[0001] Die Erfindung betrifft einen Möbelbeschlag zum gelenkigen Verbinden eines bewegbaren
Möbelteils mit einem Möbelkorpus, wobei der Möbelbeschlag einen Stellarm, der zwischen
einer Offenstellung und einer Schließstellung schwenkbar ist, eine Antriebseinheit
zum Verstellen des Stellarms zwischen der Schließstellung und der Offenstellung, mit
einem Elektromotor und einem von dem Elektromotor um eine Drehachse angetriebenen
Ausgangselement zum Verstellen des Stellarms, und eine Positionserfassungseinheit
mit einer um eine Sensorachse drehbar gelagerten Sensorwelle und einem zumindest mittelbar
mit dem Ausgangselement antriebsverbundenen Sensorrad zum Drehen der Sensorwelle,
umfasst.
[0002] Ferner betrifft die Erfindung eine Positionserfassungseinheit für den Möbelbeschlag
sowie ein Möbel.
[0003] Möbelbeschläge der eingangs genannten Art werden beispielsweise dazu eingesetzt,
bewegbare Möbelteile, insbesondere Klappen, Faltklappen, Türen oder dergleichen, zwischen
einer Schließstellung und einer Offenstellung verstellbar an einem Korpus eines Möbels
zu befestigen.
[0004] Hierzu weisen Möbelbeschläge üblicherweise einen Stellarm auf, der zwischen einer
Offenstellung und einer Schließstellung schwenkbar ist. Zum Verstellen des Stellarms
zwischen der Schließstellung und der Offenstellung können Möbelbeschläge eine Antriebseinheit
mit einem Elektromotor und einem von dem Elektromotor um eine Drehachse angetriebenen
Antriebsrad aufweisen. Ferner kann eine Positionserfassungseinheit mit einer um eine
Sensorachse drehbar gelagerten Sensorwelle und einem mit dem Antriebsrad antriebsverbundenen
Sensorrad zum Drehen der Sensorwelle vorgesehen sein.
[0005] Aus der
AT 11823 U1 ist eine Einrichtung zum Öffnen und Schließen von an einem Möbelkorpus gelagerten
Möbeltüren oder Möbelklappen mit einem elektrischen Antrieb bekannt. Der elektrische
Antrieb weist einen motorisch schwenkbaren Hebel auf, der an seinem freien Ende einen
Schlitten trägt, der in bzw. an einer Führung verschiebbar geführt ist. Die Bewegung
des Hebels wird über Zahnräder an ein Potentiometer übermittelt. Eine Winkelveränderung
des Hebels wirkt sich in einer Spannungs- bzw. Widerstandsänderung im Potentiometer
aus, der ein entsprechendes Signal an die Steuerung übermittelt.
[0006] Die
AT 526 799 A1 offenbart ein recheneinheitgestütztes Verfahren zur Bewegung eines bewegbaren Möbelteils.
Aus der
EP 4 471 299 A1 ist ein mechanischer Getriebeaktuator für ein Fahrzeug bekannt.
[0007] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Möbelbeschlag bereitzustellen, der
eine einfache und zuverlässige Erfassung der Position des Stellarms ermöglicht.
[0008] Die Aufgabe wird gelöst durch einen Möbelbeschlag zum gelenkigen Verbinden eines
bewegbaren Möbelteils mit einem Möbelkorpus, mit einem Stellarm, der zwischen einer
Offenstellung und einer Schließstellung schwenkbar ist. Erfindungsgemäß weist der
Möbelbeschlag eine Antriebseinheit zum Verstellen des Stellarms zwischen der Schließstellung
und der Offenstellung, mit einem Elektromotor und einem von dem Elektromotor um eine
Drehachse angetriebenen Ausgangselement zum Verstellen des Stellarms auf. Der Möbelbeschlag
weist erfindungsgemäß eine Positionserfassungseinheit mit einer um eine Sensorachse
drehbar gelagerten Sensorwelle und einem zumindest mittelbar mit dem Ausgangselement
antriebsverbundenen Sensorrad zum Drehen der Sensorwelle auf. Erfindungsgemäß weist
die Sensorwelle zumindest einen Endanschlag zum Begrenzen der Drehbewegung bis zu
einer der Offenstellung oder der Schließstellung des Stellarms zugeordneten Endposition
der Sensorwelle auf und das Sensorrad ist über eine drehmomentbegrenzende Kupplung
mit der Sensorwelle gekoppelt.
[0009] Indem die Positionserfassungseinheit über das Sensorrad mit dem Ausgangselement verbunden
ist, kann die Drehbewegung des Ausgangselements um die Drehachse zuverlässig und präzise
erfasst werden. Die Drehbewegung der Sensorwelle, insbesondere die Winkelposition
der Sensorwelle, kann einfach und schnell erfasst werden, um die Position des Stellarms
zu bestimmen. Dadurch, dass die Sensorwelle den zumindest einen Endanschlag aufweist,
kann anhand der Endposition zumindest die Offenstellung oder die Schließstellung des
Stellarms flexibel bestimmt werden. Durch die drehmomentbegrenzende Kupplung kann
bei Erreichen der Endposition am Endanschlag das Drehmoment der Sensorwelle begrenzt,
insbesondere auf Null gesetzt, werden. Hierdurch können die Sensorwelle und mögliche
weitere mit der Sensorwelle verbundene elektronische Komponenten in der Endposition
geschützt werden.
[0010] Der Möbelbeschlag, insbesondere ein Klappenbeschlag, kann als eine Vorrichtung verstanden
werden, mit der das bewegliche Möbelteil, zum Beispiel eine Klappe, Faltklappe, Tür
oder dergleichen, gelenkig mit dem Möbelkorpus verbunden ist. Unter der gelenkigen
Verbindung zwischen zwei Elementen wird verstanden, dass diese Elemente an einem oder
mehreren Gelenken beliebig, beispielsweise, rotatorisch und/oder linear relativ zueinander
beweglich miteinander verbunden sind. Der Stellarm kann ein- oder mehrteilig gebildet
sein. Weiter kann der Stellarm um eine Stellachse zwischen der Schließstellung und
der Offenstellung verschwenkbar sein.
[0011] Die Antriebseinheit für den Möbelbeschlag beschreibt eine Baugruppe mit mehreren
zusammenwirkenden Bauteilen oder Baueinheiten zum Antreiben des Stellarms des Möbelbeschlags.
Der Elektromotor kann mittelbar oder unmittelbar über eine Antriebswelle mit einem
Antriebsrad verbunden sein. Die Antriebswelle kann beispielsweise als Schneckenwelle
ausgebildet sein und/oder über ein zusätzliches Zahnrad mit dem Antriebsrad verbunden
sein. Das Antriebsrad kann über ein Getriebe, insbesondere ein Planetengetriebe mit
dem Ausgangselement verbunden sein. Das Ausgangselement ist zumindest mittelbar von
dem Elektromotor angetrieben und dreht sich in Abhängigkeit von der Drehrichtung des
Elektromotors, insbesondere des Antriebsrades der Antriebseinheit, um die Drehachse.
