[0001] Die Erfindung betrifft einen Schließzylinder, der ein Zylindergehäuse, einen Zylinderkern,
der im Zylindergehäuse zwischen einer Verriegelungsstellung und einer Entriegelungsstellung
drehbar gelagert ist, und mehrere Zuhaltungen aufweist, die mittels eines zugeordneten
Schlüssels aus einer Blockierstellung in eine Freigabestellung bewegbar sind, wobei
der Zylinderkern in der Verriegelungsstellung gegen eine Drehung blockiert ist, wenn
die Zuhaltungen die Blockierstellung einnehmen, und wobei der Zylinderkern für eine
Drehung freigegeben ist, wenn die Zuhaltungen die Freigabestellung einnehmen.
[0002] Ein derartiger Schließzylinder kann dazu dienen, einen Verriegelungsmechanismus eines
Schlosses zu betätigen, beispielsweise über einen Antriebsfortsatz, der an der Rückseite
des drehbaren Zylinderkerns ausgebildet ist. Die Zuhaltungen können in dem Zylinderkern
beweglich gelagert und beispielsweise in Richtung der Blockierstellung vorgespannt
sein. Beispielsweise offenbart das Dokument
DE 10 2009 030 032 A1 einen Schließzylinder mit Plättchenzuhaltungen. Das Dokument
EP 0 712 979 A1 offenbart einen Schließzylinder mit Scheibenzuhaltungen. Der Schließzylinder könnte
jedoch beispielsweise auch Stiftzuhaltungen aufweisen.
[0003] In der Verriegelungsstellung des Zylinderkerns können die Zuhaltungen die Blockierstellung
einnehmen und den Zylinderkern direkt oder indirekt (beispielsweise über einen Riegel)
gegen eine Drehung blockieren. Wenn in dieser Verriegelungsstellung der zugeordnete
Schlüssel in einen Schlüsselkanal des Zylinderkerns eingeführt wird oder eingeführt
und gedreht wird, werden die Zuhaltungen in die Freigabestellung gebracht und der
Zylinderkern kann in die Entriegelungsstellung gedreht werden.
[0004] Ein derartiger Schließzylinder kann Gegenstand von gewaltsamen Aufbruchsversuchen
sein, beispielsweise durch Aufbohren des Zylinderkerns von dessen Vorderseite aus
oder durch Eintreiben eines Schraubendrehers in den Schlüsselkanal und nachfolgendes
Drehen. Durch derartige Angriffe wird versucht, die Blockierwirkung der Zuhaltungen
zu überwinden und den Zylinderkern mitsamt seines Antriebsfortsatzes gewaltsam in
Richtung der Entriegelungsstellung zu drehen.
[0005] Es ist Aufgabe der Erfindung, einen Schließzylinder anzugeben, der eine höhere Sicherheit
gegenüber Aufbruchsversuchen bietet.
[0006] Diese Aufgabe wird durch einen Schließzylinder mit den Merkmalen des Anspruchs 1
gelöst.
[0007] Der Schließzylinder weist eine Bohrschutzscheibe auf, die eine Vorderseite des Zylinderkerns
(Schlüsseleinführseite) überdeckt und eine Schlüsseleinführöffnung aufweist, durch
die der Schlüssel in den Zylinderkern einführbar ist, wobei die Bohrschutzscheibe
drehbar und im bestimmungsgemäßen Betrieb des Schließzylinders in einer vorbestimmten
axialen Position angeordnet ist. Die Bohrschutzscheibe dient als Schutz gegenüber
Angriffen mit Werkzeugen, die größer sind als die Schlüsseleinführöffnung, welche
erforderlich ist, um den zugeordneten Schlüssel in den Schlüsselkanal des Zylinderkerns
einführen zu können.
[0008] Die Bohrschutzscheibe kann aus einem härteren Material als der Zylinderkern gebildet
sein, insbesondere aus gehärtetem Stahl. Die Schlüsseleinführöffnung der Bohrschutzscheibe
kann in Flucht zu dem Schlüsselkanal des Zylinderkerns angeordnet sein und einen entsprechenden
Umriss aufweisen, um den Schaft eines in den Zylinderkern eingeführten Schlüssels
formschlüssig zu umschließen. Die Bohrschutzscheibe ist drehbar und kann an dem Zylinderkern
befestigt und/oder an dem Zylindergehäuse gelagert sein.
[0009] Die Bohrschutzscheibe nimmt in einer Betriebsstellung eine vorbestimmte axiale Position
ein. Hierfür kann die Bohrschutzscheibe an dem Zylinderkern oder dem Zylindergehäuse
insbesondere kraftschlüssig und/oder formschlüssig gehalten sein, beispielsweise durch
einen Klemmsitz oder durch ein Übergreifen.
[0010] Jedoch kann die Bohrschutzscheibe durch gewaltsame Krafteinwirkung aus der vorbestimmten
axialen Position in Richtung des Zylinderkerns - also in Richtung der Rückseite des
Schließzylinders - axial versetzt werden, beispielsweise durch Überwindung des genannten
Kraftschlusses oder Formschlusses. Ein derartiges axiales Versetzen der Bohrschutzscheibe
kann beispielsweise eintreten, wenn im Zuge eines Aufbruchsversuchs eine Einwirkung
auf die Bohrschutzscheibe mit einer axialen Kraftkomponente erfolgt.
[0011] Der Schließzylinder weist eine Sperreinrichtung auf, die in der vorbestimmten axialen
Position der Bohrschutzscheibe - also in ihrer Betriebsstellung - zwar eine Drehung
des Zylinderkerns in die Entriegelungsstellung zulässt, sofern die Zuhaltungen in
die Freigabestellung gebracht sind oder gebracht werden. Allerdings kann die Sperreinrichtung
im Falle eines Aufbruchsversuchs durch das axiale Versetzen der Bohrschutzscheibe
in eine Sperrstellung bewegt werden, in der die Sperreinrichtung eine Drehung des
Zylinderkerns in die Entriegelungsstellung - direkt oder indirekt - verhindert. Insbesondere
kann die Sperreinrichtung den Zylinderkern gegen eine Drehung relativ zum Zylindergehäuse
sperren.
[0012] Somit wird im Falle eines Aufbruchsversuchs eine axiale Bewegung der Bohrschutzscheibe
gezielt ermöglicht, um hierdurch eine Sperreinrichtung des Schließzylinders zu aktivieren,
die in einem frühzeitigen Stadium des Aufbruchsversuchs ein Sperren, insbesondere
ein irreversibles Sperren, des Zylinderkerns gegen eine Drehung in die Entriegelungsstellung
bewirkt. Diese Sperrwirkung kann insbesondere durch einen direkten Formschluss herbeigeführt
werden, den die Sperrein-richtung sowohl mit dem Zylinderkern als auch mit dem Zylindergehäuse
eingeht, oder durch einen indirekten Formschluss der Sperreinrichtung mit dem Zylinderkern
und dem Zylindergehäuse (beispielsweise über einen beweglichen Riegel des Zylinderkerns,
wie nachfolgend noch erläutert wird).
[0013] Da das Aktivieren der Sperreinrichtung mittels der Bohrschutzscheibe erfolgt, ist
nicht nur ein frühzeitiges, sondern auch ein besonders zuverlässiges Auslösen der
erwünschten Sperrwirkung gewährleistet, da im Falle eines typischen Aufbruchsversuchs
generell eine axiale Kraftkomponente auf die an der Vorderseite des Schließzylinders
angeordnete Bohrschutzscheibe ausgeübt wird und an diesem ersten Glied der resultierenden
Kraftkette eine geeignete minimale Auslöseschwelle reproduzierbar vorgegeben werden
kann, beispielsweise durch die Art der Befestigung der Bohrschutzscheibe an dem Zylinderkern.
[0014] Die im Zusammenhang mit der Erfindung gemachten Richtungsangaben (beispielsweise
"axial", "radial" oder "Drehrichtung") beziehen sich generell auf die Drehachse des
Zylinderkerns.
[0015] Nachfolgend werden weitere vorteilhafte Ausführungsformen der Erfindung erläutert.
[0016] Die Bohrschutzscheibe kann mit dem Zylinderkern verdrehfest verbunden sein, insbesondere
durch einen in Umfangsrichtung wirksamen Formschluss. Eine solche verdrehfeste Verbindung
zwischen der Bohrschutzscheibe und dem Zylinderkern kann insbesondere in der vorbestimmten
axialen Position der Bohrschutzscheibe (Betriebsstellung) und auch nach der axialen
Bewegung der Bohrschutzscheibe bestehen.
