[0001] Die Erfindung betrifft eine Scrollmaschine sowie eine Kälteanlage.
[0002] Scrollmaschinen sind Fluidenergiemaschinen und sind aus dem Stand der Technik in
unterschiedlichen Ausgestaltungen vorbekannt. Scrollmaschinen sind beispielsweise
Scrollkompressoren, Scrollverdichter bzw. Spiralverdichter oder Scrollexpander.
[0003] Bekannte Scrollmaschinen weisen typischerweise zwei zusammenwirkende Spiraleinheiten
mit jeweils einem Spiralkanal auf, der radial durch eine Spiralrippe und in einer
Richtung axial durch einen Boden begrenzt wird. Die Spiralrippen der Spiraleinheiten
greifen bzw. verkämmen zur Bildung von Druckkammern ineinander. Die Spiralrippe liegt
dabei mit einer dem Boden axial gegenüberliegend angeordneten Stirnseite dichtend
an dem Boden der jeweils anderen Spiraleinheit an.
[0004] Sowohl der jeweilige Spiralkanal als auch die den Spiralkanal bildende Spiralrippe
sind in Form einer Kreisevolvente ausgebildet, wobei die zwei Spiraleinheiten relativ
zueinander beweglich sind. Eine verbreitete Bauweise von Scrollmaschinen weist eine
stationäre Spiraleinheit und eine bewegliche Spiraleinheit auf, wobei die bewegliche
Spiraleinheit entlang einer Orbitalbahn relativ zu der stationären Spiraleinheit bewegt
wird.
[0005] Nach dem Verdrängungsprinzip wird in einem Kompressor oder in einem Verdichter ein
Arbeitsmedium, zum Beispiel ein Kältemittel, durch eine Relativbewegung der zwei Spiraleinheiten
verdichtet bzw. komprimiert. Bei dieser Relativbewegung wird das Arbeitsmedium in
Druckkammern entlang der Spiralkanäle von einem äußeren Endbereich zu einem inneren
Endbereich und vice versa verlagert, wobei das Arbeitsmedium in der jeweiligen Druckkammer
eine Volumenveränderung erfährt.
[0006] Aus
WO 2018 019 372 A1 ist beispielsweise eine solche gattungsgemäße Scrollmaschine bekannt, die in einer
Kälteanlage mit einem Kältemittelkreislauf zur Anwendung kommen kann. Solche Kälteanlagen
können vielseitig zur Anwendung kommen, wie beispielsweise zum Kühlen eines sekundären
Fluids wie Luft oder zum Kühlen von Komponenten oder Gerätschaften. Die Kühl- oder
Heizlast von Kälteanlagen kann stark mit den Umgebungsbedingungen, dem Belegungsniveau,
und anderen Lastanforderungen variieren.
[0007] Eine Möglichkeit zur Verbesserung der Gesamteffizienz einer Kälteanlage kann beispielsweise
mittels eines sogenannten Economizer-Kreislaufes erfolgen. Durch einen Economizer-Kreislauf
wird ein von einem Hauptmedienstrom abgezweigter Economizer-Medienstrom verdampft
und dazu verwendet einen verbleibenden Anteil des Hauptmedienstroms zu unterkühlen.
Ein derartiges System ist beispielsweise in der
DE 10 2022 120 678 A1 beschrieben.
[0008] Das abgezweigte Arbeitsmedium des Economizer-Medienstroms wird in eine geschlossene
Druckkammer in der Scrollmaschine eingebracht bzw. eingespritzt. Durch ein Zu- oder
Abschalten der Einspritzung kann zwischen unterschiedlichen Betriebsmoden variiert
werden.
[0009] In manchen Anwendungsfällen, beispielsweise beim Einsatz von Kältemittel mit einer
sehr großen volumetrischen Kälteleistung wie z.B. CO
2 (R-744), kann eine sehr hohe Überverdichtung auftreten. Um dem Effekt der Überverdichtung
zu begegnen, ist es bekannt, einen Teil des Arbeitsmediums vor Abschluss des Verdichtungsvorgangs
aus der geschlossenen Druckkammer zu entnehmen.
[0010] Sowohl das Einbringen als auch das Entnehmen von Arbeitsmedium in die geschlossene
Druckkammer erfordert die Konstruktion von Ein- bzw. Auslässen in die Druckkammer.
Dabei ist es bekannt entsprechende Öffnungen am Boden oder Übergang vom Boden zur
Spiralrippe einer der Spiraleinheiten anzuordnen. Entsprechende Offenbarungen finden
sich in der
DE 10 2022 120 678 A1, der
US 7 228 710 B2 und der
US 6 196 816 B1. Aus der
US 8 998 595 B2 ist es bekannt, eine Öffnung stirnseitig an der Spiralrippe anzuordnen.
[0011] Nachteilig an den bekannten Systemen ist, dass durch die Anordnung der Öffnungen
diese Öffnungen von den orbitierenden Spiralrippen überfahren werden und damit die
Dichtwirkung zwischen der Stirnseite einer der Spiraleinheiten und dem Boden der jeweils
anderen Spiraleinheit beeinträchtigt bzw. stirnseitig eingesetzte Dichtungen beschädigt
werden. Mit der Anordnung der Öffnungen am Übergang vom Boden zur Spiralrippe sind
die Öffnungen an einer unter anderem durch Kerbwirkungen hochbeanspruchten Position
platziert.
[0012] Hier setzt die vorliegende Erfindung an.
[0013] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde eine in zweckmäßiger Weise verbesserte Scrollmaschine
vorzuschlagen. Bevorzugter Weise soll eine Anordnung bereitgestellt werden, mit der
ein Einbringen bzw. Entnehmen von Arbeitsmedium in die geschlossene Druckkammer bzw.
aus der geschlossenen Druckkammer einer Scrollmaschine ermöglicht wird, und mit der
die Effizienz und die Lebensdauer der Scrollmaschine möglichst wenig beeinflusst wird.
[0014] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch eine Scrollmaschine mit den Merkmalen
des Patentanspruchs 1 sowie eine Kälteanlage mit den Merkmalen des Patentanspruchs
15.
[0015] Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung sind in den abhängigen
Ansprüchen angegeben.