[0012] Unter der Positionserfassungseinheit kann eine Baugruppe aus zumindest zwei oder
mehr Bauteilen verstanden werden, die dazu ausgebildet ist, die Lage und/oder Bewegung
des Ausgangselements und des damit verbundenen Stellarms zu erfassen und in ein verwertbares
Ausgangssignal umzuwandeln. Die Positionserfassungseinheit kann mit einer Steuereinheit
verbunden sein und zumindest ein Sensorelement zum Erfassen der Winkelposition der
Sensorwelle aufweisen. Die Steuereinheit kann Auswertelektronik sowie Schnittstellen
zur Weiterverarbeitung der erfassten Positionsdaten aufweisen.
[0013] Die Positionserfassungseinheit weist zumindest die Sensorwelle und das Sensorrad
auf. Die Sensorwelle ist um die Sensorachse drehbar gelagert. Unter der Sensorwelle
kann ein zylindrisches Bauteil mit einem quer zu der Sensorachse angeordneten kreisförmigen
Querschnitt verstanden werden. Die Sensorachse kann im Abstand und/oder parallel zu
der Drehachse angeordnet sein. Insbesondere kann die Sensorwelle an einer Steuereinheit
des Möbelbeschlags gelagert sein. Die Sensorwelle kann einenends einen Formschlussabschnitt
zur Lagerung an der Steuereinheit aufweisen und anderenends können das Sensorrad und
die drehmomentbegrenzende Kupplung angeordnet sein. Der Formschlussabschnitt kann
beispielsweise als eine Abflachung einer Mantelfläche der Sensorwelle, die sich in
Richtung entlang der Sensorachse erstreckt, ausgebildet sein.
[0014] Das Sensorrad ist mit dem Ausgangselement antriebsverbunden. In diesem Zusammenhang
kann unter antriebsverbunden verstanden werden, dass das Drehmoment des Ausgangselements
über eine mittelbare oder unmittelbare Verbindung des Ausgangselements mit dem Sensorrad
auf das Sensorrad übertragen wird. Insbesondere kann das Sensorrad über ein zusätzliches
Übertragungszahnrad mit dem Ausgangselement verbunden sein. Das Übertragungszahnrad
kann in Drehmomentflussrichtung zwischen dem Ausgangselement und dem Sensorrad angeordnet
sein. Es ist denkbar, dass weitere Baugruppen oder Bauteile, beispielsweise ein Planetengetriebe
in Drehmomentflussrichtung zwischen dem Antriebsrad und dem Übertragungszahnrad angeordnet
sind. Beispielsweise kann das Übertragungszahnrad drehfest mit dem Ausgangselement,
zum Beispiel einem Planetenträger eines Planetengetriebes, verbunden sein. Über die
Kupplung ist das Sensorrad mit der Sensorwelle gekoppelt.
[0015] Die Kupplung kann dazu ausgebildet sein, das Drehmoment des Sensorrads auf die
[0016] Sensorwelle zu übertragen, bis eine Drehmomentobergrenze erreicht ist. Unter der
Drehmomentobergrenze kann eine Begrenzung des Betrags des Drehmoments und/oder eine
Begrenzung des Drehmoments bei Erreichen einer Winkelposition der Sensorwelle verstanden
werden. Die Drehmomentobergrenze kann beispielsweise bei Erreichen der Endposition
an dem Endanschlag erreicht sein. Die Kupplung kann derart ausgebildet sein, dass
die Sensorwelle in der Endposition von dem Sensorrad entkoppelt wird, um das Drehmoment
der Sensorwelle zu begrenzen. Durch die Kupplung kann das Drehmoment der Sensorwelle
in der Endposition auf Null reduziert werden.
[0017] Nach einer möglichen Ausgestaltung kann die Sensorwelle zwei Endanschläge aufweisen,
wobei ein erster Endanschlag der Offenstellung und ein zweiter Endanschlag der Schließstellung
des Stellarms zugeordnet sind. Die Endanschläge können derart an der Sensorwelle ausgebildet
sein, dass die Sensorwelle zwischen den beiden Endanschlägen innerhalb eines Drehwinkelbereichs
von weniger als 360° um die Sensorachse drehbar ist. Die Kupplung kann derart ausgebildet
sein, dass die Sensorwelle in den Endpositionen an den beiden Endanschlägen von dem
Sensorrad entkoppelt ist. Dadurch, dass die Sensorwelle zwei Endanschläge aufweist,
kann die Positionserfassungseinheit die Position des Stellarms bei der Öffnungsbewegung
und der Schließbewegung erfassen und dadurch sowohl die Offenstellung als auch die
Schließstellung des Stellarms bestimmen.
[0018] Gemäß einer möglichen Ausgestaltung kann die Sensorwelle einen Kopplungsabschnitt
aufweisen, der zur Ausbildung der drehmomentbegrenzenden Kupplung mit einem Verbindungsabschnitt
des Sensorrades reibgekoppelt ist. Der Kopplungsabschnitt und/oder der Verbindungsabschnitt
können derart ausgebildet sein, dass die Reibkopplung zwischen der Sensorwelle und
dem Sensorrad ohne ein zusätzliches Bauteil ausgebildet ist. Der Kopplungsabschnitt
kann an einem von dem Formschlussabschnitt abgewandten Ende der Sensorwelle angeordnet
oder ausgebildet sein.
[0019] Der Kopplungsabschnitt und der Verbindungsabschnitt können derart reibgekoppelt sein,
dass das Sensorrad beim Anliegen eines der Endanschläge der Sensorwelle an einem Gegenanschlag
der Antriebseinheit relativ zur Sensorwelle um die Sensorachse drehbar ist. Der Gegenanschlag
kann an einem Gehäuse der Antriebseinheit ausgebildet sein. Das Gehäuse kann ein Unterteil
und ein Oberteil aufweisen. Die beiden Teile des Gehäuses können über Verbindungsmittel,
beispielsweise Schrauben, oder Steckverbindungen miteinander verbindbar sein. Der
Gegenanschlag kann an einem dem Ausgangselement zugewandten Unterteil des Gehäuses
ausgebildet sein. Insbesondere kann der Gegenanschlag quer zu der Sensorachse, insbesondere
senkrecht zu der Sensorachse angeordnet sein. Die Endanschläge und/oder der Gegenanschlag
können jeweils als physische Abschnitte der Sensorwelle oder des Gehäuses ausgebildet
sein und in der zumindest einen Endposition oder den Endpositionen der Sensorwelle
aneinander anliegen. Indem die Kupplung als Reibkopplung ausgebildet ist, kann die
Sensorwelle einfach und zuverlässig bei Erreichen der Endpositionen von dem Sensorrad
entkoppelt werden.
