[0001] Die hier beschriebene Technologie betrifft allgemein die technische Ausrüstung eines
Gebäudes. Ausführungsbeispiele der Technologie betreffen insbesondere die technische
Gebäudeausrüstung in Gestalt eines Gebäudesystems, um einen Zugang zum Gebäude oder
zu einem Gebäudeinnenraum abzutrennen, und ein Verfahren zum Betreiben des Gebäudesystems.
[0002] Gebäudesysteme können auf verschiedenste Art und Weise ausgerüstet sein, um den Zugang
zu Gebäuden zu kontrollieren oder innerhalb der Gebäude den Zugang zu einem Innenraum
abzutrennen. In einem Gebäude erfolgt die Abtrennung oft durch Türen. Eine Tür kann
z. B. als Drehtür, als Anschlagtür mit einem beweglichen Türblatt, welches drehbar
mit Scharnieren am Türrahmen befestigt ist, ausgeführt sein. Es sind auch Schiebetüren
bekannt, die mit Laufschienen am Rahmen befestigt, in denen das Türblatt aufgehängt
oder eingefügt ist und seitlich verschoben werden kann. Ausserdem ist in
EP 2 876 241 B 1 eine Schiebetür offenbart, die in einer Rahmenstruktur zwischen einer geschlossenen
Position und einer geöffneten Position verschiebbar ist. In der geschlossenen Position
ist die Schiebtür flächenbündig mit der sie umgebenden Wand, und in der geöffneten
Position nimmt eine Aussparung in der Wand die Schiebetür zumindest teilweise auf.
[0003] Die genannten Systeme betreffen unterschiedliche Anforderungen, die an Gebäudesysteme
gestellt werden, insbesondere hinsichtlich der Gebäudetüren und deren Ausgestaltungen
in einem Gebäude. Zusätzlich zu diesen bekannten Anforderungen ergeben sich weitere
Anforderungen, beispielsweise aufgrund von sich ändernden Lebensgewohnheiten bzw.
Lebensumständen (z. B. verdichtetes Wohnen in Apartments in einer Stadt), einem Bedürfnis
nach erhöhter Sicherheit und einer zunehmenden Automatisierung von und in Gebäuden.
Es besteht daher ein Bedarf an einer Technologie, die eine weitere Automatisierung
des Betriebs einer Gebäudetür ermöglicht.
[0004] Ein Aspekt einer solchen Technologie betrifft ein Gebäudesystem mit einem Gebäudetürsystem
und einer Sensoreinrichtung. Das Gebäudetürsystem trennt eine erste Gebäudezone von
einer zweiten Gebäudezone ab und umfasst eine Rahmenstruktur, eine Tür, eine elektromechanische
Aktuatoreinheit und eine Steuereinrichtung. Die Rahmenstruktur hat einen Durchgangsbereich.
Die Tür ist in der Rahmenstruktur zwischen einer geschlossenen Position und einer
geöffneten Position bewegbar. Die elektromechanische Aktuatoreinheit und die Steuereinrichtung
sind ausgestaltet, die Tür zwischen der geschlossenen Position und der geöffneten
Position zu bewegen, wobei die Tür in der geschlossenen Position den Durchgangsbereich
der Rahmenstruktur für eine Luftzirkulation im Wesentlichen abdichtet. Die Sensoreinrichtung
ist an die Steuereinrichtung kommunikativ gekoppelt und umfasst mindestens einen Sensor
für eine Messung einer Konzentration eines Luftbestandteils. Die Steuereinrichtung
hat einen Lüftungsmodus, gemäss dem sie die elektromechanische Aktuatoreinheit ansteuert,
wenn die Konzentration des Luftbestandteils einen festgelegten Konzentrationsschwellenwert
erreicht und die Tür in der geschlossenen Position ist, mindestens einen Luftkanal
zwischen der Rahmenstruktur und der Tür für eine Luftzirkulation zwischen der ersten
Gebäudezone und der zweiten Gebäudezone freizugegeben, wobei im Lüftungsmodus die
Tür gegen ein Öffnen gesichert ist.
[0005] Ein anderer Aspekt betrifft ein Verfahren zum Betreiben des Gebäudesystems. Gemäss
dem Verfahren wird eine vom Sensor gemessene Konzentration eines Luftbestandteils
mit dem festgelegten Konzentrationsschwellenwert verglichen. Die elektromechanische
Aktuatoreinheit wird durch die Steuereinrichtung im Lüftungsmodus der Steuereinrichtung
angesteuert, wenn die Konzentration des Luftbestandteils den festgelegten Konzentrationsschwellenwert
erreicht und die Schiebetür in der geschlossenen Position ist, um den mindestens einen
Luftkanal zwischen der Rahmenstruktur und der Tür für eine Luftzirkulation zwischen
der ersten Gebäudezone und der zweiten Gebäudezone freizugegeben, wobei im Lüftungsmodus
die Tür gegen ein Öffnen gesichert ist.
[0006] Die hier beschriebene Technologie schafft ein Gebäudesystem, in dem das Gebäudetürsystem
nicht nur gemäss einem Normalbetriebsmodus angesteuert werden kann, sondern auch gemäss
dem Lüftungsmodus, wenn die Luftqualität in einer Zone nicht genügend ist. Im Normalbetriebsmodus
wird die Tür als Reaktion auf einen von einer Person veranlassten Steuerbefehl entweder
geöffnet oder geschlossen. Der Lüftungsmodus ist dagegen eine Reaktion darauf, dass
der Konzentrationsschwellenwert erreicht ist. Je nach Luftbestandteil kann der Konzentrationsschwellenwert
danach überschritten (z. B. bei Luftschadstoffen) oder unterschritten (z. B. bei Luftsauerstoff)
werden. Um dem entgegenzuwirken und die Luftqualität zu verbessern, wird die Tür im
Lüftungsmodus angesteuert, sodass Luft durch einen freigegebenen Luftkanal zirkulieren
kann. Die Tür ist dabei gegen ein Öffnen gesichert und bietet unverändert u. a. Blick-/Sichtschutz
und Einbruchschutz.
[0007] Die Auswertung eines für den Luftbestandteil gemessenen Konzentrationsmesswerts kann
gemäss der hier beschriebenen Technologie in Verbindung mit der Sensoreinrichtung
oder der Steuereinrichtung erfolgen. In einem Ausführungsbeispiel speichert die Sensoreinrichtung
den für den Luftbestandteil festgelegten Konzentrationsschwellenwert und vergleicht
diesen mit einem gemessenen Konzentrationsmesswert des Luftbestandteil. Die Sensoreinrichtung
ist ausgestaltet, ein Grenzwertsignal zu erzeugen und zur Steuereinrichtung zu übermitteln,
wenn der gemessene Konzentrationsmesswert den Konzentrationsschwellenwert erreicht.
In einem anderen Ausführungsbeispiel speichert die Steuereinrichtung den für den Luftbestandteil
festgelegten Konzentrationsschwellenwert und vergleicht diesen mit dem vom Sensor
gemessenen Konzentrationsmesswert. Die Steuereinrichtung ist ausgestaltet, die elektromechanische
Aktuatoreinheit anzusteuern, wenn der gemessene Konzentrationsmesswert den Konzentrationsschwellenwert
erreicht.
[0008] In einem Ausführungsbeispiel umfasst das Gebäudesystem eine Bedieneinheit, die mit
der Steuereinrichtung kommunikativ gekoppelt ist. Die Bedieneinheit erzeugt nach einer
ersten Benutzereingabe ein erstes Steuersignal. Die Steuereinrichtung beendet bei
Empfang des ersten Steuersignals den Lüftungsmodus und steuert die Aktuatoreinheit
an, um die Rahmenstruktur im Wesentlichen abzudichten. Die Bedieneinrichtung ermöglicht
es einer Person, die in der von der Sensoreinrichtung überwachten Gebäudezone anwesend
ist, die Lüftungsfunktion auf Wunsch zu beenden, beispielsweise bei als unangenehm
verspürter Zugluft. Die Bedieneinrichtung kann dafür in dieser Gebäudezone angeordnet
sein.
[0009] In einem Ausführungsbeispiel des Gebäudesystems erzeugt die Bedieneinheit nach einer
zweiten Benutzereingabe ein zweites Steuersignal. Die Steuereinrichtung steuert bei
Empfang des zweiten Steuersignals die elektromechanische Aktuatoreinheit an, die Tür
in die geöffnete Position zu bewegen. Die Bedieneinrichtung ermöglicht es einer Person,
die Tür zu öffnen, unabhängig davon, ob die Tür zuvor in der geschlossenen Position
oder gemäss der Lüftungsfunktion positioniert ist.