[0016] Eine erfindungsgemäße Scrollmaschine umfasst ein Gehäuse, eine in dem Gehäuse angeordnete
erste Spiraleinheit mit einem ersten Spiralkanal und eine in dem Gehäuse angeordnete
zweite Spiraleinheit, wobei die erste Spiraleinheit relativ zu der zweiten Spiraleinheit
entlang einer Orbitalbahn bewegbar ist, wobei die erste Spiraleinheit und die zweite
Spiraleinheit zur Bildung von Druckkammern axial ineinandergreifend angeordnet sind.
[0017] Vorzugsweise kann die erste Spiraleinheit entlang der Orbitalbahn bewegbar und die
zweite Spiraleinheit ortsfest in dem Gehäuse gelagert sein, oder umgekehrt. Auch ist
es möglich, dass die erste Spiraleinheit und die zweite Spiraleinheit jeweils entlang
der Orbitalbahn bewegbar sind. Derartige Scrollmaschinen können zum Beispiel mit Corotating-Prinzip
arbeiten.
[0018] Weiterhin vorzugsweise weist die Scrollmaschine eine Längsachse auf, wobei die Orbitalbahn
bevorzugt um die Längsachse verlaufend in einer senkrecht zu der Längsachse angeordneten
Bahnebene angeordnet ist.
[0019] Die im Folgenden verwendeten Begriffe "radial" und "axial" beschreiben vorzugsweise
eine entsprechende Anordnung bezüglich der Längsachse. Die Scrollmaschine ist vorzugsweise
als Scrollkompressor ausgebildet.
[0020] Die zweite Spiraleinheit umfasst:
- einen zweiten Spiralkanal,
- eine entlang einer Spiralbahnkurve verlaufende zweite Spiralrippe mit einer den zweiten
Spiralkanal radial begrenzenden Rippenflanke,
- einen den zweiten Spiralkanal axial begrenzenden zweiten Spiralkanalboden, und
- mindestens einen innerhalb der zweiten Spiralrippe verlaufenden Medienkanal zum Führen
eines Arbeitsmediums.
[0021] Der zweite Spiralkanalboden ist vorzugsweise senkrecht zu der Längsachse angeordnet.
[0022] Die Spiralbahnkurve ist vorzugsweise in einer parallel zu dem zweiten Spiralkanalboden
angeordneten Ebene angeordnet.
[0023] Die Rippenflanke weist mindestens eine Mündungsöffnung auf, durch die der mindestens
eine Medienkanal in den zweiten Spiralkanal mündet.
[0024] Die zweite Spiralrippe kann mehrere Medienkanäle des mindestens einen Medienkanals
und/oder mehrere Mündungsöffnungen der mindestens einen Mündungsöffnung aufweisen.
In diesem Fall ist vorzugweise jeder der Medienkanäle jeweils einer der Mündungsöffnungen
zugeordnet.
[0025] Bevorzugt weist die zweite Spiralrippe zwei Medienkanäle und zwei Mündungsöffnungen,
besonders bevorzugt vier Medienkanäle und vier Mündungsöffnungen auf.
[0026] Erfindungsgemäß ist die mindestens eine Mündungsöffnung um einen Bodenabstand axial
beabstandet zu dem zweiten Spiralkanalboden angeordnet. Damit ist die mindestens eine
Mündungsöffnung außerhalb des mechanisch - insbesondere durch Kerbwirkungen - hochbelasteten
Übergangsbereichs zwischen dem zweiten Spiralkanalboden und der zweiten Spiralrippe
angeordnet. Damit ist ein Einbringen eines Arbeitsmediums in die bzw. eine Entnehmen
des Arbeitsmediums aus der Druckkammer möglich, ohne diesen bereits hochbeanspruchten
Bereich zusätzlich zu schwächen.
[0027] Die erste Spiraleinheit weist vorzugsweise eine den ersten Spiralkanal radial begrenzende
erste Spiralrippe und einen den ersten Spiralkanal axial begrenzenden ersten Spiralkanalboden
auf. Die Druckkammern können durch die Relativbewegung der ersten Spiraleinheit zu
der zweiten Spiraleinheit in dem ersten Spiralkanal und dem zweiten Spiralkanal ausgebildet
werden. Dazu weist vorzugsweise eine dem entsprechenden Spiralkanalboden axial gegenüberliegend
angeordnete Stirnseite der jeweiligen Spiralrippe der jeweils anderen Spiraleinheit
einen Dichtkontakt mit dem jeweiligen Spiralkanalboden auf. Die der jeweils anderen
Spiraleinheit zugewandte Oberfläche des jeweiligen Spiralkanalbodens ist damit als
Dichtfunktionsfläche ausgebildet. Durch zu dem zweiten Spiralkanalboden axial beabstandete
Anordnung der mindestens einen Mündungsöffnung wird bleibt die Dichtfunktion bzw.
eine Dichtung der Stirnseite der ersten Spiralrippe von der mindestens einen Mündungsöffnung
unbeeinträchtigt.
[0028] Der mindestens eine Medienkanal kann einen, vorzugsweise axial verlaufenden, Verbindungsabschnitt
aufweisen. Der Verbindungsabschnitt kann durch eine oder mehrere Bohrungen gebildet
sein, die von einer Rückseite des zweiten Spiralkanalbodens in die zweite Spiraleinheit
eingebracht ist. Die Rückseite des zweiten Spiralkanalbodens ist vorzugsweise durch
eine der zweiten Spiralrippe axial gegenüberliegenden Seite des Spiralkanalbodens
gebildet. Bevorzugt ist der Verbindungsabschnitt ausschließlich axial ausgebildet.
[0029] Der mindestens eine Medienkanal weist vorzugsweise einen einerseits an die Mündungsöffnung
und andererseits an den Verbindungsabschnitt anschließend angeordneten Mündungsabschnitt
auf, wobei der Mündungsabschnitt derart zu der Rippenflanke hin geneigt ist, dass
er mit dem Verbindungsabschnitt einen Mündungswinkel von 100° bis 170°, bevorzugt
von 130° bis 150°, besonders bevorzugt von 140°, einschließt. Der Mündungsabschnitt
wird vorzugsweise als Bohrung von der Rippenflanke aus in die Spiralrippe eingebracht.