[0020] Gemäß einer möglichen Weiterbildung kann das Sensorrad eine Durchgangsöffnung zur
Aufnahme des Kopplungsabschnitts der Sensorwelle aufweisen. Die Durchgangsöffnung
kann zentral an dem Sensorrad, insbesondere koaxial zu der Sensorachse ausgebildet
sein. Ferner kann die Durchgangsöffnung quer, insbesondere senkrecht zu der Sensorachse,
einen kreisförmigen Querschnitt aufweisen.
[0021] Der Verbindungsabschnitt oder der Kopplungsabschnitt können vorstehende Koppelvorsprünge
aufweisen, die auf einer Außenumfangsfläche der Sensorwelle oder einer Innenumfangsfläche
des Sensorrads reibschlüssig vorgespannt sitzen. Die Innenumfangsfläche kann die Durchgangsöffnung
definieren. Insbesondere kann der Kopplungsabschnitt des Sensorrads nach innen vorstehende
Koppelvorsprünge aufweisen, die auf der Außenumfangsfläche der Sensorwelle reibschlüssig
vorgespannt sitzen. Unter reibschlüssig vorgespannt kann in diesem Zusammenhang verstanden
werden, dass die Koppelvorsprünge derart nach innen vorstehen, dass zwischen den Koppelvorsprüngen
und der Außenumfangsfläche der Sensorwelle ein Reibschluss in Umfangsrichtung zu der
Sensorachse ausgebildet ist. Die Koppelvorsprünge können von der Innenumfangsfläche
des Sensorrads nach Innen vorstehen. Insbesondere können die Koppelvorsprünge als
Auswölbung der Innenumfangsfläche ausgebildet sein. Ein Radius der Außenumfangfläche
kann größer als der kleinste radiale Abstand des Koppelvorsprungs zu der Sensorachse
sein, um die Sensorwelle reibschlüssig mit dem Sensorrad zu verbinden. Zumindest der
Kopplungsabschnitt, insbesondere die Sensorwelle, kann aus einem Metallwerkstoff gebildet
sein. Die Koppelvorsprünge, insbesondere der Verbindungsabschnitt oder das Sensorrad,
können aus einem Kunststoffwerkstoff gebildet sein.
[0022] Es können zwei oder mehr Koppelvorsprünge vorgesehen sein. Grundsätzlich kann aber
auch nur ein Koppelvorsprung ausreichen, um die Sensorwelle reibschlüssig mit dem
Sensorrad zu koppeln. Beispielsweise sind drei Koppelvorsprünge in Umfangsrichtung
zu der Sensorachse verteilt an dem Sensorrad ausgebildet. Die Koppelvorsprünge können
in einem gleichen Abstand zueinander angeordnet sein. Alternativ oder zusätzlich können
ein Paar von Koppelvorsprüngen oder mehrere Koppelvorsprünge auch zufällige an dem
Sensorrad verteilt ausgebildet sein. Die Koppelvorsprünge können über ringförmige
Führungsabschnitte miteinander verbunden sein. An der Innenumfangsfläche oder der
Außenumfangsfläche kann eine um die Sensorachse umlaufende Ringnut für die Führungsabschnitte
ausgebildet sein, um das Sensorrad und die Sensorwelle gegen ein axiales Verstellen
zueinander entlang der Sensorachse zu sichern.
[0023] Sobald die Endanschläge der Sensorwelle in der Endposition angeordnet sind und an
dem Gegenanschlag anliegen, können die Koppelvorsprünge auf der Außenumfangsfläche
der Sensorwelle oder auf der Innenumfangsfläche des Sensorrads schleifen, um das Sensorrad
relativ zu der Sensorwelle um die Sensorachse zu drehen. Die vorteilhafte Ausgestaltung
der Sensorwelle und des Sensorrads sowie der drehmomentbegrenzenden Kupplung ermöglichen
auf einfache und zuverlässige Weise die Drehmomentbegrenzung der Sensorwelle.
[0024] Nach einer möglichen Ausgestaltung kann die Sensorwelle eine senkrecht zur Sensorachse
angeordnete Drehplatte aufweisen. Der zumindest eine Endanschlag zum Erfassen der
Endposition der Sensorwelle kann an der Drehplatte ausgebildet sein. Unter der Drehplatte
kann ein Bauteil oder Element verstanden werden, dass derart mit der Sensorwelle verbunden
ist, dass die Drehplatte mit der Sensorwelle um die Sensorachse drehbar ist.
[0025] Die Drehplatte kann endseitig an einem zylinderförmigen Schaft der Sensorwelle angeordnet
sein. Die Drehplatte kann einstückig mit dem Schaft ausgebildet oder mit dem Schaft
verbunden sein. Ferner kann die Drehplatte scheibenförmig ausgebildet sein, d.h.,
dass die Drehplatte eine Dickenerstreckung in Richtung entlang der Sensorachse aufweist,
die deutlich geringer ist als eine Längen- und/oder Breitenerstreckung senkrecht zu
der Sensorachse. Die Drehplatte kann senkrecht zu der Sensorachse einen kreisförmigen,
aber auch ellipsenförmigen oder polygonförmigen Querschnitt aufweisen. Die Drehplatte
kann eine Gleitfläche und eine im Abstand von der Gleitfläche angeordnete Außenfläche
aufweisen. Das Sensorrad kann an der Gleitfläche der Drehplatte anliegen. Die Oberflächenstruktur
der Gleitfläche kann derart ausgebildet sein, dass das Sensorrad an der Gleitfläche
einen geringen Reibwiderstand aufweist. Der Kopplungsabschnitt kann neben der Drehplatte,
insbesondere an die Drehplatte angrenzend ausgebildet sein. Weiter kann der Kopplungsabschnitt
einen größeren Querschnitt als der Schaft aufweisen.
[0026] Insbesondere sind beide Endanschläge der Sensorwelle an der Drehplatte ausgebildet.
Die Endanschläge können als Radialflächen der Drehplatte ausgebildet sein. Weiter
können die Endanschläge an einem in radialer Richtung zu der Sensorachse vorstehenden
Vorsprung der Drehplatte ausgebildet sein. Die Ausgestaltung der Sensorwelle und der
Drehplatte gewährleisten eine besonders einfache Konstruktion der Endanschläge.