[0010] In einem Ausführungsbeispiel des Gebäudesystems hat es eine Rücksetzeinrichtung,
die mit der Steuereinrichtung kommunikativ gekoppelt ist. Die Rücksetzeinrichtung
ist im Gebäude in einer Brandmeldezentrale angeordnet und ausgestaltet, in einem Brandfall
ein drittes Steuersignal zu erzeugen. Die Steuereinrichtung beendet bei Empfang des
dritten Steuersignals den Lüftungsmodus und steuert die Aktuatoreinheit an, um die
Rahmenstruktur im Wesentlichen abzudichten. Im Brandfall kann daher die Brand- und/oder
Rauchausbreitung in den Wohnraum verhindert werden. Ausserdem wird dadurch der Kamineffekt
im Gebäude reduziert.
[0011] In einem Ausführungsbeispiel des Gebäudesystems ist die Steuereinrichtung ausgestaltet,
den Lüftungsmodus nur dann zu aktivieren, wenn eine Person der Gebäudezone anwesend
ist, in der die Sensoreinrichtung angeordnet ist. Verlässt eine Person beispielsweise
die Gebäudezone (insbesondere ihre Wohnung) und "schliesst" die Tür ab, verbleibt
sie in diesem Zustand und die Person braucht sich keine Sorgen darüber zu machen,
dass sich die Tür in ihrer Abwesenheit bewegt.
[0012] Die hier beschriebene Technologie ist nicht auf eine bestimmte Art von Tür beschränkt.
Die Tür des Gebäudetürsystems kann beispielsweise eine Schiebetür, eine Schwenktür
oder eine Drehtür sein, die in der Rahmenstruktur durch die elektromechanische Aktuatoreinheit
zwischen der geschlossenen Position und der geöffneten Position bewegbar sind. Die
Schiebetür ist in der Rahmenstruktur durch die elektromechanische Aktuatoreinheit
zwischen der geschlossenen Position und der geöffneten Position entlang einer Schiebeachse
verschiebbar.
[0013] In einem Ausführungsbeispiel mit einer Schiebetür ist die Steuereinrichtung ausgestaltet,
in der geschlossenen Position die elektromechanische Aktuatoreinheit anzusteuern,
die Schiebetür mit einer Kraft gegen die Rahmenstruktur zu drücken, um den mindestens
einen Luftkanal zu schliessen. Die Steuereinrichtung ist ausserdem ausgestaltet, im
Lüftungsmodus die elektromechanische Aktuatoreinheit anzusteuern, die Kraft gegen
die Rahmenstruktur zu reduzieren, um den mindestens einen Luftkanal freizugeben. Je
nach Ausgestaltung der Schiebetür kann ihre Stirnseite in Schieberichtung mehr oder
weniger stark gegen die Rahmenstruktur gedrückt werden, oder die Schiebetür kann quer
zur Schieberichtung bewegt werden, um mehr oder weniger stark gegen die Rahmenstruktur
zu drücken. Bei geringerer Druckkraft wird der mindestens eine Luftkanal freigegeben.
[0014] In einem anderen Ausführungsbeispiel mit einer Schiebetür umfasst der mindestens
eine Luftkanal mindestens eine Lüftungsöffnung in der Schiebetür. Die Lüftungsöffnung
ist in einem Bereich der Stirnseite der Schiebetür angeordnet und hat einen festgelegten
Abstand zur Stirnseite. Die Stirnseite zeigt in der geöffneten Position in den Durchgangsbereich
und reicht in der geschlossenen Position um mindestens den festgelegten Abstand in
die Rahmenstruktur hinein, wobei die Lüftungsöffnung durch die Rahmenstruktur verschlossen
ist. Die Steuereinrichtung ausgestaltet ist, im Lüftungsmodus die elektromechanische
Aktuatoreinheit anzusteuern, die Schiebetür um den festgelegten Abstand zu verschieben,
um die Lüftungsöffnung freizugeben. Die Lüftungsöffnung kann eine oder mehrere kreisförmige
oder schlitzförmige Öffnungen umfassen, die für die Luftzirkulation durch die Schiebetür
zwischen der ersten Gebäudezone und der zweiten Gebäudezone vorgesehen sind.
[0015] Im Folgenden sind verschiedene Aspekte der verbesserten Technologie anhand von Ausführungsbeispielen
in Verbindung mit den Figuren näher erläutert. In den Figuren haben gleiche Elemente
gleiche Bezugszeichen. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische perspektivische Darstellung eines Ausführungsbeispiels eines Gebäudesystems
mit einem Gebäudetürsystem, das mit einer teilweise geöffneten Tür dargestellt ist;
- Fig. 2A-2D
- schematische Darstellungen eines horizontalen Querschnitts durch eine Schiebetür und
deren Funktionsweise in dem in Fig. 1 gezeigten Gebäudesystem; und
- Fig. 3
- ein Ablaufdiagramm eines Ausführungsbeispiels eines Verfahrens zum Betreiben des Gebäudesystems.
[0016] Fig. 1 ist eine schematische perspektivische Darstellung eines Ausführungsbeispiels
eines Gebäudesystems mit einem Gebäudetürsystem 1 zum Abtrennen einer ersten Gebäudezone
22 von einer zweiten Gebäudezone 24, und einer Sensoreinrichtung 6. Das Gebäudetürsystem
1 kann in einem Ausführungsbeispiel ein Teil einer Gebäudeinnenwand sein, beispielsweise
kann es in einem Mehrfamilienhaus den privaten Innenbereich einer Wohnung (z. B. die
erste Gebäudezone 22) von einem (nicht privaten) Aussenbereich (z. B. Hausflur oder
Treppenhaus) (z. B. die zweite Gebäudezone 24) trennen. Analog dazu kann das Gebäudetürsystem
1 beispielsweise in einer Gebäudeinnenwand in einem Bürogebäude, Hotel o. ä. verwendet
werden; in einem Hotel kann das Gebäudetürsystem 1 beispielsweise zwei benachbarte
Zimmer trennen. Das Gebäudetürsystem 1 kann in einem anderen Ausführungsbeispiel ein
Teil einer Gebäudeaussenwand sein, beispielsweise kann es den Innenbereich (z. B.
die erste Gebäudezone 22) eines nicht öffentlichen Gebäudes (z. B. ein Wohnhaus, Hotel,
Geschäftshaus o. ä.) vom öffentlichen Aussenbereich (z. B. einer Strasse oder eines
öffentlichen Platzes) (z. B. die zweite Gebäudezone 24) trennen. Im Folgenden ist
die erste Gebäudezone 22 als Innenzone 22 bezeichnet, und die zweite Gebäudezone 24
ist als Aussenzone 24 bezeichnet.
[0017] Das Gebäudetürsystem 1 kann auf unterschiedliche Art und Weise ausgestaltet sein;
es kann eine Schwenktür, eine Schiebetür, eine Roll- oder Drehtür umfassen. Eine derartige
Tür ist in einer Rahmenstruktur zwischen einer geschlossenen Position und einer geöffneten
Position bewegbar. In der geöffneten Position gibt die Tür einen Durchgangsbereich
ganz oder teilweise frei. In der geschlossenen Position dichtet die Tür den Durchgangsbereich
für eine Luftzirkulation im Wesentlichen ab. Je nach Ausgestaltung des Gebäudetürsystems
1 können die Tür und/oder die Rahmenstruktur für Abdichtungszwecke mit einer oder
mehreren Dichtungen ausgestattet sein. Im Folgenden ist das Gebäudetürsystem 1 ein
Gebäudetürsystem mit einer Schiebetür 4, ohne jedoch darauf eingeschränkt zu sein.
Der Fachmann erkennt, dass die hier beschriebene Technologie in analoger Weise in
Verbindung mit einer anderen Art von Tür angewendet werden kann.