Die Größe des Mündungswinkels wird nach unten daher insbesondere von einer Breite
des Spiralkanals sowie der Größe des Bodenabstands bestimmt.
[0030] In einer axialen Draufsicht ist der Mündungsabschnitt vorzugsweise normal zu der
Rippenflanke ausgerichtet. Eine Bohrungsachse des Mündungsabschnitts kann damit in
der axialen Draufsicht als Normale zu der Rippenflanke bzw. der Spiralbahnkurve ausgebildet
sein. Die axiale Draufsicht entspricht vorzugsweise einer Projektion der Anordnung
auf eine senkrecht zu der Längsachse angeordnete Projektionsebene.
[0031] Der Verbindungsabschnitt kann mehrere separate, nebeneinander verlaufende Teilkanäle
aufweisen, die anschließend an denselben Mündungsabschnitt angeordnet sind. Damit
kann der von dem Arbeitsmedium durchströmte Querschnitt des Verbindungsabschnitts
vergrößert und dabei die Kerbwirkung an der Rippenflanke gering gehalten werden. Der
Mündungsabschnitt kann dabei eine Drosselwirkung aufweisen. Die Teilkanäle sind dabei
vorzugsweise parallel zueinander und/oder parallel zu der Längsachse angeordnet. Vorzugsweise
sind die Teilkanäle derart separat verlaufend angeordnet, dass entlang der Spiralbahnkurve
zwischen den einzelnen Teilkanälen jeweils ein Steg der zweiten Spiralrippe angeordnet
ist. Besonders bevorzugt weist der Verbindungsabschnitt genau zwei Teilkanäle auf.
[0032] Die Teilkanäle sind vorzugsweise symmetrisch zu dem Mündungsabschnitt angeordnet.
Insbesondere wenn der Verbindungsabschnitt genau zwei Teilkanäle aufweist, ist der
Mündungsabschnitt damit entlang der Spiralbahnkurve vorzugsweise mittig zwischen den
Teilkanälen angeordnet. Die Bohrungsachse des Mündungsabschnitts kann damit mittig
auf den Steg treffend angeordnet sein.
[0033] In einer bevorzugten Ausführungsform ist die Scrollmaschine derart ausgebildet, dass
der Verbindungsabschnitt entlang der Spiralbahnkurve eine Verbindungsabschnittsbreite
und die mindestens eine Mündungsöffnung entlang der Spiralbahnkurve eine Mündungsöffnungsbreite
aufweist, wobei die Mündungsöffnungsbreite kleiner oder gleich der Verbindungsabschnittsbreite
ist. Die Mündungsöffnung wird bei der Relativbewegung der beiden Spiraleinheiten zueinander
von der ersten Spiralrippe überfahren und bildet dabei eine Unterbrechung der sich
zwischen der ersten Spiralrippe und der Rippenflanke der zweiten Spiralrippe ausbildenden
Dichtlinie. Durch eine möglichst geringe Mündungsöffnungsbreite wird diese Unterbrechung
und damit deren Einfluss auf die Effizienz der Scrollmaschine minimiert.
[0034] Vorzugsweise ist die mindestens eine Mündungsöffnung um einen Stirnabstand beabstandet
von einer zweiten Stirnseite der zweiten Spiralrippe angeordnet, wobei das Verhältnis
des Bodenabstands zu dem Stirnabstand im Bereich von 1/3 bis 3/1 liegt und bevorzugt
1/1 beträgt. Damit kann die mindestens eine Mündungsöffnung ausreichend beabstandet
von hochbeanspruchten Bereichen der Spiraleinheit, insbesondere der zweiten Stirnseiten
und dem Übergang von zweiten Spiralkanalboden zu zweiter Spiralrippe angeordnet sein.
Die durch die mindestens eine Mündungsöffnung hervorgerufene Beanspruchung findet
damit außerhalb dieser Bereiche statt. Die zweite Stirnseite bildet vorzugsweise das
dem zweiten Spiralkanalboden axial gegenüberliegend angeordnete Ende der zweiten Spiralrippe.
[0035] Die mindestens eine Mündungsöffnung kann elliptisch oder als Langloch ausgebildet
sein. Eine elliptische Ausbildung der Mündungsöffnung ergibt sich fertigungsbedingt
bei der Herstellung des Mündungsabschnitts als Bohrung mit rundem Querschnitt durch
den Mündungswinkel. Bei der Ausbildung der mindestens einen Mündungsöffnung als Langloch
weist der Mündungsabschnitt vorzugsweise einen ovalen Querschnitt auf. Das Langloch
ist mit seiner längsten Querschnittsrichtung vorzugsweise axial ausgerichtet. Damit
kann die Unterbrechung der sich zwischen der ersten Spiralrippe und der Rippenflanke
der zweiten Spiralrippe ausbildenden Dichtlinie entlang der Spiralbahnkurve möglichst
gering gehalten werden.
[0036] In einer Ausführungsform der Erfindung weist das Gehäuse eine Gehäuseöffnung zum
Zuführen von Arbeitsmedium in die Scrollmaschine auf, wobei die Scrollmaschine bevorzugt
eine Zuführleitung aufweist, die derart ausgebildet ist, dass sie die Gehäuseöffnung
mit mindestens einem ersten Medienkanal des mindestens einen Medienkanals verbindet.
Damit kann von außerhalb der Scrollmaschine, beispielsweise von einem Economizer-Kreislauf,
Arbeitsmedium in die Druckkammer geführt werden. Vorzugsweise verbindet die Zuführleitung
die Gehäuseöffnung mit dem mindestens einen ersten Medienkanal derart, dass sie unmittelbar
an die Gehäuseöffnung und/oder den mindestens einen ersten Medienkanal angeschlossen
ist.
[0037] Die Zuführleitung kann in der zweiten Spiraleinheit und/oder in bzw. innerhalb einem
an die zweite Spiraleinheit angrenzenden Zwischenboden angeordnet sein. Vorzugsweise
ist die Zuführleitung ausschließlich in der zweiten Spiraleinheit oder in dem Zwischenboden
angeordnet. Der Zwischenboden kann eine axial stirnseitig angeordnete Zwischenbodennut
aufweisen, die mit dem Verbindungsabschnitt des mindestens einen Medienkanals fluidisch
verbunden, insbesondere an den Verbindungsabschnitt angrenzend angeordnet ist, sodass
das Arbeitsmedium von der Zuführleitung in den mindestens einen Medienkanal strömen
kann.