[0027] Nach einer möglichen Weiterbildung kann der Möbelbeschlag eine mit der Positionserfassungseinheit,
insbesondere der Sensorwelle, verbundene Steuereinheit zum Steuern des Elektromotors
in Abhängigkeit von der Position des Stellarms aufweisen. Die Sensorwelle kann an
einem Sensorelement der Steuereinheit gelagert sein. Die Steuereinheit kann vorzugsweise
als programmierbare Einheit, z.B. als Computer oder speicherprogrammierte Steuerung
ausgebildet sein. Die Steuereinheit kann derart ausgebildet sein, dass sie in Abhängigkeit
von Sensorsignalen der Positionserfassungseinheit ein vorgebbares Programm, z.B. ein
Steuerprogramm ausführt. Das vorgebbare Programm kann Einstellungsmöglichkeiten für
den Bewegungsablauf des Stellarms aufweisen.
[0028] Nach einer möglichen Weiterbildung kann der Möbelbeschlag eine Entkopplungseinheit
zum Abkoppeln des Elektromotors der Antriebseinheit vom Ausgangselement, wenn die
Sensorwelle in einer der Endpositionen angeordnet ist. Die Entkopplungseinheit kann
den Elektromotor vom Ausgangselement abkoppeln, wenn die Sensorwelle in einer der
Endpositionen angeordnet ist. Die Entkoppelungseinheit kann in Drehmomentflussrichtung
zwischen dem Antriebsrad und dem Ausgangselement angeordnet sein. Die Entkopplungseinheit
kann derart ausgebildet sein, dass das Ausgangselement unabhängig von dem Drehmoment
des Elektromotors und/oder des Antriebsrades um die Drehachse drehbar ist. Durch die
Entkopplungseinheit können das Ausgangselement und der damit verbundene Stellarm manuell,
ohne Beschädigung der Antriebseinheit verstellt werden. Darüber hinaus ermöglicht
die Entkopplungseinheit in Verbindung mit der drehmomentbegrenzenden Kupplung der
Positionserfassungseinheit auf einfache Weise eine schnelles Anlernen der Endpositionen
der Sensorwelle sowie damit auch der Offenstellung und der Schließstellung des Stellarms.
[0029] Gemäß einer möglichen Weiterbildung kann die Antriebseinheit ein Planetengetriebe
mit einem mit dem Elektromotor, insbesondere dem Antriebsrad, verbindbaren Eingangselement,
dem Ausgangselement zum Übertragen des Drehmoments auf den Stellarm, Planetenrädern
zum Übertragen des Drehmoments von dem Eingangselement auf das Ausgangselement und
einem festsetzbaren Stützelement aufweisen. Das Antriebsrad kann das Drehmoment des
Elektromotors auf das Planetengetriebe übertragen. Unter einem Planetengetriebe, auch
Umlaufgetriebe genannt, wird ein Getriebe mit mehreren Zahnrädern verstanden. Das
Planetengetriebe weist das Eingangselement, das Ausgangselement, das Stützelement
und mehrere Planetenräder auf. Darüber hinaus kann das Planetengetriebe koaxial zu
dem Antriebsrad angeordnet sein. Das Eingangselement, das Ausgangselement und/oder
das Stützelement können als Zahnräder ausgebildet sein. Übliche Bauteile eines Planetengetriebes
sind ein Sonnenrad, ein Hohlrad und ein Steg, auch Planetenträger genannt, an dem
die Planetenträger drehbar gelagert sind.
[0030] Das Eingangselement ist ein Bauteil oder eine Baueinheit des Planetengetriebes, das
mit dem Antriebsrad in Eingriff bringbar ist, um das Drehmoment das Antriebsrades
auf das Planetengetriebe zu übertragen. Von dem Eingangselement kann das Drehmoment
über die Planetenräder auf das Ausgangselement übertragen werden. Das Stützelement
kann die Übersetzung der Drehzahl von dem Eingangselement auf das Ausgangselement
beeinflussen. Über das Ausgangselement ist die Antriebseinheit mit dem Stellarm des
Möbelbeschlags verbindbar. Das Drehmoment des Ausgangselements kann in Abhängigkeit
von der Drehrichtung um die Drehachse die Öffnungsbewegung oder die Schließbewegung
des Stellarms zwischen der Schließstellung und der Offenstellung bewirken. Das Übertragungszahnrad
kann mit dem Ausgangselement drehmomentübertragend verbunden sein, um das Drehmoment
von dem Ausgangselement auf das Sensorrad zu übertragen.
[0031] Das Planetengetriebe kann derart ausgebildet sein, dass die Drehzahl des Antriebsrads
in eine langsamere Drehzahl des Ausgangselements übersetzt wird. Das Stützelement
ist festsetzbar, d.h., dass das Stützelement gegen ein Drehen um die Drehachse festgelegt
werden kann. Um eine Übersetzung in eine langsamere Drehzahl zu erzeugen, kann eine
der folgenden Ausgestaltungen für das Planentengetriebe ausgewählt werden.
[0032] In einer ersten Ausgestaltung des Planetengetriebes kann das festsetzbare Stützelement
als Hohlrad ausgebildet sein. Das Eingangselement kann ein Sonnenrad aufweisen und
das Ausgangselement kann als Steg ausgebildet sein.
[0033] In einer möglichen Ausgestaltung des Planetengetriebes kann das festsetzbare Stützelement
als Steg ausgebildet sein. Das Eingangselement kann ein Sonnenrad aufweisen und das
Ausgangselement kann als Hohlrad ausgebildet sein.
[0034] In einer weiteren möglichen Ausgestaltung des Planetengetriebes kann das festsetzbare
Stützelement ein Sonnenrad aufweisen. Das Eingangselement kann als Hohlrad ausgebildet
sein und das Ausgangselement kann als Steg ausgebildet sein.
[0035] Nach einer möglichen Ausgestaltung kann die Entkopplungseinheit ein Blockierelement
aufweisen, das zumindest mittelbar durch den Elektromotor zwischen zumindest einer
das festsetzbare Stützelement gegen ein Drehen um die Drehachse blockierenden Blockierstellung
und einer das festsetzbare Stützelement zum Drehen um die Drehachse freigebenden Freigabestellung
schaltbar ist.
[0036] Das Blockierelement bezeichnet ein Bauteil, dass dazu ausgebildet ist, das Stützelement
des Planetengetriebes in der zumindest einen Blockierstellung festzusetzen und in
der Freigabestellung gegen ein Drehen um die Drehachse freizugeben. Hierzu ist das
Blockierelement zwischen der Blockierstellung und der Freigabestellung zumindest mittelbar
durch den Elektromotor schaltbar. Das Blockierelement kann dazu ausgebildet sein,
dass Stützelement in der Blockierstellung in eine erste Drehrichtung und/oder eine
der ersten Drehrichtung entgegengerichteten zweiten Drehrichtung festzusetzen.