[0018] Das Gebäudetürsystem 1 umfasst im gezeigten Ausführungsbeispiel eine Rahmenstruktur
2, in der unterschiedliche Bereiche festgelegt sein können. Zur Illustration und Unterscheidbarkeit
sind diese Bereiche im Folgenden als Türrahmenbereich 2a, Durchgangsbereich 2b und
Wandschalenbereich 2c bezeichnet; ausserdem ist zur Angabe von Richtungen ein x-y-z
Koordinatensystem eingezeichnet. Das Gebäudetürsystem 1 umfasst ausserdem eine Schiebetür
4, die in der Rahmenstruktur 2 zwischen einer geschlossenen Position und einer geöffneten
Position entlang einer Schiebeachse x verschiebbar ist. In der geschlossenen Position
verschliesst die Schiebetür 4 den Durchgangsbereich 2b, und in der geöffneten Position
gibt die Schiebetür 4 den Durchgangsbereich 2b ganz oder teilweise frei, so dass beispielsweise
eine Person, ein Haustier oder ein Roboter von einer der Zonen 22, 24 in die jeweils
andere Zone gelangen können. In der in
Fig. 1 gezeigten teilweise geöffneten Position zeigt eine Stirnseite 30 der Schiebetür 4
in den Durchgangsbereich 2b und eine Distanz D zum Türrahmenbereich 2a.
[0019] In
Fig. 1 ist angedeutet, dass das Gebäudetürsystem 1 elektronische und elektromechanische
Systemkomponenten umfasst und mit einem Gebäudesteuerungssystem 20 (BM) verbunden
ist. In einem Ausführungsbeispiel ist das Gebäudetürsystem 1 mit dem Gebäudesteuerungssystem
20 kommunikativ verbunden, beispielsweise in Verbindung mit einem für das Gebäude
zentral verwalteten Zugangskontrollsystem. Als beispielhafte Systemkomponenten des
Gebäudetürsystems 1 sind eine elektrische Schnittstelleneinrichtung 16, eine Steuereinrichtung
12 (DC) und eine elektromechanische Aktuatoreinheit 14 (M) eingezeichnet.
[0020] Beispielsweise steuert die Steuereinrichtung 12 in einem Normalbetrieb die Aktuatoreinheit
14 an, um die Schiebetür 4 entlang der Schiebeachse x zu verschieben. Im Normalbetrieb
kann eine Person beispielsweise die Schiebetür öffnen oder schliessen, bzw. ein Öffnen
oder ein Schliessen veranlassen. Das Öffnen oder Schliessen kann beispielsweise an
einer Bedieneinrichtung 8 erfolgen, die an die Steuereinrichtung 12 kommunikativ gekoppelt
ist (leitungsgebunden und/oder durch eine Funkverbindung). Die Bedieneinrichtung 8
kann an der Schiebetür 4 oder der Rahmenstruktur 2 angeordnet sein oder ein elektronisches
Handgerät (Fernbedienung, Mobilfunkgerät) sein.
[0021] Die Steuereinrichtung 12 speichert in einem Ausführungsbeispiel zumindest für eine
festgelegte Zeitdauer einen aktuellen Betriebszustand der Schiebetür 4. Dazu kann
u. a. Information über die Distanz D der Stirnseite 30 zum Türrahmenbereich 2a gehören,
wobei die Distanz D zwischen Null und einer maximalen Distanz Dmax variieren kann
(0 ≤ D ≤ Dmax). In der Steuereinrichtung 12 liegt somit Information vor, die angibt,
ob die Schiebetür 4 geschlossen ist (D = 0), ganz geöffnet ist (D = Dmax) oder teilweise
geöffnet ist (0 < D < Dmax). Die Distanz D kann als ein Absolutwert (Länge, z. B.
in Zentimeter) oder als prozentualer Wert angegeben sein. Ausführungsbeispiele, wie
diese Distanz D bestimmt werden kann, sind an anderer Stelle dieser Beschreibung angegeben.
[0022] In dem in
Fig. 1 gezeigten Ausführungsbeispiel ist ausserdem gezeigt, dass das Gebäudesystem weitere
Komponenten bzw. Einrichtungen enthalten oder mit diesen kommunikativ verbunden sein
kann. Gezeigt sind die Sensoreinrichtung 6 mit einem Sensor 6a, die Bedieneinheit
8, eine Rücksetzeinrichtung 10 und ein elektrisch ansteuerbares Gebäudefenster 18.
Diese Komponenten bzw. Einrichtungen können mit der Schnittstelleneinrichtung 16 und/oder
mit dem Gebäudesteuerungssystem 20 kommunikativ verbunden sein; diese Verbindungen
sind in
Fig. 1 mit durchgezogen und unterbrochenen Linien eingezeichnet, wobei die unterbrochenen
Linien alternative Verbindungen darstellen. Je nach Ausgestaltung können eine oder
mehrere dieser kommunikativen Verbindung leitungsgebunden und/oder durch eine Funkverbindung
implementiert sein. Die Schnittstelleneinrichtung 16 und die jeweilige Komponente
oder Einrichtung sind entsprechend für eine leitungsgebundene Koppelung oder eine
Funkverbindung ausgestaltet.
[0023] Die Sensoreinrichtung 6 ist beispielsweise über die Schnittstelleneinrichtung 16
mit der Steuereinrichtung 12 kommunikativ gekoppelt, damit Mess- und/oder Analysewerte
der Sensoreinrichtung 6 übermittelt werden können und das Gebäudetürsystem 1 darauf
entsprechend reagieren kann. In einem anderen Ausführungsbeispiel kann die Sensoreinrichtung
6 ausschliesslich oder zusätzlich mit dem Gebäudesteuerungssystem 20 kommunikativ
verbunden sein; beispielsweise kann das Gebäudesteuerungssystem 20 ausgestaltet sein,
das Gebäudetürsystem 1 als Reaktion auf die Mess- und/oder Analysewerte anzusteuern.
[0024] Die Sensoreinrichtung 6 ist für eine Bestimmung der Luftqualität ausgestaltet. Die
Luftqualität beschreibt die Beschaffenheit der Luft bezogen auf den Anteil der darin
enthaltenen gasförmigen und/oder festen Luftbestandteile bzw. Luftverunreinigungen.
Die Sensoreinrichtung 6 oder ihr Sensor 6a können in einer der Zonen 22, 24 angeordnet
sein, in der die Luftqualität relevant ist, beispielsweise weil sich dort viele Person
eine längere Zeit aufhalten. Nachfolgend ist die Sensoreinrichtung 6 angeordnet, um
die Luftqualität in der Innenzone 22 (z. B. einer Wohnung, einem Büro oder einem Saal)
zu bestimmen. Die Sensoreinrichtung 6 oder ihr Sensor 6a können dafür am Gebäudetürsystem
1, oder davon entfernt in der Innenzone 22, so angeordnet sein, dass die Bestimmung
der Luftqualität repräsentativ für die Luftqualität in der Innenzone 22 ist.
[0025] Die Sensoreinrichtung 6 umfasst mindestens einen Sensor 6a, beispielsweise einen
Gassensor. Gassensoren sind allgemein bekannt, siehe beispielsweise
Zainab Yunusa, et at., Gas Sensors: A Review, Sensors & Transducers, Vol. 168, Issue
4, April 2014, Seiten 61-75. Die Sensoreinrichtung 6 kann mehrere Gassensoren für unterschiedliche Gase und/oder
Sensoren für andere Indikatoren für die Luftqualität umfassen, beispielsweise für
Kohlenmonoxid (CO), Stickdioxid (NO
2), Ozon (O
3), Kohlendioxid (CO
2), Sauerstoff (O
2), Temperatur, relative Feuchtigkeit, Feinstaub und flüchtige organische Verbindungen
etc. Eine solche Sensoreinrichtung 6 kann beispielsweise einen air-Q science Luftanalysator
der Firma Corant GmbH, Deutschland, enthalten. Der Fachmann erkennt, dass für jeden
dieser Indikatoren oder Luftbestandteile ein spezifischer Konzentrationsschwellenwert
festgelegt sein kann.
[0026] In
Fig. 1 ist zur Illustration ein CO
2-Sensor (6a) dargestellt. Die Sensoreinrichtung 6 kann auch einen Sensor für Feinstaub
umfassen, z. B. in Verbindung mit einem Gassensor. In einem Ausführungsbeispiel ist
die Sensoreinrichtung 6 ausgestaltet, eine Konzentration für ein spezifisches Gas
(z. B. CO
2) zu ermitteln. Die gemessene Konzentration kann als Konzentrationsmesswert in einer
dafür üblichen Einheit vorliegen (z. B. %, ppb (parts per billion)). In einem Ausführungsbeispiel
ist die Sensoreinrichtung 6 ausgestaltet, den Konzentrationsmesswert mit einem für
dieses Gas festgelegten Konzentrationsschwellenwert (z. B. CO
2-Schwellenwert) zu vergleichen und bei einem Erreichen (insbesondere einem Überschreiten)
des Konzentrationsschwellenwertes ein Grenzwertsignal zu erzeugen. Je nach Ausgestaltung
der Sensoreinrichtung 6 kann der Schwellenwert unveränderlich festgelegt sein oder
anwendungs- bzw. umgebungsspezifisch einstellbar sein.