[0038] Weiterhin ist es vorteilhaft, wenn die Zuführleitung ein Rückschlagventil umfasst.
Das Rückschlagventil verhindert bevorzugt, dass auf ungewünschte Weise das Arbeitsmedium
das Gehäuse durch die Gehäuseöffnung insbesondere in den Economizer-Kreislauf verlässt.
[0039] Die Zuführleitung kann eine an die Gehäuseöffnung angrenzende Ringnut aufweisen.
Damit kann das durch die Gehäuseöffnung eingebrachte Arbeitsmedium auf unterschiedliche
Medienkanäle verteilt werden.
[0040] In einer Ausführungsform der Erfindung ist mittels mindestens einem zweiten Medienkanal
des mindestens einen Medienkanals eine arbeitsmediumführende Verbindung des zweiten
Spiralkanals mit einer Hochdruckkammer der Scrollmaschine herstellbar. Insbesondere
im Falle einer Überverdichtung kann so Arbeitsmedium aus den durch die erste Spiraleinheit
und die zweite Spiraleinheit gebildeten Druckkammern vor dem Abschluss des Verdichtungsvorgangs
in die Hochdruckkammer abgeführt werden. Damit kann einer Überverdichtung entgegengewirkt
werden. Der mindestens eine zweite Medienkanal kann ein hochdruckseitiges Ende aufweisen,
das in die Hochdruckkammer mündet. Die Hochdrucckammer ist axial auf Rückseite des
zweiten Spiralkanalbodens angeordnet und über einen Durchlass in der zweiten Spiraleinheit
mit dem zweiten Spiralkanal verbunden. Der Durchlass ist vorzugsweise an einem radial
inneren Ende des zweiten Spiralkanals angeordnet. Von der Hochdruckkammer kann das
verdichtete Arbeitsmedium über einen Auslass der Scrollmaschine aus der Scrollmaschine
entnommen werden.
[0041] Die Scrollmaschine kann ein Auslassventil zur Regelung eines Arbeitsmedienstroms
von dem zweiten Spiralkanal durch den mindestens einen zweiten Medienkanal in die
Hochdruckkammer aufweisen. Das Auslassventil kann auf der Rückseite des zweiten Spiralkanalbodens
an der zweiten Spiraleinheit angeordnet sein. Vorzugsweise schließt sich das Auslassventil
an den Verbindungsabschnitt an.
[0042] Eine erfindungsgemäße Kälteanlage umfasst die vorstehend beschriebene Scrollmaschine.
Als Arbeitsmedium kann in der Kälteanlage beispielsweise CO2 oder Propan eingesetzt
sein. Derartige Arbeitsmedien weisen eine sehr große volumetrische Kälteleistung auf.
[0043] Angemerkt wird an dieser Stelle dass in Zusammenhang mit dieser Erfindung unter der
Begriff Kälteanlage als allgemeiner Sammelbegriff unabhängig von dem Kreisprozess
verwendet wird und dass die Kälteanlage ebenso auch eine Kälte-, Klima-, Wärmepumpen-,
ORC- oder Prozesskühlungsanlage sein kann.
[0044] Die Kälteanlage kann einen Kreislauf mit einem Economizer-Pfad und einem Kältepfad
aufweisen. Der Economizer-Pfad umfasst vorzugsweise ein Expansionsorgan und einen,
vorzugsweise dem Expansionsorgan nachgeschalteten Wärmeübertrager. Vorzugsweise ist
die Kälteanlage derart ausgebildet, dass der von dem Auslass der Scrollmaschine kommende
Hauptmedienstrom wird in einen Economizer-Medienstrom und den Kältepfad-Medienstrom
aufgeteilt wird, wobei der Economizer-Pfad von dem Arbeitsmedium des Economizer-Medienstroms
und der Kältepfad von dem Arbeitsmedium des Kältepfad-Medienstroms durchströmt wird.
Das Expansionsorgan und der Wärmeübertrager des Economizer-Kreislaufes können zur
Kühlung des Arbeitsmediums in dem Kältekreislauf verwendet werden. Der Economizer-Pfad
ist vorzugsweise an die Gehäuseöffnung der Scrollmaschine angeschlossen. Der Economizer-Medienstrom
kann so durch den Economizer-Pfad in die Druckkammern der der Scrollmaschine eingebracht
werden.
[0045] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird anhand der nachfolgenden Figuren erläutert.
Es zeigt:
- Figur 1
- eine schematische Darstellung einer Kälteanlage,
- Figur 2
- eine schematische Längsschnittansicht eines ersten Ausführungsbeispiels einer Scrollmaschine,
- Figur 3a
- eine schematische Längsschnittansicht eines Ausschnitts eines zweiten Ausführungsbeispiels
einer Scrollmaschine mit eingezeichneter Schnittebene A-A,
- Figur 3b
- eine schematische Querschnittansicht des in Fig. 3a gezeigten Ausführungsbeispiels
entlang der in Fig. 3a eingezeichneten Schnittebene A-A,
- Figur 4a
- eine schematische Längsschnittansicht eines Ausschnitts eines dritten Ausführungsbeispiels
einer Scrollmaschine mit eingezeichneter Schnittebene A-A,
- Figur 4b
- eine schematische Querschnittansicht des in Fig. 4a gezeigten Ausführungsbeispiels
entlang der in Fig. 4a eingezeichneten Schnittebene A-A,
- Figur 5
- eine schematische Längsschnittansicht eines vierten Ausführungsbeispiels einer Scrollmaschine,
- Figur 6a
- eine schematische Querschnittansicht eines ersten Ausführungsbeispiels einer zweiten
Spiraleinheit mit markierten Detail B,
- Figur 6b
- eine vergrößerte Darstellung der des Fig. 7a markierten Details B,
- Figur 6c
- einen Ausschnitt aus einer schematischen Längsschnittansicht des in Fig. 7a gezeigten
Ausführungsbeispiels,
- Figur 7
- einen Ausschnitt aus einer schematischen Längsschnittansicht eines zweiten Ausführungsbeispiels
einer zweiten Spiraleinheit,
- Figur 8
- schematische Darstellungen unterschiedlicher Ausführungsbeispiele von Medienkanälen.