[0037] In der Blockierstellung ist das Stützelement derart mit dem Blockierelement verbunden,
dass das Stützelement gegen ein Drehen um die Drehachse gesichert ist. Die Planetenräder
können in der Blockierstellung an dem Stützelement abrollen und das Drehmoment von
dem Antriebsrad auf das Ausgangselement des Planetengetriebes übertragen. Der Stellarm
des Möbelbeschlags kann in der Blockierstellung des Blockierelements durch die Antriebseinheit
zwischen der Schließstellung und der Offenstellung verstellbar sein.
[0038] In der Freigabestellung ist das Blockierelement derart von dem Stützelement getrennt,
dass das Stützelement um die Drehachse drehbar ist, sodass die Planetenräder nicht
an dem Stützelement abrollen können. Das Ausgangselement kann sich in der Freigabestellung
unabhängig von dem Antriebsrad um die Drehachse drehen. In der Freigabestellung des
Blockierelements kann der Stellarm des Möbelbeschlags durch die Antriebseinheit nicht
zwischen der Schließstellung und der Offenstellung verstellbar sein.
[0039] Das Blockierelement kann insbesondere in Abhängigkeit von der Drehrichtung des Elektromotors,
insbesondere der ersten oder der zweiten Drehrichtung, schaltbar sein. Unter mittelbar
kann verstanden werden, dass das Antriebsdrehmoment des Elektromotors das Schalten
des Blockierelements zwischen der zumindest einen Blockierstellung und der Freigabestellung
bewirkt. Das Blockierelement kann nicht im Drehmomentfluss vom Elektromotor zu dem
Ausgangselement des Planetengetriebes angeordnet sein. Insbesondere kann das Schalten
des Blockierelements von dem Drehmomentfluss entkoppelt sein, um den Verschleiß des
Blockierelements zu reduzieren. Beispielsweise kann das Blockierelement mittelbar
oder alternativ unmittelbar mit dem Antriebsrad in Verbindung stehen, um in Abhängigkeit
von der Drehrichtung des Antriebsrades zwischen der zumindest einen Blockierstellung
oder einer der ersten Drehrichtung zugeordneten ersten Blockierstellung und einer
der zweiten Drehrichtung zugeordneten zweiten Blockierstellung sowie der Freigabestellung
geschaltet zu werden. Das Blockierelement kann derart ausgebildet sein, dass in der
Blockierstellung ein Drehen des Stützelements entgegen der der Blockierstellung zugeordneten
Drehrichtung verhindert ist, wobei ein Drehen des Stützelements in Richtung der zugeordneten
Drehrichtung möglich ist.
[0040] Ferner kann die Steuereinheit in Abhängigkeit von der durch die Positionserfassungseinheit
erfassten Position des Antriebsrads und/oder des Stellarms die Verstellung des Blockierelements
in der Offenstellung oder der Schließstellung des Stellarms von der Blockierstellung
in die Freigabestellung steuern. Insbesondere kann mittels der Positionserfassungseinheit
die Freigabestellung angelernt werden. Zum Anlernen der Freigabestellung kann der
Stellarm des Möbelbeschlags nach der Montage des Möbelbeschlags an einem Möbel zunächst
manuell in die Offenstellung oder Schließstellung verstellt werden. Durch die Bewegung
des Stellarms wird das Ausgangselement des Planetengetriebes und das damit antriebsverbundene
Sensorrad gedreht. Die über die Kupplung mit dem Sensorrad verbundene Sensorwelle
dreht um die Sensorachse bis einer der Endanschläge an dem Gegenanschlag anliegt und
der Reibschluss zwischen dem Kopplungsabschnitt und dem Verbindungsabschnitt gelöst
wird. In der Offenstellung ist der erste Endschlag in Kontakt mit dem Gegenanschlag.
Die erste Endposition der Sensorwelle kann mittels der Steuereinheit der Offenstellung
zugeordnet werden. In analogerweise können die Schließstellung angelernt werden und
die zweite Endposition der Sensorwelle der Schließstellung zugeordnet werden.
[0041] Der Erfindung betrifft weiter eine Positionserfassungseinheit für einen, insbesondere
vorstehend beschriebenen, Möbelbeschlag mit einer um eine Sensorachse drehbar gelagerten
Sensorwelle und einem mit einem Ausgangselement einer Antriebseinheit antriebsverbindbaren
Sensorrad zum Drehen der Sensorwelle. Die Sensorwelle weist zumindest einen Endanschlag
zum Begrenzen der Drehbewegung bis zu einer Endposition der Sensorwelle auf und das
Sensorrad ist über eine drehmomentbegrenzende Kupplung mit der Sensorwelle gekoppelt.
Die Positionserfassungseinheit kann wie vorstehend beschrieben ausgebildet sein.
[0042] Ferner betrifft die Erfindung ein Möbel mit einem bewegbaren Möbelteil und einem
mit dem Möbelteil gelenkig verbundenen Möbelbeschlag. Der Möbelbeschlag kann wie vorstehend
beschrieben ausgebildet sein. Das Möbel kann beispielsweise ein Oberschrank für die
Küche sein. Das bewegbare Möbelteil kann beispielsweise eine Klappe, insbesondere
eine Faltklappe mit einem unteren und einem oberen Klappenelement sein.
[0043] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist nachstehend mit Bezug auf die Zeichnungen
erläutert. In den Zeichnungen zeigen in schematischer Darstellung:
- Figur 1
- eine perspektivische Ansicht auf einen erfindungsgemäßen Möbelbeschlag mit einer Antriebseinheit,
- Figur 2
- eine perspektivische Ansicht auf die Antriebseinheit des Möbelbeschlags von Figur
1,
- Figur 3
- eine weitere perspektivische Ansicht auf die Antriebseinheit von Figur 1 und 2 ohne
Gehäuseoberteil,
- Figur 4
- eine perspektivische Ansicht auf ein Planetengetriebe der Antriebseinheit von Figur
1 bis 3;
- Figur 5
- eine weitere perspektivische Ansicht auf die Antriebseinheit von Figur 1 bis 4 ohne
Gehäuseunterteil,
- Figur 6
- eine perspektivische Ansicht auf die Antriebseinheit von Figur 1 bis 5 mit einer Positionserfassungseinheit
ohne Sensorrad,
- Figur 7
- eine perspektivische Ansicht auf die Positionserfassungseinheit der Antriebseinheit
von Figur 1 bis 6 mit einem Sensorrad und einer Sensorwelle,
- Figur 8
- eine Draufsicht auf das Sensorrad der Positionserfassungseinheit von Figur 7,
- Figur 9
- einen Querschnitt durch das Sensorrad entlang der Linie A-A von Figur 8,
- Figur 10
- eine Detailansicht B des Sensorrads von Figur 9,
- Figur 11
- eine perspektivische Ansicht auf eine Sensorwelle der Positionserfassungseinheit von
Figur 5 bis 7,
- Figur 12
- eine Seitenansicht auf ein Möbel mit dem Möbelbeschlag von Figur 1.
