkern 3. Neben den in Fig. 1 sichtbaren Komponenten
umfasst der Schließzylinder 1 unter anderem auch einen Kupplungsbetätiger 4 und einen
Kupplungsdeckel 5. Der Zylinderkern 3 ist drehbar im Zylindergehäuse 2 angeordnet.
Der Zylinderkern 3 weist dabei eine Schlüsselseite 6 und eine Verriegelungsseite 7
auf, wobei auf der Schlüsselseite 6 ein Schlüsselkanal angeordnet ist und auf der
Verriegelungsseite 7 und/oder Schlüsselseite 6 eine Empfänger-Elektronik zur Freigabe
einer Verriegelung angeordnet ist. Die Verriegelung ist dabei bevorzugt mit der Verriegelungsseite
des mechatronischen Schließzylinders 1 verbunden bzw. gekoppelt. In den Schlüsselkanal
ist ein Schlüssel einschiebbar, der mit dem Kupplungsbetätiger 4 zusammenwirkt, und
bei vollständig in den Schlüsselkanal eingeschobenem Schlüssel der Kupplungsbetätiger
4 den Schlüssel mit der Verriegelung verbindet, und der Schlüssel eine elektronische
Codierung aufweist, die mit der Empfänger-Elektronik zusammenwirkt und die Verriegelung
freigibt. Die Freigabe der Verriegelung erfolgt bevorzugt mittels eines Elektromotors,
welcher bevorzugt im Zylinderkern 3 angeordnet ist.
[0028] In Fig. 2 ist zur besseren Veranschaulichung eine Baugruppe gezeigt, die den Zylinderkern
3, den Kupplungsbetätiger 4 und den Kupplungsdeckel 5 zeigt. Dabei sind insbesondere
die Schlüsselseite 6 und die Verriegelungsseite 7 gekennzeichnet. Wie in Fig. 2 zu
sehen, weist der Zylinderkern 3 eine Sollbruchstelle 3a in Form einer Verjüngung zwischen
der Schlüsselseite und der Verriegelungsseite auf. Die Verjüngung ist dabei als um
den Umfang des Zylinderkerns 3 umlaufende Nut ausgestaltet. In alternativen Ausgestaltungen
ist es auch möglich, dass die Verjüngung als Konus oder Radius oder als Mischform
der vorgenannten ausgeführt ist. Vorzugsweise kann die Sollbruchstelle auch in einzelnen
Segmenten oder unabhängigen Bereichen ausgeführt sein.
[0029] Wie in Fig. 2 zu sehen, weist auch der Kupplungsdeckel 5 und der darunterliegende
Kupplungsbetätiger 4 jeweils eine Sollbruchstelle 4a, 5a auf. Die Sollbruchstellen
3a, 4a, 5a des Zylinderkerns 3, des Kupplungsbetätigers 4 und des Kupplungsdeckels
5, liegen dabei im Wesentlichen innerhalb einer Ebene, wie dies in Fig. 2 ebenfalls
zu sehen ist. Dadurch wird ermöglicht, dass der Zylinderkern 3, der Kupplungsbetätiger
4 und der Kupplungsdeckel 5 innerhalb des Zylindergehäuses 2 in etwa in derselben
Ebene bei Überlast einen Sollbruch verursachen, sodass die Schlüsselseite des Zylinderkerns
3 lose im Zylindergehäuse 2 rotieren kann. Es ist jedoch auch möglich, dass die Sollbruchstellen
3a, 4a, 5a des Zylinderkerns 3, des Kupplungsbetätigers 4 und des Kupplungsdeckels
5 nicht in einer Ebene liegen, sondern versetzt angeordnet sind.
[0030] In Fig. 3 ist eine schematische Darstellung eines Zylinderkerns 3, wie er beispielsweise
in Fig. 2 bereits zu sehen ist, gezeigt. Bei der Sollbruchstelle des Zylinderkerns
3, 3a kann vorgesehen sein, dass diese bei einem Drehmoment in einem Bereich von 7
Nm bis 29 Nm, insbesondere von 12 Nm bis 26 Nm, zu einem Sollbruch führt.
[0031] Die Sollbruchstelle des Zylinderkerns 3, 3a bzw. die Verjüngung kann beispielsweise
mittels spanender Fertigungsverfahren, insbesondere Fräsen oder Drehen, hergestellt
sein.
[0032] In Fig. 4 ist eine schematische Darstellung eines Kupplungsbetätigers 4 gezeigt,
wie er beispielsweise ebenfalls in Fig. 2 zu sehen ist. Ferner ist in Fig. 5 eine
schematische Darstellung eines Kupplungsdeckels 5 gezeigt, wie er in Fig. 2 ebenfalls
zu sehen ist. Der Kupplungsbetätiger 4 und der Kupplungsdeckel 5 weisen ebenfalls
eine Sollbruchstelle 4a, 5a in Form einer Verjüngung auf. Bei der Sollbruchstelle
des Kupplungsbetätigers 4, 4a und/oder des Kupplungsdeckels 5, 5a kann vorgesehen
sein, dass diese bei einem Drehmoment in einem Bereich von 7 Nm bis 29 Nm, insbesondere
von 12 Nm bis 26 Nm, zu einem Sollbruch führt.
[0033] Die Sollbruchstelle bzw. Verjüngung des Kupplungsbetätigers 4, 4a und/oder Kupplungsdeckels
5, 5a kann beispielsweise mittels spanender Fertigungsverfahren, insbesondere Fräsen
oder Drehen oder Bohren oder Stoßen, und/oder mittels spanloser Fertigung, insbesondere
Erodieren, hergestellt sein.