[0017] Bei einigen Ausführungsformen kann die Sperreinrichtung wenigstens eine Sperre aufweisen,
die an dem Zylinderkern in Drehrichtung festgelegt und in radialer Richtung beweglich
gelagert ist, wobei das Zylindergehäuse wenigstens eine zugeordnete Eingriffsöffnung
aufweist, in welche die Sperre eingreifen kann. Durch das bei einem Aufbruchsversuch
erfolgende axiale Versetzen der Bohrschutzscheibe kann die jeweilige Sperre nach radial
außen bewegt werden (Sperrstellung), in der die Sperre in die zugeordnete Eingriffsöffnung
des Zylindergehäuses eingreift und hierdurch den Zylinderkern gegen eine Drehung relativ
zum Zylindergehäuse sperrt. Mit anderen Worten kann durch die gewaltsam axial bewegte
Bohrschutzscheibe die jeweilige Sperre in radialer Richtung angetrieben werden, um
einen in Drehrichtung wirksamen Formschluss mit dem Zylindergehäuse einzugehen. Um
die erwünschte Sperrwirkung zu erzielen, ist es nicht erforderlich, dass die jeweilige
Sperre sich exakt in radialer Richtung (d.h. genau senkrecht zu der Drehachse des
Zylinderkerns) bewegt, sondern es genügt eine radiale Bewegungskomponente.
[0018] Die Sperreinrichtung kann insbesondere zwei oder mehr entlang des Umfangs des Zylinderkerns
angeordnete derartige Sperren und eine entsprechende Anzahl von Eingriffsöffnungen
des Zylindergehäuses aufweisen.
[0019] Sofern die Sperreinrichtung mehrere derartige Sperren aufweist, können diese durch
einzelne Teile gebildet sein, die separat voneinander in einer jeweiligen Ausnehmung
des Zylinderkerns gelagert sind. Mehrere derartige Sperren können jedoch auch miteinander
verbunden sein (beispielsweise durch einen Ring) oder einteilig miteinander gebildet
sein (beispielsweise an einem flexiblen Ring angeformt).
[0020] Bei einer vorteilhaften Weiterbildung können die Bohrschutzscheibe und die Sperre(n)
einander zugeordnete Antriebsschrägen aufweisen, die derart zusammenwirken, dass bei
dem axialen Versetzen der Bohrschutzscheibe die Sperre(n) nach radial außen umgelenkt
wird/werden, also die axiale Bewegungskomponente der Bohrschutzscheibe in die erwünschte
radiale Bewegungskomponente der Sperre(n) umgewandelt wird. Hierdurch ist ein besonders
einfacher und zuverlässiger Mechanismus für das Antreiben der Sperre(n) gegeben.
[0021] Die jeweilige Sperre kann an dem Zylinderkern derart gelagert sein, dass die Sperre
bei ihrer Bewegung nach radial außen eine rein translatorische Bewegung vollzieht,
oder eine Schwenkbewegung (also eine Kombination aus einer translatorischen Bewegung
und einer Drehbewegung).
[0022] Bei einigen Ausführungsformen kann die Sperreinrichtung einen elastischen Halter
aufweisen, der die Sperre(n) in einer Bereitschaftsstellung hält, solange die Bohrschutzscheibe
die vorbestimmte axiale Position einnimmt. Hierdurch kann besonders zuverlässig gewährleistet
sein, dass die jeweilige Sperre in ihrer Bereitschaftsstellung verbleibt, solange
kein Aufbruchsversuch erfolgt ist, durch den die Bohrschutzscheibe axial versetzt
worden ist. Der elastische Halter kann beispielsweise einen elastischen Ring umfassen,
der die Sperre oder mehrere Sperren gemeinsam nach radial innen vorspannt. Alternativ
hierzu kann für die jeweilige Sperre ein einzelnes Federelement vorgesehen sein. Der
elastische Halter (beispielsweise Ring) kann insbesondere in einer zugeordneten Nut
der jeweiligen Sperre angeordnet sein, sodass ein stabiler Sitz gewährleistet ist.
[0023] Die in der Betriebsstellung befindliche Bohrschutzscheibe kann sich insbesondere
an der oder den Sperre(n) abstützen. Hierdurch kann die vorbestimmte axiale Position
der Bohrschutzscheibe auf einfache Weise festgelegt sein, und die Bohrschutzscheibe
kann im Falle einer gewaltsamen axialen Kraftbeaufschlagung unmittelbar auf die Sperre(n)
einwirken. Besonders vorteilhaft ist eine derartige Ausführungsform, wenn die Sperreinrichtung
einen elastischen Halter für die Sperre(n) aufweist wie vorstehend erläutert, da die
Sperre(n) und die Bohrschutzscheibe dann mit einem gewissen Kraftschluss aneinander
anliegen können, insbesondere über die genannten Antriebsschrägen.
[0024] Bei anderen Ausführungsformen kann die Sperreinrichtung wenigstens einen Sperrabschnitt
der Bohrschutzscheibe umfassen. Mit anderen Worten ist die Sperreinrichtung bei diesen
Ausführungsformen nicht durch ein separates Element gebildet, sondern durch einen
oder mehrere integrale Abschnitte der Bohrschutzscheibe. Der jeweilige Sperrabschnitt
kann insbesondere durch einen radial nach außen weisenden Vorsprung der Bohrschutzscheibe
gebildet sein. Das Zylindergehäuse kann wenigstens eine zugeordnete Eingriffsöffnung
aufweisen, in welche der jeweilige Sperrabschnitt der Bohrschutzscheibe eingreifen
kann. Durch das axiale Versetzen der Bohrschutzscheibe kann der jeweilige Sperrabschnitt
der Bohrschutzscheibe in axialer Richtung in die Eingriffsöffnung des Zylindergehäuses
bewegt werden und somit die Sperrstellung einnehmen. Hierdurch sperrt der jeweilige
Sperrabschnitt der Bohrschutzscheibe den Zylinderkern gegen eine Drehung relativ zum
Zylindergehäuse. Mit anderen Worten führt eine gewaltsame axiale Bewegung der Bohrschutzscheibe
in Richtung der Rückseite des Schließzylinders dazu, dass ein oder mehrere Sperrabschnitte
der Bohrschutzscheibe in axial offene Eingriffsöffnungen des Zylindergehäuses eindringen,
um einen in Drehrichtung wirksamen Formschluss mit dem Zylindergehäuse einzugehen.
Die Bohrschutzscheibe kann insbesondere zwei oder mehr entlang des Umfangs der Bohrschutzscheibe
angeordnete derartige Sperrabschnitte und eine entsprechende Anzahl von Eingriffsöffnungen
des Zylindergehäuses aufweisen.
[0025] Bei derartigen Ausführungsformen kann der Zylinderkern Eingriffsvertiefungen aufweisen,
in welche die Sperrabschnitte der Bohrschutzscheibe eingreifen, insbesondere bereits
in der vorbestimmten axialen Position der Bohrschutzscheibe und auch nach dem erläuterten
axialen Versetzen. Somit können die Sperrabschnitte der Bohrschutzscheibe nach dem
erläuterten axialen Versetzen einen Formschluss sowohl mit den Eingriffsöffnungen
des Zylindergehäuses als auch mit den Eingriffsvertiefungen des Zylinderkerns eingehen,
um den Zylinderkern relativ zu dem Zylindergehäuse zu sperren.
[0026] Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung kann das Zylindergehäuse einen in Umfangsrichtung
wirksamen ersten Anschlagabschnitt und einen in Umfangsrichtung wirksamen zweiten
Anschlagabschnitt aufweisen, wobei in der vorbestimmten axialen Position der Bohrschutzscheibe
- also in der Betriebsstellung der Bohrschutzscheibe - der erste Anschlagabschnitt
und der zweite Anschlagabschnitt des Zylindergehäuses einen möglichen Drehwinkelbereich
des Sperrabschnitts der Bohrschutzscheibe begrenzen, wenn der Zylinderkern zwischen
der Verriegelungsstellung und der Entriegelungsstellung gedreht wird. Hierdurch kann
indirekt auch der mögliche Drehwinkelbereich des Zylinderkerns im bestimmungsgemäßen
Betrieb vorgegeben werden, wenn der Zylinderkern mit der Bohrschutzscheibe verdrehfest
verbunden ist.
[0027] Bei anderen Ausführungsformen kann der Schließzylinder einen Riegel aufweisen, der
zwischen einer Blockierstellung und einer Freigabestellung beweglich ist, wobei der
Riegel in der Blockierstellung der Zuhaltungen die Blockierstellung einnimmt und der
Riegel in der Freigabestellung den Zylinderkern für eine Drehung freigibt. Die Sperreinrichtung
umfasst wenigstens einen Sperrabschnitt des Riegels, wobei das Zylindergehäuse wenigstens
eine dem Sperrabschnitt des Riegels zugeordnete Eingriffsöffnung aufweist. Wenn der
Zylinderkern die Verriegelungsstellung einnimmt und der Riegel sich in der Blockierstellung
befindet, kann durch das axiale Versetzen der Bohrschutzscheibe aufgrund eines Aufbruchsversuchs
der Sperrabschnitt des Riegels in einen Eingriff mit der zugeordneten Eingriffsöffnung
des Zylindergehäuses bewegt werden. Hierdurch nimmt der Sperrabschnitt des Riegels
die Sperrstellung ein, und der Sperrabschnitt sperrt den Riegel in der Blockierstellung
und verhindert somit eine Drehung des Zylinderkerns in die Entriegelungsstellung.