[0044] In Figur 1 ist ein Möbelbeschlag 1 mit einem Stellarm 2 und einer Antriebseinheit
3 zum Verstellen des Stellarms 2 zwischen einer Offenstellung und einer Schließstellung
gezeigt. Die Antriebseinheit 3 weist, wie in Figur 2 bis 6 dargestellt, einen Elektromotor
4 und ein von dem Elektromotor 4 um eine Drehachse D angetriebenes Antriebsrad 5 auf.
Weiter weist die Antriebseinheit 3 ein Planetengetriebe 6, eine Steuereinheit 7 und
ein Gehäuse 8 mit einem Gehäuseunterteil 46 und einem Gehäuseoberteil 47 auf.
[0045] Der Elektromotor 4 ist mittelbar über eine Antriebswelle 9 und ein zusätzliches Zahnrad
10 mit dem Antriebsrad 5 verbunden. Das Antriebsrad 5 ist von dem Elektromotor 4 angetrieben
und dreht sich in Abhängigkeit von der Drehrichtung der Antriebswelle 9 des Elektromotors
4 in eine erste oder eine zweite Drehrichtung um die Drehachse D.
[0046] Das Planetengetriebe 6 weist, wie in Figur 4 dargestellt, ein Eingangselement 11,
ein Ausgangselement 12 und ein Stützelement 13 sowie drei Planetenräder 14 auf. Weiter
ist das Planetengetriebe 6 koaxial zu dem Antriebsrad 5 angeordnet. Das Planetengetriebe
6 ist derart ausgebildet, dass die Drehzahl des Antriebsrads 5 in eine langsamere
Drehzahl des Ausgangselements 12 übersetzt wird. Das Stützelement 13 ist gegen ein
Drehen um die Drehachse D festsetzbar. Um eine Übersetzung in eine langsamere Drehzahl
zu erzeugen, sind hier beispielsweise das festsetzbare Stützelement als Hohlrad 13
und das Ausgangselement als Steg 12 ausgebildet. Das Eingangselement 11 weist ein
Sonnenrad 51 auf. Das Drehmoment des Stegs 12 kann in Abhängigkeit von der Drehrichtung
um die Drehachse D eine Öffnungsbewegung oder eine Schließbewegung des Stellarms 2
zwischen der Schließstellung und der Offenstellung bewirken.
[0047] Die Antriebseinheit 1 weist weiter eine Entkoppelungseinheit 50 mit einem Blockierelement
15 und einer Betätigungseinheit 16 zum Schalten des Blockierelements 15 auf. Das Blockierelement
15 ist zumindest mittelbar durch den Elektromotor 4 zwischen einer, wie in Figur 3,
5 und 6 dargestellten, Freigabestellung und zumindest einer Blockierstellung schaltbar.
Hierzu steht das Blockierelement 15 über die Betätigungseinheit 16 mittelbar mit dem
Antriebsrad 5 in Verbindung.
[0048] Die Antriebseinheit 3 weist, wie in Figur 5 bis 11 schematisch gezeigt, eine Positionserfassungseinheit
17 mit einer Sensorwelle 18 und einem Sensorrad 19 auf. Die Sensorwelle 18 ist um
eine Sensorachse S drehbar an der Steuereinheit 7 gelagert. Das Sensorrad 19 ist über
ein Übertragungszahnrad 45 mit dem Steg 12 antriebsverbunden. Das Übertragungszahnrad
45 ist formschlüssig mit dem Steg 12 drehmomentübertragend verbunden. Die Sensorachse
S ist parallel zu der Drehachse D angeordnet.
[0049] Die Sensorwelle 18 weist zwei Endanschläge 20, 21 zum Begrenzen der Drehbewegung
bis zu der Offenstellung oder der Schließstellung des Stellarms 2 zugeordneten Endpositionen
der Sensorwelle 18 auf. Ein erster Endanschlag 20 ist der Offenstellung zugeordnet
und ein zweiter Endanschlag 21 ist der Schließstellung des Stellarms 2 zugeordnet.
[0050] Die Sensorwelle 18 weist einenends einen Formschlussabschnitt 22 zur Lagerung an
der Steuereinheit 7 auf. Anderenends ist die Sensorwelle 18 über eine drehmomentbegrenzende
Kupplung 23 mit dem Sensorrad 19 gekoppelt. Der Formschlussabschnitt 22 ist in Form
einer Abflachung einer Mantelfläche 24 der Sensorwelle 18 ausgebildet.
[0051] Weiter weist die Sensorwelle 18 einen Kopplungsabschnitt 25 auf, der zur Ausbildung
der Kupplung 23 mit einem Verbindungsabschnitt 26 des Sensorrads 19 reibgekoppelt
ist. Der Kopplungsabschnitt 25 und der Verbindungsabschnitt 26 sind derart reibgekoppelt,
dass das Sensorrad 19 beim Anliegen eines der Endanschläge 20, 21 der Sensorwelle
18 an einem Gegenanschlag 27 der Antriebseinheit 3 relativ zur Sensorwelle 18 um die
Sensorachse S drehbar ist. Der Gegenanschlag 27 ist an dem Gehäuseunterteil 46 der
Antriebseinheit 3 und senkrecht zu der Sensorachse S angeordnet.
[0052] Das Sensorrad 19 weist eine Durchgangsöffnung 28 zur Aufnahme des Kopplungsabschnitts
25 der Sensorwelle 18 auf. Die Durchgangsöffnung 28 ist koaxial zu der Sensorachse
S ausgebildet und weist senkrecht zu der Sensorachse S einen kreisförmigen Querschnitt
29 auf.
[0053] Der Verbindungsabschnitt 26 des Sensorrads 19 weist von einer Innenumfangsfläche
30 der Durchgangsöffnung 28 vorstehende Koppelvorsprünge 31 auf, die auf einer Außenumfangsfläche
32 der Sensorwelle 18 reibschlüssig vorgespannt sitzen. Die Koppelvorsprünge 31 sind
als Auswölbung der Innenumfangsfläche 30 ausgebildet. Ein Radius R1 der Außenumfangfläche
32 ist größer als der kleinste radiale Abstand R2 des Koppelvorsprungs 31 zu der Sensorachse
S. Drei Koppelvorsprünge 31 sind in Umfangsrichtung zu der Sensorachse S verteilt
an dem Sensorrad 19 ausgebildet.
[0054] Die Koppelvorsprünge 31 sind über ringförmige Führungsabschnitte 48 miteinander verbunden.
An der Außenumfangsfläche 32 des Kopplungsabschnitts 25 ist eine um die Sensorachse
S umlaufende Ringnut 49 zur Aufnahme der Führungsabschnitte 48 ausgebildet, um das
Sensorrad 19 und die Sensorwelle 18 gegen ein axiales Verstellen zueinander entlang
der Sensorachse S zu sichern.