[0046] Die Figuren 1 bis 9 zeigen verschiedene Ansichten unterschiedlicher Ausführungsbeispiele.
Für gleiche und funktionsgleiche Teile werden die gleichen Bezugszeichen verwendet.
Der Übersichtlichkeit halber werden nicht alle Bezugszeichen in jeder Figur verwendet.
[0047] Fig. 1 zeigt eine schematische Darstellung einer Kälteanlage 1 mit einer Scrollmaschine
2, einem Kältepfad M und einem Economizer-Pfad E zum Einbringen eines Arbeitsmediums
in die Scrollmaschine 2. Die Kälteanlage 1 umfasst die als Scrollkompressor ausgebildete
Scrollmaschine 2, einen Verflüssiger 3, ein erstes Expansionsorgan 4 und einen Verdampfer
5. Ein Arbeitsmedium, vorzugsweise ein Kältemittel, strömt durch die Kälteanlage 1
entlang der mit Pfeilen gekennzeichneten Richtung zunächst von einem Auslass 12 der
Scrollmaschine 2 in der Reihenfolge zu dem Verflüssiger 3, einem Wärmeübertrager 8,
dem ersten Expansionsorgan 4, dem Verdampfer 5 und abschließend zurück durch einen
Einlass 11 in die Scrollmaschine 2.
[0048] Der Economizer-Kreislauf E umfasst ein zweites Expansionsorgan 7 und den Wärmeübertrager
8, wobei zunächst der Economizer-Medienstrom von dem zweiten Expansionsorgan 7 zu
dem Wärmeübertrager 8 geleitet wird und anschließend zu einer Gehäuseöffnung 13 der
Scrollmaschine 2. Ein Magnetventil 6 kann den Economizer-Kreislauf E öffnen oder sperren.
In dem Wärmeübertrager 8 wird der Economizer-Medienstrom verwendet, um den Kältekreislauf-Medienstrom
zu kühlen.
[0049] Die Fig. 2-3b zeigen zwei ähnliche Ausführungsbeispiele der Scrollmaschine 2 mit
einem Gehäuse 10, einer in dem Gehäuse angeordneten ersten Spiraleinheit 14 mit einem
ersten Spiralkanal 16 und einer in dem Gehäuse 10 angeordneten zweiten Spiraleinheit
18 sowie einer Längsachse 20. Die erste Spiraleinheit 14 ist relativ zu der zweiten
Spiraleinheit 18 entlang einer in einer senkrecht zu der Längsachse 20 angeordneten
Bahnebene angeordneten und um die Längsachse 20 verlaufenden, nicht explizit dargestellten
Orbitalbahn bewegbar. Die erste Spiraleinheit 14 und die zweite Spiraleinheit 18 sind
zur Bildung von Druckkammern 21 axial ineinandergreifend angeordnet. Dabei ist die
erste Spiraleinheit 14 entlang der Orbitalbahn bewegbar und die zweite Spiraleinheit
18 ortsfest in dem Gehäuse 10 gelagert. Die hier und im Folgenden verwendeten Begriffe
"radial" und "axial" beziehen sich auf die Längsachse 20.
[0050] Die zweite Spiraleinheit 18 umfasst einen zweiten Spiralkanal 22, eine zweite Spiralrippe
26 mit einer den zweiten Spiralkanal 22 radial begrenzenden Rippenflanke 28, einen
den zweiten Spiralkanal 22 axial begrenzenden zweiten Spiralkanalboden 30, und mehrere
innerhalb der zweiten Spiralrippe 26 verlaufende erste Medienkanäle 32 zum Führen
des Arbeitsmediums. Wie die Fig. 2 zeigt, ist der zweite Spiralkanalboden 30 dabei
senkrecht zu der Längsachse 20 angeordnet.
[0051] Die erste Spiraleinheit 14 weist eine den ersten Spiralkanal 16 radial begrenzende
erste Spiralrippe 34 und einen den ersten Spiralkanal 16 axial begrenzenden ersten
Spiralkanalboden 36 auf. Die Druckkammern 21 werden durch die Relativbewegung der
ersten Spiraleinheit 14 zu der zweiten Spiraleinheit 18 in dem ersten Spiralkanal
16 und dem zweiten Spiralkanal 22 ausgebildet. Dazu weist eine dem zweiten Spiralkanalboden
30 axial gegenüberliegend angeordnete erste Stirnseite 38 der ersten Spiralrippe 34
einen Dichtkontakt mit dem zweiten Spiralkanalboden 30 und eine dem ersten Spiralkanalboden
36 axial gegenüberliegend angeordnete zweite Stirnseite 40 der zweiten Spiralrippe
26 einen Dichtkontakt mit dem ersten Spiralkanalboden 36 auf. Die der jeweils anderen
Spiraleinheit 14, 18 zugewandte Oberfläche des jeweiligen Spiralkanalbodens 30, 36
ist damit als Dichtfunktionsfläche ausgebildet.
[0052] Insbesondere die Darstellungen in Fig. 2 u. 3a zeigen, dass die Scrollmaschine 2
eine Zuführleitung 42 aufweist, die derart ausgebildet ist, dass sie die Gehäuseöffnung
13 mit den ersten Medienkanälen 32 verbindet. Damit kann von dem Economizer-Kreislauf
E außerhalb der Scrollmaschine 2 Arbeitsmedium in die Druckkammern 21 geführt werden.
Im Ausführungsbeispiel der Fig. 2 ist die Zuführleitung 42 ausschließlich in einem
an die zweite Spiraleinheit 18 axial angrenzenden Zwischenboden 44 angeordnet. Der
Zwischenboden 44 weist eine axial stirnseitig angeordnete Zwischenbodennut 46 auf,
die an die mit Verbindungsabschnitten 48 der ersten Medienkanäle 32 angrenzend angeordnet
sind, sodass das Arbeitsmedium von der Zuführleitung 42 in die ersten Medienkanäle
32 strömen kann.