Mit anderen Worten ist der Riegel hierdurch in seiner Blockierstellung gesichert und
kann sich nicht mehr in die Freigabestellung bewegen, in welcher der Riegel eine Drehung
des Zylinderkerns in die Entriegelungsstellung ermöglicht, selbst wenn die Zuhaltungen
gewaltsam in ihre Freigabestellung gebracht werden.
[0028] Die Eingriffsöffnung des Zylindergehäuses kann mit dem Sperrabschnitt des Riegels
insbesondere in axialer Richtung fluchten, wenn der Riegel sich in der Blockierstellung
befindet. Der Riegel kann in Richtung seiner Blockierstellung vorgespannt sein.
[0029] Insbesondere kann bei derartigen Ausführungsformen durch das axiale Versetzen der
Bohrschutzscheibe der Riegel und somit der Sperrabschnitt des Riegels in axialer Richtung
relativ zu dem Zylindergehäuse bewegt werden. Der Riegel kann an dem Zylinderkern
befestigt sein, sodass durch ein gewaltsames axiales Versetzen des Zylinderkerns auch
der Riegel in axialer Richtung bewegt wird.
[0030] Der Riegel kann beweglich an dem Zylinderkern befestigt sein, insbesondere schwenkbar
befestigt, mit einer parallel zu der Drehachse des Zylinderkerns ausgerichteten Schwenkachse.
Der Riegel kann bei einigen Ausführungsformen über ein Schwenkgelenk an dem Zylinderkern
befestigt sein.
[0031] Generell kann der Riegel zwischen seiner Blockierstellung und seiner Freigabestellung
in radialer Richtung bewegbar sein (genau radial oder mit einer radialen Komponente).
Insbesondere kann der Riegel durch eine Schwenkbewegung zwischen der Blockierstellung
und der Freigabestellung bewegbar sein.
[0032] In der vorbestimmten axialen Position der Bohrschutzscheibe kann der Sperrabschnitt
des Riegels außer Eingriff mit der Eingriffsöffnung des Zylindergehäuses stehen.
[0033] Der Riegel kann dazu ausgebildet sein, in seiner Blockierstellung den Zylinderkern
unmittelbar gegen eine Drehung zu sperren. Alternativ oder zusätzlich kann der Sperrabschnitt
des Riegels, wenn der Sperrabschnitt in die Eingriffsöffnung des Zylindergehäuses
eingreift, den Zylinderkern gegen eine Drehung sperren. In beiden Fällen wird durch
das Bewegen des Sperrabschnitts in die Sperrstellung eine nachfolgende Drehung des
Zylinderkerns in die Entriegelungsstellung verhindert.
[0034] Bei einigen Ausführungsformen kann der Riegel in der Freigabestellung innerhalb einer
zylindrischen Mantelfläche des Zylinderkerns angeordnet sein, wobei der Riegel in
der Blockierstellung radial über die zylindrische Mantelfläche übersteht.
[0035] Der Riegel kann entlang der Drehachse des Zylinderkerns eine Längsform aufweisen
und gewölbt oder stiftförmig sein.
[0036] Die Zuhaltungen des Schließzylinders können bezüglich der Drehachse des Zylinderkerns
entlang eines Längsabschnitts des Zylinderkerns angeordnet sein, wobei der Riegel
sich zumindest entlang dieses Längsabschnitts des Zylinderkerns erstreckt, also entlang
der Drehachse des Zylinderkerns zumindest entlang der Anordnung der Zuhaltungen.
[0037] Unabhängig von dem Vorhandensein der genannten Bohrschutzscheibe bezieht sich die
Erfindung auch auf einen Schließzylinder mit einem Zylindergehäuse, einem Zylinderkern,
der im Zylindergehäuse zwischen einer Verriegelungsstellung und einer Entriegelungsstellung
drehbar gelagert ist, und mehreren Zuhaltungen, die mittels eines zugeordneten Schlüssels
aus einer Blockierstellung in eine Freigabestellung bewegbar sind; wobei der Zylinderkern
in der Verriegelungsstellung gegen eine Drehung blockiert ist, wenn die Zuhaltungen
die Blockierstellung einnehmen, und wobei der Zylinderkern für eine Drehung freigegeben
ist, wenn die Zuhaltungen die Freigabestellung einnehmen; wobei der Schließzylinder
ferner einen Riegel aufweist, der zwischen einer Blockierstellung und einer Freigabestellung
beweglich ist, wobei der Riegel in der Blockierstellung der Zuhaltungen die Blockierstellung
einnimmt und der Riegel in der Freigabestellung den Zylinderkern für eine Drehung
freigibt; wobei der Riegel wenigstens einen Sperrabschnitt umfasst, wobei das Zylindergehäuse
wenigstens eine dem Sperrabschnitt des Riegels zugeordnete Eingriffsöffnung aufweist;
wobei der Zylinderkern durch gewaltsame Krafteinwirkung aus einer vorbestimmten axialen
Position relativ zu dem Zylindergehäuse in Richtung einer Rückseite des Zylindergehäuses
axial versetzbar ist; und wobei durch das axiale Versetzen des Zylinderkerns der Sperrabschnitt
des Riegels in einen Eingriff mit der Eingriffsöffnung des Zylindergehäuses bewegbar
ist und der Sperrabschnitt hierdurch den Riegel in der Blockierstellung sperrt.
[0038] Für diesen Erfindungsaspekt gelten die vorstehend im Zusammenhang mit dem Riegel
gegebenen Erläuterungen (bei Vorhandensein einer Bohrschutzscheibe) in entsprechender
Weise.
[0039] Insbesondere kann die Eingriffsöffnung des Zylindergehäuses mit dem Sperrabschnitt
des Riegels in axialer Richtung fluchten, wenn der Riegel sich in der Blockierstellung
befindet.
[0040] Der Riegel kann insbesondere durch gewaltsame axiale Krafteinwirkung auf den Zylinderkern
in axialer Richtung in die Sperrstellung versetzbar sein, in welcher der Riegel eine
Drehung des Zylinderkerns in die Entriegelungsstellung verhindert. In der Sperrstellung
kann der Sperrabschnitt des Riegels in die Eingriffsöffnung des Zylindergehäuses eingreifen,
sodass der Riegel in seiner Blockierstellung gesichert ist. Somit kann sich der Riegel
nicht mehr in eine Freigabestellung bewegen, in welcher der Riegel eine Drehung des
Zylinderkerns in die Entriegelungsstellung ermöglicht, selbst wenn die Zuhaltungen
gewaltsam in ihre Freigabestellung gebracht werden.
[0041] Insbesondere kann der Riegel an dem Zylinderkern befestigt sein, sodass durch ein
gewaltsames axiales Versetzen des Zylinderkerns auch der Riegel in axialer Richtung
bewegt wird. Der Zylinderkern kann optional mit einer Bohrschutzscheibe versehen sein,
wie vorstehend erläutert.
[0042] Der Riegel kann beweglich an dem Zylinderkern befestigt sein, insbesondere schwenkbar
befestigt, mit einer parallel zu der Drehachse des Zylinderkerns ausgerichteten Schwenkachse.
Der Riegel kann bei einigen Ausführungsformen über ein Schwenkgelenk an dem Zylinderkern
befestigt sein.
[0043] Generell kann der Riegel zwischen seiner Blockierstellung und der Freigabestellung
in radialer Richtung bewegbar sein (genau radial oder mit einer radialen Kom-ponente).
Insbesondere kann der Riegel durch eine Schwenkbewegung zwischen der Blockierstellung
und der Freigabestellung bewegbar sein.
[0044] In der vorbestimmten axialen Position des Zylinderkerns kann der Sperrabschnitt des
Riegels außer Eingriff mit der Eingriffsöffnung des Zylindergehäuses stehen.
[0045] Der Riegel kann dazu ausgebildet sein, in seiner Blockierstellung den Zylinderkern
unmittelbar gegen eine Drehung zu sperren. Alternativ oder zusätzlich kann der Sperrabschnitt
des Riegels, wenn der Sperrabschnitt in die Eingriffsöffnung des Zylindergehäuses
eingreift, den Zylinderkern gegen eine Drehung sperren. In beiden Fällen wird durch
das Bewegen des Sperrabschnitts in die Sperrstellung eine nachfolgende Drehung des
Zylinderkerns in die Entriegelungsstellung verhindert.
[0046] Bei einigen Ausführungsformen kann der Riegel in der Freigabestellung innerhalb einer
zylindrischen Mantelfläche des Zylinderkerns angeordnet sein, wobei der Riegel in
der Blockierstellung radial über die zylindrische Mantelfläche übersteht.
[0047] Der Riegel kann entlang der Drehachse des Zylinderkerns eine Längsform aufweisen
und gewölbt oder stiftförmig sein.