[0027] In der in
Fig. 1 gezeigten Situation ist die hier beschriebene Technologie in vorteilhafter Weise
anwendbar. Kurz und beispielhaft zusammengefasst ermöglicht die hier beschriebene
Technologie, mit dem Gebäudetürsystem 1 eine Lüftungsfunktionalität zu realisieren,
ohne dass wesentliche Funktionen des Gebäudetürsystems 1, wie beispielsweise Sicht/Blickschutz,
Einbruchschutz und Brandschutz, wegfallen oder wesentlich reduziert werden. Die Tür
4 dichtet in der geschlossenen Position den Durchgangsbereich 2b der Rahmenstruktur
2 für eine Luftzirkulation im Wesentlichen ab. Gemäss der hier beschriebenen Technologie
hat die Steuereinrichtung 12 einen Lüftungsmodus, gemäss dem die Steuereinrichtung
12 die elektromechanische Aktuatoreinheit 14 ansteuert, wenn die Konzentration des
Luftbestandteils einen festgelegten Konzentrationsschwellenwert erreicht und die Tür
4 in der geschlossenen Position ist. Im Lüftungsmodus ist die Tür 4 gegen ein Öffnen
gesichert, so dass kein Durchgang erfolgen kann. Im Lüftungsmodus wird mindestens
ein Luftkanal freigegeben, der eine Luftzirkulation zwischen der ersten Gebäudezone
22 und der zweiten Gebäudezone 24 ermöglicht. Ein Luftkanal 34 kann z. B. zwischen
der Rahmenstruktur 2 und der Schiebetür 4 freigegeben werden
(Fig. 2D) oder durch Lüftungsöffnungen 38 in der Schiebetür 4 (Fig. 1). Durch die Luftzirkulation
wird die Luftqualität in der Innenzone 22 verbessert, ohne dass eine dort anwesende
Person eine wesentliche Einbusse an Komfort erfährt. In diesem Zustand ist die Schiebtür
4 weiterhin geschlossen und bietet daher unverändert u. a. Sicht/Blickschutz und Einbruchschutz.
[0028] Eine Anwendung dieser Funktionsweise ist für ein Ausführungsbeispiel der Schiebetür
4 in
Fig. 2A - Fig. 2E beispielhaft erläutert. In dieser Ausgestaltung der Schiebetür 4 übt die Schiebetür
4 in der geschlossenen Position gegen die Rahmenstruktur 2 eine Kraft aus. Die Schiebetür
4 dichtet so die Rahmenstruktur 2 in der geschlossenen Position für eine Luftzirkulation
im Wesentlichen ab. Zur Abdichtung können die Schiebetür 4 und/oder die Rahmenstruktur
2 Dichtungen 9 aufweisen, wie es beispielsweise Fig. 2E zeigt. Im Normalbetrieb der
Steuereinrichtung 12 wird die Schiebetür 4 beispielsweise von der geöffneten Position
in Richtung des Türrahmenbereichs 2a verschoben und im geschlossenen Zustand mit einem
eingestellten Anpressdruck gegen die Rahmenstruktur 2 gedrückt. Im Lüftungsmodus ist
die ausgeübte Kraft gegen die Rahmenstruktur 2, um mindestens einen Luftkanal 34 zwischen
der Rahmenstruktur 2 und der Schiebetür 4 freigegeben.
[0029] Wie oben erwähnt, ist die hier beschriebene Technologie in analoger Weise in Verbindung
mit einer anderen Art von Tür anwendbar. Eine Tür kann beispielsweise so angesteuert
werden, dass sich ein Luftkanal (z. B. ein Luftspalt zwischen der Tür und der Rahmenstruktur
entsteht, wenn die Tür von der Rahmenstruktur geringfügig wegbewegt wird). Eine Schwenk-
oder Drehtür können z. B. um einen Winkelbetrag (z. B. weniger als 10°) um eine Achse
gedreht werden, so dass sich die Tür von einer Dichtung trennt und der Luftspalt entsteht.
[0030] Der Fachmann erkennt, dass die Lüftungsfunktionalität nicht auf eine Tür beschränkt
ist. Die Lüftungsfunktionalität kann in analoger Weise bei einem Fenster, einem Fensterladen
oder einem Tor (z. B. einem Garagentor) angewendet werden. Das Fenster, der Fensterladen
oder das Tor werden durch eine elektromechanische Aktuatoreinheit angesteuert und
bewegt. Das Gebäudesystem umfasst in einer solchen Anwendung neben dem Sensorsystem
ein Fenster, einen Fensterladen oder ein Tor, jeweils mit einer Aktuatoreinheit. Der
Fachmann erkennt auch, dass ein Gebäudesystem in einem Gebäude so ausgestaltet sein
kann, dass die Lüftungsfunktionalität bei mindestens einer Tür in Verbindung mit mindestens
einem Fenster, einem Fensterladen oder einem Tor vorgesehen ist.
[0031] Die Lüftungsfunktionalität kann so eingestellt sein, dass sie nur dann aktiviert
ist, wenn eine Person in der Gebäudezone 22, 24 anwesend ist, in der die Sensoreinrichtung
6 bzw. ihr Sensor 6a angeordnet ist. Die Anwesenheit einer Person kann auf unterschiedliche
Art und Weise erkannt werden, z. B. in Verbindung mit einem Bewegungsmelder, einer
Zugangskontrolle (eine Person ging hinein, kam aber nicht heraus) oder einer Analyse
eines Energieverbrauchs von elektrischen Einrichtungen, die der betreffenden Gebäudezone
22, 24 zugeordnet sind. Die Steuereinrichtung 12 oder das Gebäudesteuerungssystem
20 können so ausgestaltet sein, dass bei Empfang des Grenzwertsignals keine Reaktion
der Schiebetür 4 erfolgt, wenn keine Person anwesend ist.
[0032] In einem Ausführungsbeispiel erfolgt die Aktivierung des Lüftungsmodus (und damit
die Luftzirkulation) automatisch, ohne ein Zutun einer Person. In einem Ausführungsbeispiel
kann die Person jedoch den Lüftungsmodus beenden und die Luftzirkulation auf Wunsch
stoppen. Dafür kann die Person die in
Fig. 1 gezeigte Bedieneinrichtung 8 betätigen. Die Bedieneinrichtung 8 kann z. B. einen
Schalter umfassen, der eine Verbindung zur Schnittstelleneinrichtung 16 unterbricht
oder herstellt, wodurch die Steuereinrichtung 12 veranlasst wird, den Anpressdruck
wieder auf den eingestellten Anpressdruck zu erhöhen.
[0033] Für eine ähnliche Funktion kann die Rücksetzeinrichtung 10 vorgesehen sein. Bei einem
Brandfall im Gebäude kann beispielsweise eine Person der Feuerwehr die Rücksetzeinrichtung
10 betätigen, wodurch die Steuereinrichtung 12 veranlasst wird, den Lüftungsmodus
zu beenden und den Anpressdruck wieder zu erhöhen. Je nach Gebäude kann die Rücksetzeinrichtung
10 beispielsweise an einem zentralen und für die Feuerwehr zugänglichen Ort angeordnet
sein, z. B. in Verbindung mit einer Brandmeldezentrale.
[0034] Im Folgenden sind die prinzipielle Struktur und die Funktionsweise eines Ausführungsbeispiels
des Gebäudetürsystems 1 in
Fig. 2A - Fig. 2E (diese zeigen jeweils horizontale Querschnitte durch die Schiebetür 4 und/oder die
Rahmenstruktur 2) beispielhaft beschrieben, soweit sie für das Verständnis der hier
beschriebenen Technologie hilfreich erscheinen. Der Fachmann erkennt, dass die Schiebetür
4 beispielhaft mit spreizbaren Türblättern und als in einen Wandbereich verschiebbar
beschrieben ist.
[0035] Die Schiebetür 4 hat in diesem Beispiel zwei Türblätter 4a, 4b, ohne jedoch darauf
beschränkt zu sein, und einen Aktuator 7, der Teil der Aktuatoreinheit 14 ist. Ein
beispielhafter Aktuator 7 ist in
EP 2 876 241 B1 beschrieben. Jedes Türblatt 4a hat in diesem Ausführungsbeispiel zwei seitliche Flansche
5a, 5b und einen oberen Flansch, die jeweils mit einer elastischen Dichtung versehen
sind. Im gezeigten Ausführungsbeispiel sind die Flansche 5a, 5b jeweils als L-förmige
Winkelprofile gezeigt, die vom jeweiligen Türblatt 4a, 4b rechtwinklig ins Türinnere
zeigen.