[0055] Die Sensorwelle 18 weist eine senkrecht zur Sensorachse S angeordnete Drehplatte
33 auf. Die Endanschläge 20, 21 sind als Radialflächen an einem in radialer Richtung
zu der Sensorachse S vorstehenden Vorsprung 34 der Drehplatte 33 ausgebildet.
[0056] Die Drehplatte 33 ist endseitig an einem zylinderförmigen Schaft 35 der Sensorwelle
18 angeordnet und einstückig mit dem Schaft 35 ausgebildet. Der Kopplungsabschnitt
25 ist an die Drehplatte 33 angrenzend ausgebildet an dem Schaft 35 ausgebildet und
weist einen größeren Querschnitt als der Schaft 35 auf. Die Drehplatte 33 weist senkrecht
zu der Sensorachse S einen hier beispielsweise kreisförmigen Querschnitt auf.
[0057] Ferner weist die Drehplatte 33 eine Gleitfläche 36 und eine im Abstand von der Gleitfläche
36 angeordnete Außenfläche 37 auf. Das Sensorrad 19 liegt an der Gleitfläche 36 an.
[0058] In Figur 12 ist ein Möbel 38 mit einem bewegbaren Möbelteil 39 und dem mit dem Möbelteil
39 gelenkig verbundenen Möbelbeschlag 1 gezeigt. Das Möbel 38 ist hier beispielsweise
ein Oberschrank für die Küche. Der Möbelbeschlag 1 ist mit einem Basiselement 40 mit
einer Seitenwand 41 eines Möbelkorpus 42 verbunden. Das bewegbare Möbelteil 39, hier
beispielsweise eine Klappe, ist dazu vorgesehen, einen Innenraum 43 des Möbelkorpus
42 in der Schließstellung zu verschließen. In der Offenstellung ist der Stellarm 2
derart angeordnet, dass die Klappe 39 eine Öffnung 44 des Innenraums 43 freigibt.
[0059] Zum Verstellen des Stellarms 2 zwischen der Schließstellung und der Offenstellung
kann der Elektromotor 4 das Antriebsrad 5 der Antriebseinheit 3 antreiben. Über das
Antriebsrad 6 wird das Eingangselement 11 mit dem Sonnenrad 51 angetrieben. Das Drehmoment
kann über die Planetenräder 14 von dem Sonnenrad 51 auf den Steg 12 übertragen werden,
wobei mittels des festsetzbaren Hohlrads 13 und den Planetenrädern 14 die Drehzahl
des Antriebsrades 5 auf eine langsamere Drehzahl des Stegs 12 reduziert wird. Durch
eine Verbindung des Stegs 12 mit dem Stellarm 2 des Möbelbeschlags 1 kann das Drehmoment
von dem Steg 12 auf den Stellarm 2 übertragen werden, um diesen zwischen der Schließstellung
und der Offenstellung zu verstellen.
[0060] Durch das Blockierelement 15 der Entkopplungseinheit 50 kann das Hohlrad 13 festgesetzt
oder freigegeben werden, sodass das Ein- und/oder Auskoppeln des Elektromotors 2 von
dem Steg 15 des Planetengetriebes 6 ermöglicht wird.
[0061] Die Steuereinheit 7 steuert in Abhängigkeit von der durch die Positionserfassungseinheit
17 erfassten Position des Ausgangselements 12 und dadurch auch des Stellarms 2 die
Verstellung des Blockierelements 15 in der Offenstellung oder der Schließstellung
des Stellarms von der Blockerstellung in die Freigabestellung.
[0062] Zum Anlernen der Freigabestellung wird der Stellarm 2 des Möbelbeschlags 1 nach der
Montage des Möbelbeschlags 1 an dem Möbel 38 zunächst manuell in die, wie in Figur
12 gezeigte, Offenstellung oder die Schließstellung verstellt. Durch die Bewegung
des Stellarms 2 werden der Steg 12, das Übertragungszahnrad 45 und das damit verbundene
Sensorrad 19 gedreht. Die über die Kupplung 23 mit dem Sensorrad 19 verbundene Sensorwelle
18 dreht um die Sensorachse S, bis der erste Endanschlag 20 an dem Gegenanschlag 27
anliegt und der Reibschluss zwischen dem Kopplungsabschnitt 25 und dem Verbindungsabschnitt
26 gelöst wird. Die erste Endposition der Sensorwelle 18 wird mittels der Steuereinheit
7 der Offenstellung zugeordnet. In analogerweise wird die Schließstellung angelernt
und der zweiten Endposition zugeordnet.
[0063] In der Offenstellung oder der Schließstellung des Stellarms 2 kann daraufhin das
Blockierelement 15 durch die Steuereinheit 7 in Abhängigkeit von der erfassten Endposition
der Sensorwelle 18 der Positionserfassungseinheit von der Freigabestellung in die
Blockierstellung geschaltet werden. Hierzu wird die Betätigungseinheit 16 durch eine
Verbindung mit dem Antriebsrad 3 mittels des Drehmoments des Elektromotors 4 angetrieben.
[0064] Alle in Verbindung mit einzelnen Ausführungsformen der Erfindung erläuterten Merkmale
können in unterschiedlicher Kombination für den Möbelbeschlag 1, die Positionserfassungseinheit
17 oder das Möbel 38 vorgesehen sein, um deren vorteilhafte Wirkungen zu realisieren,
auch wenn diese zu unterschiedlichen Ausführungsformen beschrieben worden sind. Beispielsweise
kann das Blockierelement 15 in zwei Blockierstellungen verstellt werden, wobei diese
jeweils der Öffnungsbewegung oder der Schließbewegung zugeordnet sein können.