[0048] Die Zuhaltungen des Schließzylinders können bezüglich der Drehachse des Zylinderkerns
entlang eines Längsabschnitts des Zylinderkerns angeordnet sein, wobei der Riegel
sich zumindest entlang dieses Längsabschnitts des Zylinderkerns erstreckt, also entlang
der Drehachse des Zylinderkerns zumindest entlang der Anordnung der Zuhaltungen.
[0049] Die Erfindung wird nachfolgend lediglich beispielhaft anhand der Zeichnungen erläutert.
Gleiche oder gleichartige Elemente sind darin mit denselben Bezugszeichen gekennzeichnet.
- Fig. 1A
- zeigt einen Schließzylinder gemäß einer ersten Ausführungsform in einer Perspektivansicht.
- Fig. 1B
- zeigt einen vorderen Teil des Zylinderkerns des Schließzylinders gemäß Fig. 1A ohne
Zylindergehäuse.
- Fig. 1C
- zeigt einen vorderen Teil eines horizontalen Längsschnitts des Schließzylinders gemäß
Fig. 1A.
- Fig. 1D
- zeigt in einer teiltransparenten Darstellung einen vorderen Teil des Schließzylinders
gemäß Fig. 1A nach einem Aufbruchsversuch.
- Fig. 1E
- zeigt einen vorderen Teil eines horizontalen Längsschnitts des Schließzylinders gemäß
Fig. 1A nach einem Aufbruchsversuch.
- Fig. 2A
- zeigt einen Schließzylinder gemäß einer zweiten Ausführungsform in einer Perspektivansicht.
- Fig. 2B
- zeigt einen vorderen Teil des Zylinderkerns des Schließzylinders gemäß Fig. 2A ohne
Zylindergehäuse.
- Fig. 2C
- zeigt einen vorderen Teil eines horizontalen Längsschnitts des Zylinderkerns des Schließzylinders
gemäß Fig. 2A.
- Fig. 2D
- zeigt einen vorderen Teil des Schließzylinders gemäß Fig. 2A nach einem Aufbruchsversuch.
- Fig. 2E
- zeigt einen vorderen Teil eines horizontalen Längsschnitts des Zylinderkerns des Schließzylinders
gemäß Fig. 2A nach einem Aufbruchsversuch.
- Fig. 3A
- zeigt einen Schließzylinder gemäß einer dritten Ausführungsform in einer Perspektivansicht.
- Fig. 3B
- zeigt einen vorderen Teil des Schließzylinders gemäß Fig. 3A in einer vergrößerten
Darstellung.
- Fig. 3C
- zeigt den Schließzylinder gemäß Fig. 3A in einer Perspektivansicht nach einem Aufbruchsversuch.
- Fig. 3D
- zeigt einen vorderen Teil des Schließzylinders gemäß Fig. 3A nach einem Aufbruchsversuch
in einer vergrößerten Darstellung.
- Fig. 4A
- zeigt einen Schließzylinder gemäß einer vierten Ausführungsform in einer teiltransparenten
Perspektivansicht.
- Fig. 4B
- zeigt einen rückseitigen Teil des Zylinderkerns des Schließzylinders gemäß Fig. 4A
ohne Zylindergehäuse.
- Fig. 4C
- zeigt einen Teil einer rückseitigen Perspektivansicht des Zylinderkerns des Schließzylinders
gemäß Fig. 4A.
- Fig. 4D
- zeigt den Schließzylinder gemäß Fig. 4A in einer teiltransparenten Perspektivansicht
nach einem Aufbruchsversuch.
- Fig. 4E
- zeigt einen Teil einer rückseitigen Perspektivansicht des Zylinderkerns des Schließzylinders
gemäß Fig. 4A nach einem Aufbruchsversuch.
- Fig. 5A
- zeigt einen Schließzylinder in einer Explosionsdarstellung.
- Fig. 5B und 5C
- zeigen eine Querschnittsansicht des Schließzylinders gemäß Fig. 5A in einer Verriegelungsstellung
bzw. in einer Entriegelungsstellung des Zylinderkerns.
[0050] Ein Schließzylinder mit Plättchenzuhaltungen wie aus Dokument
DE 10 2009 030 032 A1 bekannt wird zunächst anhand der Fig. 5A bis 5C beschrieben. Der Schließzylinder
besitzt ein Zylindergehäuse 11 und einen darin um eine Drehachse A drehbaren Zylinderkern
13. Das Zylindergehäuse 11 weist eine Ausnehmung 15 und eine weitere Ausnehmung 17
auf (Fig. 5B und 5C), die sich nutförmig an der Innenmantelfläche des Zylindergehäuses
11 parallel zu der Drehachse A des Zylinderkerns 13 erstrecken, wobei die beiden Ausnehmungen
15, 17 einander diametral gegenüberliegen. Ferner besitzt das Zylindergehäuse 11 an
seiner Innenmantelfläche eine Blockierausnehmung 19, die sich ebenfalls parallel zu
der Drehachse A erstreckt. Die Ausnehmungen 15, 17 und die Blockierausnehmung 19 bilden
Abweichungen von einem im Wesentlichen kreisförmigen Querschnitt der Innenmantelfläche
des Zylindergehäuses 11.
[0051] In dem Zylinderkern 13 sind mehrere Zuhaltungen 21 in Form von Plättchenzuhaltungen
translatorisch beweglich gehalten. Jede Zuhaltung 21 besitzt einen Kernabschnitt 23,
einen Eingriffsabschnitt 25 und einen hierzu bezüglich der Drehachse A diametral gegenüberliegenden
weiteren Eingriffsabschnitt 27. Der jeweilige Kernabschnitt 23 umgibt eine Schlüsselöffnung
29 der betreffenden Zuhaltung 21, wobei die Schlüsselöffnungen 29 der Zuhaltungen
21 sowie eine Einführöffnung 31 des Zylinderkerns 13 gemeinsamen einen Schlüsselkanal
33 bilden. An jeder Zuhaltung 21 sind eine Verzahnungszone 35 und (in der Vorspannrichtung
X benachbart hierzu) eine weitere Verzahnungszone 37 ausgebildet. Zwischen der Verzahnungszone
35 und der weiteren Verzahnungszone 37 einer jeden Zuhaltung 21 ist eine Freigabeausnehmung
39 vorgesehen. Ferner ist jeder Zuhaltung 21 eine Vorspannfeder 41 zugeordnet, mittels
derer die Zuhaltung 21 entlang einer Vorspannrichtung X in eine nachfolgend noch erläuterte
Blockierstellung vorgespannt ist. Der gezeigte Schließzylinder umfasst ferner ein
Verdrehsicherungsplättchen 43, das ebenfalls in dem Zylinderkern 13 beweglich gehalten
ist und dem eine Vorspannfeder 45 zugeordnet ist.
[0052] Ferner besitzt der Schließzylinder einen Riegel 47, der mittels eines Anlenkstifts
49, welcher in eine Anlenköffnung 51 des Zylinderkerns 13 eingreift, an dem Zylinderkern
13 schwenkbar gelagert ist. Der Anlenkstift 49 durchdringt eine Torsionsfeder 53,
die mit dem Riegel 47 und dem Zylinderkern 13 zusammenwirkt, um den Riegel 47 in eine
Vorspannrichtung Y weg von der jeweiligen Verzahnungszone 35 der Zuhaltungen 21 vorzuspannen,
wie nachfolgend noch erläutert wird (Fig. 5B und 5C). Diese Vorspannung wird auch
von einer Druckfeder 55 unterstützt, die zwischen einem Blockierabschnitt 57 des Riegels
47 und einer Federaufnahme 59 des Zylinderkerns 13 angreift. Der Riegel 47 besitzt
eine gewölbte Form und erstreckt sich entlang eines Längsabschnitts des Zylinderkerns
13, an dem die Zuhaltungen 21 angeordnet sind. Der Riegel 47 besitzt einen Stegabschnitt
61, der sich parallel zu der Drehachse A des Zylinderkerns 13 erstreckt. An der den
Zuhaltungen 21 zugewandten Seite besitzt der Stegabschnitt 61 eine Gegenverzahnungszone
63. Der Riegel 47 besitzt an seiner den Zuhaltungen 21 abgewandten Außenseite ferner
einen Blockierabschnitt 65, der sich ebenfalls parallel zu der Drehachse A erstreckt.
Der gezeigte Schließzylinder umfasst ferner eine Bohrschutzscheibe 67 und einen zugeordneten
Schlüssel 69. Die Bohrschutzscheibe 67 ist über zwei Umfangsvertiefungen 73 formschlüssig
und somit verdrehfest mit dem Zylinderkern 13 verbunden.