[0036] Der Fachmann erkennt, dass die Flansche 5a, 5b ein anderes Profil aufweisen können
oder dass die Flansche 5a, 5b durch eine andere Konstruktion ersetzt sein können.
Die Flansche 5a, 5b können mit Dichtungen 9 versehen sein, die an einigen Flanschen
5a, 5b in
Fig. 2A - Fig. 2E beispielhaft und schematisch gezeigt sind. Der Aktuator 7 ist ausgestaltet, bei einer
Aktivierung durch die Aktuatoreinheit 14 die Türblätter 4a, 4b aufeinander zuzubewegen
oder voneinander wegzubewegen; in
Fig. 2A haben die Türblätter 4a, 4b einen grösseren Abstand zueinander als in
Fig. 2B.
[0037] Fig. 2C zeigt die Schiebetür 4 in einer geschlossenen Position. In dieser Position hat der
Aktuator 7 die Türblätter 4a, 4b voneinander wegbewegt (vgl.
Fig. 2A) und drückt die Türblätter 4a, 4b mit einem festgelegten Anpressdruck gegen Rahmenstruktur
2; in dieser geschlossenen Position dichtet die Schiebetür 4 den Durchgangsbereich
2b der Rahmenstruktur 2 für eine Luftzirkulation im Wesentlichen ab. In der Ausgestaltung
gemäss
Fig. 2A - Fig. 2E hat die Rahmenstruktur 2 in z-Richtung seitliche Schliessprofile 32a, 32b und in
x-Richtung obere Schliessprofile, wobei die Flansche 5a in die Schliessprofile 32a
und die Flansche 5b in die Schliessprofile 32b greifen und jeweils dagegen drücken.
Analog dazu sind die oberen Schliessprofile und Flansche ausgestaltet. Wegen der Funktionalität,
die Türblätter 4a, 4b für diesen Zustand voneinander wegzubewegen, zu spreizen, ist
die Schiebetür 4 in Tiefenrichtung (y-Richtung in
Fig. 1) spreizbar; der Aktuator 7 kann dafür einen Speizmechanismus umfassen.
[0038] Fig. 2D zeigt die Schiebetür 4 in einem Zustand, in dem der Aktuator 7 die Türblätter 4a,
4b zueinander hinzieht (vgl.
Fig. 2B), wobei der Anpressdruck der Flansche 5a, 5b an die Schliessprofile 32a, 32b und der
oberen Flansche an die oberen Schliessprofile 32c reduziert ist, sodass mindestens
ein Luftkanal 34 entsteht; dadurch kann Luft zirkulieren. Durch den reduzierten Anpressdruck
können sich beispielsweise die evtl. vorhandenen Dichtungen 9 entspannen, so dass
ein oder mehrere Luftkanäle 34 (z. B. in Form von Luftspalten) entstehen. In
Fig. 2D ist die Luftzirkulation durch den Luftkanal 34 beispielhaft durch einen gekrümmten
Doppelpfeil 36 angedeutet. Die Steuereinrichtung 12 kann diesen Zustand der Schiebetür
4 veranlassen, wenn die Sensoreinrichtung 6 eine Erreichung eines Konzentrationsschwellenwerts,
beispielsweise des CO
2-Schwellenwerts, insbesondere dessen Überschreitung, detektiert. Das Gebäudetürsystem
1 hat dann die genannte Lüftungsfunktionalität.
[0039] Bei der Konfiguration des Gebäudetürsystems 1 kann ermittelt werden, wie lange der
Aktuator 7 zu aktivieren ist, bis ein oder mehrere Luftkanäle 34 einer gewünschten
Dimension entstehen. Die Steuereinrichtung 12 steuert die Aktuatoreinheit 14 nur für
die so ermittelte Zeitdauer an. Danach ist die Schiebetür 4 sowohl gegen ein Verschieben
in x-Richtung als auch in y-Richtung gesichert, beispielsweise in x-Richtung durch
die Aktuatoreinheit 14 und in y-Richtung, weil sich die Flansche 5a, 5b noch gegenüber
den Schliessprofilen 32a, 32b befinden. Aus Sicht einer Person in einer der Zonen
22, 24 ist die Schiebetür 4 weiterhin geschlossen und bietet z. B. Sicht- und Einbruchschutz.
[0040] In dem in
Fig. 2D gezeigten Zustand kann sich die Schiebetür 4 auch im Übergang vom geschlossenen Zustand
in den geöffneten Zustand befinden. Eine ähnliche Situation ergibt sich beim Übergang
vom geöffneten Zustand in den geschlossenen Zustand.
[0041] Fig. 2E zeigt die Schiebetür 4 im geöffneten Zustand, wobei sie sich teilweise im Wandschalenbereich
8 befindet. Um die Schiebetür 4 zwischen dem geschlossenen Zustand und dem geöffneten
Zustand hin und her zu verschieben, ist in einem Ausführungsbeispiel der Aktuator
7 der Schiebetür 4 als eine elektrische Aktuatoreinheit ausgestattet.
[0042] In der in
Fig. 2A - Fig. 2E gezeigten Ausgestaltung der Schiebetür 4 ergibt sich der Luftkanal 34 zwischen der
Rahmenstruktur 2 und der Schiebetür 4
(Fig. 2D). Der Luftkanal 34 wird freigegeben, wenn sich die Türblätter 4a, 4b von der Rahmenstruktur
2 wegbewegen. In
Fig. 1 umfasst der mindestens eine Luftkanal mindestens eine Lüftungsöffnung 38 in der Schiebetür
4. Die Lüftungsöffnung 38 ist in einem Bereich der Stirnseite 30 der Schiebetür 4
angeordnet und hat einen festgelegten Abstand zur Stirnseite 30. Die Stirnseite 30
zeigt in der geöffneten Position in den Durchgangsbereich 2b und reicht in der geschlossenen
Position um mindestens den festgelegten Abstand in die Rahmenstruktur 2 hinein, wobei
die Lüftungsöffnung 38 dann durch die Rahmenstruktur verschlossen ist. Die Steuereinrichtung
12 ist ausgestaltet, im Lüftungsmodus die elektromechanische Aktuatoreinheit 14 anzusteuern,
die Schiebetür 4 um den festgelegten Abstand zu verschieben, um die Lüftungsöffnung
38 freizugeben. Die Lüftungsöffnung 38 kann eine oder mehrere kreisförmige oder schlitzförmige
Öffnungen umfassen, die für die Luftzirkulation durch die Schiebetür 4 zwischen der
ersten Gebäudezone und der zweiten Gebäudezone vorgesehen sind. In
Fig. 1 ist die mindestens eine Lüftungsöffnung 38 im oberen Teil der Schiebetür 4 nahe der
Stirnseite 30 angeordnet; die Lüftungsöffnung 38 kann jedoch an einer anderen Stelle
nahe der Stirnseite 30 angeordnet sein, z. B. unten.
[0043] Wie oben erwähnt, erfolgt die Ansteuerung der Aktuatoreinheit 14 als Funktion einer
ermittelten Position der Schiebetür 4, insbesondere als Funktion der Distanz D. In
einem Ausführungsbeispiel kann ein in der Aktuatoreinheit 14 (Motor) integrierter
Drehgeber genutzt werden, um die Position der Schiebetür 4 bzw. die Distanz D zu ermitteln.
Drehgeber (auch Inkrementalgeber oder Encoder genannt) sind dem Fachmann bekannt,
sie können zur Erfassung von Winkeländerungen und einer Drehrichtung ausgestaltet
sein. Dreht sich der Motor, um die Schiebetür 4 zu verfahren, führt jede Winkeländerung
um einen festgelegten Winkel nach links oder nach rechts zu einer festgelegten Änderung
einer Stellgrösse (z. B. eine zurückgelegte Wegstrecke der Schiebetür wird um eins
erhöht oder erniedrigt (Inkrement (+ 1) oder Dekrement (- 1))); bei bekannten Werten
für die geschlossene Position und die geöffnete Position der Schiebetür 4 kann aus
der Winkeländerung bzw. der zurückgelegten Wegstrecke die (Distanz D) ermittelt werden.