Bezugszeichenliste
[0034]
- 1
- Mechatronischer Schließzylinder
- 2
- Zylindergehäuse
- 3
- Zylinderkern
- 3a
- Sollbruchstelle des Zylinderkerns
- 4
- Kupplungsbetätiger
- 4a
- Sollbruchstelle des Kupplungsbetätigers
- 5
- Kupplungsdeckel
- 5a
- Sollbruchstelle des Kupplungsdeckel
- 6
- Schlüsselseite
- 7
- Verriegelungsseite
1. Mechatronischer Schließzylinder (1), wobei der mechatronische Schließzylinder (1)
ein Zylindergehäuse (2) und einen Zylinderkern (3) und einen Kupplungsbetätiger (4)
und einen Kupplungsdeckel (5) aufweist, wobei der Zylinderkern (3) drehbar im Zylindergehäuse
(2) angeordnet ist und der Zylinderkern (3) eine Schlüsselseite (6) und eine Verriegelungsseite
(7) aufweist, wobei auf der Schlüsselseite (6) ein Schlüsselkanal angeordnet ist und
auf der Verriegelungsseite (7) und/oder Schlüsselseite (6) eine Empfänger-Elektronik
zur Freigabe einer Verriegelung angeordnet ist, insbesondere wobei in den Schlüsselkanal
ein Schlüssel einschiebbar ist, der mit dem Kupplungsbetätiger (4) zusammenwirkt,
und bei vollständig in den Schlüsselkanal eingeschobenem Schlüssel der Kupplungsbetätiger
(4) den Schlüssel mit der Verriegelung verbindet, und der Schlüssel eine elektronische
Codierung aufweist, die mit der Empfänger-Elektronik zusammenwirkt und die Verriegelung
freigibt,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Zylinderkern (3) eine Sollbruchstelle (3a) in Form einer Verjüngung zwischen
der Schlüsselseite (6) und der Verriegelungsseite (7) aufweist.
2. Mechatronischer Schließzylinder (1) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Verjüngung des Zylinderkerns (3) eine Nut oder einen Konus oder einen Radius
oder eine Mischform der vorgenannten umfasst.
3. Mechatronischer Schließzylinder (1) nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass sich die Sollbruchstelle (3a) des Zylinderkerns (3) um den Umfang des Zylinderkerns
(3) in radialer Richtung vollständig oder zumindest teilweise erstreckt.
4. Mechatronischer Schließzylinder (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Kupplungsbetätiger (4) und/oder der Kupplungsdeckel (5) eine Sollbruchstelle
(4a, 5a) in Form einer Verjüngung aufweist.
5. Mechatronischer Schließzylinder (1) nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Verjüngung des Zylinderkerns (3) und die Verjüngung des Kupplungsbetätigers (4)
und die Verjüngung des Kupplungsdeckels (5) im Wesentlichen in derselben Ebene angeordnet
sind.
6. Mechatronischer Schließzylinder (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Sollbruchstelle (3a) des Zylinderkerns (3) bei einem Drehmoment in einem Bereich
von 7 Nm bis 29 Nm, insbesondere von 12 Nm bis 26 Nm, zu einem Sollbruch führt.
7. Mechatronischer Schließzylinder (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Sollbruchstelle (4a, 5a) des Kupplungsbetätigers (4) und/oder Kupplungsdeckels
(5) bei einem Drehmoment in einem Bereich von 7 Nm bis 29 Nm, insbesondere von 12
Nm bis 26 Nm, zu einem Sollbruch führt.
8. Mechatronischer Schließzylinder (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Sollbruch die Schlüsselseite (6) von der Verriegelungsseite (7) entkoppelt und
somit die Verriegelung nicht betätigbar ist und/oder die Verriegelung vor Beschädigung
bei einer Überlast schützt.
9. Mechatronischer Schließzylinder (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Zylinderkern (3) mehrteilig ausgestaltet ist, insbesondere wobei die Schlüsselseite
(6) und die Verriegelungsseite (7) jeweils als einzelne Komponenten gefertigt sind
und diese mittels zumindest eines Verbindungselements zu einem Zylinderkern (3) verbindbar
sind oder verbunden sind.
10. Schloss-Schlüssel-System, umfassend einen mechatronischen Schließzylinder (1) nach
einem der Ansprüche 1 bis 9 und einen Schlüssel,
wobei der Schlüssel in den Schlüsselkanal des Zylinderkerns (3) des mechatronischen
Schließzylinders (1) einschiebbar ist, und der Schlüssel mit dem Kupplungsbetätiger
(4) zusammenwirkt, und bei vollständig in den Schlüsselkanal eingeschobenem Schlüssel
der Kupplungsbetätiger (4) den Schlüssel mit der Verriegelung verbindet, und der Schlüssel
eine elektronische Codierung aufweist, die mit einer Empfänger-Elektronik zusammenwirkt
und die Verriegelung freigibt.
11. Verfahren zur Herstellung eines mechatronischen Schließzylinders (1) nach einem der
Ansprüche 1 bis 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Sollbruchstelle (3a) des Zylinderkerns (3) mittels spanender Fertigung, insbesondere
Drehen oder Fräsen, und/oder mittels spanloser Fertigung, insbesondere Gießen oder
Stanzen oder 3D-Drucken oder Erodieren, erzeugt wird.
12. Verfahren nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Sollbruchstelle (4a, 5a) des Kupplungsbetätigers (4) und/oder die Sollbruchstelle
des Kupplungsdeckels (5) mittels spanender Fertigung, insbesondere Drehen oder Fräsen
oder Bohren oder Stoßen, und/oder mittels spanloser Fertigung, insbesondere Erodieren,
erzeugt wird.