[0053] Nachfolgend wird hauptsächlich unter Bezugnahme auf die Fig. 5B und 5C die generelle
Funktionsweise des gezeigten Schließzylinders erläutert: Fig. 5B zeigt den Schließzylinder
vor dem vollständigen Einführen des zugeordneten Schlüssels 69. Aufgrund der Vorspannung
mittels der jeweiligen Vorspannfeder 41 befinden die Zuhaltungen 21 sich noch in einer
Blockierstellung, in der der jeweilige Eingriffsabschnitt 25 in die zugeordnete Ausnehmung
15 des Zylindergehäuses 11 eingreift. Der Zylinderkern 13 ist hierdurch gegen eine
Drehbewegung relativ zum Zylindergehäuse 11 gesperrt. Falls hingegen der zugeordnete
Schlüssel 69 vollständig in den Schüsselkanal 33 eingeführt ist, sind die Zuhaltungen
21 entgegen der Vorspannrichtung X in eine jeweilige Freigabestellung gebracht, in
der die Eingriffsabschnitte 25 aus der Ausnehmung 15 des Zylindergehäuses 11 auf Höhe
des Ringspalts zurückgezogen sind, der zwischen dem Zylindergehäuse 11 und dem Zylinderkern
13 gebildet ist. Der Zylinderkern 13 kann nun mittels des Schlüssels 69 in einer Entriegelungsdrehrichtung
O gedreht werden. Fig. 5C zeigt das Ergebnis einer derartigen Drehung um 90 Grad.
Das Verdrehsicherungsplättchen 43 (Fig. 5A) verhindert eine Drehbetätigung des Zylinderkerns
13, solange der zugeordnete Schlüssel 69 nicht vollständig in den Schlüsselkanal 33
eingeführt ist.
[0054] Die Zuhaltungen 21 weisen eine jeweilige Verzahnungszone 35 auf, die mit der Gegenverzahnungszone
63 an dem Stegabschnitt 61 des schwenkbaren Riegels 47 zusammenwirkt. Sofern auf den
Zylinderkern 13 ein Drehmoment in der Entriegelungsdrehrichtung O ausgeübt wird, solange
die jeweilige Zuhaltung 21 sich noch in der Blockierstellung gemäß Fig. 5B befindet,
gelangt die jeweilige Verzahnungszone 35 der Zuhaltungen 21 in formschlüssigen Eingriff
mit der genannten Gegenverzahnungszone 63. Der in Vorspannrichtung Y vorgespannte
Riegel 47 stützt sich nämlich an der Innenmantelfläche des Zylindergehäuses 11 ab,
wobei der Blockierabschnitt 65 des Riegels 47 in die Blockierausnehmung 19 des Zylindergehäuses
11 eingreift, so dass der Riegel 47 eine Drehung des Zylinderkerns 13 in der Entriegelungsdrehrichtung
O verhindert. Durch den somit herbeigeführten formschlüssigen Eingriff zwischen der
Verzahnungszone 35 und der Gegenverzahnungszone 63 ist die jeweilige Zuhaltung 21
gegen eine Bewegung entgegen der Vorspannrichtung X, also von der in Fig. 5B gezeigten
Blockierstellung in Richtung der Freigabestellung gesperrt.
[0055] Durch das Eingreifen des Blockierabschnitts 65 des Riegels 47 in die Blockierausnehmung
19 des Zylindergehäuses 11 wird erreicht, dass das Riegel 47 den Zylinderkern 13 (zusätzlich
zu den Eingriffsabschnitten 25 der Zuhaltungen 21) gegen eine Drehbewegung relativ
zum Zylindergehäuse 11 sperrt, solange die Zuhaltungen 21 sich in der Blockierstellung
gemäß Fig. 5B befinden. Sobald jedoch durch vollständiges Einführen des zugeordneten
Schlüssels 69 in den Schlüsselkanal 33 sämtliche Zuhaltungen 21 in die jeweilige Freigabestellung
gebracht sind, kann durch Drehen des Zylinderkerns 13 in der Entriegelungsdrehrichtung
O der Stegabschnitt 61 des Riegels 47 in die jeweilige Freigabeausnehmung 39 der Zuhaltungen
21 einschwenken, so dass die erläuterte Sperrwirkung des Riegels 47 aufgehoben ist.
Die Innenmantelfläche des Zylindergehäuses 11 wirkt hierbei als Kulissenführung für
die Schwenkbewegung des Riegels 47. Die Freigabeausnehmungen 39 der Zuhaltungen 21
bilden in diesem Zustand eine durchgehende Nut zur Aufnahme des Stegabschnitts 61
des Riegels 47.
[0056] Anhand der Fig. 1 bis 4 werden nachfolgend verschiedene beispielhafte Ausführungsformen
der Erfindung erläutert. Diesen Ausführungsformen ist gemeinsam, dass der jeweilige
Schließzylinder, der im Übrigen beispielsweise wie der Schließzylinder gemäß Fig.
5 ausgebildet sein kann, ein Zylindergehäuse 11, einen im Zylindergehäuse 11 um eine
Drehachse A drehbar gelagerten Zylinderkern 13 und mehrere Zuhaltungen 21 aufweist,
die durch Einführen eines zugeordneten Schlüssels 69 in den Zylinderkern 13 aus einer
Blockierstellung in eine Freigabestellung bewegbar sind. Wenn die Zuhaltungen 21 die
Blockierstellung einnehmen, ist der Zylinderkern 13 in einer Verriegelungsstellung
gegen eine Drehung blockiert. Wenn die Zuhaltungen 21 die Freigabestellung einnehmen,
ist der Zylinderkern 13 für eine Drehung mittels des zugeordneten Schlüssels 69 in
eine Entriegelungsstellung freigegeben.
[0057] Der Schließzylinder weist generell (in Fig. 4 jedoch nicht zwingend) eine Bohrschutzscheibe
67 auf, die eine Vorderseite des Zylinderkerns 13 überdeckt und eine Schlüsseleinführöffnung
71 aufweist, durch die der Schlüssel 69 in einen Schlüsselkanal 33 des Zylinderkerns
einführbar ist. Die Bohrschutzscheibe 67 ist gemeinsam mit dem Zylinderkern 13 drehbar
und mit dem Zylinderkern 13 durch Formschluss verdrehfest verbunden. Hierfür kann
die Bohrschutzscheibe 67 Umfangsvertiefungen 73 (vgl. Fig. 1A, 2A und 4A) oder Umfangsvorsprünge
75 (vgl. Fig. 3A) aufweisen, in die komplementär ausgebildete Umfangsvorsprünge des
Zylinderkerns 13 eingreifen bzw. die in komplementär ausgebildete Umfangsvertiefungen
des Zylinderkerns 13 eingreifen. In ihrer Betriebsstellung ist die Bohrschutzscheibe
67 bezüglich der Drehachse A des Zylinderkerns 13 in einer vorbestimmten axialen Position
angeordnet. Durch gewaltsame Krafteinwirkung kann die Bohrschutzscheibe 67 jedoch
aus der vorbestimmten axialen Position in Rich-tung der Rückseite des Zylinderkerns
13 axial versetzt werden.
[0058] Der jeweilige Schließzylinder weist gemäß den verschiedenen Ausführungsformen gemäß
Fig. 1 bis 4 eine Sperreinrichtung auf, die in der vorbestimmten axialen Position
der Bohrschutzscheibe 67 die Drehung des Zylinderkerns 13 zulässt, wobei die Sperreinrichtung
durch das axiale Versetzen der Bohrschutzscheibe 67 in eine Sperrstellung bewegbar
ist, in der die Sperreinrichtung direkt oder indirekt eine Drehung des Zylinderkerns
13 aus der Verriegelungsstellung verhindert.
[0059] Bei der in Fig. 1 gezeigten Ausführungsform umfasst die Sperreinrichtung zwei Sperren
81 in Form von Blöcken, die in einer jeweiligen Ausnehmung 83 des Zylinderkerns 13
aufgenommen sind. Hierdurch sind die Sperren 81 an dem Zylinderkern 13 in Drehrichtung
festgelegt, jedoch in radialer Richtung beweglich (vgl. Fig. 1B und 1C). Die zwei
Ausnehmungen 83 und somit auch die zwei Sperren 81 liegen einander bezüglich der Drehachse
A des Zylinderkerns 13 diametral gegenüber. Das Zylindergehäuse 11 weist zwei den
Sperren 81 zugeordnete Eingriffsöffnungen 85 auf (vgl. Fig. 1A, 1C und 1E). In der
in den Fig. 1A bis 1E gezeigten Verriegelungsstellung des Zylinderkerns 13 sind die
Eingriffsöffnungen 85 des Zylindergehäuses 11 radial in Flucht zu den Ausnehmungen
83 des Zylinderkerns 13 angeordnet. In der in Fig. 1A bis 1C gezeigten vorbestimmten
axialen Position der Bohrschutzscheibe 67 relativ zu dem Zylinderkern 13 nehmen die
Sperren 91 eine Bereitschaftsstellung ein und befinden sich vollständig innerhalb
der Ausnehmungen 83 des Zylinderkerns 13. Somit lassen die Sperren 81 eine Drehung
des Zylinderkerns 13 relativ zu dem Zylindergehäuse 11 zu, so dass der Zylinderkern
13 mitsamt der Bohrschutzscheibe 67 aus der gezeigten Verriegelungsstellung in die
Entriegelungsstellung gedreht werden kann, wenn mittels des zugeordneten Schlüssels
69 die Zuhaltungen 21 des Schließzylinders in die Freigabestellung gebracht werden
(vgl. Fig. 5).