Die Werte für die geschlossene Position und die geöffnete Position der Schiebetür
4 können beispielsweise bei einer Inbetriebnahme der Schiebetür 4 durch eine Initialisierungsfahrt
bestimmt werden.
[0044] Mit dem Verständnis der oben beschriebenen prinzipiellen Systemkomponenten und deren
Funktionalitäten, erfolgt im Folgenden in Verbindung mit Fig. 3 eine Beschreibung
eines beispielhaften Verfahrens zum Betreiben des Gebäudesystems ausgehend von der
geschlossenen Position der Schiebetür 4, wie sie z. B. in Fig. 2C gezeigt ist; in
der überwachten Zone (z. B. Innenzone 22 (Wohnung)) ist mindestens eine Person anwesend.
Für die Innenzone 22 ist mindestens ein Luftbestandteils festgelegt, der als Mass
für die Luftqualität dient. Für diesen Luftbestandteil ist ein Schwellenwert festgelegt;
der Schwellenwert gibt an, bis zu welcher Konzentration die Luftqualität als gut oder
ausreichend gilt und ab welcher Konzentration die Luftqualität als schlecht gilt.
Um diesen Luftbestandteil zu messen, hat die Sensoreinrichtung 6 einen entsprechenden
Sensor 6a. Im Folgenden ist der Sensor 6a ein Sensor für ein bestimmtes Gas, z. B.
für Kohlendioxid, für das ein Konzentrationsschwellenwert festgelegt ist, wobei die
hier beschriebene Technologie nicht auf Gas, ein bestimmtes Gas oder einen anderen
Luftbestandteil beschränkt ist. Das in
Fig. 3 gezeigte Verfahren beginnt in einem Schritt
S1 und endet in einem Schritt S6. Der Fachmann erkennt, dass die Aufteilung in diese
Schritte beispielhaft ist und dass einer oder mehrere dieser Schritte in einen oder
mehrere Teilschritte aufgeteilt oder dass mehrere der Schritte zu einem Schritt zusammengefasst
werden können.
[0045] In einem Schritt
S2 wird eine Konzentration des Luftbestandteils gemessen, beispielsweise die Gaskonzentration
eines bestimmten Gases (z. B. CO
2). Die Sensoreinrichtung 6 bzw. deren Gassensor misst die Gaskonzentration gemäss
der Messtechnologie des Gassensors. Der Gassensor misst die Gaskonzentration z. B.
im Wesentlichen kontinuierlich oder in festgelegten Messintervallen.
[0046] In einem Schritt
S3 wird geprüft, ob die Gaskonzentration den Konzentrationsschwellenwert erreicht. Ist
dies der Fall, erzeugt die Sensoreinrichtung 6 ein Grenzwertsignal und das Verfahren
schreitet entlang des Ja-Zweigs zu einem Schritt
S4. Erreicht die Gaskonzentration dagegen nicht den Konzentrationsschwellenwert, weil
die Luftqualität gut bzw. ausreichend ist, schreitet das Verfahren entlang des Nein-Zweigs
zurück zum Schritt
S2.
[0047] Im Schritt
S4 wird der Lüftungsmodus der Steuereinrichtung 12 aktiviert. Die Konzentration des
spezifischen Gases ist zumindest gleich dem festgelegten Konzentrationsschwellenwert
und die Steuereinrichtung 12 empfängt das Grenzwertsignal; die Schiebetür 4 ist in
der geschlossenen Position.
[0048] In einem Schritt
S5 wird die elektromechanische Aktuatoreinheit 14 durch die Steuereinrichtung 12 im
Lüftungsmodus angesteuert. Im Lüftungsmodus ist die Schiebetür 4 gegen ein Verschieben
aus der geschlossenen Position gesichert. Obwohl die Luft im Lüftungsmodus zirkulieren
kann, gewährt die Schiebetür 4 Sicherheit gegen ein manuelles Aufschieben, unabhängig
davon, ob es durch eine berichtigte oder unberechtigte Person versucht wird. Ausserdem
ist die ausgeübte Kraft gegen die Rahmenstruktur 2 reduziert. Durch die reduzierte
Kraft besteht mindestens ein Luftkanal 34 zwischen der Rahmenstruktur 2 und der Schiebetür
4, der eine Luftzirkulation zwischen der ersten Gebäudezone 22 und der zweiten Gebäudezone
24 ermöglicht. Bezogen auf das in
Fig. 2C und
Fig 2D gezeigte Beispiel werden die Flansche 5a, 5b weniger stark gegen die Rahmenstruktur
2 gedrückt oder sie sind davon etwas beabstandet, sodass ein oder mehrere Luftkanäle
entstehen. In
Fig. 3 endet das Verfahren im Schritt S6.
[0049] Wie oben ausgeführt, kann der Lüftungsmodus beendet werden. Dies kann beispielsweise
durch Betätigung der Bedieneinrichtung 8 oder automatisch nach Ablauf einer festgelegten
Zeitdauer erfolgen. Die Person kann den Lüftungsmodus auch dadurch beenden, indem
sie ein Öffnen der Schiebetür 4 veranlasst, beispielsweise durch Betätigen der Bedieneinrichtung
8. In einem Brandfall kann beispielsweise eine Person der Feuerwehr den Lüftungsmodus
dadurch beenden, indem sie die Rücksetzeinrichtung 10 betätigt. Im Brandfall werden
gemäss einem Ausführungsbeispiel evtl. geöffnete und elektromechanisch betätigbare
Gebäudefenster 18 automatisch geschlossen. Dies kann durch die Gebäudesteuerungssystem
20 erfolgen.
[0050] Erneut Bezug nehmend auf
Fig. 1 erfolgt im Folgenden eine Beschreibung von weiteren Details zum mechanischen Aufbau
der Rahmenstruktur 2 und der Schiebetür 4. Der Türrahmenbereich 2a befindet sich links
vom Durchgangsbereich 2b, wobei er sich auch über den Durchgangsbereich 2b erstrecken
kann, und der Wandschalenbereich 2c befindet sich rechts vom Durchgangsbereich 2b,
wobei er sich auch über den Durchgangsbereich 2b erstrecken kann. Der Durchgangsbereich
2b ist somit vom Türrahmenbereich 2a, dem Wandschalenbereich 2a und einem Gebäudeboden
bzw. einer dort angeordneten Schwelle oder Führungsschiene umgeben.
[0051] An der Rahmenstruktur 2 ist ein der Innenzone 22 zugewandtes Wandpaneel 23 (im Folgenden
auch als Wandinnenpaneel 23 bezeichnet), ein der Aussenzone 24 zugewandtes Wandpaneel
25 (im Folgenden auch als Wandaussenpaneel 25 bezeichnet) und seitliche Befestigungseinrichtungen
angeordnet. Das Wandinnenpaneel 23 ist im Wesentlichen parallel zum Wandaussenpaneel
25 angeordnet, wobei die Wandpaneele 23, 25 insbesondere den Türrahmenbereich 2a und
den Wandschalenbereich 2c abdecken (verkleiden) und gestalterisch an die umgebende
Wand angepasst werden können. Die seitlichen Befestigungseinrichtungen sind zum Verbinden
des Gebäudetürsystems 1 mit dem Gebäude vorgesehen. Bezogen auf das in
Fig. 1 gezeigte x-y-z Koordinatensystem hat das Gebäudetürsystem 1 in x-Richtung eine Länge,
in y-Richtung eine Tiefe und in z-Richtung eine Höhe; das Gebäudetürsystem 1 erstreckt
sich in einer Ebene, die durch die x- und z-Achsen aufgespannt wird.
[0052] Der Wandschalenbereich 2c umfasst einen Hohlraum zwischen den Wandpaneelen 23, 25,
der so bemessen ist, dass er die Schiebetür 4 in der geöffneten Position zumindest
teilweise aufnimmt. Die Schiebetür 4 hat zwei im Wesentlichen parallele Türblätter
4a, 4b (jeweils an einer Innenseite und einer Aussenseite der Schiebetür 4) und die
Stirnseite 30, die in Richtung des Durchgangsbereichs 2b zeigt und sich quer zur Schiebeachse
x erstreckt. Die Türblätter 4a, 4b erstrecken sich von der Stirnseite 30 ausgehend
im Wesentlichen parallel zur Schiebeachse x und haben zueinander (in y-Richtung) einen
Abstand, sodass zwischen den Türblättern 4a, 4b ein Innenraum vorhanden ist, in dem
Systemkomponenten und Dämmmaterial, z. B. für Schall- und Brandschutz, angeordnet
werden können. Jedes der Türblätter 4a, 4b erstreckt sich im Wesentlichen parallel
zur x-z-Ebene.