Bezugszeichenliste
[0065]
- 1
- Möbelbeschlag
- 2
- Stellarm
- 3
- Antriebseinheit
- 4
- Elektromotor
- 5
- Antriebsrad
- 6
- Planetengetriebe
- 7
- Steuereinheit
- 8
- Gehäuse
- 9
- Antriebswelle
- 10
- Zahnrad
- 11
- Eingangselement
- 12
- Ausgangselement (Steg)
- 13
- Stützelement (Hohlrad)
- 14
- Planetenrad
- 15
- Blockierelement
- 16
- Betätigungseinheit
- 17
- Positionserfassungseinheit
- 18
- Sensorwelle
- 19
- Sensorrad
- 20
- erster Endanschlag
- 21
- zweiter Endanschlag
- 22
- Formschlussabschnitt
- 23
- Kupplung
- 24
- Mantelfläche
- 25
- Kopplungsabschnitt
- 26
- Verbindungsabschnitt
- 27
- Gegenanschlag
- 28
- Durchgangsöffnung
- 29
- Querschnitt der Durchgangsöffnung
- 30
- Innenumfangsfläche
- 31
- Koppelvorsprung
- 32
- Außenumfangsfläche
- 33
- Drehplatte
- 34
- Vorsprung
- 35
- Schaft
- 36
- Gleitfläche
- 37
- Außenfläche
- 38
- Möbel
- 39
- Möbelteil
- 40
- Basiselement
- 41
- Seitenwand
- 42
- Möbelkorpus
- 43
- Innenraum
- 44
- Öffnung
- 45
- Übertragungszahnrad
- 46
- Gehäuseunterteil
- 47
- Gehäuseoberteil
- 48
- Führungsabschnitt
- 49
- Ringnut
- 50
- Entkoppelungseinheit
- 51
- Sonnenrad
- D
- Drehachse
- R1
- Radius der Außenumfangsfläche
- R2
- Radialabstand
- S
- Sensorachse
- ST
- Stellachse
1. Möbelbeschlag zum gelenkigen Verbinden eines bewegbaren Möbelteils mit einem Möbelkorpus,
umfassend
- einen Stellarm (2), der zwischen einer Offenstellung und einer Schließstellung schwenkbar
ist,
- eine Antriebseinheit (3) zum Verstellen des Stellarms (2) zwischen der Schließstellung
und der Offenstellung mit einem Elektromotor (4) und einem von dem Elektromotor (4)
um eine Drehachse (D) angetriebenen Ausgangselement (12) zum Verstellen des Stellarms
(2), und
- eine Positionserfassungseinheit (17) mit einer um eine Sensorachse (S) drehbar gelagerten
Sensorwelle (18) und einem zumindest mittelbar mit dem Ausgangselement (12) antriebsverbundenen
Sensorrad (19) zum Drehen der Sensorwelle (18),
dadurch gekennzeichnet,
dass die Sensorwelle (18) zumindest einen Endanschlag (20, 21) zum Begrenzen der Drehbewegung
bis zu einer der Offenstellung oder der Schließstellung des Stellarms (2) zugeordneten
Endposition der Sensorwelle (18) aufweist und
dass das Sensorrad (19) über eine drehmomentbegrenzende Kupplung (23) mit der Sensorwelle
(18) gekoppelt ist.
2. Möbelbeschlag nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Sensorwelle (18) zwei Endanschläge (20, 21) aufweist, wobei ein erster Endanschlag
(20) der Offenstellung und ein zweiter Endanschlag (21) der Schließstellung des Stellarms
(2) zugeordnet sind.
3. Möbelbeschlag nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Sensorwelle (18) einen Kopplungsabschnitt (25) aufweist, der zur Ausbildung der
drehmomentbegrenzenden Kupplung (23) mit einem Verbindungsabschnitt (26) des Sensorrades
(19) reibgekoppelt ist.
4. Möbelbeschlag nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Kopplungsabschnitt (25) und der Verbindungsabschnitt (26) derart reibgekoppelt
sind, dass das Sensorrad (19) beim Anliegen eines der Endanschläge (20, 21) der Sensorwelle
(18) an einem Gegenanschlag (27) der Antriebseinheit (3) relativ zur Sensorwelle (18)
um die Sensorachse (S) drehbar ist.
5. Möbelbeschlag nach Anspruch 3 oder 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Sensorrad (19) eine Durchgangsöffnung (28) zur Aufnahme des Kopplungsabschnitts
(25) der Sensorwelle (18) aufweist, wobei
der Verbindungsabschnitt (26) oder der Kopplungsabschnitt (25) vorstehende Koppelvorsprünge
(31) aufweist, die auf einer Außenumfangsfläche (32) der Sensorwelle (18) oder einer
Innenumfangsfläche (30) des Sensorrads (19) reibschlüssig vorgespannt sitzen.
6. Möbelbeschlag nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Sensorwelle (18) eine senkrecht zur Sensorachse (S) angeordnete Drehplatte (33)
aufweist, wobei der zumindest eine Endanschlag (20, 21) zum Erfassen der Endposition
der Sensorwelle (18) an der Drehplatte (33) ausgebildet ist.
7. Möbelbeschlag nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
gekennzeichnet durch eine mit der Positionserfassungseinheit (17), insbesondere der Sensorwelle (18) verbundene
Steuereinheit (7) zum Steuern des Elektromotors (4) in Abhängigkeit von der Position
des Stellarms (2).
8. Möbelbeschlag nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
gekennzeichnet durch eine Entkopplungseinheit (50) zum Abkoppeln des Elektromotors (4) der Antriebseinheit
(3) vom Ausgangselement (12), wenn die Sensorwelle (18) in einer der Endpositionen
angeordnet ist.
9. Möbelbeschlag nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Antriebseinheit (3) ein Planetengetriebe (6) mit
- einem mit dem Elektromotor (4), insbesondere dem Antriebsrad (3), verbindbaren Eingangselement
(11),
- dem Ausgangselement (12) zum Übertragen des Drehmoments auf den Stellarm (2),
- Planetenrädern (14) zum Übertragen des Drehmoments von dem Eingangselement (11)
auf das Ausgangselement (12) und
- einem festsetzbaren Stützelement (13)
aufweist.
10. Möbelbeschlag nach Anspruch 8 und 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Entkopplungseinheit (50) ein Blockierelement (15) aufweist, das zumindest mittelbar
durch den Elektromotor (4) zwischen
- zumindest einer das festsetzbare Stützelement (13) gegen ein Drehen um die Drehachse
(D) blockierenden Blockierstellung und
- einer das festsetzbare Stützelement (13) zum Drehen um die Drehachse (D) freigebenden
Freigabestellung
schaltbar ist.
11. Möbelbeschlag nach Anspruch 9 oder 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Eingangselement (11) ein Sonnenrad (51) aufweist, und
dass das Ausgangselement als die Planetenräder (14) tragender Steg (12) und das festsetzbare
Stützelement als Hohlrad (13) ausgebildet sind.
12. Positionserfassungseinheit für einen Möbelbeschlag nach einem der Ansprüche 1 bis
11, mit einer um eine Sensorachse (S) drehbar gelagerten Sensorwelle (18) und einem
mit einem Ausgangselement (12) einer Antriebseinheit (3) antriebsverbindbaren Sensorrad
(19) zum Drehen der Sensorwelle (18),
dadurch gekennzeichnet,
dass die Sensorwelle (18) zumindest einen Endanschlag (20, 21) zum Begrenzen der Drehbewegung
bis zu einer Endposition der Sensorwelle (18) aufweist und
dass das Sensorrad (19) über eine drehmomentbegrenzende Kupplung (23) mit der Sensorwelle
(18) gekoppelt ist.
13. Möbel mit
- einem bewegbaren Möbelteil (39) und
- einem mit dem Möbelteil (39) gelenkig verbundenen Möbelbeschlag (1) nach einem der
Ansprüche 1 bis 11.