[0060] Wenn jedoch bei einem Aufbruchsversuch die Bohrschutzscheibe 67 in Richtung der Rückseite
des Schließzylinders versetzt wird, werden die Sperren 81 von der Bohrschutzscheibe
67 nach radial außen gedrängt. Hierdurch nehmen die Sperren 81 eine Sperrstellung
ein, in der die Sperren 81 in die zugeordneten Eingriffsöffnungen 85 des Zylindergehäuses
11 eingreifen und somit den Zylinderkern 13 gegen eine Drehung relativ zum Zylindergehäuse
11 sperren (vgl. Fig. 1D und 1E). Die Sperren 81 verhindern hierdurch eine Drehung
des Zylinderkerns 13 aus der gezeigten Verriegelungsstellung in Richtung der Entriegelungsstellung.
[0061] Damit die bei einem typischen Aufbruchsversuch entstehende axiale Bewegung der Bohrschutzscheibe
67 in die radiale Bewegung der Sperren 81 umgelenkt wird, weisen die Bohrschutzscheibe
67 und die Sperren 81 einander zugeordnete Antriebsschrägen 87, 89 auf. Die in der
vorbestimmten axialen Position befindliche Bohrschutzscheibe 67 stützt sich über die
Antriebsschrägen 87, 89 an den in der Bereitschaftsstellung befindlichen Sperren 81
ab (vgl. Fig. 1C). Während der Bewegung der Sperren 81 in Richtung der Sperrstellung
vollziehen die Sperren 81 eine Schwenkbewegung (vgl. Fig. 1C und 1E).
[0062] Bei der in Fig. 2 gezeigten Ausführungsform umfasst die Sperreinrichtung zwei Sperren
91 in Form von geschlitzten Blöcken, die in einer jeweiligen Ausnehmung 93 des Zylinderkerns
13 aufgenommen sind. Hierdurch sind die Sperren 91 an dem Zylinderkern 13 in Drehrichtung
festgelegt, jedoch in radialer Richtung beweglich (vgl. Fig. 2B und 2C). Die zwei
Ausnehmungen 93 und somit auch die zwei Sperren 91 liegen einander bezüglich der Drehachse
A des Zylinderkerns 13 diametral gegenüber. Das Zylindergehäuse 11 weist zwei den
Sperren 91 zugeordnete Eingriffsöffnungen 95 auf (vgl. Fig. 2A und 2D). In der in
den Fig. 2A bis 2E gezeigten Verriegelungsstellung des Zylinderkerns 13 sind die Eingriffsöffnungen
95 des Zylindergehäuses 11 radial in Flucht zu den Ausnehmungen 93 des Zylinderkerns
13 angeordnet. In der in Fig. 2A bis 2C gezeigten vorbestimmten axialen Position der
Bohrschutzscheibe 67 relativ zu dem Zylinderkern 13 nehmen die Sperren 91 eine Bereitschaftsstellung
ein und befinden sich vollständig innerhalb der Ausnehmungen 93 des Zylinderkerns
13. Somit lassen die Sperren 91 eine Drehung des Zylinderkerns 13 relativ zu dem Zylindergehäuse
11 zu, so dass der Zylinderkern 13 mitsamt der Bohrschutzscheibe 67 aus der gezeigten
Verriegelungsstellung in die Entriegelungsstellung gedreht werden kann, wenn mittels
des zugeordneten Schlüssels 69 die Zuhaltungen 21 des Schließzylinders in die Freigabestellung
gebracht werden (vgl. Fig. 5).
[0063] Wenn jedoch bei einem Aufbruchsversuch die Bohrschutzscheibe 67 in Richtung der Rückseite
des Schließzylinders versetzt wird, werden die Sperren 91 von der Bohrschutzscheibe
67 nach radial außen gedrängt. Hierdurch nehmen die Sperren 91 eine Sperrstellung
ein, in der die Sperren 91 in die zugeordneten Eingriffsöffnungen 95 des Zylindergehäuses
11 eingreifen und somit den Zylinderkern 13 gegen eine Drehung relativ zum Zylindergehäuse
11 sperren (vgl. Fig. 2D und 2E). Die Sperren 91 verhindern hierdurch eine Drehung
des Zylinderkerns 13 aus der gezeigten Verriegelungsstellung in Richtung der Entriegelungsstellung.
[0064] Damit die bei einem typischen Aufbruchsversuch entstehende axiale Bewegung der Bohrschutzscheibe
67 in die radiale Bewegung der Sperren 91 umgelenkt wird, weisen die Bohrschutzscheibe
67 und die Sperren 91 einander zugeordnete Antriebsschrägen 97, 99 auf. Während der
Bewegung der Sperren 91 in Richtung der Sperrstellung vollziehen die Sperren 81 eine
translatorische Bewegung (vgl. Fig. 2C und 2E).
[0065] Im Unterschied zu der Ausführungsform gemäß Fig. 1 weist die Sperreinrichtung gemäß
Fig. 2 einen elastischen Halter 101 in Form eines Federrings auf, der die Sperre 91
nach radial innen in Richtung einer Bereitschaftsstellung vorspannt, solange die Bohrschutzscheibe
67 die vorbestimmte axiale Position einnimmt. Der elastische Halter 101 greift in
einen radial äußeren Schlitz der jeweiligen Sperre 91 ein. Der elastische Halter 101
kann beispielsweise aus Kunststoff, Gummi oder Metall bestehen. Der elastische Halter
101 kann sich entlang des gesamten Umfangs des Zylinderkerns 13 erstrecken, oder lediglich
an Umfangsabschnitten im Bereich der Sperren 91.
[0066] Die in der vorbestimmten axialen Position befindliche Bohrschutzscheibe 67 stützt
sich über die Antriebsschrägen 97, 99 kraftschlüssig an den in der Bereitschaftsstellung
befindlichen, nach radial innen vorgespannten Sperren 91 ab (vgl. Fig. 2C). Hierdurch
ist die vorbestimmte axiale Position der Bohrschutzscheibe 67 festgelegt.
[0067] Bei der in Fig. 3 gezeigten Ausführungsform umfasst die Sperreinrichtung zwei Sperrabschnitte
111 der Bohrschutzscheibe 67. Die Sperrabschnitte 111 sind durch radial nach außen
weisende Vorsprünge der Bohrschutzscheibe 67 gebildet. Die Bohrschutzscheibe 67 ist
mit dem Zylinderkern 13 durch formschlüssigen Eingriff verdrehfest verbunden. Das
Zylindergehäuse 11 weist zwei dem jeweiligen Sperrabschnitt 111 zugeordnete Eingriffsöffnungen
113 auf. Die Eingriffsöffnungen 113 sind in Richtung der Vorderseite des Schließzylinders
offen, jedoch in Umfangsrichtung begrenzt, insbesondere unterschiedlich begrenzt wie
nachfolgend noch erläutert wird. In der in den Fig. 3A bis 3D gezeigten Verriegelungsstellung
des Zylinderkerns 13 sind die Sperrabschnitte 111 der Bohrschutzscheibe 67 axial in
Flucht zu den Eingriffsöffnungen 113 des Zylindergehäuses 11 angeordnet (einseitiger
Teileingriff der Sperrabschnitte 111 in die Eingriffsöffnungen 113). In der in Fig.
3A und 3B gezeigten vorbestimmten axialen Position der Bohrschutzscheibe 67 relativ
zu dem Zylinderkern 13 sind die Sperrabschnitte 111 axial derart beabstandet von den
Eingriffsöffnungen 113, dass der Zylinderkern 13 mitsamt der Bohrschutzscheibe 67
aus der gezeigten Verriegelungsstellung in die Entriegelungsstellung gedreht werden
kann (in der Darstellung gemäß Fig. 3A bis 3D im Uhrzeigersinn), wenn mittels des
zugeordneten Schlüssels 69 die Zuhaltungen 21 des Schließzylinders in die Freigabestellung
gebracht werden (vgl. Fig. 5). Hierdurch kann ein Antriebsfortsatz 115 des Zylinderkerns
13 (vgl. Fig. 3A und 3C) gedreht werden, beispielsweise um einen Verriegelungsmechanismus
eines Schlosses zu betätigen.
[0068] Wenn jedoch bei einem Aufbruchsversuch die Bohrschutzscheibe 67 in Richtung der Rückseite
des Schließzylinders versetzt wird, gelangen die Sperrabschnitte 111 der Bohrschutzscheibe
67 in vollständigen Eingriff mit den Eingriffsöffnungen 113 des Zylindergehäuses 11
und nehmen somit eine Sperrstellung ein, in der Sperrabschnitte 111 über die Bohrschutzscheibe
67 den Zylinderkern 13 gegen eine Drehung relativ zum Zylindergehäuse 11 sperren (vgl.
Fig. 3C und 3D). Die Sperrabschnitte 111 verhindern hierdurch eine Drehung des Zylinderkerns
13 aus der gezeigten Verriegelungsstellung in Richtung der Entriegelungsstellung.