[0053] In einem Ausführungsbeispiel hat das Gebäudetürsystem 1 an einem Türquerträger eine
Führungseinrichtung, die die Schiebetür 4 trägt und auf ihrem Weg zwischen der geschlossenen
Position und der geöffneten Position führt. Die Schiebetür 4 hat dazu an ihrer oberen
Kante eine komplementäre Vorrichtung. Die Führungseinrichtung und die komplementäre
Vorrichtung wirken zusammen, wenn die Aktuatoreinheit 14 das Verfahren der Schiebetür
4 veranlasst und beispielsweise auf die komplementäre Vorrichtung einwirkt. Die Führungseinrichtung
und die komplementäre Vorrichtung bilden beispielsweise einen Rollenmechanismus (z.
B. ein rollengelagertes Schlitten-System (Rollenschlitten)). Die Aktuatoreinheit 14
kann beispielsweise einen motorischen oder pneumatischen Schiebeantrieb umfassen,
der beispielsweise auf die Schiebtür 4 einwirkt. Der Fachmann erkennt, dass die Ausgestaltung
nicht auf einen Rollenmechanismus beschränkt ist und dass die Führungseinrichtung
und die komplementäre Vorrichtung auf eine andere Art und Weise gestaltet sein können,
beispielsweise als Teleskopauszug.
[0054] Im in
Fig. 1 gezeigten Ausführungsbeispiel erfolgt die Verbindung das Gebäudetürsystems 1 mit
dem Gebäudesteuerungssystem 20 (BM) mittels einer elektrischen Verbindung 28. Über
diese Verbindung 28 kann das Gebäudetürsystem 1 z. B. mit elektrischer Energie versorgt
werden. In einem Ausführungsbeispiel kann mit der zugeführten Energie ein Betrieb
des Gebäudetürsystems 1 gewährleistet werden, ohne dass ihm externe Steuersignale
oder Steuerbefehle zugeführt werden. Systemkomponenten, die z. B. einen Schlüssel,
einen Zugangscode oder eine andere Art von Zugangsberechtigung prüfen, sind in diesem
Ausführungsbeispiel (lokal) im Gebäudetürsystem 1 integriert, so dass es - bis auf
die elektrische Energie - autonom betrieben werden kann.
[0055] Die Steuereinrichtung 12 ist ausserdem mittels einer elektrischen Verbindung 35 mit
der Aktuatoreinheit 14 und der Schnittstelleneinrichtung 16 verbunden. Die elektrische
Verbindung 35 verläuft innerhalb der Schiebetür 4, beispielsweise zwischen den Türblättern
26. Die elektrischen Verbindung 35 ist für eine Signal- und/oder Energieübertragung
ausgestaltet, sie kann dafür einzelne elektrische Leitungen oder ein elektrisches
Bussystem umfassen.
[0056] In einem Ausführungsbeispiel können dem Gebäudetürsystem 1 externe Steuersignale
oder Steuerbefehle zugeführt werden, beispielsweise in Verbindung mit der Überprüfung
einer Zugangsberechtigung. In diesem Ausführungsbeispiel ist die elektrische Schnittstelleneinrichtung
16 für eine Kommunikation zwischen dem Gebäudesteuerungssystem 20 und dem Gebäudetürsystem
1 vorgesehen. Die elektrische Verbindung 28 umfasst dafür ein Kommunikationsnetz,
an das das Gebäudesteuerungssystem 20 und die Schnittstelleneinrichtung 16 gekoppelt
sind. Das Gebäudesteuerungssystem 20 kann ein computergestütztes Gebäudeverwaltungssystem
umfassen, in dem Daten von zugangsberechtigten Benutzern und Objekten gespeichert
sind.
[0057] Der Fachmann erkennt, dass das Gebäudesteuerungssystem 20 im Gebäude 2 angeordnet
sein kann, wobei das Gebäudesteuerungssystem 20 als lokale und von einem äusseren
System unabhängige Einheit für den Betrieb des Gebäudetürsystems 1 (oder auch mehrerer
solcher Systeme) ausgestaltet ist. In einem Ausführungsbeispiel können Funktionen
des Gebäudesteuerungssystems 20 auf lokal im und entfernt vom Gebäude angeordnete
Teilsysteme oder Komponenten verteilt sein. Das im Gebäude angeordnete Teilsystem
kann dafür mit einer IT-Infrastruktur für das sogenannte Cloud Computing (umgangssprachlich
auch als "Cloud" bezeichnet) gekoppelt sein. Darunter ist beispielsweise das Speichern
von Daten in einem entfernten Rechenzentrum, aber auch das Ausführen von Programmen,
die nicht lokal, sondern entfernt installiert sind, zu verstehen. Je nach Ausgestaltung
kann eine bestimmte Funktionalität beispielsweise in der Steuereinrichtung 12 oder
über die
"Cloud" zur Verfügung gestellt werden. Dazu kann beispielsweise eine Softwareanwendung
oder Programmteile davon in der "Cloud" ausgeführt werden. Die Steuereinrichtung 12
greift dann bei Bedarf über die Schnittstelleneinrichtung 16 auf diese Infrastruktur
zu, um die Softwareanwendung auszuführen.
[0058] Die elektrische Verbindung 28 kann in einem Ausführungssystem ein elektrisches Bussystem
umfassen. In einem Ausführungsbeispiel erfolgt die elektrische Anbindung des Gebäudetürsystems
1, einschliesslich dessen Versorgung mit elektrischer Energie, über die Schnittstelleneinrichtung
16. Der Fachmann erkennt, dass im Gebäude 2 mehrere Gebäudetürsysteme 1 vorhanden
sein können und dass jedes dieser Gebäudetürsysteme 1 an die elektrische Verbindung
28 gekoppelt sein kann, um mit dem Gebäudesteuerungssystem 20 zu kommunizieren, beispielsweise
in Verbindung mit einer Ermittlung und Überprüfung von Zugangsberechtigungen, wenn
dies zentral durch das Gebäudesteuerungssystem 20 erfolgt.
1. Gebäudesystem mit einem Gebäudetürsystem (1) zum Abtrennen einer ersten Gebäudezone
(22) von einer zweiten Gebäudezone (24), wobei das Gebäudetürsystem (1) umfasst:
eine Rahmenstruktur (2) mit einem Durchgangsbereich (2b);
eine in der Rahmenstruktur (2) zwischen einer geschlossenen Position und einer geöffneten
Position bewegbare Tür (4);
eine elektromechanische Aktuatoreinheit (14) und eine Steuereinrichtung (12), wobei
die elektromechanische Aktuatoreinheit (14) und die Steuereinrichtung (12) ausgestaltet
sind, die Tür (4) zwischen der geschlossenen Position und der geöffneten Position
zu bewegen, wobei die Tür (4) in der geschlossenen Position den Durchgangsbereich
(2b) der Rahmenstruktur (2) für eine Luftzirkulation im Wesentlichen abdichtet, dadurch gekennzeichnet, dass
das Gebäudesystem eine Sensoreinrichtung (6) umfasst, die an die Steuereinrichtung
(12) kommunikativ gekoppelt ist und mindestens einen Sensor (6a) für eine Messung
einer Konzentration eines Luftbestandteils umfasst, und
die Steuereinrichtung (12) einen Lüftungsmodus hat, gemäss dem die Steuereinrichtung
(12) die elektromechanische Aktuatoreinheit (14) ansteuert, wenn die Konzentration
des Luftbestandteils einen festgelegten Konzentrationsschwellenwert erreicht und die
Tür (4) in der geschlossenen Position ist, mindestens einen Luftkanal (34, 38) für
eine Luftzirkulation zwischen der ersten Gebäudezone (22) und der zweiten Gebäudezone
(24) freizugegeben, wobei im Lüftungsmodus die Tür (4) gegen ein Öffnen gesichert
ist.
2. Gebäudesystem (1) nach Anspruch 1, bei dem die Sensoreinrichtung (6) den für den Luftbestandteil
festgelegten Konzentrationsschwellenwert speichert und diesen mit einem gemessenen
Konzentrationsmesswert des Luftbestandteils vergleicht, wobei die Sensoreinrichtung
(6) ausgestaltet ist, ein Grenzwertsignal zu erzeugen und zur Steuereinrichtung (12)
zu übermitteln, wenn der gemessene Konzentrationsmesswert höher als der Konzentrationsschwellenwert
ist.