[0053] Wie die Darstellung in den Fig. 3a u. 3b anschaulich macht, weist die Zuführleitung
eine an die Gehäuseöffnung 13 angrenzende Ringnut 50 auf, mit der das durch die Gehäuseöffnung
13 eingebrachte Arbeitsmedium auf die ersten Medienkanäle 32 verteilt werden kann.
Dazu weist die Zuführleitung 42 des in Fig. 2 gezeigten Ausführungsbeispiels mehrere
sich an die Ringnut 50 anschließende Radialabschnitte 52 auf. Das in den Fig. 4a u.
4b gezeigte Ausführungsbeispiel weist hingegen nur einen Radialabschnitt 52 auf, der
unmittelbar an die Gehäuseöffnung 13 angeschlossen ist.
[0054] Wie die Darstellung der Fig. 5 zeigt, kann die Zuführleitung 42 ausschließlich in
der zweiten Spiraleinheit 18 angeordnet sein. Auch bei dem in Fig. 5 gezeigten Ausführungsbeispiel
weist die Zuführleitung 42 die Ringnut 50 auf.
[0055] Darüber hinaus weist das in der Fig. 5 gezeigte Ausführungsbeispiel neben dem ersten
Medienkanal 32 einen zweiten Medienkanal 54 auf. Auch der zweite Medienkanal weist
den Verbindungsabschnitt 48 auf. Im Unterschied zu dem ersten Medienkanal 32 ist mittels
des zweiten Medienkanals 54 eine arbeitsmediumführende Verbindung des zweiten Spiralkanals
22 mit einer Hochdruckkammer 56 der Scrollmaschine 2 herstellbar. Insbesondere im
Falle einer Überverdichtung kann so Arbeitsmedium aus der Druckkammer 21 vor dem Abschluss
des Verdichtungsvorgangs in die Hochdruckkammer 56 abgeführt werden. Dazu weist der
zweite Medienkanal 54 ein hochdruckseitiges Ende 58 auf, das in die Hochdruckkammer
56 mündet.
[0056] Die Hochdruckkammer 56 ist axial auf einer von der zweiten Spiralrippe 26 abgewandten
Rückseite 60 des zweiten Spiralkanalbodens 30 angeordnet und über einen Durchlass
62 in dem zweiten Spiralkanalboden 30 mit dem zweiten Spiralkanal 22 verbunden. Der
Durchlass 62 ist an einem radial inneren Ende des zweiten Spiralkanals 22 angeordnet
(siehe auch Fig. 6). Von der Hochdruckkammer 56 kann das verdichtete Arbeitsmedium
über den Auslass 12 aus der Scrollmaschine 2 entnommen werden.
[0057] Wie die Fig. 5 weiter zeigt, kann die Scrollmaschine 2 ein Auslassventil 64 zur Regelung
eines Arbeitsmedienstroms von dem zweiten Spiralkanal 22 durch den zweiten Medienkanal
54 in die Hochdruckkammer 56 aufweisen. Das Auslassventil 64 ist auf der Rückseite
60 des zweiten Spiralkanalbodens 30 an der zweiten Spiraleinheit 18 angeordnet. Das
Auslassventil 64 kann sich an den Verbindungsabschnitt 48 anschließen.
[0058] Weiterhin kann Fig. 5 entnommen werden, dass ein Rückschlagventil 19 vorgesehen ist,
dass einen ungewünschten Austritt von Arbeitsmedium aus der Gehäuseöffnung 13, insbesondere
in den Economizer-Kreislauf E, verhindern kann. Das Rückschlagventil 19 kann - wie
in Fig. 5 gezeigt ist - in einer Anschlussbuchse angeordnet sein, die auf dem Gehäuse
10 angeordnet ist. Auch kann das Rückschlagventil 19 in der Zuführleitung 42 oder
in der Gehäuseöffnung 13 angeordnet sein.
[0059] Die Darstellungen in den Fig. 6a-6c zeigen ein Ausführungsbeispiel der zweiten Spiraleinheit
18 mit mehreren Medienkanälen 66. Grundsätzlich kann dabei jeder der Medienkanäle
66 als erster Medienkanal 32 oder als zweiter Medienkanal 54 ausgebildet sein. Die
im Folgenden beschriebenen Merkmale sind unabhängig davon, ob der jeweilige Medienkanal
66 in einer Einbausituation als erster Medienkanal 32 oder als zweiter Medienkanal
54 ausgebildet ist und sind daher sowohl auf die zuvor beschriebenen ersten Medienkanäle
32 als auch auf den zuvor beschriebenen zweiten Medienkanal 54 anwendbar.
[0060] Die Darstellungen in den Fig. 6a-6c zeigen anschaulich, dass die Rippenflanke 28
vier Medienkanäle 66 und vier Mündungsöffnungen 68 aufweist, wobei jeder der Medienkanäle
66 durch jeweils eine der Mündungsöffnungen 68 in den zweiten Spiralkanal 22 mündet.
Wie die Fig. 6c u. 7 zeigen, ist jede der Mündungsöffnungen 68 um einen Bodenabstand
70 axial beabstandet zu dem zweiten Spiralkanalboden 30 angeordnet. Damit sind die
Mündungsöffnungen 68 außerhalb eines insbesondere durch Kerbwirkungen hochbelasteten
Übergangsbereichs 72 zwischen dem zweiten Spiralkanalboden 30 und der zweiten 26 Spiralrippe
angeordnet.
[0061] Die Fig. 6a-6c zeigen darüber hinaus, dass der Verbindungsabschnitt 48 durch mehrere
Bohrungen gebildet sein kann, die von der Rückseite 60 des zweiten Spiralkanalbodens
30 in die zweite Spiraleinheit 18 eingebracht sein können (siehe auch Fig. 7). Jeder
der Medienkanäle 66 weist einen einerseits an die jeweilige Mündungsöffnung 68 und
andererseits an den jeweiligen Verbindungsabschnitt 48 anschließend angeordneten Mündungsabschnitt
74 auf.