[0069] Bei der Ausführungsform gemäß Fig. 3 sind also keine zusätzlichen Teile erforderlich,
um die Sperreinrichtung zu bilden, sondern die Sperreinrichtung ist integral an der
Bohrschutzscheibe 67 ausgebildet.
[0070] Ein optionales Zusatzmerkmal des Schließzylinders gemäß Fig. 3 besteht darin, dass
die Sperrabschnitte 111 der Bohrschutzscheibe 67 in der vorbestimmten axialen Position
der Bohrschutzscheibe 67, also im bestimmungsgemäßen Betrieb des Schließzylinders,
durch den genannten Teileingriff in die Eingriffsöffnungen 113 zugleich als eine Drehwinkelbegrenzung
bei der Drehung des Zylinderkerns 13 zwischen der gezeigten Verriegelungsstellung
und der Entriegelungsstellung dienen. Hierfür weist das Zylindergehäuse 11 für den
jeweiligen Sperrabschnitt 111 einen in Umfangsrichtung wirksamen ersten Anschlagabschnitt
117 und einen in Umfangsrichtung wirksamen zweiten Anschlagabschnitt 119 auf, wobei
in der vorbestimmten axialen Position der Bohrschutzscheibe 67 der erste Anschlagabschnitt
117 und der zweite Anschlagabschnitt 119 des Zylindergehäuses 11 einen möglichen Drehwinkelbereich
des Sperrabschnitts 111 begrenzen.
[0071] Bei der in Fig. 4 gezeigten Ausführungsform umfasst die Sperreinrichtung einen Sperrabschnitt
145 eines Riegels 147, der ähnlich wie der Riegel 47 gemäß Fig. 5 an dem Zylinderkern
13 schwenkbar befestigt ist, beispielsweise mittels eines Anlenkstifts. Die Schwenkachse
des Riegels 147 verläuft parallel zu der Drehachse A des Zylinderkerns 13 (vgl. Fig.
5). Der Riegel 147 nimmt in der Blockierstellung der Zuhaltungen 21 (vgl. Fig. 5B)
eine Blockierstellung ein und blockiert den Zylinderkern 13 gegen eine Drehung in
Richtung der Entriegelungsstellung. Hierfür kann, wie im Zusammenhang mit Fig. 5B
erläutert, ein Blockierabschnitt 65 des Riegels 147 in eine zugeordnete Blockierausnehmung
19 des Zylindergehäuses 11 eingreifen. Wenn jedoch durch Einführen des zugeordneten
Schlüssels 69 in den Schlüsselkanal 33 sämtliche Zuhaltungen 21 in die jeweilige Freigabestellung
gebracht sind, gibt auch der Riegel 147 den Zylinderkern 13 für eine Drehung frei,
wobei durch Drehen des Zylinderkerns 13 in Richtung der Entriegelungsstellung der
Riegel 147 nach radial innen in eine Freigabestellung geschwenkt wird (vgl. Fig. 5C).
[0072] Bei der in Fig. 4 gezeigten Ausführungsform weist das Zylindergehäuse 11 eine dem
Sperrabschnitt 145 des Riegels 147 zugeordnete Eingriffsöffnung 149 auf. Die Eingriffsöffnung
149 ist beabstandet, jedoch in axialer Flucht zu dem Sperrabschnitt 145 angeordnet,
wenn der Riegel 147 sich in der Blockierstellung befindet (vgl. Fig. 4A bis 4C). Wenn
jedoch bei einem Aufbruchsversuch ausgehend von der Verriegelungsstellung des Zylinderkerns
13 und der Blockierstellung des Riegels 147 der Zylinderkern 13 in Richtung der Rückseite
des Schließzylinders versetzt wird, wird auch der an dem Zylinderkern 13 gelenkig
befestigte Riegel 147 in axialer Richtung bewegt, so dass der Sperrabschnitt 145 des
Riegels 145 in die Eingriffsöffnung 149 des Zylindergehäuses 11 hinein bewegt wird.
Die nach radial innen geschlossene Umrandung der Eingriffsöffnung 149 verhindert somit
eine nachfolgende Bewegung des Sperrabschnitts 145 nach radial innen, und der Sperrabschnitt
145 sperrt somit den Riegel 147 in der Blockierstellung (vgl. Fig. 4D und 4E). Die
auch in Umfangsrichtung teilweise geschlossene Umrandung der Eingriffsöffnung 149
verhindert ferner eine nachfolgende Bewegung des Sperrabschnitts 145 in Richtung der
Entriegelungsstellung des Zylinderkerns 13. Hierdurch verhindern der Riegel 147 und
der Sperrabschnitt 145 eine Drehung des Zylinderkerns 13 aus der Verriegelungsstellung
in Richtung der Entriegelungsstellung, selbst wenn die Zuhaltungen 21 gewaltsam in
ihre Freigabestellung gebracht werden.
[0073] Das Sperren des Riegels 147 in der Blockierstellung wird wie erläutert dadurch erreicht,
dass der Zylinderkern 13 relativ zu dem Zylindergehäuse 11 gewaltsam in Richtung der
Rückseite des Schließzylinders bewegt wird. Hierfür ist die in Fig. 1 und 4 gezeigte,
an der Vorderseite des Zylinderkerns 13 angeordnete Bohrschutzscheibe 67 nicht zwingend
erforderlich. Das zusätzliche Vorhandensein der Bohrschutzscheibe 67 ist jedoch von
Vorteil, um den Zylinderkern 13 gegen Zerstörung durch ein von außen angesetztes Werkzeug
zu schützen und um im Falle eines Aufbruchsversuchs die axiale Bewegung des Zylinderkerns
13 hervorzurufen, die den Sperrabschnitt 145 des Riegels 147 in Eingriff mit der Eingriffsöffnung
149 bringt, ohne dass der Zylinderkern 13 oder der Riegel 147 hierbei verkantet.
Bezugszeichenliste
[0074]
- 11
- Zylindergehäuse
- 13
- Zylinderkern
- 15
- Ausnehmung
- 17
- weitere Ausnehmung
- 19
- Blockierausnehmung
- 21
- Zuhaltung
- 23
- Kernabschnitt
- 25
- Eingriffsabschnitt
- 27
- weiterer Eingriffsabschnitt
- 29
- Schlüsselöffnung einer Zuhaltung
- 31
- Einführöffnung des Zylinderkerns
- 33
- Schlüsselkanal
- 35
- Verzahnungszone
- 37
- weitere Verzahnungszone
- 39
- Freigabeausnehmung
- 41
- Vorspannfeder
- 43
- Verdrehsicherungsplättchen
- 45
- Vorspannfeder
- 47
- Riegel
- 49
- Anlenkstift
- 51
- Anlenköffnung
- 53
- Torsionsfeder
- 55
- Druckfeder
- 57
- Blockierabschnitt
- 59
- Federaufnahme
- 61
- Stegabschnitt
- 63
- Gegenverzahnungszone
- 65
- Blockierabschnitt
- 67
- Bohrschutzscheibe
- 69
- Schlüssel
- 71
- Schlüsseleinführöffnung der Bohrschutzscheibe
- 73
- Umfangsvertiefung der Bohrschutzscheibe
- 75
- Umfangsvorsprung der Bohrschutzscheibe
- 81
- Sperre
- 83
- Ausnehmung
- 85
- Eingriffsöffnung
- 87
- Antriebsschräge der Bohrschutzscheibe
- 89
- Antriebsschräge der Sperre
- 91
- Sperre
- 93
- Ausnehmung
- 95
- Eingriffsöffnung
- 97
- Antriebsschräge der Bohrschutzscheibe
- 99
- Antriebsschräge der Sperre
- 101
- elastischer Halter
- 111
- Sperrabschnitt der Bohrschutzscheibe
- 113
- Eingriffsöffnung
- 115
- Antriebsfortsatz
- 117
- Anschlagabschnitt
- 119
- Anschlagabschnitt
- 145
- Sperrabschnitt
- 147
- Riegel
- 149
- Eingriffsöffnung
- A
- Drehachse des Zylinderkerns
- X
- Vorspannrichtung der Zuhaltung
- Y
- Vorspannrichtung des Riegels
- O
- Entriegelungsdrehrichtung des Zylinderkerns
1. Schließzylinder, mit einem Zylindergehäuse (11), einem Zylinderkern (13), der im Zylindergehäuse
(11) zwischen einer Verriegelungsstellung und einer Entriegelungsstellung drehbar
gelagert ist, und mehreren Zuhaltungen (21), die mittels eines zugeordneten Schlüssels
(69) aus einer Blockierstellung in eine Freigabestellung bewegbar sind;
wobei der Zylinderkern (13) in der Verriegelungsstellung gegen eine Drehung blockiert
ist, wenn die Zuhaltungen (21) die Blockierstellung einnehmen, und wobei der Zylinderkern
(13) für eine Drehung freigegeben ist, wenn die Zuhaltungen (21) die Freigabestellung
einnehmen;
wobei der Schließzylinder eine Bohrschutzscheibe (67) aufweist, die eine Vorderseite
des Zylinderkerns (13) überdeckt und eine Schlüsseleinführöffnung (71) aufweist, durch
die der Schlüssel (69) in den Zylinderkern (13) einführbar ist, wobei die Bohrschutzscheibe
(67) drehbar und in einer vorbestimmten axialen Position angeordnet ist, wobei die
Bohrschutzscheibe (67) durch gewaltsame Krafteinwirkung aus der vorbestimmten axialen
Position in Richtung des Zylinderkerns (13) axial versetzbar ist; und
wobei der Schließzylinder eine Sperreinrichtung aufweist, die in der vorbestimmten
axialen Position der Bohrschutzscheibe (67) eine Drehung des Zylinderkerns (13) in
die Entriegelungsstellung zulässt, wobei die Sperrein-richtung durch das axiale Versetzen
der Bohrschutzscheibe (67) in eine Sperrstellung bewegbar ist, in der die Sperreinrichtung
die Drehung des Zylinderkerns (13) in die Entriegelungsstellung verhindert.