3. Gebäudesystem (1) nach Anspruch 1, bei dem die Steuereinrichtung (12) den für den
Luftbestandteil festgelegten Konzentrationsschwellenwert speichert und diesen mit
einem vom Sensor (6a) gemessenen Konzentrationsmesswert des Luftbestandteils vergleicht,
wobei die Steuereinrichtung (12) ausgestaltet ist, die elektromechanische Aktuatoreinheit
(14) anzusteuern, wenn der gemessene Konzentrationsmesswert höher als der Konzentrationsschwellenwert
ist.
4. Gebäudesystem (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, ausserdem aufweisend eine
Bedieneinheit (8), die mit der Steuereinrichtung (12) kommunikativ gekoppelt ist,
wobei die Bedieneinheit (8) nach einer ersten Benutzereingabe ein erstes Steuersignal
erzeugt, wobei die Steuereinrichtung (12) bei Empfang des ersten Steuersignals den
Lüftungsmodus beendet und die Aktuatoreinheit (14) ansteuert, den mindestens einen
Luftkanal (34, 38) zu schliessen, um den Durchgangsbereich (2b) für eine Luftzirkulation
im Wesentlichen abzudichten.
5. Gebäudesystem (1) nach Anspruch 4, wobei die Bedieneinheit (8) nach einer zweiten
Benutzereingabe ein zweites Steuersignal erzeugt, wobei die Steuereinrichtung (12)
bei Empfang des zweiten Steuersignals die elektromechanische Aktuatoreinheit (14)
ansteuert, um die Tür (4) in die geöffnete Position zu bewegen.
6. Gebäudesystem (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, ausserdem aufweisend eine
Rücksetzeinrichtung (10), die mit der Steuereinrichtung (12) kommunikativ gekoppelt
ist, wobei die Rücksetzeinrichtung (10) in einem Gebäude in einer Brandmeldezentrale
angeordnet ist und ausgestaltet ist, in einem Brandfall ein drittes Steuersignal zu
erzeugen, wobei die Steuereinrichtung (12) bei Empfang des dritten Steuersignals den
Lüftungsmodus beendet und die Aktuatoreinheit (14) ansteuert, den mindestens einen
Luftkanal (34, 38) zu schliessen, um den Durchgangsbereich (2b) für eine Luftzirkulation
im Wesentlichen abzudichten.
7. Gebäudesystem (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Steuereinrichtung
(12) ausgestaltet ist, den Lüftungsmodus nur dann zu aktivieren, wenn eine Person
in der Gebäudezone (22, 24) anwesend ist, in der der mindestens eine Sensor (6a) angeordnet
ist.
8. Gebäudesystem (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem die Tür (4) des
Gebäudetürsystems (1) eine Schiebetür (4), eine Schwenktür oder eine Drehtür ist,
die in der Rahmenstruktur (2) durch die elektromechanische Aktuatoreinheit (14) zwischen
der geschlossenen Position und der geöffneten Position bewegbar sind, wobei die Schiebetür
(4) in der Rahmenstruktur (2) durch die elektromechanische Aktuatoreinheit (14) zwischen
der geschlossenen Position und der geöffneten Position entlang einer Schiebeachse
(x) verschiebbar ist.
9. Gebäudesystem (1) nach Anspruch 8, wobei die Steuereinrichtung (12) ausgestaltet ist,
in der geschlossenen Position die elektromechanische Aktuatoreinheit (14) anzusteuern,
die Schiebetür (4) mit einer Kraft gegen die Rahmenstruktur (2) zu drücken, um den
mindestens einen Luftkanal (34) zu schliessen, wobei die Steuereinrichtung (12) ausserdem
ausgestaltet ist, im Lüftungsmodus die elektromechanische Aktuatoreinheit (14) anzusteuern,
die Kraft gegen die Rahmenstruktur (2) zu reduzieren, um den mindestens einen Luftkanal
(34) freizugeben.
10. Gebäudesystem (1) nach Anspruch 8, wobei der mindestens eine Luftkanal (38) mindestens
eine Lüftungsöffnung (38) in der Schiebetür (4) umfasst, wobei die Lüftungsöffnung
(38) in einem Bereich einer Stirnseite (30) der Schiebetür (4) angeordnet ist und
einen festgelegten Abstand zur Stirnseite (30) hat, wobei die Stirnseite (30) in der
geöffneten Position in den Durchgangsbereich (2b) zeigt und in der geschlossenen Position
um mindestens den festgelegten Abstand in die Rahmenstruktur (2) hineinreicht, wobei
die Lüftungsöffnung (38) durch die Rahmenstruktur (2) verschlossen ist, wobei die
Steuereinrichtung (12) ausgestaltet ist, im Lüftungsmodus die elektromechanische Aktuatoreinheit
(14) anzusteuern, die Schiebetür (4) um den festgelegten Abstand zu verschieben, um
die Lüftungsöffnung (38) freizugeben.
11. Verfahren zum Betreiben eines Gebäudesystems (1) nach einem der Ansprüche 1 - 10,
aufweisend:
Vergleichen einer vom Sensor (6a) gemessenen Konzentration des Luftbestandteils mit
dem festgelegten Konzentrationsschwellenwert; und
Ansteuern der elektromechanischen Aktuatoreinheit (14) durch die Steuereinrichtung
(12) gemäss dem Lüftungsmodus der Steuereinrichtung (12), wenn die Konzentration des
Luftbestandteils den festgelegten Konzentrationsschwellenwert erreicht und die Tür
(4) in der geschlossenen Position ist, um den mindestens einen Luftkanal (34, 38)
für eine Luftzirkulation zwischen der ersten Gebäudezone (22) und der zweiten Gebäudezone
(24) freizugegeben, wobei im Lüftungsmodus die Tür (4) gegen ein Öffnen gesichert
ist.
12. Verfahren nach Anspruch 11, bei dem die vom Sensor (6a) gemessene Konzentration des
Luftbestandteils mit dem festgelegten Konzentrationsschwellenwert durch die Sensoreinrichtung
(6) verglichen wird, wobei die Sensoreinrichtung (6) den festgelegten Konzentrationsschwellenwert
speichert, und bei dem durch die Sensoreinrichtung (6) ein Grenzwertsignal erzeugt
und zur Steuereinrichtung (12) übermittelt wird, wenn der gemessene Konzentrationsmesswert
den Konzentrationsschwellenwert erreicht, oder bei dem die vom Sensor (6a) gemessene
Konzentration des Luftbestandteils mit dem festgelegten Konzentrationsschwellenwert
durch die Steuereinrichtung (12) verglichen wird, wobei die elektromechanische Aktuatoreinheit
(14) durch die Steuereinrichtung (12) angesteuert wird, wenn der gemessene Konzentrationsmesswert
den Konzentrationsschwellenwert erreicht.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 11 - 12, ausserdem aufweisend:
Erzeugen eines ersten Steuersignals durch eine Bedieneinheit (8) bei einer ersten
Benutzereingabe, die mit der Steuereinrichtung (12) kommunikativ gekoppelt ist,
Beenden des Lüftungsmodus durch die Steuereinrichtung (12) bei Empfang des ersten
Steuersignals und
Ansteuern der Aktuatoreinheit (14), den mindestens einen Luftkanal (34, 38) zu schliessen,
um den Durchgangsbereich (2b) für eine Luftzirkulation im Wesentlichen abzudichten.
14. Verfahren nach Anspruch 13, ausserdem aufweisend Erzeugen eines zweiten Steuersignals
durch die Bedieneinheit (8) nach einer zweiten Benutzereingabe, und Ansteuern der
Aktuatoreinheit (14) durch die Steuereinrichtung (12) bei Empfang des zweiten Steuersignals,
um die Tür (4) in die geöffnete Position zu bewegen.
15. Verfahren nach einem der Ansprüche 13 - 14, ausserdem aufweisend Erzeugen eines dritten
Steuersignals durch eine Rücksetzeinrichtung (10), die mit der Steuereinrichtung (12)
kommunikativ gekoppelt ist, wobei die Rücksetzeinrichtung (10) in einem Gebäude in
einer Brandmeldezentrale angeordnet ist, Beenden des Lüftungsmodus durch die Steuereinrichtung
(12) bei Empfang des dritten Steuersignals und Ansteuern der Aktuatoreinheit (14),
die Kraft gegen die Rahmenstruktur (2) zu erhöhen, um den Durchgangsbereich (2b) für
eine Luftzirkulation im Wesentlichen abzudichten.