[0062] Die Fig. 7 zeigt einen Längsschnitt eines Ausführungsbeispiels der zweiten Spiraleinheit
18. Daraus ist ersichtlich, dass der Verbindungsabschnitt 48 des Medienkanals 66 ausschließlich
axial verlaufend ausgebildet ist. Der Mündungsabschnitt 74 ist derart zu der Rippenflanke
28 hin geneigt, dass er mit dem Verbindungsabschnitt 48 einen Mündungswinkel 76 von
130° bis 150°, bevorzugt von 140°, einschließt. Wie ein in Fig. 7 angedeutet dargestelltes
Werkzeug 78 zeigt, wird der Mündungsabschnitt 74 vorzugsweise als Bohrung von der
Rippenflanke 28 aus in die zweite Spiralrippe 26 eingebracht. Die Größe des Mündungswinkels
76 wird nach unten daher insbesondere von einer Breite 80 des zweiten Spiralkanals
sowie der Größe des Bodenabstands 70 bestimmt.
[0063] Fig. 7 veranschaulicht außerdem, dass die Mündungsöffnung 68 um einen Stirnabstand
94 beabstandet von der zweiten Stirnseite 40 der zweiten Spiralrippe 26 angeordnet
ist. Dabei liegt das Verhältnis des Bodenabstands 70 zu dem Stirnabstand 94 im Bereich
von 1/3 bis 3/1.
[0064] Fig. 6a zeigt, dass die zweite Spiralrippe 26 entlang einer Spiralbahnkurve 82 verlaufend
angeordnet ist. In der in Fig. 6a u. 6b dargestellten Querschnittansicht bzw. axialen
Draufsicht ist der Mündungsabschnitt 74 normal zu der Rippenflanke 28 ausgerichtet,
sodass eine Bohrungsachse 84 des Mündungsabschnitts in der axialen Draufsicht als
Normale zu der Rippenflanke 28 bzw. der Spiralbahnkurve 82 ausgebildet ist.
[0065] Die Fig. 6a-6c zeigen weiter, dass der jeweilige Verbindungsabschnitt 48 zwei separate,
parallel zueinander verlaufende Teilkanäle 86 aufweisen kann, die anschließend an
denselben Mündungsabschnitt 74 angeordnet sind. Die Teilkanäle 86 sind dabei parallel
zu der Längsachse 20 angeordnet. Entlang der Spiralbahnkurve 82 ist zwischen den einzelnen
Teilkanälen 86 jeweils ein Steg 88 der zweiten Spiralrippe 26 angeordnet. Der Mündungsabschnitt
74 ist entlang der Spiralbahnkurve 82 mittig zwischen den Teilkanälen 86 angeordnet.
Die Bohrungsachse 84 des Mündungsabschnitts 74 kann damit mittig auf den Steg 88 treffend
angeordnet sein.
[0066] Die Fig. 8a - 8e zeigen, dass der jeweilige Verbindungsabschnitt 48 entlang der Spiralbahnkurve
82 eine Verbindungsabschnittsbreite 90 und die jeweilige Mündungsöffnung 68 entlang
der Spiralbahnkurve 82 eine Mündungsöffnungsbreite 92 aufweist, wobei die Mündungsöffnungsbreite
92 kleiner oder gleich der Verbindungsabschnittsbreite 90 ist. Unterschiedliche beispielhafte
Ausführungsformen sind in der Fig. 8 dargestellt.
[0067] Wie die Fig. 8 zeigt, kann die Mündungsöffnung 68 elliptisch (a) oder als Langloch
(b, c) ausgebildet sein.
[0068] Auch können mehrere Mündungsöffnungen 68 vorgesehen sein, die elliptisch (d, e) und/oder
als Langloch (nicht dargestellt) ausgebildet sein können. Die mehreren Mündungsöffnungen
68 sind bevorzugt axial beabstandet angeordnet. Zwischen den axial beabstandeten Mündungsöffnungen
68 ist eine Art Verbindungsrippe 89 gebildet. Durch diese Anordnung mehreren Mündungsöffnungen
68 und die Verbindungsrippe 89 dazwischen, kann die Rippenflanke 28 stabilisiert werden.
[0069] Die Fig. 8 zeigt außerdem, dass der Verbindungsabschnitt 48 nur einen Teilkanal 86
aufweisen kann. Eine elliptische Ausbildung der Mündungsöffnung 68 ergibt sich fertigungsbedingt
bei der Herstellung des Mündungsabschnitts 74 als Bohrung mit rundem Querschnitt durch
den Mündungswinkel 76. Bei der Ausbildung der Mündungsöffnung 68 als Langloch weist
der Mündungsabschnitt 74 vorzugsweise einen ovalen Querschnitt auf. Das Langloch ist
mit seiner längsten Querschnittsrichtung vorzugsweise axial ausgerichtet.