2. Schließzylinder nach Anspruch 1,
wobei die Sperreinrichtung wenigstens eine Sperre (81, 91) aufweist, die an dem Zylinderkern
(13) in Drehrichtung festgelegt und in radialer Richtung beweglich gelagert ist, wobei
das Zylindergehäuse (11) wenigstens eine der Sperre (81, 91) zugeordnete Eingriffsöffnung
(85, 95) aufweist, wobei durch das axiale Versetzen der Bohrschutzscheibe (67) die
Sperre (81, 91) nach radial außen in die Sperrstellung bewegbar ist, in der die Sperre
(81, 91) in die zugeordnete Eingriffsöffnung (85, 95) des Zylindergehäuses (11) eingreift
und hierdurch den Zylinderkern (13) gegen eine Drehung relativ zum Zylindergehäuse
(11) sperrt.
3. Schließzylinder nach Anspruch 2,
wobei die Bohrschutzscheibe (67) und die Sperre (81, 91) einander zugeordnete Antriebsschrägen
(87, 89; 97, 99) aufweisen, um bei dem axialen Versetzen der Bohrschutzscheibe (67)
eine axiale Bewegung der Bohrschutzscheibe (67) in die Bewegung der Sperre (81, 91)
nach radial außen umzulenken.
4. Schließzylinder nach Anspruch 2 oder 3,
wobei die Sperre (81, 91) an dem Zylinderkern (13) derart gelagert ist, dass die Sperre
(81, 91) bei der Bewegung nach radial außen eine translatorische Bewegung oder eine
Schwenkbewegung vollzieht.
5. Schließzylinder nach einem der Ansprüche 2 bis 4,
wobei die Sperreinrichtung einen elastischen Halter (101) aufweist, der die Sperre
(81, 91) in einer Bereitschaftsstellung hält, solange die Bohrschutzscheibe (67) die
vorbestimmte axiale Position einnimmt.
6. Schließzylinder nach einem der Ansprüche 2 bis 5,
wobei die in der vorbestimmten axialen Position befindliche Bohrschutzscheibe (67)
sich an der Sperre (81, 91) abstützt.
7. Schließzylinder nach Anspruch 1,
wobei die Sperreinrichtung wenigstens einen Sperrabschnitt (111) der Bohrschutzscheibe
(67) umfasst, wobei das Zylindergehäuse (11) wenigstens eine dem Sperrabschnitt (111)
zugeordnete Eingriffsöffnung (113) aufweist, wobei durch das axiale Versetzen der
Bohrschutzscheibe (67) der Sperrabschnitt (111) der Bohrschutzscheibe (67) in axialer
Richtung in die Eingriffsöffnung (113) des Zylindergehäuses (11) bewegbar ist und
der Sperrabschnitt (111) der Bohrschutzscheibe (67) hierdurch den Zylinderkern (13)
gegen eine Drehung relativ zum Zylindergehäuse (11) sperrt.
8. Schließzylinder nach Anspruch 7,
wobei das Zylindergehäuse (11) einen in Umfangsrichtung wirksamen ersten Anschlagabschnitt
(117) und einen in Umfangsrichtung wirksamen zweiten Anschlagabschnitt (119) aufweist,
wobei in der vorbestimmten axialen Position der Bohrschutzscheibe (67) der erste Anschlagabschnitt
(117) und der zweite Anschlagabschnitt (119) des Zylindergehäuses (11) einen möglichen
Drehwinkelbereich des Sperrabschnitts (111) der Bohrschutzscheibe (67) begrenzen,
wenn der Zylinderkern (13) zwischen der Verriegelungsstellung und der Entriegelungsstellung
gedreht wird.
9. Schließzylinder nach Anspruch 1,
wobei der Schließzylinder ferner einen Riegel (147) aufweist, der zwischen einer Blockierstellung
und einer Freigabestellung beweglich ist, wobei der Riegel (147) in der Blockierstellung
der Zuhaltungen (21) die Blockierstellung einnimmt und der Riegel in der Freigabestellung
den Zylinderkern (13) für eine Drehung freigibt;
wobei die Sperreinrichtung wenigstens einen Sperrabschnitt (145) des Riegels (147)
umfasst, wobei das Zylindergehäuse (11) wenigstens eine dem Sperrabschnitt (145) des
Riegels (147) zugeordnete Eingriffsöffnung (149) aufweist;
wobei durch das axiale Versetzen der Bohrschutzscheibe (67) der Sperrabschnitt (145)
des Riegels (145) in einen Eingriff mit der Eingriffsöffnung (149) des Zylindergehäuses
(11) bewegbar ist und der Sperrabschnitt (145) hierdurch den Riegel (147) in der Blockierstellung
sperrt.
10. Schließzylinder nach Anspruch 9,
wobei durch das axiale Versetzen der Bohrschutzscheibe (67) der Riegel (147) und somit
der Sperrabschnitt (145) des Riegels (147) in axialer Rich-tung bewegbar sind.
11. Schließzylinder nach Anspruch 9 oder 10,
wobei der Riegel (147) durch eine Schwenkbewegung zwischen der Blockierstellung und
einer Freigabestellung bewegbar ist.
12. Schließzylinder nach einem der Ansprüche 9 bis 11,
wobei der Riegel (147) in der Blockierstellung den Zylinderkern (13) gegen eine Drehung
sperrt, und/oder wobei der in die Eingriffsöffnung (149) des Zylindergehäuses (11)
eingreifende Sperrabschnitt (145) des Riegels (147) den Zylinderkern (13) gegen eine
Drehung sperrt.
13. Schließzylinder, mit einem Zylindergehäuse (11), einem Zylinderkern (13), der im Zylindergehäuse
(11) zwischen einer Verriegelungsstellung und einer Entriegelungsstellung drehbar
gelagert ist, und mehreren Zuhaltungen (21), die mittels eines zugeordneten Schlüssels
(69) aus einer Blockierstellung in eine Freigabestellung bewegbar sind;
wobei der Zylinderkern (13) gegen eine Drehung blockiert ist, wenn die Zuhaltungen
(21) die Blockierstellung einnehmen, und wobei der Zylinderkern (13) für eine Drehung
freigegeben ist, wenn die Zuhaltungen (21) die Freigabestellung einnehmen;
wobei der Schließzylinder ferner einen Riegel (147) aufweist, der zwischen einer Blockierstellung
und einer Freigabestellung beweglich ist, wobei der Riegel (147) in der Blockierstellung
der Zuhaltungen (21) die Blockierstellung einnimmt und der Riegel in der Freigabestellung
den Zylinderkern (13) für eine Drehung freigibt;
wobei der Riegel (147) wenigstens einen Sperrabschnitt (145) umfasst, wobei das Zylindergehäuse
(11) wenigstens eine dem Sperrabschnitt (145) des Riegels (147) zugeordnete Eingriffsöffnung
(149) aufweist; wobei der Zylinderkern (13) durch gewaltsame Krafteinwirkung aus einer
vorbestimmten axialen Position relativ zu dem Zylindergehäuse (11) in Richtung einer
Rückseite des Zylindergehäuses (11) axial versetzbar ist; und
wobei durch das axiale Versetzen des Zylinderkerns (13) der Sperrabschnitt (145) des
Riegels (147) in einen Eingriff mit der Eingriffsöffnung (149) des Zylindergehäuses
(11) bewegbar ist und der Sperrabschnitt (145) hierdurch den Riegel (147) in der Blockierstellung
sperrt.
14. Schließzylinder nach Anspruch 13,
wobei der Riegel (147) durch eine Schwenkbewegung zwischen der Blockierstellung und
einer Freigabestellung bewegbar ist.
15. Schließzylinder nach Anspruch 13 oder 14,
wobei der Riegel (147) in der Blockierstellung den Zylinderkern (13) gegen eine Drehung
sperrt, und/oder wobei der in die Eingriffsöffnung (149) des Zylindergehäuses (11)
eingreifende Sperrabschnitt (145) des Riegels (147) den Zylinderkern (13) gegen eine
Drehung sperrt.