Bezugszeichenliste
[0070]
- 1
- Kälteanlage
- 2
- Scrollmaschine
- 3
- Verflüssiger
- 4
- Expansionsorgan
- 5
- Verdampfer
- 6
- Magnetventil
- 7
- zweites Expansionsorgan
- 8
- Wärmeübertrager
- 10
- Gehäuse
- 11
- Einlass
- 12
- Auslass
- 13
- Gehäuseöffnung
- 14
- erste Spiraleinheit
- 16
- erster Spiralkanal
- 18
- zweite Spiraleinheit
- 19
- Rückschlagventil
- 20
- Längsachse
- 21
- Druckkammer
- 22
- zweiter Spiralkanal
- 26
- zweite Spiralrippe
- 28
- Rippenflanke
- 30
- zweiter Spiralkanalboden
- 32
- erster Medienkanal
- 34
- erste Spiralrippe
- 36
- erster Spiralkanalboden
- 38
- erste Stirnseite
- 40
- zweite Stirnseite
- 42
- Zuführleitung
- 44
- Zwischenboden
- 46
- Zwischenbodennut
- 48
- Verbindungsabschnitt
- 50
- Ringnut
- 52
- Radialabschnitt
- 54
- zweiter Medienkanal
- 56
- Hochdruckkammer
- 58
- hochdruckseitiges Ende
- 60
- Rückseite
- 62
- Durchlass
- 64
- Auslassventil
- 66
- Medienkanal
- 68
- Mündungsöffnung
- 70
- Bodenabstand
- 72
- Übergangsbereich
- 74
- Mündungsabschnitt
- 76
- Mündungswinkel
- 78
- Werkzeug
- 80
- Breite
- 82
- Spiralbahnkurve
- 84
- Bohrungsachse
- 86
- Teilkanal
- 88
- Steg
- 89
- Verbindungsrippe
- 90
- Verbindungsabschnittsbreite
- 92
- Mündungsöffnungsbreite
- 94
- Stirnabstand
- E
- Economizer-Pfad
- M
- Kältepfad
1. Scrollmaschine (2) umfassend
ein Gehäuse (10), eine in dem Gehäuse (10) angeordnete erste Spiraleinheit (14) mit
einem ersten Spiralkanal und eine in dem Gehäuse (10) angeordnete zweite Spiraleinheit
(18), wobei die erste Spiraleinheit (14) relativ zu der zweiten Spiraleinheit (18)
entlang einer Orbitalbahn bewegbar ist, wobei die erste Spiraleinheit (14) und die
zweite Spiraleinheit (18) zur Bildung von Druckkammern axial ineinandergreifend angeordnet
sind, und wobei die zweite Spiraleinheit (18) umfasst:
• einen zweiten Spiralkanal,
• eine entlang einer Spiralbahnkurve (82) verlaufende zweite Spiralrippe (26) mit
einer den zweiten Spiralkanal radial begrenzenden Rippenflanke (28),
• einen den zweiten Spiralkanal axial begrenzenden zweiten Spiralkanalboden (30),
und
• mindestens einen innerhalb der zweiten Spiralrippe (26) verlaufenden Medienkanal
(32, 54, 66) zum Führen eines Arbeitsmediums,
wobei die Rippenflanke (28) mindestens eine Mündungsöffnung (68) aufweist, durch die
der mindestens eine Medienkanal (32, 54, 66) in den zweiten Spiralkanal mündet,
dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens eine Mündungsöffnung (68) um einen Bodenabstand (70) axial beabstandet
zu dem zweiten Spiralkanalboden (30) angeordnet ist.
2. Scrollmaschine (2) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass der mindestens eine Medienkanal (32, 54, 66) einen, vorzugsweise axial verlaufenden,
Verbindungsabschnitt (48) aufweist.
3. Scrollmaschine (2) nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, dass der mindestens eine Medienkanal (32, 54, 66) einen einerseits an die mindestens eine
Mündungsöffnung (68) und andererseits an den Verbindungsabschnitt (48) anschließend
angeordneten Mündungsabschnitt (74) aufweist, wobei der Mündungsabschnitt (74) derart
zu der Rippenflanke (28) hin geneigt ist, dass er mit dem Verbindungsabschnitt (48)
einen Mündungswinkel (76) von 100° bis 170°, bevorzugt von 130° bis 150°, besonders
bevorzugt von 140°, einschließt.
4. Scrollmaschine (2) nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet, dass der Mündungsabschnitt (74) in einer axialen Draufsicht normal zu der Rippenflanke
(28) ausgerichtet ist.
5. Scrollmaschine (2) nach einem der Ansprüche 3 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, dass der Verbindungsabschnitt (48) mehrere separate, nebeneinander verlaufende Teilkanäle
(86) aufweist, die anschließend an denselben Mündungsabschnitt (74) angeordnet sind.
6. Scrollmaschine (2) nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet, dass die Teilkanäle (86) symmetrisch zu dem Mündungsabschnitt (74) angeordnet sind.
7. Scrollmaschine (2) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass der Verbindungsabschnitt (48) entlang der Spiralbahnkurve (82) eine Verbindungsabschnittsbreite
(90) und die mindestens eine Mündungsöffnung (68) entlang der Spiralbahnkurve (82)
eine Mündungsöffnungsbreite (92) aufweist, wobei die Mündungsöffnungsbreite (92) kleiner
oder gleich der Verbindungsabschnittsbreite (90) ist.
8. Scrollmaschine (2) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens eine Mündungsöffnung (68) um einen Stirnabstand (94) beabstandet von
einer zweiten Stirnseite (40) der zweiten Spiralrippe (26) angeordnet ist, wobei das
Verhältnis des Bodenabstands (70) zu dem Stirnabstand (94) im Bereich von 1/3 bis
3/1 liegt und bevorzugt 1/1 beträgt.
9. Scrollmaschine (2) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens eine Mündungsöffnung (68) elliptisch oder als Langloch ausgebildet
ist.
10. Scrollmaschine (2) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass das Gehäuse (10) eine Gehäuseöffnung (13) zum Zuführen von Arbeitsmedium in die Scrollmaschine
(2) aufweist, wobei die Scrollmaschine (2) eine Zuführleitung (42) aufweist, die derart
ausgebildet ist, dass sie die Gehäuseöffnung (13) mit mindestens einem ersten Medienkanal
(32) des mindestens einen Medienkanals (32, 54, 66) verbindet.
11. Scrollmaschine (2) nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet, dass die Zuführleitung (42) in der zweiten Spiraleinheit (18) und/oder in einem an die
zweite Spiraleinheit (18) angrenzenden Zwischenboden (44) angeordnet ist.
12. Scrollmaschine (2) nach einem der Ansprüche 10 bis 11,
dadurch gekennzeichnet, dass die Zuführleitung (42) eine an die Gehäuseöffnung (13) angrenzende Ringnut (50) aufweist.
13. Scrollmaschine (2) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass mittels mindestens einem zweiten Medienkanal (54) des mindestens einen Medienkanals
(32, 54, 66) eine arbeitsmediumführende Verbindung des zweiten Spiralkanals (22) mit
einer Hochdruckkammer (56) der Scrollmaschine (2) herstellbar ist.
14. Scrollmaschine (2) nach einem der Ansprüche 11 bis 12,
dadurch gekennzeichnet, dass die Scrollmaschine (2) ein Auslassventil (64) zur Regelung eines Arbeitsmedienstroms
von dem zweiten Spiralkanal (22) durch den mindestens einen zweiten Medienkanal (54)
in die Hochdruckkammer (56) aufweist.
15. Kälteanlage (1) mit einer Scrollmaschine (2) nach einem
der vorhergehenden Ansprüche.